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9. September. Bei de« Bieberthal niebergegangene» i einen bei dem Dorfe Siebet berfelbe brannte vollständig
Unwetter. Heftern abenb kt über unserer ®tabt ein tigkeit. Nicht wenM ol4 jn b(S '^chen beS woikendruchartigu n des orkanartigen 'Sturmi ije ein bis zwei Zentimeter chlagenden Hagelftiecke. Z» inch bald große Bestürm, 1 das Wasser in die W [fallen brachen Decken und nd'schen MHIe am PtlgM )ße gemauerte, letzt beseitig überschwemmt wurde, mutzte» dem Stalle entfernt werde». M -°E '/-MdM 2 ich HM- tnregen Im“ n btffefa
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anwalt Dr. Semler-Hamburg), der Schutz des Roten Kreuzes (Landgerichtspräsident Chuchul-Frankfurt a. £).), die ethische und technische Ausbildung der Schwestern vom Roten Kreuz (Frau Oberin von Wallmenich-München, die Herren Dr. Liermann und Cohn-Frankfurt a. M.), sowie Berichte und Anträge der Vorsitzenden der sechs Sonderkommissionen des Verbandes.
♦f Frankfurt a. M., 4. September. Central stelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. Guido Albrecht Hoffmann, Wilhelmshöhe bei Kassel, Villa Werner, kauft Winterobst ___ Fritz Keutel, Hartmannstraße 38, Ludwigshafen q. Rh., kauft mehrere Gentner Eßäpfel. — Heinr. Theis VII., Simmersbach, Post Eibelshausen, kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. — M. Brück, Bingerbrück a. Rh., kauft mehrere Waggon Brennzwetschen. — Peter Weil, Hammelsgasse 12, Frankfurt a. M., kauft Zwetschen. — Dr. Lahmanns Sanatorium, Weißer Hirsch bei Dresden, kauft 100 Gentner la. Winter tafeläpfel und -Birnen. — Friedr. Preisicke, Obsthandlung, Halle a. S., kleine Klausstraße 0, kaust 400 Gentner Winteräpfel. — Zink & Giesel, Frankfurt a. M., kaufen Reineklauden. — H. G. Gießen-Fitz in Dürkheim, Rheinpfalz, kauft Preiselbeeren. — E. Lix, Bischweiler i. Els., kauft 200 Gentner Brennzwetschen. — Obstverwertungs - Genossenschaft in Osnabrück, kauft 1000 Gentner Mostäpfel. — Frau Pastor Windrach, Godesberg, kauft Preisselbeeren und einige Gentner Zwetschen. — Gerh. Appenrodt, Schaumweinfabrik, Weimar, kauft Mostäpfel. — Jul. Graf, Auerbach, Hessen, kauft 400 Gentner Mostäpfel. — Peter Boller, Hochheim a. M., kauft 15 Waggon Mostäpfel. — Gh. Kühlemann, Obsthandlung, Kopfhausgasse Nr. 7, Golmar, Oberelsaß, kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen, Nüsse. — A. Schupp, Thannhausen bei Augsburg, kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. — Frau Oberingenieur Lempe, Sterkrade, Rheinland, kauft Aepfel und Birnen. — Zacharias Oppenheimer, Mannheim Q. 7, kauft Brennzwetschen. — Bühring & Co., Osterrode a. Harz, kaufen größeres Quantum Preiselbeeren (Kronsbeeren). — Alexander Henco, Würzburg, kauft grüne Reineklauden und Mirabellen. — Dr. Langebeckmann, Schalke i. Wests., kauft Tafel- und Wirtschaftsäpfel. — Sanitätsrat Dr. Engelhard, Adorf i. Waldeck, kauft größeres Quantum Tafel- unb Wirtschaftsobst, auch gedörrtes. — Dietr. Helmbrich, Frankenberg, Hessen, kauft Reineklauden, Mirabellen, Frühäpfel, Frühbirnen, Trauben. — Joh. Kirch, Fahr a. M., Bayern, kauft mehrere hundert Centner Zwetschen. — Bürgermeister Josef Keßler, Oberachern, Baden, kauft einige Waggon sauere Mostäpfel und Brennzwetschen. — Francois Lentz, Marmeladefabrik, Luxemburg, Mühlenweg, kauft Mirabellen, Reineklauden, Zwetschen, Brombeeren. — W. Schilling, Kaiser Wilhelmstraße 30, Braunschweig, kauft Tapfeläpfel, Gravensteiner rc. — Jos. Schwarz, Cannstatt, Württemberg, kauft 50 Waggon Mostäpfel. — Ob st durch schnitts preise den 4. September 1899. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Himbeeren der Centner Mk. 24, Brombeeren 15, Pfirsiche 45, Trauben 35, Mirabellen 40, Reineklauden 27, Frühbirnen je nach Sorte 10 bis 18, Frühäpfel je nach Sorte 9 bis 16, Jtal. (Eier)-Zwetschen 18, Frühzwetschen (gewöhnliche) 18 bis 20.
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gieße«.
Aufgebote.
September: 2. Johann Justus Rainherr, RegierungS-Ass-ssor zu Darmstadt, mit Anna Elisabeth Haller Hierselbst. 5. Albert Mangold, Friseur zu Heidelberg, mit Emma Konrad zu Bruchsal. 5. Jacob Nußbaum, Häutehändler dahier, mit Bertba Bär zu Griedel. 8. Georg Meininger, Wagenwärter dahier, mit Franziska Keßler hierselbst.
Eheschließungen.
September: 2. Christian Ludwig Herbert dahier, mit Marie Katharine Günther hierselbst. 2. Michael Peter Müller, Kaufmann zu Mainz, mit Wilhelmine Karoltne Kaus hierselbst.
Geborene.
August: 27. Dem Metzger Ludwig SchildwSchter eine Tochter, Erna Elisabeth Ida Karoline. 28. Dem Kaufmann Georg Mootz ein Sohn (nicht eine Tochter, wie in Nr. 207 d. Bl. irrtümlich angegeben). 29. Dem Kaminfegermeister Eduard Rupp ein Sohn, Fritz Karl Ernst Max. 29. Dem Lokomotivführer Philipp Meininger ein Sohn, Wilhelm. 30. Dem Stations-Afsistenten Carl Märzhäuser eine Tochter, Juliane Elisabeth. September: 1. Dem OmntbuS- kutfcher August Kalbfleisch ein Sohn. 1. Dem Cigarrenfabrtkanten Adalbert Bindewald ein Sohn, Hilmar Adalbert Otto. 2. Dem Poftafststent WUHelm Nagel ein Sohn, Rudolf Karl Wilhelm. 3. Dem Fuhrknecht Karl Vogel ein Sobn. 4. Dem Kaufmann Emll Bender ein Sohn. 7. Dem Schlosier Heinrich Ztnßer eine Tochter.
Gestorbene.
September: 1. Prokop Schadet, 63 Jahre alt, Wirt dahier. 2. Paula Margarethe Spamer, 10 Monate alt, Tochter von Bäcker- mcister Karl Spamer dahier. 2. Luigi Molt, 23 Jahre alt, Tag- löhner zu Bahnhof Wetzlar. 4. Aloys Wäschenbach, 16 Jahre alt, Bergmann zu Herdorf. 5. Augustin Arnold, 48 Jahre alt, Bahnwärter zu Kirchgöns. 5. Ernst Philipp Schmidt, 4 Wochen alt, Sohn von Taglöhner Johann Georg Schmidt II. dahier. 6. Albert Kraatz, 68 Jahre alt, Kaufmann dahier. 6. Joseph Klaes, 65 Jahre alt, Rentner dahier. 6. Johann Georg Müller, 46 Jahre alt, Etsen- babn-Arbeiter zu Langgöns. 6. Elise Samm, 34 Jahre alt, Ladnerin dahier. 6. Karl Steih, 6 Jahre alt, Sobn von Fuhrknecht Christoph Steth dahier. 7. Frieda Katharine Marte Eller, 3 Monate alt, Tochter von Fabrikarbeiter Konrad Eller dahier. 8. Julie Schmall, geb. Carl, 77 Jahre alt, Witwe von Kaufmann Wllhelm Schmall I. dahier.
Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Matthäusgemeinde.
Den 2. September. Christian Ludwig Herbert, Dreher zu Gießen, und Marte Katharine Günther, Tochter des verstorbenen Ausläufers Heinrich Günther zu Frankfurt.
Getaufte.
Matthäusgemeinde.
Den 2. September. Dem Taglöhner Johann Georg Schmidt ein Sohn, Ernst Philipp, geboren den 8. August.
Denselben. Dem Dreher Christian Herbert ein Sohn, Simon Heinrich, geboren den 26. Oktober.
Den 3. Sevtember. Dem Hausburschen Wilhelm EiSfeller ein Sohn, Heinrich Peter Wilhelm, geboren den 23. Juli.
Dm 6. September. Dem Schlosser Ludwig Kreuter ein Sohn, August Wilhelm, geboren den 19. Juli.
MarkuSgemeinde.
Den 3. September. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Gelsebach ein Sohn, Wilhelm Heinrich, geboren den 25. Juni.
LukaSgemeinde.
Den 6. September. Ein unehelicher Sohn, August, geboren dm 6. September.
JohanneSgemeinde.
Den 3. September. Dem Kutscher Ernst Gehrke eine Tochter, Anna Margaretha, geboren den 4. Juni.
Denselben. Dem Gymnasiallehrer Dr. Konrad Nrßling ein Sohn, Walther Friedrich Berthold Konrad Hermann, geboren den 25. Juni.
Denselben. Dem Buchhalter Ernst Müller eine Tochter, Luise Carola, geboren den 16. August.
Den 7. September. Dem Sattlermeister Friedrich Groß eine Tochter, Marie Elisabeth, geboren dm 25. August.
Beerdigte.
Matthäusgemeinde.
Den 3. September. Prokop Schade!, Restaurateur, verheiratet, 53 Jahre alt, starb den 1. September.
JohanneSgemeinde.
Den 7. September. Fritz Kraatz, Kaufmann, 68 Jahre alt, starb den 6. September.
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemessen am 9. September, zwischm ll u. 12Uhr mittags: W-sier 15°, Lust 14»/,°.
Rübfamen'fche Badeanstalt.
Verkehr, Land- und UMswirtfchast.
Gietzer», September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 1.10—1.20, Hühnereier per St. 7—8 2 St. 00-15 H, Enteneier 1 St. 0-0 H, Gänse«
eiet per St. 0—00 H, Käse 2 St. 5—8 H, Käsematte 2 St. 5—6 H, Erbsen per Liter 19 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar
JL 0.70—0.80, Hühner per St. JL 1.00—1.30, Hahnen per Stück v#t 0.60—1.00, Enten per St. JL 1.70—2.10, Gänse per Pfund JC 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 H, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 $ Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.60 bis 6.50 A Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. JL 5.60—6.50, Milch per Liter 16
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Gingesandt.
Wir erhalten folgende merkwürdige Zuschrift:
Gieße«, 8. September 1899.
An die Redaktion des Gießener Anzeiger!
Es muß befremden, wie der Gieß. Anzeiger in seinen Besprechungen der Sache Dretfus stets Partei für DreifuS-Labori nimmt. Schreiber dss. ist der Meinung, daß in Rennes auf beiden Seiten viel gelogen wird. Das Kriegsgericht wird schon das Richtige herausfinden und sollte man den Urtetlsspruch mit etwas weniger Leidenschaft abwarten, da uns hier die Sache eigentlich gar nichts angeht. Der Gief. Anzeiger hat als Anzeigeblatt doch auch viele Abonennten, die doch nicht so judensreundlich sind wie vielleicht der verehrt. Leiter des Blattes, was sich schon aus früher erschienenen langen Artickeln, über eine jüdische Angelegenheit vermuten ließ. Man dürfte wohl fernerhin Leuten anderer Anschauungen etwas mehr Rechnung tragen. § N. N.
^überlassen etz den besonnenen Lesern unseres Blattes, sich einen Vers auf obigeS ungereimte Eingesandt zu machen. Bezügl. Stil und Orthographie des „Etngesand" lehnen wir natürlich jede Verantwortung ab. D. R.
^uiiiovistisches.
* Starke Einbildung. Freundin: „Mir scheint, drr Kanzleirätin kann man auch nicht alles glauben?" — „Der? Na, ich sage Ihnen, wenn die einen Löffel Karlsbader Salz genommen hat, dann erzählt sie jedem, sie hätte eine Badereise gemacht!"
* Kindermund. Großmutter (zu Mer Enkelin, die nicht folgen will): „Ella, weißt Du nicht, wie das vierte Gebot Gottes heißt?" — Ella: „Jawohl, aber von der Großmutter steht nichts darin?'
Neueste Meldungen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Danzig, 9. September. Aus dem Kabinett des Kaisers ging dem Oberpräsidenten von Goßler die Mitteilung zu, der Kaiser wünsche die alten niedergebrannten Lauben in Marienburg als historische Denkmäler der Ordenszeit nach den Plänen des Professors Steinbrecht wiederherzustellen. Der Kaiser stiftete aus seiner Privatschatulle für jeden Giebel 1000 Mark.
• Kassel, 9. September. Ein dreitägiger Kongreß sämtlicher Touristen - Vereine Deutschlands wird in den nächsten Tagen, von heute (Samstag) bis Montag, in Kassel stattfinden. Vertreten werden alle größeren Berg- vereine, wie Harzklub, Rhönklub, Vogesenklub, Schwarzwald-, Erzgebirgs-, Teutoburger, Voigtländischer, Schwäbischer und Thüringer Waldverein sein.
» Halle a. S., 9. September. Der entsprungene Zuchthäusler Mucke wurde hier im Kohlenschuppen des Pro- feffo'rs Beyschlag fest genommen.
* Jena, 9. September. In Tugendorf bei Donn- dorf verursachten Funken der Dreschmaschine einen Brand beim Schönborn'schen Gut, bei dem eine große Feldscheune mit 500 Schock Gerste, 200 Schock Korn, Weizen, Raps und eine Dreschmaschine mit verbrannte.
Teplitz, 9. September. Infolge der fortwährenden Straßentumulte sind auf Anordnung der Behörden
die Hauptthore der Stadt bereits um 8 Uhr abends zu schließen. Es herrscht große Erregung, Viele Kurgäste sind bereits abgereist. Zahlreiche Patrouillen durchziehen die Stadt. Heute wird in vielen Kohlengruben der Ausbruch eines Arbeiterstreiks erwartet.
Rom, 9. September. Der Papst acceptierte das Anerbieten desJesuitengeneralsPater Martin, die zur Deckung des diesjährigen Defizits des heiligen Stuhls notwendige Summe beizusteuern. Was für Bedingungen der Jesuitengeneral daran geknüpft hat, ist unbekannt.
Nimes, 9. September. Hier wurden gestern wiederum Haussuchungen beim Vorsitzenden des Royalistenklubs, sowie beim Vorsitzenden des bonapartistischen Vereins und beim Vizepräsidenten dieses Klubs vorgenommen.
Paris, 9. September. Die durch die Zu stände in der Rue Chabrol benachteiligten Geschäftsleute halten heute eine Versammlung ab, um über die Pauschalsumme, die sie als Schadenersatz von der Regierung fordern wollen, zu beschließen.
Der letzte Akt des Dreyfusprozefses.
Rennes, 9. September. Es scheint festzustehen, daß das Urteil im Dreyfus-Prozeß schon heute gesprochen werden wird. Der Präsident Jouaust hat erklärt, daß die heutige Sitzung unbedingt die letzte sein solle. Sie solle eventuell in zwei Teile zerfallen. Nach einer dreistündigen Pause würde dann um 3 Uhr die zweite Sitzung eröffnet werden. Die Beratung dürfte voraussichtlich relativ lange dauern. Wie verlautet, wird Labori darauf verzichten, zu plaidieren, da man fürchtet, daß das zwischen Labori und dem Präsidenten Jouaust Vorgekommene das Kriegsgericht ungünstig gegen Dreyfus beeinflussen könne.
Rennes, 9. Sepember. Der Gerichtshof hat beschlossen, daß während des Urteilsspruches keine Frauen im Saale sich aufhalten dürfen.
Rennes, 9. September. Sehr bemerkt wird die That- sache, daß General Gonse, der Anweisung des Kriegsministcrs entgegen, gestern und heute in Rennes geblieben ist.
Marseille, 9. September. Metzinger, welcher den großen Manöver» beiwohnt, hat Befehl erhalten, mit Paris in Verbindung zu bleiben, um eventuell die Auflösung der Truppen anzuordnen und die Rückkehr derselben nach ihren verschiedenen Garnisonen nach dem Urteilsspruch in Rennes zu betätigen.
Paris, 9. September. Karriere wird, da er Drohbriefe erhalten hat, jetzt stets von einer Sicherheitswache begleitet.
Paris, 9. September. Sämtliche Truppen wurden für heute in den Kasernen konsigniert, da man von Seiten der Nationalisten und Revisionisten große Straßenkundgebungen nach Bekanntwerden des Urteils erwartet.
Berlin, 9. September. Die Kundgebung der deutsche» Regierung in der gestrigen Nummer des „Reichs-Anzeigers" in welcher erklärt wird, daß Deutschland nie Beziehungen zu Dreyfus unterhalten hat, wird von der gesamten Presse ohne Unterschied der Parteistellung mit großer Genugthuung aufgenommen. (Vergl. „Deutsches Reich".)
Rom, 9. September. Aus Turin meldet die „Tribuna": König Humbert sowie sämtliche Minister seien einig gewesen, Laboris Gesuch voll anzunehmen. Die Bedingung, das Verhör der Attaches müsse im eigenen Lande erfolgen, sei von Berlin aus diktiert.
Trausvaalkrisis.
London, 9. September. Der Kabinetsrat hat in seiner gestrigen Sitzung im Foreign Office unter dem Vorsitz des Minister-Präsidenten Salisbury stattgefunden. Alle Minister mit Ausnahme von einem einzigen waren anwesend. Der Ministerrat dauerte über zwei Stunden. Heber die gefaßten Beschlüsse wird das strengste Geheimnis bewahrt. Gestern abend zirkulierten in gut informierten Kreisen Gerüchte, der Ministerrat habe beschlossen, der Transvaal-Regierung eine Frist zu stellen, innerhalb derer sie mit Ja oder mit Nein^ zu antworten habe, ob sie das Wahlrecht der Ausländer nach fünfjährigem Aufenthalt in Transvaal gewähren wolle und eine gemeinsame Untersuchung darüber zugeben wolle. Die Disposition über Absendung von Truppen und Munition nach Süd-Afrika seien im gestrigen Ministerrat ebenfalls getroffen worden.
London, 9. September. In der gestrigen Sitzung des Kabinettsrats, welche über zwei Stunden dauerte, ist beschlossen worden, eine in entschiedenen Worten abgefaßte Depesche nach Transvaal zu senden, welche in London veröffentlicht werden wird, sobald sie in Prätoria angekommen ist. In derselben soll absolut zurückgewiesen werden, daß England seine Souveränetät aufgebe
Amsterdam, 9. September. In Prätoria glaubt man, daß die Feindseligkeiten Anfang Oktober beginnen werden. Die Buren versichern, 60000 Bewaffnete ins Feld stellen zu können.
Prätoria, 9. September. Das Standgericht wird sofort ssach Empfang des Ultimatums von England über Transvaal verhängt werden.
London, 9. September. Liberalen Blättern zufolge wurden unter den Sendungen nach Südafrika auch Patronen und geladene Kugeln versandt. Unter letzteren sollen auch DumDum-Geschofie gewesen sein. — Vor dem Hause, in welchem der Ministerrat abgehalten wurde, war den ganzen gestrigen Nachmittag eine aufgeregte Menge versammelt. Es heißt, die Einberufung des Parlaments sei beschlossen worden.
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