Ausgabe 
11.3.1899 Zweites Blatt
 
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bemerkt Herr Lr um n seiner SarteigM Die Interessen ihrer? e vertretenden Hm bezüglich seiner L. ier Bezirksvereine lr 'immen aus der gar

die Dammstraße betreffe, so werde deren Durchbruch durch die hohen Forderungen der in Betracht kommenden Haus­besitzer verzögert.

Herr Krumm wünscht Auskunft über den Stand der Arbeiten zur Restaurierung des alten Schlosses und der Universitätskanzlei auf dem Brandplatz.

Herr Oberbürgermeister Gnauth teilt mit, daß die Pläne zur Zeit der Genehmigung Großh. Ministeriums unterbreitet seien, er hoffe, in wenigen Wochen Bescheid zu erhalten. Hierbei könne er gleich mitteilen, daß auch das Kreisamtsgebäude mit dem Aufban eines weiteren Stock­werkes eine geschmackvollere Fassade erhalten werde.

Die ziffernmäßige Angabe über den Voranschlag werden wir in nächster Nummer veröffentlichen.

Vermischtes.

V. Wetzlar, 8. März. Schwere Haftpflicht. Bei Wetzlar liegen ausgedehnte Schlackensandhalden, die von einem großen Eisenwerk dort abgelagert werden. Dieses Material wird vom preußischen Eisenbahnfiskus zur Aus­füllung benutzt und laut Vertrag von dem Unternehmer N. gewonnen und mittels einer von den 27 Meter hohen Schlackenbergen weit überragten Schmalspurbahn abgefahren. 'N. betraute seinerseits den Schachtmeister M. mit der Leitung und Beaufsichtigung des Abbruchs, besuchte aber auch selbst fast täglich die Arbeitsstätte. Die Schlacken werden durch längeres Lagern zu einer zusammenhängenden brüchigen Masse. So kam es, daß vor längerer Zeit an einer Stelle, wo der Schlackenberg nicht nur senkrecht abgebaut, sondern -sogar auf eine Strecke unterminiert war, bald nach Abgabe eines Dynamitschusses, wegen dessen die Arbeit nicht unter­brochen wurde, ein mächtiges Stück sich loslöste und vier Arbeiter zwei konnten rechtzeitig beiseite springen ver­schüttete, von denen nur einer lebend davonkam und drei sofort erschlagen wurden. Auf Grund dieser Thatsachen -verurteilte das Amtsgericht in Wetzlar N. und M. wegen fahrlässiger Tötung zu einer beträchtlichen Freiheitsstrafe, weil beim Abbau gegen die betr. Polizciverordnung keine Böschungen gebildet, sondern sogar unterminiert war und beide das Unglück voraussehen konnten, um so mehr, als einige Zeit vorher bereits Abstürze erfolgt waren, und M. «insbesondere auf einen gefahrdrohenden Riß, der sich an -der Stelle vorher gebildet hatte, aufmerksam gemacht war. Auf Grund dieser strafgerichtlichen Verurteilungen nahm die 'Tiefbau-Berufsgenossenschaft für alle ihr infolge des Unfalls -an die Hinterbliebenen von zweien der getöteten Arbeiter -obliegenden Leistungen an N. in Höhe von rund 5200 Mk. »egreß. Außerdem strengten die betagten Ellern des dritten

Arbeiters, die von der Berufsgenoffenschaft mit ihrem Ersatz­anspruch abgewiesen waren, weil der Verunglückte nicht ihr einziger Ernährer gewesen sei, gegen N. eine Entschädigungs­klage in Höhe von 2500 Mk. an, die sie aber gegen Zahlung einer Abfindung von 1250 Mk. und Ersatz der Anwalts- kosten wieder zurückzogen. Insgesamt hatte der Unternehmer so infolge des Unfalls Aufwendungen von etwa 7000 Mk. Nur der Umstand, daß er beimAllgemeinen Deutschen Versicherungs-Verein" in Stuttgart gegen Haftpflicht ver­sichert ist, bewahrte ihn wenigstens vor dem großen materiellen Schaden.

* Für die Reise nach Paris ist soeben im Verlag von Leopold Zolki Berlin O. ein äußerst praktisches Büch­lein von dem bekannten französischen Sprachlehrer Georg Stier erschienen, welches sich betitelt: A Paris ein unent­behrliches Hilfsbuch für Deutsche, welche nach Paris reisen. (Preis 1 Mk.) Jährlich reisen tausende von Deutschen nach Paris, teils geschäftlich, teils zum Vergnügen. Ganz be­sonders aber werden gelegentlich der Pariser Weltausstellung eine große Anzahl Deutscher der Seine-Stadt einen Besuch abstatten. Wer davon den rechten Nutzen haben will, muß sowohl die Pariser Sitten und Gebräuche kennen, als auch die nötigen französischen Wendungen wissen. Beides wird in sehr klarer und faßlicher Weise in dem oben genannten Buch geboten. Die behandelten Kapitel sind folgende: 1. Grenze-Zoll, 2. Ankunft in Paris, 3. Gasthof-Mieten eines Zimmers, 4. erstes Frühstück, 5. zweites Frühstück Mittagessen, 6. Kaffeehaus, 7. Bierhäuser, 8. Auf der Straße-Erkundiguug nach dem Weg, 9. Friseur-Barbier, 10. Droschke, 11. Omnibus - Straßenbahn, 12. Post, 13. Theater, 14. Bäder, 15. Wäsche-Kleider, 16. Besuch, 17. Tabak - Cigarren - Cigaretten, 18. Handschuhe - Schlipse, 19. Abreise-Einkauf rc. Bei jedem Kapitel werden die nötigen Erklärungen in deutscher Sprache gegeben und gleich­zeitig die betreffenden französischen Wendungen hinzugefügt. A Paris setzt an Vorkenntuissen nur voraus, daß man französisch lesen kann, um sich die gegebenen Wendungen einzuüben. Der billige Preis von 1 Mk. ermöglicht jedem, welcher sich für die französische Sprache interessiert, das Buch zu kaufen; der Reisende wird aber ganz besonderen Nutzen davon haben.A Paris" ist durch jede Buchhand­lung oder direkt vom Verleger zu beziehen.

* Für 60 Mk. nach Amerika. Infolge des Tarif­kampfes, der zwischen den nordatlantischen Datnpferlinien entstanden ist, sind die einzelnen Gesellschaften gezwungen, mit ihren Preisen für die Ueberfahrt nach Amerika herab­zugehen. Die White Star- und die Cunard-Linie haben damit den Anfang gemacht und die Hamburg-Amerika-Linie

mußte ihnen folgen, indem sie ihren Ueberfahrtspreis ab Southampton für erste Kajüte von 20 auf 10 Pfd. Sterling ( 200 Mk.) herabsetzte. Dieser niedrige Preis wird noch unterboten durch die Allan- und Dominion-Linie, welche jetzt für 15 Doll. (= 60 Mk.) fahren will. Bei so billigen Preisen wird sicher mancher die gute Gelegenheit benutzen. Verwandte hüben und drüben zu besuchen oder eine kleine Fcrienreiseüber den großen Teich" zu machen. Die Fahr karte nach der Schweiz kostet von Berlin nicht weniger, und dazu hat man die erfrischende Seereise wenn man nicht gerade auf einen Orkan trifft und eine ausgezeichnete Verpflegung. Freilich dürfte das billige Vergnügen nicht allzulange dauern, denn man erwartet über kurz oder lang den Abschluß eines neuen Uebereinkommens zwischen den beteiligten Dampfergesellschaften. Besonders im Hinblick auf die Pariser Ausstellung, welcher Amerika eine Menge Be­sucher zusenden wird, ist die neue Vereinbarung sicher zu erwarten.

* Im altegyptischen Museum von Kairo sind verschiedene in den pharaonischen Gräb ern gefundene Blumen aufgestellt worden. Sie sind wunderbar erhalten. Das Herbarium des Museums umfaßt einige hundert Proben dieser fünfzig bis sechzig Jahrhunderte überdauern­den Blumen. Einige haben sogar noch ihre Farben er halten. Hauptsächlich wurden weiße oder blaue Lotos­blumen, roter Mohn, die Blätter und Blüten der Granaten und Safran erwählt, um sie den Toten mit in die Gräber zu legen. Dadurch ließ sich leicht feststeNen, daß die Blu­men und Pflanzen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden unverändert dieselben geblieben sind. So waren z. B. die heute so modernen Chrysanthemen schon vor sechstausend Jahren sehr beliebt.

* Vom Simplontunnel. Seit Mitte Februar wird auf der Nord feite des Tunnels mit zwei Bohrmaschinen ge­arbeitet, so daß der Tunnelschacht auf dieser Seite rascher vorschreitet als auf der italienischen Südseite. Die Länge des Schachtes betrug bei Beginn des Monats März 898 Meter (629 Meter auf der Nordseite, 269 Meter auf der Südseite). Auf der Nordseite muß man sich immer noch durch Thonschiefer, der mit Ouarzadern durchsetzt ist, hin­durcharbeiten. Die eindringende Wassermasse beträgt 36 Liter per Sekunde.

* Eine unheimliche Erfindung soll wie aus New- A o r k gemeldet wird Edison gemacht haben. Der Zauberer von Menlo-Park soll einen Apparat erfunden haben, wo­durch photographische Aufnahmen in einer Entfernung von mehreren hundert Kilometer ausgeführt werden können. Wer ist jetzt noch vor dem Photographiertwerden sicher?

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Verdingung

Die Lieferung von rund 124 cbm Hardtbruchsteinen (Grauwacke) und da» Einbringen derselben zwecks Durch- bauung eines Kolkes im Mühlgraben unterhalb der Neumühle sollen Samstag den 18. März d. I., vormittags 11V2 Uhr, öffentlich verdungen werden. Pläne, Zlrbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht bei uns offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin einzu- reichen. Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 8. März 1899. Das Stadtbauamt.

__Schmandt._____2159

Bekanntmachung.

Heinrich Edmund Rott6 von Aeßen undElifabethe Katharine Lippert daselbst haben durch Ver­trag vom 16. Februar 1899 be- stimmt, daß sie in ihrer künftigen bhe in vollständiger Gütertrennung lLen wollen.

Gießen, am 8. März 1899. Großh. Amtsgericht.

______Neuenhagen. 2165

Bekanntmachung.

In Sachen betr. Konkurs über ks Vermögen des Ludwig Biugel ansfder Mittelstmühle bei Alten-Buseck ist infolge Ausscheidens eines Ersatz- mitgliedes des Gläubigerausschuffes firne Ergänzung desselben, sowie die Ze Heilung eines zweiten Ersatz- uiißgliedes notwendig geworden.

Es wird zu diesem Zwecke eine Mubigerversammlung auf

Dienstag den 28.MärzI899, vormittags 10 Uhr,

Mmmt.

«Sieben, den 7. März 1899. Großherzogliches Amtsgericht.

gez. Neuenhagen.

.Bekannt gemacht: 2164

Neidhart, Gerichrrschreiber.

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Hotzversteigerung.

In den Mitgebrauchswaldungen der Gemeinde Treis a. d. Lda. werden versteigert

1. Montag den IS März1899, von vormittags 9 Uhr an, au3 dem Distrikt ASpeuftrauch

53 Eichenstämme mit 34,69 cbm Inhalt,

1 Buchenstamm mit 0,77 cbm Inhalt,

199,4 rm Buchen-Scheiter,

20 Eichen-Scheiter,

147 Buchen-Knüppel,

17 Eichen-Kuüppel,

520 Buchen-ZopfreiS,

60 Nadel Zopfreis,

160 M Aspen Stammreis,

20 Nadel-Stammreis.

2. Dienstag deu!4.Märzl899 von vormittags 9 Uhr au, aus den Distrikten Doden­berg, Zipfeuwald, Alteuuner

, und Pfiugstkopf:

9 Eichenftämme mit 4,81 cbm Inhalt,

2 Buchenstämme mit 1,75 cbm Inhalt,

3 rm Buchen-Scheiter,

22 Eichen-Scheiter,

2 Buchen-Knüppel,

15 Eichen-Knüppel,

73 Nadel-Knüppel,

40 Buchen-Stammreis, 100 Nadel-Stammreis, 105 Eichen Zopfreis, 150 Nadel-Zopfreis.

Zusammenkunft ist am ersten Tage im Distrikt Aspenstrauch bei Nr. 2 des Brennholzes, am zweiten Tage zu Obenhausen, an der Straße von Treis o. d. Lda. nach Allendorf a. d. Lda.

Bemerkt wird, daß bei dem Eichen- Stammholz sehr schdne zu Schnittholz geeignete Stämme sich befinden.

Treis a. d. Lda., den 6. März 1899.

Großh. Bürgermeisterei Treis a. d.Lda

Benner. 2127

Die Hchversteigerilug vom 7. d. Mts. in der Oberförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Ab- fuhrfcheine können vom 18. März an bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden. Die Ueberweifung des Holzes erfolgt Montag den 20. März morgens 8 Uhr.

Gießen, 9. März 1899.

Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

Heyer. 2172

Holzversteigerung im Gememdemld Aßlar am Mittwoch, dem 15. März.

Zusammenkunft morgens 8 Uhr bei der Vorfteherwohnung.

91,67Fstm.Eichkustmme

Ehringshausen, den 9. März 1899. Der Bürgermeister.

Ho emann. 2176

Hohversteigerung am Donnerstag, dem 16. ds. M., von vormittags 9 Uhr ab, bei Wirt Weder zu Atzbach.

80,42 fm Eichen- und 99,75 fm Nadelholzstämme, 61 rm Eichen- und 32 rm Nadel Nutzholz, 84 rm Eichen-, 145 rm Buchen- und 131 rm Nadel - Scheit- und Knüppelholz, 3127 rm Reiser, 112 rm Stöcke.

Das Holz liegt im Gemeindewald von Atzbach.

Krofdorf, den 8. März 1899. 2168 Das Bürgermeister-Amt.

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aus der Oberförsterei Ellnhaufen (Post).

Es kommen zum öffentlichen meistbietenden Verkauf:

I. Am Freitag dem 24. d. MtS., von vormittags 10 Uhr ab, in der Gastwirtschaft von Heinrich Prediger In Ockershausen bei Marburg.

a) Schutzbezirk Ellnhaufen.

Distrikte 25 b, 31 c, 32 b, 33 a, 38 c, 46 und Totalität (Schneiße, Große Lummersbach, Rehhecke, Weißbachs köpf, Auf den Tannen, Hainchen): Eichen: Stämme 3.5. Kl., 283 Stück mit 113,96 fm (bis 17 m lang und bis 44 cm stark); 12 Stangen 1. Kl.; 62,5 rm Nutzscheit 2. Kl., 2 m lang (Rollen); 17,5 rm Nutzknüppel, 2,5 und 5 m lang. Rot­buchen: Stämme 3.-5. Kl., 7 Stück mit 5 fm; 18 rm Nutzscheit 2. Kl., 2 m lang (Felgenholz). Weißbuchen: Stämme 5. Kl., 4 Stück mit 1 fm, Sichten: Stämme 5. Kl., 33 Stück mit 6 fm; 183 Stangen 1.3. Kl.; 700 Stangen 4.-6. Kl. Kiefern: Stämme, 10 Stück mit 3 fm.

b) Schutzbezirk Caldern.

Distrikte 52b, 54a, 57c, 60a und Totalität (Ziegenacker, Welzer- bachökopf, Dunkle Weg, Burg, Glimm). Kichen: Stämme 2.-5. Kl., 63 Stück mit 54,87 fm (bis 14 m lang und bis 85 cm stark); 14 rm Nutzscheit 1. Kl., 1 und 2 m lang; 5 rm Nutzscheit 2. Kl., 1 m lang. Aotbuchen: Stämme 3. und 4. Kl., 2 Stück mit 2,04 fm; 6 rm Nutz- scheit 2. Kl., 2 m lang (Felgenhol;). Weißbuchen: 2 rm Nutzscheit 2. Kl., 1 m lang. Aichten: Stämme 4. und 5. Kl., 34 Stück mit 6 68 fm; 9 Stangen 1.3. Kl.

II. Am Dienstag dem 28. d. MtS., von vormittags lOVi Uhr ab, in der Gastwirtschaft von Konrad Grosch in Damm (Bahnstation) aus dem Schutzbezirk Lohra, Distrikte 6b, 12a, 14a, 15 b, 16, 17 a, 18 (Auf dem Gleichen, Lichteeiche, Brächterstrauch, Hätten- loh, Lachengraben, Dammerseite).

ßichen: Stämme 2.-5. Kl., 212 Stück mit 104,08 fm (bis 12 m lang und bis 57 cm stark); 24 rm Nutzscheit 2. Kl., 2 m lang. Auchen: Stämme 4. und 5. Kl., 13 Stück mit 9,07 fm; 4 rm Nutzscheit 2. Kl. Aichten: Stämme 2.-5. Kl., 202 Stück mit 113,45 fm (bis 16 m lang und bis 47 cm stark). Kiefern: Stämme 3.-5. Kl., 98 Stück mit 39,20 fm (bis 17 m lang und bis 33 cm stark).

Aufmaßregister können bezüglich der Schutzbezirke Ellnhaufen und Caldern von der Oberförsterei, bezüglich des Schutzbezirks Lohra von Herrn Revierförster Reiß in Lohra gegen Erstattung der Schreibgebühren be­zogen werden. Die Herren Schutzbeamten zeigen auf Ansuchen die Hölzer vor. 2169

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