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8.3.1899 Erstes Blatt
 
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lurictgegebe» werden. Nötig sei alerbingd, sich über diese Bedingung eine» Schein ausstellen und vom Händler und <nem Zeugen unterschreiben zu lassen. Nachdem sodann Herr Rittmeister Naegele den Dereinsmitglredern noch einige jeschästliche Mitteilungen gemacht hatte, wurde die Ber- sammlung durch den Vorsitzende» mit Worten des Dankes in die Erschienenen geschlossen. .

x «ul bem Lumdathal, 6. März. Dl- Nebenbahn Lollar-Londorf wird nun doch noch etwas langer aus sich warten lassen, als man im vorigen Jahre dachte. Die »erarbeiten sind zwar vollendet, und die Sommtffion $ur tzeländeerrverbung ist auch bereits gewählt, aber die Ver­gebung der Arbeiten wird, wie aus zuverlässigster Quelle verlautet, erst int Nachsommer erfolgen, weshalb vor dem ] September dss. Jahres nicht auf den Beginn des fett Hehreren Jahren sehnlichst erwarteten Bahnbaues zu rechnen ist. - Im Laufe des letzten Winters traten in einige* Orten hiesiger Gegend Diphtheritis und Scharlach wieder epidemisch auf. Am meisten wurde die Gemeinde Treis heimgesucht; hier erlagen 15 Kinder bet Epidemie. In jüngster Zeit ist Besterung eingetreten, so daß weitere Gefahr als ausgeschlossen betrachtet »erde» darf. ___________ ____________________________

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 292 Jahren, am 8. März 1607, wurde Deutsch­lands fruchtbarster Dramatiker des dreißigjährigen Krieges Johann Rist zu Ottensen geboren. Seine Schauspiele, die meistens den großen Krieg zum Hintergrund haben, den iampf zwischen der Soldateska und den Bauern behandeln, zeigen dichterische Schöpferkraft und gesunden Sinn. Er hat das WortHolsatia non cantat (Holstein singt nicht) juerft ins Gegenteil umgewandelt. R i st starb am 31. August 1667 zu Wedel in Holstein. ' ' - l==~

Schwurgericht.

W. Gießen, den 7. März 1899.

Landgerichtsrat Dr. Möbius eröffnete gestern vor­mittag die Verhandlungen des Schwurgerichts. Es stand zur Anklage ein Fall wegen vollendeten Sittlichkeitsverbrechens, begangen von dem am 2. März 1877 geborenen vorbestraften Arbeiter Philipp Groh von Groß-Gerau. Die Anklage vertrat der Ober-Staatsanwalt vr. Güng erich; die Ver­teidigung führte Rechtsanwalt Weidig. Die Verhandlung W»rbe hinter verschlossenen Thüren geführt. Der Angeklagte wurde zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Heute wurde in Verhandlung gegen den 65 Jahre alten laglöhner Friedrich Wilhelm Fauerbach von Oknrben wegen Urkundenfälschung getreten. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimm ermann; die Verteidigung führt Rechtsanwalt En gisch. Der Angeklagte ist ge­ständig, eine öffentliche Urkunde, nämlich eine von ihm aus- zkfertigte Cession eines Geldanspruches an einen Verwandten, lachdem dieselbe vom Ortsgericht betreffs der Unterschrift beglaubigt, verfälscht zu haben, ferner eine Privaturkunde, nämlich eine Prozeßvollmacht betreffs der Unterschrift gefälscht zu haben. Beide Fälschungen sind begangen, um sich einen betrügerischen Vermögensvorteil zu verschaffen. Der An- teflagte hatte früher einem seiner Brüder ein Darlehen legen Schuldschein gegeben. Aus einem Prozeß wegen krbschaftsstreitigkeiten bekam nun der Darlehennehmer eine fiel größere Summe als der Betrag des Schuldscheins »us machte. Um nun trotzdem die Summe des Schuldscheins ,u erlangen, cebierte ber Angeklagte seine Forberung im Satire 1894 nur zum Schein, unb nachdem er seine Unter­schrift hatte beglaubigen lassen, änderte er recht geschickt die Jahreszahl auf 1890, um damit den Anschein zu erwecken, »ls ob die Eigentumsübertragung früher geschehen sei, weil später, 1892, eben die Gegenforderung des nach dem beregten Schuldschein zur Zahlung Verpflichteten entstanden ist. die Prozeß-Vollmacht hat ber Angeklagte mit dem Namen derjenigen Person unterschrieben, der er zum Schein die Forderung cediert hat. Als es auf G.rund der Cession nun M Prozeß kam, stellte sich der ganze Schwindel heraus, der Angeklagte erklärt, er sei zu dumm, als daß er die kragweite seiner Handlung hätte ermessen können.

(Schluß folgt.)

Vermischtes.

* Versicherung gege» Einbruchs-Diebstahl. Die in Eng- Imb bereits seit langer Zeit verbreitete Versicherung gegen tinbruchs - Diebstahl ist in den letzten Jahren auch in deutschland mit gutem Erfolge eingeführt worden. Neuerdings hat auch die sehr kapitalkräftige Aachener und Münchener Feuer-Versicherungs-Gesells chaft, reiche bekanntlich zu den ersten und angesehensten Ver- slchrrungs-Jnstituten Deutschlands gehört, die Versicherung zegen Einbruchs-Diebstahl in ihren Geschäftsbetrieb aufge- lommen. Es ist zu erwarten, daß durch eine Gesellschaft Die die Aachener und Münchener Feuer-Versicherungs-Ge­sellschaft, welche in allen Städten Deutschlands durch Agenten vertreten ist, der genannte Versicherungszweig eine allgemeine Verbreitung finden wird. Versicherbar sind das häusliche Mobiliar, Gold- und Silbersachen, Schmucksachen, Spar- !ass«nbücher, Wertpapiere, bares Geld und Waren aller Art. tie Gesellschaft ersetzt nicht allein den Verlust, welcher bw<h den Diebstahl entsteht, sondern auch jede Zertrümmerung ms; Anlaß eines Einbruchs. Allen denjenigen, welche ge- lötiigt sind, ihre Wohnung ober ihre Geschäftsräume zeit- vki'se ohne Aufsicht zu lassen, wirb eine berartige Versicherung villlkommen sein; sie bietet bem Versicherten, insbesondre iu| Reisen, eine sehr erwünschte Beruhigung. Wir sind kjitr der Ansicht, daß die Aachener und Münchener Feuer- 8cr7sicher»ngs-Gesellschaft recht daran gethan hat, ihren Ge­

schäftsbetrieb auf diese» Dersicherungszweig auszudehne» u»d glauben, daß durch die Einführung dieser Verficherungs- art einem tatsächlich vorhandenen Bedürfnis entsprochen wird; vergeht doch fast kein Tag, an welchem nicht über schwere Diebstähle und Einbrüche zu berichten ist.

* Eine präzise Antwort. Man berichtet derF. Zig." aus Thüringen: Bei der am letzten Donnerstag zu Kelbra unterm Kyffhäuser vorgenommenen Musterung der Roßlaer Gestellungspflichtigen sollte ein strammer Bursche zur Garde-Infanterie ausgehoben werben. Daraufhin melbete der Gestellungspflichtige:Ich hab's Bein gebrochen! Der Stabsarzt, hierüber nicht besonders entzückt, fragt: Wann haben Sie es gebrochen?" ..Vierzehn Tage nach der Bennunger Kirmes," lautet die Antwort.Unb wann war bie Bennunger Kirmes?" Die Erwiberung lautete ebenso prompt wie bestimmt:Na, 14 Tage vorher, ehe ich mein Bein brach!" Nunmehr unb nach vorge­nommener Untersuchung war ber Stabsarzt von ber Schwierigkeit bes Falles überzeugt, und alsdauernd »n- tauglich" konnte der Gardemann abtreten.

Gingesandt.

Gießen, 7. März 1898.

Bartel Tnraser" betreffend den Jntereffenten zur Nach­richt, datz Herr Arthur Bauer von Frankfurt ein zweNetz Gatt- spiel alsTuraier" hier möglich machen wird. Dem allgemein laut gewordenen Wunsche entsprechend, soll ausnahmsweiseBartel Turaser" als VolkSvorstellung aufgrführt werden, nachdem auch Herr Bauer sich hiermit einverstanden erklärt hat. Wir glauben damit zu beweisen, datz wir nach Möglichkeit den Wünschen deS Publikums zu entsprechen suchen. Der enormen Kosten wegen muh indes für diese Aufführung eine Preiserhöhung eintreten. und find die Preise wie folgt ftstgefetzt: Loge (nummeriert) Mk. 1, Saal 60 Pfg, Gallerte 30 Pfg. Der Tag der Aufführung ist noch nicht festgefetzt. Hochachtungsvoll

Kruse L Helm.

Universitüts Nachrichten.

Das Frauenstudium und die Universität Halle. Man schreibt: Die Abteilung Berlin des Vereins Frauenbildung Frauenstudium hat im Auftrage einer am 17. v. M«. abgebaltenen Versammlung eine ossizielle Anfrage an die medizinische Fakultät der Univerfität Halle gelichtet, um d'e Haltung derselben gegenüber der klinischen Studentenschaft um Ausschiuh der weiblichen Studenten zu erforschen. Die Versammlung erblickte mit Recht in einer etwaigen Entscheidung der Fakultät im Sinne der eingebrachten Petition eine schwere Bedrohung der Fraueninterrffen, und die allgemeine Stimm­ung neigte zu sofortiger Veranstaltung öffentlicher Piotestkundgeb- ungen. Die AbteilungSleitung sctzt jedoch genügendes Vertrauen in eine vorurteilsfreie und folglich der ungehinderten Zulaffung weib­licher, genügend vorgebildeter Kliniker günstige Befchlutzfaffung der Hallefchen Profefforenfchaft, um fich einstweUen auf die einfache An­frage an matzgebender Stelle zu beschränken. Dieses Vertrauen ist insoweit durch die Antwort der medizinischen Fakultät b't Universität Halle gerechtfertigt worden, als diefe befagt, datz die Fakultät vor­läufig die Erledigung der unter den verbündeten Regierungen schwebenden Verhandlungen über die Zulaffung der Frauen zu den medizinischen rc. Prüfungen abwarten wolle und keinesfalls Ent­scheidungen treffen werde, di« den Intentionen dieser bevorstehenden Regierungsbrschlüffen zuwtderlaufen. . c

Berlin. Der Präsident der Akademie der Künste, Geh. RegterungSrat Prof. Hermann Ende, feierte am 4. ds. MtS. daS Fest des siebzigsten Geburtstages.

Kiel. vr. Darnell, Privatdozent für Geschichte an der Leipziger Univerfität, ist als autzerordentlichrr Profeffor an die hiefige Univerfität berufen worden.

Greifswald. Der autzerordentliche Profeffor für National­ökonomie vr. H. Warntig an unferrr Univerfität hat einen Ruf nach Rostock als ordentlicher Professor erhalten.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Mittwoch den 8. März, abendS 6 Uhr: Vierte Passionsandacht in der Johanneskirche. Pfarrer Euler.___________________________

Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.

Gießen, 7. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.800.90, Hühnereier ver St. 56 -3>, 2 St. 1011 Enteneier per St. 67 Gänse- eiet per St. 1113 Ä, Käse 1 St. 58 H, Käsematte per 6t 3 4, Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar

jC 0.801.00, Hühner per St. Jt 1.201.70, Hahnen per Stück i so2.00, Enten per St. X 1.802.40, Gänse per Pfund O.Öo0.00, Ocksenfleisch per Pfd. 6874 Kuh- und Rindfleisch ver Md. 6264 -Ä, Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 A, Kalbfleisch per Pfd. 6466 H, Hammelfleisch per Pfd. 50-70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.50 brS 6.50 «4., Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. X 8.009.00,

Dauernder Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach, mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Die Mecklenbttrg-Ltrelitzfche Hypothekenbank zu Neustrelitz und Berlin übcrfenDet uns ihren Geschäftsbericht pro 1898 unb stellt von demselben laut Inserat in unserer heutigen Nummer jedem Pfandbrief-Besitzer ein Exemplar kostenlos zur Verfügung.

Folgender

Ausruf an das deutsche Volk

geht uns zur Weitergabe zu:

Nachdem der Tod das deutsche Volk seine« BiSmarck beraubt bat erwächst uns, den Ueberlebenben die Aufgabe, alles zusammen­zubringen, waS an Briefen und Urkunden von seiner Hand vorhanden ist alS Selbstzeugnisse seines grotzm Geiste« und seines unermüdeten Wirkens im Dienste des Vaterlandes.

Zur Ausführung dieses GedankmS habm die Unterzeichneten die Begründung eines

ZSismarck-Archivs

beschloffen und richten nun an alle Deutschen deS In- und Auslandes die herzliche Bitte, die nationale Sache durch reichliche Beiträge zu unterstützen, damil außer den für den Bau eines würdigen BtSmarck- ^auieS nötigen Geldern ein werbendes Kapital vorhanden fei, auS deffm Zinfen die im Prioatbefitz befindlichen Schriftstücke von Bis­marcks Hand im Original oder in beglaubigten, wortgetreuen Ab- febriften erworben und die für die Instandhaltung und Verwaltung des Archivs nöligen Summen bestritten werden könnm.

Mit dem Archiv soll eine BiSmarck-Bibliothek verbunden werden, in der alle auf BiSmarck und fein Wirken fich beziehenden

Werke deS In. unb Auslandes Aufstellung finden sollen, sowie ein Bismnrck-Mnse»«, tn b<« btt tm Prtv^lvefitz Erfindlichen Er­st »erunurn an tt.»ma>ck, Denkmünzen m t feinem Bilde, eine «öz- lichst vollständige Sammlung von Darstellungen BiSmarck» in Ge­mälden, Suchen, Radiernngen, Pwtographi'N n s. w., Modellen zu BtSmarck Denkmälern, Erzeugntff'N der Industrie zu Bidmarcks Ehren u. a. noch und nach zusammengebracht we>den tollen

A>S Ort für Errichlung deS BiSma>ck"Archivs ist Stendal in der Altmark tn Ausstcht genommen. Den AuStchlag gao tut die Wahl des Oues die historische Bedeuiung Stendals als ber Haupt­stadt der Allmark, die in der geschichtlichen En roickeiung den Rctn des preuhischen Staates gebildet Hal, um den die anderen Teile sich herumlegten, ferner die nahen Beziehungen bet Farwlie BiSmarck zu Stendal, bie noch jetzt vor rem Uenglinger Thor das Hoipilal St. Gertrud besitzt und beten älteste Botiahten lange Zeit im Role der e>tabt gef'ffen haben zu der Z-it, als Stendal in feiner höchsten Blüte stand, und fchliehlich die Nähe des SiammguteS Echö Haufen, btffen BiSmarck Museum das WallsahrtSziel von tausenden deutscher

Patrioten ist.

E n würdigeres Denkmal als dieses Bismarck Archiv kann das deutsche Volk seinem »erworbenen Führer nicht schaffen; denn nur bann werden wir würdige Erben sein, wenn wir daraus bedacht find, aus der Rüstkammer feint« Geistes unS die W.ff n zu holen für ben Kampf um das höchste ber nationalen Güter, da« er unS hinter- lieft, untere Einheit im neuen deutschen Reiche.

Beiträge für daS BiSmarck Archiv tn Stendal werden erbeten an die deutsche Bank in Berlin unb deren F Halen sür Rechnung deS unterzeichneten AutzschuffeS. m v

Eine Liste sämtlicher Gebet wird den Urkunden über die Be­gründung des Archivs ctroeileibt werden zu ewlg.m GcdLchtilS.

An alle Freunde unb Verehrer Bismarcks, welche zum Eintritt in unteren Ausfchutz ober zur Bilbung von Ortsgruppen und OrlS- auStchüffen bereit find, oder Auskunft wünfchen, erg.ht die Bitte, fich an die Oberbürgermeister Werner oder Bürgermeister Dr. Schütze in Stendal »u wenden.

Der AuSschtttz . _ w w zur Errichtung eines BiSmarck-ArchivS in Tteudal.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Derli», 7. März. Wie bieBerliner Politischen Nach­richten" hören, hat ber kornrnanbierenbe Admiral von Knorr seine bereits im Herbst vorigen Jahres knndgegebene Absicht, von seiner Stellung zurückzntreten, ausgeführt und sein Entlassungsgesuch eingereicht. DieNational-Ztg." glaubt, im Admiral Köster, dem jetzigen Chef der Marine-Statwn der Ostsee den Nachfolger im Ober-Kommando der Marine erblicken zu können.

Berlin, 7. März. Wie derLokal-Anzeiger" berichtet, ist die Beisetzung der sterblichen Ueberreste Bismarcks endgültig auf den 1. April festgesetzt worden.

Berlin, 7. März. DasKleine Journal" berichtet aus Paris: Wie verlautet, wird der Kassationshof eine Untersuchung über die Enthüllungen Ester­hazys anordnen. Allgemein wird angenommen, daß das Schicksal Boisdeff.es, Gonses und Pellieux besiegelt sei.

Innsbruck, 7. März. Aufsehen erregt hier die Zahl der zum Protestantismus übertretenden Personen, welche beständig zunimmt. Gestern abend erfolgte der Uebertritt von acht Personen. Für den nächsten Sonntag sind weitere Uebertritts-Erklärungen angesagt.

Rom, 7. März. Auch gestern verbrachte der Papst einige Stunden außerhalb des Bettes. Die Besserung in seinem Befinden schreitet weiter fort.

Brüffel, 7. März. Die Agonie der Königin dauert fort. Gestern sprang die Kranke aus dem Bette uud wollte sich zum Fenster hinausstürzen, wurde jedoch rechtzeitig daran gehindert. Die Aerzte erwarten die Rettung nur von einem Wunder. Der König weilt tief bewegt am Krankenbett.

Charleroi, 7. März. In der gestrigen General-Ver­sammlung der Sozialisten von Charleroi wurde ein­stimmig beschlossen, die Kandidatur des Anarchisten Moinau zu verwerfen. Der Sozialist van der Velde, welcher sich angeboten hatte, seine Kandidatur zu Gunsten Moinaus aufzugeben, tritt wieder als Kandidat auf.

Mons, 7. März. In einer von Progressisten und Liberalen einberufenen Versammlung, in welcher zahlreiche Abgeordnete, Senatoren und Gemeinderäte erschienen wäre», wurde eine Tagesordnung angenommen, in welcher die Ver­einigung aller Liberalen und Progressisten zur gemeinschaft­lichen Bekämpfung der Klerikalen beschlossen wurde und das allgemeine Wahlrecht sowie die Proportionelle Ver­tretung als das einzige gerechte Wahlrecht befürwortet wurden.

Paris, 7. März. Der Marineminister Lockroy er­klärte in einem Interview, die Katastrophe von Toulon sei keineswegs das Resultat einer Unvorsichtigkeit. Die Thüren des Magazins seien seit 9 Uhr abends fest geschloffen gewesen, und niemand hätte Einlaß erwarten können. Die Katastrophe sei daher auf eine andere Ursache zurück­zuführen. Die Civilbehörde, welche eine Untersuchung in der Angelegenheit eingeleitet hatte, hat dieselbe aufgegeben mit dem Bemerken, daß dies Aufgabe der Militärbehörde sei.

Paris, 7. März. Die Enthüllungen Esterhazys imDaily Chronicle", welche von der gesamten Presse ab­gedruckt wurden, haben überall ungeheures Aufsehen erregt. Man stimmt im allgemeinen in der Erklärung überein, daß die Geständnisse für einzelne Offiziere in der Dreyfus-An- gelegenheit niederschmetternd und daß deren sofortige Ver­haftung ein Akt der unbedingten Notwendigkeit sei.

Paris, 7. März. Der deutsche Kaiser hat an die französische Regierung anläßlich der Katastrophe von Toulo» sein Beileid ausdrücken lassen. Diese neue freundschaftliche Kundgebung Kaiser Wilhelms hat in allen Kreisen der französischen Bevölkerung den besten Eindruck hervorgerufen. Auch der König von Italien und die englische Regierung haben ihr Beileid ausgedrückt.

Madrid, 7. März. Silvela ist ernstlich gewillt, den Verkauf der Karolinen, Marianen und der Palaos-Gruppe durchzuführen, da für deren Erhaltungs- kosteu im Budget keinerlei Deckung vorhanden ist. Unter den Bewerbern bleibt Deutschland immer noch an erster Stelle.