Donnerstag den 9. Februar
9?r. 34
Erstes Blatt.
1899
Wetzmer Anzeiger
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Gesamtsumme der Einnahmen 273372.17
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23a. Belohnung des Polizeiaufsichtspersonals . 4900.—
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Gesamtsumme der Ausgabe 250 035.41
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Annahme von Anzeigen zn der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.
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Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
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Alle Anzeigen-Bermittlnngsstellen deS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
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JZezugspreis vierteljährlich
2 Marl 20 Pfg.
monatlich 75 Pfg. mit Lringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Die Gießener
As««ilienVtätter Verden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
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Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schnlstraße Ar. 7.
so daß das Bankkapital schließlich 300 Millionen erreichen würde, statt nur 210 Millionen, wie die Vorlage Vorschläge. Der Reichsbank müsse er vorwerfen, daß sie selber unter ihrem offiziellen Diskontsatz diskontiere, während hier mit Recht den Privatbanken verboten werde, unter dem Bankdiskont zu diskontieren. Vielleicht sei es am besten, dieses
Kommission einen dahingehenden Antrag öTJT '----
Abg. Graf Kanitz (kons.) erklärt, der größte Teil seiner Freunde halte an dem Verlangen nach Verstaatlichung der Reichsbank fest.
Reichbankpräsident Koch führt aus, das Bankgesetz gehöre zu den wichtigsten Grundlagen des wirtschaftlichen Lebens. Die Reichsbank habe niemals irgend einen gewerblichen Stand bevorzugt. Alle wurden gleich berücksichtigt, auch die Landwirtschaft. Es liege durchaus keinerlei Anlaß vor, an den erprobteu Grundlagen unseres Bankwesens zu rütteln. Der ganze Betrieb würde bei einer reinen Staatsbank vielleicht etwas bureaukratischer sein, als es jetzt der Fall sei. Selbst MLline in Frankreich und andere dortige Autoritäten der Doppelwährung gäben einer Privatbank den Vorzug. Immer bemängele man den hohen Diskont. Das Kollegium der Reichsbank entschließe sich auch stets schwer zu einer Erhöhung. Jahrelang sei der Diskont ein niedriger gewesen, und erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung sei es anders geworden. Redner wendet sich schließlich noch gegen den Vorschlag einer Erhöhung des steuerfteien Notenkontingents über den von der Regierung vorgeschlagenen Betrag hinaus.
Nunmehr vertagt sich das Haus.
Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Fortsetzung der heutigen Beratung.
Schluß 5*/, Uhr.
24. Botenlohn und Verkündigungskosten
25. Für Bureaubedürfnisse und Gerätschaften
26. Kreisunterstützungen
26a. Unterstützung der Familien einberufener Mannschaften
-'6b. Beihilfen an unterstützungsbedürftige Ve
teranen
Unterhaltung von Kreisstraßen
Neubau „ „
Für den Lesezirkel der Lehrerkonferenzen Beitrag ^ur Provinzialkasse
Beitrag zu den nach der Verordnung vom 25. Juli 1888 von den Kreisen aufzu- bringenden Entschädigungsbeträgen und Verwaltungskosten der Versicherungsanstalt derHessen-NassauischenBaugewerks-Berufs- genossenschaft
Beitrag zum Oberhessischen Obstbauverein Feuerlöschwesen
Für Unterluchungen des Oberhessischen Chemischen Untersuchungsamts Uneinbringliche Posten und Nachlässe Entschädigungen für an Milz- und Rausch« brand gefallene Tiere
Kreisanlehen zugunsten der bei der Nebenbahn Grünberg—Londorf beteiligten Gemeinden
Ausgeliehene Kapitalien
Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen Gebühren für Duplikate von Militärpapieren Strafen
Kapitalzinsen
Ersatzposten
Prozeßkosten
Beiträge der Provinz und der Gemeinden rc. zu den Bezügen des Kreisingenieurs und der Bezirksbauaufseher
Beiträge aus der Provinzialkasse zu den Unterhaltungskosten der Kreisstraßen
Beiträge zu den Kosten des Neubaues von Kreisstraßen
Aus Gras, Obst und anderen Naturalien Beiträge des Kreisingenieurs und der
Verglichen bleibt Rest 23 336.76 JL sicher in barem Vorrat besteht.
Davon gehören an:
Abschluß.
Gesamtsumme der Einnahme „ „ Ausgabe
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Mütter für hesßsche Uatkskunde. __________
1 804.—
92 769.29
27.07
200.-
935.75
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
11400.56
2000.—
55.__
13365*89
Gleiche Summe wie oben 23 336.76 JC. Gießen, den 13. Januar 1898.
Der Kreiskasserechner.
(gez.) Kauß.
Revidiert, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß Aenderung ergeben hat.
Darmstadt, den 25. Januar 1899.
Großherzogliche Ober-Rechnungskammer.
(gez.) Lorbacher.
nto-Bank, - & ki - NfcÜoM’
167053.33
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5017.—
711.26
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140.80
Mannschaften gewährten^LüLL^fU^U«ßÄr aus Reichsmittelir
Ersatz der unterstützungsbedürftigen Veteranen gewährten Beihilfen
Staatsbeitrag zu den Kosten der Landarmenpflege
Kreis-Anlehen zu Gunsten der bei der Nebenbahn Grünberg-Londorf beteiligten Gemeinden
Zurückempfangene Kapitalien
Ausstände aus vorhergehenden Jahren
Kaffevorrat aus vorhergehenden Jahren
Bezirksbauaufseher zur Witwenversorgung 14a. Ersatz der den Familien von einberufenen
Deutscher Reichstag.
27. Sitzung vom 7. Februar. 1 Uhr.
Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt das Wort Präsident Graf Ballestrem, um dem Hause Mitteilung von dem Ableben des Grafen Caprivi zu machen. (Sämtliche anwesende Mitglieder des Hauses erheben sich von den Plätzen, einschließlich der Sozialdemokraten). Der Präsident fährt alsdann fort: So wäre denn wenige Wochen nach dem Heimgange seines großen Amtsvorgängers auch der zweite Kanzler des Deutschen Reiches von Gott aus dieser Zeitlichkeit abberufen worden. Meine Herren! Der Reichskanzler Graf Caprivi hat gewiß als Staatsmann nicht an die Größe seines großen Vorgängers herangereicht; aber auch er war ein Mann, der Deutschlands Wohl gefördert hat und dem es an Größe nicht gebrach. Groß war er in seiner unwandelbaren Pflichttreue, groß in seiner unbedingten Hingebung an seinen Kaiser und Herrn und an das deutsche Vaterland, groß endlich in ehrenhafter wahrhaft ritterlicher Gesinnung. (Beifall.) So wird das Bild des Grafen Caprivi in aller Zukunft vor dem deutschen Volke stehen als das Bild eines Ritters ohne Furcht und Tadel. (Beifall.) Präsident Graf Ballestrem teilt dem Hause noch mit, daß er ein Teilnahmeschreiben an den Landrat Lamprecht gerichtet habe; auch habe er verfügt, daß ein Kranz auf den Sarg niedergelegt werde. Am Donnerstag werde er sich zur Beisetzung nach Skyren begeben, und er hoffe, daß sich die Mitglieder des Hauses zahlreich daran beteiligen würden, dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.
Tagesordnung: Postetat. Das noch zu erledigende Extraordinarium wird fast ohne Debatte genehmigt, desgleichen der Etat der Reichsdruckerei.
Es folgt die erste Lesung des Gesetzentwurfes betr. Abänderung des Bankgesetzes.
Staatssekretär Graf Posadowsky begründet die Vorlage. In seinen Ausführungen wendet er sich gegen das laut gewordene Verlangen nach völliger Verstaatlichung der Reichsbank. Politische Einflüsse würden da zu sehr mitspielen. Weiter spricht er gegen die Forderung nach einer noch weit über die Vorlage hinausgehenden Verstärkung des Aktienkapitals der Reichsbank.
Abg. Gamp (Rp.) will nur auf einige Punkte der Vorlage eingehen, bezüglich deren ein großer Teil seiner Freunde Aenderungen der Vorlage für nötig halte. Da erscheine zunächst die Erhöhung des Grundkapitals zu geringfügig. Die Reichsbank solle Handel und Verkehr die nötigen Betriebsmittel zur Verfügung stellen und somit einen übermäßige» Diskontfuß verhindern. Dazu genüge das vorgeschlagene Grundkapital nicht. Bestreiten müsse er, daß das Verbot des Getreideterminhandels in der Richtung gewirkt habe, daß um so mehr Barmittel im Getreidehandel absorbiert würden. Redner verlangt Erhöhung des Grundkapitals gleich um 80 Millionen und Steigerung des Reservefonds mit der Zeit auf 50 Prozent,
22. Besoldungen und Pensionen
23. Diäten und Gebühren
.21. Kapitalzinsen
In Gemäßheit des Art. 43 der Kreisordnung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Gießen, den 6. Februar 1899.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses des Kreises Gießen, v. Bechtold.
Deutsches Reich.
Berlin, 7. Februar. Der „Reichs-Anzeiger" widmet dem dahingeschiedenen Grafen Caprivi einen längeren Nachruf, in welchem zuerst seine Verdienste um Armee und Marine gewürdigt werden. Weiter heißt es, seine staatsmännische Thätigkeit gipfelte in dem Abschluß der Handelsverträge mit einer Reihe der bedeutendsten europäischen Staaten und in der Durchführung wirksamer Neuerungen auf dem Gebiete des Heerwesens. Sein gesamtes politisches und verdienstreiches Wirken während dieser Zeit objektiv zu würdigen, wird dereinst der Geschichtschreibung obliegen.
Berlin, 7. Februar. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, wurde der Oberpräsidialrat Dr. zur Nedden in Koblenz zum Regierungs-Präsidenten in Trier ernannt. Der Regierungs-Präsident v. Trott zu Solz zu Koblenz in gleicher Amtscigenschaft an die Regierung in Kassel versetzt und der Landrat Frhr. v. H ö v e l in Essen zum Regierungspräsidenten in Koblenz ernannt.
Berlin, 7. Februar. Die Budget- KomMission des Reichstages setzte heute die Verhandlungen beim Ordinarium des Militär-Etats fort. Bei der Forderung zum Ersatz kleiner Feuer- und Handwaffen erklärte auf eine Anfrage des Dr. Lieber der Kriegsminister von Goßler, daß die Absicht nicht bestehe, ein neues Gewehr einzuführen; ebensowenig beabsichtige man die Einführung einer neuen Munition. In dieser Beziehung seien wir durchaus allen
Auszug
eu8 der von Großh. Ober-Rechnungskammer abgeschlossenen Rechnung der Kreiskasse des Kreises Gießen für 1896/97.
Einnahme.
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Bekanntmachung.
Nachdem die Maul-und Klauenseuche zu Altenburg, Kreis Alsfeld, in dem Gehöfte des Pachters Engel and erloschen ist, wird die über dieses Gehöft angeordnete Sperre wieder aufgehoben.
Gießen, den 6., ggbr-uar 1899, GLößherzogliches Kreisamt Gießen.
—z/ v. Bechtold.
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1. der Kreiskasse Gießen 23336.76 v4L
2. dem Fonds zur Gewährung von Beihilfen an Angehörige der Reserve und Landwehr —
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Verbot an eine gewisse Höhe der Bankrate zu knüpfen, etwa an mindestens 4 Prozent. Unannehmbar sei ihm Artikel 6, wonach die Bankanteilinhaber Anrecht auf die neuen 30 Millionen Mark Anteilscheine haben sollen.
Abg. Büsing (nl.) erklärt, daß die große Mehrzahl seiner Freunde auf dem Boden der Vorlage stehe, ohne sich jedoch hinsichtlich aller Einzelheiten zu binden. Er selbst sei der Ansicht, daß die bisherige Organisation der Reichsbank sich vortrefflich bewährt habe. Im Mittelpunkt aller Klagen über die Reichsbank stehe der hohe Diskont. Aber dieser sei nun einmal eine unvermeidliche Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs. Der Vorschlag, den man gemacht, die Reichsbank solle auf Ausgabe von Gold eine Prämie legen, sei ganz unannehmbar. Die Verstaatlichungsidee müsse er zurückweisen, denn welches Risiko müßte dabei das Reich tragen, nicht nur in Bezug auf das eigene Kapital, sondern auch betreffs der Depots. Eine Verstaatlichung der Reichsbank, der Hüterin unserer Goldwährung, verbiete sich auch schon deshalb, weil sie als erster Schritt zur Doppelwährung angesehen werden würde. Der Erhöhung des Grundkapitals stehe er ganz kühl gegenüber. Was die Er- t Weiterung des Notenausgaberechts anlange, so empfehle es fliG^trZH-über 400 Millionen hinauszugehen, vielleicht bis = 500 Millionen ^-DürHaus geboten sei es, das jetzige Gesetz gleich auf 20 Jahre^l^sft^-L^ sich für die


