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Dienstag den 6. Juni
Zweites Blatt
W 130
Deutsches Reich.
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Ne Thronrede betont sodann die herzlichen Beziehungen
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Alle Anzeigen-BermittlungSstelle« bei In- und «ullettbtl nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enigeß«.
Abttretuug der Karolinen-, Palao- und Mariaueu-Jnseln an Deutschland.
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Kch»kstraße Ar. 7.
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lu les Ott iin;
«treffe für Depeschen: Anzeiger Htetze«.
Fernsprecher Nr. 51.
«Heult*e eoe Anzeige« zu der nachmittag- für bei ^»üake erscheinenden Nummer bi» vor«. 10 Uhr.
fldsovinen abzielen.
Neber den neuen deutschen Kolonialbesitz teilen wir vor- liirfigt folgendes mit:
Die Karolinen, die zwischen den Marianen und Neu-
aus Stuttj 1 (Tenor) ikfart a. I ents idere geeh iveraita'ts-lliu i, abends 6! . (Spemiti! l fMtChdlkr ir Stork n iptprobe 1 Mi iptprobe nicht rt'i
Konzerte
Gratisbeilagen: Gießener FamitienbtAter, Der hessische Landwirt, Dtätter für hessische Dalkskunde.
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ich Dir verspreche, Deinen guten Alten, der uns leider nur immer wie Babies behandelt - Dich nicht ausgeschlossen, große Mama - wenn ich also unseren guten Papa me, nie wieder „Rabenvater" nenne, dann gehst Du doch mit uns zum Konzert, nicht?"
„Und was sage ich zu Papa?"
„Ach, der hat das bei seiner Brockenkletterei bald ^^Kinder, Kinder!" sagte die gutherzige Frau Justizrat nur noch, als auch ein bittender Blick Isoldens so recht warm und eindringlich zu ihr hinüberflog.
Abends um acht Uhr aber war sie richtig mit den beiden hübschen Geschöpfen im Garten „Zum römischen Kaiser".
Der erste Teil des Konzertes war noch nicht zu Ende, als ein lebhafter Windstoß die eben entzündeten bunten Lampions ins Schwanken brachte und etliche der Lichter darin verlöschte. Am Himmel war schnell em Wetter heraufgezogen und ein ganz respektables Donnerrollen strafte das Hörnerquartett, das gerade so recht gefühlvoll und schmelzend „Ueber allen Wipfeln ist Ruh" in den Abend hinausblies, schnöde Lügen.
Noch war kein Regentropfen gefallen, aber wahrscheinlich würde das nicht gar lange mehr dauern. Die Zuhörer brachen daher schleunigst auf. Die Näherwohnenden eilten nach Hause, die anderen folgten den Musikanten in den niedlichen Saal, den der Kais^wirt durch einen geschickten Umbau aus einer alten Scheune gewonnen hatte. Ein Vorraum war als Garderobe und Busfett eingerichtet, linker Hand war sogar noch em kleines gemütliches Kneipzimmer erzielt worden.
(Fortsetzung folgt.)
Nez«s»preiO vierleljLhrlich 2 Mark 20 Pf* moaaüich 75 Pf* «tt vnagerlohm
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf* viertelfLhrtich.
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Berlin, *3. Juni. Die bevorstehende TagungdeS Kolonial rates soll verschiedene wichtige Vorlagen bringen
Darmstadt, 3. Juni. Seine Königliche Hoheit der ßherzog ist gestern abend in erwünschtem Wohlsein
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- unb Anzeig-blatt für den «reis Giefzen
roii dk m Papste, von dem wir Beweise seines großen mora- i Än Beistandes erhalten haben. Die Hauptaufgabe und i wgleiih die schwierigste der Kortes ist die, die Finanzen zu c i idner und die Kriegsausgaben zu regulieren und zwar mit > i tu gewöhnlichen dauernden Ausgaben vermittelst einer that- Titiftioitn strengen Politik des Abwägens. In diesem Sinne
Md Vie Regierung schmerzliche Opfer von dem Lande ver- l Mgcr, die aber in gerechter Weise auf alle Klaffen der S ZM'erung verteilt werden sollen. Die Regierung wird : M bcn Budgets mehrere Vorlagen einbringen, welche die " mich die Verluste der Kolonien und die Kolomalfeldzuge (machsenen Verpflichtungen regeln, die Staatsschulden zum
Stil rcrorganisieren, die Staatsrenten umgestallen und andere ; um Renten schaffen sollen, getreu all den Ideen, welche
Mit Msentliche Grundlage für die spanische Politik und für Mit Aufrichtigkeit des Budgets und der Zahlungsfähigkeit Hamens bleiben werden. In der nächsten Session sollen Briefen, welche eine Reorganisation des Landheeres und Mit Marine auf Grundlage der allgemeinen Wehrpfli^ ' Mecken, eingebracht werden, ferner Vorlagen, welche sich ms txie Vervollständigung der Küstenverteidlgung beziehen, itub andere Entwürfe, die hauptsächlich auf Verwaltungs-
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W rt I urnahme des Nentofll.
W- Gießener >0eMf6tw*CiH<T ewrorta bem Anzeiger MiMilK-ch viermal bngetogt.
emporschnellen und sagte: „Kinder, still, es wird was aus- gernfen!^ eincr drang darauf herein und alsbald verkündete die Stimme des Gemeindedieners:
„Es wird hiermit bekannt gemacht: Heute abend im Garten „Zum römischen Kaiser» Konzert von der St ber- thaler Bergkapelle. Danach: Kurball. Anfang 8 Uhr!
Kurball ist ausgezeichnet!" meinte knurrend der Justtz- rat. "„Soll das heißen, daß die Kurgäste dabei besondere Erholung sinden? Oder bezieht sich das auf die drei Wölfe im Frack, die den zehn Lämmern dort die Kour schneiden?^^ wurde sehr rot bei diesem satyrischen
Ausfall des Alten, Ernestinchen that jedoch, als habe sie den Sinn seiner Worte gar nicht verstanden.
„Da dürfen wir doch hin, Papa?" erkundigte sie sich.
„Ihr untersteht Euch!" sagte der Alte barsch. „Ohne mich acht Ihr zu keinem solchen Vergnügen! Em für allemal' 9 Ich habe das Geliebele und Geschwächte satt, das dieser verwünschte Roland mit Isolden aufführt! Vor mir fürchtet er sich wenigstens. Aber wenn ich nicht dabei bin,
"^ber,9Papa^ Das Konzert könnten wir doch ""'^Mchts da. Ihr bleibt zu Hause! Daß Du Dich nicht breitschlagen laßt, Mutter! ... Und nun lebt wohl!"
Damit verschwand er.
„Rabenvater!" sagte erbost Ernestinchen.
„Aber Erni!" tadelte die Mutter.
„Ach was. Das ist er doch nun emmal!"
"Ich verbiete Dir, Erni . . ." ,
Ja doch, ja doch, Muttchen. Sei nur wieder gut. Hier hast Du auch einen Kuß! ... Und nicht wahr, wenn
gu? bewässert," das Meer lehr fischreich. Die Bevölkerung ist malayisch. Sie zerfällt in zwei Stande: Adel, aus dem die Häuptlinge hervorgehen, und das gememe Volk; an der Spitze steht ein König. Die Marmnen, Dlebsms^n oder Ladronen genannt, liegen zwischen 144 und 145 Gr. ostl. Länge und 13 bis 21 Gr. nördl. Br. Sie haben einen Flächeninhalt von 1140 Geviertmeter und zählen gegen 11,000 Einwohner, die Ähnlichkeit mit den Tagalen der Philippinen haben. Die nördlich gelegenen Inseln sind unbewohnt und haben noch thätige Vulkane. Das Klimai der südlicheren größeren Inseln Rota und Seypan ist kühler als auf den Philippinen. Der Name Ladrones (Diebe) stammt von Magelhaes, der die Gruppe 1521 entdeckte. Marianen wurden sie 1668 von den Spaniern zu Ehren der Wittwe Philipps IV. genannt. Die größte der Ladronen, Guani, mit 514 Geviertkilometer und 8561 Einwohnern, | ist im jüngsten Friedensvertrage von den Spaniern an die
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Ern gestern aus Madrid eingetroffener Drahtbericht (dHlbtt folgendes: DieThronrede zur heutigen Eröffnung d t« Kortes gedenkt der Schmerzen und Leiden des Vater- hk.M Man müsse aus denselben Lehren ziehen, aber £Wung und Schweigen seien besser wie Klagen. Sodann 'i ftitzt ^8- Infolge der parlamentarischen Schwierigkeiten uimb bis Kabinettswechsels hat die Regentin den Fnedens- ;.;»rtra$ gemäß Artikel 54 der Verfassung vollzogen. Das v orige Kabinett ist der Ansicht gewesen, es sei nicht ratsam
Spanien, die Karolinen-, die Palaomseln und die MlUliün noch verbliebenen Marianneninseln zu behalten; . s ist deshalb ein Abkommen mit dem deutschen Kaiser Mrzriichnet worden, nach welchem diese Inseln an Deutschem abgetreten werden. Der betreffende Gesetzentwurf tmoirb den Kortes sofort zugehen."
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0 bi« IO @rab iwrbtid)« 8r.it. unb 132 bis , ».reinigt.« Staaten v°n «m.rika als Kab.lstation abgett.tetr 163 östlicher Sänge liegen, zählen auf über .50° 3nfeln | worben. ---
von ungefähr 1450 Quadratkilometern 36000 Einwohner, darunter gegen 900 Weiße. Die Landfauna ist nicht sehr reich und scheint sich auf einige Reptilien, Schildkröten und dergleichen zu beschränken. Von den Landvogeln sind Tauben
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soll, wie der Kaiser durch Kabinetsordre vom 23. r' M. bestimmt hat, in diesem Jahre stattfinden, um einen lieber- blick über den Stand des Schulschießens der Jnfantene, Jäaer Schützen und Unteroffiziere zu gewinnen. Bei diesem Vergleichsschießen, das innerhalb acht Tagen vom
und'geistig "regsam geschildert. Aus der Geschichte der Inseln sei kurz hervorgehoben, daß die ersten Inseln der Gruppe von dem Portugiesen Diego da Rocha um das Jahr 1525 entdeckt wurden, später setzten die Spanier die Entdeckungen anderer Gruppen fort, so Alvaro de Saavedra, der Admiral Francesco Laceano u. A. Nach emigen ver- . sämtliche Unter»
we äLqiDnTtuc utium puu«« v*v ''.'o’-t’-d- i geblichen Versuchen, die Eingeborenen KU H s , I ocKi;cre und Mannschaften je fünf Schuß auf 300 Meter
Chamisso; in neuerer Zeit die Deutschen Bubary, Herns- n er a
heim u. a. Die Palao-Jnseln bilden eine Gruppe von
stark beroalbcten Inseln mit fast ^0« Q"abrat-Kilotmter Fläche. Die größte bavvn, Baobeltaob zahlt etwa 8O00 Em-
_ Ein Nfäsi-r Ät sich in ber ...WurgW« Zeitung" über das gute Verhältnis der Reichs- SS »ÄLÄS; IJWWÄ'Ä??
1 ist er alljährlich dort gewesen, und diesesJahr, wird»er wohl mehrere Male kommen. Den Elsässern schmeichelt dieser häufige Besuch außerordentlich. Dann zeigt der Kaiser für die Angelegenheiten des Landes, die gerade int Vordergründe stehen, großes Interesse, wobei er gern persönlich eingreift und gemeinnützige Werke zu fordern sucht, selbst durch nicht unbedeutende Geldgeschenke. Auch an den so beliebten Ordensdekorationen — kein Volk ist auf derartige Auszeichnungen stolzer als die Elsäffer — fehtt es bei solcher Gelegenheit nicht. Der Elsässer hat viel Sinn für die Hoheit und den Glanz der Majestät; auch das weiß der Kaiser wohl, und so versteht er durch stolzes, ernstes und doch glanzvolles Auftreten ebensowohl der Masse zu imponieren, wie er durch seine Leutseligkeit die mit ihm in nähere Berührung kommenden Personen entzückt und sich dadurch Achtung und Vertrauen zugleich er-
Feurüetsn.
Das Arockengespenst.
Hine heitere Geschichte von Alwin Römer.
(Nachdruck verboten.)
„Na, Kinder, nun vertragt Euch gut; verlaust Euch tr$t wieder, wie vorgestern! Immer hübsch auf dem Wege SU und nach den Schildern gucken, dann kann so was Miticht vorkommen hier im Harze! . . - borgen abend nri dem letzten Zuge komme ich zurück. Ihr braucht aber M aufzubleiben, ich will mich schon zurechtfinden. . . . Wem, Mutter, und laß Dir die Zeit mcht lang werden! [inte Abschied nehmend der Justizrat Linder zu Frmr und Müllern, mit denen er dies Jahr den Sommer in Moden- ffitii verbrachte, um die frische Harzluft dort zu genießen.
Adieu, Papa!" erwiderte die ältere der beiden jungen Thronen, ein schlankes, blondes Fräulein von neunzehn ♦totn, deren tiefblaue Augen ein wenig verträumt in die Mn lugten. Und dabei bot sie ihm den feingeschnittenen Mmid zum Kuffe dar, während die jüngere, em blitzäugiger gojisch in des Wortes verwegenster Bedeutung, ihm »nschikos auf die Schulter klopfte und dabei rief:
Bring uns was Schönes mit, Väterchen! Rutsche «st in den Abgrund und grüße das Brockengespenst bestens M ^Verdrehtes Mädel!" lachte der Alte. „Ich werde es »tir einmal über den Hals schicken, damit Du das Gruseln ■a)lud)$IernfL unb hielt ihm die Hand zum
schlagen hin. „Aber Wort halten, ich will es schon ge- hhmnd empfangen!" Plötzlich aber lief sie an eines der binnen Harter Schiebefenster, die sich nur schwer durch bit modernen Angelflügel verdrängen laffen, ließ es


