■Konzert
rvktorg H(
'erntet Wg,
bott $effeu.
(litüti): Monis ieitmlitt 1899.
«*■•#»<> ’stDUler |olie zu Mk. 0,50 in her
teouen. Sethofl 4 $11. 7858
’*r, 8. frfair 1900.
»ng.
den des KreffeS Gießen wember, mittags 1 Uhr, aratiou Bauer, Bahuhof- [7853] A.
m
das
am
aber wieder ihren Anfang neunen, roautag zwischen 2 und? Uhr le; die Mädchen können nach 8e- Uhr bis 5 Ujr finbd gemeinsame
l'inb in großer Zahl
* vchMG ^M.
Mgurrtz em. vmb bitten Km, en au\ bm Sonniagsom- M- woHtn.
entner * icl' ^ard.
,|e0mUW**K,m^ .skbästen zu
K-f*
Rt. 263 Zweites Blatt Mittwoch dm 8. November 1899
eit MmWk de« WMtefl
>« DK-rirer
■•rtat tan Änyiyr ■-chestttch fri-ermit tafdeft
Gießener Anzeiger
K,rug«prrl» vierteljährOÄ
2 Mark 20 Pf- monalttch 75 Pftz mit vringerlstz«.
©fi ’Voftbfjttf 2 Stark 50 P's ViertrliStzrlich.
lene*w< • Injeigen zu ta ne*«itta|l fftt tat X*g «schdnmdm ddummer Hf wem. M Uhr.
General-Anzeiger
KBe Anzrtgrn-Sermttcilmgsßear« bei In- nutz Kullesta Nehmen Nnzei.ren für tat Gießener Anzeiger aitygM
Anrts- unb Anzergsbl^tt für den Avers Greszen.
WtbehUn, epcbition und Druckerei:
>4«(fr«|e »r. 7.
1 — -> ~ __-- .2^-——- - - ■ » ---- -
Orsttsheilagen: Gießener FsmMendMer. Der hessische Lündwirt,
Klötter für hessische DolKsKuude.
■RBMBMMWMBMWMBJIMWII|I ■Wi1' Ifflll W'IWWIltHH' HI1UMIMIH1 Hill IKIH I xWtWWKWMBU JRIBWJMnU»a»—MBW
■SB-Ote
Adresse für Depeschen: A»zeiger Stig«.
Fernsprecher Nr. 51.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. November. Die Vorbereitungen für die Ankunft des Zaren werden so diskret betrieben, daß heute Mittag noch nicht einmal militärische Kreise verständigt waren. Im Stadtschloß zu Potsdam sind die von den Königinnen von Holland bewohnten Zimmer in demselben Stand geblieben. Ob aber der Zar dort absteigt, ist ungewiß. Diesbezügliche Befehle sind nicht ergangen. Wenn es hieß, daß der Zar am 7. November nach Berlin kommen werde, so liegt ein Mißverständnis zu Grunde.
— Auf ein Telegramm, in welchem die Errichtung eines Provinz-Ausschusses des deutschen Flotten-Vereins in Königsberg angezeigt wird, erwiderte der Kaiser telegraphisch dem Oberpräsidenten Grafen Bismarck, daß er die Hoffnung ausspreche, es möge mit Hilfe des deutschen Flotten-Vereins gelingen, das deutsche Volk immer mehr und mehr von der Notwendigkeit einer starken, seinen Interessen entsprechenden und ihm zum Vorzüge gereichenden Flotte zu überzeugen. Ganz besonders habe es seinem Herzen wohlgethan, daß die Provinz Ostpreußen, trotzdem ein großer Teil ihrer landwirtschaftlichen Bevölkerung mit bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen habe, in altbewährter Treue, wenn es das Wohl des ganzen Vaterlandes gelte, mit freudigem Herzen Opfer zu bringen bereit sei, wie sie einst Vorbild war in schwerer Zeit zu Anfang des Jahrhunderts.
— Dem „Lokal-Anzeiger" zufolge ist das Befinden der Kaiserin noch immer nicht ganz befriedigt.
— Staatssekretär Podbielski ist von seiner Reise nach Süddeutschland heute hierher zurückgekehrt.
— Regierungs-Referendar v. Kayser ist nicht, wie verschiedene Blätter mitteilen, auf seinen Antrag, sondern auf Grund des Disziplinar-Gesetzes vom Finanzminister und Minister des Innern aus dem Dienst entlassen worden.
— Wie uns aus Köln telegraphiert wird, teilte Bischof Sim ar dem Kölner Metropolitankapitel mit, er könne die Wahl zum Erzbischof von Köln nur annehmen, wenn er durch ausdrücklichen Wunsch oder Befehl des Papstes dazu bestimmt werde. Es widerstrebe seinem Gewissen ebenso sehr wie seinem Herzen, die Diöcese Paderborn zu verlassen, wo ihm vom Klerus und Volke so viel Vertrauen und Liebe entgegengebracht worden sei, um die Last eines anderen Wirkungskreises zu übernehmen, von der er fürchten müsse, daß sie für seine Schultern zu schwer (ei. — Das Kölner Metropolitankapitel berichtete auch bereits in diesem Sinne an den Papst über das Wahlergebnis.
— Die Staats-Ministerial - Sitzung am Samstag dauerte von 3 bis nach 7 Uhr. An der Sitzung nahmen auch die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Tirpitz teil. Der letztere legte in längerem Vorträge die Grundzüge der Marine-Vorlage dar, welche demnächst dem Bundesrat zugehen soll.
— Finanzminister Miquel machte am gestrigen Sonntage dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe einen Besuch und verweilte bei ihm über zwei Stunden.
— Gegenüber fortgesetzt irrigen Angaben ist die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in der Lage, nochmals auf das bestimmteste zu versichern, daß Staatssekretär von Bülow den von ihm in der Samoafrage von Anfang an eingenommenen Standpunkt, wie man ihn aus seinen Erklärungen vor dem Reichstage kennt, während der ganzen Dauer der schwebenden diplomatischen Verhandlungen sestaehalten hat und demgemäß jetzt sowenigalsfrüher gewillt ist, die d e utsch e Stellung inSamoa aufzugeben. „ t
— Wie das „Berl. Tageb.l" meldet, wurde m Dr es d e n der antisemitische Schriftsteller Alexander iöald auf Grund eines vom Staatsanwalt in Hamburg wegen nicht unbedeutender Wechselfälschungen und Unterschlagungen gegen denselben erlassenen Steckbriefes verhaftet.
Hamburg 6. November. Der Hamburger Verein Lothes Kreuz" hat bisher 44 500 Mk. für die Opfer des südafrikanischen Krieges zusammengetragen.
Weimar, 6. November. In der Eröffnungssitzung des Landtags interpellierte Abgeordneter Vau- be-ft (Sozialist) die Regierung, aus welchen Gründen sie bet Zuchthausvorlage im Bundesrat zustimmte.
Karlsruhe, 6. November. Die zukünftige Kammer 'toi rb folgende Zusammensetzung haben: 24 Nationalliberale, 22* Zentrum, 7 Sozialdemokraten, 5 deutsche Volksparteiler,
2 Freisinnige, 1 Wilder (der aus der konservativen Partei ausgeschiedene Bauunternehmer Kirchenbauer), 1 Antisemit und 1 Konservativer.
Stuttgart, 6. November. Der frühere Regierungspräsident Lutz, Landtagsabgeordneter für Nagold, ist g e st o r b e n.
Ausland.
Wien, 6. November. Die bevorstehende Vermählung des österreichischen Thronfolgers. Nachdem in den letzten Tagen die Gerüchte über die künftige Vermählung des Erzherzogs Franz Ferdinand mit der Gräfin Chotek dementiert worden waren, scheint jetzt die Angelegenheit eine sensationelle Wendung nehmenzn wollen. Der „B. L.-A." erhält aus Budapest darüber folgendes Privattelegramm: Aus Ecska, der Besitzung des Grafen Harnoncourt, wo der Thronfolger Franz Ferdinand seit längerer Zeit, angeblich zur Jagd, sich aufhält, kommt heute die sensationelle Nachricht, daß er dort in aller Stille mit der Gräfin Sofie Chotek in den nächsten Tagen getraut wird. Der Erzherzog traf in Ecska in strengstem Jncognito ein, brachte aber trotzdem einen ganzen Waggon Gepäck, darunter zahlreiche Koffer, mit. Der Csanader Bischof Dezseffy wurde telegraphisch hinbestellt. Der Bischof traf heute in Ecska ein und soll die Trauung vornehmen. Die Gräfin Chotek wurde bisher von niemand gesehen, doch will man wissen, daß sie bereits dort sei. Sie sei per Bahn gekommen, aber eine Station früher ausgestiegen und habe sich von da per Wagen nach Ecska begeben, wo sie nur mit der Gräfin Hardegg, der Schwester des Schloßherrn, verkehrt. Der Schloßdienerschaft ist bei Entlassung verboten, mit jemand zu sprechen. Ecska ist ein rumänisches Dorf mit 3000 Einwohnern an der Station Großbecskerek.
Wien, 6. November. Gerüchtweise soll die Vermählung der Erzherzogin Elisabeth, Enkelin des Kaisers, mit dem Herzog Ullrich von Württemberg im Januar stattfinden.
Wien, 6. November. In der heute abgehaltenen Abgeordnetenhaus-Sitzung gab Graf Clary bei den Debatten über § 14 die Erklärung ab, daß die Regierung dem Anträge auf Aufhebung des § 14 nicht zustimmen könne, weil dieser Paragraph sich bei Gewährung staatlicher Unterstützung aus Anlaß von Notständen oder bei Staatsbeiträgen zu dringenden gemeinnützigen Arbeiten wiederholt als äußerst förderlich erwiesen habe. Die Regierung stehe indes nicht an, neuerdings zu erklären, daß sie von dem ihr durch die gesetzlichen Bestimmungen vorgezeichneten Wege unter gar keinen Umständen abweichen werde.
Wien, 6. November. Um einer eventuelleu Auflösung des Reichsrathes vorzubeugen, beabsichtigt, wie verlautet, die Parlamentsmajorität eine Wahlreform-Vorlage einzubringen, welche sich im Wesentlichen auf die Taaffe'sche Wahlreform beschränkt.
— Die Gerüchte, der König von Serbien habe um die Haud der Erzherzogin Elisabeth, der Tochter der Kronprinzessin Stephanie angehalten und einen abschlägigen Bescheid erhalten, wird von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet.
Graz. 6. November. Die Abgeordneten Hagenhofer und Kaplan Dufak, welche in einer Versammlung heftig gegen die Sozialdemokraten sprachen, wurden von letzteren überfallen und arg mißhandelt und konnten nur mit Mühe von der Polizei befreit werden.
Budapest, 6. November. Im Abgeordnetenhause tritt mit Bestimmtheit das Gerücht auf, daß die Civilliste des Kaisers in nächster Zeit um eine Million erhöht werden soll.
Budapest, 6. November. Gestern abend fanden vor dem Palais des Ministerpräsidenten wiederholt Demonstrationen statt, an welchen sich auch Studenten und viele andere Persönlichkeiten beteiligten. Die Polizei mußte energisch einschreiten und viele Verhaftungen vornehmen.
Rom, 6. November. In vatikanischen Kreisen kursiert das Gerücht, Kaiser Franz Josef habe dem Papst geschrieben, damit dieser den Nuntius in Brüffel anweise, am Hofe gegen die Wiedervermählung der Kronprinzessin Stefanie zu arbeiten. Der Papst soll der Bitte des Kaisers willfahrt haben.
Paris, 6. November. Der französische Admiral Cour- rejles begegnete bei den Grenz-Regulierungen bei dem Kuangtschou-Wall, welche er mit dem chinesischen
General Son durchführte, solchen Schwierigkeiten seitens des Vizekönigs, daß der Marineminister demgegenüber nachdrückliche Unterstützung der französischen Forderungen anordnete.
Paris, 6. November. Der bekannte seines Amtes entsetzte Richter Grosjean hat sich nunmehr dem Studium der Medizin gewidmet.
Paris, 6. November. Paul de Cassagnac veröffentlichtheute in der „Aurore" einen heftigen Artikel gegen die Engländer wegen des von ihnen benützten Sprengstoffes Lyddit. In dem Artikel wird vorgeschlagen, die Buren sollten für jeden mit Lyddit Getöteten zwei Engländer an einem Baume aufhängen.
Paris, 6. November. Die Strafkammer verhandelte gegen Esterhazy wegen Betrugs an seinem Vetter Christian. Mehrere Briefe Esterhazys wurden vorgelegt, worin er dem Vetter eine reiche Heirat verspricht und ihm raffinierte Ratschläge dazu gibt. Schließlich wurde Esterhazy in contumaciam zu 3 Jahren Gefängnis, einer Geldstrafe von 500 Frs. und Ersatz der unterschlagenen 30000Frs. v erurteilt.
Lokales und VrovinsteUes.
* Gießen, den 7. November.
** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 225 Jahren, am 8. November 1674, starb zu Bunchill der engUsche Dichter John Milton, besonders berühmt durch bte (SpopSe „Paradise lost“ (DaS verlorene ParadteS), worin er den Sündenfall der ersten Menschen, schildert, durch den alles Unheil in die Welt gekommen sei. Mtltor^. wurde am 9. Dezember 1608 zu London geboren.
♦* In 15 Tagen 8 Feiertage! Der Schluß des alten und Anfang des neuen Jahres wird uns eine außerordentlich feiertagsreicheZeit bringen. Da der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt, so schließen sich diesem Festtage der Montag und Dienstag als erster und zweiter Weihnachtsfeiertag an, welchem bei einem großen Teil der Bevölkerung gewissermaßen als historische Ueberlieferung der dritte Weihnachtsfeiertag folgt. Nach drei Werktagen folgen dann wieder zwei Festtage: Sonntag und Montag als Neujahrsfest. Der folgende Dienstag bringt das hie und da übliche sogenannte Laufneujahr, und vier Tage darauf ist wieder Sonntag. Es sind demnach in 15 Tagen acht Feiertage, und selbst wenn man den sogenannten dritten Weihnachtsfeiertag und das Laufneujahr in Abrechnung bringt, bleiben noch 6 Feiertage übrig. Das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahr empfiehlt sich also auf das Beste.
* * •
•* Zur Landlagswahl schreibt der „Darmst. Tägl. Anz.": Am Mittwoch dem 8. November findet in 25 Wahlkreisen unseres Großherzogtums die Wahl der Wahlmänner statt. Bei der Bedeutung der dem kommenden Landtag gestellten Aufgaben — wir erinnern nur an die Kommunalsteuerreform, die Volksschulkosten, zahlreiche, die Interessen der einzelnen Wahlkreise unmittelbar berührende Bahnprojekte — ist die Wahl von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir dürfen daher von unseren Parteigenossen erwarten, daß sie ihre Wahlpflicht erfüllen werden. Ueberall hat die Sozialdemokratie ihre Kraft aufs äußerste angespannt, um die minder eifrigen bürgerlichen Parteien aufs Haupt zu schlagen. Anstrengung auf unserer Seite ist demnach doppelt geboten. Unsere Vertrauensmänner in den einzelnen Wahlkreisen haben es sich daher angelegen sein lassen, die Wahlthätigkeit anzuregen, und haben vielfach beschlossen, zur Bekämpfung der gemeinsamen sozialdemokratischen Gefahr ein Zusammengehen der bürgerlichen Parteien herzustellen, wie es der Lage entspricht. Wir fordern unsere Parteigenossen auf, sich derartigen Beschlüssen zu fügen, und einheitlich und geschlossen für die Kandidaten der bürgerlichen Parteien, sei es bei der Wahlmännerwahl, sei es bei der Hauptwahl, einzutreten. Jede Stimmenzersplitterung ist vom Uebel und kommt nur dem Gegner zustatten. Mögen die politischen Parteien auch sonst getrennt marschieren, wo es die Abwehr gegen eine so dringende Gefahr wie die sozialdemokratische gilt, ist es Pflicht der bürgerlichen Parteien, geschlossen für die gemeinsamen Kandidaten einzutreten. Wird diese Wahrheit beherzigt, so wird der Erfolg unser sein, die entgegengesetzte Haltung führt zur Niederlage. Wir erwarten von der politischen Einsicht der Wähler, daß unser Weck- und Mahnruf nicht ungehört verhallen werde. Wähler! Vereinigt Euch bei der bevorstehenden Wahl mit den Gleichgesinnten und Ihr werdet siegen!


