Ausgabe 
9.9.1899 Zweites Blatt
 
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Samstag den 9. September

* Transvaal.

würden. Die Erregung in Frankreich ist in der letzten

seiner Stelle gerückt. In Schreibtische hat er zuletzt noch aufgeschlagen daliegt, geschrieben, dorthin hat er

ÄEe Anirigrn.Bermtttlu«,»stellen bei In- unb ÄuilanW. «tzmcn Anzeigen für ben Gießener Anzeiger «lge

AezngspretH vierteljährlich 2 Mart 20 Pf,.

Stbettian, Gspebitivn und Druckerei:

Zch.tsir.ße Ar. 7.

haft begrüßt. Die Königin und die Herzogin Wera wohnten der Parade im Wagen bei. Unfälle kamen nicht vor. Nur ein höherer Offizier, dessen Pferd scheute, stürzte dicht vor

Adrrfse für Depeschen: tUt«-

Fernsprecher Nr. 51.

Staatssekretärs des Auswärtigen über die Angelegenheit abgegeben und dem Kriegsgericht in Rennes wie aller Welt bekannt sind. Das Unterbleiben der Reise nach RenneS wird allgemeine Befriedigung erwecken, weil das Erscheinen _ _ * 1. ...___IC- ... DPT rts

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Zlätter für hessische Volkskunde. _____________

* Der Kaiser in Württemberg.

Die Kaisertage in Straßburg sind zu ^^b- die Kaiser eiH yUycicl> vvnvo -ri'-**- i-7, -u .

tage in Stuttgart haben, wie wir bereits gestern mitteilten, 8a«cr, Eine riesige Menschenmenge war auf dem begonnen. Kaiser Wilhelm ist, nach seiner beim Parade- . - - ~ ----"

diner und nach seiner durch den Statthalter Fürsten zu Lohenlohe-Langenburg der Bevölkerung des Elsaß über­mittelten Danksagung zu schließen, von seinem Aufenthalte in den Reichslanden in höchstem Maße befriedigt. Der Empfang, der ihm bei feiner Ankunft in der württembergi- schen Hauptstadt bereitet wurde, wird ihn nicht minder mit Genugthuung erfüllt haben. Ueber den Aufenthalt in Stuttgart liegen folgende weiteren ausführlichen Nach-

mit vringerleß«.

Bei Postdezuf R Mark 50 «f > >ierteljährltch

mit Rninahme bei «entas».

Sie Gießener

Mtben bem Anzeiger ichenttlch viermal btigekgL

Nr. 212 Zweites Blatt

Paradefelde. Am Schluß der Parade ritt der Kaiser die Front der Krieger-Bereine ab.

DeS Kaisers Dank.

Bor seiner Abreise aus Straßburg hat der K o tj e r, | wie oben schon erwähnt ist, den Statthalter von Elsaß- 1 Lothringen Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg beauftragt, der Bevölkerung folgenden Dank zur Kenntnis zu bringen.

Der festliche Empfang, welcher mir bei meiner jetzigen Anwesenheit im Elsaß bereitet worden ist, laßt eine so weitgehende patriotische Beteiligung aller Schichten der Bevölkerung erkennen, daß ich hierdurch auf das an­genehmste berührt worden bin und nur lebhaft bedauere, daß die Kaiserin, meine Gemahlin, nicht an meiner aufi richtigen, herzlichen Freude teilnehmen konnte. Durch mannigfache zahlreiche Aufmerksamkeiten sind hier die beredten Beweise treuer Ergebenheit und zuversichtlichen Vertrauens kundgegeben worden. Ich erblicke in dieser meinem Herzen wahrhaft wohlthuenden Gesinnung eine hoffnungsvolle Bürgschaft für die weittre gedeihliche Ent­wickelung des schönen Reichslandes. Mit solchen Empfin- I düngen scheiden zu können, ist ein erhebendes Gefühl und mir daher ein aufrichtig empfundenes Bedürfnis, dies öffentlich mit meinem herzlichen, warmen Danke auszu­sprechen. Zu meinem lebhaften Bedauern muß ich schon heute das Elsaß verlassen, unter dessen Bevölkerung ich mich stets so besonders wohl fühle. Ich scheide mit den aufrichtigsten Wünschen für sein ferneres Gedeihen und Wohlergehen. Ich ersuche Sie, vorstehendes zur all­gemeinen Kenntnis zu bringen.

Straßburg, 6. September 1899. Wilhelm.

$ Stuttgart, 6. September. Bei prächtigem Wetter ist der Kaiser nachmittags 5 Uhr hier eingetroffen Stunden­lang vorher harrte geduldig eine vieltausendköpfige Menge, | die auf dem Wege vom Bahnhof zum Schloß Spalier bilbetc, seiner Ankunsl. Aus dem Bahnhos waren zum Empfang der König, die königlichen Prinzen, die Minister, das diplomatische Korps, die Generalität und die Spitzen der Behörden anwesend. Die Begrüßung Mischen dem Kaiser und dem König war überaus herzlich. Nach den üblichen Vorstellungen und dem Abschreiten der Ehren­kompagnie erfolgte die Fahrt nach dem Schlosse unter dem begeisterten Jubel der Bevölkerung. Im Schlosse bewill­kommneten die Königin und die fürstlichen Damen den Kaiser. Nachmittags kamen noch der Fürst von Hohenzollern, Großherzog von Hessen und Prinz Leopold von Bayern an. Abends J/29 Uhr begann der Zapfenstreich, der glänzend verlief. Unter den Klängen des Iorkmarsches zogen sämtliche Musikkapellen und Spielleute des 13. Armee­korps in den Schloßhof; es waren über 1000 Mann, die von Fackelträgern begleitet waren. Ein Dutzend Musik­stücke wurde mit trefflicher Präzision ausgeführt. Der Kaiser, der König von Sachsen, der König und die Königin von Württemberg, sowie die übrigen Fürstlichkeiten horten vom Schloßbalkon aus au. Als der Kaiser erschien, erfolgten stürmische Ovationen des Publikums, das SU Zehntausenden alle Wege und Plätze in der Umgebung des Schlosses füllte. Der Schloßplatz erstrahlte in festlicher Beleuchtung, auch viele Privatgebäude hatten sehr geschmackvoll illuminiert.

Stuttgart, 7. September. Die Parade wurtteni-

bergischen Armeekorps vor dem Kaiser war vom schönsten , «ug-n -i H^des Aktenstücks Über-

Wetter begünstigt und verlief vollständig^^Srammmaßig^ | sAeden zu, ä . Telearamme aus Pretoria, von

Es fand nur ein einmaliger Vorbeimarsch statt und zwar bei der Infanterie in Regiments-Kolonnen, bei der Kavallerie in Schwadronssront. Der Kaiser wie auch der Komg1 wurden bei dem Vorbeiführen ihrer Regimenter vom Publikum leb-

FeuiUeton.

Die Wosen von la Malmaison.

Bon Johannes Pasig.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Bon den Gemälden, die hier aus den Kunstkammern Europas zusammengetragen waren, fesselte den Kaffer Alexander vor allem ein Porträt Napoleons mit den starken, wie in Wachs gegossenen Zügen, m die ^mand blicken kann, ohne daß ihn ein Schauer durchdringt. Lange be« trachtete der Zar dieses Bildnis, dann gingen sie weiter. Vor einer Thür blieben sie plötzlich stehen und Hortense bemerkte:Majestät, wir werden jetzt das Heiligtum meiner

Oberst von Schwartzkoppen wird, wie nun zu­verlässig verlautet, nicht nach Rennes reffen, auch die Deponierung s e i n es Z e u g n i s s e s vor einem deutschen Richter ist unwahrscheinlich, weil erschöpfende Er- < .r< m .. 41mA APÄ hPHTimPVI

Mutter betreten."

Wie soll ich das verstehen?" erwiderte Alexander.

Sie werden es verstehen," entgegnete Hortense nut einem Ausdruck tiefen Kummers,wenn Sie es sehen."

Sie traten ein. Es war ein kleines Wohnzimmer nut einfachen Möbeln. Hier und dort stand em Stuhl, m der einen Ecke eine Chaiselongue, am Inster em Schreibtisch, an der Wand hingen Waffen in der Mitte des Zimmers stand ein Tisch, auf dem eine Weltkarte lag, unb m welche Gruppen von Nadeln mit bunten Köpfen eingesteckt waren.

Alexander blickte Hortense fragend an, worauf die e bemerkte Es ist das Zimmer des Kaisers, genau so, wie

, »or vi« Jahren Äi-ß. Nicht-in Stuhl ist von diesem Geschichtswerk auf dem gelesen, dieselbe Seite, welche Die Feder, mit der er zuletzt sie gelegt; die Nadeln in der

Die Antwort der Transvaal-Regierung auf die letzte Depesche des englischen Kolonial­ministers Chamberlain ist gestern in Pretoria, der Hauptstadt der Burenrepublik, bekannt gegeben worden und des' deutschen

Die Buren bekunden darin von neuem ihre weitgehe e | -----orHamnrttnpn über die Anaeleaenheit

Friedensliebe, aber auch ihre feste Entschlossenheit einen Angriff Englands auf ihre staatliche Selbständigkeit ent- _____cyhnTt hpfi Aktenstücks über-

und diese fchönen Arten dort find Bengalrosen aus Indien und erst kürzlich zum ersten Male aus England nach dem Kontinent herübergekommen." .

Jetzt nahte die Kaiserin, und Hortense zog sich zu den Hofdamen zurück, um die beiden kaiserlichen Majestäten chrem Zwiegespräch zu überlassen.

.Es ist mein Abschiedsbesuch," begann Alexander,aber ich werde Frankreich nicht verlassen, bevor ich nicht über­zeugt bin, daß Ew. Majestät Friedenswünsche mit mir ^"'.Sie gehen mit Ihnen," sagte Jos-Phm-, »denn Sie waren sein Freund. Sie waren es aus Achtung vor seiner Heldengröße. Der Krieg, den Sie geführt haben, santt seinem unglücklichen Ende für uns, war nicht Ihr Wunsch und Werk,0 Gottes Befehl, gegen dessen Fügung zu murrcm^revel^ware.^rwidert- «lexand-r,es stand mcht in meiner Macht, Bonapartes Schicksal zu andern. Ich habe chn wie einen Freund, ja, wie -inen Bruder geliebt, und stets werde ich ihn ehren und bewundern.

Das sind Worte," entgegnete Josephine lebhaft,die mein Herr entzücken. Denn wer bedarf so sehr der Freunde, wie er, wer ist so verlassen, so elend? Sem Volk seme Rübe seine Kraft, seine Gemahlin, sem Kmd, alles hat sich von ihm gewendet. Auch ich habe ihn verlassen muffen, und doch hat Gott uns zusammengefügt bis an den ..

Kein Vorwurf kann die verwitwete Kaiserin treffen, sagte Alexa^ein M ertoibcTte Josephine haft,ich trage nur den Namen und dasi Kleid der WMv , meine Seele ist mit der feinigen .^rbunden fort und f , unb kein Mensch, kein Priester wird diese Bremigung lösin Ich liebe Napoleon heute noch so innig, wie an dem Tag ,

Karte dort bedeuten alte Schlachtfelder und neue Schlacht- pläne. Sie sehen, es waren schon zwei Jahre.lm voraus die Märsche durch Ihr Reich, die Festungen, die schlacht- silb-r bikhin nach Moskau b-z-ichn-i. Nur ganz aus- nahmsweise betritt ein anderer, außer wemer Mutter, d Zimmer. Sie selbst reinigt täglich dwse Möbel und G - räte die sie ihre Reliquien nennt, vom Staub. Selbst die Kleidungsstücke, die der Kaiser getragen hat, liegen in Unordnung ein jedes noch auf derselben Stelle, wo er sie hlnwlnfi^ ftanb in versunken. In tiefer Be­wegung betrachtete er das alles. in

Dann führte ihn die Königin durch das Vestibül in den Garten. Welch einen Anblick bot die kleine Terrasse und der Platz davor! An den Säulen auf der Terrasse rankten schlanke Mcmrcmdien und Glycinen empor, imposante Gruppen von Heliotropen hauchten ihre f^ßen Dufte aus Pyramiden von Dracänen, Granaten, Philodendron^und Mimosen entzückten das Auge. ininm all b J Pracht standen, einem weiten Teppich gleich, viele Tausende rote? Rosen, zwischen denen weiße so etngefügt waren, daß ihre Blüten in großen Zügen den Namen^osöphin barft®ern'3ar war auf das höchst- üb-rrascht unb fegte: Wahrhaftig, hi-r glaubt man sich m -in- and-r-W-lt sitzt, Ni- hab- ich ähnliches g-f-h-n."

Die Königin lächelte und erwiderte.Es giebt auch

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Mitteln die folgenden a^J^etDroütn:enb Schwar^pens möglicherweise'zu Ausschreitungen der Fran-

denen das erste aus englischer Quelle stamm, ) I führen könnte, die unberechenbare Folgen haben

das zweite durch die in Paris domizilierteAgence Havas zosen suyren lonmt , iti hpr fpkfpn

verbreitet wird: L _________

Siebener A nzeiger

AntztS. «nd Anr-igeblatt für den Ureis Gieren.

Pr-toria, 7. September. Die letzte Depesche der Transvaalregierung, die hier veröffentlicht worden ist, spricht das Bedauern aus, daß England die letzten Vorschläge Transvaals als unannehmbar bezeichnet habe. Transvaal bestreitet nicht die England gemäß der Konvention von 1884 zustehenden Rechte, und es giebt auch zu, daß Eng­land gemäß dem Völkerrecht für seine Staatsangehörigen eintritt. Transvaal lehnt es aber ab, die Suzeränetat Englands über die Südafrikanische Republik neuerdings zu bestätigen. Es erklärt sich zu einer Konferenz in Kapstadt bereit, auf der die Frage des Wahlrechts und der Ver­tretung der Uitlanders im Volksraad erörtert werden soll.

Pretoria, 7. September. Die Antwort Transvaals auf die letzte Depesche Chamberlains ist heute veröffentlicht worden. Die Vorschläge, betreffend die zehn Vertreter der Minendistrikte und fünfjährige Ansässigkeit im Lande, werden zurückgezogen, da England die an dieselben geknüpften Be­dingungen nicht annimmt. Transvaal erklärt sich einver­standen, das Gesetz über das Wahlrecht wenn dies not­wendig, zu verbessern und führt aus, es habe niemals die Absicht gehabt, England um die ihm durch die Konvention von London zugestandenen Rechte zu bringen oder sich dessen internationalem Suzeränetätsrechte zu entziehen. Transvaal bezieht sich herbei auf dse Depesche vom 17. August 1898 über das Schiedsgericht und verlangt schließlich weitere genauere Mitteilungen hinsichtlich des I Wunsches Englands bezüglich des Zusammentrittes einer gemischten Kommission, sowie Einzelheiten über den Zeit­punkt und den Ort der in Aussicht genommenen Konferenz.

Rom, 7. September. Es verlautet, der Präsident von Transvaal habe dem Papst Vorschläge bezüglich Ein­setzung eines Schiedsgerichts gemacht. Der Papst habe die Uebernahme des Schiedsrichteramtes abgelehnt, I falls nicht England darum ersuche.

* Die abgelehnte Vorladung.