Ausgabe 
10.11.1899 Zweites Blatt
 
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Erbach, 7. November. Am vergangenen Samstag war «ine militärische Kommission hier anwesend, um in Sachen des projektierten Kasernen-Neubaues die vier vor- geschlagenen Plätze einer Besichtigung zu unterziehen. Vom militärischen Standpunkte aus wurde der im Brühl, zu­nächst dem Bahnhofe, für passend gefunden, während der Platz hinter demSchütze nhof" weniger Terrainschwierig­keiten bietet. Die endgiltige Entscheidung zwischen diesen beiden Plätzen wird vom Kriegsministerium in Berlin getroffen.

Mainz, 8. November. Wie dasMainzer Journal" meldet, wählte heute das Domkapitel zum Bistum-Ver­weser den Dom-Kapitular Professor Dr. Bruck.

Mainz, 8. November. Der Direktor am hiesigen Landgericht, Dr. Bockenheimer, eine in weiteren Kreisen bekannte und hochgeschätzte Persönlichkeit, feiert heute das 30jährige Jubiläum seiner Thätigkeit am Mainzer Kollegialgerichte. Dr. Bockenheimer, der im Jahre 1869 in das damalige Mainzer Bezirksgericht eintrat, ist der älteste Richter hier. Bezüglich der Eingemeindung der nahen Rheingemeinde Mombach in Mainz fanden gestern zwischen dem hiesigen Oberbürgermeister und Ver­tretern von Mombach wieder Besprechungen statt, die aber resultatlos verlaufen sind. Der Hauptgrund, warum die Eingemeindung keinen Fortgang nimmt, liegt darin, weil Mombach im Interesse seiner großen Fabriken, die bedeu­tenden Kohlenkonsum haben, Oktroifreiheit eingeräumt haben will, welches Recht die Stadt Mainz nicht glaubt einräumen zu können. Gestern abend wurde der Hilfsgerichts- schreibet: Pöpperling vom Amtsgericht Alzey ge­fänglich eingezogen, nachdem der Gerichtsschreiber Pape bereits vor 14 Tagen in Haft genommen worden ist. Beide Gerichtsschreiber sind der Unterschlagung beschuldigt. Bei dieser Gelegenheit wird es bekannt, daß unter dem letzten, jetzt verstorbenen Amtsrichter von Alzey an dem dortigen Amtsgericht durch die Gerichtsschreiber die größten Mißbräuche verübt wurden. Ueber diese Angelegenheit wird derK. Ztg." weiter geschrieben: Am Amtsgericht der rheinhessischen Kreisstadt Alzey herrschten, wie jetzt offenkundig wird, Zu stände, die kaum glaublich er­scheinen. Urteile wurden gar nicht oder nur teilweise voll­streckt, da bei dem Schlendrian der Gerichtsschreiberei alles liegen blieb oder nur nach geraumer Zeit und selbst dann nicht regelrecht erledigt wurde. Das konnte nur gefchehen, weil der alte Oberamtsrichter, der dem Weine allzusehr huldigte, nichts sah oder sehen wollte. Daß aber auch schlimmeres Passierte, kommt jetzt, nach dem Tode des Ober- amtsrichters zutage. Es sind Sporteln in hohen Be­trägen unterschlagen worden und gefälschte Stempel in Anwendung gekommen. Vor einigen Tagen wurde der Gerichtsschreiber verhaftet, und jetzt ist auch der Hilfsgerichtsschreiber in Untersuchungshaft ge­nommen worden.

Mainz, 7. November. Heute wird im Infanterie- Regiment Nr. 117 die 139 Mann zählende Lehrer­kompagnie nach einer vierwöchentlichen Uebung entlassen. Am Schluffe der am letzten SamStag abgehaltenen Be­sichtigung hielt Herr Oberst Kutze eine Ansprache, in der er seine Befriedigurg ausdrückte sowohl über das musterhafte Benehmen, als auch über die vorzüglichen Leistungen bei den Schießübungen und der Inspektion. Herr Oberst Kutze war selbst früher 12 Jahre Lehrer und wies darauf hin, daß die Lehrer mit den Offizieren auf demselben Gebiete, dem der Volkserziehung, ihre Kräfte dem Vaterlande weihten; in dieser Hinsicht betrachte er auch heute noch die Lehrer als seine werten Kollegen, und er bitte sie, in Dorf und Stadt auch ferner unablässig weiter zu arbeiten an der Er­ziehung der Heranwachsenden Generation zur Arbeitstüchtig­keit und Zufriedenheit, zum Gehorsam, zur Liebe zum großen Vaterland und zu der Treue, die schon vor zwei Jahr­tausenden ein besonderer Ruhm unserer Vorfahren war. Könnten nicht auch anderwärts sich national gesinnte Männer zu gemeinsamer Arbeit ebenso offen die Hand reichen? Der an 100,000 Mann zählende deutsche Lehrerstand wird es bei seiner bekannten vorzüglichen Organisation und seinem energischen Streben nach Fortschritt an Entgegenkommen nicht fehlen lassen, wenn man auch anderwärts wie in Mainz die Bedeutung seiner Wirksamkeit voll anerkennt.

Bingen, 8. November. Ein auf der hiesigen Rhein­werft lagerndes Faß Wein, welches mit dem Schiff an seinen Bestimmungsort weiterbefördert werden sollte, fand man heute morgen vollständig ausgelaufen. Die Thäter hatten das Fuderfaß umgedreht und nach Entfernung des Spundes auslaufen lassen. Der Schaden, welcher der be­treffenden Speditionsfirma hierdurch entsteht, dürfte etwa 700 Mk. betragen.

Krofdorf, 8. November. Dem Königlichen Oberförster Herrn Bus old hierselbst ist der TitelForstmeister" mit dem Range eines Rates vierter Klasse verliehen worden.

Aschaffenburg, 8. November. Einen Selbstmord­versuch machte gestern gegen mittag der erst vor kurzer Zeit von München hierher versetzte verheiratete Lokomotiv­führer Trösch. Auf seiner unter Dampf befindlichen Ran­giermaschine stehend, versuchte er sich mit dem Taschenmesser den Hals zu durchschneiden, wurde aber durch das Ein­greifen seines Heizers an der Vollendung der Thal ge­hindert. Die Wunde am Hals ist eine schwere, jedoch vor­läufig nicht direkt lebensgefährliche. Als Motiv der Thal wird seine Versetzung zu dem hiesigen Rangierdienst be­zeichnet.

Bonn, 7. November. Die von Berliner Blättern (auch von uns) gebrachte Nachricht über ein angeblich gestern hier zwischen zwei Einjährig Freiwilligen des 160. Regiments vorgekommenes Pistolenduell mit tätlichem AuSgang beruht auf einem Irrtum.

Universität und Hochschute.

Ernannt r Der Privatdozent Dr. Eduard Sei er, Direktorial- Assistent am kgl. Museum für Völkerkunde in Berlin, zum außerordentlichen Professor; ihm ist die neuerrichtete Loubat-Profeffur für amerikanische Forschung übertragen worden. Frl. Dr. Barbara T-deschi zum ordentlichen Professor an dem italienischen Gymnasium in Fiume. Frl Dr. Tedeschi ist der erste ordentliche Professor ihres Geschlechtes tm Gebiete der Stefanskrone.

Verschiedenes: Im Festsaale der Universität Tübingen hat am 6. d. M. die akademische Preisverteilung stattgeiunden. Die Preise, welche für die von den einzelnen Fakultäten aufgestellten Aufgaben ver­liehen werden, bestehen in goldenen Medaillen. In der ev.-theologischen Fakultät erhielten Preise cand. theoL E. Günther, A. Leube und O. Kiefer. In der katholisch-theologischen Fakultät wurde em Preis an stud. tbeol. Feiel verliehen. Die juristische Fakultät verteilte drei Preise und zwar an P. Dollinger, P. Göz und R. Meyding. Die medizinische Fakultät hat über keine ihrer beiden Aufgaben eine Be­arbeitung erhalten; ebenso die staatswiffenschaftliche Fakultät. Die philosophische Fakultät verlieh ihren Preis an stud. theol. E Fuchs, die naturwissenschaftliche Fakultät den ihrigen an Th. Schmierer. Der feierliche Akt wurde eingeleitet durch eine Rede des derzeitigen Rektors Professor Dr. Schanz über das Thema:Universität und technische Hochschule." An der technischen Hochschule zu Berlin ist Professor Dr. Hirschwald, der als Ordinarius für Mineralogie der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde angehört, während des ganzen Winter­halbjahrs beurlaubt. Die Vertretung ist dem Privatdozenten Professor Dr. W. Müller übertragen worden. Ferner wird aus Berlin ge­meldet: An Stelle des bis Ende September 1900 beurlaubten Professors Frhrn. v. Herzogenberg ist vertretungsweise der Direktor Professor Robert Radecke mit der Leitung der zuständigen Meisterschule für musi­kalische Komposition betraut worden. In Heidelberg findet am nächsten Samstag eine Trauerfeier für den verstorbenen Chemiker Geheimrat Bunsen statt. Geheimrat Curtius wird die Gedenkrede hatten. Die Heidelberger Studentenschaft sammelt für die Hinterbliebenen der ge­fallenen Buren, gleich in den ersten zwei Tagen kamen 100 Mk. zusammen Bei der letzten Kneipe der alten Burschenschafter in Berlin wurden zu dem gleichen Zweck 50 Mk. gesammelt und alsdann den Buren zu Ehren das Lied angestimmt:Die bange Nacht ist nun herum." In Dorpat sollen 200 Studenten, die die Kollegiengelder nicht erschwingen können, ausgeschlossen werden. Die bittere Armut ist auch erst mit den russischen Studenten in Dorpat eingezogen.________________

Kunst und Wissenschaft.

Frankfurt a. M., 8. November. Heute mittag 12l/r Uhr wurde das königliche Institut für experimentelle Therapie eröffnet. Anwesend waren der Kultusminister Dr. Studt, Vertreter der Universitäten Gießen und Marburg, des bakteriologischen Instituts in Kopenhagen, ebenso Vertreter von Magistrat und Stadt­verordneten. Oberbürgermeister Adickes übergab das Gebäude im Namen der Stadt und wünschte, daß dasselbe zum Segen der ganzen Mensch­heit gereiche. Der Kultusminister übernahm das Gebäude im Namen der Regierung und überreichte im Namen des Königs den Professoren Schmidt-Metzler und Weigert die Ernennung zu Ehrenmitgliedern des Instituts mit dem Titel Geheimer Medizinalrat. Der Dekan der Uni­versität Marburg teilte mit, daß die medizinische Fakultät Marburg den Oberbürgermeister Adickes zum Ehren-Doktor ernannt habe und über­reichte diesem das betreffende Diplom. Nachdem Oberbürgermeister Adickes gedankt hatte, hieß Geheimrat Schmidt-Metzler das Institut im Namen der Frankfurter wissenschaftlichen Körperschaften willkommen. Den Schluß der Feier bildete ein durch Zeichnungen erläuterter Vortrag des Vor­sitzenden Professors Ehrlich über Immunität. _____________________

Arbeiterbewegung.

Barmen, 8. November. In der Kesselschmiede von Silier und Jamart legten heute 100 Arbeiter die Arbeit nieder; sie verlangen Lohnerhöhung. Etwa 50 arbeiten weiter.____________________________

Krieskasten.

N. P. hier. Die Angelegenheit eignet sich nicht für den redakttonillen TeU. Sprechen Sie Ihren Dank, Aufforderung rc. in einem Inserat aus. Außerdem nimmt die Redaktion wie schon so oft betont anonyme Eingänge prinzipiell, auch beim harmlosesten Inhalt, nicht an.

r. 2 in B. Leider nicht brauchbar. Der Gedanke ist hübsch, doch die Veise mangelhaft.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 11. November 1899.

Vorabend 43) Uhr, morgens 9 Uhr Haphtarah.Ertlärirrrg, nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang 5M Uhr.___________________

Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 9. November. Der Kaiser hat dem Staats­sekretär Grafen v. Bülow das Großkreuz des Roten Adlerordens verliehen und ihm die Insignien vor dem gestrigen Diner persönlich Überreicht.

Berlin, 9. November. Zur Flottenfrage hört die National-Zeitung", daß die Absicht besteht, in Gesetzesform auszusprechen, daß bis zu einem gewissen Zeitpunkte nach dem bekannten Plane bis zum Jahre 1917 die Flotte auf den im neuen Plane vorgesehenen Stand zu bringen ist, um so eine stärkere Sicherheit für die Durchführung des Planes zu erhalten. Die Vorlage dürste etwa im Januar an den Reichstag gelangen.

Berlin, 9. November. Auch die Morgenblätter be­sprechen durchweg das neue Samoa-Abkommen in sympathischem Sinne.

Berlin, 9. November. Der Kaiser wird heute nach­mittag um 3 Uhr 10 Min. seine Reise nach dem Jagd­schloß Letzlingen von der Station Wildpark aus antreten.

Chalons, 9. November. Im hiesigen Feldlager fanden gestern nacht interessante Versuche mit Scheinwerfern zur Auffindung von Verwundeten auf dem Schlachtfelde sowie zur Beleuchtung militärischer Operationen statt. Die Versuche fielen befriedigend aus.

London, 9. November. Nach einem Telegramm aus Portsmouth erhielt das fliegende Geschwader den Befehl, mit drei Schlachtschiffen und einem Kreuzer am 17. November sich bei Spithead zu versammeln, um den deutschen Kaiser zu empfangen.

Em neuer Spielerprozest in Sicht?

Berlin, 9. November. Die Aufhebung einer großen Spielergesellschaft, bestehend aus Buch­machern, Geschäftsleuten, Militärperfonen in Zivil und anderen Sportsfreunden, ist in Carlshorst von der Berliner Kriminalpolizei im Verein mit Organen der Orts­

Polizei und der Gendarmerie vorgenommen worden. Im ganzen wurden die Personalien von 52 Beteiligten fest­gestellt. Zwei, bezüglich deren Angaben Zweifel bestanden, wurden in Haft behalten. Unter den Festgenommenen be­findet sich auch eine Persönlichkeit, gegen die nicht weniger als 16 Anzeigen wegen Falschspiels bezw. gewetbSmäßigen Glücksspiels vorlagen.

Samoa.

Wien, 9. November. Die hiesige Preffe verhält sich dem Samoa-Abkommen gegenüber sehr reserviert. DieDeutsche Zeitung" befürchtet, daß Deutschland durch dieses Abkommen sich die Hände in der Süd­afrikafrage nur noch mehr gebunden habe, als dies bisher leider der Fall gewesen sei. Das deutsche Volk habe bereits Stellung gegen England genommen, und mau könne abermals, wie schon oft, vor einer zu weitgehenden Freundschaft mit England nur warnen, da England sich stets hinterlistig gezeigt habe.

London, 9. November. Hier zirkulieren Gerüchte, daß außer dem Samoa-Abkommen noch anderweitige Verständigungen zwischen Deutschland und England bekannt gegeben werden sollen.

New-York, 9. November. Man kannte gestern noch nicht den genauen Wortlaut des zwischen Deutschland und England getroffenen Abkommens in Bezug auf Samoa. Hiesige Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus Berlin, in welchem die Hauptpunkte des Vertrages mitgeteilt werden. Mehrere hohe Beamte des Auswärtigen Amtes sind über das Uebereinkommen interwiewt worden. Dieselben erklären, dieVereinigtenStaaten würden keine Schwierig­keiten gegen die Annahme des Uebereinkommens machen. Die amerikanische Regierung würde höchstens einige minder­wertige Konzessionen fordern.

Bom Kriegsschauplatz.

London, 9. November. Ein Telegramm aus Durban berichtet, daß eine Truppen Abteilung von berittenen Freiwilligen Pietermaritzburg verlassen habe, um sich in nördlicher Richtung nach Eastcourt zu begeben.

London, 9. November. Ein Teil der Blätter fordert energisch die Absetzung des Kapstadter Kabinetts­chefs Schreiner, wogegen ein anderer Teil der Presse dies für gefahrvoll hält, weil man dadurch die Afrikander vor den Kopf stoße und gegen England zur Opposition dränge.

London, 9. November. Den letzten Meldungen aus Pietermaritzburg zufolge sind die Verluste der Eng­länder am vergangenen Freitag bei Ladysmith ebenfalls sehr groß gewesen.

London, 9. November. Im englischen Kriegsamt war man gestern merkwürdig zuversichtlich und schien keinerlei Besorgnis bezüglich Ladysmith zu haben. Auch waren dieVorgänge um Ladysmith am Donner s- tag und Freitag noch nicht aufgeklärt. Nach Colenfo scheinen sich die Buren nicht in großer Stärke hineinbegeben zu wollen, entweder, weil sie dort eine Falle fürchten, oder weil ihre Truppen näher an Ladysmith gebraucht werden. Es steht nur ein schwaches Kommando in Colenso.

London, 9. November. An Bord eines Transport­dampf ers . fand gestern eine Explosion statt. Der Dampfer hatte Kavallerie und Artillerie an Bord und war auf Befehl des Kriegsministers noch zurückgehalten worden. Er sollte am nächsten Sonntag erst abgehen, um vorher noch Munition aufnehmen zu können. Infolge der Ex­plosion ist es noch ungewiß, ob der Dampfer in See gehen kann.

London, 9. November. Die Blätter sind darin einig, daß jetzt der gefährlichste Zeitpunkt für England vorüber ist, da die Landung der Bullerschen Armee nicht verfehlen dürfte, auf die Buren einen tiefen moralischen Eindruck zu machen.

London, 9. November. Fünf Eisenbahnzüge mit Flüchtlingen sind nach einer Meldung aus Kapstadt aus Colesberg in Pietermaritzburg angekommen. Alle öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser mußten zur Unterbringung der Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden.

London, 9. November. Ein Telegramm aus Prince- t own in der Kap Kolonie berichtet, daß die dortigen Buren durch eine deutsche Kompagnie aus Prätoria verstärkt worden sind. In der Kap Kolonie macht sich unter den Afrikandern eine Bewegung zu gunften der Buren bemerkbar.

Las Palmas, 9. November. Der hier eingetroffene Kreuzer Hermes hat Befehl, alle verdächtigen Schiffe zu überwachen. Zahlreiche Kohlenschiffe kreuzen an den kanarischen Inseln und begeben sich nach Kapstadt. Ge-- rüchtweise verlautet, daß das englische Kanal-Ge­schwader nach Südafrika befohlen werden wird.

Marseille, 9. November. In Algier und Tunis sind englische Werbe-Agenten eingetroffen, welche ver­suchten, gegen eine Prämie von 1500 Franks frühere Le­gionäre für Kriegsdienste in Südafrika anzuwerben.

London, 9. November. Augenblicklich werden im Feld­lager von Aldershot Vorbereitungen für Truppen- Konzentrationen getroffen. Es handelt sich zunächst um die Mobilisierung einer Division. Die Mobilisierung eines neuen Armee-Korps ist noch nicht definitiv beschlossen. Ball-Seiden-Rohe «l io,so und höher 14 Meterl porto- und zollfrei zugesandtI Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbigerHenneberg-Seide" von 75 Pfg. bis 18,6h per Meter. 7326

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