Ausgabe 
11.8.1899 Erstes Blatt
 
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10. August 1899.

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Dünsbergturm. Sonntag den 13. August, morgens 9 Uhr, findet die feierliche Grundsteinlegung zum Turmbau statt. Freunde und Förderer der Sache sind hierzu freundlichst eingeladen. Man fährt am zweckmäßigsten um 7 Uhr 20 Min. mit der Bieberthalbahn nach Bieber und gelangt von da unter wegekundiger Führung zur rechten Zeit aus die Spitze des Berges. Für einen kühlen Trunk ist gesorgt. Eine große Feier ist nach Vollendung des Turmes im Herbst in Aussicht genommen. Liebenswürdiger­weise hat sich die Direktion der Bieberlhalbahn bereit finden laßen, einen 12 Uhr 45 Min. von Bieber abgehenden Zug nach Gießen einzulegen, sodaß es allen Teilnehmern ermög­licht wird, zu Mittag wieder daheim zu sein.

* * Radsport. Der Gau 9 des Deutschen Radfahrer- Bundes veranstaltete am vergangenen Sonntag eine Gau­fahrt nach Oppenheim, welche sich einer sehr guten Beteiligung zu erfreuen hatte und einen schönen Verlauf nahm. Von feiten der Vereine des Nordbezirks war nur der Gießener Radfahrer-Verein 1885 vertreten. Anschließend hieran bemerken wir noch, daß der Gießener Radfahrer- Verein 1885 ähnlich dem Gau 9 des D. R. B. sich zur schönsten Aufgabe gestellt hat, die Pfiege des gemeinschaft­lichen Tourenfahrens und in Abwechslung seiner jeden Sonntag stattfindenden Vereinstouren am 20. August ein größeres Wald fest am Ludwigsbrunnen abhält.

* * Arzneirechnungen. Mit dem 9. dss. Mts. tritt im ganzen Großherzogtum Hessen das neue Gesetz wegen der Haftverbindlichkeit der Gemeinden in Bezug auf nichtbezahlte Apothekerrechnungen in Kraft. Nach diesem Gesetz dürfen Apotheker die Abgabe der von einem approbierten Arzte schriftlich verordneten Arzneimittel an im Großherzogtum wohnende Personen auch dann nicht ver­weigern, wenn die Bezahlung nicht sogleich erfolgt. Für Gemeinden mit geordneter Armenpflege, z. B. in Mainz, kann diese Bestimmung außer Kraft gesetzt werden.

* Mit großer Geschwindigkeit nimmt, wie der neueste vom Reichs-Versicherungsamte aufgestellte Ausweis über die am 1. Juli d. I. laufenden Invaliden- und Altersrenten zeigt, der Ueberschuß der erstern über die letztern zu. Noch im vorigen Jahre überwog die Zahl der laufenden Altersrenten die der Invalidenrenten, und jetzt ist das um­gekehrte Verhältnis fast schon in dem Maße eingetreten, daß die letztern zu den erstern wie 3:2 stehen. Es wird richt lange dauern, dann wird die Zahl der Invalidenrenten die der Altersrenten um das Doppelte übersteigen, was um so wahrscheinlicher ist, als die Zahl der laufenden Alters­renten immer noch einen Rückgang gegen frühere Termine zu verzeichnen hat. Bei einer solchen Sachlage bedarf es wohl keiner weitern Rechtfertigung, wenn das neue, am 1. Januar 1900 in seinem ganzen Umfange in Kraft tre­tende, diese Rentenzahlungen verbürgende Gesetz den Namen Invaliden Versicherungs-Gesetz erhalten hat, während das noch in Geltung befindliche, aus dem Jahre 1889 stam­mende Gesetz die Bezeichnung Jnvaliditäts- und Alters- Versicherungs-Gesetz führt. Die Jnvaliden-Versicherung wird bei diesem Versicherungs-Zweige eben bald so überwiegen, daß sie die Alters-Versicherung vollständig in den Schalten stellt. Es darf noch auf den interessanten Umstand hingewiesen werden, daß in der Mitte des laufen­den Jahres die erste halbe Million derjenigen Personen, welche auf Grund des Jnvaliditäts- und Alters-Versicher- uugs-Gesetzes Renten erhalten, nahezu erreicht war, dem­nach jetzt wohl schon überschritten ist. Noch überwiegt die Zahl der auf Grund der Unfall-Versicherungs-Gesetze Ent­schädigungen erhaltenden Personen, es dürfte aber nicht lange mehr dauern, bis auch dieses Verhältnis sich geändert haben wird.

* Kriegergr'äberschmückung bei Metz. Die diesjährige allgemeine Schmückung der Kriegergräber und Denkmäler bei Metz findet am 13. August auf der Ostseite und am 15. August auf der Westseite statt. Anschließend an die Schmückung findet am 15. August, wie alljährlich, die Ge­denkfeier für die Gefallenen in der Schlacht von Gravelotte statt. Kranzspenden für bestimmte Gräber wollen rechtzeitig en den Vorstand der Vereinigung zur Schmückung der Kriegergräber in Metz gesandt werden. Geldbeiträge, sei es für bestimmte Gräber, sei es für die allgemeine Schmück­ung, nimmt der Schatzmeister der Vereinigung, Herr Ren­dant Jonas-Metz, entgegen. Es werden über 2500 Kränze niedergelegt und bietet sich allen Patrioten Gelegen­heit, zu den großen Kosten dieses Unternehmens einen kleinen Beitrag zu stiften. Am 18. August, nachmittags, nach der Einweihung des Denkmals des 1. Garde-Regiments zu Kuß durch Seine Majestät den Kaiser findet die Einweihung der zum Gedächtnis an Kaiser Wilhelm I. bei Rezonville errichtetenKönig Wilhelm Rast" statt. Dieselbe ist an her Stelle errichtet, an welcher der König am 18. August 1870, abends 9 Uhr, die Nachricht von der gewonnenen Schlacht Gravelotte-St. Privat entgegennahm. Sollte sich eine Verschiebung der Feier nötig machen, wird weitere Nachricht erfolgen.

* * liebet die Behandlung unrichtig verwendeter Wert­zeichen anderer Postverwaltungen, also z. B. in Preußen der bayerischen oder württembergischen Postwertzeichen, hat jetzt das Reichs-Postamt eine neue Verfügung erlassen. Danach sollen auf den Postkarten des deutschen Wechselverkehrs, die unrichtig mit Wertzeichen des Bestimmungsgebietes frankiert und daher nur mit einer Zutaxe von Pfennigen zu belegen sind, fortan die Wertzeichen stets von einer Aufgabs-Post- mstalt mit dem Aufgabestempel entwertet werden. In allen so astigen Fällen der unrichtigen Verwendung von Wertzeichen eimer anderen Postverwaltung, d. h. bei Briefen und allen übrigen Sendungen, welche durch Aufkleben von Postmarken framkiert werden, sind die Wertzeichen, wie bisher, durch einien daneben zu setzenden Vermerk als ungiltig zu be- ^eüchnen, nicht aber zu entwerten.

0 Vom Lande, 9. August. Die Gewitter der letzten Tage brachten nach der schier unerträglichen tropischen Hitze die erwünschte Abkühlung. Wenn auch dieHunds­tagsglut" der Reife des Getreides sehr förderlich war, so kam andererseits der Regen den Kartoffeln, den übrigen Hackfrüchten, und namentlich auch den Gartengewächsen sehr zu statten. Dem Klee und den Wiesen war der ausgiebige Regen ebenfalls sehr dienlich, bei länger anhaltender Dürre hätten wir eine nur spärliche Grummeternte erhoffen dürfen.

+ Grünberg, 8. August. Der hiesige Stenographen­vereinGabelsberger" ist nach Kräften bemüht, den für nächsten Samstag und Sonntag hier eintreffenden zahl­reichen Teilnehmern an dem diesjährigen Stenographen­tag des Babelsberger Verbandes für Hessen und Nassau den Aufenthalt in unserer Stadt so angenehm als möglich zu gestalten. Die Vertreterversammlung tagt am Samstag abend intWilden Mann". Das Preiswettschreiben in sieben Abteilungen beginnt Sonntag um 10 Uhr int Gast­hofZum Hirsch", woselbst auch die Hauptversammlung mit einem Vortrag des Herrn Redakteur Heck-Meidrich über Fortschritt und Einigung stenographischer Grundgedanken" stattfinden wird. Festkonzert, ausgeführt von dem Musik- verein, und Festball werden nachmittags und abends die Teilnehmer in unserer schönen, geräumigen Turnhalle ver­einigen. Als Ehrenpreis haben die hiesigen Damen einen wertvollen silbernen Pokal gestiftet. Mit Freuden zu be­grüßen ist eine Bekanntmachung der Großh. Bürgermeisterei hier, nach welcher für die Zukunft das Aufstellen der Dreschmaschine innerhalb der Stadt nicht mehr ge­stattet wird.

Darmstadt, 9. August. In einem Feuilleton-Artikel der Franks. Zig.":Göthes Nachkommen in Frankfurt" wird der Nachweis geführt, daß in der Familie Streng in Frank­furt die nächsten Blutsverwandten Göthes heute noch in Frankfurt leben. Was dort für Frankfurt beansprucht wird, gilt aber auch in gleichem Maß für Darmstadt. Der in dem Artikel genannte Johann Ludwig Streng, geb. 1754, gest. 1817, hatte neben den dort aufgeführten zwei Söhnen auch zwei Töchter. Die eine dieser Töchter, eine verehe­lichte Collischonn, hatte ebenfalls zwei Töchter, von denen die eine die Gattin des Herrn Kaufmann C. Hornmann hier, die andere die Witwe des hier verstorbenen Kassiers Fritz Rohde ist. Die letzteren stehen demnach zu Göthe in dem gleichen Verwandtschastsverhältnis wie die Söhne des obengenannten Johann Ludwig Streng.

Aus der Zeit für die Zett.

Vor 84 Jahren, am 11. August 1815, wurde zu Ober­kassel bei Bonn der Dichter Gottfried Kinkel geboren, durch seine Schicksale noch berühmter, als durch seine Dich­tungen. Wegen Beteiligung am badischen Aufstand wurde er zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Von Karl Schurz im November 1850 befreit, flüchtete er nach England. Er starb am 14. November 1882 als Professor am Polytechnikum in Zürich.

Vermischtes.

* Frankfurt, 7. August. Der Apfelwein wird billiger. Seit Samstag kostet, vermutlich wegen der in Aussicht stehenden günstigen Aepfelernte, imLorsbacher Thählche" in Sachsenhausen der große Schoppen Aepfelwein nur noch 12 Pfennig und der kleine Schoppen 10 Pfennig. Hoffentlich reduzieren die anderen Wirtschaften ihre Aepfel- weinpreise nun auch.

* Der Stationsvorsteher als Zigarrenprüfer. Auf dem Bahnhof in Brzezinka in Oberschlesien befindet sich unter anderen Automaten auch ein solcher für Zigarren. Für 10 Pfg. spendet er 3 Zigarren. An dem Automaten befindet sich seit einigen Tagen ein mit amtlichem Stempel versehenes Schildchen folgenden Inhalts:Von heute ab können diesem Automaten Zigarren entnommen werden. Dieselben sind rauchbar. Der Stationsvorstand."

* Wer an Durst leidet, weiß den Wert der kohlensäure- haltigen Getränke ganz besonders zu schätzen, die jedermann so beqem mittelst Sodor und einer immer verwendbaren Spezialflasche selbst Herstellen kann. Um mannigfachen Wünschen zu entsprechen, bringt die Sodorfabrik Zürich von jetzt an eine große Spezialflasche in den Handel, die speziell für den Gebrauch am Familientisch wie geschaffen ist. Der Inhalt dieser Flasche beträgt 0,7 Liter, also das doppelte der bisherigen Form. Durchaus neu und eigen­artig ist die Vorrichtung zum Aufstechen des Sodors, und vor allem ungemein praktisch. Das Zuschrauben einer Flügelmutter genügt in Verbindung mit nachherigem Schütteln der Flasche, binnen wenigen Augenblicken den Zweck zu er­reichen resp. das gewünschte, famos schmeckende Getränk zu servieren. Ist so die erwähnte große Flasche für den Familientisch hochwillkommen, so eignet sich die bisherige kleine Form sehr gut für den Einzelgebrauch für Touristen, Radfahrer re. Angesichts dieser für manchen willkommenen Neuerungen erscheint es sicher, daß dem Sodor eine große Zukunft beschieden ist.

Eingesandt.

Gießen, 10. August 1899.

Die Bewohner der Licherstraße in der Nachbarschaft des HauseS Nr. 5 werden gegenwärtig jede Nacht durch das Gebell eines Hundes im Schlafe aeftöit. Da der Besitzer keine Miene macht, von sich auS diesem Uebelstande abzubelfen, so wird er dazu hierdurch auf­gefordert. Sollte auch diese Mahnung keinen Erfolg haben, so werden andere Mittel ergriffen werden, die ihm unangenehmer sein dLr im.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 10. August/zwischen 11 u. 12 Uhr mittags:

Master 17°, Luft 19°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

31. Woche. Vom 30. Juli bis 5. August 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (tncl. 16OO Mann Militär). SterblichkettSztffer: 23,53, nach Abzug der Ortsfremden 12,73 <yt0.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

Monat Juli 1899.

1. Lebensjahr: 2.1b. Jahr 1

Lungenschwindsucht

2 (1)

1 (1)

1

Herzleiden

2 (2)

2 (2)

Darmkatarrh

2

2 -

Krämpfen

l

1

Gehirnerweichung

1

1

Kindbettficber

1 (1)

1 (1)

Darmetnklemmung

1 (1)

1 (1)

Altersschwäche

1

1

Summa:

11 (5)

7 (5)

3 1

Summa: 44 (27) 35 (24) 6 (2) 3 (1)

Kindbettfieber Lungenschwindsucht

1 (1)

6 (5)

1 (1)

5 (5)

_

1

Tuberkulose anderer

Organe

4 (2)

2 (2),

1

1

Lungenentzündung

1

1

Sonstigen Erkrank­ungen d.AtmungS-

Organe

2 CD

1

1 (1)

Gehirnschlagfluß

3 (1)

3 (1)

Herzleiden

4 (3)

4 (3)

Lebensschwäche

2 (2)

2 (2)

Bösart.Neubildungen 6 (4)

6 (4)

Altersschwäche

2

2

Andere Krankheiten

9 (8)

8 (8)

1

Unbekannte Krankh.

2

2

Verunglückung

1

1

Selbstmord

1

1

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Güßen gebrachte Kranke kommen.

Derkrhr, Kmd und Volkswirtschaft.

Limburg, 9. August. Fruchtmarkt. Roter Weizen Mk. 13 27. weißer Weizen Mk. 00,00, Korn, neues, Mk. 10,65, G-rste Mk. 9,00, Hafer Mk. 7.20.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 10. August. DasKleine Journal" meldet aus München: Nach einer Mitteilung des Professors Röntgen bestätigt sich die Berliner Blättermeldung von einer Berufung des sozialistischen Berliner Privat-Dozenten Dr. Arons auf einen Lehrstuhl an der Universität Würz­burg vorläufig nicht.

Osnabrück, 10. August. In Powe wurden drei Steinkohlenflötze in bedeutender Tiefe erbohrt. Das Auffinden von Kohle ist von um so größerer Bedeutung, als die Gegend kohlenarm ist.

München, 10. August. Im Befinden von Paul Heyse hat sich eine besorgniserregende Schwäche eingestellt.

Wien, 10. August. Das gestrige Amtsblatt veröffent­licht 68 Erkenntnisse über die Beschlagnahme von in* und ausländlischen Zeitungen, die höchste Zahl, welche seit der Widerstands-Bewegung gegen die Notverordnung er­reicht wurde.

Wien, 10. August. Die Altkatholiken von Graz be­schlossen, samt und sonders zum Protestantismus überzugehen. Die Ursache des Uebertritts ist, daß die Statthalterei sich weigerte, ihre Konstituierung zu einer alt­katholischen Filial-Gemeinde von Wien zur Kenntnis zu nehmen, weil die Alt-Katholiken ohne vorherige Genehmi­gung des Ministerims vorgingen. Von Wien war schon für die neue Filial-Gemeinde ein Hilfsprediger nach Graz ge­sandt worden. Dieser mußte auf Verlangen der Statt­halterei sofort abberufen werden.

Kopenhagen, 10. August. Der Vergleich zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern ist wieder in Frage gestellt, da die Arbeitgeber den Vorbehalt, daß keine Bestimmung für die Werkstätten ohne vorherige Verhand­lung mit den Arbeitern eingeführt werden dürfe, nicht annehmen wollen.

Paris, 10. August. Der Gasarbeiter-Aus st and gewinnt an Ausdehnung. Fünf Fabriken haben den Betrieb fast vollständig eingestellt, eine ist auf dem Punkte, die Arbeit einzustellen. In einer gestern abgehaltenen Ver­sammlung haben die Arbeiter beschlossen, den Ausstand fort- zusetzen.

Rennes, 10. August. Vor der Wiederaufnahme der öffentlichen Verhandlung wird Präsident Jonanst alle Zeugen, welche über den Inhalt der Geheimakten auszusagen haben, verpflichten, sich an die vereinbarten Bezeichnungen jener Personen zu halten, deren Nennung mit vollem Namen zugleich zu schwerwiegenden Reklamationen führen könnte. Der Präsident kann jeden Zeugen, welcher der Vereinbarung entgegen einen wahren Namen nennt, sofort verhaften lassen. Infolge des Zulaufs von Neugierigen waren die Absperrungsmaßregeln gestern wesentlich verschärft. Außer der Gendarmerie rückte eine Kompagnie des 41. Regiments an, welche die Straßen und das Lyceum absperrte. Das Publikum wurde von der Passage des Angeklagten so fern gehalten, daß Zeichner und Photographen vergebene Mühe hatten. Sogar Demange wurde von den Gendarmen so lange festgehalten, bis ihn ein Polizei-Offizier befreite und durchließ. Die Aerzte des Gefängnisses erklären, Drey- fus sei wohlauf, bei gutem Appetit und schlafe gut.

Die Sommerhitze

veranlaßt häufigen Waffergenuß, infolgedeffen sich Diarrhoe und Magenbeschwerden einftellen. Eines der wtrkiamsten VmbeugungS- mtttel hiergegen ist und bleibt der von vielen tausend Aerzten em­pfohlene Hausens Kasseler Hafer-Kakao, der sich insbesondere auch alS ständiger Zusatz zur Kuhmilch bet kleinen Kindern gegen Brechdurchfall bewährt. Nur echt in blauen Kartons von 27 Würfeln ---- 40 bis 50 Taffen für Mk. 1,-. 5907