erst Abstimmung über eine Erweiterung des Friedhofes. Was die Pietät betreffe, so sei er der Meinung, daß die Gemeinde hierin nicht weiter zu gehen brauche, als die Hinterbliebenen selbst, und in dieser Hinsicht ergebe der Augenschein, daß auf den für die Wiederbelegung vorgesehenen Gräberfeldern an den meisten Gräbern keine Spur von Unterhaltung sich zeige. — Herr Wallenfels äußert Bedenken hinsichtlich des Geländeerwerbes. — Es wird beschlossen, demjenigen Teile de- Kommissionsantrages zuzustimmen, nach welchem von einer Erweiterung des alten Friedhofes abgesehen werden soll.
Die vorliegenden Gesuche um Erteilung der Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb werden befürwortet. Die Gesuchsteller sind: Franz Vahlert (für das Haus Klinik- straße 24), Johannes Sick (für das Haus Hammstraße 7) und Conrad Müller Ehefrau (für das Haus Bahnhofstraße 48).
Lokales und Proviltzieitrs.
Nidda, 3. April. Gestern wurde im Bahnübergang bei Dorheim ein 14jähriger Junge überfahren, welcher, jämmerlich verstümmelt, gleich darauf starb. Der Junge war taubstumm, der Lokomotivführer gewahrte ihn zu spät, und konnte den Zug nicht mehr bremsen. Es ist dem Führer des Dampf- wagens keine Schuld beizumessen.
-p Nidda, 6. April. Ein Wohlthätigkeits-Kon- z e r t wird nächsten Samstag abend zum Besten des Vereins „Krankenpflege" im „Gambrinus" dahier stattftnden. Der edle Zweck und der nach dem reichhaltigen Programm zu erwartende Kunstgenuß dürften zahlreiche Zuhörer herbeiführen. — Die auswärtigen Aktionäre unsres Vorschuß- und Kreditvereins seien darauf aufmerksam gemacht, daß am 14. l. Mts., abends im Gasthaus „zur Traube" die diesjährige General-Versammlung stattfindet und der Geschäftsbericht rc. bei dem Rechner dermalen offen liegt.
t* Nach einer dem „Wetzl. Anz." aus zuverlässiger Quelle gewordenen Mitteilung hat der Wirte-Vereiu für Wetzlar und Umgegend in seiner gestrigen Versammlung, veranlaßt durch die in letzter Zeit vorgekommenen Ausschreitungen gegen die Wirte wie auch gegen Sicherheitsbeamte, den Beschluß gefaßt, die Namen der als Raufbolde notorisch bekannten Persönlichkeiten seinen Mitgliedern mitzuteilen und solchen unnachsichtlich den Aufenthalt in ihre« Lokalitäten zu verweigern.
tt Zu Kunstbestrebungen in Darmstadt schreibt man der „Köln. Ztg.": Der junge Großherzog vonHessen ist bekanntlich ein großer Freund der schönen Künste und ein feinsinniger Kunstkenner. Viele Reisen des Fürsten nach München und anderen Kunstcentren galten lediglich der Befriedigung seines Kunstbedürfnisses und dem Besuche von Künstlerwerkstätten. So unternahm er erst in allerjüngster Zeit wieder einen Ausflug nach Florenz und anderen italienischen Städten zur Besichtigung der dortigen Kunstschätze. ; Neben der eigentlichen Kunst findet insbesondere die ange- i wandte Kunst, das sogenannte Kunstgewerbe, in dem Großherzog Ernst Ludwig einen eifrigen Förderer und Beschützer. Eine im verflossenen Herbst hier unter seinem Protektorat veranstaltete Ausstellung auf diesem Gebiete bot sehr Hervorragendes und erregte in weiten Kreisen das größte Interesse, sodaß in Bälde eine zweite derartige Ausstellung in Darmstadt stattfinden soll. „Kunst bringt Gunst" ist ein sehr bezeichnender Wahlspruch des Großherzogs, den er in einer gelegentlich eines Wohlthätigkeitsfestes zu gunsten der
Vermischtes.
e Frankfurt a. M., 5. April. In künstlerischen Kreisen hat man sich darüber gewundert, daß von Seiten der Stadt Frankfurt keine Schritte geschehen seien, um Hans Thoma unserer Stadt zu erhalten. Es ist aber in dieser Beziehung nichts versäumt worden. Herr Oberbürgermeister Ad ick es hat sofort nach dem Eintreffen der Nachricht von der Karls-
durch pikante Effekte und originelle Travestie zu wirken suchte. Die historische Oper fand einen begabten Vertreter in Meyerbeer (1791—1864), in dessen Opern „Die Hugenotten", „Der Prophet", „Robert der Teufel" u. s. w. durch starke Effekthascherei die künstlerische Wirkung beeinträchtigt wird. In Richard Wagner (geb. 22. Mai 1813 in Leipzig, gest. 13.Februar 1883 in Venedig) erstand der Musik ein Reformator von gewaltiger Bedeutung, der durch seine Wirksamkeit ihr die Priorität über die anderen Künste für unser Jahrhundert sicherte. Er ist der Schöpfer des Ton- dramas, in welchem alle Künste sich zur höchsten Entfaltung ihrer Macht und Schönheit verschmelzen sollten. Lange verspottet und angefeindet als Prophet der „Zukunftsmusik", brach er seinen Werken endlich doch Bahn, thatkräftig unterstützt durch Franz Liszt (1811—1886), den von ganz Europa verherrlichten Virtuosen, dessen große symphonische Dichtungen ihm auch als Komponist unvergänglichen Ruhm erwarben. Von den deutschen Tonkünstlern seien außerdem noch rühmend genannt: Flotow, Silcher, Robert Franz, der Walzerkomponist Strauß, die Sinfoniker Brahms und Bruckner, ferner Rubinstein, Goldmark u. s. w.
Die französische Musik und Oper nahmen seit Beginn unseres Jahrhunderts ebenfalls einen bedeutenden Aufschwung. In Paris wirkte der italienische Künstler Cherub in i (1760 bis 1842), dessen Oper „Die Wasserträger" sich noch jetzt auf dem Repertoire behauptet. Neben ihm stehen B o i l d i e u (1775 bis 1834), dem wir den „Kalif von Bagdad", „Die weiße Dame" und „Johann von Paris" verdanken; ferner nennen wir Mshul („Joseph in Aegypten"), den ebenfalls aus Italien stammenden Spontini (1774—1851), Hörold, A uber, (1782—1871): „Stumme von Portici"), Gounod (Faust), B i z e t (Carmen), B e r l i o z u. s. w. Die italienische Oper brachten Rossini (1792—1868) und dessen indirekte Schuler Donizettr und Bellini (1802—1835) wieder zur Geltung, Rossini vor allem durch die beliebten Opern „Tell" und „Der Barbier von Sevilla". Außer ihm beansprucht der im Stil sich stets wandelnde und bei unverkennbaren Einflüssen doch stets originell bleibende Verdi („Der Troubadour") besondere Bedeutung. Neuerdings gewannen einige jüngere italienische Meister, Anhänger der realistischen Richtung, in der Fremde einen Namen: Mascagni und Leoncavallo.
(Schluß folgt).
| Penstonsanstalten deutscher Journalisten und Schriftsteller I sowie der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger heraus- I gegebenen Festschrift als faksimiliertes Autogramm veröffent- I liehen ließ, und diesem Wahlspruch hat der kunstsinnige Fürst | sehr häufig Ausdruck verliehen, was ihm wiederum die begeisterte Verehrung der Künstler sichert. Es ist nun schon
I längst ein brennender Wunsch des fürstlichen Mäcens, daß I in Bezug auf die Kunst in seiner Residenz immer mehr ge- I schehe, und geht sein Bestreben dahin, namhafte Künstler zu I dauerndem Aufenthalt hierher zu ziehen. Zur Förderung I dieses Zweckes beabsichtigt der Großherzog, wie der „Köln. I Ztg." bereits anfang Oktober 1897 geschrieben wurde, auf I der sogenannten „Mathildenhöhe", einem innerhalb der I Stadt liegenden großherzoglichen Park, der jetzt teilweise zu I einem Villenquartier umgewandelt wird und auf dessen I höchster Stelle der Kaiser von Rußland eben eine Kapelle I für seinen Privatgebrauch erbauen läßt, ein großes Atelier- I Gebäude zu errichten, in welchem eine Anzahl von dem I Großherzog persönlich zu berufender Künstler ihre Arbeits- I statte finden könnte. Dieser Plan erfuhr mit der Zeit eine I bedeutsame Präzisierung. Dem scharfen Blick und der seltenen I Einsicht in das Wesen und die Richtung der neuzeitlichen I Kunstentwicklung, welche den hohen Herrn auszeichnen, konnte | es nicht entgehen, daß der Schwerpunkt sich in dem modernen I bildnerischen Schaffen mehr und mehr nach der Seite der angewandten und dekorativen Künste hin verschob. Die kunstgewerbliche Abteilung auf der Darmstädter Kunstausstellung im verflossenen Herbst hatte es, wie die zu München, Berlin und Dresden, deutlich dargethan, daß das Kunsthandwerk in Deutschland unter der Einwirkung hervorragender und eigenartiger Künstler im Begriffe stehe, einen mächtigen Aufschwung zu nehmen und sich statistisch neu zu entfalten. In einer von dem Darmstädter Kunstverleger
I Alexander Koch ausgehenden Denkschrift, die dem Großherzog unterbreitet und auch an die Mitglieder der Regierung, der Landstände sowie an andere einflußreiche oder kunst- verständige Persönlichkeiten versandt wurde, ist nun dar- I gelegt, wie günstig gerade der jetzige Zeitpunkt sei, um Darmstadt durch Errichtung zweckdienlicher Werkstätten einen wichtigen Teil des in der Entwicklung begriffenen Kunstlebens gewerblicher und dekorativer Richtung zuzuführen. Außer München gibt es für diese so mächtig aufblühende Kunst, die, wie das Beispiel von England, Belgien, Holland und Frankreich zeigt, schon in naher Zukunft eine große Rolle im Leben der Nation spielen wird, keinen Mittelpunkt. I Wer hier rechtzeitig den maßgebenden Künstlern und den I jüngern Talenten, die sich ausbilden wollen, das bietet, was I sie suchen, der wird eine Einrichtung von bleibendem Werte I und großer idealer und materieller Nützlichkeit gewinnen. I Da nun an hervorragende Talente, welche die neuzeitliche I Bewegung in den angewandten Künsten hervorhebt, sehr I schnell von den verschiedensten Seiten verlockende Anerbie- I tungen herantreten, so drängle hier, wenn man sich nicht I von anderer Seite zuvorkommen lassen wollte, die Notwen- I digkeit zu raschem und entschiedenem Handeln dahin, die I Fertigstellung eines Atelierhauses nicht erst abzuwarten, I sondern provisorische Ateliers einzurichten, die bereits zum I 1. Juli d. I. von den berufenen Künstlern bezogen werden. I Diese sind: Hans Christiansen, bisher in Paris, der so eben I im hiesigen Gebäude der Zentralstelle für die Gewerbe eine I hochinteressante Ausstellung von etwa 400 Originalentwürfen I dekorativer Art eröffnet hat. Der norddeutsche Künstler I zeigt sich uns hierin geradezu als ein Genie, er weiß sich I von der hergebrachten Schablone ebenso freizuhalten wie I von den bizarren Auswüchsen der „Allerjüngsten". Beson- I ders wirkungsvoll sind seine Entwürfe für Opaleszentver- I glasung in ihrer leuchtenden Farbenpracht und die feine I Zusammenstellung. Es ist sehr erfreulich, daß dieser aus- I gezeichnete-Künstler, der zr den hervorragendsten Mitarbeitern I der „Jugend" gehört, nunmehr für Darmstadt gewonnen I ist. Als Ziseleur und Medailleur wurde Rudolf Bosselt I aus Frankfurt am Main, bisher gleichfalls in Paris ge- I Wonnen, für ganze Innenausstattungen und Möbel Patriz I Huber aus München, ein geborener Mainzer; für Buch- I schmuck, Stickerei und Weberei-Entwürfe Paul Bürck aus I Straßburg, bisher ebenfalls in München. Diese Künstler I bilden vorderhand den Grundstock der „Kolonie". Durch I die Gnade des Protektors stehen ihnen nicht nur Ateliers I zur Verfügung, sondern sie erhalten auch Wohnungszuschüsse I bezw. beträchtliche andere Zuwendungen aus der Privat- I schatulle des Großherzogs, der sich die Oberleitung der I Kolonie persönlich Vorbehalten hat. Sie soll keine „Schule" I sein, sondern eine unter dem Schutze des kunstliebenden I Fürsten „frei schaffende Gemeinde" teils schon gereifter, I vollbewußter und bewährter Künster, teils junger, vielver- I sprechender Talente, denen hier unter glücklichen Umständen I Gelegenheit gegeben werden soll, sich kräftig zu entwickeln I und, angeregt von den älteren Mitgliedern, sich vertraut zu I machen mit den Forderungen, welche das moderne Leben I an die schöpferischen Dekorateure und Zeichner stellt, und I von vornherein im engsten Anschlüsse an die praktischen I Voraussetzungen zu entwerfen. Heraus ergibt sich, daß I mit der Einrichtung dieser Künstlerkolonie die für Darmstadt I bedeutungsvolle Absicht verbunden wird: das gesamte hei- I mailiche Gewerbe künstlerisch zu heben. Wir zweifeln nicht, I daß diese That des hochherzigen Fürsten nicht nur der Re- I sidenzsttadt, sondern dem ganzen Lande zum dauernden Segen I gereichen und daß Darmstadt in die Reihe der deutschen I Kunststädte einrücken wird.
1 ruher Berufung Herrn Thoma eine« Besuch dem Künstler das große Interesse nahegelegt, welck?«
I Gemeinwesen an seinem Verbleiben in Frankfurt Herr Thoma hatte jedoch bereits seine Zusage nach SJü.' | ruhe gegeben.
• Die erste BiSmarck Feuersaule im Deutsche» am 1. April abends auf dem Zeigerheimer
| Rudolstadt in feierlicher Weise eingeweiht worden -ll I Anregung dazu gab der bekannte Aufruf der
Studentenschaft, von der zur Feier ein Glückwunsch- I gramm eingelaufen war. Die Säule ist im Stil ~ I kleinen Ritterburg gebaut, als Material ist Sattstem I Zeigerheimer Berge verwendet worden. Der Grund I dem die Säule steht, ist dem Erbauer des Turmes' k I Verein „Nudolstüdter Abend" zu Rudolstadt in I von der Familie Mackeldey in Schwarza zum (L/1 gemacht worden. Der Bau besteht aus einem 9> m! j hohen und 3i/a Meter starken Turm, auf beffen jL
| Feuer abgebrannt werden. An der Nordseite ist ' I Bismarcks aus einer Grabplatte in Sandsty» I herausgemeißelt. In halber Höhe des Turms
I eine Bogenthür, die auf das Dach eines von
I krönten 4 Meter hohen und 3 Meter langen Anbaues i-V- I Ein herrlicher Ausblick bietet sich von hier in das > \ I und Schwarzathal. Die Festrede zur Einweihungsse^' I Herr Rechtsanwalt Klinghammer-Rudolstadt in gebühr-> I Form.
I * Heidenmisfion. Aus den 1 ’/« Millionen Heid.» christen, die es 1875 auf allen protestantischen Mistig gebieten zusammen gab, sind jetzt mehr als 4 a/hUion geworden. Speziell auf den deutschen Missionsgebieten cs 1874 mir 127 400 Heidenchristen, jetzt sind es 35000" Dementsprechend haben sich auch die heimischen Sföfc leistungen in hocherfreulicher Weise gesteigert. Es ist, sei Dank, seit 25 Jahren in der öffentlichen Meinung t • sehr wertbarer Umschwung zu Gunsten der Mission tu: treten: Die Missionare haben sich von 2131 auf 6(>< | und darüber vermehrt, und die Missionsbeiträge haben ri bis auf 55 Millionen Mark gesteigert, während sie liv
I nur 22 Millionen betrugen. Die Beiträge aus Dtutfci beziffern sich jetzt auf 4 Millionen, das Doppelte brr träge vor 25 Jahren.
* Taubstummenanstalten. Nach einer vom Direstvi:•> Provinzial - Taubstummenanstalt in Posen veröstentluhm: Statistik befinden sich in Deutschland 96 Taubstumil anstalten mit 6606 Schülern (3598 Knaben und > Mädchen). Davon sind 4084 evangelisch, 2408 kathv'i und 114 israelitisch. Welch ein Wachstum dieser Lieb > arbeit seit dem letzten Drittel des vorigen Jahrhunder! Da gründete Heinicke in Eppendorf bei Hamburg die eu"c beutle Taubstummenanstalt, welche auf Veranlassung bd Kürfürsten Friebrich August von Sachsen im Jahre 1171 nach Leipzig verlegt wurde. Die Menge an Seelengrösir Liebesmühe und Dankbarkeit freilich, die feit dieser Zeit i den Taubstummenanstalten gesammelt worden ist, läßt fi i nicht aufrechnen; aber doch läßt sich hinter den ^cchlen r -.- । äußern Stande der Sache etwas vom innern großen Mi dieser Arbeit ahnen!
* Debet den Untergang des englischen Vergnüge dampfers „Stella" wird noch berichtet: Der Kurs der „Stelle lag westlich von der Alderney-Insel durch die Meeres Swinge; aber infolge des Nebels hatte Kapitän Geab-- die Richtung verloren, und fuhr gerade auf die acht eng lische Meilen weiter westlich gelegenen Casquetsfelsen la . wo ein Leuchturm mit Drehlicht 15 Meilen weit die j: fahrvolle Inselgruppe anzeigt. Der Kapitän Geakest^- das Nebelsignal des Leuchtturmes. Als er nach 4 Hm den Felsen aufrannte, gab er sofort Befehl, alle Boolk' - zu machen, und die Frauen und Kinder zu retten. Lier Rettungsboote waren abgestoßen, als das Schiff, dessen Verdeck unter Wasser war, entzwei brach, ein fünftes be ladenes Rettungsboot mit sich ziehend. Der Kapitän V fahl: „Rette sich, wer kann." Die „Stella" verjchnmT mit dem Heck voran in der Tiefe. Bis zuletzt blieb bi« Manneszucht musterhaft. Die Stewards verteilten Schwill gürtel an alle Fahrgäste; die Stewardeß gab ihren eigtw Schwimmgürtel einem darum bittenden Mädchen und ertm' Die ganze Nacht hindurch ruderten die vier Boote.
7 Uhr morgens erschienen zwei Dampfer auf dem Sdau Platze. „Lynx", von Weymouth kommend, fischte zwei 8*.w mit 38 Personen, zumeist Frauen auf und brachte sie nach Guernsey in ganz erschöpftem Zustande. „Bera" von Leut hampton fischte zwei andere Boote mit 57 Mannern nna Frauen auf und fuhr mit den Geretteten nach Jersen < -■ fünfte Boot enthielt 30 Personen, wovon vierzehn sich ^em> Umkippen an den Kiel anklammerten, unter großen Stt« I Pazen das Boot aufrichteten und in dem halb mit Wr gefüllten Fahrzeug von der Strömung gegen die ftanzöM Küste getrieben wurden. Sechs starben während der licozcon ; stündigen Fahrt, acht, worunter drei Matrosen, wurden h 1 einem französischen Dampfer ausgenommen und nach 6hm bourg gebracht, wo sie in Verpflegung sind. Alle Uetm lebenden rühmen den großen Mut und Heroismus Mannschaft sowohl wie der Passagiere. Viele Mänr^ welche bereits Rettungsgürtel angelegt hatten, schnallte^ für die Frauen ab, die keine hatten, und kamen bann Die Frauen sangen die ganze Nacht Choräle in den Boc um den Mut der Schiffbrüchigen aufrecht zu halten. Szene, als die „Stella" unterging, war entsetzlich Frauen in den Booten schrieen auf und beteten laut. Boote waren noch so nahe, daß sie fast vom Strubel h> gezogen wurden. Des Kapitäns Stimme war kurz vo gehört worden; er hatte ihnen zugerufen, um schnell fortzurudern. Dann schwenkte er seine Mutze 1 | Abschiedsgruß. . -;
* Der holländische Schwindler v. d. Gun, viele deutsche Firmen mit Waren betrogen hat, wur 2 Jahren Gefängnis verurteilt.
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