Ausgabe 
9.11.1899 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

iaisti

nltPuppen nne etc. birme etc.

Mshgen, ?88, i Sohn.

iranz.

js 5 Uhr, in Steins Garten: ert.

en (Alt), Herr R. Fischer ans lerr Th. Haubach aus Giesset

ie-Regiments Kaiser Wilhelm.

11.

v. Brüll. ,Der Pilot1, Männerebe ieder: für Alt von Schubert, Rubi nd Brahms. Zwei Sätze für Streid-

gisnacht

ehester von Mendelssohn. M

eitbl«311*8«b!l st--*** iederka»'

Hl Royal.

ifer: H. Eigen.

gtlte rW amerstag afimb: suppe. >'/, M <»: * mit Kraut.

lsk«hk' w|t

6*

hub-A®8^»'

Vellberg

tt ; 5 Wb

. 6S»

, nrt Mnb vv *« d

Rt. 264 Zweites Blatt Donnerstag den 9 November

Gießener Anzeiger

General-"UHeiger

Anrts- und Auzergeblutt für den Ureis Giefzen.

Bei Postbezug 5 Mark 50 M vierteljährl'ck

^qwgejirdM

rieritljährlich

2 Mark 20 Pstz

monatlich 75 mit Bringecleff»

11t UnzetztN'8ermittlu»Grfttatn bei In- nxb E ulten * »ttzmtn Lnzeizra für btn Wietzener Unzeiger eutyy*

Anzeigen zu b« nochmittggZ fit bea f«|pr- leg erscheinenden Nummer Hl Mr*. 19 llhr.

«104

eh des

W* Wegener

flwrbm dem Nnzeiger »Achmwch viermol beitzetogt.

ÄtbNtUn, «ptbiHen und »ruckerei:

>(!«!< Ur. 7.

Grstisbrilage«: Gießener ZsmilienblAter, Ker hessische Kan-witt, KlStter sür hessische Kolkskun-e.

Ibrtffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.

scharf pointierten Ausdruck. Wie nun derFranks. Ztg." aus London telegraphiert wird, hat in englischen Negierungs­kreisen eine Hamburger Meldung derDaily Mail" Auf­sehen erregt, wonach an der Spitze der gegen die Kaiserreise gerichteten Bewegung Fürst Herbert Bismarck stehe. Wir können nicht glauben, daß die englische Regierung über die Stimmung des deutschen Volkes so erstaunlich schlecht unterrichtet sein sollte, daß sie eine so thörichte Rederei ernst nehmen könnte. Herbert Bismarck ist eine gänzlich einfluß­lose Persönlichkeit, wie man in England recht gut weiß, und die allgemeine Stimmung gegen die geplante Reife des. Kaisers hat, wie man ebenfalls in England weiß oder wissen sollte, ihre starken Wurzeln in einem richtigen Em­pfinden des deutschen Volkes. Die öffentliche Meinung spricht sich in diesem Falle ganz spontan aus und wird dabei von keiner einzelnen Persönlichkeit, sondern von sehr ernsten und tiefgehenden Erwägungen beeinflußt. Diese Stimmung mag in England als unbeqnem empfunden werden und Versuche veranlassen, sie als künstlich erzeugt hinzustellen; aber englische Regierungskreise sollten sich doch nicht so plump täuschen lassen. (Vgl. Leitart.)

In Gegenwart des Kaisers hat heute Vormittag 10 Uhr vor dem königlichen Schloß die Vereidigung der Rekruten der Berliner Garnison stattgefunden.

Im Laufe dieses Jahres sollen noch 24 japanische Offiziere nach Deutschland gesandt werden, um sich in militärischen Dingen weiter auszubilden.

Der Kolonialrat wird sich demnächst, wie be­reits gemeldet, auch mit Vorschlägen betreffend eine Ver­hinderung mittelloser Einwanderer in unsere Kolonieen zu befassen haben. Es handelt sich dabei um eine Frage, die unsere kolonialen Kreise schon lange be­schäftigt hat und jetzt gelöst werden soll. Mittellose Privat­leute pflegen nicht nach unseren Kolonieen auszuwandern; auch ist es bis jetzt Regel bei deutschen Firmen, die Arbeiter nach den Kolonieen entsenden oder kommen lassen, daß sie dieselben, wenn sie aus irgend einem Grunde beschäftigungs­los geworden sind, in die Heimat zurückbesördern. Immer­hin sind auch Fälle vorgekommen, wo dies nicht geschah, insbesondere bei ausländischen, in unseren Kolonieen thätigen Gesellschaften. Die mittellos oder krank gewordenen Per­sonen fielen dann der Verwaltung zur Last. Noch häufiger kommt es vor, daß aus benachbarten fremden Kolonieen mittellose Arbeiter nach deutschen Hafenplätzen abgeschoben werden, ohne hier in Stellung treten zu können. Es würde die Etats der einzelnen Kolonialverwaltungen bedeutend übersteigen, wenn ihnen die Fürsorge, Heimbeförderung re. aller derartiger Personen dauernd obliegen sollte, wie ja

des Zaren enthielt, ging den Fürstlichkeiten erst mittags zu. Soweit bisher ersichtlich, ist es unsicher, ob der Zar morgen das neue Palais überhaupt verlassen wird. Man glaubte, er werde in Potsdam der Vereidigung der Rekruten bei­wohnen. Die Sachlage ist nun zurzeit so, daß alle Vor­bereitungen für die Vereidigung getroffen sind, daß eine offizielle Absage nicht erfolgt ist. Vor dem Neuen Palais wird die Leibkompagnie des ersten Garde-Regiments den Ehrendienst thun. Eine strenge Sperre soll außerdem durch das Lehr-Jnfanterie-Bataillon durchgeführt werden. Bei der Ankunft wird das Zarenpaar nur wenige Augenblicke sichtbar sein, da die Equipage sofort in das durch Gitter abgeschlossene Palais einbiegt.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" widmet dem russischen Kaiserpaare an der Spitze ihrer heutigen Nummer in offiziösem Sperrdruck den folgenden Begrüßungs-Artikel:Der Besuch, den die russischen Majestäten morgen unserem Kaiserpaare in der Residenz­stadt Potsdam abstatten werden, wird als ein neues Unter­pfand der zwischen dem deutschen und russischen Herrscher­haus wie dem deutschen und russischen Reiche bestehenden wertvollen freundschaftlichen Beziehungen von allen Kreisen unseres Volkes freudig begrüßt. Wir verehren in Kaiser Nikolaus II. einen hochbegabten, edelsinnigen Monarchen, der die Geschicke eines mit Deutschland in bester Nachbar­schaft lebenden Weltreiches zu großen Zielen lenkt, und der weit über die Grenzen Rußlands hinaus das politische Leben und Denken aller Völker des Erdteiles an der Grenzscheide zweier Jahrhunderte mit neuen verheißungs­vollen Anregungen befruchtet hat. Wir erblicken in dem erhabenen Vorkämpfer der besten menschlichen Be­strebungen zugleich den erprobten Träger der alten überlieferten und oft bewährten Freundschaft zwischen Deutschland und Rußland. Auf dem durch die herzlichen Beziehungen der beiden Herrscher verbürgten und für beide Länder gleich segensreichen Einvernehmen zwischen Deutsch­land und Rußland beruht es, daß die deutsche und russische Macht in Europa friedlich nebeneinander wirken und sich außerhalb dieses Weltteiles vertrauensvoll weiteren Auf­gaben zuwenden können. In der festen Zuversicht, daß sich auf den morgigen Tag für die Wohlfahrt und den Frieden der Welt glückliche Folgen knüpfen werden, heißen wir den erlauchten Herrscher Rußlands und seine hohe Gemahlin als Gäste unseres Kaiserpaares ehrerbietigst und herzlichst willkommen.

DieKaiserreisenach England erregt bekannt­lich lebhafte Bedenken in ganz Deutschland, und diese Be­denken finden in fast der gesamten Presse mehr oder minder

als Meister am Webstuhle thätig. Nachdem jedoch aus dem 1817 zu Friedberg gegründeten Lehrerseminar eine erkleckliche Zahl in der Prüfung bewährt erfundener junger Männer, zum Teil mit einem hochgradigen Bewußtsein ihrer seminaristischen Bildung ins Schulamt eingetreten mar, geschah etwas Fürchterliches. Zum gerechten Leidwesen des vielleicht schon lange Dezennien im Schuldienste thätig gewesenen Schulmeisters" von der alten Sorte erging ein gestrenger Ukas des Kirchen- und Schulrats-Kollegiums zu Gießen ins Land des gemessenen Inhalts:Nicht geprüfte, sondern durch Erbschaft ins Amt gekommenen Lehrer sollen sich, falls ihnen die Lehramtsfähigkeit nicht aberkannt werden wolle, einem Examen vor den Schranken des hohen Kollegs unterziehen." Wohl munkelte man, in Berücksichtigung der Sachlage sei von vornherein der humane Beschluß gefaßt worden, die Forderungen an die Examinanden nach Möglichkeit herabzumindern. Aber hart wars doch! Wie ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel fuhr der Erlaß unter die Reihen der dadurch Betroffenen, welche sich ohn' Erbarmen vor die ernste Frage:Sein oder Nichtsein?" gestellt sahen.

Mein alter Nachbar C. in seiner bescheidenen Liebenswürdigkeit gehörte zu den am meisten Erschrockenen. Sofort nach Eintreffen des unliebsamen Reskripts holte er sich bei mir Rat; genoß ich doch fern Vertrauen in hohem Maße. ... » _£..

Härr Parrer", begann der Ehrenmann tn seinem urkrastigen Wetter'auer Deutsch, das er auch in seiner Schule und vor seinen Oberen redete,wie wärs.wenn eich (ich) nach Geiße (Gießen) gäng'und stellt's den Herrn vör?"Wird nichts helfen", erwiderte ich ihm, setzte aber, da der über die Citation völlig aus Rand und Band Gekommene sich nicht trösten und ermutigen lassen wollte, hinzu:Doch schaden kanns ja auch nicht; versuchen Sie's einmal in Gottes Namen! Petitionieren und Waffer trinken ist allewege erlaubt."

Sofort eilte C stehenden Fußes nach Gießen, kam aber abends gar kleinlaut und sichtlich beklommen zurück. Er hatte mir von dem gänzlichen Fehlschlag seines Bittgangs zu rapportieren.Harr Pfarrer, Sie hun Rächt; eich hun's so rührend gemoacht. Hochwurden, hun eich zum Superedent gesät:Schenke Se mir dasExami". Dreißig Jouhr hun eich schun (schon) en der Schaul gehantiert. Sehn Se deffe im Dienst der Schule ergroote Hoor (Haare)!" Woas bekoam eich für e Antwort?"Dreißig Jahre, schöne Zeit, können Sie was profitiert haben. Werden's um so schärfer nehmen!"Harr Parrer, doa hun eich doas liebel ärger gemacht; en sechs Woache mach erch en's Exami! Doa moiß noachartig" geschafft weare, doaß eich en de veile (vielen) Fächern: Aufsatz, Geschichte, Geographie, Naturkunde, den höheren

Deutsches Keich.

Berlin, 7. November. Der Kaiser unternahm, wie schon gemeldet, am Sonntag einen Spaziergang im Park von Sanssouci. Der Zweck desselben galt vornehmlich der Besichtigung der zahlreichen in diesem Jahre wiederholten Einschläge in den Park, die notwendig waren, wenn die Anlage anders nicht waldartigen Charakter annehmen sollte. Nach dem Muster des verjüngten Tiergartens sind dort an den Stellen, wo das Unterholz besonders dicht stand, freie Grasflächen mit schönem Durchblick geschaffen worden. Die Luft im Park, die zufolge des dichten Baumwuchses recht schwül war, hat sich jetzt erheblich gebessert. Der Kaiser freute sich über den guten Erfolg und wandte sich an einen in der Nähe stehenden hochgewachsenen Mann, der in seinem Aeußeren den alten Militär verriet, mit der Frage, ob er an den Arbeiten irgendwie Anteil genommen habe. Der Angeredete verneinte.Aber ich muß Sie doch kennen! " fuhr der Kaiser fort. Es ergab sich, daß der durch die Anrede des Kaisers Ausgezeichnete früher lange Jahre im Militärwaisenhause in Potsdam Portier gewesen ist. Er pflegte dort zu der Zeit, als der Kaiser den Dienst als Leutnant in der Leibkompagnie that, stets das Portal zu öffnen, sobald die Kompagnie einmarschierte, um auf dem Hofe des Waisenhauses zu exercieren. Der Kaiser, der seinerzeit die Rekruten selbst ausbildete, erinnerte sich jetzt des bekannten Gesichtes und schied von dem Pensionär mit freundlichen Grüßen

Die Hofjagd auf den Gütern des Herrn ». Wedel-Piesdorf, Ministers des Königlichen Hauses, die für Dienstag in Aussicht genommen war, ist wegen Unpäßlichkeit der Kaiserin abgesagt worden.

Das Zarenpaar trifft, wie nunmehr feststeht, heute, Mittwochvormittag gegen 11 Uhr mittels Sonder­zuges auf Bahnhof Wildpark ein. Alle zurzeit in Berlin anwesenden Fürstlichkeiten sind bereits eingeladen worden, dem großen Empfange bei Ankunft der russischen Gäste beizuwohnen. Der Zar dürfte entgegen der früheren An­nahme nicht nach Berlin kommen. Er wird sich mit seiner Gemahlin von der Wildparkstation aus nach dem Neuen Palais begeben und dort in den sogenanntenRoten Kammern" Wohnung nehmen. Die Weiterreise nach Skier- nievice über Thorn erfolgt morgen abend nach 10 Uhr. Hingegen wird demBerl. Lokal-Anz." aus Potsdam ge­meldet: Hier wußte man bis heute in vorgerückter Nach­mittagsstunde über die Einzelheiten des so diskret be­handelten Programms noch garnichts. Die Hofansage, welche lediglich die erwähnte Stunde der Ankunft

Rechnungsarten, en (und) woas waß (weiß) eich sonst noach. eabbes kann eam Exami."

Ich tröstete wiederum und sprach Mut zu. Auch gab ich dem Bedrängten und Ratlosen aus meinem Bücherschrank einigeKurze Jedoch's", das sind: Eselsbrücken zur raschen Aneignung mangelnder Kenntnisse, und entließ ihn mit dem Wunsch guten Erfolges zu fernen schnellbleichähnlichen Studien. Zum Fleiße brauchte ich den eingeschüchterten, dazu äußerst gewissenhaften Mann nicht erst zu mahnen.

In den langen, bangen sechs Wochen der angestrengtesten Vor­bereitungszeit sah und hörte ich nichts von C. Da, in der Frühe des ge­fürchtetenExamitags", pochte es erregt an meine Thüre. Hcrem tritt der sichtlich abgemagerte und trübe dreinschauende Kandidat, in em großes, buntes, geblümtes Taschentuch eine halbe Bibliothek eingebunden, da­runter meineKurze Jedochs", aber auch zwei dickleibige Oltavbande in SchweinsledereinbandWas haben Sie denn da, Herr Schullehrer?' fuhr ich erstaunt heraus.Ei. der (die) Bücher, bei eich bei während' Zeit durchsturrirt hun."Doch die dicken schweinsledernen? Dei hun eich vumschlaue" Sames (so hieß der gelehrte Bauer und Bücherleser im Dorf) gelehnt (geliehen!; es sain goar schme (schöne), oaber gewichtige und schwear behältliche Bücher; drinn stiht zua lease vom Napoleon und vom General Augereau und Moreau. (Die letzteren Namen denke sich der geehrte Leser deutsch ausgesprochen.)Nun will eich oalles metnomme nach Geiße ens Exami". Es kostete mich viel Zuredens, des greisen Mannes Entschluß zu ändern und ihn zur Zurück­lassung wenigstens der Bücher vomNapoleon und dem Augereau und Moreau" zu bewegen.

Aeußerlich bedeutend erleichtert, konnte er nun dengefährlichen" Gang antreten. Unter der Hausthüre fragte ich den Verstörten noch besorgt nach seinem Befinden.Ach, Herr Pfarrer! Doas war e hoarte Zeit. Alle Noacht beas (bis) zwölef Äuer (12 Uhr) hun eich geseasse en' hun gesturrirt. Mei Fraa lag oals schun lang em Beatt und wacht deak (häufig) uf, woann eich soa teif (tief) geseufzt und gestöhnt hun."Mann"", sät se,was verboannst (verbrennst) de e Un- weasens Oele!"" Un' woan eich eandlich aach en's Bett koam, könnt eich neit (nicht) schloafe, en' hun meid) hin- en' heargewoarfe.Mann"", sät dann mei Fraa, en' steiß meid) meat (mit) dem Ealleboage en de Seire (Seite),Mann, woas hast de vör?"" Doan sar (fegte) eich:Dou (Du) hoast gout schloafe en' gout schwätze Dou schmändst bei Deappe (rahmst bie Milchtöpfe ab) en stießst bei Boatter, oaber eich moiß noach Geiße en's Exami!"

Mit herzlichem Segenswunsch schaute ich dem -eidvollen nach- Abends, als die Sternlein schon funkelten, stürmt der alte C. m leb

Feuilleton.

Gin Schulmeillers Kramen ans der guten alten Zeit.

Kulturgeschichtliche Humoreske von Ludwig Hofmann.

Im schön gelegenen Münzenberg, einem Ackelstädtchen mit statt­licher, zweitürmiger Ruine, welche die Zierde der^Gegem> brldet und nn Dolksmunde die großeUrine" oder dasWetterauer ^.mtenfaß heißt, tagte einst bei gutem, aber billigem Kaffee statt emes kostsptelrgen Mit­tagessens die Pastorenkonferenz des Dekanats Hungen, des kirchlichsten Bezirks im ganzen Hessenlande. Die geistliche Herberge wurde m jenen vergangenen Zeiten da man in Freundeskreis die ihrer Gemeinde und ihres Standes Wohlfahrt bei Kaffee und obligaren Wecken beratende Konferenz die moderneTrullanische Synode zu nennen pflegtt, von einer reichen, kernhaften, gewichtigen (sie überwog zwei Zentner) Bauern­frau geleitet, welche weithin als diedicke Wäs Anna Margret und als treffliche und großen Zechen abholde Versorgerin hungernder Magen rühmlichst bekannt war. . .

So oft nun mein seliger Vater der Pfarrkonferenz m den oberen Räumen des schlldlosen Gorr'schen Wirtshauses präsidierte, hieß es, falls neu einqetretene Konventualen oder Gäste zugegen waren regel- mäsiia zum Schluffe bittweise:Herr Dekan! erzählen Sie uns noch als schönstes Finale dasEx-mi"s bitte! bitteI" Ohne sich allzu lange bitten zu lassen, Hub denn der alte Kirchenrat mit freundlich lächelndem MuM also an. @tüningcn war, wohnte mir in dem ein

halb Stündchen entfernten Dorf-Gill ein alter, in vielem Betracht ehr­würdiger Schulmeister Eauß zur Seite Die älteren Bewohner des Filialdörfchens reden heute noch voll Achtung von ihm. Er habe sie zwar nicht viele, mehr oder wenigerzweckmäßige , mtthm brauchbare Dinge gelehrt, aber viel, gründlich die fünf Hauptstucke und die bib­lische Geschichte, als besten Halt fürs Leben, dazu gut und sicher die fünf Spesies und kräftig Singen. (Dies zur Kennzeichnung des Mannes und der Zeit, in der er wirkte, des 2. und 3. auch teilweise noch des 4. Jahrzehnts in unserem seitdem so raschfortgeschrittenen Säkulum.) Sein Schulamt hatte Eauß stillschweigend von seinem.Vater geerbt, welchem er zuvor, da das Schulszepter der welken Greffenhand zu schwer geworden war, schon lange Jahre als Gehilfe treulich zur Seite gestanden hatte, dabei nach wie vor auch während des Unterrichts