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6.9.1899 Zweites Blatt
 
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* St. Johann, 3. September. Gestern vormittag stieß auf dem Güterbahnhof Mal statt eine Rangiermaschine mit der Maschine eines Güterzuges zusammen. Die Beschädig­ungen sind sehr schwer. Es wurde niemand verletzt.

* M.-Gladbach, 2. September. Durch einen Blitz­schlag in das Fernsprechamt wurden zwei Telephonistinnen gelähmt.

* Stuttgart, 4. September. Die nächste Nummer des Simplizissimus" wird hier erscheinen. Drucker ist die Firma Strecker und'Schröder. Herr Hugo Moser, der mit Strecker die Firma Strecker und Moser bildete, ist ausgetreten.

* Edenkoben, 3. September. Das bayerische Friedens- und Siegesdenkmal wurde heute auf dem nahen Werderberge in Anwesenheit des Kultusministers v. Landmann als Vertreters des Prinzregenten Luitpold, zahlreicher Generäle, des Regierungspräsidenten v. Welser und von mehr als 20000 Kriegern enthüllt.

* Rom, 4. September. Wilhelm Marc oni, der Erfinder der drahtlosen Telegraphie, ist in Eng­land mit der Vervollkommnung seiner Erfindung beschäftigt. In England sind ihm zu diesem Behufe unbegrenzte Geld­mittel zur Verfügung gestellt, worauf er in seinem Vater­lande nicht rechnen konnte. Das italienische Marinemini­sterium sucht aber auf eigene Faust die Erfindung Marconis weiter auszubilden und hat im Kriegshafen von Spezia ein Laboratorium für drahtlose Telegraphie eingerichtet, das von Professor Pasqualini mit gutem Erfolge geleitet wird. Man ist in jüngster Zeit dahin gelangt, mit den verbesserten Apparaten Marconis bis auf eine Entfernung von 40 Kilo­meter zu telegraphieren und hofft in Kürze eine Entfer­nung von 60 Kilometer zu erreichen. Ausgezeichnet ge­langen die Versuche, durch Marconis Apparat mit einem in schneller Fahrt befindlichen Zuge Telegramme zu wechseln. Man erhofft aus diesem Versuche wertvolle Anwendungen für den Sicherheitsdienst des Eisenbahnverkehrs. Auf dem Kriegsgeschwader in Spezia hat sich der Austausch draht­loser Telegramme von Schiff zu Schiff schon eingebürgert. Als gelöst kann auch das Problem gelten, unterirdische und unterseeische Minen durch Anwendung des Prinzips der drahtlosen Telegraphie zur Explosion zu bringen. Gegen­wärtig studiert man Mittel und Wege, um ein unterseeisches Boot vom Lande aus durch die drahtlose Uebermittelung elektrischer Wellen zu lenken. Nachrichten aus England zu­folge trägt sich Marconi mit zwei Plänen zur praktischen Verwendung seiner Telegraphie. Er will in Dover ein Telegraphenamt einrichten, mit dem auf der einen Seite die großen Städte Englands und auf der anderen Seite die großen Städte Mitteleuropas (und umgekehrt) draht­lose Depeschen senden zu können. Der zweite Plan zielt auf die Einrichtung einer drahtlosen telegraphischen Ver­bindung zwischen einem Punkte Irlands und einem Punkte Nordamerikas ab. Um diesen Plan zu fördern, begiebt sich Marconi binnen Kurzem nach New-Aork.

* Alexandria, 4. September. Hier sind neuerdings mehrere Pest fälle vorgekommen.

* Tunis, 4. September. Die am Hafen befindlichen großen Magazine wurden des Nachts durch eine Feuers- brunst zerstört. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 20 Millionen.

* Eine Tragödie am Comersee. In Tremezzo am Comersee hat sich ein erschütternder Unfall zugetragen, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer fielen. In der Villa Mack pflegt seit vier Jahren ein Herr Ludwig Bleck aus Saint Marie (Elsaß) seinen Sommeraufenthalt mit seiner Tochter Delma und den beiden Enkelinnen Genoveva und Elisabeth, Töchter seines in Paris lebenden Sohnes Karl, zu nehmen. Die Mädchen sind 15 und 18 Jahre alt und wurden, da sie mutterlos waren, mit um so größerer Liebe von dem Großvater und der Tante umgeben. Eines Tages gingen sie mit der Tante in den Garten, der an den See stößt, um zu baden. Als aber die jüngere mehrere Schritte in dem Wasser gethan, verschwindet sie; die ältere, welche ihr nacheilt, trifft dasselbe Schicksal. Die Tante schreit entsetzt um Hilfe und stürzt in das Wasser, aber ver­gebens auch sie versinkt. Inzwischen kommen auf das Verzweiflungsgeschrei der Großvater und die Diener herbei, denen es nach verzweifelten Anstrengungen gelingt, die Tante noch lebend herauszuziehen, während das Leben der beiden jungen Mädchen verloren war. Bei dem Rettungsversuch hatte sich der alte Herr Bleck selbst so in Lebensgefahr be­geben, daß auch er ohnmächtig ans Land gebracht und erst nach vielen Bemühungen ins Leben zurückgerufen werden konnte. Für den Abend dieses Unglückstages hatte der Vater der beiden jungen Mädchen seinen Besuch aus Paris angekündigt.

* Wo stehen die meisten Wohnungen leer? Am letzten Jahresschlüsse betrug die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin 12253; es würde dies etwa 2,53 Prozent aller vorhandenen Wohnungen ausmachen. Nach einer vergleichenden Zusammenstellung, welche das Statistische Amt der Stadt Dresden veranlaßt hat, ist dies ein ganz mäßiger Satz. Zu Anfang d. I. waren nämlich nach jener Statistik von den vorhandenen Wohnungen unbenutzt: in Stuttgart 0,68 Prozent, in Leipzig 1,03 Proz., in Magdeburg 1,16 Proz., in Karlsruhe 1,19 Proz., in Mannheim 1,50 Proz., in Lübeck 1,52 Proz, in Dresden 2,81 Proz. (also mehr als in Berlin), dann steigt das Wohnungsangebot bis auf 4,2 Prozent, welche Zahl für Köln gilt.

* Der Vetter einer Kaiserin als Goldgräber. Wie aus Vancouver berichtet wird, bringen kalifornische Blätter die Nachricht, daß ein rechter Vetter der Exkaiserin Eugenie von Frankreich sich vor kurzem nach Europa eingeschifft hat, um endlich zur Zivilisation zurückzukehren, nachdem er 30 Jahre in den fernsten Weltgegenden zugebracht und die Hälfte dieser Zeit sich ausschließlich damit beschäftigt hat, in den Eiswüsten von Alaska Gold zu suchen. Sennor Camilo Espinoza, ein Offizier der Königlichen Garde, mußte

im Jahre 1868 aus Madrid fliehen, weil er einen Kameraden, einen nahen Verwandten der Exkönigin Isabella, im Duell erschossen hatte. Eine hohe Summe war für seine Ver­haftung ausgesetzt worden, doch gelang es seiner Familie, ihn unter falschem Namen an Bord eines Ostindienfahrers zu schmuggeln. Seitdem hat der vornehme Flüchtling nie seine Identität zu erkennen gegeben. Er würde es auch jetzt noch nicht thun, wenn er nicht ein Schreiben von der Exkaiserin Eugenie erhalten hätte, in welchem ihn diese ver­sichert, daß sie eine bedingungslose Verzeihung für ihn von der Königin-Regentin erlangt habe. Nachdem Sennor Espinoza Bombay glücklich erreicht hatte, blieb ihm nichts übrig, als mit harter Arbeit seinen Lebensunterhalt zu ver­dienen. Er kam trotz aller Anstrengungen nie recht von der Stelle, und als er im Jahre 1884 mit drei Landsleuten zusammentraf, die im Begriff waren, nach Alaska zu gehen, um dort ihr Glück zu machen, schloß er sich ohne Zögern ihnen an. Nach langem Umherirren, das reich an seltsamen und gefährlichen Abenteuern war, lächelte ihnen Fortuna endlich doch und ließ sie ein kolossales Vermögen aus dem Schooß der Erde gewinnen. Mehr als einmal befanden sich die vier Glücksjäger in den jetzt als Klondike-Gebiet bekannten Regionen. Einen der von ihnen entdeckten gold­haltigen Landstriche, aus dem sie schon viele Tausende erbeutet hatten, verkaufte Espinoza an einen Vertreter der englischen Baronin Burdett Coutts für 20 000 Lstrl. (400000 Mark).

* Deutsche Krankenpflege in französtscher Beleuchtung. In einem neulich veröffentlichten Werke über das öffentliche Rettungswesen im Auslande äußert der Pariser- Arzt Albert Montheuil ein bemerkenswertes Urteil über das Personal in den deutschen Krankenhäusern, indem er einen Vergleich mit den französischen Verhältnissen zieht. Die französischen Krankenhausärzte erhalten durchschnittlich nur ein ganz unbedeutendes Gehalt und können sich infolgedessen auch nicht so ausschließlich ihrem Dienste im Krankenhause widmen, wie das bei den deutschen Aerzten der Fall ist. Der Arzt eines Krankenhauses in Paris steht sich auf jähr­lich 1800 Franken, während in einer mittleren deutschen Stadt, wie Elberfeld, ein Arzt am Krankenhause 6000 Mk. erhält. In den großen Städten, wie Hamburg, hat der leitende Arzt des Krankenhauses 11000Mk., der Chefchirurg 12000 und die gewöhnlichen Aerzte 6000 Mk. Es wird hervorgehoben, daß es den Aerzten dabei nicht untersagt ist, außerhalb des Hospitals Patienten zu haben, aber die Ver­waltung des Krankenhauses hat das Recht, zu fordern, daß die Behandlung ihrer Kranken niemals unter der Privat­praxis des Arztes leide. Besonders hervorgehoben werden ferner die ausgezeichneten Leistungen der deutschen Kranken­wärterinnen, die, wie es in Frankreich nur selten der Fall ist, zum großen Teile nicht dem geistlichen Stande angehören. Das Gehalt der deutschen Krankenwärterinnen von 300 bis 800 Mk. bei völlig freier Wohnung, Kost und Kleidung wird ebenfalls in Frankreich nirgends erreicht. Die Kranken­wärterinnen stehen im allgemeinen in Deutschland, soweit der französische Arzt zu urteilen vermag, auf einer höheren Bildungsstufe als in Frankreich, und sie erfahren eine sorg­fältigere Unterweisung zur Erfüllung ihres Berufs. Der Unter­richt umfaßt die Theorie wie die Praxis der Krankenpflege, einschließlich die Hilfeleistung bei Geburten, die Lehre der Ge­sundheitspflege, bürgerliches Recht, Psychologie, Pädagogik, Gesang 2C.; gewöhnlich sprechen sie auch wenigstenszweiSprachen. Im Gegensätze zu den in Frankreich bestehenden Gebräuchen werden die deutschen Krankenwärterinnen im allgemeinen nicht zur Beobachtung bestimmter religiöser Gebräuche ge­zwungen, und man verlangt von ihnen nur eine treue Er­füllung ihrer dienstlichen Pflichten und eine vorwurfsfreie Moral. Besonders rühmend hebt Montheuil die große Achtung hervor, die der Stand der Krankenpflegerinnen in den deutschen Städten genießt, eine Thatsache, die er in erster Linie darauf zurückführt, daß besonders sehr viele junge Mädchen, junge Frauen und Wittwen aus den besten Bevölkerungsklassen sich diesem Berufe widmen. Montheuil empfiehlt seinen Landsleuten eine Aeußerung des leitenden Arztes am städtischen Krankenhause in Elberfeld zur ernsten Beachtung, daß man solche Pflegerinnen anstellen müsse, die ihren Dienst am besten versehen, daß man sie dann aber auch nach ihren Leistungen zu bezahlen habe. In Frank­reich gilt bisher durchaus die Gewohnheit, Frauen des geist­lichen Standes bei der Anstellung als Krankenpflegerinnen zu bevorzugen, weil sie billiger sind, und diese finanzielle Rücksicht kann nicht zum Vorteil des Krankenhauswesens ausschlagen.

* Schutz gegen die Pest. Im PariserTemps" be­schreibt de Varigny das drollige Gewand, in welchem ehe­mals die Aerzte Pestkranke besuchten. Den Kopf umgab eine Maske aus echtem Saffian, die auf die Schultern fiel und den Oberkörper wie eine Soutane oder Robe verhüllte. Zwei in der Maske angebrachte Löcher mit Krystallfenstern dienten zum Sehen, ein mit zwei Nasenlöchern versehener langerVogelschnabel", dermit Wohlgerüchen gefüllt und innerlich mit balsamischen Stoffen gesalbt war", zum Atmen. Handschuhe aus Saffian vervollständigten den Anzug. Dieser war auch nach den heutigen Begriffen nicht so unsinnig, wie es auf den ersten Blick scheinen sollte, denn der Arzt wurde durch ihnabgesperrt". Nur die Balsamierung der Nase war überflüssig, da die Wohlgerüche keinen Schutz boten, und hätte in einem einfachen Wattebausch einen zweck­mäßigen Ersatz gesunden. Nach de Varigny kann man, was den Hautschutz betrifft, einige Vorsichtsmaßnahmen von den alten Aerzten entleihen, muß aber noch weitere Maß­regeln dazusügen. Auf die Vermeidung jeder Hautverletzung ist die größte Sorgfalt zu legen, denn jede Abschilferung, jede kleine Wunde bietet in Pcstkreisen dem Seuchebacillus einen Eingang. Alle Hautverletzungen sind daher zu ver­binden und zu verschließen. Dabei empfiehlt sich der vor­wiegende Aufenthalt in freier Luft, wo die Ansteckungsgefahr- geringer ist als in geschloffenen Räumen. Natürlich sind auch

häufige Waschungen, die größte Reinlichkeit und die Desinfektion des Körpers angezeigt. Dieser muß sterilisirt werden, und da man sich nichtsengen" kann, muß man sich auf die Anwendung von Waschungen mit solchen Stoffen beschränken, die den Pestpilz, aber nicht den Menschen töten. Zur Reinigung des Mundes wie zu den Körperwaschungen soll man sich nur abgekochtcn und mit antiseptischen Stoffen versetzten Wassers bedienen. Zum Schutz gegen Flöhe, die besonders als Träger des Contagiums gelten, empfiehlt de Varigny, die Hose um die Schuhe zu binden. Uebrigens kann man auch, soweit es angeht, das Feuer als Schutz benutzen, das als Sterilisationsmittel alle andern übertrifft. Große Feuersbrünste haben zweifellos im Laufe der Zeit ihr Teil zur Unterdrückung gewisser Seuchen, besonders der Pest, beigetragen, denn jene Brände zerstörten die Gebäude, wofür es keine andere Desinfektion gab, und damit die Krankheitsherde. In einem Einzelfalle ist dieses Mittel ja auch schon in Oporto angewandt worden.

* Unangenehm. A.:Mensch, wie sehen Sie denn so zugerichtet und zerschunden aus?" B.:Ich bin gestern nach dem Theater mit dem Autor verwechselt worden."

* Aufklärung.Es hieß doch, der Sekretär werde die junge Witwe heiraten; wodurch sind die Beiden denn aus­einander gekommen?"Sie haben sich neulich im Leih- hause getroffen._________________________(Megg. Bl.)

Universttäts Nachrichten.

Berlin. Zur Centenarfeter der Technischen Hochschule findet am 19. Oktober ein großer Festakt statt, dem der Kaiser bei­wohnen wird. Die Enthüllung der Denkmäler von Siemens und Krupp wird dem Festakte vorangehen.

Berlin. Gymnasiallehrer Dr. Fredrich in Gnesen tret am 1. September einen stebenmonatigen Urlaub an, um im Auftrage der königlichen Museen an der Leitung der deutschen Ausgrab­ungen in Klein-Asien (Milet) teilzunehmen.

München. Gestern feierte Ernst August v. Seuffert, Profestor für deutsches Civilrecht, seinen 70. Geburtstag.

Wien. Der Präsident des Obersten SanitätSrates und Borstand deS pharmakologischen Instituts der hiesigen Universität. Hofrat Professor, vr. August Emil Ritter v. Vogl, begeht demnächst sein 25jähriges Dozenten-Jubiläum.

Das 60jährige Doktorjubiläum feiert am 7. September der Senior der deutfchen Kunsthistoriker Dr. Theodor Gaederh in Lübeck.

Aachen. Privatdozent Dr. Gustav Rafch in Karlsruhe wurde als Dozent für Elektrotechnik an die Technische Hochschule berufen.

Paris. Hier ist der Orientalist Joachim Menant, Mit­glied des Instituts und der Akademie des Jnfkriptions et BelleS- LettreS, 79 Jahre alt, gestorben.

Nebraska. Ein deutscher Gelehrter, Dr. August Rim­bach, der vor zwölf Jahren in Jena zum Doktor promovierte, ist jetzt auf ben Lehrstuhl für Physiologie und Pathologie der Pflanzen an der hiesigen Universttät berufen worden.

DisAllgem. Ztg." schreibt:Soeben erhalten wir die schmerzliche Kunde, daß Prof. George A. Hench in Ann Arber (Michigan) eines plötzlichen TodeS verstorben ist; er zog sich durch einen Sturz vom Zweirad auf einer Vergnügungstour in den White Mountains eine Grhtrnerfchütterung zu, der er am 16. August er­legen ist. Seine Arbeiten auf dem Gebiete des Althochdeutschen, die sich durch Sorgfalt und Sauberkeit Hervorthun, sichern ihm einen Ehrenplatz im Bereich der Studien.

Die Frauen Universität von AberytSwith In Wales ist eines von jenen Instituten, auf welche dasVereinigte König­reich" besonders stolz ist. Herr WalliS Myers erzählt imLudgate Maaazine", daß die Hochschule im Jahre 1884 mit zehn Schül.rinnen eröffnet wurde. Vier Jahre später hatte sie 40 Studentinnen: im Jahre 1892 80, und gegenwärtig 180. Die Lehrerinnen sind sämt­lich ehemalige Schülerinnen, die jungen Mädchen zum größten Teile Engländerinnen und Damen aus Wales; einige kommen aber auch aus Schottland, aus Irland und sogar aus Indien. Unter den 400 Damen, die dort ihre Studien gemacht haben, sind 73 mit der Würde eines Baccalaureus der Lttteratur, drei Kandidatinnen, eine Doktorin und acht mit der Würde eines Baccalaureus der Wissen­schaften. Sieben erhielten Stipendien zum Studium in Cambridge und zwei zum Studium in Oxford und diese beiden hatten Staats­ökonomie studiert! Die Universttät ist ein Internat. Die Gebäude sind äußerst merkwürdig. Es ist ein Chaos von Bauwerken, die alle Dimensionen und alle Stilarten aufweisen und je nach den vor­handenen Erfordernissen oder vielmehr nach dm vorhandenen Geldern planlos errichtet wurden. Die Gelder wären, wie es in Groß­britannien und den Vereinigten Staaten bei allen Bildungsinstituten der Fall ist, ohne die Mitwirkung der Privatinitiative durchaus unzugänglich gewesen, aber jedes Jahr bringt Gaben reicher Privat­leute. So hat Sir Lewis Morris 40,000 Mk. geopferte und Mr8. Emily Pfeiffer hat der Universttät 1,400,000 Mk. vermacht. Es versteht sich von selbst, daß der Sport ebenso gepflegt wird wie die Wissenschaft. Deshalb sind die Damen, die Aberytswith verlassen, im Reiten, Fechten und Boxen ebenso erfahren, wie in der Algebra und in der Chemie. DaS i|r der große Unterschied zwischen ihnen und den Studentinnen, die auf anderen europäischen Hochschulen im Schweiße ihres Angesichtsbüffeln".

Wteralur, Wissenschaft und Knnss

Kein Jahrhundert hat in solchem Umfang und in solcher Tiefe die Verhältniffe Deutschlands, Europas und der Welt umgestaltet, wie das jetzt zur Neige gehende. Was sich in ihm ereignet hat, ist, alles zusam­mengenommen, wie eine Neuschöpfung, die auch heute noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Mächtig veranlaßt uns im jetzigen Augenblick zu rückblickenden Betrachtungen ein nun ganz nahe heranrückender Zeit­abschnitt, der Uebergang in ein neues Jahrhundert! Was jedermann begehrt, um ein volles Verständnis dieses Wechsels zu erreichen, ist ein zusammenfassendes, anregend geschriebenes, volkstümliches Buch, ein sicherer, freundlicher Führer auf dieser geistigen Rückwanderung. Zumal bei dem gegenwärtig in immer weiteren Kreisen sich geltend machenden Verlangen nach geschichtlicher Aufklärung und Belehrung haben sicherlich schon Hunderttausende von Lesern ein solches Buch ge­wünscht, aus dem sie sich über die Begebenheiten der letzten hundert Jahre nach allen Seiten hin genau unterrichten könnten. Um diesen so berechtigten Wünschen entgegenzukommen, hat die Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart den Plan zu einerIllustrierten Geschichte des Neunzehnten Jahrhunderts" gefaßt, die für jedermann verständlich, klar und lebendig geschrieben, also im besten Sinne volkstümlich gehalten sein soll. Sie will dem Leser die ungeheuren Umgestaltungen in den politischen Verhältnissen während dieses Zeit­raums vorführen, desgleichen aber auch die gewaltigen Fortschritte von Kultur und Wissenschaft auf allen Gebieten, wie die Entwickelung der Litteratur und Kunst, die Umgestaltung der sozialen Lage. Der den großen Erfindungen der Neuzeit folgende technische und wirtschaftliche Aufschwung, wie jener unserer gesamten Verkehrs- und Handelsverhält- niffe wird eingehend und getreu geschildert werden. Durch die Beigabe von bildlichen Darstellungen aller Art und von Karten wird der Wert des Werkes wesentlich erhöht. DieIllustrierte Geschichte des Neun­zehnten Jahrhunderts" erscheint vollständig in 30 Heften von mindestens 20 zweispaltigen Seiten. Alle vierzehn Tage wird cm Heft ausgegeben. Um auch dem weniger Bemittelten die Anschaffung dieses wertvollen Werkes zu ermöglichen, ist der Subskriptionspreis außerordentlich billig gestellt, nämlich aus nur 25 Pfennig für das Heft.