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Halle vertreten, während die Brauerei Bremer, Groß-Umstadt, eine sehr geschmackvolle, allgemein bewunderte, mit Hopfenranken und elektrischen Blumenbouquets verzierte Laube im Innern der Haupthalle eingerichtet hat. Dies alles ist nur ein verschwindender Teil, nur der Vorhof der Ausstellung, welche außerdem eine sehr große Haupthalle, eine zweistöckige Maschinenhalle und eine offene Halle für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte umfaßt.
Vermischtes.
* Eisenbahn auf den Montblanc. Ein Ingenieur F a b r e hat dem Präfekten von Hochsavoyen ein Projekt eingereicht für die Herstellung einer Bahn auf den Montblanc. Der Schienenstrang zwischen Houches und dem Montblanc würde unterirdisch unter Felskämmen sich hinziehen. Die Anlage würde die einer elektrischen Zahnradbahn sein. Die Strecke würde 11 Kilometer lang werden. Um in der Höhe von 4800 Mir. den Unzukömmlichkeiten der atmosphärischen Depression, der niederen Temperatur usw. wirksam zu begegnen, sollen besondere Einrichtungen und Vorkehrungen getroffen werden.
Obsternte-Aussichten für Spätobst 1899
Frankfurt a. M., den 31. Juli 1899.
Cevtralstelle für Obftverwertung.
Pfirsische Kirschen Reineclauden Frühbirnen Frühäpfel
Heidelbeeren Walderdbeeren Himbeeren Johannisbeeren Stachelbeeren Aprikosen
genossen warnt, in der nächsten Zett sich an Straßen- Demonstrationen zu beteiligen.
Lemberg, 4. August. Nachdem Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, daß der heute nacht im Gefängnis verstorbene Sparkassen-Direktor Zima an Gift verstorben ist, welches ihm heimlich zugesteckt wurde, wurde die Untersuchung eingeleitet und die Gefängniszelle versiegelt.
Rom, 4. August. Der Vicekönig von Tigris, Ras Makonnen, ein warmer Freund Italiens, liegt im Sterben. Sein Tod dürfte auf die Haltung des Negus zu Italien Einfluß ausüben.
der Gentner Mk. 48,00
„ „ „ 23,00
„ „ „ 27,00
„ „ „ 18,00
„ „ „ 18,00
Lokales und ProvinMes.
n. Großen-Linden, 4. August. Am 28. v. Mts. wurde die von der Acetylen-Apparate-Fabrik R. Welkoborsky- Gießen in hiesiger Gemeinde erbaute Acetylen-Gas I Anstalt vollendet' und in Betrieb gesetzt. 36 Hausbesitzer I haben mit 150 Flammen Anschluß genommen und 30 öffent- I liche Acetylen-Straßenlaternen sind vorhanden. Von allen I Städten und Dörfern Süd-Westdeutschlands hat Großen- I Linden die erste öffentliche Acetylen-Gas-Anstalt. Im Norden I ist die Stadt Strelitz mit einer derartigen Anstalt versehen. I Die Hauptrohrleitung hat in Strelitz eine Länge von I 9000 Mtr. und in Großen-Linden 2200 Mir. In Großen- Linden hat man weitere Rohre gelegt als gegenwärtig nötig war, so daß noch mehr als 1000 Flammen angeschlossen werden können. Die Gasanstalt wurde mit Absicht auf einem erhöhten Punkt erbaut, weil dadurch ein gleichmäßiger Druck auf alle Flammen ausgeübt wird.
+ Sich, 4. Aug. Die anfangs auf 14 Tage bestimmt gewesenen diesjährigen Sommerferien an der hiesigen Großh. Präparanden-Anstalt sind nunmehr auf 4 Wochen erweitert worden. Der Unterricht wird somit erst am 21. d. M. seinen Anfang wieder nehmen. Die Erkrankung des einen Lehrers ist die Ursache dieser Veränderung.
-t- Salzhausen, 4. August. Unser Badepublikumhat gewechselt und zwar mit dem Ende des Juli; der August brachte Ersatz für die weggegangenen Besucher. Die neue Wirtschastshalle macht rasche Fortschritte, mit der Wasserleitung ist man soweit gediehen, daß ein Filter eingesetzt und ein treffliches Wasser erzielt werden kann. Der Phono- lithklotz, auf den man stieß, war so mächtig, daß man ihn nicht durchstoßen konnte, es ist aber auch nicht nötig, weil die erbohrte Wassermasse reichlich genügt. — Der Badewassernot ist durch Aufstellung einer Dampfpumpe gründlich gesteuert, man braucht daher nicht mehr stundenlang auf ein Bad zu warten, sondern wird rasch befördert. Sehr günstig wirkt es für die Bewohner der Wetterau von Reichelsheim an östlich gegen Salzhausen hin, daß dem Zweiuhrgüterzug ein Personenwagen angehängt wurde, um den man schon im vorigen Sommer petitionierte, es fahren immer Leute mit, wenn die Fahrt auch etwas langsamer geht. Alle Personen, die die Salzhäuser Bade- und Trinkquellen benutzen, sind einstimmig im Lobe über die guten Erfolge.
P C. Groß-Umstadt, 2. August. Die hiesige Provinzial- Gewerbeausstellung enthält eine solche Fülle interessanter und schöner Gegenstände, daß es dem Besucher bei einmaligem Besuch kaum gelingen wird, alles eingehend zu besichtigen. Noch schwerer ists, auch nur das wichtigste zu nennen und zu schildern. Schon wenn man den Ausstellungsplatz betritt, ist man von dem farbenprächtigen Bild gefesselt. Die beiden Thorbogen, von der Gewerkschaft Messel
Obstdurchschnittspreise den 31. Juli 1899
(Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung).
aus Schlackensteinen errichtet, hemmen den Strom der Passanten, denn ein jeder bleibt bewundernd stehen. Der Pavillon der Brauerei Gauß, Groß-Umstadt, zieht sofort die Aufmerksamkeit aller auf sich und ist stets umlagert; er ist durch Malereien eines Frankfurter Künstlers, Herrn Sachs, von welchem auch der Plan des Ganzen stammt, geschmückt; eine Bilderserie führt die „Geschichte des Bieres" vor; auf zwei Fässern ist in zwei Bildern das Wort illustriert: „Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen." Eine Ansicht von Alt-Umstadt nach einem historischen Bild ist besonders bemerkenswert. Zwei große Hallen voll Brauerei-Maschinen von F. A. Hartmann & Cie., Offenbach, und von Neubecker, Offenbach, lenken dann die Aufmerksamkeit aus sich. Erstere Firma zeigt nebenbei als Kuriosität helles Lagerbier, welches in einer von der Firma errichteten Brauerei in Caracas (Venezuela, Südamerika) aus deutschem Malz und Hopfen gebraut wurde; eine Dampf-Maisch- und Würzepfanne erregt ob ihrer gewaltigen Dimensionen allgemeine Bewunderung. Die andere Firma führt ihre ausgestellten Maschinen im Betriebe vor und lockt damit sämtliche Besucher sofort an. — Auch die Brauerei Michel, Babenhausen, ist durch eine hübsche
der Gentner Mk. 8,50
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„ 24,00
„ „ „ 13,00
......11,00
„ „ ,, 38,00
Land oder Provinz
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Provinz Hessen-Nassau . .
gut bis mittel
mittel bis gering
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Großherzogtum Hessen . .
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Baden.......
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Königreich Sachsen . . .
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mittel
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Westpreußen.....
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mittel bis gering mittel
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Ostpreußen......
Pommern......
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Mecklenburg.....
gering
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gering
mittel bis gering mittel
Provinz Sachsen ....
mittel
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brach auf und verließ als einer der letzten Gäste „Brunus- Parken", um zu Fuß nach dem „Sozietetshus" zu wandern. Helsingfors lag in nächtlichem Schlummer da, die helle Nacht aber ließ die Stadt geradezu zauberhaft erscheinen. Mein Weg führte mich das südwestliche Ufer des Südhafens entlang; mir gegenüber, am anderen Ufer, lag der „offizielle Teil" der Stadt, wenn man so sagen darf, während zur Linken die geraden, breiten Straßen mit den freundlichen Häusern der Einwohner sich hinzogen und zur Rechten die Wellen im Hafen leise an die Granitquais plätscherten. Klar und deutlich blickte aus dem „offiziellen" Viertel das kaiserliche Palais herüber, ein einfaches, dreistöckiges Gebäude in stattlichen Dimensionen, vor dem sich, weithin sichtbar, das Alexandra-Monument erhebt, eine hohe, kegelförmige Säule, über welcher auf einer goldenen Kugel der russische Doppeladler schwebt. Nechts vom Palais ragte auf den Felsen der Vorstadt Skatudden die neue russische Kirche zum Himmel empor, ein schöner Bau, der gerade durch seine Einfachheit und durch seine Farben einen überraschenden Eindruck hervorruft: aus roten Ziegelsteinen erbaut, ist diese Kirche durchweg mit Silberblech gedeckt, während die gewaltigen Kuppeln vergoldet sind, so daß es aussieht, als laste ein ewiger weißer Schnee auf dem Tempel, und als glühten unmittelbar über diesem glitzernden Schnee fünf leuchtende Sonnen. Ein wenig nach links, mehr im Hintergründe, erhob sich, das gesamte Bild weit überragend, die lutherische Nikolai-Kirche mit ihren fünf blauen Kuppeln, rm reinsten byzantinischen Stil gehalten und auf einem Granitkegel erbaut, in dessen Südseite in gewaltiger Breite eine Treppe von fünfzig Stufen gehauen ist, eine Treppe, io glatt und glänzend, als würde sie täglich poliert.
Drei Tage genügen, um Helsingfors und seine Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Ich besuchte das Ritterhaus, in dessen Vorhalle ein riesengroßes Gemälde von Eckmann «die Eröffnung des finnländischen Landtages am 15. September 1863 durch Kaiser Alexander II. darstellt und in Lessen geräumigem, mit Wappen geschmückten Rittersaale Ler Adel seine Standesversammlungen abhält, das Senats- khaus mit feinem Thronsaale, den die Gemälde schwedischer rund russischer Herrscher zieren, die Universität, ein herrliches palastartiges Gebäude, in dessen Treppenhause, das Lurch drei Stockwerke geht, der ßnnländische Bildhauer
Sjostrand die Werke seines Meißels ausgestellt hat, das Rathaus, die Theater, den Kaiserpark (Kaisaniemi) am Nordhafen rc. Alle diese öffentlichen Gebäude sind wahre Meisterwerke der Architektur, zu deren Ausschmückung die nationale Kunst Finnlands das ihre beigetragen hat. Das interessanteste,'Haus der Stadt Helsingfors aber ist unstreitig das „Studentenhaus", ein stattliches, in antiken Formen gehaltenes Sandsteingebäude, an dem eine goldene Inschrift verkündet, daß die Stadt es der Blüte der Jugend im Lande geschenkt habe. Nirgends in der Welt dürfte sich etwas Aehnliches finden, ein Haus, in dem die studierende Jugend gleichsam als eine große Familie ihr eigenes Heim, ihre Versammlungssäle, ihre Bibliothek, ihre Billard-, Musik- und Restaurationszimmer, ihre Salons, — kurz alles besitzt, was ein Klubhaus nur bieten kann.
Auch in diesem „Studentenhause" zeigt sich, wie überall im Lande auf Schritt und Tritt, wie stark das Nationalgefühl der Finnländer entwickelt ist: der ganze Schmuck des Hauses, die Statuen, Bilder, Humpen, Waffen, Fahnen, haben Bezug auf die Geschichte und eigenartige Entwickelung des Landes. Am meisten fiel mir ein großes, eine ganze Wand bedeckendes Gemälde auf, baß den Liedersänger Wäinämöinen darstellte und die Macht seines Gesanges und Kantelespieles verherrlichte — eine plumpe, in Technik und Farbengebung höchst mittelmäßige Leinewand, kaum wert, als Theaterdekoration verwandt zu werden. Ueberrascht, gerade hier, wo alles einen feinen, künstlerischen Geschmack verriet, ein so wenig vollendetes Kunstwerk zu sehen, wandte ich mich an einen Studenten, unter dessen weißer Mütze mit schwarzem Sammetrand ein interessantes, schmales Gesicht mit den den Finnen eigentümlichen ernsten Zügen hervorschaute.
„Wie kommt dieses Bild hierher?" fragte ich in deutscher Sprache.
„Es ist das Lebenswerk eines Landsmannes und stellt die schönste poetische Erinnerung des finnischen Volkes dar", entgegnete der Student stolz in gebrochenem Deutsch.
Ich verstand den jungen Mann: da war jede künstlerische Kritik überflüssig! „Die meisten Studenten in Helsingfors sind doch wohl Schweden", fuhr ich fort, „Wäinämöinen aber ist ein finnischer Volksheros."
Der Student ward eifrig. „Sie irren, mein Herr",
erwiderte er rasch, „das finnische Element ist ebenso zahlreich wie das schwedische in der Studentenschaft vertreten. Ueber- haupt ist es einJrrtnm der Fremden, daß der Nationalitätenzwist uns, wie das Land, in zwei Lager spalte. Hier und da, namentlich in der Presse, kommen ja wohl noch Reibereien zwischen Fennomanen und Schwedomanen, wie sie in den 70er und 80er Jahren leider üblich waren, vor, aber in der Hauptsache ist die Streitaxt begraben, seit uns Finnen die gleichen politischen Rechte wie den Schweden zuerkannt worden sind, seit unsere finnische Sprache gleichberechtigt mit der schwedischen ist, und seit jeder finnische Bauernsohn politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich alles das erreichen kann, was früher nur den Schweden zufiel. Finnland ist ein freies Land, in dem die Gleichberechtigung aller Bürger Thatsache ist! Und Finnland wird ein freies Land bleiben — gegenüber allen Angriffen, — da stehen wir alle, Finnen wie Schweden, fest zusammen —"--
Gr brach ab, aber sein flammendes Auge ließ mich erraten, welche Angriffe er meinte. Dann fügte er ruhig hinzu: „Das Bild da haben wir Studenten aus eigenen Mitteln für eine hohe Summe gekauft, und die Schweden haben ebenso viel dazu beigesteuert, wie wir Finnen!" Und er grüßte artig und verschwand in einem Nebenzimmer. . . .
„Finnland ist ein freies Land!" — diesen Ausspruch des Studenten habe ich später durchweg bestätigt gefunden. Wohl gibt es im Lande, namentlich fern von den Städten, jene starken Unterschiede der Klassen und gesellschaftlichen Kreise, welche Bildung und Vermögen überall in der Welt schaffen, aber der finnische Bauer in der ärmlichsten Holzhütte hoch im Norden tritt genau so als freier Mann einher, wie der Senator in Helsingfors oder der Kaufherr in Aebo und Hangö. Das ist eine Errungenschaft der unbeschränkten Selbstverwaltung im finnischen Gemeinwesen, die nicht hoch genug anzuschlagen ist. Und diese freie, stolze, leistungsfähige Selbstverwaltung, von der die Nussi- fizierungssucht der St. Petersburger Gewalthaber seit 1894 schon mancherlei abgebröckelt hat, wie die Zoll- und Münz- Freiheit, das finnländische Postregal rc., will man vollends in die Zwangsjacke der russischen Bureaukratie pressen, — aus dem Finnländer, der sein eigener Herr ist und es zu sein verdient, soll ein gehorsamer russischer Unterthan werden, — schade, jammerschade!


