Ausgabe 
8.1.1899 Erstes Blatt
 
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Beschwerden in Angelegenheiten des Abfertigungs- und Be­förderungsdienstes, insbesondere Anträge auf Erstattung von Fahrgeld und Gepäckfracht, auf Ersatz- oder Entschädigungs­leistung (insbesondere wegen Verlustes und Beschädigung, oder wegen Verzögerung der Beförderung) aus den Fracht­verträgen über die Beförderung von Gepäck, Gütern, lebenden Tieren und Leichen, Anträge auf Erstattung von Neben­gebühren und Geldbußen, soweit sie auf Grund der Bestim- mungen der Verkehrsordnung oder der Beförderungstarise erhoben sind, Anträge auf Bewilligung von Teilzahlungen für Schülerzeitkarten. c) Der Geschäftsbereich der Vorstände der Eisenbahn-Maschineninspektionen umfaßt die Angelegen­heiten des Maschinendienstes, sowie des Dienstes in den Betriebs- und Nebenwerkstätten, insbesondere die Bestellung, Verdingung, sowie Ueberwachung der von Handwerkern aus- zuführenden Arbeiten und Lieferungen für die Unterhaltung der maschinellen Anlagen, die Verwaltung der Jnventarien und Materialien für die Lokomotiven und Wagen, sowie für Betriebs- und Nebenwerkstätten, ferner die Ueberwachung der Trajekte, Gasanstalten, elektrischen Beleuchtungs- und Kraftanlagen, der Wasserstationen und sonstigen technischen Nebenbetriebe, d) Für die Hauptwerkstätten, einschließlich der zugehörigen Magazine, sind die Vorstände der Werk- stätteninspektionen bestellt, denen insbesondere auch die An­nahme der Werkstättenarbeiter obliegt, e) Die Unterhaltung und Ueberwachung der elektrischen Telegraphen-, Signal- und sonstigen Sicherungsanlagen gehört zum Geschäftsbereich der Vorstände der Telegrapheninspektionen. 3. Den Königlichen Eisenbahndirektionen obliegt die Gesamtverwaltung aller Linien ihrer Bezirke und die Entscheidung über Beschwerden gegen Anordnungen der Jnspektionsvorstände. Nur Anträge auf Tarifänderungen, auf Auslegung der Tarife, auf Er­stattung von Fracht aus der Beförderung von Gütern und lebenden Tieren, sowie andere den Gesamtbezirk einer Direktion betreffende Anregungen sind zweckmäßig an die Königlichen Eisenbahndirektionen unmittelbar einzureichen.

Vortragskurs für praktische Landwirte zu Gießen. Am Freitag dem 6. Januar nahmen die Vorträge ihre sehr interessante Fortsetzung durch die Referate der Herren: Professor Dr. Winckler-Gießen überFortschritte auf dem Gebiete der Seuchenbekämpfung", Landes - Thierzucht-In spektor Dr. Vogel-München überstaatliche und korpo­rative Maßnahmen zur Hebung der Viehzucht", und In­genieur Leonarz-Nürnberg überElektrizität in der Land­wirtschaft". Die sehr lebhafte Diskussion am Nachmittag zeigte, mit welch großem Interesse die Teilnehmer den Borträgen gefolgt waren. Der Besuch des Vortrags­kurses hat sich in den letzten Tagen noch derart ge­steigert , daß bis Samstag den 7. Januar bis gegen 270 Teilnehmerkarten gelöst wurden. Der Vortrags­kurs fand heute seinen würdigen Abschluß durch die mit großem Beifall belohnten Referate der Herren: Geh. Hofrath Prof. Dr. Wagner- Darmstadt über ..Düngungsfragen und Versuchswirtschaft", Generalsekretär Dr. Müller-Offenbach übergeplante Maßregeln zur Förderung des Ackerbaues", und Dr. Gräfe- Groß-Umstadt, überwichtige Fütterungsfragen". Ohne Frage wird diesen an Anregung so reichen Vortragsgegenständen, ins­besondere dem Vortrage des Herrn Geheimen Hof- rats Professor Dr Wagner, nachmittags eine überaus rege Diskussion folgen. Die Erwartungen in bezug auf den Besuch des Kurses sind durch die große Zahl der Teilnehmer weit übertroffen worden. Es ist daher nach der bisherigen beifälligen Aufnahme dieser Einrichtung mit Sicherheit zu erwarten, daß der Besuch des nächsten Vor­tragskurses in dem auch geographisch so günstig gelegenen Mainz den Vorgängern in Darmstadt und Gießen nichts nachgeben wird.

+ Büdingen, 6. Januar. Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz wurde Herr Gerichtsassessor S el lh eim, zuletzt zu Offenbach, mit Versetzung der Dienst­verrichtungen eines Richters bei dem hiesigen Gericht (für den nach Offenbach versetzten Herrn Amtsrichter Beyke) beauftragt.

D Darmstadt, 6. Januar. Nach mehreren Jahren hatte man wieder das bekannte liebenswürdige Lustspiel ScribesDas Glas Wasser" auf unserer Hofbühne reaktiviert und erzielte damit bei recht gut besetztem Hause lebhaftesten Erfolg, dank vor allem der hervorragenden Leistungen der Herren Hacker (Bolingbroke) und Stöckl (Masham), sowie der Damen Frl. Cramer (Herzogin von Marlborough), Frl. Eichelsheim (Königin Anna) und Frl. Walther (Abigail). Das Ensemble zeigte sich in schönster Weise auf den französischen Konversationston gestimmt.

Aus -er Zeit für die Zeit.

Vor 105 Jahren, am 8. Januar 1794, starb in feiner Vaterstadt Osnabrück der größte deutsche Nationalökonom des 18. Jahrhunderts Justus Möser. In feiner mustergiltigen Osnabrück'schen Geschichte zeigte er, wie man durch Erforschung und Würdigung der einheimischen Lebensverhältniffe, Sitten und Einrichtungen zu einer wahren Volks und Landesgeschichte gelangen könne. Durch seinePatriotischen Phantasien", in welchen treffliche und freimütige Gedanken aller Art über öffentliche Dinge niedergelegt find, wirkte er weit über sein Vaterland hinaus. Er wurde am 14. Dezember 1720 zu Osnabrück geboren.

Vor 365 Jahren, am 9. Januar 1534, starb zu Regens­burg Johannes Aventins (eigentlich Joh. Thurmaier), der Vater der bayrischen Geschichtsforschung. Sein großes Werk Annales Boiorum, zu welchem er die sorgsamsten Studien in Archiven machte, sowie sein Chronicon Bavariae Wit ihm einen der ehrenvollsten Plätze in der Reihe bayerischer Historiographen. Wahrheitstreue und Freimut ^agen ihm indes mancherlei Verfolgungen ju. Er wurde am 41 Juli 1477 zu Abensberg in Niederbayern geboren.

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Vermischtes.

* Bozen, 5. Januar. Der 75 jährige Bergführer Ber­nardo Mariano aus Sagrow, der 1882 die berühmte erste Ersteigung des Saffo di Maor mit dem Wiener Hochtouristen Diamantini ausführte, war feit 25 Tagen vermißt. Seine Leiche ist jetzt in einem Abgrund zerschmettert aufgefunden worden. Der Absturz erfolgte bei der Gemsjagd.

* Aus der Schweiz, 5. Januar. In mehreren Kantonen zeigt sich ein ungemein reger Eifer für den Bau von Klein­bahnen, um den Verkehr in allen industriellen und gewerb. famen Ortschaften zu heben und diese an den internationalen Verkehr anzuschließen. In Bern, St. Gallen, Thurgau, Baselland, Solothurn rc. haben sich Komitees gebildet, um den Bau solcher Linien zu fördern und hierfür die Konzession zu erlangen. Deutschland interessiert besonders das Vorgehen Bafellands im Verein mit Bafel und Solothurn, da diese Kantone den Bau der sogenannten Wasserfallenbahn anstreben. Der Bau dieser Bahn war schon zur Zeit des Baues der Zentralbahn in Aussicht genommen, unterlag aber schließlich gegenüber der jetzigen Zentralbahnlinie Basel-Olten. Die Wafferfallenbahn geht nach dem Projekt in Liestal (Basel land) aus, führt dann nach Reigoldswyl, Bolsthal und Langenthal und stellt so, wenn die Lötschbcrgbahn (Bern) gebaut wird, die kürzeste Verbindung zwischen Basel und dem Simplon her. Für die Verbindung Basel-Bern beträgt die Entfernung über Olten 106, über Reygoldswyl nur 91 Km., für die Linie Basel-Burgdorf beträgt die Entfernung jetzt 83,4 Km., nach dem Bau der Wafferfallenbahn noch 77,4 Km., die Fahrt von Basel nach Genf würde um nahezu ®/4 Stunden abgekürzt. In der letzten Zeit haben mehrere öffentliche Versammlungen stattgefunden, welche sich zu gunsten der Wafferfallenbahn aussprachen. Frkf. Ztg.

Gingesandt.

Gießen, 7. Januar 1899.

Die Direktion des StadttheaterS wird gebeten, daS Volksstück Mein Leopold" in einer Volksoorstellung oder einer anderen Vorstellung zu wiederholen. Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Januar: 2. Hermann Schühler, Former zu Eckelshausen, mit Katharine Muth daselbst. 3. Franz Wilhelm Kranz, Reisender dahier, mit Marte Louise Otto zu Kesselstadt. 4. Friedrich Weber, Psarrer zu Beerfelden, mit Johanna Marianne Scheel hterselbst. 4. Georg Heinrich Mertens, Kaufmann zu Hannover, mit Maggie Antonte Jane PaScoe Hierselbst. 5. Philipp Heinrich Hengst, Lohgerber zu Butzbach, mit Wilhelmine Pfaff zu Bollersdorf.

Eheschließungen.

Januar: 2. Karl Friedrich WUyelm Köllner, Knecht dahier, mit Katharine Schwing von Rimbach. 2. Adam Schröder, Berg­mann zu Gießen, mit Anna Katharine Völker Hierselbst.

Geborene.

Dezember: 26. Dem Schlosser Johann Friedrich Urban ein Sohn, Ernst Gustav Ferdinand. 26. Dem Reisenden Wilhelm Wetdtmann ein Sohn, Ludwig Wilhelm. 27. Dem Bau-ASptrant Georg Reitz eine Tochter, Frida Johanna Elisabeth. 27. Dem Kunst­maler Friedrich Eduard Ludwig Wetdig eine Tochter, Else Frida. 29. Dem Photograph Daniel Schuchhardt eine Tochter, Anna Luise Johanna. 29. Dem Schneider Robert Gärtner eine Tochter, Lina Minna Dorothea. 30. Dem Zugführer Konrad Reusch eine Tochter. 31. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Gräf eine Tockter, Emmy Elisabeth Marte. Januar: 2. Dem Grotzh. Landrichter Eduard Holzapfel ein Sohn. 2 Dem Schneider Heinrich Steiß eine Tochter, Lina Marie. 3. Dem Heizer Georg Retnstein eine Tochter, Agnes Auguste.

Gestorbene.

Januar: 1. Katharina Anna Henriette Selzer, 2 Monate, alt, Tochter von Former Peter Selzer dahier. 2. Hans Lauer, 17 Jahre alt, Gärtnergehilfe von Oberndorf am Neckar. 2 Georg Watdott, 11 Stunden alt, Sohn von Fabrtkaufseher Georg Walbott zu Steinberg. 3. Wilhelm Schneider, 46 Jahre alt, Bergmann von Lumda, Kreis Gießen.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Johanneögemetnde.

Den 2 Januar. Adam Schröder, Bergmann zu Gießen, und Anna Katharine Völker.

Denselben. Carl Friedrich Wilhelm Köllner, Knecht zu Gießen, und Katharine Schwing, Tochter des verstorbenen SchmtedSMnrad Schwing zu Rimbach.

Getaufte.

MatthäuSgemrinde.

Den 1. Januar. Dem Schneider Karl Eidmann ein Sohn, Karl, geboren den 17. September.

Denselben. Dem Weißbindermeister Albert Marlin Karl Ludwig Emil Lehr eine Tochter, Anna Karoline Albertine, geboren den 6. Dezember.

Denselben. Dem Dachdecker Georg Wilhelm Panz ein Sohn, Johann Heinrich, geboren den 12. Dezember.

MarkuSgemetnde

Den 1. Januar. Dem Schwimmlehrer Andreas Rödel ein Sohn, Georg Konrad, geboren den 12. November.

Lukasgemeinde.

Den 1. Januar. Dem Schlosser Konrad Helfen ein Sohn, Friedrich Georg, geboren den 11. Dezember.

JohanneSgemetnde.

Den 1. Januar. Dem Schmied Heinrich Gemmer ein Sohn, Peter Rudolf, ^geboren den 28. November.

Beerdigte.

MatthäuSgemeinde.

Dm 1. Januar. Ludwig Noll, Ctgarrenarbetter, Sohn detz Arbeiters Justu« Noll, 15 Jahre alt, starb den 29. Dezember.

Verkehr, And und Volkswirtschaft.

Gießen, 7. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.700.80, Hühnereier per St. 710 4,2 St. 0000 Enteneier per St. 9io Gänse«

eier per St. 1415 H, Käse 1 St. 58 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 32 3i, Tauben per Paar X 0.80r\)0, Hühner per St. X 1.101.30, Hahnen per Stück X 1.001.60, Enten per St. X 1.902.20, Gänse per Pfund

X 0.500.60, Ochsenfleisch per Psd. 6874 Kuh- und Rindfleisch per Psd. 6264 3,, Schweinefleisch per Psd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Psd. 6466 H, Hammelfleisch per Psd. 5066 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6 00 bis 6.50 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. X 6.006.50, Milch per Lrter 16

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens biö 2 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umberneben nickt feilaeboten werden

Brodpreise

vorn 8. bis 22. Januar 1899.

Der hieffgerr »»Ker. 8

l Kg. (2 Psd.) Taselbrod

2 Kg. (4 Pfd.) Taselbrod

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod .....

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod

I Kg. (2 Psd.) Schwarzbrot»

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot»

2 (4 ) in der Köln. Consum-Anstalt

3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot» Der auswLrttge«

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bet L. Stetnmüller, Gr.-Linden L. Schmidt, Gr.-Linden W. Weitzel von Lang-Göns W. Fabel von Wiesrck C. Post von Wteseck

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei L. Schmidt (Großen-Linden) L. Stetnmüller, Gr^-Linden W. Weitzel von Lang-Göns Wtlh. Fabel von Wieseck C. Post von Wteseck

1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot» bei W. Stetnmüller, Lang-Göns L. Sckmtdt, Großen Linden

x k W. Wettzel von Lang-GönS

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bei W. Steinmüller in Langgöns L. Schmidt Gr. Linden W. Wettzel v. Lang-Göns L. Steinmüller, Gr.-Linden C. Post von Wteseck

Jacoby v. Alten-Buseck

3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bet WUH. Fabel von Wteseck Gl Jacoby ».Alten-Buseck C. Post von Wteseck Ernst Christ von Wteseck

24 Psg.

24 .

24 ,

24

26 ,

48

48 ,

48

48 ,

52 .

22

22 ,

22 ,

44 ,

44

44

44

46

46

66

69

69 ,

70

28 Psg.

56

26 ,

52 , 24 48 ,

39 72 ,

Der «rovverTLufer.

Bei den hiesigen Brodvertäufern bestehen dieselben Preise wie bet den htestgen Bäckern.

Gießen, den 7. Januar 1899.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 7. Januar. Der Kaiser hat gestern seine erste kurze Ausfahrt in die Umgebung von Potsdam unternommen.

Berlin, 7. Januar. DasKleine Journal" meldet aus Rom: Die Hierherkunft Kaiser Wilhelms ist für den Monat April festgesetzt.

Berlin, 7. Januar. Der hierher zurückgekehrte Pro­fessor H a r n a ck hat sich nach seinen eigenen Angaben mehrere Tage in Wien aufgehalten, wohin er sich in einem Zustande nervöser Ueberreizung begeben hatte. Erst am Donnerstag Abend sei ihm klar geworden, in welcher Lage er sich befinde und er sei dann sofort nach Berlin abgereist. Da er sich abgespannt fühlte, wurde er seinem Wunsche gemäß von seinen Angehörigen noch gestern in eine Heilanstalt gebracht.

Wien, 7. Januar. Außer Banffy wurden auch die Minister Fejervary, Lukacs und Szechenyi gestern vom Kaiser in Audienz empfangen. Banffy berichtete über die Lage in Ungarn und legte die Vorschläge des ungari­schen Kabinets vor. Er wird wahrscheinlich heute die Minister noch einmal empfangen.

Budapest, 7. Januar. In oppositionellen Kreisen wird bestimmt versichert, Banffy werde seines Amtes enthoben und Finanzminister Lukacs mit der Neubildung des Cabinets betraut werden.

Zürich, 7. Januar. Die Arbeit an der Jungfrau- Bahn ruht vollständig, nachdem die Arbeiter wegen Lohn- Differenzen sämtlich in den Ausstand eingetreten sind.

Paris, 7. Januar. Aus der offiziellen Note, welche das Vorhandensein falscher Kaiserbriefe leugnet, schließt die Dreyfus-Preffe, daß der Generalstab diese Briefe vernichtet hat.

Paris, 7. Januar. Die Note desTemps", wonach die Regierung geneigt ist, gegen angemessene Entschädigung Frankreichs Rechte in Neufundland aufzugeben, hat große Entrüstung hervorgerufen. Es wird eine große Kam­pagne gegen diese neueste englische Vergewaltigung vor­bereitet.

London, 7. Januar. Das Auswärtige Amt veröffent­licht ein Blaubuch üb er Madagaskar, das 56 Seiten umfaßt und 30 Telegramme enthält, die zwischen dem 27. Februar und 1. Dezember des Jahres 1896 gewechselt wurden. Das Buch bringt lebhafte Klagen der englischen Geschäftsleute über ihren Geschäftsgang auf Madagaskar, der durch die französische Regierung dadurch sehr beein­trächtigt würde, daß diese den Franzosen verbiete, bei englischen Geschäftsleuten zu kaufen. Die Presse kommentiert dieses Vorgehen der französischen Negierung lebhaft.

Madrid, 7. Januar. Obschon das Ministerium Silvela- Polaviega, Villavarde, Pidal mit seinen dem karlistischen Dezentralisations-Programm sich stark mehrenden Versprechen großer Sympathie im königlichen Palast erfreut, ist es doch fraglich, ob die Königin - Regentin das bevorstehende Demissions-Anerbieten Sagastas annehmen wird, weniger um die Empfindlichkeit Sagastas zu schonen, als um dessen Freunde, darunter General Weyler, nicht vor den Kopf zu stoßen. ____________________________________________

Evang. Gottesdienste der Method. Kirche

Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe.

Sonntag den S. Januar, «achm. 3V, Uhrr Predigt. Herr Pred. Barnickel.

Mittwock den 11. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde. BV Jedermann freundl. willkommen. EMU