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günstig sind. Das Paar Ferkel bester Qualität kostete nur 24 Mk. und weniger bis herab zu 18 Mk. Der Schottener Sommermarkt, der gestern und heute stattfindet und der von hier aus stark besucht zu werden pflegt, hat wohl auch auf den Besuch des hiesigen Marktes ungünstig eingewirkt. — Neue Kartoffeln werden in hiesiger Gegend zu 4,50Mk. per Doppelcentner abgegeben, ein Preis, der zu jetziger Zeit, Anfang August, als recht billig bezeichnet werden kann.
Offenbach, 8. August. Gestern abend fand zu Ehren des von hier scheidenden Herrn Direktors Schädel im engeren Kreise des Lehrerkollegiums des Gymnasiums und der Realschule eine Abschieds feier in der Restauration Degenhardt statt. Die Schüler genannter Anstalten wollten gern ihrer Verehrung für den Scheidenden durch einen solennen Fackelzug Ausdruck verleihen, allein Herr Direktor Schädel hat den guten Willen für die That genommen und diese öffentliche Ehrung dankend abgelehnt. 12 Jahre hat Herr Direktor Schädel an der Spitze von Gymnasium und Realschule gestanden. Ihm war es Vorbehalten, die Umwandlung des hier früher bestandenen Realgymnasiums in ein humanistisches Gymnasium durchzuführen. Nun ist ihm neben der Direktion des Gymnasiums die Leitung des pädagogischen Seminars in Gießen an Stelle des in den Ruhestand versetzten Professors Schiller übertragen worden. Wir sehen einen Mann, wie Herrn Direktor Schädel, der sich in weiten Kreisen unserer Bevölkerung Anerkennung und Sympathien erworben hat, ungern von hier scheiden, und unsere besten Wünsche begleiten ihn in seinen neuen Wirkungskreis.
P.C. Groh Umstadt, 8. April. Wie die Eisenbahn- Direktion Mainz und die Direktion der Main-Neckarbahn und der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft, so hat auch die Königliche Eisenbahn-Direktion Frankfurt die Genehmigung erteilt, daß alle auf den Stationen ihres Direktionsbezirks gelösten direkten einfachen Personen- und Schnellzugsfahrkarten 1., 2., 3. Klasse nach Groß-Umstadt während der Dauer der Ausstellung daselbst am Tage der Lösung auch zur Rückfahrt nach der Ausgabestation berechtigen, wenn der Besuch der Ausstellung durch Abstempelung mit dem Ausstellungsstempel bescheinigt ist. — Auf dem Hin- und Rückweg ist je einmalige Fahrtunterbrechung gegen Bescheinigung durch den Stationsbeamten gestaltet. — Freigepäck wird nicht gewährt. — Die Ausstellung wurde am letzten Sonntag von Tausenden besichtigt. Besonders stark war der Besuch aus den Städten. — Allgemein ist das Urteil, daß die Ausstellung sehr gut gelungen ist, und daß auch hochgespannte Erwartungen der Besucher übertroffen werden.
Weinheim a. B., 6. August. Als auf dem heutigen Sängerfest ein Böller versagte, wollte der 17jährige Sohn des mit dem Abgeben der Schüsse betrauten Veteranen Müller die Ursache der Störung ermitteln. In demselben Augenblick ging der Schuß los und der größte Teil der Ladung dem Unvorsichtigen in den Unterleib. Der Bedauernswerte erlitt grauenvolle Verletzungen, und wurde sofort nach Heidelberg gebracht, wird aber nach ärztlicher Aussage kaum mit dem Leben davon kommen.
Aus Rheinhessen, 6. August. Bei der anhaltend heißen Witterung machte die Entwickelung der Trauben bisher ganz vorzügliche Fortschritte, jetzt wäre aber ein kräftiger Regen sehr erwünscht. Die Beeren sind stark geworden und nehmen bereits einen hellen Schein an; schwarze Trauben an geschützten Lagen beginnen bereits sich zu färben. Die bei der verflossenen Regenperiode eingetretene Gelbsucht der Weinberge hat sich bei den kräftigen Sonnenstrahlen wieder verloren. Der Traubenpilz konnte wegen der Schwefelung im allgemeinen nicht aufkommen, nur vereinzelt hört man klagen, daß die Krankheit trotz der Gegenmaßregeln überhand genommen habe und sogar die Traubenbeeren überziehe. Peronospora ist keine vorhanden, auch von den Schmetterlingen des Sauerwurms hat man noch nichts bemerkt; hoffentlich kommen sie nicht noch nach. Was der Behang anbelangt, so kann derselbe heute einen halben Herbst ausmachen, je nach dem Verlauf der Blüte wird in einzelnen Bezirken etwas mehr, dafür in anderen etwas weniger geerntet werden — vorausgesetzt, daß keine besonderen Einflüsse die Quantität vermindern. — Durch die große Hitze ist im Verkaufsgeschäft eine Ruhepause eingetreten. Bei den vereinzelten Abschlüssen wurden folgende Preise erzielt: 1897er in Wallertheim und Gaubickelheim 385 Mk., in Wöllstein 400 bis 425 Mark, in Frei-
laubersheim und Siefersheim 410 bis 430 Mark, in St. Johann und Wolfshcim 415 Mk., in Undenheim 435 Mk., in Stadecken und Oberolm 450 Mark, in Niederolm 460 und 500 Mk., in Selzen 560 bis 580 Mk., in Gaualgesheim 500 Mark, in Sörgenloch 425 Mark, in Flomborn 550 Mk., in Zornheim 600 Mk., in Osthofen 620 Mk., in Guntersblum 580 Mk., in Schwabsburg 750 Mk., in Oppenheim 850 Mark, in Nierstein 970 Mark. 1898er kosteten in Niederolm 340 Mk., in Sulzheim und Gau- odernheim 350 Mk., in Wallertheim, Gauweinheim, Heßloch und Niedersaulherm 360 Mk. und darüber, in Undenheim 365 bis 400 Mark, in Wöllstein, Freilaubersheim und Siefersheim 370 bis 400 Mk., in Spießheim 380 Mk., in St. Johann und Wolfsheim 385 Mk., in Gaualgesheim und Stadecken 400 Mark, in Sörgenloch 425 Mark, in Welgesheim 435 Mk. Alles per 1200 Liter.
*t Frankfurt a. M., 7. August. Central stelle für Ob st Verwertung und Obst - Markt - Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. Max Frank u. Co. in Nürnberg (Nürnberg) kaufen alle Sorten Obst. — Konrad Beck, Obsthandlung, Frankfurt a. M., Markthalle, kauft alle Sorten Obst. — Dampfobstkelterei Hugo Hennig, Dresden-Neustadt, Hechtstraße 69, kauft Stachel- und Johannisbeeren. — Mich. Hartmann, Honnef a. Rh., kaust Reineklauden, Mirabellen und Pfirsiche in kleinen und großen Partien. — Karl Deußing in Ruhla in Thüringen, kauft Tafeläpfel und Birnen. — Fr. Klemund, Konditor, Esch wege, kauft Aprikosen. — Adam Vollmer, Geisenheim a. Rh., kauft Reineklauden, Mirabellen, Zwetschen. — Stations- Vorstand Limbacher, Scherweiler i. Els., kauft größere Quantitäten Preißelbeeren, Mirabellen, frühe und Spätäpfel und Birnen sowie mehrere Waggon Zwetschen. — Offizier-Kasino in Worms, kauft alle Sorten Obst. — Dr. Siller, Apotheker in Offenburg i. B., kauft 25 Kilo Heidelbeeren. — Lübecker Konserven-Fabrik vorm. D. H. Carstens in Lübeck, kauft Aprikosen, Reineklauden, Mirabellen, Kirschen, Pflaumen. — W. Haßler, Konditor in Offenburg i. B.', kaust Aprikosen. — Wilh. Laaff, Konservenfabrik in Mainz, kaust Aprikosen, 40 bis 50 Mark per Centner. — Adolf Kranzbühler, Neustadt a. H., kauft größere Partie harte, gelbe Mirabellen, harte, grüne Reineklauden, Birnen, Zwetschen, Aepfel. — Henri Huser, Weitersweiler, Unterelsaß, kauft Birnen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Zwetschen, Pflaumen. — G. Klier, Witwe, in Ems, kauft Aprikosen und Reineklauden zum Einmachen. — I. Windmüller, Düsseldorf, Nordstraße 80, kauft Tafel- und Wirtschaftsüpfel. — Joh. Braun in Pfeddersheim bei Worms, kauft Mirabellen, Reineklauden, Birnen. Obst- durchschnittspreise den 7. August 1899. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Heidelbeeren der Centner Mk. 9, Himbeeren Mk. 25, Johannisbeeren Mk. 14,50, Stachelbeeren Mk. 11, Pfirsiche Mk. 50,50, Reineklauden Mk. 27, Frühbirnen Mk. 18, Frühäpfel Mk. 17, Frühzwetschen Mk. 28.
Aus der Zeit für die Zett.
Vor 89 Jahren, am 10. August 1810, wurde zu Turin der italienische Staatsmann Camillo Graf Cavour geboren, der Schöpfer der Einheit Italiens. Er bewog Napoleon III. zur Bundesgenossenschaft gegen Oesterreich, unterstützte insgeheim Garibaldi und ließ durch das vereinigte Parlament Viktor Emanuel zum König proklamieren. Cavour starb am 6. Juni 1861.
Vermischtes.
* D. Frankfurt a. M., 8. August. Rennen am Forsthaus zu Frankfurt a. M. Das sportlich sehr interessant zusammengestellte Programm für die großen Augustrennen am nächsten Sonntag enthält 7 Nummern, und zwar im einzelnen: Ermunterungs-Rennen (Staatspreis) 3000 Mk., 1800 Mtr.; Landgrafen Rennen 5000 Mk., 1100 Mtr.; Frankfurter Handicap 6000 Mk, 2000 Mtr.; Präsidenten-Preis - Jagd - Rennen 2500 Mk., 4000 Mtr.; Alexander-Rennen 10 000 Mk., 2400 Mtr.; August-Ver- kaufsMennen 3500 Mk., 1400 Mtr.; Forsthaus-Jagd- Rennen 3000 Mk., 4000 Mtr.; insgesamt 33 000 Mk. an Preisen. Für die Rennen sind 139 Nennungen abgegeben worden, deren Zahl stark besetzte Felder und schöne Rennen in Aussicht stellt. Gegen die früheren Jahre ist das Programm noch um eine Steeple-chase erweitert worden.
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reiumur gemessen am 9. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag«: Wasser 17Va°, Lust 17°.
________________________Rübsamen'sche Badeanstalt.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold*.
Berlin, 9. August. Ueber die Erkrankung des Dichters Paul Heyse ist gestern folgende telegraphische Nachricht aus München hier eingelaufen: Entschiedene Besserung, aber große Schwäche.
Halle, 9. August. Hier ist in zahlreichen Familien der Typhus ausgebrochen. Es handelt sich um eine schwere Art des Fleck-Typhus. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Die Typhuskranken sind in Isolierzellen der Klinik untergebracht.
Rom, 9. August. Auf der Consulta werden die Meldungen deutscher Blätter, daß Italien in China eine arge diplomatische Niederlage erlitten, als vollständig unbegründet und den Thatsachen absolut nicht entsprechend bezeichnet. Die Verhandlungen befänden sich im besten Gange und ließen einen baldigen günstigen Abschluß erwarten.
Paris, 9 August. Minister Delcasso läßt in einem Interview die Behauptung für grundlos erklären, daß er in einer Angelegenheit der inneren französischen Politik nach Petersburg gegangen sei.
Paris, 9. August. Dem hiesigen „Soir" zufolge wird General Mercier gleich nach feiner Vernehmung als Zeuge, da seine Aussagen in direktem Widerspruch mit denen des früheren Präsidenten Casimir Perier stehen sollen, verhaftet werden, um sich wegen Meineid zu verantworten.
Rennes, 9. August. Wie verlautet, ist das Studium des geheimen Dossier für Dreyfus günstig ausgefallen, da dasselbe nur Sachen enthalten soll, die sich in keinem Falle auf einen Verrat Dreyfus beziehen.
Rennes, 9. August. Es ist beschlossen worden, eine ganze Reihe neuer Zeugen zu verhören. Dieselben haben bereits Vorladungen erhalten. Der frühere Kriegsminister Cavaignac erklärte einem Redakteur des „Gaulois": Seit meiner Ankunft in Rennes bin ich überzeugt, daß Dreyfus neuerdings für schuldig erklärt werden wird. Was meine Aussage betrifft, so wird sie so sein, wie sie sein soll. Was die Aussage des Generals Mercier betrifft, so wird dieselbe von der größten Wichtigkeit und auf die Dauer des Prozesses von großem Einfluß fein.
Rennes, 9. August. Die Vorsichtsmaßregeln waren gestern verschäft. Gendarmerie bewachte das Lyceum von allen Seiten. Die Straße, auf welche die Fenster des Ver- handlungssaales gehen, war auf der Lyceumseite abgesperrt. Die Straßenbahn, welche durch dieselbe führt, mußte einen anderen Weg nehmen. Heute spricht noch Chamoin, morgen wird Paleologue namens des Auswärtigen Amts das diplomatische Dossier erklären.
Rennes, 9. August. Die hier weilenden Generale Mercier, Boisdeffre und Gonse bleiben dabei, daß Esterhazy dem Generalstabe keinerlei Nachrichten übermittelt habe. Ganz unglaubwürdig sei es, daß Sandherr von Esterhazy das Bordereau schreiben ließ. Wäre das thatsächlich der Fall, so hätte Esterhazy nicht die bloße Thatsache berichtet, sondern kontrolierbare Details dieser Diktierscene hinzugefügt. Diese Ansicht wird übrigens auch von Demange und Labori geteilt.
London, 9. August. Die Kaiseryacht Meteor hat bei der gestrigen Regatta wiederum den Hauptpreis gewonnen. Es ist das bereits der siebente Preis, welchen die Aacht des deutschen Kaisers davonträgt.
Darmstadt, 9. August, 1 Uhr 45 Min. mittags. (Privat- Telephonmeldung.) Am Montag, dem 21. August wird Kaiser Wilhelm, von Kassel kommend, vormittags in Mainz eintreffen und eine Parade über die gesamte Garnison auf dem Großen Sand abnehmen. Hierauf findet im Großh. Schlosse eine Galatafel statt, zu der nur Militärpersonen geladen sind. Nachmittags begiebt sich der Kaiser nach Darmstadt zum Besuche der Großh. Familie auf Schloß Wolfsgarten.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrahe L.
Angebot de« Arbeitnehmer r 1 Eisendreher, 1 Bauschlosser, 1 Bauschreiner, 2 jüngere Dienstmädchen, 2 Taglöhner für leichtere Arbeit.
Nachfrage -er Arbeitgeber: 1 Backer, 2 Glaser, 2 Dachdecker bei gutem Lohn nach auswärts, 10 Maschinenschlosser, 4 tüchtige Bauschlosser, 1 Wagner, 2 Schmiede, 1 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 3 Fuhrknechte, eine Anzahl Taglöhner, 2 jüngere Hausburschen, 1 Fahrbursche, 3 Dienstmädchen für Küche und Haus- arbeit, l Lauffrau, 1 Flickfrau, 1 Schreinerlehrling bei täglicher Vergütung.
Bekanntmachung^
In das Firmenregister des unterfertigten Gerichts wurden folgende Einträge vollzogen:
1. Die Firma „August Kröll" zu Gießen ist vom 1. Juli 1899 ttb in Liquidation getreten.
Der bisherige Inhaber dieser Firma, Kaufmann Aug. Kröll, hat v-m diesem Tage an das Geschäft ohne Aktiven und Paffiven seinen beiden Söhnen: August Kröll und Ludwig Kröll zu Gießen übertragen, die das, sÄbe in offener Handelsgesellschaft unter der Firma „2L Kröll Söhne" foortführen.
2. Die Firma „Georg Herbordt" zu Gießen ist erloschen.
Gießen, am 5. August 1899. 6863
Großherzogliches Amtsgericht.
Wiener.
Bekanntmachung.
Während der Monate August und September behandelt Herr Dr. Bolhard die hiesigen Stadtarmen. Bestellungen für Stadtbesuche werden bis mittags 1 Uhr in der medizinischen Klinik und nachmittags von 1 bis 3 Uhr in der Wohnung des genannten Herrn, Hillebrand straße 1 (Ecke Frankfutterstraße) entgegengenommen.
Gießen, am 5. August 1899.
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. 5872
Bekanntmachung, betr.: Absperrung der Wasserleitung.
Wegen Einschaltung eines Schiebers auf dem Neuenweg, Ecke Weiden, gaffe, sind wir genötigt, nächsten
Donnerstag den 10. August, von 9 bis 11 Uhr vormittags, dir Wafferleitung in den Neueubäueu, von der Sonnenstraße bis zur Johannesstraße, in der Diezstraße und auf dem Neuenweg abzusperren, was wir hiermit zur gefl. Kenntnisnahme der betreffenden Anwohner bringen.
Gießen, den 9. August 1899. 5875
Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen.
Otto Bergen.
Vrkgkigetu»ss-Av;eige.
Donnerstag den 10. d. M., nachmittags 3 Uhr, sollen im Bieker'schen Saale — Neustadt — dahier:
1. Haus- und Küchengeräte aller Art,
2. 4 große Bilder mit Goldrahmen,
3. 2 Tische, 1 Rohrsessel und 1 Teppich zwangsweise gegen Bar versteigert werden.
N. B. Die Versteigerung der unter ad 3 aufgefühlten Gegenstände findet voraussichtlich bestimmt statt.
Gießen, den 8. August 1899.
5876 Seipel, Gerichtsvollzieher
EMelilMgen
Ät. Schlachthaus.
Freibank. 5840
Heute und morgen:
SchminMch 40 Pfg.


