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Meßmer Anzeiger
Kmeral-Anzeiger
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Fernsprecher Nr. 51.
AmtlicherWl. Bekanntmachung.
Auf Antrag Großh. Kreisveterinäramts ist, nachdem )ie Verseuchung in Leihgestern weiter fortgeschritten ist, über die Gemarkung Leihgestern die Gemarkungssperre an- georduet worden.
Das Durchtreiben von Klauenvieh durch die Gemarkung 4ft darnach verboten. r
Gießen, den 5. August 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Frhr. Schenck.
Bekanntmachung.
Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Ludwigstratze zwischen Bleichstraße und Riegelpfad polizeilich gesperrt.
Gießen, den 5. August 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
___________________Muhl.
Gefunden: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Trinkbecher, 1 Brille, 1 Botanisierbüchse, 1 Metermaß, 1 Schraubenschlüssel, 1 Hebeisen, 1 Blouse, 1 Damengürtel, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Kinder-Strohut, 1 Pferdedecke und 1 Buch, <v
Zugelaufen: 1 junges Huhn.A
Gießen, den 5. August 1899.J Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl.
Dolttische Wochenschau.
Nun wird bald eine Klärung der innerpolitischen Situation in Preußen erfolgen, nachdem das Abgeordnetenhaus zur zweiten Beratung der Kanalvorlage auf den 16. d. Mts. einberufen worden ist. Wer will Voraussagen, nach welcher Seite das Zünglein sich neigen wird? Borläufig erscheinen die Chancen für Freunde und Gegner des Kanals ziemlich gleich, wenn man auch in Regierungskreisen annimmt, daß die Vorlage schließlich doch eine Mehrheit auf sich vereinigen würde. Wir wollen ruhig den Verlauf der Angelegenheit abwarten und uns lieber eine Besprechung der Entscheidung Vorbehalten. Daß die Hundstage noch immer ihre Wirkung ausüben, zeigt die Meldung, Reichskanzler Fürst Hohenlohe habe einem konservativen Abgeordneten gegenüber die Geneigtheit dargethan, den Reichstagsmitgliedern Diäten zu gewähren und die Jesuiten zurückzuberufen. Eine so plötzliche Wandlung in den Anschauungen der Regierung ist wohl kaum anzunehmen; es dürfte mithin einstweilen alles beim alten bleiben.
In allem Ernste war in letzter Zeit die Möglichkeit eines Bündnisses zwischen Deutschland, Frankreich und Rußland besprochen worden, wenigstens von englischen Blättern. Wir meinen aber, daß die Verhältnisse zu einer solchen Allianz noch lange nicht reif genug sind, und daß auch gar keine Veranlassung dazu vorliegt. Ob insbesondere Frankreich so leicht geneigt sein wird, neue „Allianzen" zu schließen, nachdem es mit Rußland wenig gute Erfahrungen gemacht hat, erscheint denn doch sehr fraglich.
Daß die in voriger Woche beendete Friedenskonferenz in Haag noch immer den Gegenstand lebhafter Erörterungen bildet, darf nicht weiter wundernehmen, ebensowenig die Thatsache, daß die Anschauungen über den Erfolg der Konferenz weit auseinandergehen. Wer viel erwartet hatte, ist eben enttäuscht, wer aber den Beratungen unbefangen entgegensah, der weiß nichts von Enttäuschung. Jedenfalls haben wir mit unserer Ansicht das richtige getroffen: Der Anfang ist im Haag gemacht worden, die Hauptarbeit muß noch gethan werden, und es braucht keineswegs als ausgeschlossen zu gelten, daß man dem gesteckten Ziele nicht fortgesetzt näher rückt. Die Friedenskonferenz im Haag wird immerhin eines der bemerkenswertesten Ereignisse dieses Jahrhunderts bleiben.
Daß in Belgien eine Kabinettskrise ausgebrochen ist, haben wir bereits ausführlich besprochen; das neue Mi- misterium De Smet de Naher dürfte sich, während wir dieses schreiben, konstituiert haben. Ob es zu einer Besser- mng der politischen Lage in Belgien beitragen wird, möchten Dir bezweifeln, da dort die sozialen und politischen Gegen- Atze zu schroff sind. Die Klerikalen scheinen gründlich ab
gewirtschaftet zu haben in den letzten fünfzehn Jahren, da sie am Ruder sind.
Heber den Konflikt zwischen England und Transvaal hat man in diesen Tagen wenig gehört, so daß Hoffnung vorhanden ist, die Differenzen könnten noch gütlich beigelegt werden. Wir wünschen es der Südafrikanischen Republik und ihrem thatkräftigen Präsidenten, daß ihnen der Friede erhalten bleibt, nachdem sie in ihren Konzessionen an England so weit gegangen sind.
In Frankreich steht man völlig unter dem Eindruck der kommenden Tage, des Entscheidungsprozesses in Rennes. Alle anderen Ereignisse treten völlig in den Hintergrund, ja sogar die Vorarbeiten für die im nächsten Jahre stattfindende Weltausstellung nehmen das Interesse weniger in Anspruch. Einige Aufmerksamkeit schenkt man der Reise des Ministers des Aeußern Delcassö im Auslande. Allerlei mehr oder weniger abenteuerliche Kombinationen knüpfen sich an diese Reise, die über Petersburg nach Berlin gehen soll. (!)
Das Abkommen über Samoa ist jetzt von den drei Delegierten abgeschlossen worden; man hat ganz richtig gethan, um dem ewigen Hader ein Ende zu machen, das Königtum abzuschaffen. Ob aber eine definitive Einigung betreffs der künftigen Verwaltung Samoas zwischen den beteiligten Mächten zu stände kommen wird, bleibt dahingestellt. (xx)
Deutsches Keich.
Berlin, 4. August. In Anwesenheit der Vertreter der Staatsregierung, der Berliner städtischen Verwaltung, des Charlottenburger Magistrats, der industriellen Vereinigungen und unter zahlreicher Beteiligung der Delegierten des Genoffenschaftsbundes wurde heute vormittag das Denkmal für Schulze-Delitzsch enthüllt. Professor Virchow übergab im Namen des Ausschusses das Denkmal der Stadt Berlin. Bürgermeister Kirschner nahm dasselbe in Empfang, indem er den Dank der Stadt Berlin aussprach. Er hob des weiteren die in Schulze-Delitzsch verkörperten Bürgertugenden hervor, und schilderte, wie derselbe in Treue, Fleiß und Ausdauer sein hohes Ziel erreicht hat. Auch an der Mitbegründung des deutschen Einheitsgedankens habe Schulze- Delitzsch in hervorragendem Maße Anteil. Die Reichshauptstadt sei stolz, das Denkmal eines solchen Mannes in ihren Mauern zu haben. Weiter sprachen Verbandsanwalt Dr. Krüger, der englische Delegierte Dr. Gray, der französische Abgesandete Professor Duformantelle und andere, welche sämtlich die Verdienste des großen Volksmannes würdigten. Hierauf wurden etwa 50 Kränze mit schwarz- rot-goldenen Schleifen, welche Widmungen trugen, am Fuße des Denkmals niedergelegt.
Berlin, 4. August. Der Prinz von Wales wird, wie man aus London schreibt, während seiner Auslandreise auch einige Tage in Homburg verbringen, entweder bevor er nach Marienbad geht, oder auf der Rückreise. Er beabsichtigt, der Kaiserin Friedrich einen Besuch abzustatten, die sich gegenwärtig auf Schloß Friedrichshof aufhält. Nach seiner Heimkehr vom Kontinent, die für September geplant ist, begiebt sich der Prinz nach Schottland, um die Königin Viktoria in Balmoral zu besuchen.
Karlsruhe, 4. August. Wie der in Ettlingen erscheinende „Badische Landsmann" meldet, tritt in Pforzheim der Typhus epidemisch auf. An einem Tage waren zehn Erkrankungen zu verzeichnen. Im Krankenhause sollen sich bereits 20 Typhuskranke befinden.
— Sozialdemokratie und Hand Werks Organisation. Angesichts des bevorstehenden Inkrafttretens der letzten gesetzlichen Bestimmungen der Gewerbeordnungsnovelle, betreffend die Organisation des Handwerks, ist, wie bei so vielen anderen Gelegenheiten, die Sozialdemokratie wieder auf dem Platze, um auch hier sofort die rührigste Agitation ins Werk zu setzen. Die Veranlassung bieten dem „Vorwärts" die Erfolge, welche die Sozialdemokraten nach Bildung der neuen Innungen erzielt haben. Am 1. April 1898 war ein Teil der Gesetzesbestimmungen der Gewerbeordnungsnovelle in Kraft getreten, der die Jnnungsorganisation und einige damit zusammenhängende Einrichtungen betraf. In einer großen Zahl sogar der Zwangsinnungen hatten die Sozialdemokraten die Gesellenausschüsse in die Hand bekommen; wie weit das der Fall ist, läßt sich zur Zeit noch nicht absehen, da wegen der Statutenänderungen, die mit der Einführung der Gewerbeordnungsnovelle verbunden sind, und der noch ausstehenden Genehmigung durch die Behörden ein Gesamtüberblick noch nicht möglich ist. Einen
solchen Erfolg hatten sich die Sozialdemokraten, wie der „Vorwärts" eingesteht, selbst nicht träumen lassen. Nach einer Besprechung des Wesens der Sozialdemokratie, das darin bestehe, die Indifferenten aufzurütteln zu politischer Regsamkeit und politischer Bethätigung fordert das sozialdemokratische Organ unter Hinweis auf die Wichtigkeit der Gesellenausschüsse und vor allem der Handwerkerkammern auf, „in allen Innungen ohne Ausnahme, ob Zwangs- oder freie Jnnnung", an der Bildung der Gesellenausschüffe teilzunehmen; vor allen Dingen gelte es, in die Innungs- Krankenkassen und in die Innungs-Schiedsgerichte eine würdige Vertretung der Arbeiter zu entsenden, und den Gewerkschaften fiele vor allem diese Aufgabe zu. — Erwägt man, daß den Handwerkerkammern entsprechend den Handelsund Landwirtschaftskammern ein großer Einfluß namentlich in sozialpolitschen Fragen wird eingeräumt werden müssen, da ihre Gutachten nicht werden beiseite gestellt werden können, so ist die drohende Gefahr des sozialdemokratischen Einflusses aufmerksam im Auge zu behalten. Es wäre bedauerlich, wenn die Bestrebungen der staaterhaltenden Handwerksmeister durch die von ihnen selbst vorgeschlagenen Maßnahmen nicht nur verhindert, sondern sogar in das Gegenteil verkehrt würden. Darum: Augen auf!
— Sozialdemokraten unter sich. Ein „in Norddeutschland lebender, sehr bekannter Genosse" erinnert in der sozialdemokratischen „Münch. Post" gegenüber Liebknechts Aeußerungen über das bayerische Wahlkompromiß an die Sünden der Berliner Parteileitung bei den letzten preußischen Landtagswahlen. Damals hätten die Berliner Taktiker der Abstimmungspolitik der Sozialdemokratie vor den Thoren Berlins im Wahlkreis Teltow, wo der Sozialdemokrat Zubeil mit beinahe 52 000 Stimmen in den Reichstag gewählt wurde, es durch ihre Wahlenthaltung geschehen lassen, daß auch in reinen Arbeiterorten die dritte Wählerklasse den Konservativen in die Hände fiel und so an Stelle eines Freisinnigen und eines Nationalliberalen ein hochkonservativer Agrarier und der als urreaktionärer Arbeiterfeind in ganz Deutschland bekannte Führer der zünftlerischen Baugewerksmeister, Felisch, gewählt wurden. Der Artikel hält Liebknecht vor, wenn die schlesischen und Frankfurter Sozialdemokraten Liebknechts taktischen Ratschlägen gefolgt wären, wie das Gros der Berliner Genossen, so wäre die konservative Mehrheit im preußischen Landtag fertig gewesen, und Herr von der Recke hätte sein Vereinsknebelgesetz längst unter Dach.
Ausland.
Brüssel, 4. August. An maßgebender Stelle des Kolonialamtes wird die Meldung der „Times" in Abrede gestellt, wonach am Tanganjika-See ein blutiger Zusammenstoß zwischen deutschen undbelgischeu Truppen stattgefunden hätte. Bis jetzt ist keine Meldung beim Kolonialamt eingetroffen, welche die Nachricht der „Times" bestätigen könnte.
Brüffel, 4. August. Der neue Ministerpräsident erklärte dem Könige, die offizielle Liste seiner Kollegen wahrscheinlich erst am Sonntag überreifen zu können. Weiter sagte er, er hoffe, daß die Debatte über die Wahl- Vorlage nicht länger als acht Tage dauern würde, sodaß am Ende des Monats die Vertagung der Kammer erfolgen könnte.
Pans, 4. August. Die Abberufung des russischen Militär-Attachös, Baron Fredericks, wird von den Blättern vielfach kommentiert. Die Abberufung erfolgte aus dem Grunde, weil eine gewisse Erklärung des Barons über Dreyfus übel ausgelegt wurde. (?)
Paris, 4. August. Der Bankier Edouard v. Rothschild läßt die von mehreren antisemitischen Blättern gebrachte Meldung kategorisch dementieren, wonach das Bankhaus Rothschild die sozialistische und radikale Presse mit Geldmitteln gekauft hätte, um für Dreyfus Propaganda zn machen.
Paris, 4. August. Der „Temps" meldet aus Rennes, es stehe nunmehr fest, daß die Verhandlungen des Dreyfus- Prozesses im großen Festsaale des Gymnasiums stattfinden werden.
Paris, 3. August. Infolge der Beschwerde der Presse wird schon die erste Verhandlung des Dreyfus-Prozesses in der Aula des Gymnasiums stattfinden. Es sind Anstalten getroffen, daß Dreyfus in vollkommener Sicherheit täglich nach dem Sitzungssaale gelangt.
Paris, 3. August. Die bereits gemeldete Abreise des französischen Ministers des Aeußeren Delcassö nach


