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gerichtet ist. Wenn auch die Einrichtung Geld kostet und es kleinen Unternehmern anfangs schwer werden mag, eine saubere Betriebsstätte ist nur zu gunsten der Bäckermeister selbst. Letzterer sollte ebenso mit Stolz seine Backstube zeigen können, als er seinen Laden gern vom Publikum loben läßt. Bei Bäckerei-Neubauten bezw. Neuanlagen und wesentlichen Umänderungen sollte nicht nur strenge Durchführung gewisser Bauvorschriften, sondern auch ganz be- stimmier sanitärer Maßnahmen verlangt werden.
Vor allen Dingen müssen diejenigen Betriebe Muster an Sauberkeit sein, welche zur Befriedigung täglicher Bedürfnisse Nahrungsmittel Herstellen und bearbeiten. Sie haben zudem die Pflicht, ihren Arbeitern peinlich saubere Unterkunftsräume zu gewähren. Entzieht man dem Arbeiter jede Gelegenheit, Sauberkeit zu üben, so kann derselbe auch keine appetitliche Ware liefern.
(Fortsetzung folgt.)
Aus dem Jahresbericht
M Großh. Hessischen Gewerbe-Inspektors der Gewerbe-Inspektion Gießen
sür 1898
(die Provinz Oberhefseu umfassend) (Fortsetzung).
Wirkung der Bäckereiverordnung.
I« diesseitigen Bezirk befinden sich, soviel durch die .»sik-ung bekannt wurde, 93 Bäckereien mit 42 Letzlingen nni 132 Gehilfen, welche wöchentlich mehr als dreimal mit# arbeiten. Es kommt hier also durchschnittlich auf Z Schilfen 1 Lehrling. Diese 93 Bäckereien verteilen sich ans 9 größere Orte des Bezirks, von welchem nur wiederum fc 4 Orten 42 Bäckereien angeblich Ueberarbeit machen Bitten und solche auf den Kalendertafeln verzeichnet haben. Aus einer Kalendertafel waren je 42 und 51, auf einer NnbtT'tn sogar 64 Ueberarbeitstage verzeichnet, sodaß die lletrejffendcn Meister angezeigt werden mußten. Im ganzen grigt ibte Erhebung nur 6 Bäckereien, welche an mehr als M Tagen überarbeiten ließen, und zwar an 22, 23, 35, •42,5-1 und 64 Tagen. Es läßt sich allerdings nicht be- Tiirttiten, ob alle Bäckermeister ihre Ueberarbeitstage genau nrarkiurten. In der Stadt Gießen allein ergab die Er- tybuug 37 Bäckereien und Konditoreien, welche Arbeiter nachts beschäftigen. Don diesen hatten nur 5 Betriebe keine 'Mei'arbeit verzeichnet, dagegen 2 Betriebe solche an mehr -als SO Tagen. Im diesseitigen Bezirk könnten sich die Dütfcrcien der Verordnung entsprechend sehr wohl einrichten. Dn kleine Prozentsatz, welcher es zur Zeit angeblich noch nicht kann, würde bei gutem Willen und vielleicht durch -HnsÄllung noch eines Gehilfen, beziehungsweise durch Ein- Irilui'g der Gehilfen in 2 Schichten, die Ueberarbeit in den •freien des Erlaubten halten können. Dem Gewerbe- iuspStor wurde von Bäckermeistern mehrfach versichert, daß -tie Näckereiverordnung auf den Umsatz keinen Einfluß habe inb sehr gut durchführbar sei, wenn Meister und Gesellen -fget1 fettig im Einverständnis lebten. Andere Meister wieder behaupten, daß sie jetzt täglich, um die Verordnung ein* chbei-! zu können, einmal Brot weniger backen müßten, »as für jeden Werktag 60—70 Brote ausmache.
In den Augen eines solchen Bäckermeisters allerdings, mlcher Sonntags seine Arbeiter früh y29 Uhr noch beschäftigt, weil dieselben abends zur Kirchweih gehen wollten, tobeii aber erst nachts y,1 Uhr die Arbeit beginnen ließ (Die es vorgekommen ist), läßt sich die Bäckereiverordnung .nicht durchführen.
Was nun aber die Einrichtung der Bäckereien, dieser für hie täglichen Bedürfnisse so wichtigen Betriebe, anbetrifft, jo läßt dieselbe noch größtenteils viel zu wünschen übrig. Die Läden sind allerdings meistens sauber und freundlich, jumTeil sehr modern eingerichtet. Zur Backstube aber gelangt! man durch einen engen, dunklen Gang. Diese selbst ist meist sehr klein, dunstig und niedrig, ja selbst auch oft "sehr staubig. Die Geräte sind zum Teil sehr alt. Bei- jpiclKweise sollte man alte, wo möglich wurmstichige Holz- tonöge nicht mehr verwenden, sondern nur solche aus gutem Holz oder besser aus stark verzinnten Eisen benutzen. Lrrjjinnte Backtröge sind an sich sauberer und lassen sich and) besser reinigen. Allerdings wird es dem kleinen Bäcker- »eifter oft schwer werden, sich den hygienischen Grundsätzen entsprechend einzurichten. Die Schlafzimmer der Gehilfen, ivelche in der Regel wenig Raum bieten, werden gegen -rittüig zumeist noch nicht in Ordnung getroffen. Ob diese flamme dann noch bis nachmittag gesäubert oder die Betten Macht werden, bis sie die Gehilfen wieder in Benutzung id) raten, ist sehr die Frage. Waschgelegenheit und Hand- ckcher machen oft auch einen unsauberen Eindruck, und scheint namentlich im Wechseln der letzteren nachlässig zu fein. Die Backstuben sollten nicht hinten im Hofe für das Pub- ''liklum unsichtbar angelegt werden, sondern neben dem Laden rit großen Fenstern nach der Straße hinaus versehen im irbügeschoß liegen. Die Bäckermeister sollen nicht glauben, ich der Wunsch nach sauberen Einrichtungen nur gegen sie
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Soeben erschienen und bei Ernst Ehallier (Rudolphs Nachfolger) zu haben: Das verlorene Mrthe DieSängertahrtnachKreuznach
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♦ Kastel, 2. Juni. Ueber die Höhe des seitens der Stadt Kaffel zu dem 1. Gesangswettstreit Deutscher Männer- gesang-Vereine zu leistenden Zuschusses machte in einer gestern abend stattgefundenen öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten Beigeordneter Dr. Knorz die Mitteilung, daß dieser sich auf etwa 134,000 Mk. belaufen werde. Der etatsmäßig vorgesehne und bereits bewilligte Betrag von 150,000 3Jlt. ist demnach nicht ganz gebraucht worden.
* Daß der amerikanische Admiral Kautz von deutscher Abstammung ist, wurde schon früher behauptet. Jetzt wird aus Pforzheim näheres darüber bestätigend berichtet. Danach ist das benachbarte Dorf Ispringen der Stammort der Familie Kautz. Der Vater von Kautz betrieb in Ispringen eine kleine Schreinerei. In den vierziger Jahren wanderte er mit seiner Familie, zu der auch seine Söhne August und Albert gehörten, nach Amerika aus und nahm zunächst in Baltimore Wohnung. Anfang der fünfziger siedelte er nach Ohio über, wo er die erste deutsche Rebe pflanzte. Später errichtete er eine große Weinfarm. Die zwei Söhne genoffen auf deutsch-amerikanischen Schulen ihre Ausbildung. Trotz der ziemlich mangelhaften Fachbildung machten beide Brüder in Amerika großartige Carriere. August Kautz brachte es bis zum Reitergeneral, während ’Klkrr als Admiral in Amerika sehr gefeiert ist.
* Ein Brief von Jakob Grimm. Dr. Otto Markwart in Zürich stellt der „Frkft. Ztg." einen Brief zur Verfügung, den sein Vater Konstant Markwart, der damals in Jena Philosophie studierte, von Jakob Grimm erhallen hat. Konstunr Markwart hatte wahrscheinlich an Jakob Grimm die Anfrage gerichtet, welche Prinzipien in Bezug auf die O r t h o g r a p h i e in dem „Deutschen Wörterbuch" zur Anwendung kommen würden, dessen Erscheinen die wissenschaftliche Welt mit Spannung erwartete. Jakob Grimm beantwortete diese Anfrage. Der Brief ist aus Berlin vom 14 Juni 1852 datiert. Er spricht von Orthographie und ist doch ein interessantes politisches Dokument. Der Druck, mit dem die preußische Reaktion in jenen Tagen auf den Geistern lastete, ist deutlich erkennbar, Jakob Grimm, einer von den „Göttinger Sieben", der in seiner stillen Studierstube am „Deutschen Wörterbuch" arbeitet, fühlt sein Herz davon beschwert. Und diese Stimmung beherrscht ihn so, daß er sich nicht enthalten kann, ihr sogar in einem Briefe Ausdruck zu verleihen, den er an einen jungen, unbekannten Studenten richtet. Das Schreiben Jakob Grimms lautet: „Ihnen und den gutgesinnten freunden sei mein herzlicher dank dargebracht für das in Ihrem schreiben vom 28. dezember mir ausgedrückte vertrauen, in dem unabsehlichen deutschen Wörterbuch, dessen druck jetzt angefangen hat, dachte ich lange auch die fehlerhafte schreibung reinigen und regeln zu müßen, es wäre versucht und unternommen worden, wenn die erhöhung des Vaterlandes auch der spräche gestattet hätte, sich zu erheben; unfern jetzigen öffentlichen Zwiespalt mag aber die Verwirrung der schreibweise noch eine zeit lang mit zu bezeichnen fortfahren, bei jedem buchstaben entfalte ich die regel, füge auch in
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Die Festleitung des Berbandsschießens hat beschloffen, der Bedeutung des Festes entsprechend, eine Zeitung herauszugeben, die 6 Nummern großen Formates umfaffen soll. — Alles, was auf das Fest Bezug hat, wird in ihr gesammelt zum Abdruck gelangen; im Anschluß daran Geschichtliches, Volkstümliches, Heimatliches, Fachmännisches, und vor allem unterhaltende und humoristische Artikel aus berufenen Federn.
Das Blatt soll in feinster Ausstattung erscheinen, mit Abbildungen der Festbauten, der Ehrenpreise rc. und zahlreichen anderen künstlerischen Illustrationen geschmückt werden, sodaß eS eine gediegene Festgabe für Gießen und seine Festbesucher bildet.
Jede Rümmer wird Mk. 0.30 kosten, jedoch werden bei BoranSbestell««», die biS zum 15. Juni I. spätestens in den Händen der Berlagshandlung sein muß, Abonnements für alle 6 Nummern
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klammern hinzu, ^U^as einzelne wort geschrieben werden müsse, darnach fam^_ roenn das Werk bestand erlangt und gedeiht, künftig ^lles geordnet werden. Studiren Sie glücklich fort und beffere tage erlebend gedenken Sie auch später noch Ihres ergebensten freundes Jakob Grimm."
• Was Alles im Wein enthalten fein kann! Nach dem 1898er Jahresbericht der Untersuchungsanstalt für Nahrungsund Genußmittel des Allgemeinen österreichischen Apothekervereins und des Wiener Apotheker-Hauptgremiums ergaben sich bei den vorgenommenen Untersuchungen von Wein und Most folgende ungewöhnlich ungehörige Bestandteile: eine Kunstmostsäure mit 67,8 v. H. Essigsäure, 1,58 v. H. Extrakt, 0,6 v. H. Mineralstoffen war mit einem Teerfarbstoffe (Rumbraun) gefärbt, mit Saccharin versüßt, mit Birnäther (Amylacetat) parfümiert und enthielt Spuren von Metallverbindungen. Eine Weinprobe enthielt Kupfer und Nickel, eine sogar 71/8 Milligramm Kupfer in einem Liter, eine andere gar Chloroform und wieder eine andere rohe Karbolsäure. Ein Sherry war gegipst, ein Süßwein mit Stärkezucker versüßt, ein Most mit Rohrzucker gallisiert und gepanscht; eine Weinprobe enthielt größere Mengen gelösten Eiweißes, die beim Kochen sich ausschieden u. s. w.
* Heber „Petroleumtriuker" schreibt man der „Schles. Ztg.": „Auch bei uns scheinen diese Feinschmecker keine Seltenheit zu fein, denn wie ich aus bestimmter Quelle weiß, haben wir solche z. B. im Riesengebirge. Hoch vor drei Jahren kam die Woche drei bis vier mal ein alter Mann zu Kaufmann Exner in KrummhÜbel, neben.,dem Gasthaus zur Schneekoppe, und trank jedesmal einen halbe« Liter Petroleum im Laden gleich aus dem Maße mit großem Behagen und der jedesmaligen Behauptung, daß ihn dies gesund erhalte. Wie ich mir sagen ließ, soll es solche „Gesundheits-Apostel" auch in Hirschberg geben."
Meratur, Wissenschaft und Kunst.
- Das neueste £11.) Heft der »Illustrierten Frauenzeituns^ (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) zeichnet sich durch große Vielseitigkeit auS. Unter den vielen schönen Illustrationen fällt eine Reihe Bilder von der Hand Ewald Thiels besonders inS Auge: Schloß Paretz, der, LiebltngSaufenthalt der unvergeßlichen Königin Luise von Preußens Wir sehen daS Schloß, da« in seiner Einfachheit an den Sitz ÄneS kleinen Land-EdelmanneS gemahnt, sehe« Wohn- und Schlafzttnmsr der Königin Luise und deS Königs Friedrich Wilhelm III., das.SMafzimmer des Königs Friedrich Wilhelm IV. und der Königin Elisabeth, sowie daS Spielzimmer Kövig Friedrich Wllhelm IV. und Kaiser Wilhem I., und unsere Gedanken schweife« zurück zu jener Zeit, alS fich hier ein friedliche« FamUienglück ad- fpielte, das später durch den eroberungssüchtigen Korsen so herbe gestört wurde. Otto Elster schildert in dem begleitendm Aufsatz bk damalige Zeit und giebt in kurzen Zügen ein Lebensbild der Königin Luise, sowie die Geschichte deS Schlosse«. — DaS Hest enthält noch einen mit Illustrationen geschmückten Aussatz über die Spitzen-AuS- stellung in Wien und drei prächtige Novellen: »Alter Hatz" do« Emm« Merk, „Bremvnde Liebe" von Alwin Römer und „Hoch- waffer" von Bianca SoberifiJ, sowie eine fistelnde Plauderei „Der Lebenslauf der Steinkohle" von «Mm Stoß. Ein sehr stimmungsvolles Bild des spanischen MalerS Josö GallegoS stellt die Wunder- kapelle in der Kirche zu Valladolid dar. 2bu -mpfehlen die „Illustrierte Frauen-Zeitung" unfern Leserinnen aufS w--^ste, die Zeitschrift ist nicht nur ein treuer Ratgeber in allen häuslichen Angelegenheiten und eine hervorragende Modezeitung, sondern aU® eine Pflegerin alles Edel» und Schönen, besonders auf dem Gebiete ver Lttteratur und Kunst.
— Die Antiquariatsfirma von Zahn u. Jaensch in Dresden (Waisenbausstraße 10) veröffentlicht soeben ihren Lagerkatalog Nr. 5: Alte Drucke, Holzschnitt- und Kupferwerke deS 18. bi» 18. Jahrhunderts, welcher, 182 Seilen stark, 3777 Werke zählend, eine große Anzahl Rubriken enthält und sür Jntereffmten von großem Werte sein dürfte. Der Kstalog ist gegm 1 Mk. erhältlich.
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