Dienstag den 7. März
Drittes Blatt
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HZilge auf einer Strecke von 400—600 Meter zum Halten bringen sind, braucht der projektierte elektrische Zug H’’ eneui Raum von 3 Kilometer, um aus voller Fahr- ^ztschiwindigkeit zur Ruhe zu kommen. Der kleinste Unfall, ’ll'Sti dabei dem Zuge zustößt, muß natürlich zu einer gänz- ii»Me» Zertrümmerung der Wagen führen und die schreck- ><i liihcm Folgen jedes Eisenbahnunglücks außerordentlich steigern. i^<bn Vorteil, der sich aus der Natur des Betriebes ergiebt, ]1$Mibit jedoch gewiß den elektrischen Fernbahnen gegenüber
8>.n jetzigen Dampfbahnen, und besteht darin, daß man in .lkiuM Zwischenräumen einzelne Wagen ablassen wird. Es v*ttboen daher voraussichtlich auf den elektrischen Zukunfts- i’i/liljmen, welche man früher oder später eben doch zwischen f^n größten Städten anlegen wird, statt der in stunden- jjlangitn Zwischenräumen abgelassenen langen Züge jede jiöWitrlltl oder halbe Stunde einzelne Wagen verkehren, mit jjSiAlltzen die lleberwinduug von Strecken wie Berlin—Wien«
Wirkungskreise mit gleichem Vertrauen begegnet werden, damit er mit derselben Freude und Hingebung seines ungleich schwierigeren Amtes warten kann.
Grebenhain, 4. März. Am 26. v. Mts. hielt Herr Oberförster Weber hier einen Vortrag über den Anbau der Fichte. Demselben wohnten viele Personen aus den benachbarten Orten Bermuthshain, Hartmannshain, Herchen- Hain, Crainfeld usw. bei. Redner schilderte zuerst die Größe und Lage des ganzen Vogelsberges, und behandelte darnach die drei Fragen: 1. Sollen wir pflanzen und warum sollen wir pflanzen. 2. Wo sollen wir pflanzen. 3. Wie sollen wir pflanzen. Gerade im höheren Vogelsberg ist es nötig, aufzuforsten im Hinblick auf die vielen wilden Hutweiden und Oedungen. Vor allem empfahl Redner das anpflanzen der Fichte, welche in einem Alter von 60 bis 70 Jahren haubar ist. Unsere Höhenzüge müssen mit Wald belegt werden zum Schutz der Thäler mit ihren Wiesen und Acker- land, denn wenn man unbewaldete Höhen wie z. B. den weißen Stein bei Hartmannshain betrachtet, wird man sehen, daß auch die umliegenden Aecker und Wiesen geringwertiger sind. Herr Oberförster Weber sprach dann im allgemeinen über die Preissteigerung des Fichtenholzes. Früher habe man von Celluloseholz nichts gewußt. Vor etwa 15 Jahren sei das erste Celluloseholz aus hiesiger Oberförsterei an einen auswärtigen Händler verkauft worden, und zwar der Raummeter für 1 Mk. 50 Pfg. Damals habe der Händler das Holz für diesen Preis „nachgeworfen" bekommen, wie man zu sagen pflegt. Etwa 5 Jahre später habe der Raummeter schon 3 bis 4 Mk. gekostet, und in weiteren 5 bis 6 Jahren seien schon 6 bis 7 Mk. bezahlt worden, und immer noch wurden saubere Bestände verkauft, sodaß sich unsere Wälder allmählich lichteten. Zur Zeit wird das fiskalische Holz mit 9 Mk. pro Raummeter bezahlt. Im oberen Vogelsberg sind nach der Statistik noch etwa 5000 Hektaren geringe Hutweiden und Oedungen vorhanden, welche aufgeforstet werden müssen. Zum Schlüsse seines interessanten Vortrags sagte Redner, er hoffe, daß seine Ausführungen auf dankbaren Boden gefallen seien, und werde im Frühjahr dieses Jahres gerne bei Beginn der Aufforstung im Oberwald jedem Interessenten das Anpflanzen zeigen.
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— Zu dem Verhalten des deutschen Konsuls in Prag wird der „T. R." mit bezug auf die Erklärungen des Staatssekretärs v. Bülow aus Prag geschrieben, daß der Konsul tschechische Veranstaltungen schon einigemale besuchte, es aber im September v. I. ablehnte, an der von den Deutschnationalen Prags veranstalteten großartigen Bismarck-Trauerfeier teilzunehmen, obwohl er auch zu dieser Veranstaltung zuin Gedenken des größten deutschen Mannes persönlich geladen war. Das hat damals in den deutschnationalen Kreisen Prags ebenfalls unangenehm berührt.
Lokales und Promnstekes.
St Heuchelheim, 5. März. Zu Ehren des von hier nach Mainz berufenen Pfarrverwalters Herrn Schäf er fand letzten Dienstagabend — 28. Febr. — in der Wirtschaft zur „Heuchelheimer Mühle" eine kleine Abschiedsfeier statt, zu welcher eine größere Anzahl hiesiger Einwohner erschienen war. In kurzer Ansprache feierte Herr Lehrer Schneider den Scheidenden als einen Mann, der sich trotz seines nur kurzen Wirkens in unserer Gemeinde durch sein dienstliches wie außerdienstliches Verhalten die Liebe, Anerkennung und Hochachtung wohl der meisten Gemeindemitglieder in hohem Maße zu erwerben wußte, so daß man es mit Freuden begrüßen würde, wenn Herr Schäfer in späteren Jahren als Seelsorger wieder hierher zurückversetzt werden sollte. Für die anerkennenden Worte des Herrn Lehrers Schneider sowie auch für das Vertrauen, das man ihm in seinem schweren Beruf allseitig entgegengebracht habe, bestens dankend, erklärte Herr Schäfer, dem Orte, wo er zum ersten- male von heiliger Stätte Gottes Wort verkünden durfte, stets ein freundliches Andenken bewahren zu wollen. Möge Herrn Pfarrverwalter Schäfer auch in seinem neuen
statt in 14 Stunden in nur 6 Stunden und Berlin—Köln statt in 10 Stunden in 5 Stunden möglich sein wird.
Ebenso wichtig wie die Beschleunigung des Fernverkehrs ist die Umwälzung, welche sich gegenwärtig unter unseren Augen im inneren Verkehr der Großstädte vollzieht. Tramways sind heute bereits in fast allen Städten über 50,000 Einwohnern und oft auch in viel kleineren vorhanden, und erfüllen nur ein thatsächliches Bedürfniß. Schlimm aber sieht es mit der auf denselben erzielten Geschwindigkeit aus, welche bei Pferdebetrieb 10 Kilometer in der Stunde keinesfalls übersteigt. Aus diesem Grunde macht die Umwandlung derselben in elektrische Straßenbahnen trotz des großen damit verbundenen Kostenaufwandes kolossale Fortschritte. Die damit erzielte Verbesserung des Verkehrs, so bedeutend sie ist, genügt aber noch keineswegs dem Bedürfnis der ganz großen Städte; denn während es hier darauf ankäme, längere Wegstrecken mit großer Geschwindigkeit zurückzulegen, verbietet sich letztere schon aus Rücksicht auf die Fußgänger und das übrige Fuhrwerk. Da heißt es daher, sich entweder wie ein Maulwurf in langen Röhren unterirdisch einzuwühlen oder die Bahnlinie auf luftigem Viadukt zu führen.
Das erstere System ist in England zur allgemeinen Geltung gelangt, wo man schon in den 60er Jahren in London begann, ein weites Tunnelnetz tief unter die Oberfläche der Straßen anzulegen, das gerade jetzt bedeutend erweitert und für den elektrischen Betrieb umgestaltet wird. Die Gunst des Publikums aber hat sich von jeher den Hochbahnen zugeneigt, welche in Newyork, wo deren zahl, reiche in einer Gesamtlänge von mehr als 60 Kilometer Länge existieren, zur höchsten technischen Vervollkommnung gelangt ist, bei welcher die ästhetische Seite allerdings arg
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verkürzt wird. Dort in New-Iork läßt man auch außer den im Dreiminutenbetrieb folgenden Zügen auf besonderen Geleisen Stadtschnellzüge laufen, welche mit 45—50 Kilometer Geschwindigkeit betrieben werden, und die langgestreckte Manhattaninsel, auf der die Königin der neuen Welt erbaut ist, in 20 Minuten von einem Ende bis zum andern durcheilen.
Das Muster von Eleganz bleibt trotz ihres siebzehnjährigen Bestehens unter den Hochbahnen noch immer die Berliner Stadtbahn, der sich die Wiener Stadtbahnlinien jedoch würdig anreihen. Aehnliche Hochbahnen besitzen im ferneren Chicago, Liverpool und Elberfeld-Barmen, in welch letzteren das Langen'sche System der Schwebebahn zur Durchführung gelangt ist. Das Charakteristikum dieser Bahn ist, daß bei ihr die Wageu mittelst der über de« Dache angebrachten Räder an der hoch in der Lust mitten über dem Flußbett der Wupper erbauten, von mächtigen eisernen Bogen gestützten Laufschiene hängen.
Die gefährlichsten Feinde der Hochbahnen sind die benachbarten Hausbesitzer, welche von denselben eine Entwertung ihrer Grundstücke befürchten, und so scheint denn der unterirdischen, im Tunnel geführten Bahn die Zukunft zu gehören. Es werden daher auch bedeutende Teile der in der Ausführung begriffenen Siemens'schen Hochbahn in Berlin unterirdisch geführt werden, und in Glasgow und Budapest funktionieren derartige Anlagen bereits seit mehreren Jahren auf das beste. Man legt, um jede Kollision der sich begegnenden Züge zu vermeiden, jedes Geleis in eine besondere Röhre und hat von dem elektrischen Betriebe den Vorteil, daß keine nennenswerte Lustverschlechterung eintritt, und daß man große Geschwindigkeiten erreichen kann.
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Ausland.
Wien, 4. März. Wie verlautet, wird der Zar im kommenden Monat dem Kaiser Franz Josef einen Besuch abstatten. Im kaiserlichen Lustschloß Lainz sollen bereits zum Empfange des Zaren Vorbereitungen getroffen werden.
Paris, 4. März. Abends wurde Beaurepaires Buch: „Panama und die Republik" ausgegeben. Es ist sehr langweilig geschrieben und enthält Angriffe gegen Loubet, Ribot und alle Justizminister seit der Panama-Affaire, aber kein irgendwie neues Faktum.
z London, 4. März. „Daily Chronicle" publiciert den ersten wenig sensationellen Teil der Esterhazy'schen Enthüllungen
Vermischtes.
* Aschaffenburg, 2. März. Das Projekt für die bei Zell zu erbauende steinerne Brücke über den Main ist, der „Aschaff. Ztg." zufolge, gegenwärtig in der Ausarbeitung begriffen. Die Brücke würde darnach fünf Steinbögen erhalten, von denen der weiteste 37 Meter breit werden wird;
Deutsches Reich.
Berlin, 4. März. Das Mandat des Abgeordneten Grafen Bismarck-Bohlen, des konservativen Vertreters von Greifswald ist von der Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages beanstandet worden.
Berlin, 4. März. Die sechste Kommission des Reichstages für die Abänderungs-Vorschläge zur Straf- Prozeßordnung setzte beute die Beratung über die sogen, lei Salisch, betreffend die Eidesformel, fort. Der Zeugeneid wurde in der bisherigen Formel beibehalten. Der beantragte Zusatz: „Nach bestem Wissen und Gewissen" wurde mit 10 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Die von konservativer Seite unb dem Centrum angestrebte Aufnahme einer dem Glaubens- bekenntnis entsprechenden Bekrästigungsformel fand keine Mehrheit. Die Einführung der Strafprozeßordnungs- Rov elle soll durch kaiserliche Verordnung erfolgen, spätestens am 1. Januar 1904. Damit ist die erste Lesung beendet. Die zweite Lesung soll am 14. März beginnen.
Berlin, 4. März. Die neunte Kommission des Reichstages zur Beratung des Jnvaliditäts- kersicherungsgesetzes begann ihre heutige Beratung beim § 20 in Verbindung mit § 26 bezw. mit dem vom Abgeordneten Rösicke eingebrachten Abänderungsantrage behrffenb die Festsetzung der wöchentlichen Beiträge und die kerwchnung des aufzubringenden Teiles der Renten. Zu tiner Beschlußfassung kam es heute nicht.
Berlin, 4. März. DaS Abgeordnetenhaus erledigte heute das Extra-Ordinarium des Eisenbahn-Etats unb nahm dann in zweiter Lesung den Gesetzentwurf be- tresiend den Ankauf der Bernsteinwerke Stantien & Becker für 98/t Millionen an.
Berlin, 4. März. Die „Germania" schreibt: Wir können der „Freisinnigen Zeitung" wiederholen, daß ein ikonipromiß nicht abgeschlossen ist und daß keine Ab- riachungen stattgefunden haben, und daß ein etwaiger Ver- piltelungs-Vorschlag des Centrums bei der bevorstehenden zweiten Beratung der Militär-Vorlage in der Budget- kommifsion des Reichstages nicht die Grundlage haben Dirb, wie sie in der „Freisinnigen Zeitung" angegeben fcoriben sind.
Berlin, 4. März. Wie die „Berliner Neuest. Nachr." sören, soll der Rücktritt des Unterstaatssekretärs im ktaatsministerium, Meinecke, am 1. Mai d. I. erfolgen, tosselbe Blatt berichtet weiter, daß der Rücktritt des Präsi- knten der preußischen Seehandlung, Herrn von Burchard m 1. April erfolgt. Der Landtagsabgeordnete v. Zedlitz- üenkirch soll bestimmt zum Nachfolger ausersehen sein.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Feuilleton.
Immer schlierter.
Nne Studie über die neuesten Fortschritte im Eisenbahn- und Straßenbahn-Verkehr.
Von Rudolf Curtius.
(Nachdruck verboten.) (Schluß.)
Bon Beobachtung optischer Signale durch den Führer mb das Fahrp^rsonal kann da natürlich keine Rede mehr fkiii, und eine Sicherung des Zuges bei drohender Gefahr ta nur durch automatisch wirkende Vorrichtungen gegeben Herben, welche, vom Streckenpersonal gehandhabt, den elek- Äifclben Strom unterbrechen. Während unsere schnellsten
trMehtf täglich mit Ausnahme des MontagS.
Die Gießener Ickmttieov tälter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal deigelegt.
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