Ausgabe 
7.5.1899 Zweites Blatt
 
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Bezeugungen eingegangen u. a. vom König von Sachsen, vom Herzog Ernst Günther von Schleswig Holstein, vom Fürsten Herbert Bismarck, vom Finanzminister Miquel. Auch prachtvolle Kranzspenden sind im Trauerhause abge­geben worden. Zu der morgigen offiziellen Feier trifft der Reichsgerichts-Präsident Dr. v. Oelschläger, der Senats- Präsident Dr. Löwenstein mit mehreren Räten vom Reichs­gericht hier ein. Auch der Berliner Magistrat entsendet zur Beerdigung eine Deputation.

Berlin, 5. Mai. Mit Vorschlägen zum Erlaß eines Neichswohnungsgesetzes sollen nach derPost" Bundesrat und Reichstag demnächst befaßt werden. Das Blatt stützt sich bei dieser Annahme auf die Mitteilungen, die der Kommissar des Ministers des Innern am Mittwoch im Abgeordnetenhause über den Abschluß von Verhandlungen zwischen den beteiligten Ressorts des Reichs und Preußens in Bezug auf die Wohnungsfrage und die Beseitigung des Schlafstellenwesens machte. Danach haben die Lerhand- lungen über diese Materie auf der ganzen Linie zu einem Ergebnis geführt. Man hat sich sowohl über ein Vorgehen im Wege der Gesetzgebung, als über die Maßregeln ge­einigt, die namentlich gegen das Schlafstellenunwesen auf polizeilichem Wege, insbesondere durch Erlasse von Polizei­verordnungen zu treffen fein werden.

Berlin, 5. Mai. Samoa. Aus Washington meldet heute dasR. B": In der deutschen Botschaft wird amt* lich erklärt, daß an den deutschen Generalkonsul Rose die bestimmte Weisung gegeben worden sei, sich mit dem ameri­kanischen und dem englischen Konsul über die Proklamation betreffend die Einstellung der Feindseligkeiten bis zum Ein­treffen der Kommission auf Samoa zu verständigen. In­zwischen weiß das Reuter-Bureau von den letzten Gefechten um Apia wieder in gewohntem Stil allerlei zu erzählen, wobei namentlich die Heldenrolle desberühmten" Leutnants Gaunt und die Schlechtigkeit der Deutschen in erster Linie stehen. Es heißt da: Nach Ankunft der Weisung aus der Heimat, daß bis zum Eintreffen der Kommission Frieden gehalten werden solle, hatten die drei Konsuln eine Kon­ferenz, kamen aber zu keinem Beschluß, da der deutsche Konsul den von den britischen und amerikanischen Vertretern vorgeschlagenen Maßregeln nicht beistimmte. Kautz und Kapitän Stuart schrieben nun an Mataafa, teilten ihm die Einsetzung der Kommission mit und trugen ihm auf, sich mit feinen Leuten bis außerhalb einer zehn englische Meilen langen und sechs Meilen breiten Linie zurückzuziehen. Mataafa sandte eine trotzige Antwort. Er verweigerte den Rückzug, außer wenn der deutsche Konsul und der Kapitän desFalke" beistimmten. Darauf sandten Kautz und Stuart ein Ultimatum, mit der Erzwingung des Rückzuges drohend. Ein Aktionsplan wurde entworfen, Gaunts Brigade wurde verstärkt, ein schweres Geschütz bei Mulinuu gelandet und Kriegsraketen bereit gemacht. Mataafa erwiderte jetzt, er sei bereit, sich sofort zurückzuziehen. Am 25. April wurde eine wichtige Versammlung abgehalten, wobei derKönig" und seine Häuptlinge über die von Den Engländern und Amerikanern ergriffenen Maßregeln unterrichtet wurden, welche sie im allgemeinen billigten. Gaunts Brigade patrouilliert jetzt das umschriebene Gebiet ab. Malietoa- Tanu machte Kautz und Stuart einen Besuch, er wurde bei der Ankunft und Abfahrt von den britischen und ameri­kanischen Kriegsschiffen salutiert. Hufnagel wird noch auf demFalke" detiniert. Es fehlt auch sonst nicht an Klagen über den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten, der alle schönen Pläne der Engländer und Amerikaner unbarm­herzig durchkreuzt.

Das neuePostgesetz enthält nach den Beschlüssen der Kommission in der ersten Lesung im Wesentlichen folgende neue Bestimmungen. Das Porto beträgt für den gewöhn­lichen Brief bis znm Gewicht von 20 Gr. 10 Pfg. Der Reichskanzler ist ermächtigt, den Geltungsbereich der Orts­taxe auf Nachbarorte auszudehnen. Die Gebühren für Zeitungsbeförderung sind nach dem Prinzip der Regierungs­vorlage, jedoch mit veränderten Sätzen geregelt worden. Das Postregal wird auf geschlossene Briefe ausgedehnt, die innerhalb der Gemeindegrenzen ihres Ursprungsorts ver­bleiben. Anstalten zur gewerbsmäßigen Beförderung von Briefen, Karten, Drucksachen und Warenproben dürfen vom 1. April 1900 ab nicht weiter betrieben werden. Den Besitzern von Privatbriefbeförderungsanftalten wird eine Entschädigung gewährt, die bis auf das achtfache des durch­schnittlichen Reingewinnes der letzten drei Geschäftsjahre vor dem 1. April 1898 steigen kann. Den Angestellten solcher Anstalten wird, falls sie länger als drei Monate in ihrem Berufe waren, eine Entschädigung gewährt, die mit einem einfachen Monatsgehalt beginnt und nach 11 Dienstjahren bis auf den doppelten Jahresgehalt steigt. Das Gesetz soll am 1. April 1900, die Bestimmungen über die Zeitungs­beförderungsgebühr aber erst am 1. Januar 1901 in Kraft treten.

Eine postalische Neuerung unterliegt gegen­wärtig der Begutachtung im Reichspostamt. Sie betrifft bie Bezeichnung der Telegramme mit dem Aufgabeort auf der Außenseite (Adressenklappe). Dieser Vorschlag ist dem Reichspostamt unter der Verwaltung des Staatssekretärs v. Stephan schon wiederholt unterbreitet worden, doch ge­langte er wegen entgegenstehender Bedenken bisher nicht zur Durchführung. Staatssekretär v. Podbielski ist dem Ge­danken wieder näher getreten, da es in den meisten Fllen im Interesse des Empfängers liegt, sofort den Aufgabeort des Telegramms zu erkennen.

Der Koblenzer Zweikampf. Der Leutnant Doering vom 68. Infanterie-Regiment, der im Zweikampf den Studenten Kloevekorn erschoß, wurde, derK. Z." zu­folge, vom Kriegsgericht zu 2»/s Jahren Festungshaft ver­urteilt. Der Kartellträger erhielt vierzehn Tage Festungs­haft.

Ein seltsamer Vorfall. In Kiel hat man gleich nach dem Eintreffen der Nachricht von einem Morde

auf dem Kieler DreirnastschunerSpekulant" in Livorno begründete Zweifel gehegt, daß eine Meuterei an Bord stattgefunden hat. Die Matrosen des Schiffes stammen meist aus Kiel und Eckenförde und der eine von ihnen ist sogar mit dem toten Steuermann verwandt. Nun ist ein Schreiben des Kapitäns Backson bei der Nhederei einge­troffen, das den mysteriösen Vorfall wie folgt schildert: Am 2. April, nachmittags 2 Uhr, ging ich mit dem Steuer­mann Hanson und Max Schneider zur Verklarung an Land, Steuermann Schütze hatte bis 9 Uhr abends die Wache. Dann begab er sich in seine Koje mit der Bemerkung zum Koch:Lassen Sie die Lampe nur brennen." Am Treppen­niedergang war der Wachhund festgelegt. Da der Koch Brot zu backen hatte, ging er in seine Arbeitsräume. Die Wache führte ein Vetter des zweiten Steuermanns Bartels. Als der Koch sich um ll,/2 Uhr in seine Koje begeben wollte, fand er die Thür zur Kammer fest verschlossen, worauf er schnell die Besatzung weckte. Den vereinten An­strengungen aller gelang es, die verriegelte Thür aufzu­brechen und zu dem Steuermann zu gelangen. Völlig ent­kleidet, die Füße und Hände mittelst Schnürbändern auf dem Rücken zufammengebunden, lag der Steuermann als Leiche auf dem Boden. Der Körper hatte an dem Kleider­haken an der Thür gehangen, war aber infolge seiner Schwere herabgerissen. Der ganze Körper zeigte eine blaue Farbe. Die gerichtliche Untersuchung ergab außer Strangu­lierung keine weiteren Merkzeichen. Die Mannschaft wurde verhört und abgeführt, Steuermann Hanson und ich wurden von Kriminalbeamten bewacht. Während ich zuerst an ein Verbrechen glaubte, kam ich nach reiflicher Ueberlegung zu dem Resultat, daß Schütze sich selbst das Leben genommen, denn es ist sehr wohl möglich, sich auf diese Weise zu fesseln. Der Steuermann hat jedenfalls befürchtet, daß, wenn er die Hände freiließe, er sich dann noch am Ende aus der Schlinge befreien würde."

Dresden, 5. Mai. Heute früh wurde in einem Haufe der Königstraße in Dresden-N. der Kontorist Bernhard verhaftet unter dem Verdachte, ein Attentat auf den Geldbriefträger geplant zu haben. Er hatte, wie die Dresdener Neuesten Nachrichten" melden, einen fingierten Geldbrief, mit feiner Adresse versehen, gestern bei der Post aufgegeben und erwartete heute den Geldbriefträger. Der Post war aber bereits gestern ein Verdacht gekommen und man postierte heute früh Kriminal-Schutzleute in der Nähe des betreffenden Hauses, welche Bernhard festnahmen. In seiner Tasche fand mau ein schweres eisernes Instrument, mit welchem er vermutlich das Attentat hatte ausführen wollen.

Ausland.

Lemberg, 5. Mai. Der flüchtige Amtsanwalt Dr. Kratter wurde in New-Dark, als er in einem Bank­hause 15 000 Dollar erheben wollte, festgenommen.

Prag, 5. Mai. DerNarodny Listi" zufolge ist die Majorität des Reichstages für das Sprachengesetz ge­sichert. Außer der gesamten Rechten sind auch die Anti­semiten für dasselbe gewonnen.

Triest, 5. Mai. Seit voriger Nacht herrschte hier ein heftiger Schneefall. Die Temperaturen betragen 2 Grad.

Mailand, 5. Mai. WiePerseveranza" meldet, soll die Besetzung der Sanmun-Bai am 12. ds. erfolgen.

Brüssel, 5. Mai. Aus La Louvier wird gemeldet: Gestern abend entdeckte eine Gendarmerie-Patrouille auf der Fensterbrüstung der Wohnung eines Arbeiters, welcher die Arbeit wieder ausgenommen hat, eine Flasche mit Pulver gefüllt und mit einer Lunte versehen. Die Patrouille überbrachte die Flasche der Polizei, welche eine sofortige Untersuchung anordnete.

Belgrad, 5. Mai. Der russische Geschäftsträger Mansurow wird die Könige Alexander und Milan auf ihrer Reise in das Innere des Landes begleiten.

Odessa, 5. Mai. Infolge der antifemitifchen Unruhen wurde über die Stadt der Belagerungszustand ver­hängt. Der Pöbel hat zahlreiche Branntweingeschäfte ge­plündert.

Madrid, 4. Mai. Spanien macht nach Verlust seiner hauptsächlichsten Kolonien endlich Anstrengungen, sich durch militärische Verteidigungsmaßregelu besser als vorher gegen solche Einbußen zu schützen. So hat der Kriegsminister Polavieja erklärt, daß das Kriegsbudget um 28 Millionen erhöht worden sei, wovon 12 Millionen auf den Sold für die aus den Kolonien zurückkehrenden Offiziere entfallen. Ferner erklärte Polavieja, er werde ein außer­ordentliches Budget vorlegen zur Erneuerung der Bewaffnung und zum Ankauf von Schnellfeuer-Geschützen, denn es sei unerläßlich, daß Spanien die Verteidigung der Kanarischen Inseln und der Balearen organisiere und daß es genügend Streitkräfte besitze, um die Verteidigung der Küsten zu sichern, ohne das Innere der Halbinsel zu entblößen. Bereits hat die Königin-Regentin einen Kredit von fünf Millionen Pesetas zum Zweck der Verteidigung der Kanarischen Inseln unterzeichet.

Konstantinopel, 4. Mai. Die schwierige armenische Frage wird von der Pforte nicht außer Acht gelassen. Zu den behufs Beruhigung der Armenier ergriffenen Maßregeln gehört auch, daß den Behörden in Wan größere Strenge gegenüber den Kurden aufgetragen worden ist. Die Vor­rechte der Kurden sollen überhaupt eingeschränkt werden. Mit großer Wachsamkeit werden übrigens gleichzeitig die Vorgänge im jungtürkischen Lager beobachtet, weil man glaubt, daß zwischen den Armeniern und Jungtürken gewisse Fäden laufen. Im Iildiz-Kiosk sind in der letzten Zeit wieder viele Drohbriefe und Angebereien eingelaufen, wes­halb anläßlich der Ausfahrt des Sultans zum Beiramfeste ungewöhnliche Vorsichtsmaßregeln getroffen wurden.

Males und NrovinMes.

t* Generalversammlung des Mittelrheinifchen Zweiave- bandes deutscher Müller in Gießen vom 16. April. D- ordentliche Generalversammlung nahm einen glänzende Verlauf; über 100 Mitglieder aus allen Gauen des Bezirke waren dazu erschienen, ein Beweis dafür, welches Jnteresl die Bestrebungen des Zweigverbandes allgemein sinder Nach dem Berichte des Vorsitzenden Schäfer, Mainz, <- die Mitgliederzahl auf 557, also um 301 seit der vor jährigen Generalversammlung gestiegen. Diese bedeutend Zunahme ist hauptsächlich auf die Bildung von Kreisvereiner zurückzuführen. Die Einnahmen haben im ajgelaufenr Jahre 2 518.60 Mk., die Ausgaben 2376.68 Mk. betraqen das Gesammtvermögen bezifferte sich am Schlüsse des Rechnungsjahres auf 4190.00 Mk. Die bisherigen Rech nungsrevisoren wurden einstimmig wiedergewählt. BeziiM der Kreisvereine berichtet der Vorsitzende, daß sich bis jeu 10 Vereine gebildet haben, weitere 4 Versammlungen m dem gleichen Zwecke seien für die nächsten Wochen angefetr und in den noch fehlenden 6 Bezirken für den ganzen Zweigverbandsbezirk seien 20 Kreisvereine in Au-sichi genommen seien die Verhandlungen soweit dem Abschluß« nahe, daß die ganze Organisation bis Ende Juni durch­geführt sein dürfte. Die Versammlung nahm mit lebhaften-. Beifall von diesen Mitteilungen Kenntnis und erklärte qu: Antrag des Vorsitzenden mit allen gegen 3 Stimmen sich an­der bisherigen Bildung von Kreisvereinen und der voll ständigen Durchführung dieser Organisation einverstanden. Des weiteren wurde der Entwurf des vorgelegten neuen Statuts, welches als Verwaltungsorgane einen Vorstand aus 9 Mitgliedern, der von einem aus Vertretern der Kreis­vereine sich zusammensetzenden Ausschuß gewählt wird, und die Generalversammlung (ähnlich wie bei dem Verbände deutscher Müller) vorsieht, in seinen Grundzügen angenommen und zu dessen redaktionellen Ausarbeitung ein Ausschuß, bestehend aus den Herren Fritz Schäfer in Mainz, Ludwig Zeh in Niederramstadt, Heinrich Brauer in Ober-Ofleiden H. K. Zimmer in Grünberg und Phil. Ferd. Wagner in Hof-Gnadenthal gewählt. Herr Jof. I. van den Wyngaei' hielt sodann einen Vortrag über das heutige Treiben im Mühlengewerbe und fand mit seinen Ausführungen all festigen Beifall. Auf Antrag des Herrn Brauer erhält: sich die Versammlung einstimmig mit dem Beschlüsse der 2. hessischen Kammer einverstanden, der die Regierung ersuchte, zu veranlassen, daß der hessische Regierungsverttetn im Bundesrat für die Aufhebung der Zollkredite und Transit läger stimmt. Weiter wurden noch die Zeitverkäufe und die verschiedene Verfrachtung von Getreide und Mehl und das Ueberhandnehmen der Schrotmühlen durch Nichtmüllc: erörtert. Die Aussprachen verliefen trotz der melfeitigcr. Beteiligung ruhig und fachlich, und wenn man daraus uni

aus der Einmütigkeit einen Schluß ziehen darf, so werden

sich die Bestrebungen des Zweigverbandes bald so öei- allgemeinern, daß auch das gesteckte Ziel, Hebung des Ge­werbes, erreicht werden dürfte. Dem Vorsitzenden des Hauptverbandes, ebenso dem Vorsitzenden des Zweigver­bandes, sowie dem Geschäftsführer des letzteren wurde für ihre Thätigkeit der Dank der Versammlung ausgesprochen. Ein gemeinschaftliches Mittagsmahl hielt die Theilnehmer. die in dem ziemlich großen Saale nicht alle Platz fanden

noch lange in fröhlicher Stimmung zusammen.

Darmstadt, 4. Mai. Gestern nachmittag fand unter sehr großer Beteiligung auf dem hiesigen Friedhöfe das Leichenbegängnis für den verstorbenen Gelehrten und Schriftsteller Prof. Dr. Ludwig Büchner statt. Äem Leichenwagen voraus marschierte ein Zug Turner mit um­florter Fahne. Die Trauerfeier auf dem Friedhöfe gestaltete sich dem Charakter und der Persönlichkeit des Verstorbenen durchaus entsprechend. Am Grabe hatte die Singmanu schäft derTurngemeinde" Aufstellung genommen und sang vor und nach der Feierlichkeit Strophen des Chores:lieber allen Wipfeln ist Ruh". In längeren Ausführungen gedachte Herr Professor Friedrich der Verdienste des Verewigten nm die hiesigeTurngemeinde", deren Bestrebungen in Ludwig Büchner allezeit einen eifrigen Förderer fanden. Unter herzlichen Worten legte er einen Lorbeerkranz anr Grabe nieder. Gleiches that im Namen des freisinnigen Vereins Herr Rechtsanwalt Dr. Gullus. Herr Rektor G. Lang-Frankfurt a. M. widmete im Auftrag des deutschen Schriftsteller-Verbandes einen Lorbeerkranz, indem er nament lich die Verdienste des Verstorbenen um diese Bereinigung mit beredten Worten hervorhob. Der deutsche Freidenker bunb hatte einen Sprecher entsandt, ebenso der Cheniiupcr, Wiesbadener und Rheinisch-Westphälische Freidenkerbmid. Im Sterbehause hatte Herr Oberstlieutenant Gad Namens des Vereins für Kunst, Wissenschaft und ßitteratur, dessen M begrünber Büchner gewesen war, einen Kranz niedergeleg^

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Goldene Millionen. Ein geheimnisvoller 9LU 6flt " aller Herren Ländern von jeher die Münze umgeben, jenen Ort,» dem aus der allgewaltige, unser gesamtes Kulturleben von der Huus bis zum Palast omchflulende Strom deS glitzernden Metalls sein Ausgang nimmt.Nach Golde drSnat, am Golde hängt doch «un sagt der Dichter nicht mit Unrecht; wie nun aber jene kleinen T«1!**1 stücke der Graveur- und Piägekunst wirklich entstehen, denn lli - sächlich bandelt es sich da um Er,eugn>sse vollendeter Technik u» hochrntwtck lter kunstgewerblicher Bethättgung, daS ist wohl o- meisten unbekannt. Von großem Interesse erscheint daher <to 1 illustrierter Aussatz in dem soeben ausgegebenen $>eft 21 der beltev Familien ZeitschriftFür Alle Welt" (Deutsche- Verl"Sv->» Bong & Co., Berlin, W'en, Stuttga't, Preis deS Heftes 40 der sich anläßlich der Einführung des Hartgeldes in der ölle'rrta' ungarischen Monarchie mit bm Einrichtungen und verschno Funklionen in der kaiserlichen Münze zu Wien beschäftigt unv Beehrenden ungemein viel bietet. Auch sonst ist der ' genannten Nummer wieder höchst lobend irert. Zwei große Nom eine packende Abhandlung über daS mysteriöse Gebiet der y sagerei, Artikel über bedeutsame Zetter,igntffe verbunden m« «wr wertvollen Bilderschmuck, technische Mitteilungen rc. machen Lektüre deS Heftes zu einem wirklichen Genuß.

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