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6.9.1899 Erstes Blatt
 
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Mittwoch den 6. September

1899

Erstes Blatt.

Nr. 209

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Teilnahme eingeladen.

September

Bürgermeistern und Obmännern

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in Bellersheim, abends Trais-Horloff Rodheim Rabertshausen Hungen, nachmittags Villingen, abends Nonnenrod

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nach szenischer Vereinfachung doch noch immer ca. 20 ergeben, wickelte sich die Reihenfolge der Bühnenbilder sehr prompt und klar ab.

Eingeleitet wurde der Abend durch einen von Herrn Carl Hepp gedichteten und vor der Büste Goethes von der Schauspielerin Frl. Ei ch el s h ei m gesprochenen..Prolog", der zum Schluß eine gefällige Wendung auf des Dichters Beziehungen zu Darmstadt brachte.

Die Vorstellung, die bei aufgehobenem Abonnement stattfand, dauerte von 6 bis IO1/, Uhr abends. Für die aus der Bergstraße Gekommenen ließ sich das Ende nicht abwarten; sie mußten bereits nach der großen Adelheid- Szene, wo der Verbrecherin sich der Bote der Vehm naht, das Theater verlassen. ,

DieAula" des Polytechnikums faßt nur etwa 300 Personen. Es war also eine Unmöglichkeit gewesen, allen Kartennachfragen zu entsprechen. Bei allen derartigen Feierlichkeiten wird es sich wohl nie so einrichten lassen, daß allen, die ein berechtigtes inneres Interesse an der Teilnahme haben. Genüge geschieht. D-r ideale Stand- punkt war wenigstens insofern gewahrt, als sämtliche Platze unentgeltlich zur Verteilung gelangten.

Für die musikalische Ausschmückung des Festak^ hatte man solche Komponisten gewählt, die dem Jdeenkreise Goethes am nächsten stehen, wie Beethoven, Mendelssohn und Schumann. Die sehr selten vargeführte und über der gleichnamigen instrumentalen Schöpfung von Mendels­sohn etwas vernachlässigte Beethoven'sche V o k a l kompositlon Meeresstille und glückliche Fahrt" machte den Anfang.

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Gießener Anzeiger

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Freitag, 8.

Samstag, 9.

Sonntag, 10.

Montag, 11.

Dienstag, 12.

Den Herren

Bekanntmachung.

Betreffend: Vortrag über Obstbau.

Der für Sonntag, den 10. September l. I. ange­kündigte Vortrag in Grüningen muß wegen der an diesem Tage dort stattfindenden Kirchweihe aus fallen.

Gießen, am 5. September 1899.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins.

Frhr. Schenck.

Bekanntmachung.

Betreffend: Vorträge über Obstbau.

Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, Herr Metz aus Friedberg, beabsichtigt die nachfolgend an­geführten Orte zu besuchen, um über Obstbau Vorträge zu halten und praktische Unterweisungen an Obstbäumen zu erteilen. , r .

Mitglieder des Oberhessischen Obstbauverems, sowie alle Freunde und Jntereffenten des Obstbaues sind zur

frf<|chrt tißNch mit Au-nahme de!

Montag».

Die Gießener y«mHte*ir»ttet werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.

der Entschädigungssumme, festzustellen. Es wird hier­bei unter besonderem Hinweis auf unser Amtsblatt Nr. 7 vom 26. Juli 1899, dessen Vorschriften aufs genaueste zu beobachten sind, ausdrücklich bemerkt, daß diesen Bestimmungen nicht entsprechende Abschätzungen keine Berücksichtigung finden können, und daß von denselben (Anordnung der Aberntung der Felder nebst Feststellung des Schadensumfanges) mir in den Fällen Gebrauch zu machen ist, in welchen dies zur Verhütung eines höheren Schadens unbedingt nötig erscheint, lieber den Befund ist ein kurzes Protokoll auf­zunehmen, von Ihnen und den zugezogenen Ortseingesessenen zu unterschreiben und der Nachweisung beizuschließen, in welcher das Ergebnis der Abschätzung mit besonderer Er­wähnung Ihrer Verfügung wegen des Aberntens in Spalte 10 einzutragen ist. Zur Abschätzung sind die Beschädigten zu laden. , r . ,

Für ihre Thätigkeit in Flurschadenangelegenhellen be­ziehen die Großh. Bürgermeister keine Vergütung. Die Teil­nahme bei der Abschätzung gehört zu ihren Pflichtgeschäften.

Indem wir noch auf unser Ausschreiben vom 24. März 1893 (Kreisblatt Nr. 73) verweisen, wonach die bei Ihnen zur Anmeldung kommenden Schäden in dem Formular ein­zutragen sind, ohne daß Sie die Feldgeschworcnen wie früher zur vorläufigen Abschätzung heranziehen, beauftragen wir Sie, die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen ausge­füllten Nachweisungen thunlichst bald und spätestens bis zum 2». September d. Js. an den von Großh. Ministerium des Innern zum Regierungskommissar für die Flurschädenabschätzung im Kreise Gießen bestellten Großh. Kreisamtmann Frhr. Schenck zu Schweinsberg unter der BezeichnungMilitaria" mit Beidruck des Dienstsiegels einzusenden.

Sollte bis dahin die Zusammenstellung noch nicht be­endet sein, so ist uns jedenfalls anzuzeigen, daß Flurschäden zur Anmeldung gekommen sind.

Im Anschluß daran werden Sie darauf hingewiesen, daß zur Vermeidung von Weitläufigkeiten Wünsche, welche Manöverangelegenheiten betreffen, der Division nur durch Vermittlung der Kreisämter zur Kenntnis gebracht werden können und diesbezügliche Gesuche zur weiteren Veranlassung uns vorzulegen sind.

v. Bechtold.____________________

Bekanntmachung.

Betreffend: Vortrag über Düngung.

Der Vortrag des Herrn Landwirtschaftslehrers v. Peter von Friedberg, über Düngung, in Grüningen fällt aus.

Gießen, den 5. September 1899.

Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold.

Feuilleton.

Briefe aus der Hiesidenz.

(Origtnalbericht für den .Gietzener Anzeiger".)

(Nachdruck verboten.) XVI.

Goethe im Großh. Hostheater. Der Festakt in der Aula des Polytechnikums. Die Goethe-Ausstellung.

Wir kommen hier in Darmstadt ganz gemächlich nach den bewegten Frankfurter Jubeltagen mit unserer Goethe- Feier hinterdrein. Schadet auch gar nichts. Das Interesse, das bei vielen in vergangener Woche stark abgelenkt war und nach der Mainstadt überwog, hat sich jetzt wieder auf das Nahe und Nächste sammeln können.

Wir haben hier nichts Überwältigendes zu stände gebracht, aber doch etwas Einheitliches und in sich Ge­schlossenes. , r i .. . , .

Auf dem Theater war es besonders die sehr sorg­fältig vorbereitete Einstudierung desGötz von Ber­lich in gen", die als Ehrung für die Manen des Dichters aufzufassen ist, insofern als man sichs hatte angelegen sein lassen, den umfangreichen Spielzettel bis auf die kleinste Nebenrolle charakteristisch zu decken und durch die Einfügung einzelner Szenen aus der ersten Gestalt der Dichtung verschiedenen Personen und Vorgängen größeres Relief zu verleihen. Geschmackvoll und umsichtig hatte Herr Ober- regiffeur V a l d e ck das ganze Arrangement geleitet. Trotz der vielen Verwandlungen, deren sich bei allem Streben

Die Chöre stellten Mitglieder desMusikvereins" unter Leitung des Hofkapellmeisters Willem de Haan.

Dann gab Herr Prof. Dr. Otto Harnack ein kurzes Bild von des Dichters Beziehungen zu Darmstadt und zu dem Merck'schen Kreise, ein Bild, in das interessante kultur­historische Bemerkungen eingestreut wurden und das deswegen doch nicht seinen durch den Stoff gegebenen festen Rahmen

Hierauf folgte ein Fragment aus Goethe-Mendelssohns Erster Walpurgisnacht", in welchem der Bariton unseres verdienten Kammersängers Georg W e b e r in dem SoloSo weit gebracht, daß wir bei Nacht Allvater heimlich singen" von großartiger Wirkung war.

Die eigentliche Festrede, zu welcher dann Professor Harnack das Wort ergriff, verbreitete sich über die Gesamt­persönlichkeit Goethes, seinen Einfluß auf Mit- und Nachwelt, und berührte besonders auch die Seiten tm uni­versalen Wesen des Dichters, mit denen er in unsere Kultur­periode unmittelbar hineinragt. ,

In unserer kleinen Skizze verbietet sich em längeres Referat des fest gefügten und geistvollen Vortrags. Wir möchten nur noch bemerken, daß der Darmstadter Festredner in keiner Weise, weder ideell noch formell, den Herren nach­stand, die wir beim Festakt des FrankfurterHochstifts und derGoethe-Gesellschaft" hören durften.

Den Beschluß der akademischen Feier mach e der Engelchor" aus dem zweiten Teil desFaust , für den Schumann Sphärenmelodien gefunden hat.

Die Ausstellung der Goethe-Erinnerungen ist

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Gießen, den 1. September 1899.

Betr.: Die in der Provinz Oberhessen im Herbst 1899 stattfindenden Truppenübungen; hier die Abschätzung der Flurschäden.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Reichsgesetz­blatt Nr. 32 aus 1898 S. 934 zu § 14 beauftragen wir Sie, die Grundbesitzer alsbald, nachdem die Hebungen innerhalb Ihrer Gemarkung beendet sind, durch ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung ihrer Flurschäden auf­zufordern.

Zu der von Ihnen zu fertigenden Zusammenstellung der angemeldeten Schäden ist das vorgeschriebene Formular zu verwenden, welches als Beilage E zur Instruktion in dem vorgenannten Reichsgesetzblatt S. 969 ff. abgedruckt ist. Die daselbst gegebenen Anmerkungen sind genau zu beachten.

Das Formular wird Ihnen auf Anstehen durch uns über­sandt werden. Sie wollen dasselbe, sohald Schadensanmeldungen bei Ihnen erfolgen, unter Angabe der ungefähren Zahl der beschädigten Grundstücke schleunigst von uns erbitten. In dem Formular sind die erfolgenden Anmeldungen nach Flur und Nummer geordnet durch Ausfüllen der Spalten 15 mit Tinte einzutragen, während die Svalten 6 u. 7 mit Bleistift auszufüllen sind. Die Spalte 6a, Forderung des Beschädigten, ist nur auszufüllen, und zwar mit Tinte, wenn der Beschädigte thatsächlich einen bestimmten Anspruch erhebt. Bei Ausfüllung der Spalte 7 empfiehlt sich Angabe des Verlustes von Körnern, Heu, Kartoffeln rc. in Zentnern. Die Spalte 7 ist so auszufüllen, daß die Entschävigungs- beträge im Wege der Berechnung genau ermittelt werden können.

Unmittelbar nach cingetretener Beschädigung haben die Beteiligten Ihre Entscheidung darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreteu hat. Letztere ist von Ihnen anzuordnen, insoweit beim Ver­bleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben aus­gesetzt sind. Wird die Aberntung demgemäß vor dem Ein­treffen der Abschätzungskommission angeordnet, so haben Sie sofort unter Zuziehung zweier, der Abschätzungen dieser Art kundigen, unparteiischen und unbeteiligten, ortseingesessenen Personen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder usw.) und die Qualität der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Ver­wendbarkeit, (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach er­gebenden Umfang des Schadens, nicht aber die Höhe

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noch besondere Mitteilungen zu.

Gießen, den 4. September 1899.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen. Frhr. Schencks_________

Bekanntmachung,

betr.: Antrag auf Feldbereinigung des auf dem rechten

Lahnufer gelegenen Teils der Gemarkung Gießen.

Nachdem seitens einer Anzahl beteiligter Grundeigen­tümer die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung und der Anlage von Wegen in den Baumstücken und Garten in dem Teile der Gemarkung Gießen, welcher rechts der Lahn liegt und von der preußischen Landesgrenze, der Heuchelheimer Gemarkungsgrenze und dem Lahnflusse begrenzt wird, mit Ausschluß der in den Jahren 1881 bis 1883 bereinigten Gewanne:An der alten Leimenkaule",Am Wißmarer Weg",Zwischen dem Krofdorfer und Wißmarer- Weg" und demjenigen Teile der GewannAn der Weil­burger Grenze", in welchem die Grundstücke nicht auf den Krofdorfer Weg stoßen, beantragt worden ist, und nachdem dieser Antrag von der Großh. Oberen Landwirtschaftlichen Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden

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