Ausgabe 
7.12.1899 Drittes Blatt
 
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Siner künftigen binretallistischen Gesetzgebung «erde man damit doch nicht vorbeuzen.

Abg. Siemens (frs. 23g.) führt au5, die Vorlage wolle weiter nicht«, als einen bestehenden Zustand legalisieren, sie wolle gewisiermaßen den Silberumlauf nicht erhöhen, sondern eher ermäßigen, indem sie einen Teil der Thaler in Scheidemünze umwandeln «olle. Ueber so etwas entscheide in England einfach das Ministerium, ohne daß ein Hahn danach kräht (große Heiterkeit, da Abg. Hahn ebenfalls zum Wort gemeldet ist). Bon der gesetzlichen Vollmacht, die Thaler als Gold zu behandeln, sei nie Gebrauch gemacht worden; diese Vollmacht habe uns höchstens kleine Schädigungen zugefügt, imdem man sich in London gesagt, wir könnten doch einmal dazu kommen, Wechsel in Thalern auszuzahlen; deshalb hätten auch unsere Diskontowechsel im Auslande immer einen etwas niedrigeren Kurs, als sie haben würden, wenn wir absolut eine Gold­währung hätten. Redner geht hierauf die Vorlage im einzelnen durch und tritt weiter einigen Ausführungen des Abg. Arendt entgegen.

Abg. Hahn (wild) erklärt sich gegen die Vorlagen, für welche gerade zurzeit gar keine Gründe vorliegen. Die augenblickliche wirt­schaftliche Krisis, das Ausbleiben von Gold aus Transvaal, treffe die Länder mit Goldwährung besonders schwer. Redner empfiehlt das Zurückkehren zur Bismarck'schen Politik; dann würde man die 300000000 Mark in Thalern ruhig in Umlauf lassen können, ohne sie in Scheide­münze umwandeln zu müssen. Selbst im Falle eines Krieges würde das nicht nötig sein. Eine Kommissionsberatung finde er als sehr nötig. Zweifelhaft sei, ob das Zentrum bei seinen katholischen Wählern überall Beifall mit seinem Verhalten gefunden. (Murren un Zentrum.)

Abg. S ch ö n l a n k (Soz.) wendet sich zunächst gegen Herrn von Frege und bezeichnet alsdann als die bedenklichste Bestimmung der Vor­lage den Artikel 4, welcher die Vermehrung der Scheidemünzen verlangt. Redner schließt: Die Silberwährung war eine agrarische Jugendträumerei, dieser Traum ist vorbei!

Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. v. Kardorff (Rp.) und des Abg. Fischbeck (frs. Vp.) wird die Vorlage an eine vierzehn- gliedrige Kommission verwiesen.

Morgen 1 Uhr: Fünfte Lesung der Zündschnurfabrikvorlage, An­trag Heyl. Novelle zur Kranken-Versicherung und Novelle zur Gewerbe­ordnung.

Schluß 6</t Uhr.

Kokates und ProomMrs.

Gießen, den 6. Dezember 1899.

k** Geschichtskalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 64 Jahren, am 7. Dezember 1835, wurde die erste deutsche Eisenbahn auf der Linie FürthNürnberg eröffnet, und dann entwickelte fich in wenigen Jahren dieses Beförderungsmittel zu einer Aus­dehnung und Wichtigkeit, von der man bei den ersten Versuchen noch keine Ahnung hatte. Heute giebt es sozusagen keine Entfernung mehr, vor welcher die moderne Technik zurückschreckt.

** Konzert-Verein. Kurz vor Weihnachten bescheert uns der Konzert-Verein mit seinem dritten Abend ein wirk­lich nobles Geschenk. Besonders befriedigt sind wir, daß uns nun die Befürchtung geschwunden ist, der Vorstand sei dem schönen Geschlecht abhold, wozu uns die letzten Pro­gramme Veranlassung gaben. In Fräulein Herrmann aus Heidelberg haben wir nicht nur eine liebenswürdige Dame gewonnen, sondern zugleich auch eine stimmbegabte Künstlerin, was uns durch die nachfolgende Kritik der Berliner Nationalztg." erhärtet wird. In der Sing­akademie gab gestern Fräulein Adela Herrmann ihr zweites Gesangskonzert, dessen künstlerischer Effekt durchaus aner­kennenswerten Charakters war. Daß man es in Fräulein Herrmann mit einer ernst denkenden und ausgetretene Pfade nach Kräften meidenden Künstlerin zu thun hat, ergab schon ein Blick auf das Programm, das sich von den land­läufigen, dem Geschmack des Publikums weitgehende Kon­zessionen machenden Vortragsverzeichnissen vorteilhaft unter­schied. Zwei Arien von Händel und Mozart, die Braut­lieder von Cornelius und Lieder von Herrmann, Behn, Gernsheim, Brahms brachte die junge Dame in drei Ab­teilungen zu Gehör. Das Organ gehorcht seiner Besitzerin vorzüglich und wird von dieser durchaus im Sinne eines wertvollsten, edelsten Ausdrucksmittels verwendet und das ist ein Lob, welches man vielen Sängerinnen, und oft sehr berühmten, lversagen muß. Herr Kiefer aus Berlin ist ein ausgereifter Künstler, der in München, Berlin und anderen Kunststädten in letzter Zeit wahrhaft bedeutende Erfolge errungen. Auch hier halten wir es für angebracht einer Münchener Zeitung das Wort zu geben; diese berichtet: Einen ganzen Abend lang und noch dazu in einem sehr umfangreichen Programm das Violoncell als Solo­instrument zu hören, das ist etwas viel auf einmal und nur eine das Durchschnittsniveau merklich überragende Künstlerpersönlichkeit wird imstande sein, dabei das Interesse des Publikums dauernd rege zu erhalten. Solches trifft bei den Vorträgen des Cellovirtuosen Herrn Heinrich Kiefer erfreulicherweise zu. Er leistet nicht nur nach tech­nischer Seite ganz Vorzügliches, er gebietet auch über einen bemerkenswert großen, ausgiebigen und schönen Ton und eine glückliche Vereinigung von künstlerischer Intelligenz und Stärke des Empfindens. Was er technisch leistet, davon konnte er u. a. in den Klengel'schenVariations capri- eieuses und dem für sein Instrument übertragenen Ries'- schenPerpetuum mobile die vollgiltigsten Proben geben, während er in den von ihm gespielten Konzerten und Kon­zert-Bruchstücken mannigfach auch die innerlich bedeut­sameren Seiten seines Könnens in das rechte Licht zu setzen vermochte, insbesondere in den Kompositionen von Volkmann und Dvorak. Er erntete außerordentlichen Beifall. Um die Begleitung machte sich das Künstlerpaar Langenhan ver­dient, Herr Langenhan als Leiter des Orchesters, seine Gattin als pianistische Stütze des Konzertgebers. Herr Kiefer soll nun bei uns nicht den ganzen abend ausfüllen, eine Reihe wertvoller Orchesterwerke bilden den Grundstock des herrlichen Programmes. So hoffen wir denn auch, daß trotz der bewegten Zeit und trotzdem keiner der Künstler aus Transvaal stammt auf einen vollen Erfolg für Sonntag den 10. Dezember.

Die Entwickelung der Publizität. An der Jahres­und Jahrhundertwende bietet die Zentral Annoncen-Expediton von G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M. ihren Geschäftsfreunden die 31. Auflage derUebersicht über die Jnsertionsorgane des In- und Auslandes, welche, nach Inhalt und Form, als ein in seiner Art mustergiltiges Werk, wie wir es von diesem Hause stets zu erhalten gewöhnt waren, bezeichnet werden muß. Sehr

intereffant ist der kurze Rückblick in der Vorrede des Werkes Iber die Phasen, welche die Publizität im letzten Jahr- lundert zu durchlaufen hatte, ehe sie zu jener hohen Be­deutung für unser ganzes wirtschaftliches Leben gelangte, wie sie jetzt in allen Kreisen anerkannt wird. Mit das älteste der großen Jnseratengeschäfte Deutschlands, hat die Firma G. L. Daube u. Co. den thätigften Anteil an der ;ohen Entwickelung des Jnscratenwesens genommen, und kann mit Erfolg auf ihre nie rastende, immer vorwärts strebende Wirksamkeit zurückblicken; wie ihr auch die An­erkennung und der Dank so vieler durch die Publizität groß gewordener Unternehmungen, denen sie als sach­gemäßer und gewiffenhafter Beirat zur Seite gestanden, sicher sein wird. Den reichen Inhalt des Zeitungskataloges von G. L. Daube u. Co. im Speziellen noch einmal auf­zuführen, dürfte, da derselbe seit vielen Jahren allgemein rekannt, überflüssig erscheinen, und der Hinweis genügen, raß derselbe, seiner vielfachen guten Eigenschaften wegen, als unentbehrliches Nachschlagebuch einen Platz auf den Schreibtischen aller mit dem großen Publikum in Verbindung Stehenden, resp. Fühlung mit demselben Suchenden finden >ürfte und zu finden berechtigt ist.

*t Die Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Ver­eins für die Provinz Oberheffen fand am Montagvormittag 11 Uhr im HotelGroßherzog von Hessen" statt. Den Vorsitz führte Herr Oekonomienat Sch lenke von hier. Herr Schlenke setzte zunächst die Versammlung davon in Kenntnis, daß der Präsident des Vereins, Se. Erlaucht der Herr Graf Friedrich zu Solms-Laubach zurzeit wegen seines unbefriedigenden Gesundheitszustandes nicht in )er Lage sei, die Vereinsgeschäfte zu leiten; er schlage vor, denselben durch eine Depesche zu begrüßen, ihm gute Besse­rung zu wünschen und der Hoffnung Ausdruck zu geb^n, daß Se. Erlaucht bald wieder an die Spitze der Vereins- geschäfte treten könne. (Allseitige Zustimmung.) Hierauf erstattete Herr Oekonomierat Schlenke den Jahres­bericht. Er schickte die Bemerkung voraus, daß er in Rücksicht auf die knapp bemessene Zeit nur das wesentlichste aus dem sehr umfangreichen Berichte mitteilen könne. Die Thätigkeit des Vereins sei im verflossenen Jahre eine sehr rege gewesen. Die durch das Wohlwollen der Großh. Negierung zur Verfügung gestellten Mittel konnten zum erstenmale verwendet werden, in der Hauptsache zur Förde­rung der Viehzucht. Er danke den in dieser Beziehung thätig gewesenen Kommissionen; allerdings werde an manchem, was im letzten Jahre geschaffen, noch zu korrigieren sein, der Präsident rechne hierbei auf die Mitwirkung aller. Mit dem Aufschwünge, den daslandwirtschaftlicheGewerbe gefunden, sei vieles besser geworden; besonders befriedige die Verwen­dung künstlicher Düngemittel,die vor etwa 20 Jahren noch dem gleichen Mißtrauen begegneten, wie die Kraftfuttermittel; ihre Verwendung hatte die Verbesserung der Landwirtschaft im all­gemeinen, sowie der Viehzucht zur Folge; auch die Maschinen, ohne welche ein landwirtschaftlicher Betrieb nicht mehr denk­bar, fanden allenthalben Eingang, offensichtlich sei ferner die Verbesserung der Ackergeräte. Auch im Obstbau seien Fortschritte zu verzeichnen, man sei darüber im klaren, welche Obstsorten sich für unsere Gegend am besten eigneten, der Absatz wurde in bessere Bahnen geleitet. In dieser Beziehung gebühre vornehmlich dem Oberhessischen Obstbau­verein für seine ersprießliche Thätigkeit Dank. Auf dem Gebiete der Geflügelzucht wurden gute Resultate erzielt infolge der Anlage von Zuchthöfen und Jnslebentreten von Zuchtvereinigungen, deren Verband im landwirtschaftlichen Provinzialverein vertreten ist. Trotz verbesserter Arbeits­bedingungen habe sich leider die wirtschaftliche Lage der Landwirte nicht gehoben; der Grund dieser Erscheinung liege in den niedrigen Preisen der landwirtschaftlichen Produkte, die oft kaum die Erzeugungskosten deckten. Der Aufschwung der Industrie habe Arbeitermangel in der Land­wirtschaft zur Folge, unter diesem Arbeitermangel litten kleine und große Grundbesitzer in gleichem Maße. Der Provinzialverein sei bereits dem Gedanken näher getreten, Arbeiter von auswärts heranzuziehen. Der Mitglieder- stand des Provinzialvereins habe sich im letzten Jahre infolge Herabsetzung des Beitrags von 5 auf 3 Mk. gehoben. Immerhin ständen noch tausende von Landwirten dem Verein fern, und die Fernstehenden seien noch dazu die schärfsten Kritiker; mau werfe dem Verein vor, er leiste nichts; er frage: warum kommen die Leute nicht in den Verein und arbeiteten mit? Die Mitgliederzahl betrug zu Anfang des Jahres 1227, sie stieg bis zu rd. 1800. Es fanden im Berichtsjahre eine Hauptversammlung und sieben Ausschußsitzungen statt. Die vor Jahren noch mit Miß trauen angesehene Feldbareinigung mache gute Fortschritte, sie wären besser, wenn die beiden Kulturinspektionen nicht mit Arbeiten überhäuft wären. Die Viehzucht werde durch die Bezirks- und Lokalvereine eifrig gefördert; diese Vereine zählen 1500 Mitglieder. Erfreuliche Fortschritte mache auch die Einrichtung der Bullenstationen für das Vogelsberger und Simmenthaler Vieh. Die dazu vom Verein ausgeworfenen Mittel wirkten segensreich für die Gemeinden. Zu den bestehenden drei Zuchthöfen werde bald wieder ein vierter errichtet werden. Die Benutzung der Ver­mittlungsstelle zwecks Ankaufs von Zuchtmaterial wurde den Mitgliedern besonders empfohlen. Die bei Hungen errichtete Jungviehweide war mit 40 Tieren beschickt; könnten nun auch nicht alle Gemeinden Jungviehweiden anlegen, so sollten sie wenigstens Tummelplätze Herrichten, damit dem Vieh Be­wegung und frische Luft zuteil werde. Damit beuge man Tierkrankheiten vor und begünstige den Körperbau der Tiere. Auf dem Gebiete der Schweinezucht sind die Fort­schritte noch am langsamsten. Die Ziegenzucht hat sich gehoben, die Vereine züchteten indes nicht nach einheit­lichen Grundsätzen. Der Obstbau sei auf dem besten Wege, ein nutzenbringender Nebenbetrieb der Landwirtschaft zu werden; die Erfolge werde man natürlich erst in Jahrzehnten

merken, wenn die zur Zeit noch jungen Bäume Früchte tragen. Auch die Molkerei mache erfreuliche Fortschritte. In >er neu errichteten Molkereischule zu Lauterbach wurden im vergangenen Jahre 12 Mädchen als Meierinnen ausgebildet. Ferner wurde mit der Landwirtschaftskammer ür den Regierungsbezirk Kassel ein Abkommen getroffen, wonach junge Männer aus Oberheffen, welche sich zu Meiern ausbilden wollen, in die Molkereischule zu Fulda eintreten önnen, wogegen die Molkereischule in Lauterbach dann Mädchen aus dem Regierungsbezirk Kassel aufnimmt. Zum Schluß seiner Ausführungen forderte Herr Schlenke die Anwesenden auf, in ihren Kreisen dahin zu wirken, daß recht viele Landwirte Mitglieder der landwirtschaftlichen Vereine werden, die Versammlungen fleißig besuche» und Mitarbeiten, nur dadurch könne die Landwirtschaft gefördert werden.

-1- Bad Salzhausen, 5. Dezember. Nun regt sich auch »as Jntereffe und die Baulust in Gießen für unser reizend gelegenes Bad, für das die Regierung das größte Wohlwollen beweist. Es haben nämlich zwei Gießener Herren die Bauplätze Nr. 6 und 7 4930 Quadratmer und 18 und 19 4940 Quadratmeter, Die in der Nähe des Kur- rarks liegen, um etwa 9900 Mark erworben und gedenken rort hübsche Villen zu errichten. Die abgelaufenc Bade- aison hat nicht bloß einen ungewöhnlich großen Zufluß von Badelustigen, sondern auch außerordentlich günstige Kur- und Badeergebnisse geliefert, und das ist doch die Haupt­sache.

E Echzell, 5. Dezember. In großen Schrecken versetzt wurde gepern nachmittag eine ältere Frau, als sie in das obere Stockwerk ihrer Wohnung kam und ihre verheiratete Tochter hier hängen sah. Die Frau faßte ihren ganzen Mut und ihre Kräfte zusammen, schnitt die Unglückliche ab und sandte nach dem Arzte, dessen Bemühungen es gelang, die Lebensmüde vom Tode zu erretten. Zerrüttete Familienverhältnisse hatte die Bedauernswerte, die Mutter von sieben Kindern ist, zur Verzweiflung getrieben.

H. Vom Fuße des Hoherodskopfs, 5. Dezember. Eine amerikanische Comfere, die Sitkafichte, von der Nord­westküste (König Georgs Archipelagus) stammend, hat sich bei uns im Vogelsberge akklimatisiert und wird in kurzer Zeit förmlich das Bürgerrecht erhalten. Das Wachs­tum dieses Waldbaumes und die trefflichen Eigenschaften seines Holzes berechtigen zu den schönsten Hoffnungen in Bezug auf die späteren Erträge unserer prächtigen Forsten. In letzter Zeit sind wieder 20000 Pflänzlinge der Sikka- fichte in den hiesigen Revieren zur Anpflanzung gelangt; die Pflänzlinge stammen aus Holstenbeck in Holstein.

Kunst und Wissenschaft.

München, 5. Dezember. Fräulein Irene Triesch vom Frankfurter Stadtlhealer gastiert gegenwärtig mit großem künst­lerischem Erfolg im diesigen Hoftbeater.

Weimar, 4 Dezember. Als Nachfolger des in den Nuhe- stand getretenen Archtorots Dr. Paul Mitzschke ist Dr. Treffs von der Leipziger Untversitäts-Btbliolheck an das hiesige Staatsarchiv berufen worden.

Ktteratur.

Unter dem Titel »Sie Hohenzollern in Bild und SBort* (Preis elegant gebunden 5 Mark) bringt die Verlagsbuchhandlung von Martin Oldenburg in Berlin ein Werk auf den diesjährigen Weihnachts­markt, dessen Widmung S. M. der Kaiser angenommen hat. Dasselbe giebt in einem Prachtbande von stattlichem Folioformate in gediegenster typographischer und künstlerischer Ausstattung 43 halbseitige Ab­bildungen inreichemFünsfarbendruck, die nach Original- zeichnungen von Carl Röhling eine Reche der wichtigsten Momente aus der Geschichte der Hohenzollern darstellen. Den begleitenden Text zu diesen Abbildungen hat Prof. Dr. Rich. S t e r n f e l d verfaßt und in demselben eine gemeinverständliche Darstellung der wichtigsten ge­schichtlichen Begebenheiten aus den ruhmvollen Annalen des Hohen» zollcrnhauses geboten, die im warmen Tone echter Vaterlandsliebe, aber frei von serviler Einseitigkeit gehalten und daher geeignet ist, sowohl der heranreifenden Jugend als auch den weitesten Volkskreisen zur Belehrung und patriotischen Erbauung zu dienen. Der Preis des Buches 5 Mark in elegantem Leinenband ist ein verhältnismäßig so geringer, daß dem schönen Werke die weiteste Ver­breitung von vornherein gesichert erscheint.

O Die Äunftanftalt Trowitzsch u. Sohn in Frankfurt a. O., die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Meisterwerke der klassischen Malerei in möglichster Vollkommenheit farbig zu reproduzieren, versendet soeben ihren ersten illustrierten Katalog, aus dem wir ersehen, daß in diesem Jahre RaffaelsSixtina" und Palma vecchiosHeilige Bar­bara" neu erschienen sind. Das Verfahren bei der Herstellung der Farbenplatten in der Trowitzsch'schen Anstalt ist ein durchaus künstler­isches: die Platten werden mit der Hand in Kreide gezeichnet, jedes Hilfsmittel, auch die Benutzung der Photographie ist grundsätzlich aus­geschlossen. So nur ist es zu verstehen, daß bte Herstellung der Sixtina 4 Jahre annähernd gedauert hat. Einen großen Vorzug dieser Bilder, wodurch sie sich besonders schnell die Gunst des Publikums erworben haben, bilden die schönen Rahmen, in denen sie herausgegeben werde», auch zur Sixtina und Barbara sind eigens paffende Rahmen modelliert worden. Viele Verehrer der Trowitzsch'schen Anstalt wird es interessieren, daß jetzt auch mit der Herausgabe kleinerer, moderner Bilder begönne« ist: 9 davon sind im Kataloge abgebildet. Wir finden Jagdbilder von Professor Recknagel, zwei Tiroler Köpfe von Kotschenreiter, ein fröhliches Kellerbild aus der Zeit des 30jährigen KriegesWein, Weib, Gesang" von Viktor Schwert, eineNachmittagsstimmung auf dem Chiemsee" von Dieffenbacher u. a. m. Jede Kunsthandlung führt Trowitzsch'sche Bilder, auf die hiermit vor Weihnachten aufs neue die öffentliche Aufmerksamkeit gelenkt werden soll.

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