LebenSschwäche Krämpfen
niete Leser i«t» Nach °L,,z
Kirchliche Nachrichten.
Evasgelische Gemeinde.
Im Conftrmandensaal, Reustadt Sir
Donnerstag den l2.Januar, abends 8 Uhr: Bibellstunde«
1. Cor. IS. Von der Auferstehung. Pfarrer Schlosser.-
zweite Qualität 350-400 Ma,?, ältere Tiere und geringe Ware 220—280 Mark pro Stück; Kälber 58 Mark, tussere Qualitäten 60—62 Mark pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht. Für scbwe.e Gangochfen wurden 900 Mark pro Paar gefordert. Handelsware wurde nach der Sreg und dem Westerwald mit 660—800 Ma>k ge- kauft. Mast- und Fettoteh war nennenswert nicht am Markt. Dre Preise für die Schweine waren wie beim letzten Markt. — Dre Erbauung der Schutzhallen auf dem Marktplatz findet den Beifall der Handelsleute. Man ist jedoch der Ansicht, daß der vorhandene Schutz bet schlechtem Wetter nicht ausrercht und erwartet, daß, wenn die städtische Behörde sich erst durch einen verregneten Markt davon überzeugt ha', noch einige Hallen errichtet werden.
Gastwirt und jenehme Wahr- b sein Wesen eldbeträge ver- werden konnte. 'm ftaufe schon der Zuziehung 3 der Kammer iebni§. Man mb sogar eine ins dem Hause en sein dürste, in den Schlüssel sich jedensalls Weise zu ver- n eines hiesigen
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Wenn nur ein regnerisches vorigen Jahre, uenn die Nächte
Vorsicht die Mutter der Weisheit sei. Wenn man nun heute auf den belebtesten Verkehrsstraßen von Berlin spazieren geht, hört man auffallend viel französisch sprechen, und einige Cafös haben eine sehr zahlreiche französische Kundschaft, die sich zum Teil aus französischen Studenten zusammensetzt, die sich hier allem Anschein nach ganz wohl fühlen. Bisher kamen französische Studenten eigentlich nur dann nach Berlin, wenn es sich um ein Spezialstudium handelte, um das Hören gewisser Vorträge, die sie eben nur in Berlin haben konnten. Die Anwesenheit dieser Studenten | war gewissermaßen eine erzwungene, während jetzt unter den I hier anwesenden Franzosen sich auch viele befinden, die ihre Studien ebensogut in Paris oder auf einer französischen Universität betreiben könnten, „fils de Familie*, die über einen hübschen. Wechsel verfügen und denen das Studium keineswegs Alleinzweck ist. Wir sehen darin, wie in jedem zeitweiligen Bevölkerungsaustausch, einen großen Vorteil, »nmentlich wenn es sich um „intellektuelle" Elemente handelt, um das Modewort anzuwenden. Nicht nur lernen die jungen Leute das fremde Land, das sie bisher durch eine gefärbte Brille gesehen haben, aus eigener Erfahrung kennen und besser schätzen, sondern sie werden ihre Kenntnis nach ihrer Rückkehr auch den andern Volksgenossen mitteilen, ein Vorgang, der nicht von heute auf morgen Folgen haben wird, der aber auf die Dauer die Beziehungen der beiden Völker vorteilhaft beeinflussen muß."
* Heber die Heuschreckenplage in Argentinien hat das Auswärtige Amt in Washington von dem Konsul Mayer aus Buenos-Ayrer einen eingehenden Bericht erhalten, der das Datum des 12. Oktober trägt. Obgleich der Kampf mit großem Eifer geführt wird, macht die Verbreitung des Ungeziefers erschreckende Fortschritte, und e» ist zu befürchten, daß es auch über die Provinz Buenos-Ayres hereinbrechen wird. Besonders heimgesucht sind die Provinzen Entrerios, Telle von Santa Fö und Cordoba. An den drei ersten Tagen de» Oktober wurden in Entrerios allein 7960 Zentner Heuschrecken gesammelt. Auch Paraguay liegt unter dicken Wolken von Heuschrecken. Die südlichen Kolonien der Provinz Santa Fö waren noch nicht von der Plage erreicht und die Farmer hofften, ihren Weizen und die Leinsaat noch glücklich herein zu bringen. Außerordentlich stark gelitten haben die jüdischen Kolonien in Villaguay, wo die Heuschrecken die ganze Ernte vernichtet haben. Der Besitz der Ansiedelungsgesellschaft erstreckt sich über 70000 Hektar, wovon 25—30000 unter Kultur stehen; man kann sich danach eine Vorstellung von dem ungeheueren Verlust machen, der nur durch den Eintritt von Regen vielleicht noch etwas gemildert werden könnte. Die dortigen Bauern haben den Kampf gegen das Geschmeiß vollkommen aufgegeben. In anderen Provinzen wird von einem guten Erfolge der Vernichtungrarbeit berichtet.
* Die Elektrizität im Jahre 1898. Die Elektrotechnik, so berichtet die Wiener Zeitung, hat im Jahre 1898 nicht weniger Errungenschaften zu verzeichnen als im oorangegangenen Jahre. Außer der rasch zunehmenden Verwendung des elektromotorischen Betriebes in der Industrie und bei Straßen- und Vollbahnen sind im letzten Jahre durch Verbesserung der Akkumulatoren die elektrischen Automobile in Nordamerika, England und Frankreich zahlreich zur Einführung gelangt. Im Telegraphen- und Telephonwesen ist es gelungen, nach dem System Marconi bis auf 18 Kilometer drahtlos zu telegraphieren. Ferner hat Prof. Zickler in Brünn seine vielversprechenden Versuche mit der von ihm
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold*.
Berlin, 11. Januar. Der preußische Staatshaushalts- Etatsentwurf für 1899 ist fertig gestellt und wird in der üblichen Form durch den Finanzminister in einer dazu anberaumten Sitzung dem Abgeordnetenhause vorgelegt werden. Unter anderm wird im Etat zum Ausdruck kommen, daß der Staat die B e r n sie i n g e w i n n u n g in eigene Regie übernimmt.
Berlin, 11. Januar. Dem „Berl. Lokal-Anz." zufolge ist die Audienz des Herrn v. Kotze beim Kaiser, welche drei Viertelstunden dauerte, auf die persönliche Entschließung des Kaisers hin erfolgt.
«Berlin, 11. Januar. Prinz Adalbert, der wegen einer Erkältung in Potsdam zurückbleiben mußte, ist gestern Abend in Plön wieder eingetroffen.
Krefeld, 11. Januar. Gestern kündigten diejenigen Sammetweber, die in eintägiger Kündigung stehen. Der Stillstand sämtlicher Sammetfabriken für den 16. d. M. ist nunmehr gewiß. ,
Krefeld, 11. Januar. Offiziös wird mitgetedt, daß die Nachricht des Berliner „Kleinen Journals", Bayern habe die Errichtung eines Gerichtshofes für die Fürsten als gesonderte Instanz für die Erledigung von Kronstreitigkeiten angeregt, völlig unbegründet sei.
Stuttgart, 11. Januar. Die Herrenhaus-Kommission lehnte den Eintritt in die Beratung des Ortsvorsteher-Gesetzes eiustimmig ab. Auch die Steuerreform dürfte in den nächsten Tagen fallen. Damit wären sämtliche Reformwerke des gegenwärtigen Landtages als gescheitert zu betrachten. ,r . .
I Lübeck, 11. Januar. Bei dem hier garmsonierenden 162. Infanterie-Regiment sind mehrere Scharlach- Erkrankungen vorgekommen. Ein Lazarettgehilse qt bereits gestorben.
Budapest, 11. Januar. Die Kompromiß-Verhandlungen haben bis jetzt zu keinem Resultat geführt. Die persönliche Seite der Krisis ist zwar durch Fallenlasten Banffys erledigt, dafür aber macht die Unabhängigkeitspartei in der Angelegenheit der Ausgleichsfrage große Schwierigkeiten. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.
Rom, 11. Januar. Bei den Ausgrabungen auf dem Forum Romanum entdeckte man das von den alten I Römern verehrte angebliche Grab des Romulus.
Brüffel, 11. Januar. Viel besprochen wird hier eine Rede des Bürgermeisters Buls über denCongo- sta at. Buls tadelt darin in scharfen Worten die engherzige Wirtschafts-Politik Frankreichs den übrigen Staaten gegenüber, die darin bestehe, den Nachbarländern die Thore für ihre Produkte zu schließen.
Paris, 11. Januar. Der Abgeordnete Guy esse, Ehrenmitglied des Vereins französischer Eisenbahn-Mechaniker, die, wie bereits gemeldet, in einer Stärke von 5000 bis 6000 Mann der Liga der Vaterländischen beigetreten find, I erklärt in einem Briefe an den Präsidenten seinen Aus- I tritt, da er nicht zugeben könne, daß sein Name an der Seite gewisser Persönlichkeiten, die auf eine so eigentümliche Art ihre Ehrfurcht vor der Gerechtigkeit bekundet haben, I genannt werde.
Paris, 11. Januar. Der Eindruck der Cayenner De- I pesche mit den Aussagen Dreyfus bei dem Publikum ist I der erwartete. Den Dreyfus-Freunden bietet sie keinerlei Ueberraschung, die Nationalisten thun die Aeußerung mit I Schlagworten ab, wie z. B. eingedriüte Lektion, Verständi- I gung, geheime Korrespondenz. Die Zeugen-Vernehmung I vor dem Kassationshofe soll noch 10 Tage dauern. Dann übernimmt Macau die Leitung der Revisions-Verhandlungen.
Paris, 11. Januar. Die Kammer wählte gestern De sch an e l wiederum zum Präsidenten. Die Niederlage I Brissons war vorauszusehen. Er hatte auch nur des I Prinzips halber kandidiert. Gegen ihn stimmten sowohl die politischen Anhänger Deschanels, also das Zentrum und die Ralliirten wie auch die Gegner der Revision, also die I Rechte, die Antisemiten, die Nationalisten und einige I Radikale.
Paris, 11-Januar. Wie aus sehr zuverlässiger Quelle I verlautet, finden augenblicklich zwischen den Kabinetten von I Washington und Paris Verhandlungen statt, deren Endziel gegen England gerichtet ist. Die Washingtoner Staats- I männer sind ebenfalls der Ansicht, daß es unerläßlich sei, I für die Vereinigten Staaten sowohl als auch für Europa, I zu verhindern, daß England in Aegypten dauernd Fuß fasse.
London, 11. Januar. Im Auswärtigen Amte werden lalle Alarm-Nachrichten über die angeblich verschlechterten Beziehungen zu Frankreich als unbegründet bezeichnet, vielmehr versichert, daß ebenso tote bei der Faschoda-Frage auch in den noch schwebenden Streittg- keiten ein Ausgleich im Wege ruhiger Auseinandersetzungen I erfolgen wird.
Madrid, 11. Januar. Die Meldung, Sagasta habe nach einer Audienz bei der Königin-Regentin das Bestehen einer Kabinets-Krisis bestritten und erklärt, daß eine solche Krisis erst beim Zusammentritt der Cortes möglich werden dürfte, wird hier mit Mißtrauen aufgenommen. Man glaubt vielmehr, daß Sagasta seiner Gepflogenheit gemäß den ihn ausfragenden Journalisten auf eine falsche Fährte leiten wollte.
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erfundenen lichtelektrischen Telegraphie gemacht, welche, wenn sie sich praktisch bewährt, das Telegraphieren auf weit größere rntf, Distanz ermöglichen würde, wobei außerdem noch der Vorteil besteht, daß das Depeschengeheimnis gewahrt werden kann, was bei Marconi nicht der Fall ist. Die Elektrochemie hat in diesem Jahre große Fortschritte gezeitigt, besonders in der Reinigung der Metalle von anderen Bestandteilen. In Amerika sind Fabriken errichtet worden, in welchen täglich 1150 Kilogr. Silber und jährlich 2040 Kilogr. Gold auf elektrolytischem Weg gewonnen werden. Die meisten Erfolge hat die Elektrotherapie aufzuweisen. Ob die Wirkung der lichtelektrischen Bäder den Wärmestrahlen oder den Lichtstrahlen oder beiden zusammen zuzuschreiben ist, darüber «erden jetzt an der Wiener Poliklinik durch Professor
* lieber die Einwirkungen der Winterkälte auf die B ä u m e i in verschiedenen Lagen sind in den letzten Jahren gniaue Messungen angestellt worden, und haben dieselben die That- sache ergeben, daß die Bäume in südlichen Lagen an der Südseite der Stämme ganz gewaltige Temper^ur chwankungen auszuhalten haben und dadurch Frostbeschadigungen viel mehr ausgesetzt sind als die Bäume m nördlich en Lagen. Die genauen Zahlenangaben über die mteressanten Messungen enthält die neueste Nummer des praktischen Ratgebers, die Interessenten gern kostenlos vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. O. zugeschickt wird
* Ein Restaurant für Damen ist der „Berliner Böllen- zeilung« zufolge am Nenjahtstage in^openfcageneröffne mneben ’ Vier mutige Frauen haben die neue Wirtschaft etTweriÄtet und sich dazu -Mschlosl-n. di- Seüung be« «a- bliffements selbst in ble H°nd ,u nehmen. S e haben eine perfekte Köchin als „chef de cuisine“ angestellt und hoffen, durch zahlreiche Zuschriften aus Damenkreisen ermutigt, auf eine gedeihliche Weiterentwickelung ihre» Unternehmens.
* In einem Berliner Briefe der „Straßb. Post wird auf eine Erscheinung aufmerksam gemacht, die seit einigen Jahren beobachtet werde: „Die Zahl derjenigen Franzosen, die Deutschland zu längerem oder kürzerem Aufenthalte oe- suchen, hat erheblich angenommen. Wir erinnern uns noch der gar nicht weit entlegenen Seit, wo den meisten Franzosen eine Reise ober gar ein längerer Aufenthalt tn Berlin als ein sehr bedenkliches Wagnis erschien. Man traute sich wohl nach Köln oder Frankfurt, aber darüber hinaus ging nur, wer „dreifaches Erz um die Brust" hatte. Was den Franzosen in der wilden Stadt Berlin widerfahren sollte, das wußte wohl keiner so recht anzugeben, aber man traute eben dem Frieden nicht und meinte, daß
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Eitervergiftung
Krebs des Magen« 1 (1)
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Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
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>kt ( „?’«» die 'Weit wurde 1 iWere $er; e ,n die Klinik ten des Barv- veitcr in ost, und bräunt 'd'g nach dem von Süden Die Witterung ” heiter, teils »Nationen sind M gestiegen, erft noch ziem« mit zeitweisen
Gingesandt.
Gieße», 11. Januar 1899.
Es hat eine Zeit gegeben, da war es besonder« vornehm, recht spät zu kommen. Diese Zeit ist zwar längst geschwunden, aber nicht das Zuspätkommen, dagegen haben bisher Litten und Elferungen gleichwenig genützt. Wenn nur die Säumigen darunter litten, würde jede Aufregung hierüber höchst überflüssig sein, leider aber ist das Gegenteil der Fall. Der Pünktliche, der rechtzeitig seinen Platz einnimmt und gespannt der Dinge harrt, die da kommen werden, wird in letzter Minute und darüber gestört, manchmal sogar recht nachdrücklich, insbesondere, wenn er empfindsame Füße hat Die Zuspätkommenden möchten wir übrigens hiermit ganz vertraulich darauf aufmerkfam machen, daß die Pünktlichen, mit entschuldbarer Schläue, sehr häufig die nicht feststehenden Stühle zu ihren Gunsten verrücken und den Nachzüglern, den, ihnen zukommenden ohnehin fchon knapp bemessenen Raum noch mehr verkümmern. Läg' es daher nicht im eignen Intereste, den Spieß 'mal umzukehren? Wer nun aber absolut den Anfang versäumen muß oder will, der möge dann wenigstens die Güte haben, das Aufsuchen seine« Platzes in die erste Pause zu verlegen.
Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle inMeßm.
1. Woche. Vom 1. Januar bis 7. Januar 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24100 (incl. 1600 Mann Militär).
Sterbltchkeitsziffer: 8,63, nach Abzug der Ortsfremden 4,31 Q/ro
Kinder
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1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr
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Winternitz umfangreiche Versuche angestellt. Die Röntgen- i Strahlen haben sich durch die Verbesserung der Crooke'schen Röhren als besonders erfolgreiche Heilfaktoren bei Lupus und Haut-Tuberkulose erwiesen. Die schädliche Wirkung der Strahlen auf die gesunden Hautstellen hat Professor Niels Findsen in Kopenhagen dadurch beseitigt, daß er ein gewisses farbiges Licht in den Strahlen abzulenken vermag. Seitdem haben sich die Röntgen-Strahlen auch als tätlich für die Bakterien erwiesen und werden bereits im Münchner hygienischen Institute als Desinfektionsmittel angewendet. Aus Frankreich wird sogar neuestens gemeldet, daß die Em- ■ Wirkung des elektrischen Lichtes auf und durch den Körper sich als sehr heilsam für gewisse Krankheiten erwiesen hat. In der Beleuchtungs-Elektrizität sind noch zu nennen die neuen Glühkörper von Nernst und Auer, die sich durch große Lichtstärke auszeichnen sollen._____________
Mteratur, Wissenschaft und Kunst.
- Da« Jahr 1899 wird zwei litterariscke Ereignisse von außergewöhnlicher Bedeutung bringen: zwei neue Romane von den beiden größten Romanschrtststrllern der Gegenwart. Graf Leo Tolstoi, der seit „Anna Karenina" bisher kein größeres episches Werk mehr veröffentlicht hatte, hat vor kurzem einen Roman mit dem Titel [ „Auferstehung" vollendet, der demnächst erscheinen wird und nach zuverlässigen Mitteilungen an tiefem Gehalt, Frische der Empfindung, großartigem Realismus und hinreißender Darstellung den beiden früheren Romanen Tolstojs nicht« nachgiebt. Gleichfalls bald zu erwarten ist der Roman, den Emile Zola, der große Dichter und beldenbafte Anwalt der Wahrheit, in der St-lle und Abgeschiedenheit seine« Exil« schreibt und dem die ganze gebildete Welt mit gespanntem Interesse entgegensieht. Diese beiden Romane wird die Zeitschrift Aus fremden Zungen*, das bekannte Organ für die moderne Erzählungslitteratur des Auslandes, in ihrem soeben begonnenen neunten Jahrgang ihren Lesern tn deutscher Uebersetzung darbieten, neben einer Reihe anderer intereffanter Werke der gesamten ausländischen Liiteratur. Das soeben auSgegebcne erste Heft deS neuen Jahrgangs enthält das neueste Werk Pierre Lotis: „Seemann (a. d. Französischen), die Erzählungen „Maler Figge* von G. Norden- savn (a. d. Schwedischen), „DaS Geheimnis" von Matrlde Serao (a. d. Italienischen), „Ghetto-Idylle" von W. F-ldmann (a. d. Polnischen), „Ein Dickschädel" von D. O-stergaard (a. d. Dänischen), drei Gedichte von Björnstjerne Björnson (a. d. Norwegischen) und eine Anzahl kleiner lilterarischer Artikel. — Von „Au« fremden I Zungen" erscheinen allmonatlich 2 Hefte k 50 Pig- Das etfte Heft I sendet jede Buchhandlung auf Verlangen zur Ansicht ins HauS.
SchLffrnachrichterr.
Der Postdampfer „Noordland" der -Red Star m AM - wrrpen ist laut Telegramm am 7. Januar wohlbehalten in New- York «ngkkommen.__
Verkehr, Land- und Volkswirtschaft-
Giekeu, 11. Januar. Der gestrige erste Viehmarkt im neuen Jahre zeigte einen außergewöhnlich großen Auftrieb. Es standen zum Verkauf mehr wie 1800 etfid
250 Stück Fahrochsen und einige hundert Kälber. Der Austrieb auf dem Schwetnemarkt war weniger zahlreich. Die Witterung trug wesentlich dazu bei, daß der Rindviehmarkt einen so großen Auftrieb hitte, indem Vieh aus dem höheren Vogelsberg sonst um diese Jahreszeit, des schwierigen Transportes wegen, nicht zu den Gießener Märkten gebracht wird. Der Handel in Ochsen war sehr flau, well die Landwirte mit dem Ankauf von Zugvieh noch zurückhalten. Ganz schwere« Gangvieh, welche« verhältnismäßig am Markt vertreten war, war nicht unterzubringen, während Handelsware zu gerade nicht sehr hohen Preisen vertäust wurde Auch der Kälberhandel ließ zu wünschen übrig, obwohl gegen sonstige Märkte keine große Anzahl vorhanden war. Für Wiesbaden und Frankfurt a. M. wurden fchwere Kälber in Partien angekauft. Die Preise für Milchkühe warm tn der gewohnten Höbe, und ging der Handel in dieser W«" überaus flott Die Milchproduzenten haben seit Wochen versucht, die Preise ür tragende und frischmelkende Kühe herunter zu drücken, es war dies Beginnen aber vergeblich, da die Verkäufer wissen, daß die Ware gebraucht wird und mit der Thatsache rechnen, daß im Lande nicht soviel Vieh gezüchtet wird, um den Bedarf an Milch zu decken, und da die Zufuhr von ausländischen speziell Holländer Kühen unterbunden ist, so rechnen die Händler auf ein weitere-Steigen der Preise für Milchvieh. Die erzielten Preise stellten sich wie folgt: Schwere Milchkühe 525-550 Mack, erste Qualität 450 - 500 Mark,


