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9.9.1899 Erstes Blatt
 
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Nr. 56 erschoß sich gestern nachmittag in der Kaserne 4 auf der Esplanade. Eine über ihn verhängte gerichtliche Strafe von mehreren Wochen Gefängnis wegen einer Schlägerei in Werden, wo er dem Wachkommando angehörte, in welcher er mehrere Zivilisten mit dem Seitengewehr verletzt hatte, scheint die Ursache des Selbstmordes zu sein. Die Leiche eines 20jährigen jungen Mannes wurde vor einigen Tagen im Rhein bei Rees gelandet. Der Mann ist 1,70 Meter groß, hat bartloses Gesicht, rötliche Haare und blaue Augen; er war bekleidet mit schwarz-wollener Jacke, rot-wollenem Hemd, englischlederner Hose und schwarzen Lederpantoffeln. Ein Geldbeutel enthielt deutsches und holländisches Geld. (K. Z.)

Aachen, 7. September. Die Witwe Brißler wurde heute in ihrer in der Königstraße belegenen Wohnung erstochen aufgefunden. Als Thäter gilt ein mit ihr zu­sammenlebender Mann, der am Morgen flüchtete und nach­mittags festgenommen wurde.

Düsseldorf, 7. September. Wie gemeldet wird^ist der jetzige Minister des Innern Frhr. von Nheinbaben der erste preußische Regierungspräsident gewesen, der in seinem Ver­waltungsbezirk das Schächten der Tiere verboten hat, gegen welches die deutschen Tierschutzvereine mit so großer Entschiedenheit ankämpfen.

* Mayen, 7. September. Im Laacher See hat sich gestern ein junger Mann aus der Umgebung, jedenfalls in einem Anfalle von Geistesstörung, ertränkt. Die Leiche wurde nach einer Stunde herausgezogen. Von den am 23. April ertrunkenen beiden jungen Männern aus Mayen hat sich, derCobl. Ztg." zufolge, bis heute keine Spur gefunden.

Aus Thüringen, 7. September. Zwei sozialdemo­kratische Arbeiter in Suhl hatten versucht, andere Arbeiter durch Schimpfworte dahin zu bringen, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, wobei einer der beiden sogar das Leben von mehreren Arbeitern gefährdet hatte. Die Strafkammer in Meiningen verurteilte deshalb den einen zu zehn Monaten und acht Tagen, den andern zu sechs Monaten Gefängnis.

Würzburg, 8. September. In Schweinfurt er­hängte sich gestern abend der Getreidehändler Abel. Das Motiv dieses Schrittes ist unbekannt.

* Stuttgart, 7. September. Heute nachmittag 4 Uhr ging über Stuttgart ein schweres Gewitter mit starkem Wolkenbruch und teilweisem Hagelschlag nieder.

Horb, 6. September. Leutnant Dorn, Adjutant beim hiesigen Bezirkskommando, hat sich gestern mittag in seiner Wohnung erschossen. Dorn legte zeitweilig ein auffallendes, excentrisches Wesen an den Tag; er dürfte.nach demSchw. B." den Selbstmord in einem Zustande heftiger Gemütsverstimmung begangen haben.

Lübeck, 7. September. Der Rigasche DampferKon­stantin" trieb in der Ostsee als ein hilfloses Wrack. Ein deutscher Segler nahm die neun Mann starke, völlig erschöpfte Besatzung auf. Das Wrack führte er im Schlepp­tau mit sich.

* Aus Bayern. Die klerikaleAugsburger Postztg." widmet den vielen Abstürzen in den Alpen einen Artikel, indem sie sich rasch auf andere Gebiete verirrt. So schreibt sie:Was soll man erst von jenen merkwürdigen Kuliuraposteln sagen denn auch ein wirksames und wichtiges Kulturelement soll der Alpinismus sein welche sich nicht entblöden, an Sonn- und Feiertagen für schnöden Judaslohn die Bergführer von der Erfüllung ihrer Christen­pflicht abzuhalten, um dafür vielleicht irgend eine hals­brecherische Tour auszusühren? Solchen Pionieren der Kultur sollte man eigentlich polizeilich das Handwerk legen. Ein solches Unterfangen ist geradezu ein Verbrechen gegen die edelsten Regungen der Menschheit." Das Blatt führt dann aus, wie Tyroler Führer nicht dazu zu bewegen sind, vor dem Gottesdienst an Sonn- oder Feiertagen eine Tour zu unternehmen, während sich beispielshalber Führer aus Oberstdorf (Allgäuer Alpen) nichts daraus machen, für ein paar Silberlinge an solchen Tagen ihre Pflicht und Mannes­ehre daranzugeben.Was muß man", fährt das Blatt fort,von dem Charakter eines Menschen halten, der so leichten Herzens für eine Bagatelle sich über seine erste Lebensaufgabe hinwegsetzt, um gottentfremdeten oder anders­gläubigen Fremdlingen zu Willen zu sein, die ihn wegen solcher Haltung doch eigentlich verachten müssen? Freilich sollten solche Herren auch bedenken, daß ein Führer, der es mit seiner Pflicht in der ersten Lebensaufgabe so leicht nimmt, auch als Führer kaum jenen Grad von Gewissen­haftigkeit besitzen kann, den man von einem solchen in eventuellen schwierigen und heiklen Lagen erwarten muß."

* Wien, 7. September. Die Gattin des Bezirkshaupt­manns der Wiener Neustadt, Frau Irene v. Stahl, stürzte bei einer Rad fahrt von Tarvis nach Ponteba, die sie in Begleitung ihres Gatten unternahm, so unglücklich, daß sie das Genick brach und nach wenigen Augenblicken starb. Die Verunglückte war 28 Jahre alt. Sie war in der Wiener Gesellschaft eine sehr bekannte Dame.

* Oberbersztercze (Ungarn), 7. September. Von Vier­lingen entbunden wurde die 22 Jahre alte Gattin des Schuhmachermeisters Emanuel Rieß. Die jungen Welt­bürger, drei Knaben und ein Mädchen, starben indessen einen Tag nach der Geburt infolge angeborener Schwäche, während sich die junge Wöchnerin eines guten Befindens erfreut.

* Zirl (Tirol), 7. September. Hier ist ein taub­stummer Knabe von etwa 15 Jahren aufgetaucht, dessen Herkunft bis jetzt nicht festgestellt werden konnte, da der Bursche weder schreiben noch lesen kann. Er fällt durch einen Atmungsfehler auf, der sein Atmen auf 200 bis 300 Meter Entfernung (k?) hören läßt. Dem Anschein nach ist der Knabe bisher eingesperrt gewesen.

* Bern, 7. September. Die drei an der D e n t B l an ch e verunglückten Walliser Führer waren, mit Ausnahme des Jean Vuigner, verheiratet. Seine zwei Unglücks­gefährten, Clemens Zurbriggen von Saas, und Elias Furrer von Evolena, hinterlassen kinderreiche Familien. Furrer hinterläßt neun Kinder, die Wittwe erwartet das zehnte, das älteste Kind zählt nur zehn Jahre. In den Hotels von Zermatt wurde eine Kollekte veranstaltet für die Familien. Es wird auch außerhalb von Zermatt gesammelt; Gaben können an Herrn Hotelbesitzer Alexander Seiler in Zermatt geschickt werden. Der ebenfalls verunglückte Engländer Jones war ein verwegener, unermüdlicher Kletterer und Berggänger. Mit Vorliebe wählte er gefährliche, unbegangene Wege aus.

* Paris, 7. September. Gestern abend um 9 Uhr ging hier ein heftiges Unwetter nieder. Sturzregen und Hagelschlag verursachten auf den elyseischen Feldern, den Boulevards und in dem Börsenviertel erheblichen Schaden. Die elektrische Beleuchtung war sehr beeinträchtigt; in mehreren Theatern erlosch bei den Blitzschlägen plötzlich das Licht.

* Rotterdam, 7. September. Die von Spanien in Rotterdam anlaufenden Seedampfer unterliegen infolge der Pestgefahr einer zehntägigen Quarantäne.

* London, 7.September. Der Lloyddampfer Kaiser Wilhelm der Große hat einen neuen Rekord auf­gestellt. Er hat die Strecke von Cherbourg nach Rew-Aork in 5 Tagen 18 Stunden und 15 Minuten zurückgelegt. Er hielt auf der Fahrt den nördlichen Kurs inne.

Kairo, 7. September. Zwischen Berber und Wadi Belff entgleiste ein Personenzug. 24 Personen wurden getötet. ,

* Die Toilettengeheimnifse europäischer Fürstinnen weiß ein englisches Blatt in interessantester und erfahrenster Weise auFzuplaudern. Die noch immer ansehnliche Prin­zessin von Wales giebt von jeher ihren künftigen weiblichen Unterthanen ein gutes Beispiel von der Pflege der Indivi­dualität im Geschmack, nur das zu tragen, was der Eigen­art der Trägerin entspricht und Moden, die nur Experi­mente bedeuten, nicht mitzumachen. Während der letzten 15 Jahre hat sie den allgemeinen Eindruck ihrer Toiletten nicht geändert. Den Zeiten derhoch gepufften" Aermel zum Trotz, blieb sie bei der enganliegenden Armgewandung. Nie sah jemand einen hohen Hut auf ihrem Kopf, sie trägt nur die hübschen, kleinenToques", die so gut zu ihrerErscheinung passen und von denen eine Abart auch nach ihr genannt worden ist. Die deutsche Kaiserin hat für ihre stets glänzenden Toiletten meist ihre eigenen Ideen, für deren Ausführung, wie das englische Blatt wissen will, stets zwölf Schneiderinnen, unter Aufsicht einer Hofdame im Nähraum der Kaiserin vereint sind. Zur Zeit der Hoffeftlichkeiten und zu Zeiten der Reisevorbereitungen wird die Zahl der Näherinnen bis auf vierzig oft verstärkt. Die Kaiserin von Rußland kleidete sich vor ihrer Heirat mit ausgesuchtester Einfachheit; aber die Damen vom russischen Hofe machten ihr gegenüber keinen Hehl von ihrer Enttäuschung, als sie die Gleich­gültigkeit der Kaiserin glänzenden Toiletteerschein­ungen gegenüber sahen. Das Ergebnis war, daß jetzt die Kleider der russischen Herrscherin, obwohl niemals übertrieben, mit dem ausgesuchtesten Geschmack, den der Reich­tum sich leisten kann, und aus dem künstlerischsten und schönsten Material gefertigt sind. Die Königin von Italien hat nur eine einzige diesbezügliche Passion, das ist die für schöne Taschentücher. Das kostbarste Spitzen­taschentuch der ganzen Welt gehört denn auch ihr: drei Künstler arbeiten 20 Jahre daran; es ist so fein, daß es zusammengefaltet in einer winzigen goldenen Nußschale Platz findet. Königin Olga von Griechenland liebt, was ihre Toilette anbetrifft, in den Nationalfarben blau-weiß gestreifte oder gemusterte Seide. Auch die junge Königin von Holland ist durchaus prachtliebend; sie Kleidet sich gern in ihrem Range entsprechende prunkvolle Stoffe, die die heute schon stattliche und für die Zukunft an Schönheit vielversprechende Gestalt ganz prächtig kleiden.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 10. September. 15. nach Trinitatis.

Gottesdienst.

In der GtadMrche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer vr. Grein.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde.

Vormittags 9</t Uhr: Pfarrer Schlosser.

Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldung zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Joyanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Vormittags 91/* Uhr: Pfarrer vr. Naumann.

Wir sehen uns veranlaßt, daran zu erinnern, daß der Trauung in der Kirche auch ein einmaliges kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat und richten deshalb an unsere Gemeindeglieder die Bitte, etwaige Trauungen spätestens eine Woche vorher bei dem zuständigen Pfarrer anzumelden, damit das Aufgebot noch rechtzeitig erlaffen werden kann. ____________

Katholische Gemeinde.

Samstag den 9. September.

Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 10. September. 16. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6»/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Communion; Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil. Messe;

, um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2</i Uhr: Andacht.

GottttLienst in der Synagoge.

Samstag den 9. September 1899.

Vorabend 68) Uhr, morgens 8* Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 7<o Uhr.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen *m 8.September, zwischen 11 u. 12Uhr mittag»:

Master 16</ao, Luft 17°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold'.

Berlin, 8. September. Der Kaiser besichtigte gestern nachmittag 2 Uhr in Stuttgart das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. Beim Parade-Diner um 4 Uhr sagte der Kaiser auf einen Trinkspruch des Königs von Württemberg seinen Dank für den Empfang, der ihm überall in Württem­berg bereitet worden sei.

Berlin,8. September. Der Kronprinz und Prinz Eitel Fritz sind vom Könige von Württemberg mit dem Orden der württembergischen Krone dekoriert worden. General-Leutnant v. Walter traf zur Ueberbringung der Ordens-Insignien gestern in Plön ein.

Rom, 8. September. Es sind hier Meldungen ein­getroffen, daß Frankreich eine Expedition nach dem Hinterlande von Tripolis vorbereite. Die italienische Regierung wird deshalb mit den europäischen Mächten in Verbindung treten, damit keine Machtverschieb­ungen im Mittelmeer stattfinden.

Von derKulturnation" der Tschechen.

Wien, 8. September. Aus Leitmeritz wird gemeldet, daß in dem nahen Trebnitz, welches eine national gemischte Bevölkerung hat und wo die Tschechen zahlreicher sind als die Deutschen, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein vandalisches Attentat gegen das Denkmal verübt wurde, welches dort auf dem Friedhof über den Gräbern der 1866 im Feldlazarett gestorbenen Preußen errichtet worden ist. Das Denkmal wurde von den unbekannten Thätern stark beschädigt und der darauf befindliche broncene preußische Adler herunter­gerissen. Das Attentat ist tschechischen Ursprungs. (Da hilft nur eins: Hiebe!!)

DreyfusProzetz.

Rennes, 8. September. Carriöres Requisitorium wird allgemein als ein Muster von In Haltlosigkeit und Ueb er Hebung bezeichnet, und die Rede, in welcher Mercier die Autorität des ersten Kriegsgerichtes gegen Freystätter geltend zu machen sucht, als eine Pression schlimmster Art. Für den Tag der Urteilsfällung, voraussichtlich Montag, sind besondere Vor­sichtsmaßregeln getroffen. Die Verhaftung mehrererZeugen, welche vor demKriegsgericht falsche Aussagen machten, soll bevorstehen.

RenneS, 8. September. Der Präsident des Kriegs­gerichtes erklärte, von der Eingabe des englischen Journals st enGibbon, welcher den Text des Bordereaus, den dieser in Gegenwart zweier Notare von Esterhazy schreiben ließ und das Original-Manuskript hierher brachte, keinen Gebrauch machen zu können. Demanges Plaidoyer ist auf 7 Stunden berechnet, Labori erklärte, 3 Stunden für seine Rede zu beanspruchen. Man erwartet das Urteil am Montag um 11 Uhr vormittags. Die Stimmung in Rennes ist andauernd ruhig.

Rennes, 8. September. Der englische Kriegs­minister ist hier angekommen, um der heutigen Sitzung des Kriegsgerichts beizuwohnen.

Paris, 8. September. Umfassende Maßregeln sind getroffen worden, um Kundgebungen anläßlich der Urteilsfällung zu verhindern. Die Antisemiten und Nationalisten planen nämlich, im Falle Dreysus freigesprochen wird, eine große Kundgebung, im Falle seiner Verurteilung heftige Angriffe gegen die Haupt-Revisionisten, wie Zola, Reinach u. s. w.

Paris, 8. September. Verschiedene Personen wollen gestern Esterhazy gesehen haben. Er soll eine dunkle Handtasche mit sich geführt haben.

Transvaalkrisis.

London, 8. September. Das englische Kabinet tritt heute um 121/z Uhr im Auswärtigen Amt zu einer Sitzung zusammen. Es findet zur Zeit ein lebhafter Depeschen- Verkehr zwischen Lord Salisbury und der Kö­nigin sowie zwischen Chamberlain und Salisbury statt. Militärische Kreise erwarten den Krieg. Alle Vorbereitungen zur Einberufung der Reserven find getroffen.

London, 8. September. Aus bester Quelle verlautet, daß Chamberlain bereits das Ultimatum an die Trans­vaal-Regierung ausgearbeitet habe und es nur noch der Bestätigung der Minister bedarf.

Loudon, 8? September. Der heutige außerordent­liche Ministerrat wird beschließen, ob das Parlament zusammenberufen werden soll, da ohne dessen Genehmigung die Reservetruppen nicht aufgeboten werden tönen.

Arbeiterbewegung.

Budapest, 8. September. Unter den Arbeitern der un­garischen Kohlen-Jndustrie macht sich eine Lohn­bewegung bemerkbar. Es dürfte zu einem allgemeinen Aus­stande kommen.

Antwerpen, 8. September. Sämtliche Arbeiter der Oelfabriken zu Merxem sind ausständig. Auch die Arbeiter der großen französischen Mühlen- und Margarine­fabriken drohen mit dem Ausstande.