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7.10.1899 Erstes Blatt
 
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fügten fall zu 6 Monaten Umstände unb Anrechnung jpo\b wurde fketgchrvch-u, & VW, da WWW >n sarrd dmtttd'.mWM, )er 17 jährige Maulerlehilmg den nach Lstendach fahrenden ittform des Wagens 4. ßlaste. Klangen, weil einige Fahrgäste eng ocrlperrlen, obgleich der nijti bot. Der Auffoiderung r in den Wagen 6WM u verlaffw, kam Kratz nicht in eine Geldstrafe von 10 M " erhobenen Eich-uch müde erl6t von SiraseuodAostn fflnfüt aus, daß Kratz ÄÄAZ

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absolut nichts Ungünstiges aussagen. Auch der Rechtekandidat v. Matzdorff weih nachteiligev über die Angeklagten nicht auszusagen. Der nächste Zeuge ist der 23 Jahre alte Leutnant Prinz Max von Thurn und Taxis. Derselbe kennt alle drei Angeklagten und hat von dem Angeklagten v. Kayser auch gewonnen. Dem Zeugen ist beim Spiel mit den Angeklagten niemals irgend etwas Verdächligeö ausgefallen. Er habe die Herren für tadellose Kavaliere gehalten. Zeuge Wüst aus Frantfurt a M. von der Spielkartenfabrik von Wüst & Co. bekundet, daß weder die Art der Bestellung der Karten von dem Klub, noch die Herstellung dieser selbst, noch die Beschaffen­heit der Rückseite der Karte irgend etwas Bedenkliches oder Ver­dächtiges bade. Hauptmann v. Ungrr wiederholt nochmals, daß ifcm über die Verabschiedung Herrn v. KröcherS nichts bekannt sei. Er sei noch heute der Uebeizeugung, daß Herr v Kröcher nicht fähig sei, falsch zu spielen, sondern durchaus unschuldig ist.

In der Nachmittagvsitzung wurde der inzwischen eingetroffene Vater deS Angeklagten von Kröcher, General-Major von Kröcher vernommen. Derselbe bekundet, daß er sofort nach dem Erscheinen des Artikels, durch den er zuerst etwas von der Existenz des Klubs der Harmlosen erfahren habe, seinem Sohne sagte, er müsse sich an den Ehrenrat wenden. Auf Anraten seines Sohnes sei er sodann zu Herrn v. Manteuffel gegangen, um ihn um Rat zu fragen. Herr v. Manteuffel habe gesagt, er, der General, möge ohne Sorge sein, e8 läge gegen seinen Sohn nichts vor. General-Major v. Kröcher bekundet noch, er habe niemals gesagt oder gedacht, daß sein Sohn ein gewerbsmäßiger Spieler sei. Zeuge von Manteuffel hält seine gestrige Aussage aufrecht. Die nächst? Zeugin ist die Mutter des Angeklagten v. Kröcher. Sie bekundet, daß ihr Gatte ihr von dem Gespräch, welches er mit Herrn von Manteuffel gehabt, genau in der Weise Mitteilung gemacht habe, wie dieser es hier wieder­gegeben habe. Zeuge v. Manteuffel wird aufgefordert, Mitteilung zu machen, in welcher Weise falsch gespielt wurde. Zeuge bemerkt, es seien ihm seinerzeit von dem Falschspieler Reuter wichtige Ausschlüsse über die verschiedenen Phasen des Falschspieles gegeben worden. Im weiteren Verlaufe wird der Graf Königsmark vernommen. Derselbe bekundet, daß er verschiedene Unterredungen mit dem Kriminal-Kommissar von Manteuffel gehabt habe, u. a. auch über den Artikel desLeipziger Journals" vom 25. September ds. I. über diesen Prozeß. Graf Königs­mark erklärt, daß der Artikel auf Informationen von Seiten des Herrn v. Manteuffel beruhe. Herr v. Manteuffel habe ihn aufgefordert, für ihn günstig auSzusagen, da es Ehrenpflicht sei, daß sie beide Zusammen­halten. Herr von Manteuffel habe ihm sogar die Aussage vor­geschrieben. Der Gerichtshof zieht sich jetzt zur Beratung zurück. Beim Wiedererscheinen sagt der Präsident: Der Gerichtshof hat aus eigener Initiative in Erwägung gezogen, ob nicht schon jetzt nach dem Stande der Untersuchung die Haftentlassung der Angeklagten gerechtfertigt er­scheine, well der dringende Verdacht des Betruges gegen die Angeklagten nicht mehr vorhanden sei und weil die Hast allein wegen des § 263 erfolgt sei. Sämtliche' Verteidiger befürworten die Enthaftung der An­geklagten. Die Angeklagten werden sodann vom Präsidenten aufgefordert, die Erklärung abzugeben, daß sie sich während der Dauer des Prozesses nicht von Berlin entfernen werden. Sämtliche drei Angeklagte geben diese Erklärung ab. Der Gerichtshof beschloß alsdann, die Angeklagten aus der Haft zu entlassen, weil der Verdacht des Betruges nicht vor­liegt. Die Angeklagten werden in Freihell gesetzt und von ihren an­wesenden Freunden herzlich begrüßt. Frau Major von Kröcher umarmt und küßt ihren Sohn.

Kirchliche Nachrichten.

Kvangelifche Gemeinde.

Sonntag den 8. Oktober. 19. nach Trinitatis.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9</i Uhr: Pfarrer Schlosser.

Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldung zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11 V< Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. (Vorbereitung dazu wie gewöhnlich.)

Die feierliche Eröffnung des Konstrnranden-Unterrichts findet Sonntag den 15. Oktober und zwar für die Markus- gemeinde im Anschluß an den Vormittagsgottesdienst, für die Matthäusgemeinde im Anschluß an den Abendgottesdienst statt. Die Eltern und Angehörigen der Kinder werden herzlich dazu eingeladen.

Die Anmeldungen zum Konfirmanden-Unterricht werden ent­gegengenommen:

für die Matthäusgemeinde: Mittwoch den 11. und Donnerstag den 12 Oktober, vormittags oon 12 bis 1 Uhr, und nachmittags von 3 brs 7 Uhr, im Pfarrhause Kirchstraße 1;

für die Markusgemeinde zur gleichen Zeit in der Wohnung des Pfarrers, Bahnhofstraße 42;

für die Mtlitärgemeinder Freitag den 13. Oktober, nachmittags von 4 bis 6 Uhr, in der Wohnung des Pfarrers, Bahnhofstraße 42.

Sonntag den 8. Oktober, abends 8 Uhr: Versammlung der Konfirmandenvereinigung der Matthäusgemeinde in der Herberge. Zunächst für die seitherigen Mitglieder.

Ju der Johanneskirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags HV4 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Nauman n-

Am Montag, dem 16. Oktober d.J., soll der Konfirmanden« unterricht beginnen. Die Anmeldungen der Konfirmanden und Konfirmandinnen aus der JohanneSgcmeinde wolle man im Laufe der nächsten Woche von Montag den 9. Oktober bis Freitag den 13. Oktober im Pfarrhaus Südanlage 8 vornehmen.

Pfarrer Dr. Naumann.

Die feierliche Eröffnung des Konfirmanden-Unterrichts für die Kinder der Lukasgemeinde findet Sonntag den 15. Oktober im Anschluß an den Vormittagsgottesdienst statt. Die Eltern und An­gehörige der Kinder werden herzlich dazu eingeladen. Die Anmeld­ung der Konfirmanden und Konfirmandinnen der Lukasgemeinde wolle man Mittwoch den 11. und Donnerstag den 12. Oktober, vormittags von 12 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 7 Uhr, in der Wohnung des Pfarrers, Alicestraße 13, vornehmen.

Sonntag den 15. Oktober: Feier des Erntedankfestes. Dabei wird eine Kollekte für die Armen unserer Gemeinde erhoben werden.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 7. Oktober.

Nachmittags um 4>/, Uhr und abends um.8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 8. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 61/g Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Communion;

Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil. Meffe;

um 9Vs Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2'/» Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz­andacht mit Segen.

Im Oktober ist an den Werktagen täglich des Abends um 6V2 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen.

Gotterdieuft der israelitischen KrligionsgrseSschast.

Sabbathfeier am 7. Oktober 1899.

Freitag abend 5» Uhr, Samstag vormittag 8bo Uhr, nach­mittag 8 Uhr, Sabbathausgang 6»r Uhr.

Nachmittag 2»o Uhr Schrifterklärung.

Wochengottesdienst morgens 630 Uhr, abends 5W Uhr.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 6. Oktober. Bei schönem Wetter ist das Kaiserpaar gestern mittag um 2,/2 Uhr von Rominten in Elbing eingetroffen und sofort durch die Stadt nach Kabinen gefahren. Daselbst traf das Kaiserpaar gegen 41/2 Uhr ein und wurde durch den Landrat v. Etzdorf und dessen Gemahlin empfangen. Das Kaiserpaar verblieb die Nacht in Kabinen und trifft heute mittag 12 Uhr in Elbing wieder ein. Die Abreise nach Marienburg erfolgt bald darauf.

Berlin, 6. Oktober. Der PariserSiöcle" brachte

kürzlich einen Artikel, in dem behauptet wurde, der deutsche Staatssekretär v.Bülow habe imJuni 1898 unter der Hand gewisse Versicherungen in der Dreyfus-Angelegenheit, insbesondere über eine eventuelle zeugeneidliche Verneh­mung des früheren Militär-Attaches Oberst v. Schwartzkoppen abgegeben. Schon das mangel-- hafte Deutsch des Textes der dem deutschen Staatsmann in den Mund gelegten Erklärung ließ die Angabe des Pariser Blattes als unglaubwürdig erscheinen. DieBerliner Neuest. Nachr." können aber auch positiv versichern, daß die Er­zählung erfunden ist.

Wien, 6. Oktober. Der Beschluß des Exekutivkomites der Rechten, zur endgiltigen Erledigung des Sprachen st reites mitzuwirken, wird von der liberalen Presse in zustimmendem Sinne besprochen. DieNeue Freie Presse" erklärt, die Rechte habe begriffen, daß es in ihrem eigenen Interesse liege, den Bemühungen der neuen Regierung, wieder normale Zustände im Abgeordnetenhaus herbeizuführen, keine Hindernisse in den Weg zu legen. Das Neue Wiener Tageblatt" schreibt: Aus der Resolution gehe hervor, daß die Majorität die Situation acceptiere, mit welcher auch gleichzeitig die Aufhebung der Sprachen- Verordnungen verbunden ist.

Paris, 6. Oktober. In Kolonialkreisen wird versichert, daß der Kciegsminister im Einverständnis mit dem Kolo­nialminister beschlossen hat, eine Kolonne mit Feldartillerie zur Verfolgung Voulets abzusenden, da derselbe sich in offener Rebellion befinde.

Paris, 6. Oktober. Die Budget-Kommission beschloß mit 13 gegen 7 Stimmen die Abschaffung der fran­zösischen Gesandtschaft beim Vatikan.

Transvaal.

Loudon, 6. Oktober. Nach einer Meldung aus Johannesburg wurde der Kommandeur Schutte zum Militär-Gouverneur für den Rand-Distrikt ernannt. Alle Engländer müssen binnen 48 Stunden abreisen, andere Landsleute dürfen bleiben. Einige Minen sollen von der Negierung betrieben und das Gold für den Krieg benutzt werden.

London, 6. Oktober. Die Anstalten für den Transport der Frauen und Kinder sind nach einer Meldung aus New-Castle bereits getroffen. Auf dem dortigen Bahnhofe ereigneten sich herzzerreißende Szenen bei der Abreise der ersten Flüchtlinge. Die Bewohner von New-Castle beschlossen, keine Verteidigung zu versuchen. Das Fort wird aufgegeben.

Loudon, 6. Oktober. Nach einer hier eingetroffenen Meldung rückten die Buren bereits bis sieben Meilen von Charlestown vor. Bei der Artillerie der am Samstag eingezogenen Truppen des Oranje-Freistaates sollen auch deutsche Flüchtlinge sein.

London, 6. Oktober. Der Oranje-Freistaat hat durch einen öffentlichen Erlaß die Ausfuhr von Getreide, sowie Lebensmitteln ohne vorhergegangene amtliche Erlaubnis verboten.

Rom, 6. Oktober. Der Papst hat dem Kardinal Vaughan, dem Nuntius in London, Weisung gegeben, alles zu versuchen, um den Frieden aufrecht zu erhalten.

Paris, 6. Oktober. Es wird befürchtet, daß die Zulus, Basutvs und die Matabele rebellieren und alles niederhauen werden.

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Kelter Aepscl (ci. 15 bis 20 Emtner) sollen ver kauft werden. Angebote hierfür sind bis Mittwoch deu 11. d. M., vormittags 9 Uhr, im Amts­zimmer derUnter;eichneten einzureichen.

Gießen, den 5. Oktober 1899. Der Großh. Kr.i?bamnspektor.

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