Ausgabe 
9.9.1899 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Kotutirs mid PrwmMes.

Gießen, 9. September 1899.

** Wasserleitung. Die normalen Druckverhält- Aisse im Niederdruckgebiet der städtischen Wasserleitung werden nach einer heutigen Bekanntmachung des Gas- und Wasserwerks voraussichtlich Sonntag, morgens gegen 8 Uhr, im ungünstigen Falle dagegen Montag vormittags eintreten.

** Platows weltbekannte Galerie wilder Bölkerstiimme und naturhistorischer Sammlungen, die schon in früheren Jahren hier aufgestellt waren und sich eines sehr zahlreichen Besuches erfreuten, sind von heute an wieder in Saale des Hotel Einhorn" aufgestellt. Wir weisen auch an dieser Stelle darauf hin, und wünschen der interessanten Aus­stellung einen zahlreichen Besuch von Seiten des Publikums.

** Besitzwechsel. DasHotel Viktoria" ging zum Preise von 465,000 Mk. in den Besitz des seitherigen Ober­kellners imHotel Lenz", Herrn Gustav Mund, käuflich über. Die Uebernahme erfolgt am 15. Oktober. Der Terrazzofabrikant Thiele erwarb für 39,000 Mk. das katholische Schwesternhaus an der Liebigstraße.

** Der heutige Tag (Samstag) besitzt die Eigentümlich­keit, daß er in abgekürzter Weise: 9./9. 99 mit 4 Neunern, d. h. ausschließlich mit Neunern, geschrieben werden muß. Erst in hundert Jahren wird sich das wiederholen. Der 19. und 29. September erhält zwar auch 4 Neuner, jedes Datum bedingt indessen 5 Ziffern, wovon die eine Zahl eine Eins, die andere eine Zwei führt, folglich nicht aus lauter Neunern gebildet werden kann. Man mache eine Probe!

Kirchweihfest Bieber bei Rodheim. In einer im Inseratenteil unserer gestrigen Nummer veröffentlichten Kirchweih-Anzeige hieß es irrtümlich Rodheim an der Bieber statt Bieber bei Rodheim, worauf wir hierdurch unsere geschätzten Leser, um event. Mißverständnissen vorzubeugen, aufmerksam machen.

** Eine Ehejubiläums-Medaille mit der Zahl 60 hat der Kaiser für diejenigen Ehepaare gestiftet, welche die diamantene Hochzeit begehen, und anläßlich der goldenen Hochzeit bereits die Ehejubiläums-Medaille erhalten haben. Die neue Auszeichnung besteht in einer die Medaille um­gebenden Tafel, auf welcher die Zahl 60, Ehering und Myrtenzweige zu sehen sind.

** Die Staatseisenbahuverwaltuug sucht unter ihren Be­amten unverheiratete und körperlich durchaus rüstige Bahn­meister (auch Diätare und Aspiranten), Materialienverwalter oder Magazinaufseher sowie Werkführer oder Werkmeister (auch Diätare), die sich zur Verwendung in den afrikanischen Kolonieen eignen. Bei der Usambara- bahn in Ostafrika sowie bei der Eisenbahn Swakopmund- Windhoek in Südwestafrika ist nämlich je die Stelle eines Lagerplatz- und Materialienverwalters, ferner eines Werk­führers für die Reparaturwerkstatt zu besetzen. Den Be­amten wird neben freier Wohnung im Schutzgebiete und den üblichen Ausrüstun^S- und Reisegeldern ein Anfangs­gehalt von je 4700 Mk. jährlich gewährt.

** Der Detaillisten-Verband für Heffen und Waldeck hat an den Regierungspräsidenten eine Eingabe gerichtet, in der es heißt:In diesem Jahre tritt der Fall ein, daß der 24. Dezember (Weihnachtsheiligabend) und der 31. Dezember (Sylvester) auf einen Sonntag fallen. Es dürfte auf der Hand liegen, daß dieses im Hinblick auf die Bestimmungen der Sonntagsruhe zu einer erheblichen Be­lästigung des Publikums sowohl als besonders des Kleinhandels führen würde, wenn nicht rechtzeitig Ausnahmen der zuständigen Behörden bewilligt würden. . . Um einer seinerzeit sicherlich eintretenden Beunruhigung der beteiligten Kreise vorzubeugen, gestatten wir uns schon jetzt, an Ew. Hochgeboren die ergebene Bitte zu richten, zu veranlassen, daß die Behörden eine möglichst langfristige Freigabe von Verkaufsstunden am Abend der genannten Tage, eventuell am 24 Dezember bis 9 Uhr und am Sylvesterabend bis 12 Uhr in die Wege leiten können". Der Verband bittet außerdem, am 10. und 17. Dezember die Verkaufs­stunden von 8 bis 9 Uhr vormittags und 11 bis 8 Uhr abends, legen zu lassen.

** Waidmanns Praktika zur Hühnerjagd. 1. Um sich unnötigen Zeitverlust zu ersparen, thut man wohl daran, wenigstens in der Frühe des geplanten Jagdtages die Hühner zu verhören. 2. Möglichst gegen den Wind zu suchen und bei festem Vorstehen des Hundes diesen rasch umkreisen, damit die gestandenen Hühner zwischen Hund und Schützen kommen. 3. Schwache Hühner unbeschossen lassen: der geringe Preis dafür lohnt nicht den Schaden, den man dem eigenen Jagdbestand zufügt. 4. Angeschossene Hühner laffe man vor der Nachsuche etwas in Ruhe, weil sie sich in diesem Fall eher festdrücken. 5. Die Suche soll morgens nicht zu früh beginnen und nicht zu sehr in den Spätnachmittag ausgedehnt werden, um den Hund nicht naselos werden zu lassen; bei warmem, windstillen Wetter halten die Hühner besser, das einzeln liegende Huhn hält besser aus als das ganze Volk. 6. An heißen Tagen unter­lasse man nicht, die gestreckten Hühnerauszuziehen", d. h. mittels eines zugespitzten Holzhäkchens das Gescheide durch das Waidloch herauszunehrxen.

H- Nidda, 8. September. Gestern tagte im Beisein des Herrn Kreisamtmanns Sandmann als Negierungsvertreter die diesjährige von den Mitgliedern zahlreich besuchte Ge­neralversammlung unsrer Bezirks-, Spar- und Leihkässe in deren Dienstgebäude dahier. Nach dem zur Kenntnis der Versammlung gebrachten Jahresberichte betrug der Gesamtumsatz in 1898 821698 Mk. 79 Pfg. und der Reservefonds, inklusive Mobiliar- und Jmmobiliarwerte, 193496 Mk. 17 Pfg; die Gesamtergebnisse des ab­gelaufenen Rechnungsjahres sprechen sehr günstig für die

Verwaltung und den Stand der Kasse. Aus den Ueber- schüffen wurden namhafte Summen für gemeinnützige und wohlthätige Zwecke bezw. Anstalten verwilligt, sowie Geld­prämien an treue Dienstboten verteilt. Nach Schluß der Versammlung fand im Gasthaus zur Traube ein gemein­schaftliches Mittagsmahl statt, bei welchem Toaste auf Kaiser und Großherzog, den anwesenden Negierungsvertreter, die Direktion der Sparkasse rc. ausgebracht wurden.

0 Reinhardshain, 8. September. Fanden sich schon seither eine Menge Zuschauer bei den in nächster Nähe unseres Ortes stattfindenden Brigadeübungen ein, so war der Zudrang vonManöverbummlern" heute am Tage der Besichtigung noch viel größer. Leider ließ sich bei dem herrschenden Nebel die Aufstellung der Truppen, wie über­haupt der Gang des Gefechts, das sich nach dem Wirberg hin entwickelte, nur schwer übersehen und verfolgen. Von Montag ab werden die beiden zur 50. Brigade gehörigen Regimenter zwischen Grünberg und Ulrichstein gegen einander manöverieren und in der Nachwoche an ifen in der Gegend von Fulda beginnenden Divisionsübungen teilnehmen.

+ Grünberg, 8. September. Wie die Militärbehörde bestrebt ist, den Bewohnern nach Möglichkeit entgegen zu kommen, erhellt daraus, daß den in der Gegend einquar­tierten Mannschaften gestattet war, in ihrer freien Zeit den Landwirten behilflich zu sein. Bei dem Pächter des Warthofs waren an 2 Tagen zehn Mann mit den Erntearbeiten beschäftigt; hierzu hatte der Bataillons­kommandeur auf Ersuchen des betreffenden Landwirtes be­reitwilligst seine Genehmigung erteilt.

Grebenhain, 7. September. Nachdem sich der kurz nach dem Kriege 1870/71 gegründete Kriegerverein Grebenhain- Crainfeld vor zwei Jahren auslöste, wurde hier ein selb­ständiger Kriegerverein gegründet. Dieser neue Verein hielt nun in nächster Nähe unseres Ortes nach Ilbeshausen zu, bei der sogenannten Friedenseiche die Einweihung des neu errichteten Schießstandes ab. Mittags 1 Uhr bewegte sich der im Ort aufgestellte Zug, bestehend aus der Schuljugend, dem Kriegerverein selbst und mehreren auswärtigen Kameraden nach dem Festplatz. Es waren 18 Preise ausgesetzt. Als ersten Preis bekam Gastwirt Jöckel von Langenhain einen Regulator, den zweiten und vierten Preis errang sich Post­verwalter Breitwieser hier, den dritten Preis August Hof­mann hier. Die Preise bestanden ferner in Bierkrügen, Wecker, Pfeifen, Cigarren-Etuis u. s. w. und kamen dieselben verteilt, außer nach hier, nach Ober-Moos, Heisters, Freiensteinau, Altenschlirf u. s. w. Obwohl das Wetter anfangs unfreundlich war, zeigte doch der Himmel nach­mittags ein freundliches Gesicht. Es erschienen auch eine große Anzahl Schützen aus den weitesten umliegenden Orten. Gegen Abend mußten noch 20 Schützen, welche sich ange­meldet hatten, zurückgewiesen werden, da es zu spät wurde. Erst gegen 2 Uhr nachts wurde der Rückzug angetreten. Der Festwirt Andreas Weitzel hier hatte an- und Trink­waren alles ausverkauft, gewiß ein Zeichen des großen Zuspruchs.

Laubach, 8. September. Das hiesige Gymnasium eröffnet nach fünfwöchentlichen Herbstferien nächsten Montag, 11. September, sein Wintersemester. Am Vormittage um 11 Uhr wird die Einführung des neuen Direktors, des Herrn Professor Dr. Balser, durch Herrn Ministerialrat Dr. Eisenhut erfolgen.

A Vom Manöver, 8. September. Morgen früh ziehen die Soldaten aus ihren bisherigen Quartieren weiter östlich. Die Regimentsmusik des Infanterieregiments Nr. 117, die zur Zeit in Beuern einquartiert war, gab unter der Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Schleifer vorgestern in Bers­rod und gestern in Reiskirchen, wo mehrere Kompag- nieen dieses Regiments untergebracht waren, Freikonzerte, die recht gut gefielen und eine Menge Zuhörer herbeilockten. Man darf, wohl annehmen, daß diese Konzerte infolge der freundlichen Aufnahme und guten Verpflegung, welche den Soldaten überall zu teil wurde, angeordnet worden sind. Nur eine Klage hört man zu oft von den sorgsamen Haus­frauen, nämlich die, daß ihre Soldatenzu wenig essen könnten." Kein Wunder, wenn der Marsjünger am letzten Abend singt, wie es eben tatsächlich geschieht:So leb denn wohl du stilles Haus! Wir zieh'n betrübt von dir hinaus!" Offiziere und Mannschaften sind darüber einig, daß ihre Erwartungen weit übertroffen sind. Möchten sie für die übrige Manöverzeit keine anderen Erfahrungen machen!

n. Darmstadt, 8. September. Seit vergangenen Sams­tag wird der von hier stammende Lorenz Meß, welcher in Grießheim bei Darmstadt seit circa einem Jahre ein ausgedehntes Dampfsägewerk gemeinsam mit seinem Vater betreibt, vermißt. Er gab seinerFamilie an,eine kleine Geschäfts­tour machen zu wollen und ist seitdem spurlos verschwunden. Jetzt stellt sich heraus, daß er sich großartige Wechsel­fälschungen hat zu Schulden kommen laffen, und hat die Volksbank dahier allein schon 25000 Mk. festgestellt; auch ein anderes hiesiges Bankhaus soll mit ca. 10000 Mk. ge­schädigt sein. Die Volksbank ist durch Bürgschaft gedeckt. Es stehen weitere Enthüllungen bevor. Die Staatsanwalt­schaft hat heute einen Steckbrief erlassen. M. stammt aus solider und anständiger Familie. Auch seine Frau, Tochter eines bekannten hiesigen Pflasterermeisters, jetzigen Rentners, der für ihn bei der Volksbank gebürgt hat, wird sehr be­dauert. M. hatte gute Schulen besucht und sein Examen als Bauingenieur gemacht. Er machte den Eindruck eines soliden ordentlichen Menschen, zu dem man Vertrauen hatte. Er soll aber verschiedenen sehr teueren Leidenschaften gefrönt haben und ausschweifend gewesen sein.

Mainz, 8. September. Der 14. deutsche Anwalts­tag wurde heute hier eröffnet. Justizminister Dr. Dittmar begrüßt die Erschienenen. Etwa 500 Anwälte aus allen Teilen Deutschlands sind anwesend. Auf Antrag des Justizrats Dr. Goldschmidt-Berlin beschloß der Anwalts tag, mit Rücksicht auf das Bürgerliche Gesetzbuch die baldige Neu­

regelung des juristischen Universitätsstudiumr und des Vorbereitungsdienstes des Prüfungs­wesens im Weg der Reichsgesetzgebung zu empfehlen. Ferner wurde die Schaffung eines einheitlichen deutsche» Wasserrechts und Bergrechts als notwendig bezeichnet. Nach Erledigung der anderen Fragen wurde der An­waltstag geschlossen. Das letzte Gewitter hat an den Telephonleitungen unserer Stadt arge Verwüstungen angerichtet; am Karmeliterplatz wurden sieben Drähte auf einmal durchschlagen. In einem Hause der Mitternacht wurde ein junger Mann durch diesen Blitz­schlag gegen die Wand geschleudert. Nicht weniger als 43 städtische Telephonstellen mußten, durch das Gewitter unbrauchbar gemacht, ausgebessert werden.

Mainz, 8. September. Elektrizitäts- und Glas­werk. Die Arbeiten für das Elektrizitätswerk auf der Ingelheimer Aue sind derart fortgeschritten, daß schon i» einigen Tagen Strom an die Abonnenten abgegeben wird. Auf die liebenswürdige Einladung des Herrn. Baurat Kuhn wurde gestern nachmittag von Vertretern der Presse unter Führung der Herren Baurat Kuhn, Ingenieure Geling, Goertz und Friedmann eineBesichtigung der elektrischenCentrale und des Gaswerks vorgenommen. Vorläufig genügt eine der vier vorhandenen 500pferdekräftigen Maschinen, um Ende Sep­tember circa 6000 Glühlampen mit Strom zu versorgen, im ganzen sind bis jetzt 10,000 elektrische Lampen zur Installation angemeldet. Während der Besichtigung des Maschinen­raumes wurde eine der Maschinen in Thätigkeit gesetzt, das Schwungrad derselben wiegt 480 Gentner. Außer den 4 vor­handenen Maschinen ist in einem 2. Raume Platz zur Aufstell­ung von 2 weiteren Maschinen und sollen dort später, wenn der elektrische Straßenbahnbetrieb, die Speisung der ver­schiedenen Plätze, des Theaters, Stadthalle rc. eingeführt wird, noch zwei je 1000pfer bekräftige Maschinen aufgestellt und in Betrieb gesetzt werden. In allen übrigen Räumen der Centrale sind fleißige Hände thätig, um die letzte Arbeit bei dem Riesenwerke zu bethätigen. Die Arbeiten beim neuen Gaswerke sind soweit vorgeschritten, daß mit Mitte November Gas produziert und als Ergänzung für das alte Werk in die Stadt eingelassen werden kann. So­bald der Winter vorüber, stellt das neue Werk seine Thätig­keit wieder ein, damit die Vollendung und der Verputz der Gebäude vorgenommen werden kann. Der mächtige Gaso­meter wird 18,300 Kubikmeter Gas enthalten, beim alte» Gaswerk enthält der größte 8000 Kubikmeter. Au beide» Werken auf der Ingelheimer Aue sind immer noch ungefähr 500 Arbeiter beschäftigt. M. A.

E. Rodheim a. d. Bieber, 9. September. Bei dem gestern nachmittag über das Bieberthal niedergegangenen Gewitter, schlug der Blitz in einen bei dem Dorfe Bieber stehenden großen Fruchthaufen; derselbe brannte vollständig nieder.

* Marburg, 8. September. Unwetter. Gestern abend gegen 11 Uhr entlud sich direkt über unserer Stadt ein Unwetter von beängstigender Heftigkeit. Nicht weniger als 3 Gewitter hatten sich hier zusammengezogen. In das Rollen des Donners, das Rauschen des wolkenbruchartigen Regens, mischte sich das Heulen des orkanartigen Sturmes und das Prasseln der teilweise ein bis zwei Zentimeter dicken, an die Fensterscheiben schlagenden Hagelstücke. I» vielen Häusern gabs dann auch bald große Bestürzung, denn durch alle Fugen drang das Wasser in die Stuben und Keller ein. In Einzelsällen brachen Decken und Schornsteine ein. In der Fend'schen Mühle am Pilgrim­stein, die früher als der große gemauerte, jetzt beseitigte Kanal noch vorhanden, niemals überschwemmt wurde, mußte» wieder schnell die Pferde aus dem Stalle entfernt werden, sonst wären sie ertrunken. Nach ca. ^stündiger Dauer ließ das furchtbare Wetter nach. Heute morgen konnte man allenthalben die Spuren desselben sehen. In der Haspelstraße ist von dem Strauß'schen Hause ein großer Holzbalkon mit einem Zinkboden vollständig abgerissen und etwa 50 Schritte weit durch die Lüfte fortgeführt worden. In der Schwan- und Ockershäuser Allee, wie auch in der dortigen Gemarkung liegen die schönsten Allee- und Obst­bäume entwurzelt am Boden. In die sog. Schwangasse, die von Ockershausen nach der Schwanallee führt, haben die Wassermassen Steine und Schlamm geschwemmt und teilweise auch noch die Gärten versandet. Auf dem Fried­höfe sind Bäume und Denkmäler umgestürzt. In die Halle des Schützenpfuhlgartens hat der Blitz ohne zu zünden, eingeschlagen. An den Obstanlagen hat der Sturmwind ebenfalls großen Schaden angerichtet, das Obst lag haufen­weise unter den Bäumen. Der durch zertrümmerte Fenster­scheiben, eingesunkenes Pflaster, überschwemmte Keller rc. entstandene Schaden ist ganz bedeutend.Oberh. Ztg."

* Hanau, 8. September. Durch letztwillige Verfügung hat die verstorbene Frau Auguste Jung der Stadt Hanan für Schulzwecke 225 000 Mark vermacht.

* Homburg, 8. September. 'Der General der In­fanterie z. D. August von Borries aus Magdeburg, der z. Z. hier zur Kur weilte, ist, 82 Jahre alt, infolge von Lungenlähmung gestorben.

Wiesbaden, 8. September. Der Heilkünstler Jüng­ling von hier, dessen Praktiken Professor von Hippel (Heidelberg) kürzlich in derFrankfurter Zeitung" beleuchtet hat, ist heute vom hiesigen Schöffengericht wegen Betrugs, der in der Behandlung einer Frau aus der Pfalz gefunden wurde, zu 500 Mk. Geldstrafe oder 100 Tage Hast ver­urteilt worden.

* Kassel, 8. September. Der Verband deutscher Krankenpflegeanstalten vom Roten Kreuz wird die diesjährige Verbandssitzung am 30. September in Wies­baden abhalten. Auf der Tagesordnung steht der Bericht über die Thätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre (Dr. jur. Rudolf Osius-Kassel); der Bericht über die neu- gegründete Schwesternpensionskasse des Verbandes (Rechts-