* Aus der Nhön wird ein reizendes Geschichtchen erzählt. In der Nähe des Städtchens Tann auf einem Gehöft sollte am Palmsonntag die Konfirmation der ältesten Tochter feierlich begangen werden. Ein Schwein wurde deshalb geschlachtet. Am Abend wanderten Schinken und Würste in gewaltigen^ Portionen auf die Vorratskammer, um alsdann in den Schornstein zum Räuchern gehängt zu werden. Selbigen Tags war fürsorglich der Kaminkehrer bestellt, der die Essen und Kamine mit Besen und Kugeln in harter Arbeit in ordnungsmäßigen Zustand brachte. Darüber wars ihm gar spät geworden zum Heimgehen. Bei saftigem Wellfleisch und einem guten Schlachtfesttrunk flößen die Abendstunden rasch dahin, und müde von des Tages Arbeit suchte der schwarze Mann bald sein Nacht- quartier auf. Wie er ging und stand, streckte er sich behaglich auf dem Heuboden, und mit schwarzem Antlitz, aber reinem Herzen fiel er in süßen Schlummer. Plötzlich fuhr er aus seinen Träumen auf, geschreckt durch ein Geräusch wie von Männertritten drunten auf der harten Tenne. Nichtig, kam da nicht mit leichtem Knarren die Leiter zum Heuboden herauf? Zwei Männer waren es, die, leise mit einander flüsternd, die steile Treppe emporkletterten. Offenbar hatten sie es auf die Schinken in der nebenan gelegenen Vorratskammer abgesehen. Mäuschenstill duckte sich der Schlotfeger ins Heu, um der kommenden Dinge zu warten. Jetzt standen die beiden Bösewichte auf dem Heuboden. „Also dou", sagte der eine mit gedämpfter Stimme, „also dou nemmst däi zwaa Schinke unn eich nemm Werscht, so vill als eich trahn kann. Jetzt mach emol e Straaichhulz aa, daß mer däi Dihr sinnt". Der andere begann in seinen Hosentaschen zu suchen, endlich langt er die gelbköpfigen Schwefelhölzer hervor und versucht sie auf die i mit Recht so beliebte Art des Streichens am gespannten I Hosenbein zu entzünden. Aber o weh! Die Streichhölzer mußten feucht geworden sein, denn eins nach dem andern versagte, und mit einem Fluch warf der Schinkendieb eins nach dem andern bei Seite. Nun glaubte der verborgene Kaminfeger seine Zeit gekommen; er suchte leise in seinen eigenen Taschen nach der Zündholzschachtel und hielt sie parat. — „Da, deß es des letzte", fluchte der Einbrecher, „e Dunnerwetter noch emol, do füll jo de leibhaftige Deiwel eneinschmeiße!" Kaum aber hatte er das Wort heraus, da flammte plötzlich eine kleine schwefliche Flamme vor ihnen auf und in dem ungewiffen Schein stand
mit dem bedrängten Schiffe herzustellen, und d§r Schleppversuch unterblieb, wohl aber erfolgte die bekannte Rettung einer Anzahl Paffagiere und Mannschaften durch die Dampfer „Weehawken" und „Viktoria" und die glückliche Landung der Leute. Dann kam eine lange Spanne Zeit banger Sorge um das Schicksal von Schiff und Mannschaft. Inzwischen trieben diese vor dem Sturme in Südost-Richtung, und es gelang ihnen durch fast übermenschliche, gefahr- I drohende Arbeit, einen Not - Steuerapparat herzustellen, mit dem man am 21. Februar, als man bis auf 36^0 nördl. I Breite, 39l/2° westl. Länge angelangt war, den Kurs auf I Punta Delgada aufnahm und dort mit einer Durchschnitts- I fahrt von etwa 10 Meilen die Stunde auch am 24. Februar I um 8 Uhr morgens eintraf. Seit gestern ist nun ein I großer Teil der Ladung bereits gelöscht, die, hauptsächlich aus Mehl bestehend, im hintersteu Raume am stärksten be- I schädigt und teilweise so erhitzt ist, daß gestern Morgen die Feuerwehr zur Vorsicht geholt werden mußte. Auch in den übrigen Räumen ist hauptsächlich die oberste Schicht der Ladung mehr oder minder beschädigt. Die Getreideladungen I haben noch verhältnismäßig am wenigsten gelitten. Der I Raum Nr. 4 aber liefert wunderbarer Weise die gesundeste I Ladung. Mit den 16 Fuß Wasser im Raum hatte man sich getäuscht. Dies erklärt sich nur dadurch, daß das Peilrohr unten durch gequollenes Getreide verstopft und von oben Wasser in das Peilrohr eingedrungen war, welches dann in einer Höhe von 16 Fuß darin stand. — Der Schiffsrumpf der „Bulgarin" erweist sich heute als vollkommen unbeschädigt und dicht, ein Beweis, daß seine Erbauer gute Arbeit geliefert haben, und daß das Schiff von einem Sinke« immer noch weit entfernt gewesen ist. T. R.
। * Zn drei Tagen nach Amerika. Der Seeweg von
Europa nach Amerika soll, wie die „N. Fr. Pr." schreibt, demnächst durch eine neue Linie von Neufundland zur West- i füfte Irlands bis auf 1500 Meilen verkürzt werden, sodaß es möglich wäre, mit Schnelldampfern Amerika in drei Tagen zu erreichen. Die kanadische Regierung hat dem Projekt eine finanzielle Unterstützung zugesagt; man rechnet auch auf bedeutende Subventionen der englischen Regierung. Die Dampferlinie soll ihren Ausgangspunkt in Greene Bay an der Ostküste von Neufundland nehmen. Den Hafen soll eine die Insel durchquerende Bahn und eine Dampffähre mit der Westküste Amerikas verbinden. Auf der neuen Linie I würde sich die Fahrt von Liverpool nach Chicago in sechs I Tagen zurücklegen lassen.
* Eine „Nachricht für Einbrecher". Kürzlich verübten I Räuber in ein Geschäftshaus des unteren Teiles der Stadt New-York einen nächtlichen Einbruch, wobei sie auf ihrer I gänzlich erfolglosen Suche nach Gold und anderen Wert- I suchen nicht allein den Geldschrank, sondern auch noch I mehrere Pulte und Schreibtische zerstörten. Um sich vor I nochmaligem ähnlichen Schaden zu bewahren, hängte der I Geschäftsinhaber an den Geldschrank und die Pulte folgende I gedruckte „Nachricht für die Herren Einbrecher aus: „Sie I werden gebeten zu beachten, daß der feuerfeste Schrank I dieses Bureaus nicht den geringsten Betrag Geld enthält. 1 Sollte sich irgend welches Bargeld im Bureau befinden, so I ist dasselbe in der Schublade des Schreibtisches zu suchen, I in der auch die Briefmarken aufbewahrt sind. Juwelen, I Cigarren und Liqueure sind in unserem Lokale nicht ent- I halten. Diese Information wird gratis erteilt, um den I Herren Einbrechern wertvolle Zeit und uns die Ausgaben I für die Reparatur des Geldschrankes und der Pulte zu er- I sparen."
künstlerisches Zusammenspiel auszeichneten. Die Kunstreisen der „Meininger" währten von 1874 bis 1890 und erwarben dem Ensemble einen Weltruf. Für die Inszenierung und Regie ist ihr Wirken nützlich und vorbildlich gewesen, so daß man wohl mit Recht von dauernden Früchten ihrer Thätigkeit sprechen kann.
Im übrigen ist die Entwickelung der theatralischen Technik nicht allenthalben eine gesunde zu nennen. Der vielfach herrschende Wahrheitsfanatismus führte zur Ent- faltung der raffiniertesten Jnszenierungskünste, während in anderen Fällen die Ausstattung überhaupt (auch in der Oper) zur Hauptsache, das Spiel zur Nebensache wurde. Hand in Hand mit diesen Bestrebungen ging die immer prachtvollere Herstellung der Theatergebäude; sehens- und nennenswert sind die Hoftheater in Dresden, Wien, Frankfurt, das Wagnertheater in Bayreuth, die Große Oper in Paris, das Burgtheater in Wien u. s. w. Zu den größten Theatern Europas gehören die von Petersburg, Moskau und Warschau; ersteres enthält Plätze für 4000 Zuschauer. Die raffinierte Entwickelung des Ballets ist ebenfalls ein Ausfluß der nur auf äußere Ausgestaltung der Szene bedachten Pseudokunst; wo sich dasselbe in einfachen und würdigen Formen hält, darf man es wohl als eine unvermeidliche und reizvolle, schmückende Zuthat passieren lassen. Aus dem vorigen Jahrhundert überkamen wir das mytho- logisch-tragische Ballet, das mehr und mehr dem komischen weichen mußte. Schließlich ging die künstlerische Bedeutung völlig verloren, Darbietung körperlicher Reize, raffinierter Kunstfertigleit und luxuriösen Pomps trat an ihre Stelle Als berühmte Balletmeister unseres Jahrhunderts erwähnen wir Milon, Philipp und Paul Taglioni, Bournonville u s w als internationale Tüny. und Balletgrößen u. a. Auguste Vestri (gest. 1842), die Neapolitanerin Fanny Cerrito (geb 1821), Marie Taglionj (gest. 1884), Therese Elßler und Fanny Elßler (gest. 1874), welch letztere das amerikanische Publikum 1841 während eines Gastspiel-Zyklus geradezu in -en Himmel erhob.
Riese seines Geschlechts ist ein afrikanischer Python (sog. Assala), der über drei Meter lang ist. — Am Sonntag vormittag ist das Eintrittsgeld in den Garten auf 20 Pfg. ermäßigt; um 12 Uhr mittags wird der Garten geschlossen; nachmittags und abends Doppelkonzert (Eintrittspreis 1 Mk.)
* Stuttgart, 4. April. Eine Rettungsmedaille verlangt der „Beobachter" für folgeude stille Heldenthat: Am 8. Oktober fiel ein lojähriges Mädchen, das in einer Malzextraktfabrik als Arbeiterin angestellt war, in einen nicht verwahrten Kessel siedenden Malzextrakts. Die Aermste verbrannte die Beine bis zu den Hüften in schwerster Weise; im Lauf der ärztlichen Behandlung erklärte der Arzt, daß zur Rettung ihres Lebens Ersatz der verbrannten Haut von einem anderen Menschen nötig sei. Wer aber läßt sich für einen anderen die Haut abziehen? Es fand sich niemand. Da endlich erklärte sich der 16 jährige Bruder des Mädcheüs, der an ihr zärtlich hängt, zu dem außerordentlichen Opfer bereit, um der Schwester das Leben zu retten. In dreistündiger Operation wurde dem mutigen Knaben buchstäblich die Haut an Bein und Schienbein, mit Ausnahme des Knies, abgezogen, und diese brüderliche Haut wurde dem Körper der Schwester verbunden. Die Schwester ist gerettet. Der Knabe, der dieses Stück schlichten Heldentums im jugendlichen Alter geleistet hat, heißt Karl Frohnmüller und wohnt in Feuerbach.
* Die Seeschäden der „Bulgaria". Da man aus den i wenigen knapp gehaltenen offiziellen Nachrichten und der großen Zahl auf Sensation zugeschnittener Meldungen sich bis jetzt kein Bild von dem wirklichen Zustande der „Bulgaria" machen konnte, ja selbst dessen Führer und die Offiziere bis zum Eintreffen im schützenden Hafen der Azoren sich selbst darüber nicht recht klar waren, so wird eine objektive Betrachtung der Thatsachen nicht uninteressant er- I scheinen. Als am 2. Februar auf 42 Grad nördl. Breite I und 47 Grad westlicher Länge während eines ungewöhnlich I schweren Wetters der Steuer-Apparat der „Bulgaria" brach, I ward das große, mächtige Schiff ein willenloser Spielball I der See. Das heftige Rollen veranlaßte ein Uebergehen I der Ladung, wodurch eine starke Schlagseite nach Backbord I entstand. Dies erklärt auch, warum die meisten und schwersten I Deckschäden sich an dieser Seite befinden. Die Folge war, I daß die nach den Unterräumen führenden Lukenkappen ein» I geschlagen, Ventilatoren und sonstige Gegenstände, wie I Treppen, Geländer u. s. w., weggerissen wurden. Durch die I Oeffnungen drang das Wasser in die Pferdeställe und von da, die Jauche mit sich führend, in die darunter befindlichen I Räume der Zwischendeckspafsagiere, sowie in die Laderäume. I Einige besonders schwere Brecher trafen das Bootsdeck, welches unter deren Wucht an der Backbordseite vollständig I zusammenbrach, einige andere die Bootsgalgen, auch diese I zertrümmernd und eine große Anzahl Boote mit sich reißend. Die auf dem Bootsdeck befindlichen Ventilatoren, die nach I dem Maschinenraum führen, wurden an Backbord ebenfalls umgeriffen; sie blieben an dem im Innern zum Drehen der- I selben angebrachten Stangengetriebe hängen und sind heute I uoch in dieser Lage zu sehen. Durch diese Ventilatoren I mag eine Masse Seewasser sich über den Maschinen- und I Sesselraum ergossen haben. Die starke Schlagseite des Schiffes, das Hinundherschlagen des heruntergebrochenen I Geschirrs und die fortwährend über Deck fegenden Wogen I machten die Arbeiten an Deck fast unmöglich. Man peilte I die Pumpen und fand im Raum Nr. 4, in dem sich Getreide befand, 16 Fuß Wasser; auch in den übrigen Räumen stand I mehr oder minder Wasser, und man war daher überzeugt, I daß das Schiff schwer leck sei. Um das Maß voll zu machen, stellte sich heraus, daß die Pumpen durch eingedrungenes I Getreide verstopft waren. In dieser bedenklichen Lage kam am 5. Februar auf 400 43' nördl. Breite und 43<> 51' westl. Länge der englische Dampfer „Koordistan" in Sicht. Es gelang in dem schweren Wetter nicht, eine Verbindung
Unioersitäts Nachrichten.
— Marburg. Als Nachfolger deS Professor Wernicke, alS Direktor des hygienischen Instituts nach Pofen geht, ® Prof. Bonhoff aus Berlin zum Leiter des htestgen hygteoil Instituts berufen. — Der Kurator der htestgen Umverstiai. .' OberregterungSrat Steinmetz, wurde von der medizinischen s " tät zum Doctor medicinae honoria causa promoviert.
- Heidelberg Dr. Jul. Mat, fett zehn Jahren MF* der Chemie an der htestgen Hochschule, habiltttert stch an on oerfiläl Bern. ......
- Heidelberg. Wie die Allgemeine Zeitungi mittem. Professor ErustuS die Berufung für die Wiener Le-rkiM^^g klassischen Philologie nach längerer Verhandlung mit dem endgültig abgelehnt. rakh.tiifit*
- Heidelberg. Die 6. Versammlung der subv'u.'^ Laryngologen wurde am 4. dS. M'S. im Hörsaale d« , tschen Klinik bet 70 Anwesenden abgebalten- Zum erstm den wurde Eulenstein Frankfurt gewählt. Die *r(Oun,
von Seifert Würzburg, Killtan-Freiburg L B., ffim K JuraSz-Heidrtberg, PrSbsttng-W'esbaden, Werner«Mannheim viel Interessantes, besonders über Stimmermüdung un Hygiene. Die nächste Versammlung wird am Pfiagstmon 8 in Heidelberg statifinden.
- i eine lange, schwarze Gestalt vor den zum Tod Ersckr^ I die ihnen entgegenbrüllte: „Häi es er, was füll' Mit einem Satz waren die beiden Spitzbuben vo^-
1 I boden herunter und in der Tenne. Hals und Bein I sie brechen können, aber das kümmerte sie nicht I streichs liefen sie mit blutenden Köpfen in die Noä ' I ins Dunkel hinaus. Niemand hat sie erkannt, aber 88 I in dem benachbarten Dorf zwei mit verbundenen I erscheinen, da sieht ihnen allemal Alt und Juno I sagendem Lächeln nach.
Mteratur, Wissenschaft unTJJJ" I m — «änig Ludwig LL von Bayern und -i, 0 I Von Louise v. KobeU. Mit zahlreichen, zum Teil Uöb« I veröffentlichten Illustrationen und Kunstbetlagen, sowie
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I Jntereffanren, Herrlichen und des gänzlich Neuen aus dw - * I Kunstzettalter unter Ludwig II. In der achten Liefen», I Bild des prunkvollen PalasttorsoS Herrenchiemsee nun oVi ' I aufgerollt und dürfte seine Aufgabe, eine Schildrung faldu’ | Wort und Bild zu geben, wohl vollständig erfüllen. AllehnS ’ I aufgestellten Kunst- und kunstgewerblichen Gegenstände von I stud neben den Gesamtansichten der einzelnes» Prachträume hr k : I wtedergegeben, die künstlerische Wirkung der letzteren noä’< I Abbildungen der Details (geschnitzte Thür- und Wandiüll°-.' I Ornamente in Stuck, Schnitzerei und Bronze, Uhren, Leuchters I delaber, Kolofsaloasen, Möbel, Gemälde rc.) besonder- vn-r - I licht. Der herrliche Figurenschmuck deS weltberühmten, ohne I stück dastehenden Prachttreppenhauses ist fast vollständig iai 1. I btldung gelangt. Im gleichen Hefte beginnt die reich tllufirT. I Abhandlung über Schloß Hohenschwangau, einen der Liettti-. I aufenthaltsorte König Ludwig-. Dieser romantisch gelegt I auSgeschmückte Bau war eS, der die Formenwelt des I dem Könige schon in seinen ersten Jugendjahren lieb und et: r I und damit den Hauptanftoß gab zur idealsten und rdef-a I &c8 kunstbegeisterten Fürsten, zu dem prachtvolle
I schloss« Neuschwanstein. Einen Haupffaktor bei der üudbUoana I Seite des künstlerischen Geschmacks König Ludwig» btfi t'- I Freskenschmuck Hohenschwangaus, unvergleichlich poetisch! fcr- I A^nen Moritz von Schwinds. Diese Bilder unseres groß« farifa I Malerpoeten sollen nahezu sämtlich in dem Werke mfc I kommen, und zwar in der Originalfassung SchwindS; also,»,! . I nach den aquarellierten Originalskizzen deS Meisters, btc I als Hohenschwangau-Album in der Privatbibliothek Er.
I deS Königs zu München aufbewahrt werden und deren Riprcd.N I >ur vorliegenden Zweck von allerhöchster Stelle gnädigst bttü I worden ist. Bekanntlich wurden die Schwtnd'fchen Enlwlntc :■ I anderer Hand ausgeführt und erfuhren dabei mannigfache, ut I immer günstige Umgestaltungen. Dieses Album (und bamd 1. I die Reproduktionen danach) hat somit für die deutsche Äunn I allgemeinen eine hohe originale Bedeutung; daS Zurückgehni I dasselbe für die Zwecke dieses neuen Prachtwerkes rechtfelti-i L I dadurch, daß König Ludwig die Mappe gewöhnlich in seiner Jiü> I ?5"e, f1® logar auf Reisen mit sich führte, um häufig baitr., blättern, daß also die Wachhaltuna seines JntereffeS für die S-> mantik, aus welchem seine Jdealschöpfungen im mittelaltn-ch n Stile erblühten, wesentlich dieser einzigartigen Heinen Äunftlammlu:« zuzuschreiben ist. Die köstlichen Kompositionen gehören zu den tim "chfien Erzeugnissen der Schwind'schen Muse and umfassen Bild, cyklen zu TafsoS „Befreitem Jerusalem", zur Niftung«
! wge, Wylcinasage und anderen Sagenkreisen, dnylnt a\b:aorV: Figuren von bekannter Formenschönheit und edlem ßintenfaifc Sre werden wohl sämtlich hiermit erstmalig publiziert und der der unverdienten Vergesienhett entrißen. Das gilt schon von L Serie der Blätter zur sagenhaften Geburt Karls deS Grotzen b Reismühle im lieblichen Würmthal, unweit dem Gestade deS Nna Starnberger SreS, die im 9. Heft vollständig enthalten ist. 6>ä so recht ein Stoff nach dem Herzen Schwinds: Bertha, die vowv getreuen Gesandten PipinS unterdrückte Königstochter, findet?si langem Herumtrren Aufnahme in der Reismühle; PipinS W L Walde; seine Verirrung in der Wildnis zwischen Amwa- ab Würmfee; sein Zusammentreffen mit Bertha, um die er worden war; der ungekannten Königstochter emsiges Sch^a cs Webstuhl; die ErkennungS- und AbschtedSszene; der Einzur und Berthas mit ihrem Söhnlein Karl dem Großen tn Lvso- stephan — alle diese Bilder rufen gewiß bei jedem Kunstfrewd^ä Entzücken hervor. — Das lebhafte und verdiente Jntercsse, M VA schöne Werk gefunden hat, erfährt durch diese neuen Telle «4 ganz bedeutende Steigerung; in kunstgeschichtlichm Bibliotheto' - : eS nicht entbehrt werden können.
— Den Markgrafen Otto mit dem Pfeil aU tW« kennen zu lernen, bietet Nr. 14 des „Bär", Illustrierte r schrift für Geschichte und modernes Leben, Gelegenheit, dte c<*; schiedene Gedichte dieses gekrönten Minnesängers teils in Übertragung, teils im Original bringt. Ferner teilt Ernst den Wortlaut der Mittenwalder Schuldurkunde mit; Petcr gibt interessante Einzelheiten aus der Geschichte de» newn Dom» JJ Berlin. Von weiteren Aufsätzen seien ein Gedenkartikel über w!3- und das Städtedtld Lieberose erwähnt. Zahlreiche Illustr«"^^ schmücken die jüngste Nummer dieser vornehmen Zeitschrtss
— Von der deutschen Tiefsee-Expedition 6rin6t W* ®o51tn‘ schrift ^Die Umschau^ (Frankfurt a. M.) einen W Bericht, der namentlich auch die wiffenschaftlichen fcFT . ’ Expedition zusammenstellt. Dieselbe Nummer enthält einer1 «u J über Die Mathematik bei den verschiedenen Nationalitatm - Dr. E. Wölifing, Die Aufdeckung deS Forum Romanam (©V ■ Menschenaffen von Dr. Fr Knauer (Schluß), Chemie von ur. hold, Geschichtsschreibung von Dr. Ernst Müsebeck, Franzöfisch^ Dr. Fr. v. Oppeln-BronikowSki. —-
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