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Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star ßtae" tn An!- werpen ist laut Telegramm em 3. Mai wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Hhb Hochschulfitdte, den begeisterten Anklang im deutschen Volk zu finden, den sie so sicher zu erlangen hofft? Diese Bedenken zerstreut obige „Bismarck-Ehrung"; in schlichter Anspruchslosigkeit will sie daS beschreiben, wozu die unvergängliche Liebe und Verehrung zu dein Schöpfer der deutschen Einheit die Herzen der Studentenschaft in ehrlicher Begeisterung fortriß, wie diese Begeisterung sich in gemeinsame Beschlüsse, und diese Beschlüsse sich in die That umsetzten. Die „Bismarck-Ehrung durch die deutsche Studentenschaft", wie sie uns hier aus ihrer Entwickelung heraus geschildert ist, wird sicher dazu beitragen, die Kenntnis von dem einheitlichen Vorgehen der gesamten Studentenschaft in idealer Sache in weiter, Kreise zu verbreiten, und diese Kreise zur Teilnahme an dem Werke der Studentenschaft bewegen. Der Reinertrag aus dem Verkauf der bei Herrn Otto Petters in Heidelberg soeben erschienenen Schrift wird zur Errichtung der Bismarcksäulen verwendet und in den dafür bestimmten Fonds der deutschen Studentenschaft abgeführt. Der Preis von 50 Pfennig für das Merkchen, das außer einer vortrefflichen Wiedergabe eines Lenbach'schen Bismarckbildes zwei große Gruppenbilder vom Hamburger Studententag enthält, ermöglicht es Jedem, seinerseits dazu beizutragen, daß des Verfaffers Schlußworte verwirklicht werden: „Mögen die Feuer, die am Geburtstage des Deutschesten aller Deutschen zum Himmel lodern, mögen die Flammen, die am Sonnwendfeste weithin durch die Nacht leuchten, jedem Fremden ein strahlendes Zeugnis davon ablegen, wie das deutsche Volk seine Besten zu ehren weiß, und daß Bismarcks Geist, der jahrzehntelang uns vorangeleuchtet und empor zur Sonne geführt hat, nicht aus dem Herzen seines Volkes entschwunden ist."
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. MatthäuSgemeind«.
Dm 29. April. Friedrich Schäfer, Cigerrenmacher zu Gießen, ujnb Äfliollne Eltfabethe Scholl, Tochter des verstorbenen TaglöhnerS Nentab Scholl zu Odenhausen.
D mselbm. August Bernhard Ludwig Martin Appel, Schlosser »M Kietzen, und Marte Susanne Katharine Rohrbach, Tochter deS ma-orb<nen StsenbabnardetterS Gerhard Rohrbach III. zu Gießen.
Dm 8. Mat. Wilhelm Heinrich Ernst Vogt, Gaswerksdirektor ' £ vad-Rauhetm, und Henriette Karoline Bergen, Tochter deS Gas- uuib Wasserwerks-Direktors Otto Bergen zu Gießeu.
LukaSgemetnde.
Dan 29. AprU. Otto Lynker, Schmied zu Gießen, und Anna ^iai-artna Schneider, Tochter des Eisenbahnschaffners Johann Heinrich Aafarider zu Steßm.
Getaufte* MatthäuSqcmetnde.
Da» 30. April. Dem Taglöhner Georg Rüspe!« ein Sohn, WOrtch Wilhelm, geborm dm 12. März.
Denselben. Dem Schutzmann Bernhard Krause ein Sohn, K^mrl 8ii dwtg, geborm den 29. März LukaSgemeinde.
Den 30. April. Dem Gastwirt WUHelm Gerhardt eine Tochter, Gfaroi, geborm dm 8. April.
Denselben. Dem Heilgehilfen und Masseur Heinrich Kraushaar et!i»r kochter, Emmy Margarete Christiane Thekla Käthe, geboren dm 4- Sprit.
JohanneSgemeinde.
Den 30. April. Dem Wirt Carl Sommerlad ein Sohn, Carl J-tzckib H riedrtch Heinrich, geboren den 6. April.
Den 3. Mat. Dem Ingenieur Carl Orth eine Tochter, Johanna Kikitßntsa, geborm dm 5. April.
Beerdigte.
MattbäuSgemeinde.
Dm 4. Mat. Johannes Bertling, Steueraufseher i. P., vcr- te rtild, 74 Jahre alt, starb dm 2. Mai.
MarkuSgemeinde.
Dm 5. Mai. Johannes Garth, Postschaffner L P., verheiratet,
•6$ Zebra alt, starb den 3. Mat.
Dmselbm. Eltsabethe Mandler, geb. Schäfer, Wtttwe d«8 ÄilSdltrl Georg Mandler, 57 Jahre alt.
LukaSgemetnde.
Daa 29. AprU. Katharine Steller, geb. Wacker, Ehefrau deS MWtis «ml Steller, 44 Jahre alt, starb den 26. April.
JohanneSgemeinde.
Dem 2. Mai. Georg Brücke!, Bureau-Gehilfe, Sohn des ver- stoassmm Zugführers Friedrich Georg Brücke! zu Gtehm, 28 Jahre aM |arb' dm 29. April.
Aufruf.
Fast alle Truppmtetle, welche am 18. August 1870 bei St. Privat-la-Montagne um dm Steg gerungen, haben jetzt ihrm an jenem Tage gefallenen Kameraden etn Denkmal auf der Wahlstatt gesetzt oder sind dabei es zu thun. — Nur dem dritten Garde Regiment zu Fuß fehlte bis zum heutigen Tage etn solches, trotzdem eS sich mit gutem Recht rühmen kann, daß gerade seine Mitwirkung nicht zum wenigsten zur Wegnahme deS so zähe verteidigten Dorfes beigetragm hat.
Seinen ruhmvoll gefallenen Kämpfern zur Ehre beabstchtigt jetzt daS Regiment auf dem Schlachtfelde ein Denkmal zu errichten und fordert hiermit alle altm Kameraden, welche je unter feinen Fahnen gestanden haben, auf, sich durch Beiträge an der Errichtung zu beteiligen. Alle Spender werden seinerzeit zur Teilnahme au der Enthüllung, welche für dm 18. August 1900 in Aussicht genommen ist, aufgefordert werdm, auch wird beabsichtigt, denselben Fahrpreisermäßigung zur Hin- und Rückfahrt nach Metz zu «willen.
Beiträge und Anfragen wird freundlichst gebeten zu richten an: „Drittes Garde-Regiment zu Fuß (Denkmals-Angelegenheit), Berlin SO. 33", auch müßte die eigene Adresse auf Briefen und Geldsendungen recht deutlich vermerkt sein, da nur dann mit Sicherheit darauf gerechnet werdm kann, daß alle Spender die Mitteilung über dm Fortgang der DmkmalS-Angelegenheit und die Enthüllung rechtzeitig erhalten.
Ein Platz für daS Dmkmal ist bereits angekauft worben, und zwar an der Stelle, wo daS zweite Bataillon des Regiments, welches mit 16 Offizieren, 42 Unteroffizieren und 471 Mann die höchsten Verluste aller bei St. Privat kämpfendm Truppen hatte, tn das Dorf etndrang.
Wie an jenem 18. August 1870 in ernster, totgeweihter Stunde Offiziere und Mannschaften wetteiferten in der Hingabe für König und Vaterland, so mögen jetzt die alten Kameraden mit dm jüngeren sich vereinigen zur Schaffung eines würdigen Denkmals auf der heißumstrittenen Höhe von St. Privat. — So wird daS Denkmal ein Wahrzeichen treuer deutscher Kameradschaft sein auf blutgetränkter, glorreich errungener Erde. An deS Reiches Westgrenze stehend, werde
Weratur, Wissenschaft und Kunst.
- Bismarck-Ehrung durch die deutsche Studentenschaft. Ll-!i kein nerungsgabe zur diesmmaligen Wiederkehr des Geburtstages Vi,0«nck» als ein Zeichen der echten Vaterlandsliebe, die die „Deutsche Stiirlinlemschaft" durchweht, Hal sie durch ein Mitglied ihres „Aus- fthchP', Herrn cand. med. Walther Hoffmann in Heidelberg, in obiger Sckisciil Zeugnis abgelegt von dem Wirken und Schaffen der akademischen dem größten Deutschen ein seiner würdiges Volksdenkmal von umvMinylicher Dauer zu errichten. Als Anfang Dezember vorigen Jalfa» überall in deutschen Landen die deutsche Studentenschaft mit chri Mi Aufruf „An daS deutsche Volk" an die Oeffentlichkeit trat und avel:k<utschen ohne Unterschied des Standes und Bekenntnisses auffor« tendr; ben großen Plau verwirklichen zu helfen, unserm Bismarck zu ShrjM überall auf den Höhen unserer Heimat als ein Sinnbild ber Ein- tziätiÄiutschlands das gleiche Zeichen „Eine Bismarcksäule" zu er« richH-z da kam wohl manchem, der den studentischen Kreisen ferner steh 8, Irr bange Gedanke: Wird es der deutschen Studentenschaft geling an, a»ch außerhalb ihres engeren Wirkungskreises, der Univerfitäts-
Schisssnachrichten
Norddeutsch« Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agent« Carfl LooS und I. M. Schulhof.
Bremen, 4. Mai. (Per tranöattantffchen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Pofidampf« H. H. Meier, Capitän C. Steencken, vom Norddeutsch« Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr morgmS wohlbehalten in New-York angekommen.
Bremen, 4. Mai. (Per transatlantisch« Telegraph.) Der Postdampfer Roland, Capilän I. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommm.
• Mai: 8. Wilhelm Heinrich Ernst Logt, GaSwerkS-Direktor ;m od-Nauheim, mit Henriette Karoliue Bergen^hiuselbst.
Gebarene«
AprU: 24. Dem Lokomotivführer Georg Menke eine Tochter. 1 ß. Cem Schlosser Heinrich Peter eine Tochter, Sa'harine Margarethe : i-ititnc Elisabeth. 26. Dem Schuhmacher Philipp Appel eine t etter, Margarethe Luise. 27. Dem Lokomotivsührer Heinrich • Sindber X. eine Tochter, Lina. 28. Dem Kaufmann Fran, Josef I5tt®a6 ein Sohn, Friedrich. 28. Dem Uhrmacher Kar! Stöoer ein «Sojit, Reinhold Heinrich. 29. Dem Schutzmann Johannes Schmidt iittiSohn. 30. Dem Gymnasiallehrer Dr. Franz Schmitt ein Sohn, 11*1 Josef Friedrich Franz. 30. Dem Postschaffner LouiS Rühl ein iS)|n. Mai: 1. Dem Wirt Konrad Schomber ein Sohn, Wilhelm. ■ Dem AmtSgerichtSdiener-Substituteu Ludwig Waldschmidt ein c ki|a, Otto Heinrich Ludwig.
Eeftnrbene,
April: 28. Anna PhUtppine Grünewald, 1 Jahr alt, Tochter i mn Heizer Christian Grünewald dahier. 29. Georg Brückel, 28 Jahre «>L, Bureaugebilfe dahier. 30. Emil August Emrich, 1V< Jahr alt, lEobn von Kaufmann Heinrich Karl Emrich dahier. Mai: 1. Karl ‘ Btmibt, 36 Jahre alt, Taglöhner von Krofdorf. 2. Johann Bertling, Jahre alt, Steuerausseher i. P. dahier. 3. Katharine Muhl, geb. cBdlgtnflÖer, 44 Jahre alt, Ehefrau von Friseur und Heilgehilfe U «sinne- Muhl dahier. 3. Ernst Friedrich Christian Weil, 23 Jahre ail« Schmied von Weilmünst«. 3. Johannes Garth, 65 Jahre alt, IhMeffner i P- dahier.
Verkehr, Am- und Volkswirtschaft.
Gietzen, 6. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 0.86—1.06, Hühnereier per St. 0—0 H, 2 St. 9—11 Enteneier 2 St. 11—12 Gänse» ei« per St. 11—12 H, Käse 1 St. 6—8 H, Käsematte per St. 8 Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 32 Tauben p« Paar
X 0.70—1.00, Hühner p« St. 1.10—1.30, Hahnen per Stück
JC. 1.60—2.00, Enten p« St. JL 2.00—2.60, Gänse per Pfund JC 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4/ Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch p« Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.60 bis 6.60 JL, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. Jt 9.00—10.00, Mich p« Liter 16 H.
Dau« der Marktzeit von 7 Uhr Morgen- bi- 1 Uhr Nach« mittag-. Während der ersten 8 Stunden d« Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten w«den.
2? eine Warnung, den kommende» Geschlechter» ab«
eine Mahnung, in Treue feft-ustehen zu Kais« und Reich, zu wahren und zu erhalten, was die Väter mit ih'km Blute «stritten haben.
Neueste Meldungen.
Depeschm deS Bureau „Herold".
Berlin, 6. Mai. Zu einer großen Gedächtnisfeier für den Fürsten Bismarck soll sich am 20. ds. Mts. auf Anregung des Gesamt-Ausschusses der Alten Herren« Verbände der diesjährige Kösener Festakt vor den Denkmälern auf der Rudelsburg gestalten.
Berlin, 6. Mai. Das „Kleine Journal" meldet aus Paris: In den Wandelgängen der Kammer verlautete bestimmt, der deutsche Botschafter, Graf Münster, habe dieser Tage Delcasi« nochmals erklärt, Drevf us habe niemals zu deutschen Beamten Beziehungen gehabt. Der Bot« schafter erklärte sich bereit, den Briefwechsel SchwartzkoppenS mit Henry, welcher der wirkliche Verräter sei, vorzulegen. DelcaffL, von mehreren Abgeordneten befragt, verweigerte die Antwort. Die Angelegenheit erregt großes Aufsehen. — Ein weiteres Pariser Telegramm desselben Blattes lautet: Nach dem Vorfall bei der gestrigen Interpellation über den Zwischenfall Duruy herrscht die allgemeine Ueberzeugung von einem latenten Zwiespalt zwischen Dupuy und Freycinct, der demnächst durch den Rücktritt des letzteren gelöst werden dürfte.
Kol«, 6. Mai. Der Kardinal-Erzbischof Dr. Krementz ist heute Nacht 12!/2 Uhr gestorben.
Wien, 6. Mai. In ganz Oesterreich-Ungarn herrscht große Kälte. Aus allen Landesteilen werden heftige Schneefälle gemeldet, die an den Kulturen großen Schaden anrichten.
Budapest, 6. Mai. Die Arbeiter der ungarischen Nähmaschinen- und Fahrrad-Fabrikgesellschast streiken. Sie verlangen eine fünfprozentige Lohnerhöhung.
Lemberg, 6. Mai. Dem „Dziennik Polski" wird aus Wien gemeldet, daß die politische Situation in Oesterreich sehr gespannt sei und eine Demission des Kabinetts Thun nicht ausgeschlossen erscheine.
Rom, 6. Mai. General Pelloux hatte gestern nachmittag mit S o n n i n o eine Unterredung. Der Eintritt Sonninos in das neue Kabinett gilt als sicher. Wie verlautet, hat eine Verständigung zwischen Sonnino und Pelloux stattgefunden. Gestern abend wurde Sonnino vom Könige empfangen. Die Ministerkrisis wird somit bald ihre Lösung finden.
Rom, 6. Mai. Das neue Kabinett dürfte sich wie folgt zusammensetzen: Pelloux, Präsidium und Inneres; Sonnino, Aeußeres; Solandra, Schatz; Prinetti, Finanzen; Mirri, Krieg; Morin, Marine; Lacava, Bauten. Die übrigen Portefeuilles bleiben unverändert.
Rom, 6. Mai. Die heutigen Morgenblätter sind der Ansicht, daß das neue Kabinett nicht lebensfähig sein wird, da Pelloux durch seine reaktionären Gesetze gegen Presie und Versammlungs-Freiheit re. in der Kammer keine Mehrheit findet.
Paris, 6. Mai. Gestern abend ging das Gerücht, der Kriegsminister Frey einet habe seine Demission gegeben. Es wurde nämlich sehr bemerkt, daß Freycinet sofort nach dem Ausgang der Interpellation über die Maßregelung des Professors Duruy sich zum Präsidenten der Republik begab. Die Nachricht hat bisher noch keine Bestätigung gefunden.
Paris, 6. Mai. Gestern sind ungünstige Nachrichten über den Gesundheitszustand Dreyfus hier eingetroffen. Da er seit mehreren Monaten keine Nachricht über den Gang der Revision erhalten hat, so scheint er in Verzweiflung zu geraten. Es scheint sich seiner die Vorstellung zu bemächtigen, die Revision sei abgelehnt worden.
London, 6. Mai. Der „Standard" bestätigt heute, die englische Negierung habe nicht im geringsten daran gedacht, kriegerische Verwickelungen mit derTrans- vaal-Regierung herbeizuführen.
Washington, 6. Mai. Einem Telegramm des Admirals Kautz zufolge ist es jetzt um Apia ruhig. Mataafa hat die Feindseligkeiten bis zum Zusammentritt der Friedens- Konferenz eingestellt.
Sofia, 6. Mai. Anläßlich der morgen stattfindenden Deputiertenwahl hat die Polizei umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen, da bei der überaus heftigen Agitation der Stoilow-Partei Unruhen befürchtet werden.
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