1899
MenStag den 11. April
Erstes Blatt.
Amts- ttnb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.
Hüt Dnzeigen-Lermittlimg-ftellen bei In- und 81141 enM ncbrnrn Anzeigen für den Bießener Anzeiger cntgeeee.
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Gießener Anzeiger
General -Anzeiger
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»en Anzeigen zu der nachmittags für den tai erscheinenden Nummer Hf vorm. 10 ühr.
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Reservisten.
E. Zu Sich
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IHM'mix, tpeHtion und Bruder ei:
Zch.tOr.te Nr. 7.
Ter Dienst auf der deutschen Flotte.
Unter dem 20. Februar d. I. ist eine Kaiserliche Kabinettsordre ergangen, betr. die durch das Flottengesetz bedingte Personalvermehrung. Um diese letztere zu erreichen, sind wesentliche Erleichterungen und Änderungen bei der Ergänzung des Seeoffizierkorps getroffen worden, unter denen die bemerkenswertesten folgende sind:
1. Der Eintritt in die Seeoffizierslaufbahn wird durch Fortfall der Altersgrenzen erleichtert;
2. durch den angeordneten teilweisen Wegfall der Takelage der Schulschiffe — es sind deren fünf vorgesehen — wird die Ausbildung vereinfacht;
3. die Offiziersaspiranten können jetzt als solche mehr als bisher nach dem Ausland kommen, und endlich
4. wird die ganze Laufbahn durch die Beschränkung in der Forderung einer monatlichen Zulage auf die Dienst» zeit bis zur Beförderung zum Oberleutnant zur See erheo- lich verbilligt.
Es sollen alljährlich bis zu 200 Seekadetten und bis zu 800 Schiffsjungen eingestellt werden, zu deren erster Ausbildung wie gesagt fünf große Schulschiffe vorgesehen sind. Hier ist also jungen Leuten auch aus dem Bmnen- lande Aussicht auf eine rasche Laufbahn eröffnet, wie sie sich bei der Ueberfüllung der meisten anderen Berufsarten so leicht nicht bieten dürfte. Dazu ist mit Sicherheit vor- i auszusehen, daß bei der immer mehr hervortretenden Notwendigkeit einer starken Kriegsflotte die Verhältnisse auf eine längere Zeit hinaus die gleich günstigen bleiben werden.
Wir möchten ganz besonders auch darauf Hinweisen, daß die Kosten der Lausbahn eines Seeoffiziers keineswegs so hoch sind, wie vielfach angenommen wird. Man muß dabei auch beachten, daß die jungen Leute jahrelang an Bord eines Schiffes wohnen und beköstigt werden, sodaß hier Ausgaben erspart werden, die wesentlich ins Gewicht I fallen, wie u. a. daraus erhellt, daß die Fähnriche zur See I nach Erledigung der Spezialkurse und nach Bestehen der I Offiziersprüfung für 2 Jahre an Bord kommandiert werden I sollen. Die elterliche Geldzulage wird, wie bereits bemerkt, I auf die Dienstzeit bis zur Beförderung bis zum Oberleutnant I zur See beschränkt; es gibt aber thatsächlich nicht wenige I Seeoffiziere, die ganz ohne solche Zulage ausgekommen sind, I bezw. auskommen, und das sind wahrlich nicht die schlechtesten I in unserem vorzüglichen Seeoffizierskorps.
Wir wollen es hier nicht nochmals hervorheben, welchen I mächtigen Reiz der Dienst auf der Flotte auf einen lebhaften I Geist und ein empfängliches Gemüt ausübt, wie der Körper I gestählt, der Blick und die Anschauungsweise geweitet und I geschärft werden, aber wir möchten Eltern und junge Leute I wiederholt auf diese schöne und erfolgreiche Laufbahn hin- I weisen, die gerade jetzt und in den nächsten Jahren so I glänzende Aussichten eröffnet.
Auch für die Schiffsjungenausbildung ist eine wesent» I liche Erleichterung vorgesehen insofern, als eine Anzahl I Jungen des älteren Jahrganges unter Beförderung zu I Leichtmatrosen auch auf andere als Schulschiffe verteilt I werden kann. Die Beförderung der Jungen und Leicht- I matrosen zu Matrosen erfolgt nach einer Gesamtdienstzeit I von 2 Jahren. Auch hier also sind die Aussichten gut, I und wir dürfen daher wohl hoffen, daß es nicht an der I nötigen Zahl tüchtiger und braver junger Leute fehlen wird, die sich dem Dienste als Kadetten und Schiffsjungen auf I Deutschlands mächtig aufstrebender Flotte widmen werden.
am 20. April 1899
in der Amtsgerichtsstraße für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder-Besfingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.
1. Appell vormittags 9 Uhr 30 Minuten
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots.
Reservisten sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffe«.
2. Appell mittags 12 Uhr
Wehrleute 1. Aufgebots aller Mafien und sämtliche Ersatz- Reservisten. „
Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müffen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Rotfalle genehmigt.
Diejenigen Mannschaften, bei welchen Fußmeffunge« vorqenommen werden (Sämtliche Mannschaften des Jahrgangs 1894 aller Waffen mit Ausnahme der nichtgeübten Ersatz-Reservisten) haben überhaupt feine Aussicht auf Befreiung.
Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung, sowie mit reinen Strümpfen zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen.
Die Militärpapiere (Paß und FühruugS- zeuguis) müssen zur Stelle sei».
Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe deS ^ganjen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem MUitärgefetz.
Gießen, den 5. März 1899.
Großh. Bezirks-Kommando.
Det ring.
1. Appell vormittags 8 Uhr 45 Minuten:
Offiziere, Sanitäts Offiziere und Beamten der Reserve
Landwehr 1. Aufgebots.
Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppenteile und
Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen.
2. Appell vormittags 11 Uhr:
Wehrleute 1. Aufgebots aller Mafien.
3. Appell Nachmittags 1 Uhr:
Sämtliche Ersatz-Reservisten.
«dreffe für Depeschen: Jtaieifltr Hieße*, Fernsprecher Nr. 51.
Landwehr 1. Aufgebots.
Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffe«.
2. Appell vormittags 11 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen.
8. Appell nachmittags 1 Uhr: Sämtliche Ersatz-Reservisten.
D. Zn Hungen am 19. April 1899 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Gill, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Stein» heim, Trais-Horloff, Utphe, Dillingen.
1. Appell vormittags 9 Uhr 30 Minuten:
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots.
Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen.
2. Appell mittags 12 Uhr:
Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und sämtliche Ersatz-
Gratisbeilagen: Gießener Familienblatter, Der hessische Landwirt Mütter für hessische Volkskunde.________________
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C. Zu Grünberg
18. April 1899, am westlichen AuSgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickels- mühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keßelbach mit der Ra- benauischen-Papiermühle, Lauter mit der Artztmühle, Bmg- mühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß und Klein), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Beitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod.
1. Appell vormittags 9 Uhr 15 Minuten:
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und
Deutsches Reich.
Berlin, 8. April. Das preußische Staatsministerium trat heute nachmittag um 3 Uhr unter dem Borfitz seines Vicepräsidenten, Dr. v. Miquel, im Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 8. April. Gestern abend war bei dem Kaiser- paar zum Thee geladen: Minister v. Miquel, Staatssekretär v. Bülow, Geheimrat v. Lucanus, Admiral Holl mann und Profeßor Delitzsch, sowie verschiedene andere Herren. Profeßor Delitzsch hielt der versammelten Gesellschaft einen Vortrag über Babylon und die dort von der deutschen Orient-Gesellschaft geplanten Ausgrabungen. Der Kaiser hielt die Anwesenden in der Unterhaltung über das Thema des Vortrages bis Mitternacht um sich.
Berlin, 8. April. Der Kaiser hörte heute vormittag im Auswärtigen Amt den Vortrag des Staatssekretärs v. Bülow und später im Schloß die Vorträge des Chefs des Generalstabes, Graf Schliessen und des Chefs des Militär-Kabinetts, Generals v. Hahnke. Um 1 Uhr nahm der Kaiser eine große Anzahl militärischer Meldungen ent»
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om 18. April bis m
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Jnftamlcriie.
3. Appell nachmittags 2 Uhr:
Tchrleute 1. Aufgebots der Infanterie.
Am 14. April 1899.
1. Appell vormittags 8 Uhr:
Irftrvisten sowie zur Dispofition der Truppenteile und den kisutzBehörden entlassenen Mannschaften aller übrigen UM*, und zwar der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und »yiiHjMcric, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, desS Kalins (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinär» perchn-ls, Büchsenmacher-Gehilfen, Oekonomie-Handwerker, MaMm-Mannschaften.
2. Appell vormittags 10 Uhr:
lSchrlente 1. Aufgebots aller übrigen Waffen und zwar ?er - tzarde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Piomre, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (dinCHI. Krankenträger) Sanitäts- und Veterinärpersonals, Bü MiMachergehilfen, Oekonomie-Handwerker und Marine- Mabmsh'aften.
3. Appell nachmittags 2 Uhr:
-Etliche Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1892, 1893, 189WL895, 1896, 1897 und 1898.
4. Appell nachmittags 4 Uhr:
-Etliche Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1886, 1887, 18« 1 «89, 1890 und 1891.
Am 15. April 1899 füri bi Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, LanWms, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.
1. Appell vormittags 8 Uhr:
silfxrvisten, sowie zur DiSpofitton der Truppenteile und der? ffiatz Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen
2. Appell vormittags 10 Uhr:
Levrlente 1. Aufgebots aller Waffen und sämUiche Ersatz. ResEijiem.
B. Z« Lollar
tn rii. Styrü 1899, neben dem neaen Bahnhofsgebäude für die iNimhner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod: tarn, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Gnkchn-Lguseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mitT Wberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a.d.Lda., $rc:l|t, Wieseck.
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Gießen, den 10. März 1899.
B tv.lt: Arühjahrs-Sontrollversarnrnlungen.
Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
.ho bie Grotzh. Bürgermeiftereieu des Kreises.
Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche öffentlichen Kenntnis bringen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Bet Den diesjährigen FrühjahrS-Kontrollversammluugen im -retast Gehen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gie'rtzkn gt hörigen:
1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve uunb Landwehr 1, Aufgebots (Anzug: Helm, Waffen- rock, Achselstücke, Feldbinde, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot).
2) Reservisten, sowie zur Dispofition der TruppenteUe mnb der Ersatz-Behörden Entlaffenen aller Waffen.
3) Wehrleute 1. Aufgebots, die vom 1, Oktober 1886 ab »eingestellt worden.
4) (Ersatz-Reservisten geübte und nicht geübte.
Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die portopflichtigen anzutreten haben.
A. Zu Gießen
IN iDimatog Garten für die Bewohner von Annerod, Surf# har'Äiseldsn, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, HeuchelheilSlmn-Linden, Oppenrod und zwar:
am 13. April 1899.
1. Appell vormittags 8 Uhr:
VWere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Vairiiitht 1. Aufgebots; Reservisten der Infanterie, Jahrgänge 18m, 18192, 1893 und 1894.
2. Appell vormittags 10 Uhr:
Reservisten der Infanterie der Jahrgänge 1895,1896, 189"unfo 1898, sowie sämtliche zur Dispofition der Truppenteil« iinb der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der
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