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Bürgerversammlung mit ihrem Vertrauen ausgestatteten Wahlmänner, Bürgermeister Leun, Lehrer Bach und Gastwirt L. Keßler V. aus der heutigen Urwahl als gewählt hervorgingen.
Verhandlungen Ausdruck. — Die Annahme der Vorlage er- I folgt einstimmig.
Von den Gesuchen um Erlaubnis zum Wirtschafts- I betrieb werden durch Bejahung der Bedürfnisfrage hin- I sichtlich des Branntweinausschanks befürwortet: 1. das Ge- I such des Herrn Karl Rühl für das Haus Ludwigstraße 6, 2. das Gesuch des Herrn Karl Schmidt für das Haus I Riegelpfad 39, 3. das Gesuch des Herrn Heinrich Berndt für den Anbau des Hauses Bahnhofstraße 34, 4. das Gesuch des Hern Karl Schulze für das Haus Frankfurter Straße 23, 5. das Gesuch des Herrn Karl Pfeifer für das Haus Bleichstraße 5. Das Gesuch des Herrn Karl Reh um Erlaubnis zum Ausschank von Flaschenbier im GlaS im Hause Wagengasse 7 wird unter der Bedingung befürwortet, daß Gesuchsteller das Lokal den polizeilichen Anordnungen entsprechend herrichtet. Nicht befürwortet werden die Konzessionsgesuche der Herren Friedrich Co st (Rodheimerstraße) und Louis Lüter (Wolkengasse), weil hier wegen der großen Anzahl in Nähe der Gesuchsteller I befindlichen Wirtschaften ein Bedürfnis nicht anerkannt wurde. I
Ueber den folgenden Punkt der Tagesordnung: Erlaß I eines Ortsstatuts über den Betrieb von Wirt- I schäften, referiert Herr Beigeordneter Wolffs. Er brachte I zunächst eine Eingabe des Vereins der Gastwirte von Gießen und Umgebung zur Kenntnis der Versammlung, in welcher eingehend die Schäden und Mißstände dargelegt sind, welche I sich aus der unbeschränkten Vermehrung der Zahl der Gastwirtschaften ergeben. Die Eingabe gipfelt in dem Gesuch, | es möge ein Ortsstatut erlassen werden, nach welchem die Genehmigung zum Betrieb einer Wirtschaft vom Vorhandensein des Bedürfnisses abhängig sein soll. Auch der Oberhessische Verein für innere Mission hat sich dem Vorgehen des Gastwirtevereins angeschlossen, lediglich unter Hinweis auf die großen sittlichen und sozialen Gefahren, welche durch die übermäßig gebotene Gelegenheit zum Trinken entstehen. Nach dem Ergebnis einer von der Stadt Dortmund veranstalteten Enquete gehört Gießen auch zu den Städten, in denen die Zahl der Wirtschaften im Verhältnis zur Einwohnerzahl recht groß ist; aus der Enquete geht ferner hervor, daß in Städten, welche ein Ortsstatut er- | lassen haben, die Verhältniszahl der Wirtschaften zur Einwohnerzahl eine günstigere ist. Die zur Prüfung der Bedürfnisfrage bezüglich des Ausschanks von Branntwein eingesetzte städtische Kommission hat den Erlaß eines OrtS- statuts beantragt, dessen 1. Paragraph bestimmt, daß in der Stadt Gießen die Erlaubnis zum Betriebe einer Wirtschaft von nicht vorübergehender Dauer nur dann zu erteilen ist, wenn ein Bedürfnis hierzu nachgewiesen ift Das Statut soll sofort in Kraft treten und versuchsweise auf die Dauer von 3 Jahren erlassen werden. — In der folgenden Debatte fragt Herr Haubach an, ob mit dem Erlaß des Statuts sich die bisher bei jedem Konzessionsgesuche zu beantwortende Frage wegen des Ausschanks von Branntwein erledige. — Herr Krumm glaubt nicht, daß durch Einschränkung der Zahl der Wirtschaften auch die Trinkerei eingeschränkt wird. Er bezeichnet den Antrag des Gastwirtevereins lediglich als einen Versuch der Wirte, sich die Konkurrenz vom Halse zu schaffen. Stimme man dem Anträge zu, so gebe man damit ein Stück unserer Gewerbefreiheit preis. Seiner Meinung nach würde schon der mit dem 1. Januar erhöhte Urkundenstempel der Vermehrung der Wirtschaften Einhalt thun. Er werde gegen das Statut stimmen. Die Wirte sollten sich gegen die Brauereien wenden, die durch Neugründung von Wirtschaften ihren alten Sunden das Leben sauer machten. — Herr Kirch ist für den Antrag des Gastwirtevereins und empfiehlt, mit einem Ortsstatut einen Versuch zu machen. Er betrachte das jetzige Verfahren, in welchem immer erst die Bedürfnisfrage bezüglich des Ausschankes von Branntwein erörtert werden müsse, als mißständig. — Herr Schmal! spricht sich ebenfalls für den Kommissionsantrag aus, und nimmt den Verein für innere Mission gegen Herrn Krumm in Schutz; der Verein habe nicht nur zum vorliegenden Statut Stellung genommen, sondern suche schon seit Jahren nach Mitteln, um den drohenden Gefahren des Wirtshauslebens zu begegnen. — Herr Beigeordneter Wolff entgegnet Herrn Krumm, daß die Wirte nicht begünstigt, sondern nur in vorhandene Mißstände eingegriffen werden solle; die Gewerbefreiheit werde damit nicht gefährdet. — Herr Jug- hardt ist für den Kommissionsantrag, es sei Zeit, der Ueberhandnahme.der Wirtschaften entgegenzutreten. — Herr Oberbürgermeister Gn auth erklärt, er sei anfänglich gegen ein Ortsstatut gewesen; heute sei er dasür, nachdem die Ergebnisse der Dortmunder Enquete vorlägen; mit einem Statut sei Gelegenheit zur Reduktion der Schankstellen gegeben, die Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke fei da günstiger, wo die Gelegenheit zum Trinken nicht so häufig sei. Die Thatsache, daß gerade die Gastwirte die Anregung zum Erlaß eines Status gegeben, könne ihn nicht abhalten, für den Kommissionsantrag zu stimmen. — Nach der Beantwortung einer weiteren Frage des Herrn Krumm, ob auch die Fabrikkantinen und die Konsumvereine unter die Bestimmungen des Statuts fallen, wird zur Abstimmung geschritten. Dieselbe ergab Annahme des Kommissions- antrags. Gegen denselben stimmten die Herren Dr. Fuhr, Krumm, Leib und Loos.
selbe hat mit dem 1. November er. sein neues Amt an- I getreten. L _ I
•• Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot geborenen, betrug in der Woche vom 22. bis 28. Oktober | in Mainz 19, in Darmstadt 17, in Offenbach 18, in Worms 6 und in Gießen 3, zusammen 63, darunter 14 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 12, Darmstadt 12,7, Offen- I bach 22, Worms 8,3 und auf Gießen 6,3. — Die Todesursache anbelangend, verstärken an Masern 2 I (Worms), an Scharlach 1 (Darmstadt), an Keuchhusten 1 (Darmstadt), an Unterleibstyphus 1 (Gießen), an I Diarrhöe und Brechdurchfall 4 (3 in Mainz und 1 m I Worms), an Lungenschwindsucht 6 (je 1 in Mainz und I Worms, 4 in Offenbach), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 9 (2 in Mainz, je 3 in I Darmstadt und Offenbach, 1 in Worms), an Gehirn- I Apoplexie 2 (je 1 in Darmstadt und Offenbach), an sonstigen Krankheiten 33 (12 in Mainz, 10 in Darmstadt, I 8 in Offenbach 1 in Worms und 1 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (je 1 in Mainz, | Darmstadt und Offenbach).
** Zu Amerika verstorbene Hessen. New-Jork Frau I Elisabetha Beyhl, geb. Friedrich, 70 Jahre alt, aus Hahnheim. Cleveland, O., Georg V. Muth, 65 I Jahre alt, aus Worms. Newark, N. I., Bern Hard ine Winkler, geb. Schaidler, 77 Jahre alt, aus Westerburg, Nassau. Glaßboro, N. I., Witwe Anna Maria Kübler, geb. Helmling, 74 Jahre alt, aus Westhofen. Wilkesbarre, Pa., Stephan Haas, 65 Jahre alt, aus
I Burkhards. Springfield, Jll., Johann Grebe, 73Jahre I alt, aus Biedenkopf. Delphos, O., vr. Heinrich P.
s Wagner, 76 Jahre alt, aus Wendelsheim. Custer City, Idaho, Martin Thomas, 75 Jahre alt, aus Hennigerode. Minneapolis, Minn., Philipp Beckenbach, 79 I Jahre alt, aus Wiesbaden. St. Louis, Mo., Christ. I Haase, 69 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Cedar Falls, Ja., Jakob Knoche, 55 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt. South-East-Hope, Can., Jost Hainbuch, I 93 Jahre alt, aus Grebenau (Nassau). Tavistock, Can., Adam Schäfer, 55 Jahre alt, aus Heidelbach. Ebenva- selbst, Heinrich Schmidt, 74 Jahre alt, aus Hatterode. Trenton, N. I., Friedrich Walter, 61 Jahre alt, aus
I Melsungen.
△ Vom Lande, 9. November. Die leidige Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh und den Schafen hat sich in diesem Herbste in geradezu beunruhigender Weise ausgebreitet. Fast gleichzeitig ist die Krankheit in den ver- I schiedenen Teilen des Landes zum Ausbruch gekommen. Namentlich die kleineren Landwirte des Vogelsbergs sind dadurch empfindlich geschädigt. Trotz der günstigen Witterung konnte die Bestellung des Feldes nicht vorgenommen werden, und durch das Verbot der Viehmärkte waren vielfach die | Leute nicht in der Lage, das zum Verkauf bestimmte Vieh I abzusetzen. Auch die Milchlieferung muß unterbleiben, was für manche Landwirte einen ganz erheblichen Einnahme- I ausfall bedeutet, der gerade jetzt vor Martini umso schwerer I ins Gewicht fällt. .
-h Großen Liuden, 9. November. Ein schönes Beispiel I von Selbstüberwindung bot die gestrige Urwahl zum I Landtage in unserer Gemeinde. Unsere Wähler, die sich sonst zwei großen politischen Parteien, der antisemitischen I Reformpartei und der sozialdemokratischen Partei, anschließen, I gewannen den gewiß anerkennenswerten Sieg über sich, für die Kandidatur eines sich nicht direkt zu einer Partei bekennenden Mannes aus ihrer Mitte einzutreten. Am vorigen Montag fand eine Büigerversammlung statt, die von Anhängern der beiden politischen Parteien stark besucht war. Da fanden sich die Bürger in dem Gedanken zusammen, einmal die Zinne ihrer Partei zu verlassen und einen Mann aus ihrer Mitte, Herrn Bürgermeister Leun, als gemeinsamen Kandidaten aufzustellen. Was konnte aber die Bürgerversammlung bewegen, ihre sonst heiß verteidigten Partei- I standpunkte aufzugeben und ihren gemeinsamen Kandidaten zu empfehlen? Mußten sie sich nicht darauf gefaßt machen, daß ihnen ihre Partei den Vorwurf der politischen Lauheit I und Verletzung der Parteiinteressen machen würde? Daß sie sich dieser Mißdeutung ihrer Handlungsweise überhaupt auszusetzen wagten, beweist nur, daß sie sich darin sicher waren, ihre Parteiinteressen nicht verletzt zu haben. Denn I sie sahen ein, oder vielmehr sie wußten es aus der 16jährigen öffentlichen Wirksamkeit des Herrn Bürgermeisters Leun, daß keine Partei bei dieser Einigung zu kurz kam. Unsere Gemeinde, die, wie ja auch die Parteien beweisen, nahezu je zur Hälfte sich aus Landwirten und Arbeitern zusammensetzt, hätte schon allein ein einseitig parteiisches Oberhaupt 16 Jahre lang nicht ertragen. Herr Bürgermeister Leun verdankt sein Ehrenamt in der Gemeinde nicht dem Siege einer Partei, sondern der einstimmigen Wahl der Bürger. Dies beweist, daß Landwirte und Arbeiter ihre Interessen gleichgut aufgehoben wissen in den Händen ihres Vertrauensmannes. Das Vertrauen, das sie ihm also schon 16 Jahre für die kleineren, aber manchmal tief einschneidenden Verhältnisse der Gemeinde schenkten, glaubte die Bürgerversammlung ihm auch in demselben Maße für die größeren Verhältnisse des Landes entgegenbringen zu können. Sie stellte keinen Mann der Zukunft auf, von dem man die Erfüllung etwaiger Wahlversprechungen erst erwarten muß, sondern einen Mann der Vergangenheit, der seine lange öffentliche Wirksamkeit sprechen lassen konnte, die die all- I gemeine Zufriedenheit öfters widerstreitender Jnteressegruppen sich erworben und Jahre lang behauptet hat. So konnten sich beide Parteien vereinigen und für ihren Mann em» I treten, der, aus dem Wahlkreise Gießen-Land stammend, fähig ist, die Interessen seiner Wähler thatkrästig und sachkundig nach jeder Richtung zu vertreten. Und so können I wir das erfreuliche Resultat berichten, daß die von der
Kokales und UrovinsteUes.
♦ Gießen, den 10. November.
Personalien. An Stelle des Herrn Rechnungsrates Ihrig, welcher zum Bankdirektor der Genossenschaftsbank in Darmstadt gewählt wurde, ist als Generalsekretär des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften zu Offenbach a. M. Herr Dr. phil. C. Neumann aus Stiel, bisher Wanderlehrer für landwirtschaftliches Genoffenschaftswesen in Schleswig-Holstein, berufen worden. Der-
Jeder Dame gefallen
versenden^franeo DailZ & CO., BOlM 822
Grrichtssaal.
Darmstadt, 9. November. Ein Fall unschuldiger Verurteilung gelangte dieser Tage durch Entscheidung der Strafkammer Ersten Großh. Landgerichts dahier zur endgiltigen Erledigung. Es liegen demselben uach dem „T. A." folgende thatsächlichen Vorkommnisse zu Grunde: „In der Nacht vom 7. zum 8. Juni v. I. war bei dem Kunst- und Handelsgärtner Otto Müller dahier, Erbacherstrahe wohnhaft, ein frecher Einbruchsdiebstahl verübt worden. Als einer der mutmaßlichen Thäter war der 27 Jahre alte Schreiner Georg H. von hier, geboren zu Gernsheim verhaftet worden. Am 28. Juli v. I. fand vor der Ferienstraskammer die Hauptverhandlung statt, die mit der Verurteilung des Angeklagten H. zu 4 Jahren Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren und dem Spruch auf Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht endete. — In dem Urteil war festgestellt worden, daß die Diebe in der fraglichen Nacht um 3 Uhr etwa über die die Hofraite des Gärtners Müller umgebende Mauer gestiegen, durch das halb offen stehende Abortfenster, welches von ihnen gewaltsam völlig geöffnet worden war, in den Abort und von hier aus mittels Abschraubens der Thüre in das Innere des Hauses gelangt waren. Auf dem Vorplatze fanden sie den Schlüssel zur Ladenthüre. Nachdem sie dieselbe hiermit geöffnet hatten, erbrachen sie die Ladenkasse und nahmen deren Inhalt, etwa 50 bis 60 Mk., an sich. Alsdann begaben sie sich auf den Vorplatz zurück und brachen die Thüre des daselbst stehend, n Kleiderschrankes auf. Durch den lauten Krach war Müller auf die Diebe aufmerksam geworden; er stieg auf und kam gerade hinzu, wie sie sich an dem Schrank zu schaffen machten. Als sie seiner ansichtig wurden, nahmen sie schleunigst Reißaus unter Mitnahme des Geldes, eines Koffers und einer weiteren Anzahl gestohlener Gegenstände. Hausthüre und Hofthor hatten die Diebe bereits geöffnet, um sich bei einer etwaigen Verfolgung den Rückzug zu sichern. Diese Vorsicht kam ihnen nun zustatten. Der gestohlene Koffer mar bald nachher mit einem Teil der gestohlenen Sachen auf einem benachbarten Acker wieder gefunden worden. Die Verurteilung des Schreiners Georg H. erfolgte hauptsächlich auf Grund der Zeugen-Aussage des Gärtners Müller, welcher mit voller Bestimmtheit unter Eid behaup« tete, er habe den ihm bekannten Schreiner H. im Scheine des Lichtes erkannt. Dazu kam noch, dah der Angtklagle eines so schweren Verbrechens für fähig erachtet werden konnte; denn er war bereits wiederholt von der Strafkammer des L-ndgertchis dahier wegen Diebstahls bestraft worden, insbesondere 1893 wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfall mit 3 Jahren Zuchthaus und 1896 wegen einfachen Diebstahls mit 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus. So wurde denn H. diesmal abermals des fchweren, im strafrechtlichen [ Rückfall verübten Diebstahls nach SS 242, 243 und 244 deS R.-Str.- G.-B. für schuldig befunden und zu den oben erwähnten Strafen I verurteilt, und zwar diesmal unschuldig verurteilt. Müller hatte sich in der P-rson geirrt: Zum Glück für H. stellte sich seine Unschuld bald heraus, da die wirklichen Thäter ermittelt wurden und die That eingestanden. Unsere Leser werden sich gewiß noch erinnern, daß vor einiger Zett — etz war im Mar d. I. — von der Strafkammer II dahier eine Bande abgeurtetlt wurde, welche sich in der Gegend von Frankfurt arbettölo« umbergetrteben und Verbrechen auf Verbrechen gehäuft hatte. In der Nähe von Neu-Isenburg hatte dieselbe unter freiem Himmel ein Lager, welches den Mittelpunkt ihcer ganzen verbrecherischen Thäligkett bildete, ihre Schlafstätte und Aufbewahrungsort für die gestohlenen Sachen rc war; von hier aus hatten sie dte Umgegend unsicher gemacht. Vier Mitglieder dieser Bande, nämlich der Schlosser Emanuel Josef G e i l i n g von Frankfurt, der Bäcker Johannes Peter S ch ü l l von Lengfurt, der Cementarbeiter Paul Röhner aus Gotha und der Musketier I Karl Heinemann, halten auch den in Frage stehenden Einbruchs- dtebstahl bedangen. Dieselben erhielten unter Einbeziehung einzelner I bereits ausgesprochener Strafen: Elfterer 9 Jahre 11 Monate, Scküll 11 Jahre 1 Monat, Röhner 10 Jahre 3 Monate Zuchthaus. Heine- I mann war vom Gouoernementsgertcht zu Mainz gleichfalls abgeurteilt worden. H. war schon kurze Z it nach seiner Verurteilung mit Genehmigung Großh Ministeriums der Justiz, ohne daß das Wteder- I aufnahmeverfahieu zu seinen Gunsten abgeschlossen war, einstweilen I aus der Strafhaft entlassen worden, nachdem dte obengenannten I wirklichen Thäter dte That eingeffanden hatten. Nunmehr ist H. im
Wiederaufnahmeverfahren ohne Erneuerung der Hauptoerhandlung I freigesprochen, und es ist ihm eine Entschädigung wegen seiner un- schuldigen Verurteilung zugesprochen worden.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vom 8. November.
Wechsel auf New-York zu 4.191/2-201/?.
Prämien auf Kredit per ult. November 1,50'7 , do. per ult. I Dez. 3.—°/ , Diskonto Koinmandit per ult. Nov. 1.10"/ , do. per I ult. Dez. 2.35%, Lombarden per ult. Nov. 0.60%, do. per ult. Dez, | 0.95 /o, Sfaatsbahn per ult. Dez —.—%.
Notierungen: Kreditaktien 231.40, Diskonto - Kom- I mandit 191-90.80, Staatsbahn 142.40-30, Gotthard 143.—, Lom- I barden 32.40, Ungar. Goldrente 97.80, Italiener 92.70, Gprozentige I Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.85, Oesterr. Coupons 84Vs, I Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5% /o B-
li/4 bis 2% Uhr: Kredit 231.30-230-70, Diskonto Kommandii I 191.80-70, Staatsbahn 142.20-142 Lombarden 32.40.
Kartoffeln.
Magdeburg. Eßkartoffeln 450 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. - Stettin. Kartoffeln 3.20 bis 3.80 Mk. für 100 Kilo. - Nordhausen. Kartoffeln 4.50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln 1.00 Mk. für 20 Liter. — Freiburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. Offenburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. — Karlsruhe 0.80 Mk. für 20 Liter. — Mannheim. 3.50 bis 4.00 I Mk. pro Ctr. — Ludwigshafen. 2.80 bis 3.30 Mk. pro Ctr.
Frankenthal. 5.00 bis 6.00 pro 100 Kilo. - Landau. 3.00 Mk. I pro Ctr. — Neustadt. 2.55 bis 2.65 Mk. pro Ctr. — Stuttgart. I 2.80 bis 3.00 Mk. pro Ctr.
Heu und Stroh.
Berlin. Richtstroh, höchster Preis 4.16 Mk., niedrigster Preis 4 00 Mk. Heu höchster Preis 7.30 Mk., niedrigster Preis 4.20 für 100 I Kilo — Köln. Heu 6.00 bis 8.00 Mk., Krummstroh 2.10 Mk., Maschinenstroh 3.10 Mk., Richtstroh 3 70 Mk. für 100 Kilo. - Magdeburg. Richtstroh 3.50 bis 4.00 Mk., Krummstroh 2.50 bis 3.00 Mk., Heu 6 00 bis 7.00 Mk, alles pro 100 Kilo. — Nordhausen. Heu 5 00 bis 6 00 Mk., Richtstroh 2.50 bis 3.00 Mk. für 100 Kilo. — I Halle. Sämtliche Preise gelten für 100 Kilo, und zwar bei Partien I frei Bahn hier, bei einzelnen Fuhren frei Hof hier. Roggenlangstroh (Handdrusch) 2.80 bis 8.20 Mk., Maschinenstroh (Roggenstroh) 2.00 bis I 2 50 Mk. Weizenstroh 1.70 bis 2.00 Mk., Wiesenheu, hiesiges oder Thüringer, beste Sorten 6.50 bis 7.50 Mk. — Nürnberg. Heu 6.20 bis 8.00 Mk., Stroh 3.40 bis 4.00 Mk. für 100 Kilo. — Breslau. I Heu 0.00 bis 0.00 Mk. für 100 Kilo, Stroh 0.00 Mk. das Schock- — Würzburg. Heu 5.00 bis 6.00, Stroh 3.40 bis 3.60Mk. für 100 Kllo. — Karlsruhe. Heu 7.00 Mk., Stroh 0.00 Mk. für 100 Kilo. — Offenburg. Heu 4.60 Mk., Stroh 3.40 Mk. für 100 Kilo. — Freiburg. Heu 6.00 Mk., Stroh 4.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz Leu 7.00 Mk., Stroh 4,40 Mk. für 100 Kllo. — Mannheim. Stroh pro Ctr. 1.75 bis 2.30 Mk., Heu pro Ctr. 3.00 bis 3.50 Mk.


