Ausgabe 
8.10.1899 Erstes Blatt
 
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Darmstadt, 5. Oktober. Ihre

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Annerod, am 7. Oktober 1899. Großh. Ortsgericht Annerod.

»al im Koupletvortrag zu zeigen. Herr Wilhelmi.

Angebote wolle man an den Unterzeich­neten richten.

Gießen, 7. Oktober 1899.

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Frankfurt a. M., 5. Oktober. Die beanstandete Ziehung der Pferde-Lotterie wurde heule durch das Polizei­präsidium für giltig erklärt. (Vergl. gestrige Nr. des G. A.")

rade jetzt gern den Tempel der Schöpfung, und versteht die herbstlichen Schönheiten der Natur. Das Auge erfreut sich an der Mannigfaltigkeit der in verschiedenen Schattierungen sich färbenden Blätter; den Rosenduft ersetzt der zarte, würzige Geruch des reifenden Obstes. Große Reinheit der Atmosphäre ist ein besond rer Vorzug der ersten Hälfte des Herbstes. Darum ist keine Zeit zum Wandern so geeignet, wie die jetzige. Benütze daher ein jeder, der Zeit dazu hat, die freundlichen, angenehmen Herbsttage zu Wande­rungen. Freuen wir uns des Lebens und der Natur, so lange uns das im Freien noch möglich ist! Nur zu bald tritt ein Umschlag im Wetter ein, und dann denken wir mit Wehmut der Zeiten, in denen wir noch Ausflüge machen, den Blick in die Ferne schweifen lassen konnten.

* »

Zur Beachtung.' Wir verfehlen nicht, unsere Leser auf die in der heutigen Nummer enthaltene Bekanntmachung Großh. Polizeiamtes hinsichtlich der Regelung des Ver­kehrs über die Brücke in der Moltkestraße besonders aufmerksam zu machen. Wir erwarten, daß die verehrl. Leser unseres Blattes dieser Bekanntmachung ihre Beachtung schenken mögen, da es sonst wohl nicht anders angängig sein würde, daß die fragl. Straße dem öffentlichen Verkehr sonst ganz entzogen werden würde.

** Mufik. Mit dem morgenden Tage beginnen die Winter-Konzerte unserer Militärkapelle in Steins Garten. Meister Krauße hat es immer verstanden, seine Kapelle auf der Höhe der Zeit zu halten Jetzt hat die Kapelle wieder eine neue Solokraft in der Person des Lellolisten Kämmerer (Schüler des Konservatoriums in Sondershausen) gewonnen. Bei der Beliebtheit der Kapelle ist es überflüssig, unseren Lesern den Besuch der Konzerte Noch besonders zu empfehlen.

** Vorträge. Auf das Inserat des A u g u st a V i c t o r i a * Töchter-Instituts in heutiger Nummer aufmerksam machend, weisen wir auch an dieser Stelle auf die in Aus­sicht stehenden Vorträge über Kunst-, Weltliteratur- und Kirchengeschichte noch besonders hin. Im Gegensatz zu den Vorträgen in früheren Jahren sind dieselben jetzt nur für die Zeit der Wintermonate in Aussicht ge­nommen. Derartige Vorträge haben in fast allen Uni­versitätsstädten lebhaften Anklang gesunden und steht zu erwarten, daß bei der allgemeinen Beliebtheit der Herren Vortragenden, dieselben auch bei uns im kommenden Winter recht viele Teilnehmerinnen finden werden, um so mehr, als die Bedingungen hierfür überaus günstig gestellt sind, und weitesten Kreisen zusagen dürsten. Wir bemerken noch, daß Bedingungen, Einteilung der Vorträge sowie Anmelde­liste in der Ricker'schen Buchhandlung, Südanlage Nr. 5, ausliegen. Ueber die Vorträge selbst werden wir stets ein­gehend berichten.

** Aus dem Theaterburean. Morgen (Sonntag) findet die erste Possenaufführung statt, und hat die Direktion hierzu eine der schönsten, nämlich denStabstrompeter", gewählt In dieser Posse vereinen sich komische Situationen, zündende Kouplets und vor allem eine reizende Musik, so­daß sich diese Posse der größten Beliebtheit bei denen er­freut, die gerne lachen und sich amüsieren wollen. Die Partie des Konditors, späteren Rentiers Mampe, liegt, in Händen des Direktors Helm, die Titelrolle spielt Herr Steinert. Den beiden Soubretten, Frl. Eichenwald und Frl. Berken, sowie auch Frl. Kugler ist Gelegenheit gegeben, sich dies-

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Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Meßen.

Aufgebote.

Oktober. 2. Philibert Meyer, Knecht zu Gießen, mit Katharine Grömbach Hierselbst. 3. Ludwig Theodor Martin Georg Geismar, Hallenmeister dahier, mit Elise Georgine Dorothea Luise Möser hterselbst. 3. Karl Koob, Taglöhner dahier, mit Anna Becker Hier­selbst. 5. Johann Adam Kaffenberger, Schutzmann zu Worms, mit Katharine Cordcenz Ewald zu Frankfurt a. M. 5. Adam Stephan Hopfeld, Hausdiener dahier, mit Marie Antonie Nosthart zu Werne. 5. Karl Färber, Wirt zu Pfungstadt, mit Marte Eva Geist, Dienst­magd daselbst.

Eheschlietzungen.

September. 30. Georg Meininger, Wagenwärter dahier, mit Franziska Keßler hierseldft. 30. Johann Justus N-imherr, Regierungs­assessor zu Darmstadt, mit Anna Elisabeth Haller Hierselbst. 30. Georg Jakob Reichwein, Taglöhner dahier, mit Margarete Launspach Hier­selbst. Oktober. 3. Wilhelm Georg Karl Adolf Albert Wagner, Apothekenbesttzer zu Beulhen in Oberschlesten, mit Minna Johanna Mathilde Hermine Carola Charlotte Myltus Hierselbst. 3. Christian Melchior Martin Rain, Bahnarbeiter zu Gießen, mit Bertha Marie Friederike Lewerenz Hierselbst.

Geborene.

September. 23. Dem Wirt August Felfing ein Sohn. 26. Dem Schlosser Alberl Schnabel ein Sohn, Karl Hermann. 28. Dem Hllfsbremser Michael Synowzik ein Sohn, Gottlieb Karl Ernst. 28. Dem Eisenbahnschaffner Johannes Dechert eine Tochter, Marte Emilte. 28. Dem Schlosser Georg Schmidt IV. ein Sohn. Oktober. 1. Dem Schuhmacher Johannes Jakob ein Sohn, Heinrich. 3 Dem Kapellmeister Paul Polster eine Tochter, Margarete Elisabeth 5. Dem Krankenkasse-Kontrolleur Georg Beckmann eine Tochter.

Gestorbene.

Oktober. 3. Jobanna Pohlmann, 1 Jahr alt, Tochter von Fuhrunternehmer Wilhelm Pohlmann Hierselbst. 4. Wilhelm Schreiber, 54 Jahre alt, Knecht zu Hammermühle bei Braunfels. 4. Jakob Höres, 36 Jahre alt, Taglöhner von Rödgen. 4. Philipp Nickel, 70 Jahre alt, Wagner von Baumbach. 5. Margarete Becker, geborene Göbel, 78 Jahre alt, Witwe von Privatmann Johannes Becker V. dahter.

Versteigerung.

Dienstag, den 10. Oktober, nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Baarzahlung:

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-r heutige Tag an dey l' 9'lt, wie von unter- Vermeidung der sseind- iffai. In den letztere» : Vermittelungs-

Hn. MM, als Schrfii- :nGhp", ist gestern vor interviewt worden. Sie ilt werden, obwohl keine Die Regierung wolle ) in Paris befinde, e Ausstellung besucht, is" versichert, daß gestern )nd waren, daß aber der irückbehalten hat, als da­nn ihm bekannt gegeben i einer gewißen Mbame er Grchean be/reunbete»

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ein Einvernehmen zustande gekommen sein wird, die jetzige Parlaments-Session zu schließen und die neue Reichstags- Session auf den 18. Oktober einzuberufen beabsichtige. Wre dieReichswehr" erfährt, wurde in der gestrigen Unter­redung des Grafen Bülow mit dem Grafen Goluchowskh auch die Haltung Deutschlands und Oesterreich Ungarns in der Transvaal.Frage berührt und eine vollständige Ueber- einstimmung festgestellt.

Laibach, 7. Oktober. Zwei deutsche Studenten wurden gestern von slowenischen Studenten und einer größeren Volksmenge auf offener Straße überfallen und mißhandelt. Die deutschen Studenten konnten nur durch ein starkes Polizei-Aufgebot aus den Händen der wütenden Slawen befreit werden.

Pilsen, 7. Oktober. Ein hier erscheinendes Tschechen­blatt läßt sich aus Wien melden: Statthalter Graf Couden- hove beriet gestern mit den Ministern Graf Clary und Dr. Körber wegen Ergreifung scharfer Maßregeln gegen­über den von den Tschechen angekündigten Kundgebungen bei Aufhebung der Sprachenverordnungen. In Prag und allen tschechischen Städten soll Militär aufgeboten und wo keine Garnison ist, Militär dorthin abgesandt werden.

Transvaal.

Johannesburg, 7. Oktober. Die Zahl der kampfbereite» Buren beträgt im Ganzen 30000. Die Buren des Frei­staates sind ebenfalls eingctroffen. Die Straßen der Stadt werden von Patrouillen durchzogen. Die Kaffern haben be­reits eine Anzahl Weiße an der Grenze des Zululandes angegriffen und ermordet. Die Buren haben Polizei nach den bedrohten Ortschaften gesandt.

London, 7. Oktober. Salisbury traf hier ein, ebenso der Schatzkanzler. Auch Chamberlain wird im Kolonialamt erwartet. In Plymouth angekommene Flüchtlinge aus Jo­hannesburg, meist Minenarbeiter, sprachen ihre Ueber- raschung darüber aus, daß die Feindseligkeiten noch nicht begonnen haben, da die Buren kampflustig und siegesgewiß feien. Nach einem Telegramm aus Kapstadt ist Oberst Schiel mit einem starken Detachement von deutschen Korps und einer Sektion von Randburen nach Standerton ab­marschiert, um sich den verschiedenen Freistaat-Korps anzu- schließen.

London, 7. Oktober. Lord Salisbury hatte sofort nach seinem Eintreffen im Ministerium des Auswärtigen eine längere Konferenz mit dem französischen Botschafter, worauf er zwei Stunden mit dem Minister des Kolonialamtes konferierte.

London, 7. Oktober.Daily Mail" erklärt, sie habe sich an das Kolonial-Ministerium gewandt, um zu erfahren, ob -es richtig sei, daß Transvaal ein Ultimatum gesandt habe. Die Nachricht wurde dem Blatte weder bestätigt, noch in Abrede gestellt.

Durban, 7. Oktober. Der erste Minister von Natal ist nach Prätoria abgereist, um mit dem Präsidenten Krüger eine letzte Unterredung zu haben und ihn zu bewegen, die verlangten Zugeständniffe an England zu machen.

New Castle, 7. Oktober. Meldungen aus Johannesburg zufolge wurde der Engländer Robertson, welcher Soldaten für die englische Armee anwarb, vor ein Kriegsgericht gestellt. Derselbe soll heute erschossen werden.

Arbeiterbewegung.

Paris, 7. Oktober. Der Besitzer der Werke von La Creuzot, Schneider, reiste nach Paris ab und ver­pflichtete sich nach einer Unterredung mit Waldeck Rousseau schriftlich zur Annahme des Schiedsspruches. Heute empfängt Waldeck-Rousseau die Delegierten der Ausständischen, darunter den Deputierten Viviani. Die Entscheidung dürfte am Dienstag gefällt werden.

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Gießen, 7. Oktober 1899.

Es ist eine bekannte Thatsache, daß unsere Stadtvertretung in den letzteren Jahren bestrebt ist, schöne, breite ^Straßen in dm neuen Vierteln Gießens anzulegen. Die Bewohner der Altstadt sind aber gleichfalls Freunde des Lichtes und wären der Stadtvertretung sehr zu Danke verpflichtet, wenn die engen Gassen und alten Gebäude bet gebotener Gelegenheit vom Erdboden verschwinden würden. Eine solche Gelegenheit ist nun für die Marktstraße vorhanden, da das alte Gebäude des Herrn Wildprethändlers Ebel abgeriffen und durch ein neues ersetzt werden soll. Würde es nicht bester und für die Anwohner angenehmer sein, wenn die Stadt den Grund und Boden käuflich erwirbt, um dadurch einem Bedürfnis abzubelfen, die Hand zu bieten, und eine enge, schmutzige Gasse zu einer schönen, gangbaren Straße zu machen.

Viele Bürger der Marktstraße und Neustadt.

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Die Expedition des »Gießener Anzeiger^.