Sonnlaa den 9. April
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Lokales und ProvinMes.
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fluch Togo und Kamerun haben früher einen sehr ge- rir:.M Wert gehabt, und auch hier haben sich die Bechält- nifsiriil den letzten 15 Jahren vollständig geändert. Beide Scihikg«'biete besitzen jetzt eine handelspolitische Bedeutung, an ii bie nicmanb gedacht hat. Die Ausfuhrartikel sind ganz erkMich erweitert worden, ebenso wie der Kreis des Ans- fukiiizck'ets sich bedeutend vergrößert hat.
Diejenige Kolonie, welche infolge ihres günstigen Klimas ans.brsicrdelungsfähigsten ist, nämlich Deutsch-Südwestafrika, steH m handelspolitischer Beziehung noch zurück, doch ist hielt Errwartung berechtigt, daß der Bau von Eisenbahnen unM dik weitere Erforschung des Innern Wandel schaffen wenkitn.
Im den deutschen Besitzungen in der Südsee ist eben- salW Hinter schwierigen Verhältnissen schon viel geschehen, MndgrDfce Opfer sind gebracht worden, um die Hilfsquellen dieG ^änderstriche zu erschließen. Aber auch hier besitzt
Schon um 12 Uhr wurde ihm ein Telegramm nachgesandt, worin er aufgefordert wurde, sofort zurückzukehren. Die
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietze«.
Fernsprecher Nr. 51.
MMsbeilaaenHießener Lamilienblütter, Der hessische Landwirt Klätter für hessische Volkskunde._________________
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der deutsche Handel ein zukunftsreiches Feld, das hoffentlich noch recht viele Früchte tragen wird.
Jedenfalls haben unsere Kolonien eine beachtenswerte -andelspolitische Bedeutung erlangt, welche einen guten Aus« )lick in die Zukunft gestattet. (xx)
Akzugspreii vierieljähruch 2 Mart 20 Psg. Wionatlirfi 75 Psg. mit Bringerloha.
©ei Postbezug 2 Mark 50 Psg.
vierteljährlich
83 Drittes Blatt
weichen; letzterer und Friedrich Ludwig Schröder (1'44 bis 1816) können als die Gründer der realistischen Richtung gelten, während die ideale Richtung von der von Goethe und Schiller inspirierten Weimarischen Schule vertreten wurde. Beide Schulen verflachten allerdings bald; die ideale entwickelte ein hohes Bühnenpathos; die realistische artete zum platten Naturalismus aus. Gegenwärtig hat das realistisch-naturalistische Drama der letzteren Strömung vermehrte Pflege und Aufmerksamkeit zugewendet, da dasselbe selbstverständlich auch eine seinem Jnhaltt entsprechende Behandlung, vor allem eine Art schauspielerischer Kleinmalerei voraussetzt. Von den bedeutendsten Darstellern der rhetorischen Schule nennen wir u. a. Sophie Schröder (1781 bis 1868), Ferdinand Eßlair (gest. 1840), von den Realisten Jffland (gest. 1814) und Ludwig Devrient (gest. 1832), einen genialen Mimen von packendster Wirkung, vor allem in dämonischen Rollen. Große Berühmtheit errangen auch seine Neffen Karl August, Emil und Philipp Eduard Devrient, ferner Karl Seydelmann (gest. 1843), sowie als Charakterdarsteller Bogumil Dawison und Theodor Döring, und als Komiker Beckmann, Nestroy, Karl Helmerding und Ferdinand Raimund. Aus der neueren Zeit sind die Namen Sonnenthal, Sonntag, Mitterwurzer , Fri^rich Haase, Barnay, Charlotte Wolter, Friederike G^mann'
nennen. Eine bedeutungsvolle EpisodB^jn der Geschichte der dramatischen Kunst bildeten die Gastspiele der „Meininger", der von dem kunstsinnigen Herzog. Georg II. ins Leben gerufenen Gastspielgesellschaft des Meininger Hoftheaters, deren Darstellungen sich durch Moll echte Szenerie und
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Anzüge
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Feuilleton.
Pas 19. Jahrhundert.
Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herauSgegeben von Friedrich Thieme.
(Nachdruck oder AuSzug verboten.) VII.
Musik, Gesang, Lchauspielkunft.
(Schluß.)
Waffen wir die musikalischen Ereignisse des 19. Jahr- kurz zusammen, so konstatieren wir als die Haupt- säWchflen Ergebniffe die durch die deutschen Künstler herbei« geMckii glänzende Entwickelung der Instrumentalmusik und de t^rustkalischen Dramas, während sich das Oratorium und dicll Kirchenmusik mit einem Zurücklenken in die Bahn älterer Monitr begnügen mußte. Eine Ausnahme macht nur Liszts WW, der aber bisher keine Nachfolge gefunden hat. DMen Kunstformen mußten weichen, aus der Symphonie Ibie symphonische Dichtung, die Oper zur ununter« br^tnan dramatischen Deklamation, nebenher ging eine gepKitioge Steigerung der Technik in der Instrumentation ArrKZc'.Handlung der Instrumente. Virtuosen von groß- auttfy Leistungsfähigkeit bildeten sich aus, als deren glän- zeWtütr: wohl Franz Liszt und Paganini bezeichnet werden et*. Aus des ersteren Schule gingen unter anderen BWv,. Rubinstein, d'Albert hervor, während der letztere (P^mni) einen klassischen Antipoden in Joachim ans«
* Frankfurt a. M., 7. April. Neues aus dem Zoologischen Garten. Die durch die Kälte der Karwoche zurückgehaltenen Tiersendungen sind nunmehr im Zoologischen Garten eingetroffen. Sie betragen gegen 100 Tiere, die nahezu allen größeren Tierklassen angehoren. Das Aquarium zeigt zum ersten Male die sonderbar gestaltete Dreizahnkrabbe und Seeblumen von einer Große, wie sie bisher noch nicht in unsere Stadt gelangt sind. Armdicke Seenelken mit Köpfen — wenn man bet diesen Tieren so sagen kann - gleich einer Männerfaust. Unter den Vögeln ist ein völlig erwachsener Helmkasuar mit rot und blauem Hals und gewaltigem Helme ausgestellt; fünf Ibisse, worunter auch die schwarzkopfige Art, sind seit Jahrzehnten zum ersten Male wieder tm Garten em- getroffen. Spornflügelgänse, mit wahrhaftem Stachel am Flügel, sind aus Kamerun angekommen und aus der nämlichen Gegend eine Campbell'sche Meerkatze. Aus Südamerika kamen zwei verschiedene Wildkatzen an; eine Felis geoffroyi aus dem Süden und eine Tigerkatze aus dem Norden. Die kürzlich hochbetagt und blind verendete gefleckte Hyäne hat in einem jungen zutraulichen Exemplar derselben Art einen Nachfolger gefunden. Auch em neuer Tiger wurde angekauft, wird aber, da es sich um ein erwachsenes Tier handelt, gewisser Versandschwierigkeiten wegen erst in einigen Tagen erwartet. Ein wahrhafter
Schlosse Schlackenwerth bet Karlsbad der dort zu Besuch weilende Fürst Karl Jsenburg-Birstein (nicht, wie eine zweite Depesche meldete, Fürst zu Ysenburg-Budingen) gestorben. Fürst Karl von Jsenburg-Birstein war am 29 Juli 1838 zu Birstein geboren als Sohn des Prmzen Victor und dessen Gemahlin Maria geb. Prinzessin Löwen« stein-Wertheim-Rosenberg. Fürst Karl folgte seinem Oheim, dem Fürsten Wolfgang Ernst III., erbl. Mitgliede des preußischen Herrenhauses und der Ersten hessischen Kammer. Fürst Karl war seit 1865 mit der Erzherzogin Mar,a Luise Annunciata, Prinzessin von Toskana, vermählt. Dieser Ehe entstammen 6 Söhne und 3 Töchter. - Aus Hanau wird noch unterni 5. April gemeldet': Nachdem gestern vormittag der Fürst Karl von Jsenburg-Birstein aus dem Leben geschieden, ist heute nacht sein einziger Enkel, Prinz Wolfgang Ernst, der Sohn des bisher allein von den Kindern des Fürsten Karl verheirateten Prinzen Franz Josef von Isenburg, ebenfalls ganz plötzlich, im zarten Alter von kaum einem Jahre zu Birstein gestorben. Gestern abend reiste
zuweisen hat. Entgegen der ungeheueren Entwickelung der Instrumentalmusik tritt diejenige der Gesangskunst stark in den Schatten, doch hatte auch unser Jahrhundert zahlreiche Sänger und Sängerinnen ersten Ranges aufzuweisen, wie dies Namen wie Grisi, Garcia, Lablache, Rubim, Jenny Lind (die „schwedische Nachtigall"), Henriette Sontag, Patti u. s. w. bezeugen.
Charakterisüsch für unser Jahrhundert ist allen diesen bedeutenden praktischen Resultaten gegenüber die Geburt der eigentlichen Musikwissenschaft und die erfolgreiche Ausbildung derselben, welche im vorigen Jahrhundert nur in primitiven Anfängen bekannt war. Namentlich die historische Forschung steht hier wie in der reinen Geisteswissenschaft unseres Jahr« Hunderts obenan. Die Ausbildungsgelegenheiten haben sich ebenfalls ins zahllose vermehrt, in Deutschland z. B. b-. stehen in allen größeren Residenzen, ja, sogar rn Mittel, städten, Konservatorien und Musikschulen, in Berlin die 1869 errichtete Königliche Hochschule für Musik. Außerdem fördern der 1859 gegründete Allgemeine deutsche Musikverein und eine umfangreiche Litteratur (darunter zahlreiche Svezialblätter) die Verbreitung der schönen Kunst.
Die Schauspielkunst zeigt nicht in so hervortretendem Maße den Wechsel der realistischen und idealen Richtung, wie Litteratur und Musik. Beide Richtungen behaupteten sich im 19. Jahrhundert meist nebeneinander, indem bald diese, bald jene die Welt mit großartigen Süustlerl-istungen überraschte Die französische Sch°usp'tt. kunst mußte in Deutschland der von Konrad Ethos (1720 bis 1778) erhobenen Forderung größerer Naturwahrheit
n. Von der mittleren Nidda, 6. April. Sin™ Beschluß von einschneidender Bedeutung für unser Thm Dcr Kreistag des Kreises Büdingen gefaßt, nämlich die Erbauung einer Kreisstraße von Nidda über Dauernheimer Hof nach Dauernheim mit einer Abzweigung nach Geiß-Nidda. Dadurch wird eine sehr kurze und gute Verbindung des Vogelsbergs mit Der Wetterau her gestellt, deren Wichtigkeit aber erst bann zur vollen Geltung kommen wird, wenn die auch schon projektierten Straßenverblndungen Dauernheim—Leidhecken und Leidhecken—-Reicheshe nn v r . euu:iu zu yv|tv*.w... ~-i..... . ■
gestellt sein werden. Die betreffenden Gemeinden haben I ™ • $ Josef nach Schlackenwerth ab zur Leiche seines sich bereits verpflichtet, zu dem jetzt genehmigten Straßenbau unb verIjej sein Söhnchen im besten Wohlsein,
das Gelände Hypotheken- und lastenfrei zu stellen und Vs ( ..... ' ~ '---------
der Baukosten zu tragen. Die alte Strafet Ntdda—Staden uu|HC|uluvvl
—Friedberg sollte ursprünglich die Richtung der fetzt Prost' I Dusche hat ihn aber nicht erreicht.
fierten Straßen haben- und bis Staden auf der rechten --
Seite der Nidda angelegt werden. An dem Widerstand einzelner Gemeinden scheiterte damals die Ausführung, und die Straße mußte von Nidda über Ranstadt, Ober- und Nieder-Mockstadt nach Staden geführt werden. Hierdurch !
erhielt sie bedeutende Steigungen und wurde auch länger. Nun wird endlich dieser alte Fehler berichtigt. — In einem kleinen Seitenthal der Nidda bei Staden will ein unternehmungslustiger Wirt einen Teil eines Hügels mit Reben bepflanzen, um zu sehen, ob sich die Anlage eines Weinbergs dort rentieren würde. Es steht zu hoffen, daß unter Verwendung genügender Zuckermengen ein genießbares Getränke erzielt wird, zumal man auf dem Lande durch die Weinhändler nicht gerade verwöhnt ist. Nach einer alten Chronik soll bei Staden und Groß-Karben der beste Wein in der Wetterau gewachsen sein. Damals lagen die Weinberge aber auf der Nord-Ostseite von Staden. Der Berg dort führt heute noch den Namen Wingertsberg. — Jetzt läßt sich ein endgiltiges Urteil darüber fällen, ob der starke Frost der letzten Märztage Schaden angerichtet
. hat oder nicht. Die Blütenknospen der Bäume, die bei ' allen Obstsorten reichlich vorhanden sind, sind gänzlich unversehrt geblieben. Bei dem Klee sind junge Triebe schwarz geworden, also erfroren; ebenso zeigt der Weizen, besonders der englische, hier und da gelbe Spitzen. Namentlich ist vorstehendes der Fall auf Aeckern, die an Wiesengründen herziehen. Doch ist der Schaden ganz belanglos.
Darmstadt, 6. April. Wie schon telegraphisch gemeldet, ist vorgestern auf dem dem Großherzoge vonToskana gehörigen
——JWj Unsere Kolonien in handelspolitischer
Mil M 1 t« darf als selbstverständlich angenommen werden, ittt Vttfüavn« bas deutsche Reich nicht etwa Kolonien erworben hat, damitt nach außen hin zu glänzen. Dazu sind wir doch iu Upaltusch veranlagt, und wir setzen voraus, daß unsere
-----Sotow» auch eine handelspolitische Bedeutung haben, daß k । »ch unb nach Stützpunkte für unfern Handel werden,
itX^tAiuniwbQB sie mit ihren Erzeugnissen einen Teil unseres Be- ftr bej.-i? hklen. Wir haben uns leider etwas spat zur Er- \ II II I I n>c düng von Kolonien entschlossen, und es braucht kaum I bet Um! zi werden, daß wir keine große Auswahl mehr vor- w ▼ VfairM Immerhin aber stehen unsere Kolonien in handels- ' oll'üticher Beziehung keineswegs auf einer so niedrigen (StftUft. wie die Kolonialgegner behaupten und zu beweisen 5 billigste ®hßii • erchchki
v ' As wir Deutsch-Ostafrika übernahmen, war dieses also viel astheA - weiter als das Bezugsland von Elfenbein, Sklaven iin aD tinyelncn geringen Handelserzeugniffen für Sansibar. Pf jungen in' größerem Umfange waren gar nicht vor« ^Versuch genügt n ha die Flüsse waren versandet oder versumpft und die asi es in ikrn, Hli-fril vernachlässigt. Das ist jetzt alles anders geworden. n v lYMi D. n dciLsche Regierung hat den Anbau von Kaffee und oeckeu nur anU KoMnchpalmen ’ begünstigt; daneben sind Anpflanzungen ,..o m Aal tschuk, Vanille, Maulbeerbäumen gemacht worden, un L Die Zuckerrohrkultur erweitert. Auch in geologischer . HWcht hat man das Land erschloffen, wenn auch noch viel
nesteu bet: 8U übrig bleibt. Der materielle Erfolg war freilich
vor. RotbL nicayl sehr ermutigend, aber daran tragen in erster Lime t jtrnieen die Schuld, sowie das Sinken des Werts vieler afrfMifcher Erzeugnisse, und es steht mit Sicherheit zu edjlabadW ccr8intt1 bafe die Klippen bald ganz überwunden sein werden r. Achöühals, ir yn y bai n ansehnliche Summen von Produkten zur Ausfuhr
Gießener Anzeiger
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Anrts- und Auzeigeblutt fiir den Gieszen.
I Meltion, Lkpedition und Druckerei:
U ZchNtstraße Mr. 7.
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