Ausgabe 
10.12.1899 Erstes Blatt
 
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und so endet die ganze etwas weinerliche Fabel, zumal nun auch der durchgegangene Schwiegersohn wiedergekehrt ist mit einer obligaten Rührszene ä la Marlitt. Das ist in großen Umrissen die ganzeGeschichte-, die der Herr Verfasser nehme uns das Urteil nicht übel besser eine solche geblieben wäre. Als Prosaist mag Herr Winter ganz leidliche Erfolge haben; ein Schauspiel zu verfassen, dazu gehört aber denn doch eine etwas kunstvollere Detailarbeit. Vor allem eine vollständige Beherrschung der dramatischen Technik, die bei dem vorliegendenVolksschauspiel" durchaus fehlte. Einzelne Stellen, namentlich einige recht brauchbare, gute Witze fanden unter Anführung der Inhaber der hintersten Stuhlreihen lebhaften Beifall, und am Schluß des letzten Aktes wurde Herr Winter vor die Rampe gerufen und nahm den Beifall ent­gegen, den auch wir ihm hinsichtlich seines aufgewandten Fleißes und seines einer guten Idee geweihten Strebens nicht vorenthalten wollen. Wie bereits erwähnt, hatten sich Regie und Darsteller der Sache sehr warm ange­nommen. Die Hauptrolle des Arnold Bergkämper, des alten Durchbrenners, spielte Herr Karl Walter mit vielem Temperament und vermied es sogar die öfteren Rühr­szenen von der Grenze des Lächerlichen fern zu halten. In Maske, Haltung und Sprache war Herr Walter gleich gut. Eine recht wenig beneidenswerte Aufgabe war Fräu­lein Haussig zugefallen, die dazu verurteilt war, die Dora, Raimunds Geliebte, darzustellen. Daß sie sich mit gutem Takt dieser heiklen Rolle entledigte, ist ein neues Zeichen des schätzenswerten Talentes Der Dame. In der Versöhnungsszene des letzten Aktes eine Viertelstunde lang an der Thür stehen zu müssen, ohne mitmimen zu dürfen, ist auch mehr Kunst als Vergnügen. Das Gleiche läßt sich von Herrn Steinert, der sich diesmal von jeder Ueber- treibung und auch von seinen letzthin gerügten Fehlern frei­hielt, sagen. Allerliebst spielte wieder Fräulein Eichen­wald die schnippische, verwöhnte Küchenfee Fränzi. Daß Herr Wilhelmi sich mit der Hausburschenrolle recht gut befreundet hatte, bedarf wohl keiner Versicherung. Auch die kleinen Bernhard und Frieda Helm spielten schon recht wacker und erzielten sogar einen Hervorruf. Theaterblut! Auch die übrigen Darsteller gaben sich nach Maßgabe ihrer Rollen und Kräfte alle Mühe, die Premieredurchzubringen." Während die Künstler den vollen Beifall des Hauses und der Kritik verdienen, brachte es das Stück nur zu einem Achtungserfolg. Trotz der häufigen, enorm langen Pausen, war die Vorstellung um 10 Uhr zu Ende. Der große Kronleuchter schien gestern abend infolge des plötz­lichen Witterungswechsels schlecht disponiert zu sein, denn die Lichtlein erloschen zirka viermal. Böse Menschen be­haupteten, er sei ausgeklascht worden.

Für die verwundeten Buren gingen bei uns ein (bis 9. Dezember):

Frau St. 10 Mf., Gäste imSolmser Hos" 3 Mk., S.in G. 3 Mk., 3L 3 Mk., Engel 2.50 Mk., Berger 3 Mk., H. Schmidt, Kaufmann 3 Mk, «. B. 3 Mk., M. F., Gießen 3 Mk., Louis Rein, Aliendorf, a. d. Lda. 2 Mk., Untersekunda des Realgymnasiums 20 Mk., M. E 3 Mk., A. R. 2 Mk., Einige Bavaren 6 Mk, zwei studentische Stammtische bei Elges 6 Mk., F. R. 2 Mk., A. O., Gießen 3 Mk., Kollekte in Heuchelheim 91.50 Mk., Skatabend vom 30. November imEinhorn" 1.25 Mk, Prof. K. 5 Mk., O. G. 2 Mk, Frau Sophie Curtmann 10 Mk., Zug­vogel aus Hanau 7 Mk., Eckard 5 Mk., erster runder Stammtisch im Hessischen Hof" 43 Mk., aus Dutenhofen 1 Mk., Oberst a. D. Spohr 10 Mk., Sammlung im Cafv Hettler 35 Mk.. Separatist in Gießen 1 Mk, Klimpumpia 14 Mk, Dr. L. W. in Gießen 3 Mk, G. Kr. 5 Mk., Klasse I. der erweiterten Mädchenschule 12.50 Mk, II. Klasse der höheren Töchter­schule 16 Mk, Fräulein L. 2 Mk. Zusammen 854.79 Mk.

Bei dem hiesigen Zweigvereiu vomRoten Kreuz" sind an Unterstützungen für Transvaal noch weiter eingegangen und werden dankend quittiert:

Von Herrn Feller in Lollar als Sammlung an den Stammtischen in derGarmania" und im Bahnhöfe daselbst 20.50 Mk., von Herrn Prof. Stamm 10 Mk. und von Herrn Prof. C. 10 Mk. Zusammen 40.50 Mark.

Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.

<Ble6eu, 9. Dezember. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X l.t 01.15, Hühnereier per St. 89 ,3i, 2 St. 0000 H, Enteneier 1 St. 00 4, Gänse» eier per St. O00 H, Käse 1 St. 58 H, Käsematte 2 St. 56 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar

X 0.701.00, Hühner per St. X 0.901.00, Hahnen per Stück X 0.600 9o, Enten per St. X 1.802.20, Gänse per Pfund X 0 460.58, Ochsenfleisch per Pfd. 6874,$, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 Schweinefleisch per Pfd. 6072 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 6466 Hammelfleisch per Pfd. 5060 Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 biS 4 50 X, Weißfinut per St. 0000, Zwiebeln per Etr. X 5.005.50, Milch per Liter 16 H.

Frankfurter Börse vom 8. Dezember.

Wechsel auf New-York zu 4.201/2-2U/g.

Prämien auf Kredit per ult. Januar 3.00B/o, do. per ult. Dez. l.öOO/o, Diskonto Kommandit per ult. Dez. 1.2u%, do. per. ult. Jan. 2.50, Lombarden per ult. Dez. 0.55 /», do. per ult. Jan. 0.000/q, Staatsbahn per ult. Dez.% erhältlich.

Kotierungen: Kreditaktien 235.60-50-235,80 Diskonto-Kom­mandit 193.60-50, Staatsbahn 188.90-60, Gotthard 143 20. Lombarden 31.80 8 ,50 G, Ungar. Goldrente 97.70, Italiener 94 2j-00, Öprozentisch Mexikaner 00.00, 3proz. Mexikaner 25.40-00, Oesterr. Coupons 84Ve Amerik. Coupons 4.185/«, Privat-Diskont 5*3/16-58/4o/n<

l»/< bis 28/4 Uhr: Kredit 235.80-236 5u-, Diskonto Kommandit 193.70-90-80, Staatsbahn 138.60-90, Lombarden 31,60-00, Türken C (Bank Ottoman) 000.00-00.

Verlosungen.

Türkische 400 Frcs.-Lose. Gewinnziehung am 1. De­zember. Nr. 314551 L 600 000 Fr. Nr. 1961240 ä 60 < 00 Fr. Nr. 1969222 383045 je 20 000 Frcs. Nr. 132082 449759 947608 1165110 1894173 1897181 je 600<> Fr. Nr. 18933 152818 225337 125666 713658 1005371 124245 1286302 1446638 1505831 1719047 3730130 ä 3000 Fr. Nr. 60911 152816 183228 196104 314554 396517 405119 440334 523117 848873 878284 920120 925698 1084167 1124101 1183498 1241708 1247186 1271989 1307666 1318341 1318345 1885802 1435849 1889681 1889816 1974166 1974170 ä 1000 Fr. Alle übrigen gezogenen Nummern h 400 Fr.

Kredit Foncier Egyptten, Sproz. Ovligationen vom Jahre 1888. Ziehung am 15. November Auszahlung am 1. De- zember 1899. Nr. 118098 4 50 000 Fr. Nr. 9456 18514 29423 32003 51-86 56075 74373 75113 91593 115041 148962 155304 164619 177733 183122 195294 198592 229857 218989 301272 309882 339647 361903 376547 398799 je 1000 Frcs.

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: HülfskasseGrosse Nationalkrankenkasse', Altona; Kaufmann Hans Jsnsen Vilgaard, Apenrade; Möbelhändler Joh. Scharf, Altenboebum (Bochum); Fuhrmann Konrad Limberg, Grimersumer - Altendeich (Emden); Kaufmann Friede Weinmann (Jean Pichon Nachf), Frankfurt a. M.; Nachlass des Kreis-Daoh- deckermeisters Wilh Voigt, Bündheim (Harzburg); Firma Hiltersche Margarinewerke, Natrup-Hilter (Iburg); Schneider Herrn, van Bonn, Krefeld; Restaurateur F Eieenkolb, Liegnitz; Kaufmann F. H Star­finger, Prenzlau; Gärtner F. H. H-dnicker, Geringswalde (Rochlitz); Handelsmann Franz A. Hänsel, Schirgiswalde; Kaufmann H Ertel, Wittenberge; Fleischer Gust. Adolf Walther, Falkenhain (Wurzen); Bäcker Äug. Pauli, Oschersleben; Konfektionär Fri'dr. Jacubzik, Pirmasens; Tischler Aug. Prost, Pr.-Holland; Act.-Ges. Schönebecker Fahrrad- und Maschinenfabrik, Schönebeck; Wwe. Sarah Rosenthal, Schrlmm; Schuhmacher Herrn. Wandel, Seidenberg; Bierverleger Berth. Senkel, Spremberg (Lausitz); Kaufmann Hugo v. Tümpling (E R Schmock', Spremberg (Lausitz): Handelsfran Helene Neef, Grabow a. O. (Stettin); Bäcker Ant Langenmayer, Strassburg i. E.; Möbelfabrikant Gust. Herrn Müller, Rabenau (Tharandt); Gastwirt Wilh. Hilmer, Diepenau (Uchte); Schuhfabrikant Herrn. Ziessnitz, Weissenfels; Kaufmann Aug. Friedr. Thiel, Wittlich; Wirt Heinricu Schultheis, Biedenkopf: Kaufmann Selman Krakinowski, Breslau; Tapezierer Bernhard Gabriel, Bromberg; Schuhmacher Otto Rut­kowski, Bischofswerder (Deutsch- Eylau); Spezereiwarenhändler Albert Pfeiler, Dortmund; Kaufmann Josef Franz Klinke, Gifhorn; Oberschlesische Tiefbohrgesellschaft Zöllner & Co., Gleiwitz; Aktien­gesellschaft Tanskowmühle, Mölb (Hadersleben); Kaufmann Paul Leue, Hildesheim; Kaufmann Georg Gaulke. Kottbus; Putzmacherin Ernestine Henriette Marie Oelschläger, Leipzig; Ehefrau des frühem Kaufmanns Karl Fissler, Thatnm (Ludwigsburg); Steinhausr Philipp Schuli Sohn, Zittersheim (Lützelstei.'i); Th. Oämmerler & Co., München; Nachlass der Hulda Kujath Laura Schütz Nachf), Stettin; Schuhfabrikant Friedrich Wilh' Im Stahr, Rabenau (Tharandt).

Aufschrift der Postsendungen.

ßet Sicherung schneller Beförderung und Vestellanß der voftsendungen müsien auf denselben Empfänger und Bestimmungs­ort so genau bezeichnet sein, daß 4eder Ungewißheit »orgebeugt wird, vadei find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung deS Empfängers möglichst genau anzugeb« Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stell« der Aufschrift, nämUch unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.

2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Poftbezirk (On N., NO. rc.), tu welchem die Wohnung ftch befindet, hinter der OrtSbe- zeichnungBerlin- zu vermerk«.

3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich lautende Post orte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlich« Bezeichnung bei,ufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen hn Postverkehr oll maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus demVerzetchniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Dost» orte*, das zum Pi eise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen werden kann.

4. Wenn der im Reichs Postgebret belegene Bestimmungsort zwm mit einer Postanstalt versehen, desienungeachiet aber nicht all allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, di« Lage del OrtS in der Aufschrift der Sendung noch del Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren (Staaten del politischen Be»irks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), tn welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabc von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) «*], oder von Gebirgen s(Harz), (Riesenaebirge) k.J Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), »kJ für den Zweck geeignet.

tsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Post- anstalt anzugeben, von welcher autz die Bestellung der Sendung an den Empfänger erwirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremde« Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch daS betreffmk Land bez. der Landestbei! auf der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen lleberkunft der Sendungen an Den Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher tm eigenen Jnteresie der Absender, die Aufschrift« der Smdungev hiernach genau anzuferttgen.

Neueste Meldungen.

Depeschen des Bureau ȧerolb*.

Berlin, 9. Dezember. Wie aus Bückeburg gemeldet wird, kehrte gestern nachmittag 5 Uhr der Kaiser von der Pirsche in die festlich beleuchtete Stadt zurück, wo um 8 Uhr das Diner im Schlöffe eingenommen wurde. Zu dem heute stattfindenden Wohlthätigkeits Konzert für das deutsche Rote Kreuz haben der Kaiser und der Hof ihr Erscheinen zugesagt.

Berlin, 9. Dezember. Der verheiratete Bauführer Jürgens hat gestern die 21jährige Frau Köpke, mit der er ein Liebesverhältnis hatte, in ihrer Wohnung durch einen Revolverschuß in den Mund getötet und sich dann selbst auf die gleiche Art entleibt. Der Tod trat bei beiden auf der Stelle ein.

Wien, 9. Dezember. Die Situation des Kabi- netts Clary hat sich neuerdings erschwert durch den gestrigen Beschluß des Polenklubs, nur ein zweimonatliches Budget Provisorium zu bewilligen.

Paris, 9. Dezember. Heute nacht fand, nachdem der Sozialisten-Kongreß geschloffen war, ein heftiger Krawall zwischen den Sozialdemokraten und der Polizei statt, weil erstere eine rote Fahne entfalteten und ein revo­lutionäres Lied sangen. Mehrere Polizei Agenten, die sich der Fahne bemächtigen wollten, wurden thätlich angegriffen. Es entstand ein Handgemenge, indeffen gelang es der Polizei nicht, die Fahne zu beschlagnahmen.

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Vom Kriegsschauplatz.

London, 9. Dezember. Lord Salisbury ist voll­ständig wiederhergestellt. Er wohnte gestern einem Mi- nist errat bei, in welchem ganz besonders die Frage des Aufstandes der Holländer in der Kapkolonie zur Sprache kam. Dieser Auf st and scheint bedeu­tender zu sein, als bisher vermutet wurde. Der­selbe paralisiert vollständig die Bewegungen der Generale French und Gatacre, welche mit einer starken Kolonne nach dem Oranjcfluß aufbrechcn wollten, um von dort in den Freistaat einzudringen. Es wird versichert, daß eine an S.-

gedehnte Verschwörung in Kapstadt entdeckt worden ist und daß zahlreiche Verhaftungen bevorftehen.

Aus Kap stadt wird gemeldet, General Whuksop werde heute mit der Hochländer-Brigade, einer Truppen Abteilung des Generals Gatacre vom Oranjefluß nach dem Modderfluß abrücken. DaS Hauptquartier des Generals Gatacre befindet sich nunmehr bei PieterSkraal.

Ein Telegramm aus Prätoria meldet, der Kom­mandant der Buren berichte aus Ladysmith, er sei benach­richtigt worden, daß ein Ausfall der Garnison von Colenso bevor st ehe. Er habe sich darauf vorbereitet, daS Gefecht habe aber bis jetzt nicht stattgefunden. DaS Telegramm fügt hinzu, General White habe die gefangenen Buren nach ElandSlaagte zurückbringen laffen.

Daily Mail" erklärt, die 6. und 7. Division genüge nicht zur Verstärkung der Truppen in Südafrika, es müßten vielmehr neue Truppenteile nach Südafrika abgehen. DaS Blatt bedauert daS mangelhafte Vorhandensein von Artillerie und Kavallerie. Das 9. Hu­sarenregiment sei infolge des Unfalles des Transportschiffe- Jskare", bei welchem 400 Pferde umgekommen sind, außer Stande, an dem Gefechte teil zu nehmen.

Ein Buren-Kommando griff die RückzugS- linie des Lord Methuen an. Derselbe sandte unver­züglich Verstärkungen nach Süden. Ueber daS Resultat deS Kampfes ist nichts bekannt, doch erklärt daS KriegSamt, daß kein Grund zuBesorgnissen vorhanden (?) ist. Das Korps Lord Methuens wird mit den Verstärkungen auf 14000 Mann geschätzt. Auch hat er 3040 Geschütze und Lyddit Granaten. Er ist daher offenbar in bedeutender Uebermacht; doch wird der Widerstand ein verzweifelter sein, da durch einen Sieg Lord Methuens der Freistaat bedroht sein könnte Auch erregen die letzten Meldungen auS dem Westen im Lande die größteBesorgnis. Die Isolierung der Truppen Lord Methuens, die sich Plötzlich im Rücken bedroht sehen, ist sehr ernst, und militärische Kreise erwarten weitere Nachrichten mit ängstlicher Spannung. Aus Fröre wird tele­graphiert, daß General Buller durch Scheinwerfer-Signale mit Ladysmith korrespondiert, aber auch, daß sich der Be­lagerungsring enger geschlossen hat als bisher. Aus dem Umstand, daß General Buller nach Fröre gegangen ist, wird gefolgert, daß die Entscheidung nahe bevor steht. Aus diesem Grunde wird auch über die Bewegungen der beiderseitigen Truppen von der Zensur nichts durchgelaffen, was die Pläne Bullers verraten könnte.

Das Kriegs amt berichtet, daß eine Buren- Abteilung von 10,000 Mann die Eisenbahn­brücke über den Oranjefluß zerstörte. Eine eng­lische Abteilung Artillerie und Kavallerie griff die Buren an und zerstreute sie. Die Engländer hatten 14 Verwun­dete, während die Buren einen Toten und einen Verwundete» auf dem Kampfplatze ließen. Das Telegramm fügt hinzu, die Telegraphen- und Eisenbahn-Verbindung mit dem Modderfluß sei wiederhergestellt.

Das Kriegsamt veröffentlicht folgende Mitteilung: Vom Modderfluß liegt heute keine Nachricht vor, aber vom Oranjefluß wird telegraphiert, daß ein Eisenbahn-Via­dukt bei Graspan heute morgen in die Luft ge­sprengt wurde, daß der Telegraph zerschnitten ist und daß Kundschafter berichten, daß schweres Ge­schützfeuer in nördlicher Richtung vernommen wurde. Darnach scheint Lord Methuen isoliert worden zu sein, und der Kampf gegen ihn ist vielleicht schon entschieden. Die Nachricht verursacht hier große Besorgnis.

Madrid, 9. Dezember. DerHeraldo" veröffentlicht ein Telegramm aus Las-Palmas: Ein deutscher Paffagier an Bord des DampfersThugeie", der au» Durban kam und auf welchem sich größtenteils Flüchtlinge aus Natal befanden, erklärte in einem Interview, die Buren hätten zahlreiche Waffen und Munition aus Deutschland erhalten. Die Mehrzahl der in Südafrika sich aufhaltenden Spanier würde in dasHeer der Buren eintreten und zahlreiche von den Engländern ausgerüstete Freiwillige wären ebenfalls zu den Buren übergegangen.

Amsterdam, 9. Dezember. Die jüngste Poft aus Prä­toria bringt die Meldung, daß Oberst Schiel anstatt in das Hospital gebracht zu werden, in dasGe- fängnis von Pietermaritzburg und dann in das­jenige von Simonstadt geschafft wurde. Auf eine diesbezügliche Beschwerde antwortete General Buller, vor dem Eintreffen der englischen Verstärk­ungen könne seine Lage nicht geändert werden.

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