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sandten erwiesen werden. Gestern nachmittag empfingen, wie aus Madrid gemeldet wird, die Prinzen im Palast alle in Madrid anwesenden Mitglieder der Auswärtigen Gesandtschaften. Heute abend findet im königlichen Opernhause in Madrid Galavorstellung statt.
— Im Neuen Palais fand um 1 Uhr nachmittags ein Dejeuner im engsten Familienkreise statt. Gleichzeitig hatte der Staatssekretär v. Bülow Einladungen zu einem diplomatischen Diner in Berlin ergehen lassen, an welchem Graf Murawiew, Graf von der Osten-Sacken, Fürst Hohenlohe, der deutsche Botschafter in Petersburg, Fürst Radolin und der russische Militärattache Prinz Engalitschew leilnahmen.
— Wie die „Post" erfährt, dürfte die in Vorbereitung begriffene neue Flottenvorlage nur Bestimmungen betreffs der Stärke unserer Flotte, nicht jedoch hinsichtlich des Zeitpunktes, bis zu dem diese erreicht werden soll, enthalten. Was die Bewilligung für den Ausbau der Marine anlangt, so wird es den gesetzgebenden Faktoren überlassen bleiben, diese der politischen und finanziellen Lage des Reiches in jedem Jahre anzupassen.
— Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl der ersten Abteilung wurden durchweg die liberalen Kandidaten gewählt.
Kiel, 8. November. Die Kaiserreise nach England erfolgt den 18. oder 21. November.
Stuttgart, 8. November. In Eßlingen sind bisher gezählt für Schlegel (Soz.) 11 335, für Geß (D. P.) 10 701 Stimmen. Einige kleine Orte fehlen noch.
München, 7. November. Nach einer amtlichen Zusammenstellung belaufen sich die privatenHochwasser- schäden in Oberbayern auf 5592833 Mark, in Niederbayern auf 2515292 Mk., in der Oberpfalz auf 21 901 Mk., in Schwaben auf27 480Mk., zusammen auf 8157506 Mk. An Unterstützungen sind begutachtet für Oberbayern 3 373926 Mark, Niederbayern 1 775310 Mk., Oberpfalz 18859 Mk. Schwaben 15 690Mk., zusammen 5183 785 Mk. Dazu kommt noch ein Gesamtschaden der Distrikte von 555 781 Mk. und der Gemeinden von 3 504 411 Mk. Im ganzen ist der Schaden also mit 12 217 698 Mk. erhoben. Dem gegenüber sieht die Notstandsvorlage Unterstützungen von 5 650 000 Mk. vor. Davon sollen bis zu 3 Millionen Mk. nicht rückzahlbare Zuschüsse, der Rest unverzinsliche oder verzinsliche Darlehen sein._______________________________________________
Ausland.
Antwerpen, 8. November. In den hiesigen Kirchen werden öffentliche Gebete abgehalten, um von Gott den Sieg für die Buren zu erflehen. Drei Pfarrer hielten Ansprachen, worin sie den südafrikanischen Krieg mit dem Kampf zwischen dem Riesen Goliath und David verglichen.
Paris, 8. November. Man erwartet mit großer Spannung das Gutachten der Kammer über den Antrag betreffend Verfolgung des Generals Mercier, über welchen sich die Kammer in den ersten Tagen auszusprechen haben wird. Die Beantwortung des Antrages war vom Ministerium Dupuy bis nach Erledigung des Dreyfus- Prozesses vertagt worden.
Paris, 8. November. Wie nunmehr feststeht, werden 25 bis 30 Verhandlungstage für die K o m p l o t t s - A f f a i r e notwendig sein. Es sind im ganzen 500 Zeugen geladen. 30 Anwälte haben Verteidigungsreden zu halten. Der Prozeß wird daher nicht vor Weihnachten beendet sein.
Paris, 8. November. Der Marineminister hat den Vorschlag der Vereinigung der französischen Frauen betreffs Ausstattung eines Hospitalschiffes zu Kriegszeiten angenommen.
Paris, 8. November. Die Offiziere, welche vor einigen Tagen in Castres Straßenkundgebungen veranstalteten, sind mit 60 Tagen Festungshaft bestraft worden.
London, 8. November. Das Kriegsamt beschloß, den Familien der einberufenen Reservisten außer den gesetzlichen Zuschüssen auch noch Zuweisungen in der Höhe des halben Soldes zu machen.
New York, 8. November. Gestern trafen hier 150 D e u 1 s ch e aus Transvaal ein. Dieselben hoben die große Kriegslust der Buren hervor und drückten die Zuversicht eines schließlichen Sieges derselben aus.
NewYork, 8. November. Die gestrigen Wahlen in zwölf Staaten der Union ergeben, daß das Volk durchaus unzufrieden mit Mac Kinleys Blut- und Eisenpolitik ist. Obgleich seine Partei einen schweren Schlag erlitten hat, ist doch nicht an ein Aufgeben der Philippinen zu denken, weil die Demokraten für ein Protektorat mit Selbstverwaltung der Filipinos sind. Mac Kinleys nächstjährige Kandidatur hat einen heftigen Stoß erhalten, da Ohio nur knapp republikanisch, während Bryan jetzt unbestreitbar der alleinige Führer der Demokratie ist, nachdem Nebraska sich mit großer Mehrheit für ihn erklärt hat, Pennsylvania, Iowa und Massachussetts weisen ein stark reduziertes republikanisches Votum auf, während Maryland und Kentucky wieder demokratisch sind.___________________________
Vermischtes.
* Bamberg, 6. November. Ivo, „Einsiedelmann" vom Staffelberg, hat Sehnsucht nach den Bergen seiner Heimat überkommen und das Klostergebäude der Barmherzigen Brüder in Gromsdorf, wo er zwar liebevolle Aufnahme gefunden hatte, aber sich nie recht heimisch fühlen konnte, wieder verlassen. Am liebsten wäre er wieder in seine Klause auf den Staffelberg zurückgekehrt, um allda das Ende ferner Tage zu erwarten; da dies aber aus verschiedenen Gründen nicht angeht, hat er in der Nähe des Staffelbergs in seinem Geburtsorte Oberleiterbach bei einem Vetter Wohnung genommen. Ivo hat zwar nie den Nimbus
verdient, der ihm durch Scheffels Lied geworden, aber immerhin war er eine vielbekannte Persönlichkeit.
* Ludwigshafen, 6. November. Der elektrische Motorwagen überfuhr heute nachmittag auf der Ludwigstraße einen 2»/,jährigen Knaben. Der Kopf wurde dem Kleinen vom Rumpfe getrennt. Angesichts dieses Unglücksfalles sammelte sich eine große Menschenmenge an, die das Weiterfahren des Wagens verhindern wollte. Erst nachdem Gendarmerie und Polizei energisch auftraten, zerstreute sich die erregte Menge.
* Elberfeld, 7. November. In der Militärbefreiungsangelegenheit, die schon seit langer Zeit schwebt, sind neuerdings wieder zwei Verhaftungen vorgenommen worden. Es wurden festgenommen der Sohn eines Fabrikanten aus Höhscheid und ein Kaufmann aus Elberfeld.
*Berlin, 7. November. Zu Unrecht in den Listen der Sittenpolizei geführt worden, ist längere Zeit hindurch die Tochter eines in der Königgrätzer Straße wohnhaften Beamten, ein durchaus ehrenwertes Mädchen. Die höchst absonderliche Thatsache ist lediglich durch einen Zufall bekannt geworden; eine Dirne hatte sich des Namens und der Adresse der jungen Dame bedient, die so, ganz ohne ihr Zuthun in einen höchst peinlichen Verdacht gekommen ist. Folgende Einzelheiten sind zu dem Vorfall, der zweifellos nicht geringes Aufsehen erregen wird, zu berichten:
Bei dem in der Königgrätzer Straße 122 wohnenden Hauswart der Militär-Pensionsanstalt B. erschien vor kurzem eine barmherzige Schwester, um bei der Tochter des B. Besserungsversuche anzustellen. Hierdurch erfuhren die B'schen Eheleute zu ihrer nicht geringen Ueber- raschung und Bestürzung die Thatsache, daß ihre älteste Tochter unter sittenpolizeilicher Kontrole gestellt worden war, wiewohl die junge Dame als hochachtbar allgemein bekannt ist, und fast nie ohne Begleitung ihrer Eltern auszugehen pflegte. Die sofort angestellten polizeilichen Recherchen ergaben, daß Frl. B. gegenüber ein ganz nichtswürdiger Streich verübt worden war. Eine Dirne, namens Hedwig Hübner, hatte sich den Namen der B. beigelegt und sich desselben bei ihren regelmäßigen polizeilichen Gestellungen bedient; nur durch den Umstaad. daß sie einmal die Stellungsfrist versäumte, und daß deshalb zunächst die Schwester die vermeintlich Gefallene aufsuchte, wurde der Betrug entdeckt Die Hübner, die ermittelt und festgenommen ist, gab an, daß sie die falsche Eintragung veranlaßt habe, um sich an Frl B. zu rächen Die H., deren Vater ebenfalls an der Militärpensionsanstalt angestellt ist, ist eine Spielkameradin der B. Die Jugendfreundin hatte sich jedoch von dem leichtsinnig gewordenen Mädchen zurückgezogen. Die H. mußte das Elternhaus verlassen und hat sich dann verschiedentlich in Berlin und außerhalb umhergetrieben. Es liegt der Verdacht vor, daß die nunmehr Verhaftete sich w.iterhin der Namen zweier anderer jungen Mädchen bedient und diese ebenfalls zu Unrecht unter polzeiliche Kontrole gebracht hat. Gegen die raffinierte Person wird Anklage wegen Urkundenfälschung, Führung falscher Namen, Verleumdung usw. erhoben werden.
* Berlin, 8. November. An den Fall Grünenthal erinnert eine Affaire, welche augenblicklich die hiesige Kriminalpolizei in außerordentlichem Maße beschäftigt. Auf dem Jerusalemer Kirchhofe wurden von einem dort seit Jahren beschäftigten Arbeiter namens Friedrich Bollmann 4000 Mark in Gold gefunden. Derselbe, bei einer Witwe, Frau L., Bergmannstraße 15, wohnhaft, trug den Fund nach Hause und versteckte ihn in seinem Koffer. Und während er diesen Schatz geborgen glaubte, erschien bei seiner Wohnungsgeberin gestern nachmittag ein Herr, der sich als Kriminalbeamter ausgab, den Koffer Bollmanns mit einem Beile aufsprengte und das im Koffer in einem Beutel liegende Gold mit sich nahm. Dieser Unbekannte, welcher zweifellos mit einem schweren Verbrecher, der das Gold auf dem Friedhof ausgegraben hat, identisch, und auf überaus raffinierte Art wieder in den Besitz desselben gelangt ist, dürfte bereits das Weite gewonnen haben.
* Hamburg, 8. November. Der Telegraphist Dickmann ist vergangene Nacht auf dem Rangierbahnhofe am Rothenburgsort, als er neben der Weiche stand, von dem Nangier- zug totgefahren worden.
* Hamburg, 6. November. Eine fiftirte Hinrichtung. Die auf gestern angefetzte Hinrichtung des Raubmörders Fischer in Hamburg ist laut Beschluß des Hanseatischen Oberlandesgerichts einstweilen sistier: worden. Da das Gerüst für die Guillotine bereits auf dem Hof des Unterfuchungsgefängnisfes aufgebaut worden war, wurde nach dem Beschluß des Oberlandesgerichts sofort mit dem Wiederabbruch begonnen. Dieser Fall, daß nämlich das Schaffst wenige Stunden vor der Hinrichtung wieder abgebrochen wird, dürfte in der Kriminalstatistik wohl einzig dastehen. Der Verteidiger des zum Tode Verurteilten hat nämlich am Samstag in Bergedorf die Pfandleiherin Frau Jung ausfindig gemacht, die äußerst wichtige Aussagen zu gunsten Fischers gemacht hat. Von dem Ergebnis der weiteren Ermittlungen wird es abhüngen, ob eine neue Verhandlung anberaumt werden wird oder nicht.
* Dresden, 7. November. Karl Ueberhorst, ein verdienter Oberregisseur der Hofoper, ist hier gestorben.
♦ Leipzig, 7. November. Eine Versammlung von 800 Theaterfreunden richtete unter Anführung zahlreicher Mißstände bei der jetzigen Theaterleitung eine Resolution an die Stadtverordneten, welche eine Neuausschreibung der Pacht befürwortet.
* Hoyerswerda, 7. November. Aus dem Pastorhause zu Kroppen wurden dreißigtaufend Mark Kirchen- nnd Schulgelder, bestehend aus Wertpapieren und Sparkassenbüchern gestohlen.
* Kalau, 7. November. (Ein Raubmord). Am Samstag nachmittag ist in der zur Stadt Kalau gehörigen Altnauer Dominialforft ein Raubmord versucht worden. Der in den Kiesschüchten Buchwäldchen beschäftigte Schacht- meister Neumann wollte sich zwecks Auszahlung des Lohnes nach der Arbeitsstelle begeben, als er an der Kreuzungs- stelle der alten Poststraße von einem unbekannten Manne begrüßt wurde. Dieser erkundigte sich nach seinem Befinden und fragte schließlich, ob er ihm nicht 100 Mark wechseln könne, was Neumann jedoch mit dem Bemerken ablehnte daß er kein Geld bei sich habe. Der Fremde folgte trotzdem dem Neumann, belästigte ihn mit Redensarten und
griff ihn schließlich thätlich an. Neumann zog sofort feinen geladenen Revolver, erhielt jedoch von dem Thüter mehrere Messerstiche in Rücken, Kopf und Brust, außerdem wurde Neumann durch fünf bis sieben Revolverschüsse, welche der Unmensch teils aus feinem, teils aus dem Revolver seines Opfers, welchen er ihm entrissen, abgab, tätlich verletzt unb seines Barbestandes von 300 Mk. in Kourant beraubt. Die in kurzer Entfernung beschäftigten städtischen Forstarbeiter liefen, durch die Hilferufe und die Schüsse aufmerksam gemacht, hinzu, vermochten jedoch nicht den Thüter, der eiligst daS Weite suchte, zu fassen. Neumann liegt jetzt hoffnungslos darnieder. Der Mörder, ein Mann von etwa 25 bis 26 Jahren, mit rasiertem Gesicht, ist von kräftiger Statur. Er trug Helle Mütze, Helles Jaquet und eine graue Hose.
* Au8 der Oberlaufitz, 7. November. Von einem Hirsch zerfleischt. Der Häusler Kruhl aus Ullersdorf bei Jänkendorf in der Oberlausitz begab sich dieser Tage nach dem dortigen Hirschpark, um die Hirsche zu füttern. Als er sich wieder entfernen wollte, wurde er von einem ausnehmend starken Husche verfolgt und schließlich angefallen, wobei dem Aermsten nicht nur das Gesicht vollständig zerfleischt, sondern ihm auch die ganze rechte Seite des Körpers in schrecklicher Weise verwundet wurde. Dem schon bejahrten Manne, welchem die Kleider in Fetzen vom Leibe hingen, gelang es Unter den größten Anstrengungen, zum Teil auf Händen und Füßen kriechend, sich aus dem Bereiche des wütenden Tieres nach einem nahegelegenen Fußsteig zu schleppen, wo ihn nach Verlauf von etwa drei Stunden eine des Weges kommende Frau in bewußtlosem Zustande auffand. Der Schwerverletzte wurde mittels Fuhrwerks nach seiner Wohnung geschafft, doch konnte ihm ein sofort herbeigerufener Arzt keine Hilfe mehr brihgen; schon am anderen Morgen gab er unter den fürchterlichsten Qualen seinen Geist auf.
* Wien, 6. November Bei dem heutigen Nennen in der Freudenau stürzte der bekannte Jockey Georges Rum bild so unglücklich, daß er bewußtlos ins Krankenhaus geschafft wurde, wo er infolge des erlittenen Schädelbruchs alsbald verstarb.
* Sosnowice, 7. November. Bei der Station Jendo- zejow stießen infolge falscher Weichenstellung zwei Güterzüge zusammen, wobei beide Zugführer und ein Heizer schwer verwundet wurden; eine Frau wurde getötet.
* Budapest, 7. November. In Kr assova im Krasso- Szörenyer Komitat gruben die abergläubigen rumänischen Bauern, um die Weiterverbreitung der Diphtheritis zu verhindern, auf dem Friedhöfe 30 Leichen aus, zerstückelten diese und vergruben sie wieder. Die Gendarmerie hat bisher 16 Verhaftungen vorgenommen.
• London, 7. November. Nach den jetzt vorliegenden Details war die kurz gemeldete Katastrophe auf dem Truppenschiff „Rapidan", welches am Donnerstag aus Liverpool nach dem Kap abging und in einen Sturm geriet, furchtbar, es hatte 260 Mann und 380 Pferde an Bord. Das Schiff wurde Plötzlich seitwärts von dem Orkan getroffen und neigte sich bis zu 45 Grad. Die Pferde wurden gegen die Querbalken vor den Verschlügen geworfen. Die Querbalken zerbrachen, und die Pferde rollten das schräge Verdeck hinab. Die Szene war unbeschreiblich. Viele Pferde wurden sofort getötet, andere schwer verletzt. Das ganze Verdeck bildete eine tobende Masse verzweifelt um sich schlagender, in Totesangst schreiender Pferde. Die Mannschaft eilte zu Hilfe, konnte aber wenig thun; erst nach langer Zeit wurde die Ordnung hergestellt. 137 Pferde waren sofort tot, und der Gesamtverlust mit denen, die getötet werden mußten, beträgt 235. Der „Rapidan", welcher Holyhead anlief, ist in Birkenhead in Dock genommen worden, um repariert zu werden. Leute wurden nicht verletzt.
* Madrid, 7. November. In demselben Expreß- Zuge, in welchem Prinz Albrecht von Preußen und sein Gefolge aus Frankreich hier eintraf, wurde ein verwegener Raubanfall verübt. In einem Schlafwagen, in welchem die Kortesmitglieder Mendez Vigo und der Herzog von Baena mit ihren Frauen aus San Sebastian nach Madrid zurückkehrten, drang gegen 2 Uhr früh, zwischen den Bahnhöfen von Medina del Campo und Ars- valo, ein schlecht gekleidetes, mit einem großen Messer bewaffnetes Individuum ein und schickte sich an, dem schlafenden Herzog die Waffe, in den Leib zu stoßen, als Mendez Vigo, der glücklicherweise wach war, seiner ansichtig wurde, auf ihn losstürzte und ihn entwaffnete. Der Herzog erwachte auch aus das Geschrei seines Reisegefährten und half den Verbrecher festhalten. Da es in den spanischen Zügen, trotz allen gesetzlichen Vorschriften, keine Alarmzeichen gibt, fo mußten beide Reifenden den Verbrecher über eine Stunde lang, bis der Zug in Arevalo hielt, festhalten, zum großen Schrecken der mitreisenden Damen. Der Räuber suchte verschiedene Male sich loszumachen und drohte anfangs, vier Spießgesellen von ihm befänden sich im Zug und würden gleich herein- kommen, um alle Insassen des Wagens niederzumachen, wenn man ihn nicht laufen lasse. In Arovalo angelangt, riefen die betreffenden Reisenden den Bahnhofsvorsteher und zwei Gendarmen, dem sie den Verbrecher übergaben; die Gendarmen benahmen sich aber so ungeschickt, daß der Verbrecher ihnen entwischte und zur Stunde noch nicht wieder eingefangen worden ist. Es mußten noch andere Verbrecher im Zuge reifen, denn aus einem anderen Schlafwagen war ein Handkoffer mit Juwelen verschwunden.
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