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9.5.1899 Zweites Blatt
 
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2»rd das Volk sehen, was es von so erzogenen Fremden Ai erwarten hat. Werden diese Fremden mit ihrer geringen Mung im stände sein, unsere heilige Religion, die des ^oiiflucius, zu erfassen? Niemals! Die klassischen Werke iificrer vier Philosophen würden verschmäht und verachtet «crden. In diesen Werken wird kein Fremder studieren. M ehrwürdige Gewand eines Gelehrten der Philosophie «ach Confucius wird keinen Respekt mehr finden, Bildung «ichiK gelten, die Aussicht auf Beamtenlaufbahn wird dem Gelehrten verschlossen werden. Unsere Doktoren werden rbr L?ben fristen als Hirten, Schacherer, Handelsdiener und Nureauschreiber. Das gemeine Volk wird Steuern zahlen, Eoldcit sein, Fabrikarbeiter, Diener. So wird es kommen, vno wenn die Leute dazu noch dumm sind, dann werden ssir vZllig unterdrückt und ganz elend werden und schließlich tzvrrdtn sie sterben. Unsere heilige Religion wird das Lchicksal haben, das dem Brahmanismus in Indien bereitet and sie wird unterdrückt werden. Ihre Anhänger Mrdc n blos noch in Höhlen die Stätten des Gottesdienstes jfnbem. Das Blumenvolk die Chinesen wird sich "ich! retten können vor dem Fluche und den Keulenschlägen des Fremden!" Das sind drei der bezeichnendsten Stellen aus frem Buche des Vizekönigs. Wenn die Jugend Chinas ans diesem Buche lernt, können die Morde an den Missio­naren nicht wundernehmen. Man kann sich vorftellen, wie erst brr Pöbel denkt!

Erholungsheim Freudenstadt (mit christl. Hausordnung). Tn im vorigen Jahr im Höhenluftkurort Freudenstadt in Angriff genommene NeubauErholungsheim Freuden­stadt" geht unter der Leitung der Stuttgarter Architekten- stma Wittmann und Stahl rasch seiner Vollendung ent- Mn und emsig wird an der letzten inneren Einrichtung )>is stattlichen, vollständig ausgetrockneten Hauses gearbeitet, odaß dasselbe schon anfangs Juni die Aufnahme von Gästen «mög'licht. Das bis jetzt einzigartige gemeinnützige Unter- uihmrir ist mit dem Charakter einer Stiftung ins Leben und soll als Familienpension bei sehr mäßig ge- W Preisen (Zimmer mit voller Pension nur 2VÄ Mk.

Tag) Erholungsbedürftigen mit bescheidenen Mitteln das llfje Jahr über dienen. Das Haus bietet Raum für < 70 Gäste und verbindet mit einer prächtigen Lage in n rnnitl elbarer Waldesnähe eine sehr behagliche, den Be- tlckfnissen seiner Gäste Rechnung tragende innere Einrich­

tung. Für die Leitung sind Schwestern des Stuttgarter evang. Diakonissenhauses gewonnen und in jeder Hinsicht ist Vorsorge getroffen, damit das Haus seinem schönen und einladenden NamenErholungsheim Freudenstadt" Ehre machen und vielen zur Erquickung dienen könne. Der be­reits erschienene Prospekt ist durch die Verwaltung kosten­frei erhältlich.

Submission.

Für die Großh. psychiatrische Filhif soll die Lieferung von ) Zentnern guter Tpeise- klmtoffelu auf dem Wege der öGntlichen Submission vergeben uneben.

2>le für diese Lieferung gültigen aiflfynrineti Bedingungen (Erlaß der ZSmßh. Ministerien vom 16. Juni ÄM) und die speziellen Beding- «NM liegen an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr auf d.i» V erwaltungsbureau offen.

Lssewten find versiegelt und mit erMprechender Auffchrift versehen und uMr Beifügung von Probekartoffeln bi-t.M Mittwoch de« 10. Mai HIS99, vormittags 11 Uhr, arMm erwähnten Bureau abzugeben.

Äer Zuschlag erfolgt bis 13. Mai 18B89,

Äeßm, am 2. Mai 1899.

Gkejherzogl. Verwaltungs-Direktion der psychiatrischen Klinik.

irreren austaugen nichts, absolut nichts. Sie sind mli wertloser Aberglaube ohne erhabene Grundsätze. Was « den sogenannten Geboten steht, zu denen jeder bei Ge- fiingnidftrafe angehalten wird, ist, soweit es vernünftig und iuft ist, aus der chinesischen Religion übernommen und von di fremden Missionaren eingeführt worden. Wie wenig li Religionen taugen, von denen die eine Katholizismus, Hi: andere Protestantismus heißt, beweist die Thatsache, M fie nur mit Feuer und Schwert erhalten bleiben und ittib Volk dazu gezwungen wird."Falls es wahr ist, was 61? Fremden erzählen, daß China verteilt werden soll, so

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Freiwilliger genügen zu dürfen. Allen jenen, welche zwar einen Homeren wissenschaftlichen Unterricht nicht genossen haben, sich aber ^Anbetracht ihrer berusltchen Leistungen und allgemeinen Bildung Mc ^ll0Un0 wohl würdig erweisen, den Weg zur Erlangung 0'ieser Berechtiaung zu zeigen, hat fich der Verfafier zur Aufgabe ge­stellt. Neben dem eigentlichen Zweck dr« Büchlein- sind noch einige andere Angaben gemacht, welche besonder- dem, der die Berechtigung erreicht hat, wtllkommm sein werden.

Eine der brennendsten Fragen, die augenblicklich die medizinische Welt und auch wettere, besonders koloniale Kreise beschäftigt und in Aufregung versetzt, ist die, ob wir in den Mosquitos, den Schnaken der Süddeuischen, den Mücken der Norddeutschen, die Träger der Malariatnfektion zu sehen haben oder nicht. Unser berühmter Koch hat sich zwar für die Mosquitotheorie ausgesprochen, steht da­mit aber im Gegensatz namentlich zu englischen Forschern der Tro- pengebiete. ES dürste deshalb ein Aufsatz deS praktischen ArzteS Dr. L. Martin in Deli (Sumatra) über die MoSquitofrage auf allgemeines Interesse rechnen können, den die soeben erschienene Nummer 19 der Umschau bringt. Dr. Martin hält die MoSquUoS für unschuldig und glaubt, daß die Fiebererforschung hier aus einer ganz falschen Fährte ist. Nr. 19 der Umschau enthält ferner Züge aus SophuS LteS, Jugendleben von Elling Holst, lieber Gä­rung, Fäulnis und Urzeugung von Pros. Dr. Kienttz-Gerloff (Schluß) Chemie Kriegswesen, ferner eine reichhaltige Zeitschriftenfchau sowie ein Tableau April Karikaturen.

UnioersitSts Nachrichten.

Leipzig. Prof. Dr. Chun, der Leiter der deutschen Tief- see-Expedttion, ist wieder hier etngetroffen und nahm die Vorlesungen wieder auf, festlich bewillkommnet von den Lehrern der Univerfität und feinen Hörern.

Jena. Der Geh. Hosrat Dr. Rudolf Eucken beging am 5. Mai fein 25jähriaeS Jubiläum alS ordentlicher Profesior der Philofophte an der hiesigen Univerfität. Eucken war zuerst Gymnastal- lehrer und alS solcher auch vom Herbst 1869 bis zum Herbst 1871 in Frankfurt a. M. thätig. Er wurde dann al« ordentlicher Pro­fessor an die Univerfität in Basel berufen, wo er biS zu feiner Ueberfiedeluog nach Jena im Frühjahr 1874 verblieb. Der vor einigen Monaten verstorbene frühere Abgeordnete Dr. Schultz- Lupitz hat der Universität 3en« ein Vermächtnis von 23,000 Mk. hinterlassen.

Bonn. Herr Dr. Georg Küntzel auS Schroda (Pofen) hat fich in der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität habilitiert. Seine Antrittsrede behandelte dieBedeutung Macchta- oellts in der Entwickelung der politischen Theorien."

Bonn. Die Zahl der Damen die an der hiefigm Uni­versität Vorlesungen hören, hat in diesem Semester bedeutend zu« genommen. Bis jetzt find 43 Studentinnen angemeldet, gegen 26 im vorigen Semester. Die meisten studieren Sprachen, Altertums­kunde u. s. w., ferner zwei (und das find die ersten hier) Medizin.

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Set Simstwart. Herausgeber Ferd. AvenariuS, Ver­lag Georg D. W. Callwey, München (vierteljährlich Mk. 2,50, bei einzelne Heft 50 Pfg.) Heft 15 enthält: Der Dialekt auf der Bühne. Von Eugen Kalkfchmtdt. Grundsätze moderner Lilteraturgefchtcht- fchretbung. (Schluß.) Von Eduard Platzhoff. Hugo Wolfs »(Soncgtbor*. Von Richard Batka. Die Kultur deS menschlichen Körpers. II. (Das Weib L la mode.) Von Paul Schultze-Naum­burg. Lose Blätter: Vom Kirschbaum. Don Ferd. Aomartus. Traumkönig. Dichtungen von Christian Wagner. Rund­schau, enthält u. a.: Zu KlauS Groths Jubeltage. Ein neues Verfahren im Gimpelfang. Hebbels Nibelungen in Weimar. Gegen die Jntervteweret. Don Lorenzo Perost. Die Brühl'sche Terrasse vor dem Fall. DaS Allerhöchste Preisgericht. Vom Schamgefühl in Würzburg. Die neuelex Heinze". Bilder- beilagen: Frauenbtldnisse von Hugo Freiherrn von Habermann, Maurice Greiffenhagen, Franz Stuck. Notenbeilagen: Zwischen­spiel und Duett aus Hugo WolfsCorregidor".

Soeben erschien im Selbstverläge des Herausgeber?, In­genieur Scherpf, Nürnberg: Der Einjährig-Freiwillige ohne Sprachkmntnisse. Ein Wegweiser für gewandte junge Leute jeden Berufs, welche die Berechtigung nach S 89, 6 der deutschen Wehrordnung nachsuchen wollen. Preis 1 Mark. Alljährlich geht eine große Anzahl befähigter junger Leute au« Unkenntnis der ein­schlägigen Bestimmungen einer Vergünstigung verlustig, die nicht allein für ihr militärisches Verhältnis sondern für ihr ganzes späteres Leben von entscheidender Bedeutung ist. Diese Vergünstig­ung besteht in dem Recht, der Militärdienstpflicht als Einjährig-

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