das Weglassen der Rosegger'scheu Einlage „Bin i jüngst verwichen" bedauern konnte. In den kleineren Rollen sind besonders Herr Walter (Graf Finsterberg), Herr Helm als alter Pfarrer und Herr Köhler als Michel zu loben. Auch Herr W i l h e l m i war als Schulmeister gut, übertrieb aber namentlich im letzten Akte. Frau Kruse dürfte in der Rolle der Brigitta vielleicht etwas weniger den Hausdrachen hervorkehren. — Nach dem wohlverdienten Erfolg des Abends wäre es nur zu begrüßen, wenn der Pfarrer von Kirchfeld, wie es vor einigen Wochen schon einmal geplant war, nächstens auch als Volksvorstellung gegeben würde.
•• Stadttheater. Auf vielfachen Wunsch wird morgen (Dienstag) Blumenthal-Kadelburgs „Im weißen Rößl" noch einmal als Abendvorstellung gegeben. Es ist dieses die zehnte Aufführung der zugkräftigen Novität in dieser Saison. Das Hauptinteresse konzcntriM sich augenblicklich auf das Gastspiel Carl Pepplers vom Hoftheater in Hannover, welcher außer in der am Mittwoch stattfindenden Theatervereins-Vorstellung am Freitag den 13. d. M. noch einmal als „Lear" in Shakespeares „König Lear" auftreten wird.
** Don Karl Peppler, unserem Landsmann, sind jetzt einige Bilder in den Schaufenstern der Herren Challier, Frees (Seltersweg) und Noll (Mäusburg) ausgestellt, welche den gefeierten Gast in verschiedenen seiner Rollen zeigen. Die Rolle des Konsul Bernick in den „Stützen der Gesellschaft" ist freilich nicht vertreten, denn diese wird im Gesellschaftsanzug gespielt. Auf das Stück selbst, welches zum erstenmale in Gießen zur Darstellung kommt, möchten wir auch an dieser Stelle nochmals aufmerksam machen. „Die Stützen der Gesellschaft" sind neben „Nora" dasjenige Drama Ibsens, welches auf dem Repertoire jeder einigermaßen bedeutenden Bühne steht. Ihre Beliebtheit verdanken die „Stützen" großenteils dem Umstand, daß sie nichts von dem spezifisch Jbsenschen, nichts Krasses und Trauriges enthalten und einen versöhnenden Ausgang haben. Daher wohl auch die Vorliebe des Damenpublikums für dieses Drama Ibsens, das zudem mit einem Lob der Frauen („Die Frauen sind die Stützen der Gesellschaft") schließen würde — wenn nicht diesen Worten Bernicks seine Schwägerin, die prächtig gezeichnete Lona Hessel, sofort die Worte entgegensetzte: „Da hast Du eine schwächliche Weisheit gelernt, Schwager; Freiheit und Wahrheit, das sind die Stützen der Gesellschaft".
** Wetterbericht. Von Westen her rückt niederer Druck in östlicher Richtung vor und trennt damit das barometrische Maximum, welches bereits an Intensität und Ausdehnung verloren hat, nach dem Südosten Europas zurück. Zunächst besteht noch die Herrschaft des hohen Druckes, doch wird die Witterung voraussichtlich einen beständigen Character annehmen. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst mildes, aber im Allgemeinen unbeständiges Wetter.
Ausstellung von Baumwolle- und Wollewaren, welche im Handel Deutsch-Ostafrikas für den Gebrauch der Eingeborenen Verwendung finden im Sitzungssaale der Großherzoglichen Zentralstelle für die Gewerbe zu Darmstadt. Die Ausstellung ist von Montag 9. Januar bis einschließlich Dienstag 17. Januar 1899 täglich von 9 bis 12 und 3 bis 5 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Die Ausstellung enthält eine vom Kaiserlichen Gouverneuer in Deutsch-Ostafrika zusammengestellte Mustersammlung und ist geeignet, solche einheimische Fabrikanten und Großkaufleute aufmerksam zu machen, deren Fabrikerzeugnisse oder Handelsartikel sich besonders für den Handel nach Ostafrika eignen. Die Sammlung enthält: Baumwollestoffe, gebleichte und ungebleichte, gefärbte, bedruckte und buntgewebte, gewirkte Baumwvllewaren, Unterhemden, Mützen, Teppiche, Steppdecken, Schirme. Ferner Wollewaren in Verschiedenen Farben, Mützen und Kleider, Decken, gestickte Westen u. a. m. Zu zahlreichem Besuche laden wir alle Interessenten ein. Großh. Zentralstelle für die Gewerbe.
Grünberg, 7. Januar. Im verflossenen Jahre wurden in der Pfarrei Grün berg 57 Kinder, 38 Knaben und 19 Mädchen geboren; hiervon entfallen auf Grünberg selbst 43 Kinder, 26 Knaben und 17 Mädchen. Gestorben sind 47 Personen, davon zu Grünberg 34. Getraut wurden 26 Paare, worunter 20 aus der Stadt selbst. Die Zahl der Konfirmierten betrug 49. Zum heiligen Abendmahl gingen 1283 Personen. An Kollekten gingen ein aus Grünberg 622 Mk. 35 Pf., aus den beiden Filialen Stangenrod und Lehnheim 105 Mk. 32 Pf., zusammen 727 Mk. 67 Pf. — Der älteste Bewohner unserer Stadt, Herr Rentner Joh. Jöckel, feierte am Neujahrstage seinen 92. Geburtstag. Trotz hohem Alter erfreut sich der ehrwürdige Greis noch bewundenswerter Rüstigkeit und Geistesfrische. — In der gestern Nachmittag stattgehabten Sitzung des Stadtvorstandes wurden die beiden neu gewählten Mitglieder, die Herren C. Dippel und Louis Moll, in ihr Amt eingewiesen und verpflichtet.
Aus Oberhessen, 6. Januar, wird dem „N. Hess. Volksbl." geschrieben: Herchenhain, der höchstgelegenste Ort des Dogelbergs, droht von der Bildfläche zu verschwinden. Die ärmlichen Verhältnisse der Gegend haben den Großherzoglichen Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Seb. Weidner daselbst im Einverständnis mit der gesamten Bevölkerung bewogen, bei Großherzoglichen Ministerium den Antrag zu stellen, die gesamte Gemeinde Herchenhain einschließlich Felder, Wiesen und Hofraithen um den Preis von einer Million — wobei für den Morgen etwa 600 Mark erzielt würde — anzukaufen. Seitens Großherzoglichen Ministerums scheint man dem Plane nicht ganz ablehnend gegenüberzustehen, zumal der Staat trotz des sehr hohen Preises immer noch ein Geschäft machen würde, da die seitherigen Zuschüsse desselben für Schulwesen und dergleichen ziemlich bedeutend sind und es möglich wäre, durch Waldanlagen
aus den 32 unwirtsamen Höhen eine sichere und dauernde Einnahmequelle zu erzielen. Die Realisierung des Planes ist dahin projektiert, daß das ganze Grundvermögen in den Besitz des Staates überginge und diejenigen Einwohner, die gesonnen wären, weiter daselbst zu weilen, ihre seitherigen Anwesen von dem Staate pachten würden; — ob der Plan zur Wirklichkeit wird, ist noch nicht gewiß, immerhin hat derselbe einige Aussicht, da vor kurzem ein höherer Beamter der Forstabteilung im Auftrage der Regierung in Herchenhain weilte und einer Gcmeinderatssitzung beiwohnte, in der diese Frage erörtert wurde. Bemerkt sei noch, daß man sich schon in den 40er Jahren einmal mit dem Gedanken trug, Herchenhain in die Gegend von Ulfa sog. Harp zu verpflanzen.
X Darmstadt, 8. Januar. Ein in Oberhessen in bestem Andenken stehender, sehr verdienter Beamter ist in letzter Nacht nach langwierigem Leiden im hohen Alter von 81 Jahren verschieden, Rechnungsrat Moritz Moser. Der mit den besten Charakter- und Herzenseigenschaften Ausgestattete, dem ein köstlicher Humor der beste Begleiter aüf seinem Lebensweg war, hinterläßt auch in unserer Stadt zahlreiche Freunde und Bekannte. Die Beerdigung findet voraussichtlich am Dienstag statt.
Bensheim, 6. Januar. Im benachbarten Schönberg brach gestern abend auf bis jetzt unerklärte Weise Feuer aus, dem das Wohnhaus, Scheuer und Nebengebäude des Ludwig Bormet zum Opfer fielen. Die nebenanliegende Kleinkinderschule konnte nur mit größter Mühe gerettet werden. Dieses ist seit kurzer Zeit der zweite Brand in dem Orte. Trotzdem die ganze Gemeinde sich an dem Löschungswerk beteiligte, konnte von dem Anwesen nichts gerettet werden.
Lampertheim, 6. Januar. Die benachbarte Zellstoff- Fabrik Waldhof bedachte beim Jahreswechsel nicht nur ihre Beamten und die sämtlichen Vorarbeiter mit ansehnlichen Geldgeschenken, sondern erfreute auch die dort längere Zeit beschäftigten Arbeiter, worunter sehr viele hiesige, dadurch, daß sie denjenigen, die fünf Jahre ununterbrochen dort beschäftigt waren, je 5 Mk., den mit 5 bis 7 Jahren 10 Mk., den mit 7 Jahren 15 Mk., mit 8 bis 10 Jahren 20 Mk. und mit mehr wie 10 Jahren Arbeitszeit 30 Mk. als Neujahrsgruß schenkte.
△ Mainz, 7. Januar. In der heutigen Generalversammlung der Bierbranerei Schöfferhof-Dreikönigshof wurde gemäß dem Antrag des Aufsichtsrates die Verteilung einer Dividende von 12J/2 Prozent beschlossen, die sofort zur Auszahlung gelangt. — Konstatiert wurde, daß das Unternehmen in den letzten zwölf Jahren seines Bestehens Mk. 1272451 Abschreibungen vorgenommenundMk. 1347 375 als Dividende verteilt hat. Die Reserven der Gesellschaft betragen über Mk. 650 000. Die im Durchschnitt in zwölf Jahren erteilte Dividende berechnet sich auf llJ/2 Prozent, während in den letzten 4 Jahren regelmäßig je 12>/2 Prozent bezahlt wurden. Die Aussichten für das kommende Geschäftsjahr wurden als günstig bezeichnet, indem in den drei Monaten bereits 1400 Hectoliter Bier mehr abgesetzt wurden.
L. M. Karneval in Mainz. Seit vergangenen Sonntag stehen wir hier unter dem Zeichen des Prinzen Karneval. Eröffnet wurde die diesjährige Kampagne durch den üblichen Umzug der 12 Fanfarenbläser und der 20 Herolde. Hierauf folgten am Nachmittage und am Abend große karnevalistische Konzerte mit Absingen von Chorliedern, ausgeführt von der Kapelle des 27. Artillerie-Regiments, unter Mitwirkung des Fräulein Hedwig Materna und des Herrn Alfred Berdt vom hiesigen Stadttheater. Am Freitag fand die erste diesjährige Herrensitzung in der närrisch dekorierten Stadthalle statt. Schon von 5 Uhr an strömten die Narrhallesen, wohl 2000 an der Zahl, in die Halle, und dort vergingen ihnen die zwei Stunden bis zum Beginn der Sitzung ungewöhnlich schnell, mit Skatspielen. Punkt 7 Uhr 11 Minuten erhob sich der das Podium verhüllende Vorhang, und sogleich begann die Eröffnungsszene, mit dem Titel „Ui wie kalt", die teils am Nordpol, teils in Mainz spielt, und die eine Fülle guter wie auch einige schlechte Witze enthält. Sie wurde von den Narrhallesen Diebold, Stabel, Drescher, Heerdt, Rudolf und Willwoll sowie von den Damen Schemmel und Brunner mit Geschick und Witz dargestellt. Die technische Leitung lag in den Händen des Herrn Architekten Sutter, während die Regie Herr Georg Rücker vom Stadttheater übernommen hatte. Selbstverständlich brachte das Stück seinen Verfassern den Narren Alexander und Jlohascheck, wohlverdienten, reichen Beifall. Nachdem sich dieser einigermaßen gelegt, zog das Komitee, bestehend aus den Herren: Präsident Alexander, Sekretär Schmitz, Zeremonienmeister Köbig und Haffner sowie den Herren Kranße, Lembach, Günther, Krebs, Karle- bach und Kirchheim, ein, und Herr Präsident Alexander bestieg das Podium, um eine witzige Eröffnungsrede zu halten. Auf diese folgte Lied Nr. 1, das den närrischen Hofpoeten Korn zum Verfasser hatte. Als Sekretär Schmitz sein Protokoll verlesen, bestieg Provinzialdirektor Freiherr von Gagern das Podium, um in seinem, sowie im Namen des ebenfalls anwesenden Gouverneurs Baron von Collas, für die freundliche Einladung zu danken. Er schloß seinen beifallswürdigen Vortrag mit den Worten: die Meenzer sollen bleiben wie sie sind, Karnevalsmenschen. Daun sprach noch Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner, er drückte ebenfalls seinen Dank aus und versicherte dem Vereine seine Unterstützung. Die Narren Volk, Lösche, Koch, Drcmmel, Gebrüder Ganz, erfreuten noch durch ihre Vorträge, während die Herren Gerhards und Dremmel durch ihre Lieder für Stimmung sorgten. Den größten Beifall erzielte unstreitig der Vortrag des Stephan (Narr Schneider), der wie fast alle Vorträge und Lieder über das Gaswerk, den Viehhof, den Tietz und die Stadtverordnetemvahlen Herzog. Nachdem Lied Nr. 5, vom Narren Rudolf verfaßt, gesungen, verließen die Narrhallesen völlig befriedigt ihre närrische Hochburg, und mancher wird zu Hause noch eine Nachsitzung gehabt haben, die nichts
weniger'als humoristisch war. Zu der Sitzung war auch ein Telegramm vom Staatsminister Rothe eingetroffen, in dem Herr Rothe seinem Bedauern Ausdruck giebt, der Versammlung nicht beiwohnen zu können. Wie die ersten, so versprechen auch die weiteren Veranstaltungen des diesjährigen Karnevals einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Für ein närrisches Theaterstück hat der Karnevalverein ein Ausschreiben erlassen, das dem preisgekrönten Dichter die Zuerkennung der höchsten närrischen Ehren, in Gestalt von beliebigen, geheimen Hof- und anderen Titeln und Orden, sowie für seine Auslagen an Schreibmaterialien, wie Papier, Tinte, Fevern, Streusand und Radiergummi, eine Vergütung von 222 Mk. 22 Pfg. verspricht- Außer dem großen Carnevalvereine tagen in allen möglichen und unmöglichen Wirtschaften und Spelunken kleinere Vereine, die es sich angelegen sein lassen, gegen eine kleine Vergütung für Kappe und Lied ihre Mitglieder für einige Stunden gut zu unterhalten. Den Ueberschuß stellen die Vereine dann dem Comits zu Zugzwecken zur Verfügung. So verspricht der diesjährige Karneval einer der großartigsten, die wir je hatten, zu werden, denn an den Fastnachtstagen wird sowohl die Prinzen- als auch die Ranzengarde in vermehrter Zahl, erstere sogar in neuer Kostümierung, ausrücken, und ganz Mainz wird sich an dem Karneval beteiligen.
△ Mainz, 8. Januar. Ein für Weinhändler wie Weinproduzenten nicht unwichtiges Urteil hat die Strafkammer des hiesigen Landgerichts in ihrer letzten Sitzung gefällt. Der Landwirt Grub aus Mommenheim war auf Grund des Nahrungsmittelgesetzes angeklagt und von dem Schöffengericht in Oppenheim zu einer Geldstrafe von 80 Mk. verurteilt worden, weil er zwei Stück Wein in den Handel gebracht hatte, die vollständig ungenießbar waren, indem sie schwarz geworden, bezw. den Essigstich bekommen. Gegen dieses Urteil ergriff Grub, der mit aller Energie behauptete, daß er die Weine gelassen wie solche gewachsen, mit Erfolg Berufung und wurde auf Grund eines interessanten Gutachtens eines Sachverständigen freigesprochen. Letzterer führte nämlich aus, daß das Kranksein des Weines an der Bodenbeschaffenheit des betreffenden Weinberges, im Bau des Weines oder auch am Keller liegen könne. Durch die Natur selbst sei der Essigstich in den sonst völlig naturreinen Wein gekommen, was der Angeklagte als Nichtchemiker nicht beobachten und merken könne, weshalb ihm auch eine Schuld nicht beizumessen sei, umsoweniger, als er von der Naturreinheit seines Weines überzeugt gewesen. Der gerichtliche Sachverständige schloß sich im allgemeinen diesem Gutachten an.
Aus -er Zeit für die Zeit.
Vor 91 Jahren, am 10. Januar 1808, wurde die Landbevölkerung der Freien Stadt Frankfurt a. M. von der drückenden Last der Leibeigenschaft befreit. In diesem unwürdigen Verhältnis war der Unterworfene nicht allein an die Scholle gefeffelt, sondern auch der Willkür der Guts« Herrschaft anheimgegeben und mußte sich vielen harten, mitunter ehrlosen Dienstleistungen und Verpflichtungen unterziehen. Ueberdies gab es verschiedene Grade der Abhängigkeit.
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 6. Januar. Aus Genf wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Wie bereits gemeldet, wurden vier junge Genfer Touristen und der waadtländifche Führer Fontaunaz, die am Sylvester von Ormont abgegangen waren, in der Muveranhütte eingeschneit. Dem Führer und einem dec Touristen gelang es, nach Lettoz zurückzukehren, um Hilfe zu holen. Dem Führer sind die Ohren, dem Touristen drei Finger erfroren. Tiner der Zurückgebliebenen ist erkrankt und eine Expedition, unter der sich Oberst Ribordy und mehrere Führer aus Zermatt befinden, ging zur Hilfeleistung ab. Nach einer Depesche der „Baseler Nachr." aus Sitten ist der eine Tourist im Schnee umgekommen. Er heißt Lenormand, ist 21 Jahre alt und der einzige Sohn seiner Eltern. Er war beim Aufstieg zurückgeblieben, während feine Kameraden die Klubhütte erreichten. Als letztere gestern an der Stelle vorbeikamen, wo ihr Kamerad zurückgeblieben war, fanden sie nichts mehr von ihm. Er war vom Schnee völlig begraben. Sein Leichnam ist noch nicht aufgefunden worden.
* Aus dem ehemaligen Kurhessen, 5. Januar. Die Kgl. Meteorologische Station zu Rauschenberg stellte am nach- mittag des 2. Januar d. I. um 4 Uhr am Stationsbarometer einen Luftdruck von nur 705,2 Millimeter fest; da» ist die tiefste barometrische Depression, welche in den letzten 60 Jahren über die hiesige Gegend niedergegangen ist. — Die Meteorologische Station Marburg beobachtete zu gleicher Zeit 708,9 Millimeter als tiefsten Barometerstand feit 26 Jahren.
* Bergstürze. Der Bergsturz von Atrolo (Tessin) fördert Erinnerungen an ähnliche Ereigniffe zu Tage. 400000 Kubikmeter find in Airolo vom Saffo Rosso gefallen. Was ist das gegen andere Bergstürze in der Schweiz? Die abgebrochenen Felsen von Elm (Glarus) wurden auf 11000 OOQ, die von Goldau (Schwy,) auf 25000 000, die von Brienz (Graubünden) vom Sturze im Jahre 1749 aus 50000000 Kubikmeter geschätzt und ein ähnlicher großer Felssturz rote die genannten bereitet sich im Berner Oberland im Gebiete des Lammbaches vor.
* Die Familie Bismarck. Aus Hamburg wird dem „Pester Lloyd" berichtet: Nach einer zuverlässigen Friedrichs- ruher Meldung übersiedelt Fürst Herbert Bismarck dauernd nach Berlin, was in politischen Kreisen große Aufmerksamkeit erregen dürfte. Er behält den Sekretär seines Vaters, Dr. | Chrysander, vorläufig in seinen Diensten. Graf und Gräfin Rantzau haben Friedrichsruh gleichfalls auf immer verlassen, sodaß das Schloß, in welchem die Leiche Bismarcks ruhl, ganz unbewohnt ist. Forstbeamte halten Wache. Wann die Ueberführung der Leiche ins Mausoleum stattfindet, ist no- unbestimmt.
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