Ausgabe 
10.9.1899 Erstes Blatt
 
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General Mercier am Schlüsse einer feiner Aussagen sagte: Das ist ein materieller Beweis. Ich aber behaupte, daß alles, was vorgebracht worden ist, nur Wahrscheinlichkeits­gründe sind. Die gegenwärtigen Verhandlungen fallen in einen Augenblick, wo infolge einer unerhörten Verwirrung der Gemüter die Sache des Angeklagten zu dem Dilemma: Hie Dreyfus, hie die Ehre der Armee" entstellt worden ist. Die Generäle waren täglich heftigen Angriffen aus­gesetzt, und diese Angriffe bestärkten sie in ihrem Glauben an die Schuld Dreyfus', sie waren geneigt, Wahrscheinlich- keitsgründe als Beweisgründe gelten zu lassen. Die Ehren­haftigkeit und die Loyalität der Generäle steht außer Frage, sie haben nicht anders handeln können, als sie gehandelt haben. . .

Rennes, 8. September. Heute abend finden hier zwei große Versammlungen statt, eine von feiten der Sozialisten, die andere unter dem Vorsitz des hier an­wesenden Antisemitenführers Max Regis seitens der nationalistischen Partei.

Vermischtes.

* Berlin, 8. September. Eine TaschemitPretiosen im Werte von 810,000 Mark ist gestern nachmittag der Schauspielerin Frau Agnes Freund geb. Voß im Kölner v-Zuge abhanden gekommen. Die Dame kam mit dem Zuge über Hildesheim nach Berlin. Bis Hildesheim faß sie lesend auf ihrem Platze. Nachdem in Hildesheim noch zahlreiche Fahrgäste eingestiegen waren, begab sich Frau Freund in den Speisewagen. Eine schwarze Ledertasche wollte sie dorthin mitnehmen. Da ihr aber bedeutet wurde, daß das nicht zulässig sei, so trug sie sie auf ihren Platz zurück und deckte sie mit einem grauen Umhang zu. Die Tasche die schon ziemlich viel gebraucht ist, enthielt unter anderem ein Schmuckkästchen mit Pretiosen im Werte von etwa 10,000 Mk. Andere Schmucksachen trug die Dame in einem Beutel auf der Brust. Nach einiger Zeit beauf­tragte Frau Freund den Kellner, ihr einige Bücher von ihrem Platze nach dem Speisewagen zu holen. Hier blieb sie dann lesend sitzen, bis der Zug in die Nähe von Berlin gekommen war. Erst jetzt kehrte sie an ihren Platz zurück, um sich nach ihren Sachen umzusehen, und mußte nun die Entdeckung machen, daß die Tasche verschwunden war. Sie schlug sofort Lärm, aber niemand von den Anwesenden hatte die Tasche gesehen. Die Kriminalpolizei, der die Bestohlene bei der Ankunft in Berlin den Diebstahl anzeigte, traf auf den Bahnhöfen rc. entsprechende Vorkehrungen. Bis heute mittag war jedoch noch keine Spur gefunden.

* Berlin, 8. September. Der große Fabrikbrand bei Borsig in Moabit, über den wir bereits in der gestrigen Ausgabe kurz berichtet haben, hat recht erheblichen Schaden angerichtet. Leider ist der Feuermann Lanzner (4. Kompagnie) bei den Löscharbeiten schwer zu Schaden gekommen; im Innern des brennenden Gebäudes fiel ihm ein Balkenstück auf den Kopf. Der Verunglückte liegt im städtischen Krankenhause Moabit darnieder. Ueber den Brand und seine Ausdehnung wird noch folgendes berichtet: Der Modellschuppen mit Inhalt ist niedergebrannt, so daß ein großer Teil nicht sofort zu ersetzender Originale ver­nichtet ist. Wassermangel auf dem mit nur wenigen Hy­dranten besetzten Grundstücke, sowie ungünstiger Wind er­schwerten anfangs recht sehr das Löschgeschüft. Schließlich wurde jedoch mit zwei Dampfspritzen und vier Rohren von Handdruckspritzen der Brand lokalisiert. Die Anfräumnngs arbeiten zogen sich bis zum Abend hin. Das Feuer wurde zuerst wahrgenommen von dem Portier der Fabrik, der dichten Qualm über der Schmiede bemerkt hatte und sofort eine Meldung nach der Feuerwache in der Turmstraße gab, die alsbald erschien und den Angriff von der Westseite des Etablissements aus unternahm. Die mächtigen Rauchwolken und später die haushohen Flammen waren weithin sichtbar. Acht Züge Feuerwehr traten in Thätigkeit, um den Brand zu bekämpfen. Das Wasser mußte teils in Fässern herbei-

Thore, an Wachtposten vorüber in einen weiten, lichten Hof, den gewaltige dreistöckige Gebäude umgaben. Dann durch­wanderten wir diese Gebäude: weite Fluren mit Oberlicht, breite Eisentreppen, lange Korridore, in denen eine vorzüg­liche Ventilation die denkbar beste Luft schafft, und zu beiden Seiten dieser Korridore, welche der durch alle Stockwerke gehende offene Treppenflur trennt, befindet sich Zelle an Zelle, das bildete das Innere dieser Gebäude. Der Beamte führte mich in eine leere Zelle; sie war hoch, luftig, reinlich, ein hübsches Stübchen, in dem nur das vergitterte Fenster an die Bestimmung mahnte, während die Ausstattung: ein eisernes Bett, eine Kommode, ein Waschstand, ein Tisch und mehrere Stühle an eine einfache Mietsstube erinnerten. Da das Zellengefängnis in Tavastehus eine Besserungs­anstalt vorzugsweise für Frauen bildet, so ist der Komfort in den Zellen verständlich. Der Beamte gestattete mir wiederholt den Einblick in bewohnte Zellen durch die an jeder Thür vorhandenen kleinen Schiebefensterchen, zeigte mir die an der Arbeit befindlichen Inhaftierten, die sich meist mit Spinnen beschäftigten, und erzählte mir von jeder das traurige Geschick, das sie in diese Mauern gebracht, eine ganze Welt von Elend, Versunkenheit und Gemeinheit, aber auch von Unglück, Strafe und Sühne, die das Herz bewegen und den Denkenden von dem Nutzen und der Wohl- that solcher Anstalten überzeugen muß.....

Es war spät nachmittags, als ich Tavastehus verließ, um nach Tammerfors weiter zu fahren. Ein warmer, leichter Regen rieselte vom Himmel herab und erfrischte die Natur. Der Zug brauste am Fuße bergiger Höhenzüge, deren waldige Gipfel in grauen Negennebeln verschwanden, dahin, und eine dunklere Nacht, als sie im Juni in Finnland üblich ist, senkte sich herab, als ich in Tammerfors eintraf

geschafft, teils aus einer Entfernung von mindestens 700 Metern von der GotzkowSky-Brücke mittels außergewöhnlich langer Schlauchverbindungen zugeführt werden. Dort standen zwei Dampfspritzen, zwei andere am Spreeufer. Am Brandplatze herrsche eine ungeheure Glut,' welche die Umfaffungsmauern sprengte. Mehrfach begannen die Dächer der Schmiede und des Rahmengebäudes zu brennen, wurden aber immer rasch abgelöscht. Das Gebäude, welches ca. 2400 Quadratmeter Grundfläche hat, ist völlig niedergebrannt, das Dach des Rahmenhauses und Modellschuppens hat etwas gelitten. Die Fabrikgebäude sind außer Betrieb, weil die Uebersiedelung nach Tegel schon vor einiger Zeit erfolgt ist. Das Feuer vernichtete eine große Anzahl von Modellen; doch dürfte die Firma hierdurch nicht allzu arg in Verlegenheit kommen, weil sie auf derartige Eventualitäten stets vorbereitet ist. Ueber die Ursache des Brandes ist nichts bekannt; es wird jedoch Brandstiftung vermutet, da das abgebrannte Gebäude einsam an der Westgrenze des großen Etablissements liegt und die dort befindliche Mauer leicht zu Übersteigen ist. Die noch dort befindlichen wenigen Arbeiter sind ein alter Stamm und als zuverlässig bekannte Leute, die nicht leichtsinnig mit Feuer umgehen.

Hamburg, 8. September. Der bisherige Haus-In­spektor desHamburgerStadttheaters, Wurm, ist wegen Unterschlagung von Garderobegeldern ver­haftet worden, nachdem er bereits in voriger Woche ent­lassen worden war. Der bekannte Ausstellungs- Veranstalter Wilczek, gegenwärtig Direktor einer Nahrungsmittel-Ausstellung in Altona, ist gestern gleich­falls unter dem Verdacht von strafbaren Handlungen ver­haftet worden.

* Meseritz, 8. September. EinLiebesdrama. Von einem Aufsehen erregenden Doppelselbstmord wird von hier berichtet: Der 35 Jahre alte verheiratete Rentier Obst und die 32 Jahre alte Tochter des Vorstehers der König­lichen Präparanden-Anstalt Schitzka wurden im Schlafzimmer der Dame tot aufgefunden. Sie hatten sich mit Strychnin vergiftet, das der Rentier als passionierter Jäger zur Ver­tilgung von Raubzeug sich leicht verschaffen konnte. Motiv zur That: Unglückliche Liebe! Rentier Obst war erst vor kurzem von Georgsdorf nach Meseritz gezogen und hatte sich neben der Präparanden-Anstalt eine Villa bauen lassen. Am Abend vor der That hatte Obst noch in einigen Hotels mit Bekannten vergnügte Stunden verlebt, auch für den nächsten Tag eine Jagdpartie verabredet, das Fräulein hatte noch in verschiedenen Geschäften Einkäufe besorgt und war erst spät in ihr im Giebel des Hauses ge­legenes Schlafzimmer hinanfgegangen. Als sie am an­deren morgen nicht zum Frühstück erschien, ging ihr Vater hinauf, um sie zu wecken. Als auf das wiederholte Klopfen nicht geöffnet wurde, erfolgte die gewaltsame Oeff- nung der Thür. Den Eintretenden bot sich ein trauriges Bild. Im Bett erblickten sie die Leiche der Tochter in halbsitzender Stellung, auf dem Boden, lang ausgestreckt, lag die ihres unglücklichen Verehrers. Auf dem Tisch stand eine etwa zur Hälfte ausgetrunkene Flasche Kognak. Der sofort herbeigeholte Arzt stellte Vergiftung durch Strychnin fest. Die Behörde gab die Leichen daraufhin sofort frei, da die Schuld eines Dritten ausgeschlossen war. Das Schicksal des unglücklichen Vaters erregt allgemeine Teilnahme, er will sich pensionieren lassen, um dann nach Breslau über- zusiedeln, wohin auch die Leiche seiner Tochter übergeführt worden ist. Die Witwe des Rentiers Obst wird wieder nach Georgsdorf zurückkehren, wo auch die Leiche ihres Mannes zur Ruhe bestattet werden wird.

Schwerte, 7. September. An der Seite seines Söhn­chens wurde heute ein Fabrikarbeiter vom Blitz er­schlagen.

Hannover, 8. September. Bei Lutterbeck wurde heute ein auf dem Felde arbeitender Knecht vom Blitzstrahl getötet.

* Oelsnitz, 8. September: Heftige Erdstöße wurden am Donnerstag an mehreren vogtländischen Orten, Elster, Mühlhausen, Hundsgrün u. a. wahrgenommen.

und imSocietetshus", einem langen, einstöckigen Holzhause, Wohnung nahm.

Am anderen Morgen lachte wiederum ein blauer Himmel über Suomi-Land, und ich begann die Stadt zu durchwandern. Tammerfors ist unstreitig nächst Helsingfors die interessanteste Stadt Finnlands, nicht etwa der Gebäude oder sonstiger städtischer Sehenswürdigkeiten wegen, sondern wegen der industriellen Thätigkeit, die hier allenthalben herrscht, und dem Leben dieser Stadt, die wohl an die 20000 Einwohner haben mag, das charakteristische Gepräge aufdrückt. Mitten an einer etwa drei Kilometer langen Stromschnelle (Tamperenkoski) erbaut, ist hier die Wasser­kraft in genialster Weise zum Fabrikbetriebe ausgenutzt worden, und die gewaltigen Baumwollspinnereien, Papier­mühlen, Eisenwarenfabriken, Porzellan- und Steingut- Manufakturen u. s. w., die sich aneinanderreihen, wechseln mit den vornehmen Villen und schonen Parkanlagen der Fabrikbesitzer malerisch ab. Sehenswert ist namentlich der v. Nottbeck'sche Park, am Wasser gelegen, wo ein kleines Felseneiland, das den Blick auf die Stromschnelle gewährt, einen gewaltigen, mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Grnit- blocke sitzenden eisernen Adler trägt, ein Denkmal, das den Beschauer durch eine lateinische Inschrift an einen Be­such Kaiser Alexanders II. erinnert. Hier in Tammerfors werden jene Stahlwaren verfertigt, die Weltruf besitzen; hier fabriziert man jenes finnländische Holzpapier, das sich in Rußland der weitesten Verbreitung erfreut; von hier stammt das berühmte finnländische Steingut und noch mancherlei Fabrikware, die in die Welt hinausgeht. Sehr leicht ist übrigens der Zutritt in die Fabriken nicht; die Besitzer sind zugeknöpft, und nur besondere Verwendung öffnet dem Besucher der Stadt die großen Etablissements.

e München, 8. September. Allgemeine deutsche Sport-Ausstellung 1 899. Es ist beabsichtigt, einen Distanz-Marsch für Fußgänger, Dauerläufer, Reiter und Wagenfahrer (ohne Pferdewechsel) von München (Ausstellung) über Regensburg, Hof, Dresden, Leipzig, Berlin, Potsdam, Magdeburg, Braunschweig, Hannover, Köln, Bonn, Koblenz, Mainz, Darmstadt, Heidelberg, Heil­bronn, Stuttgart, Ulm, Augsburg nach München (Aus­stellung) zu veranstalten. Die ganze Strecke beträgt 2012 Kilometer. Der Start findet am Donnerstag, den 14. Sep­tember statt und ist für jedermann ohne Einsatz offen. An Preisen werden gegeben dem Ersten eine goldene, dem Zweiten eine silberne und dem Dritten eine bronzene Me­daille. Nennungsschluß ist am Dienstag, den 12. ds. Mts., abends 8 Uhr, bei dem Bureau der Ausstellung (Kohlen­insel), wo die näheren Bestimmungen erhältlich sind. Eine Nennung liegt bereits vor, seitens des weltbekanntenNatur­menschen" und Dauergängers Drütschel aus Lichtenfels.

* Lörrach, 8. September. Der Reisende Robert El len- beck aus Krefeld, der hier wohnhaft ist, wurde wegen mehrfacher Wechselfälschungen zum Nachteil eines hiesigen Bankhauses gefänglich eingezogen.

® Bern, 8. September. Eine aus zwei Touristen und zwei Führern bestehende Karawane Namen sind noch nicht bekannt ist auf dem Gletscher von Ar olla (Kanton Wallis) in eine Gl et sch ersp a Ite gestürzt. Ein Führer wurde tot aus der Gletscherspalte gezogen; durch das ihm zugeworfene Seil war er beim Hinaufziehen erwürgt worden. Der andere Führer kam mit dem Schrecken davon. Von den Touristen brach einer den Arm, der andere wurde am Kopfe verwundet. (Fft. Ztg.)

* Luzern, 8. September. Die Brüder Loibl, die nach Defraudation von 40,000 Mk. aus München flüchtig wurden, und deren Verhaftung aus Zürich irrtümlich ge­meldet wurde, sind nunmehr hier festgenommen worden. Die Nachricht wird von der Polizei bestätigt.

* Prinzessin Chimay Nr. 2. Nachdem Paris die Prin­zessin Chimay mit ihrem Zigeuner gesehen hat, trat kürzlich die Comtesse de Raime, die, nebenbei gesagt, schon das Alter von 55 Jahren erreicht hat, mit ihrem Zigeuner in die Oeffentlichkeit. Eine begeisterte Musikliebhaberin, be­suchte sie alle Etablissements der Hauptstadt, wo Orchester zu finden waren. Doch ging sie mit Vor­liebe ins Grand (Safe, weil sie dort verschiedene Kapellen Horen konnte und namentlich die Zigeuner, deren Musik ihr besonders gefiel. Zuerst liebt man die Musik und schließlich die Musikanten. Frau de Raime ließ sich die Zigeuner vorstellen, die sie schon im Seebade Treport getroffen hatte. Einer von ihnen, Jules Backi, erregte vor allem ihre Aufmerksamkeit, und es entstanden bald Be­ziehungen zwischen der Gräfin und den Zigeunern, besonders intime zwischen ihr und Backi. Dieser aber, ein durchtriebener Bursche, sprach, wenn die Gräfin ihn zu sich einlud, alsbald von seinen Angelegenheiten. Er erzählte, daß er in Oesterreich gern ein Grundstück kaufen möchte, das der Kaiserin Elisabeth gehört hätte und das er für 100000 Franks bekommen könnte, während er es für 800000 Fr. wieder verkaufen würde. Nur fehle ihm das nötige Geld. Frau de Raime hatte 100000 Fr., doch diese betrachtete sie als ihre Mitgift, denn sie hatte in der That die Absicht, mit Jules ein Bündnis fürs Leben zu schließen. Er war zwar verheiratet, lag aber mit seiner Frau in einem Ehescheidungsprozesse, wie er sagte. Die 100 000 Fr. ganz herzugeben, war Frau de Raime nicht zu bewegen. Doch gab sie 75 000 Fr. her. Als Backi das Geld hatte und sah, daß aus der Komtesse nicht mehr herauszupressen war, verschwand er, wie sich denken läßt, und die Geprellte machte beim Gericht Anzeige. Dieses verurteilte gestern Backi, der unauffindbar ist und es vorgezogen hatte, zur Verhandlung nicht zu erscheinen, par defaut, wie der Kunstausdruck lautet, zu drei Jahren Gefängnis und 100 Fr. Geldbuße. Die 75000 Fr. wird Komtesse de Raime wahrscheinlich niemals Wiedersehen.

Und hat man sich den Tag über an den Errungen­schaften menschlichen Erfindungsgeistes und fleißiger Gewerb- thätigkeit erbaut, dann gibt es Orte genug in der Nähe, die ein Ausruhen in schöner Natur gestatten ober den An­blick romantischer landschaftlicher Bilder gewähren. Gerade die Umgebung von Tammerfors bietet in dieser Beziehung vielleicht das Sehenswerteste in West-Finnland. Da ist der im schweigsamen Walde gelegene Nokkiofall, eine lange Stromschnelle, die gleichfalls bereits dem Fabrikbetriebe an einzelnen Stellen dienstbar gemacht ist. Da sind ferner der steile, waldbewachsene Bergrücken von Pynikkä mit feinem hübschen Restaurant und die wildromantische Schlucht von Thermopylä und andere Ausflugsorte mehr. Namentlich Thermopylä ist sehenswert: ein enger Paß durch hohe und steile Granitwände mit Tannen und Birkenbäumen, die eine wunderhübsche Aussicht gewähren. Nur muß man beim Klettern auf die Granitblöcke vorsichtiger sein als ich es roar; denn das Moos, das diese Granitfelsen bedeckt, gibt leicht nach, man stürzt und holt sich dann, wie mir's passierte zum mindesten eine Verstauchung des Fußes, die eine schmerz­liche Kur erfordert: zwei langweilige Tage, die ich auf dem Sopha imSocietetshus" zubringen mußte, und eine Schiene über dem rechten Fußgelenke, die ich noch eine Woche mit mir schleppen mußte, waren auch eine Erinnerung, die ich von Tammerfors mitnahm, als ich endlich aufbrach, um über Abo das gastliche Finnland zu verlassen.

Meine ursprüngliche Absicht, mit der Bahn weiter nach Norden zu fahren und Jakobstadt und Uleaborg zu besuchen, mußte ich leider wegen Zeitmangels aufgeben, auch eine Folge meines allzu kecken Kletterns auf Finnlands Granit­felsen!