Ausgabe 
11.7.1899 Erstes Blatt
 
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1899

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Aerugsprei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Brirrgerloha.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

Alle Anzeigen-BermittlungSstellen d«S In« und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen«

Erscheint täglich mir Ausnahme deS Montags.

Die Gießener AamMenStätter -werden dem Anzeiger ivöchentlich viermal beigelegt.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.

Redaktton, Expedition und Druckerei:

Schntstraße Ar. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblatter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

Amtlicher Wil.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Proviuzialausschusi während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält.

Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind dieselben ohne Einfluß.

Gießen, den 6. Juli 1899.

Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen.

v. Bechtold, Provinzial-Direktor.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschutz während der Zeit vom vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält.

Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Laus der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unter­brochen.

Gießen, den 6. Juli 1899.

Der Kreisausschuß des Kreises Gießen, v. Bechtold.

Deutschland und Frankreich.

Hoch oben im Norden Europas, auf den Wogen des Oceans hat sich ein Akt internationaler Höflichkeit abgespielt, der nach den verschiedensten Richtungen hin bemerkenswert ist. Wir meinen den Besuch Kaiser Wilhelms auf dem französischen KriegsschiffIphigenie" und die Anwesenheit der Offiziere und Kadetten dieses Schulschiffes auf der KaiseryachtHohenzollern". Wir haben unseren Lesern be­reits die Telegramme mitgeteilt, welche aus Anlaß dieses Ereignisses zwischen dem deutschen Kaiser und dem Präsidenten der französischen Republik ausgetauscht worden sind, und auf den warmen Ton hingewiesen, welchen dieselben be­kunden. Und nicht nur in der deutschen Presse, sondern auch in den französischen Blättern wird durchweg von einigen chauvinistischen Hetzorganen natürlich abgesehen anerkannt, daß die Thatsache, französische und deutsche Marineoffiziere haben Gruß und Handschlag ausgetauscht, viel zu einer Versöhnung der Gemüter beitragen wird. Kaiser Wilhelm hat sich als oberste Aufgabe seiner Re­gierung die Erhaltung des Weltfriedens gestellt, und man muß bei einem Rückblick auf sein Wirken in dieser Richtung anerkennen, daß er das ©einige gethan hat, um seiner Auf­gabe gerecht zu werden.

Als im Juli 1896 Kaiser Wilhelm auf der alljährlichen Nordlandreise weilte, da hatte er Gelegenheit, der fran­zösischen Handelsmarine einen wesentlichen Dienst zu leisten, indem auf seine direkte Anordnung hin dem aufgelaufenen PassagierdampferGeneral Chancy" bei der Abbringung durch das deutsche Geschwader erfolgreiche Hilfe geleistet wurde. Die französische Presse hatte damals diesen Akt der Hochherzigkeit voll anerkannt, welcher gleichfalls eine Brücke bildete, um die zwischen Deutschland und Frankreich noch bestehenden Differenzen auszugleichen. Und wenn heute jenseits der Vogesen der Haß gegen Deutschland nur noch in einzelnen chauvinistischen Kreisen gehegt wird, so ist das zum großen Teile der ritterlich entgegenkommenden Haltung Wilhelms II. zu verdanken.

Schon als vor einigen Jahren ein französisches Blatt eine Enquete über das Verhältnis Frankreichs zu Deutsch­land veranstaltete, da stellte es sich heraus, daß die ver­söhnliche Stimmung die Oberhand gewonnen hatte. Viel­fach wurde für einen bedingungslosen Ausgleich eingetreten, und diejenigen, welche aus Patriotismus Vorbehalte machten, thaten dies nicht aus wildem Hasse, sondern aus Rücksicht auf die Zukunft der französischen Rasse. Schon damals machte sich die Anschauung geltend, daß die zivilisierten Völker sich solidarisch fühlen müßten, und nirgends fand sich eine Anspielung auf Weltherrschaftsgelüste der Franzosen, vielmehr fehlte es nicht an Befürchtungen, daß Frankreich von seinem Einflüsse in der Welt noch mehr an das Deutsch­tum werde abgeben müssen. Das letztere kann natürlich

nur im friedlichen Wettbewerbe der Fall sein; denn Deutsch­land gelüstet es nicht nach kriegerischen Eroberungen, und gerade unsere auswärtige Politik der letzten Jahre weist verschiedene Fälle auf, in denen wir die französischen Be­strebungen bezüglich der Kolonialpolitik wirksam unterstützt haben.

Hoffentlich bricht sich in Frankreich noch immer weiter die Ueberzeugung Bahn, daß ein Zusammenwirken und eine Vereinigung der geistigen Kräfte allein zum Heile der Nationen beitragen kann, und daß davor alle geschichtlichen und nationalen Empfindlichkeiten zurücktreten müssen. ________________________________(xx)

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Juli. DasBerliner Tageblatt" wurde gestern in Wien wegen seiner Depeschen über das Vorgehen der Polizei bei den Arbeiter-Demonstrationen konfisciert.

Berlin, 9. Juli. Wie dieNordd. Allgem. Ztg." meldet, kann man sich auf die Erstreckung der Landtags- Session bis in den Monat September hinein gefaßt machen. Im Abgeordnetenhause wird am ersten Tage nach Wiederaufnahme der Beratungen neben einer Plenarsitzung von minder wichtiger Bedeutung das Gemeinde-Wahlrecht­gesetz in der Kommission und ebenso am Abend die zweite Lesung des Gesetzentwurfs betreffend die Verwendung des Reservefonds der Nentenbanken, der inneren Kolonien statt­finden. Alsdann wird sehr bald die Beratung der Kanal­vorlage und zwischen der zweiten und dritten Lesung dieser Vorlage diejenige des Gemeinde-Wahlrechts stattfinden. Da die Beratungen viel Zeit beanspruchen, wird sich das Ab­geordnetenhaus erst in der vierten Augustwoche mit ihnen befassen können. Demnach kann vor Anfang September der Sessionsschluß nicht erfolgen.

Berlin, 9. Juli. Der oberste ungarische Gerichtshof, die königliche Kurie, hat, wie demBerliner Tageblatt" aus Budapest gemeldet wird, in der Sprachenfrage eine interessante Entscheidung gefällt, indem sie eine Entscheidung der königlichen Tafel, die eine deutsch-sprachliche Appellation zurückwies, annullierte. In der Begründung der Annullierung wird ausgeführt, daß in Sprachenangelegenheiten jeder­mann, wenn er nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten ist, in seiner Muttersprache die ihm zustehenden Rechtsmittel geltend machen kann, gleichviel ob er sie im mündlichen oder schriftlichen Verfahren anwendet.

Ausland.

Wien, 9. Juli. Dr. Adler und Reumann wurden aus der Haft entlassen, nachdem ihnen die Anklage wegen Auflaufs vorgelesen worden war und sie auf Einspruch verzichtet hatten.

Rom, 9. Juli. Bei einer bei Briletti abgehaltenen Versammlung der hervorragendsten Mitglieder der parla­mentarischen Mehrheit, an welcher sich auch Sonnino be­teiligte, wurde die innerpolitische Situation erörtert und konstatiert, daß Pelloux nicht im stände sein werde, die neue Kammer zu eröffnen, da die Obstruktion entschlossen ist, sogar den feierlichen Akt der Thronrede zu stören.

Paris, 9. Juli. Reichskanzler Fürst Hohenlohe verläßt am nächsten Samstag, einen Tag nach der Juli- Revue, Paris und begiebt sich nach Ostende.

Paris, 9. Juli. Wie aus Madagascar gemeldet wird, ist in der Gegend von Jnongo ein Aufstand aus­gebrochen. Von den europäischen Soldaten wurde einer getötet, mehrere andere verwundet. Die Rebellen wurden zerstreut.

Paris, 9. Juli. Verschiedene Blätter versichern, der deutsche Kaiser habe die Absicht, demnächst mit seiner DachtHohenzollern" die Bai von Saint Malo zu besuchen und außerdem beabsichtige der Kaiser, eine Villa in Dinard an der Nordküste von Frankreich errichten zu lassen. Der hiezu nötige Grundbesitz soll bereits käuflich erworben worden sein.

Paris, 9. Juli. Der frühere italienische Gesandte Reichman ist gestern in seiner Wohnung in Paris ver­storben. Das BlattEvennement" versichert, dieser Tod sei von geheimnisvollen Umständen begleitet. Drei Personen hätten eine Haussuchung bei dem Verstorbenen abgehalten und seine Papiere mitgenommen.

Loudon, 9. Juli. In hiesigen politischen Kreisen herrscht allgemein die Meinung, daß die vom ersten Naad in Prätoria befürwortete Reform eine geeignete Grundlage für eine Verständigung mit der Transvaal-Regierung bildet.

Belgrad, 9. Juli. Zum Gesandten in PeterÄmrg an Stelle des stark kompromittierten und die radikale Partei am Petersburger Hofe vertretenden G r u i c soll der Gesandte in Sofia, Pawlowic, ausersehen sein.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, den 10. Juli 1899.

Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 8. Juli u. a. den Oberst v. Dewitz, Kommandeur des Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, den Major Winter­berger und den Stabsarzt Dr. Radünz von demselben Regiment.

* Auszeichnungen. Seine Königliche Hoheit der G r o si­tz erzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Juni dem Branddirektor Friedrich Pricken zu Mainz das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Oberbrandmeister und Kreisfeuerwehrinspektor Karl Keller das Ritterkreuz 2. Klasse dieses Ordens, den Brand­meistern Gimpel und Becker, sowie dem Zeugwart Schreiber das Silberne Kreuz dieses Ordens, und den Spritzenmeistern Hubl und Grundel, sowie dem Feuer­wehrmann Vierthaler, sämtlich zu Mainz, das All­gemeine Ehrenzeichen mit der Aufschrift:Für Verdienste" zu verleihen.

Ernennungen, Beförderungen rc. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 8. Juli den Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen, Heinrich Schäfer, zum ständigen Hilfsarbeiter bei diesem Ministerium mit dem Amtstitel Oberfinanzassessor, den Steuerassessor Adolf Köhler aus Hungen zum Steuerkontrolleur zu ernennen; dem Registratur-Assistenten bei der Direktion der Main - Neckar - Eisenbahn, Wilhelm Frank, den Eharakter als Registrator zu verleihen; den Steuerkommissär des Steuerkommissariats Mainz I, Steuerrat Georg Lautenschläger, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste und Verleihung des Charakters als Geheimer Finanzrat, auf fein Nach­suchen, mit Wirkung vom 1. September d. I. an, den Distriktseinnehmer der Distriktseinnehmerei Bad Nauheim, Rendant Heinrich Fresenius, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts des Dienstnachfolgers an in den Ruhestand zu versetzen.

* * Auszeichnungen. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 22. Juni dem Arbeiter Nikolaus Egert in Mainz, in Diensten der Schreinerei von H. Fürst daselbst, den Arbeitern Dreher Fritz Borngässer, Werkmeister Friedrich Geling er, Monteur Friedrich Leopold, Schlosser Johann Maus- kir ch, sämtlich in Diensten des Gasapparat- und Gußwerkes in Mainz, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: Für treue Arbeit" zu verleihen.

Von der Universität. Herr Geh. Medizinalrat Pro­fessor Dr. Riegel ist dieser Tage von der finnländischen Gesellschaft derAerzte inHelsingfors zum Ehrenmitglied ernannt worden. Es freut uns, die Verdienste eines unserer berühmtesten Kliniker auch im Auslande anerkannt zu sehen.

* * 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheiuischen Schützen- bundes. Wenn je ein Tag während des achttägigen Schützen­festes programmmäßig verlaufen konnte, so war es der ver­gangene Samstag. Sonnenschein und warme Luft breitete sich wohlthuend über die Feststadt aus, und das war er­freulich. Galt der Tag doch der Jugend, die gewohnt ist, alles von der sonnigen Seite anzusehen, die nichts weiß von all den Sorgen und Mühen, denen die Festausschüsse unseres Verbandsschießens unterworfen waren. Das WortIu gen ti» f e st" wirkt in Gießen freudig anregend, und so war es natür­lich, daß die Beteiligung daran eine lebhafte wurde. Am Nach­mittag des Samstags versammelten sich ca. 1600 festlich gekleidete Kinder auf dem Oswalds Garten, und zogen, be­gleitet von zwei Musikkapellen durch die Stadt nach dem Trieb" zum fröhlichen Spiel, das ihnen der geschäfts­führende Ausschuß des Schützenfestes, unterstützt durch er­probte Spielleiter und -Leiterinnen inmitten des Festplatzes hergerichtet hatte. Es herrschte ein recht frohbewegtes Leben am Nachmittag, das eine kaum merkliche Abschwächung erlitt, als gegen Abend die Kinder nach Hause pilgerten. Der Besuch des Festplatzes verstärkte sich aber bald wieder, als die Stunde nahte, in welcher das Festspiel be­ginnen sollte. Zu der Wiederholung derLebenden Bilder" war eine Menschenmenge zusammengeströntt, deren Zahl die Schätzung bei der ersten Aufführung (5000 Personen) wo-