* Auszeichnung. Von dem PreiSrichterkollecsium der „Allgemeinen Deutschen Sport Ausstellung in München" wurde dem daselbst ausgestellten Kernseifcnpulver rc. der Firma „Fritz Müller jun. in Göppingen" die silberne Medaille zuerkannt.
* Von der Bareninsel zurnckgckehrt ist am Sonnabend Nachmittag der vom deutschen Fischereiverein am 23. April er. nach dem hohen Norden hinauSgesandte Dreimastschuner „Vigilant". Die Lqdung dcS Schiffes besteht aus Seehundsfellen, Sechundsspeck, Thran rc. Eine größere Menge getrocknetes Walsischfleisch soll darauf untersucht werden, ob es sich zur Herstellung von Flcisch(Futter)mehl eignet. Außerdem sind auf drei Bäreninseln Steinkohlen gefunden worden, von denen das Schi<ff Proben mitgebracht hatte, die auf ihren Wert in Berlin genau untersucht werden sollen. Auch traf man auf der Insel sehr viele Blaufüchse, deren Fell sehr wertvoll ist, und große Mengen Knochen von Eisbären an. Der „Vigilant" legte die Reise von der Bärcuinscl nach der Elbe in 16 Tagen zurück. Unterwegs traf man so viele Haifische an, daß eS gelang, in zwei Tagen 75 dieser Räuber zu erlegen, worunter sich Stücke im Gewicht von 4 bis 8 Zentnern befinden. Die Expedition soll im nächsten Jahre wcitergcführt werden, deshalb hat man das im Frühjahr mitgenommene Blockhaus, sowie mehrere andere Ausrüstungsstücke auf der meistens von dichtem Nebel umwobenen Bäreuinsel zurückgelassen.
* Die größten Schiffe der Welt. Der Bristol Mercury hat sich der Mühe unterzogen, eine Liste der größten Schiffe
der Welt ihrer Nationalität nach zusammenzustellen. Er kommt zu folgendem, für die deutsche Flagge höchst ehrenvollem Ergebnisse: Das größte Schiff der Welt ist der englische „Oceanic", welcher demnächst die erste Reise über den Ozean machen soll und 17,000 Tons Brutto Raumgehalt hat. Dem „Oceanic" folgt der in Stettin für die Hamburg-Amerika Linie im Bau befindliche Schnelldampfer Deutschland mit 15,500 Tons, der Schnelldampfer Kaiser Wilhelm der Große des Norddeutschen Lloyd mit 14,390 Tons, sowie der Hamburger Dampfer Patricia mit 13,000 Tons. Nun kommen zwei englische Schiffe, nämlich die Lucania mit 12,953 und Campania mit 12,950 Tons, beide der Cunard Line gehörend, während die nächsten Stellen wieder der deutschen Flagge zufallen, nämlich den Dampfern der Hamburg-Amerika-Linie Pennsylvania 12,891 Tons, Graf Waldcrsee 12,830 Tons und Pretoria 12,800 Tons. Sehr nahe an diese deutschen Schiffe heran kommen dann die White Star-Dampfer Cymric, Medic und Afric, welche aber wiederum noch von dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd Großer Kurfürst, ebenso wie von dem Schichauschen Dampfer Kaiser Friedrich und von dem Schiffe Belgia der Hamburg-Amerika-Linie erreicht werden. Der Statistiker des Bristol Mercury stellt weiter fest, daß unter der britischen Flagge nur neun Dampfer von mehr als 10,000 Tons gegenwärtig fahren, während Deutschland neunzehn Dampfer besitzt, welche diese Grenze an Größe überschritten haben. Die Amerikaner besitzen vier Dampfer von mehr als 10,000 Tons, nämlich die Schiffe St. Louis, St. Paul,
Paris und New-Aork der American Line. Von den anderen Nationen besitzt nicht eine einzige ein Schiff von solcher Größe.
* Die Nordpol-Expeditiou des Herzogs der Abruzzen. Aus Rom vom 2. September wird berichtet: Der Herzog der Abruzzen und seine Begleiter haben Gelegenheit gehabt, am 23. Juli durch einen Wallfischfänger Nachrichten nach der Heimat gelangen zu lassen. Aus den Briefen erhellt, daß der „Nordstern" nach achttägiger glücklicher Fahrt Franz Joseph-Land am 22. Juli erreicht hat und am Kap Flora vor Anker gegangen ist. Die Fahrt von Archangelsk nach der Südspitze von Franz Joseph-Land wurde nur an einem einzigen Tage durch Eis und Nebel gehindert. Am Kap Flora richtet der Herzog eine Lebensmittel-Niederlage ein, um im Falle eines Schiffbruches nicht in Not zu geraten, und am 24. Juli sollte die Fahrt weiter nach Norden gehen. Da die Kanäle zwischen den Inseln des Franz Joseph-Landes anscheinend durch Gis verstopft waren, so beabsichtigte der Herzog in nordwestlicher Richtung zwischen Alexandra-Land und Gillis-Land vorzudringen.
* Ein fleißiges Mädchen. Guste und Rieke treffen sich bei der Verdingerin am ersten des Monats. Guste: „Na, was willst denn Du hier? Ich denke, Du hast ’nen Dienst?" — Rieke: „Stimmt, aber erst am fünfzehnten, und derweil will ich noch ein paar andere Herrschaften absolvieren!"
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