Ausgabe 
6.1.1899 Zweites Blatt
 
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Ueber Frankreich, Rußland und England in China

wird derRötn. ßtg." au» London geschrieben:

Der hier schon seit einiger Zeit gehegte Argwohn, die in Aegypten wegen Mangels an anderweitiger Unterstützung vorderhand eingestellte franiöfifche Politik der Nadelstiche könnte auf chinesischen Boden hinübergtipielt und in gleichem Schritt und Tritt mit Rußland fortgesetzt werden, scheint sich zu be­stätigen. Was in den letzten Tagen über die Bewilligung der französischen Forderung einer ausgedehnten Konzession in Schanghai, die auch Privalbesitz anderer Ausländer einschließt, hierher gemeldet wurde, siedet em Gegenstück in der Nachricht, daß die chinesische Regierung bei Bestimmung der Grenzen der russischen Konzession in Hankau in dieselbe den Besitz englischer Untertanen eingeschlossen habe, ohne den englischen Gesandten zurate gezogen zu haben, und daß die englischen Grundeigentümer sich weigern, ihren Besitz preiszugeben. Ueber Schritte des englischen Gesandten und dec englischen Regierung verlautet einstweilen nichts, und darin liegt wohl der unmittelbare Anlaß zu einem geharnischten Artikel, den beute die Times diesem Gege stände widmet. Der bemerkens werte Punkt bei dieser Betrachtung liegt in der Thatsache, daß die Times selbst, der sehr tüchtige Vertreter des Blattes in Peking, sowie Admiral Lord Charles Beresford, der im Auftrage der vereinigten englischen Handelskammern China bereist, nicht minder wie desien Hintermänner in England und die englische Kaufmannschaft in China mit einem sehr großen Teil der Ministeriellen des Unterhauses der Ansicht find, Lord Salisbury Niüsie unbedingt in Sachen Chinas thaikräftig geschoben werden. Der heutige Artikel der Times bedeutet den Anfang der neuen Schiebung. Es heißt im Laufe dieser Ausführungen:

Wir können keinen Augenblick glauben, daß nach den vor einigen Monaten Sir Claude Macdona'.d von der chinesischen Regierung gemachten Zusagen, cs solle kein Gebiet im Nangtsc- thale irgend einer Macht verpfändet, verpachtet oder abgetreten werden, die französische Forderung in Schanghai endgültig und unbedingt eingeränint worden sein sollte. Die einfache Wahrheit ist, daß die chinesische Regierung, soweit die aus­wärtigen Mächte m Frage kommen, nicht viel mehr als eine Maschine ist, Die den Grad des von außen in Gestalt von Drohungen oder anderen Beweggründen geübten Druckes an* zeigt. Nichts, war gewährt oder versprochen wird, hat in China dauernd Bestand, solange es von einem stärkern ange­fochten werden kann. Wir haben das Recht so gut, wie wir auch die Macht zu haben glauben, unsere b.rechtigten Ansprüche aufrechtzuerhalten und burchzufttzen, und zwar nicht nur gegen China, sondern auch gegen diejenigen, die es auf sich nehmen, es aufzuhetzen, wenn seine geängstigten Palastcliquen und feine kuechti'chen Beamten durch Furcht oder Habgier in Ver­suchung gebracht werden, sich ihren Verpflichtungen zu ent­ziehen und, wenn fie nur imstande wären, das zu begreifen, die Interessen ihrer Unabhängigkeit zu verraten. Es liegt kein Gruno zu der Annahme vor, daß die englische Regierung Anstand nehmen wird, ihre unzweifelhafte Pflicht zu thun. Wir haben der Welt und insbesondere dem französischen Volke gezeigt, daß wir nicht gesonnen find, innerhalb unseres im Nilthale gesicherten Interessenbereichs Eingriffe zu dulden. Sobald man sich darüoec klar geworden, war auch die Faschoda- Angelegenheit schon erledigt. In Schanghai wäre jedenfalls das Verlangen der gesamten Kaufmannichaft nach Ausdehnung der gemischten Ansiedelung erfüllt worden, wenn nicht der französische Gegenanspruch erhoben worden wäre. Die fran­zösische Ansiedelung umfaßt nicht den zehnten Teil der fran­zösischen Bevölkerung in Schanghai, und viele Franzosen finden es, natürlich genug, vorteilhafter, dort zu wohnen und ihr Geschäft zu betreiben, wo ihre etg- nen Beamten nichts zu sagen haben. Die Zwischenfälle und Ziele der französischen Kolonialpolitik find wohl bekannt, allein es lohnt sich, auf eine Mitteilung hinzuweifen, die die Ergebnisse seit der Er­oberung von Madagaskar zusammenfaßt: Selbst ein Unter* scheidungrzoll von 92 Prozent zu gunsten französischer Ware hat weder die Blüte des französischen Geschäftes noch die Zufriedenhe.t der Geschäftsleute zur Folge gehabt. In Schanghai fallen von den Schiffen, die dort vetkehrcn, nur 115000 Tonnen unter die französische Flagge, gegen 2250000 Tonnen, die unter englische Flagge gehen. Und doch ist es diese in so geringer Bedeutung vertretene Nation, die sich jetzt von den schwachen und ängstlichen Beamten in Peking Voizugsrechte zu sichern sucht, die vielleicht nicht ihre eigenen Interessen fördern, aber jedenfalls dazu dienen können, die Jn ereffen andere Mächte zu beschränken und ihnen ent­gegenzuwirken. Wir haben eS den Chinesen und der ganzen Welt zur Kenntnis gebracht so wenigstens hat man das englische Volk in Reden in und außerhalb des fßailamenh glauben gemacht, daß wie das Aangtsethal, für das Schanghai die Hauptpforte d.s ausländifchen Handel» bildet, als unsere b.sondere Interessensphäre betrauten. Fall» em Versuch gemacht wirb, unmittelbar oder mittelbar in diese Sphäre einzugreifen, werben wir wissen, wie wir bie Sache zu dehanb.ln haben. Wir vermögen am rechten Orte so gut einen Druck zu äußern wie anbere unb vielleicht noch wirk­samer. Eine Kanonenbootflottille auf bem Pangife uub eine Streitmacht europäisch autgebilbeter Chinesen würde kein größerer Einbruch in die chinesische Souveränität fein als bas, was im Norben geschieht. Es ist sehr zeitgemäß, baß sich Lorb Charles Beresforb gerabe jetzt in China definbet. Er wirb die Thatfachen sowohl wie die Ansichten unserer Landsleute im fernen Osten den Landsleuten daheim ausführ kicher und freier darleg,n können als der Diplomat oder Gonfulatbeamte. Das Zeugnis d s Parlamentsmitgliedes, hervorragenden Seeoffizier» und beliebten Mitgliede» der Regierungspartei muß schwer in» Gewicht fallen. Wir hoffen, es ist nicht notwendig, uns Lord Charles Beresford» Schluß au» feiner Unterhaltung mit Sir Claude Macdonald, daß der Gedanke einer britischen Einflußsphäre von Anfang bis zu Ende eine Täuschung fei, zu eigen zu machen. Wenn

aber eine solche Deutung der Sprache in den diplomatischen Depeschen und in den Verteidigungsreden der Minister inner­halb der Grenzen der Möglichkeit liegt, bann ist es für alle Beteiligten am besten, baß ber Irrtum, benn um einen Irrtum hanbelt es sich ohne Zweifel, sobald als möglich richtig gestellt wird. Im anderen Falle muß der Gegenstand im Parlament zu sehr warmer Erörterung führen. Vielleicht wird die neueste Wendung lufireimgenb wirken. Die Dinge sind für dialek tische Feinheiten und unfruchtbar strenge» amtliche« Schwaigen zu weit gediehen.

Deutsches Reich.

M.P C Bertis, 4. Januar. Die auswärtige Lage erhielt zum Jahresschluß ihren charakteristischen Stempel durch das Handschreiben unseres Kaisers an den Kaiser von Rußland aus Anlaß des Jubiläums ber russischen mebizinischen Militär-Akabemie sowie burch den gegen China unb Frankreich gerichteten Drohartikel berTimes". Be­kanntlich war in letzter Zeit vielfach bie Meinung aufge­taucht, ber politische Zusammenhang zwischen Rußlanb unb Dentschlanb sei ein lockerer geworben. Wir haben diese Auffassung schon unlängst als eine unberechtigte bezeichnet, das aber, was wir sagten, erhielt jetzt eine autoritative Be­stätigung durch den Wortlaut der Stelle in dem fraglichen Handschreiben, an welcher es heißt:Ich bin glücklich, Euerer Kaiserlichen Majestät von neuem die Versicherung Meiner hohen Wertschätzung und unwandelbaren Freund­schaft ausdrucken zn können." Der Frankreich feindliche Artikel derTimes" beweist, daß Frankreich jetzt in einem Maße isoliert ist, trotz seiner sogenannten alliance mit Ruß­land, daß es sich von England alles gefallen lassen muß. Denn es ist nicht wohl anzunehmen, daß sich zur Zeit Je­mand in Paris finden dürfte, der die Verantwortung dafür übernehmen möchte, in bem Sinne zu hanbeln, in welchem zu Neujahr in einem Teil ber Pariser Presse ber Wunsch nach bem befreienden Säbel geäußert wurde.

M P C Von einer mit den bayerischen Centrumsver­hältnissen einigermaßen vertranten Seite wird uns aus München geschrieben: Die Stellungnahme der bayerischen Centrumspartei zur Militärvorlage wird vielfach in ihrer Tragweite überschätzt. Sie erklärt sich zunächst daraus, daß bei den bevorstehenden bayerischen Landtagswahlen die Centrumspartei der Sozialdemokratie gegenüber einen harten Stand bekommt. Wenn sie sich da nicht beizeiten in bem Lichte zeigt, in dem sie jetzt erscheint, fürchtet sie, in einer Reihe von Wahlkreisen von ber sozialen Demokratie über­rannt zu werben. Im Reichstag aber wirb sich kein Konflikt ber verschiedenen Teile der Centrumspartei ergeben, sondern es werden bei ber schließlichen Abstimmung über die Militär- Vorlage soviel bayerische Centrnmsherren abkommandirt werben, wie nötig sinb, um bas Zustandekommen der Vorlage zn ermöglichen.

M P C Das Erscheinen der im Reichsjnstizamt anszu- arbeitenben Denkschrift über bie bebingte Verur­teilung verzögert sich, wie wir hören daburch, baß ein Teil ber Einzelregierungen ihre abschließenben Berichte über bie von ihnen bis znm 1. Dezember gemachten Erfahrungen noch nicht eingefanbt haben.

M.P.C. Zu ben Fragen, bie im preußischen Abgeord- netenhause im Zusammenhang mit bem Etat besprochen werben bürsten, gehört in erster Linie auch bie ber umfassen- ! bereu Beschaffung von Arbeiterwohnungen auf ge­nossenschaftlichem Wege. Die englische Arbeiterschaft hat sich neben ben Gewerkschaften namentlich durch ihre Ge­nossenschaften eine Stellung in ber Gesellschaft erobert, wie keine anbere. 1771 Vereine in allen Teilen Englanbs unb Schottlaubs zählen, in einen großen Verbanb zusammeuge- schlosseu, 1V2 Millionen Mitglieber bas ist ber siebente Teil ber Erwachsenen Englands. Der jährliche Umsatz be­trägt 1146 Millionen, ber an bie Mitglieber zu üerteilenbe Gewinn 126 Millionen, ber Kapitalbesitz 350 Millionen Mark, 20 000 kaufmännisch gebilbete Angestellte stehen im Dienst biefer Vereine, riesige Warenniederlagen in Man­chester, eine eigene Hanbelsflotte, Kontore in allen Teilen der Welt, zahllose Fabriken zeugen von ihrer Lebenskraft. Direkt an die Konsumvereine schließen sich bie Baugenossen­schaften an. Diese Vereine machen es sich zur Aufgabe, der vorhanbenen Wohnungsnot, bem Mietkasernenweseu, ber Ausbeutung burch bie Hausbesitzer, zu steuern, burch Errich­tung gesunber, kleiner Familienhäuser für ihre Mitglieber. Im allgemeinen zahlt ber englische Arbeiter 5 bis 6 Mark Miete pro Woche für feine Wohnung. Die Baugenossen­schaften stellen ihm, sobald er einen gewissen Anteil zum Betriebskapital gezahlt hat, eins ihrer Häuschen zur Ver­fügung unb forbern bafür ebenfalls pro Woche 6 Mark. Nach Verlauf von 20 Jahren, nachdem der Wert des Hauses bezahlt ist, wirb ber Arbeiter Eigentümer seines Hauses, bas er im Falle bes Verkaufs nur an bie Genossenschaft zurückgebeu kann. Auf bie Weise ist jebe Spekulation mit bem Gruub und Bobeu, jebe Mietssteigeruug ausgeschlossen, unb ber Arbeiter ist in ber Lage, bie ihm burch bie Gewerk­schaft erkämpften Lohnerhöhungen wirklich selbst genießen zu können, währenb sonst jeber Verbesserung der Einkommen- Verhältnisse eine Mietssteigeruug folgt.

M P.C. Um die Jahreswende werden gewohuheitsgemäß ziemlich viel falsche Nachrichten in Kurs gegeben; u. a. jetzt die von zu erwartenden Mouarchen-Begeguuugeu. Es liegt gar kein Anlaß vor, die Möglichkeit von vornherein zu bestreiten, daß sich im Laufe des Jahres sowohl unser Kaiser unb bie Kaiser von Rußlanb unb von Oesterreich- Ungarn, wie unser Kaiser unb ber König von Italien ein­mal sehen werben. Wenn aber jetzt ber Anschein zu er­wecken versucht wirb, es fei eine Dreikaiserbegegnnug geplant, welche in Wien ftattfinben solle, so läßt sich nach Lage ber Dinge sofort bie Absicht erkennen, Preßerörteruugen ober Dementis hervorzurufeu, bie sich zu minder lauteren Zwecken fruktifizieren lassen.

Ausland.

Paris, 4. Januar. Allen Ernstes scheint sich jetzt em Auftreten besbouapartistifchenThrouforberertums vorzubereiten. DerMatin" veröffentlicht eine Untcrrebnng mit einem hervorragenbeu Teilnehmer an ber jungü jum Prinzen Viktor nach Brüssel eutsaubten bonapartistischen Aborbnuug. Jener Gewährsmann erklärte, daß Pnnz Viktor zum Vorgehen entschlossen sei, einen Gewal t streich vorbereite unb, sobalb bie Ereignisse eintreten, welche in kürzerer Zeit, als man glaube, zu erwarten j* die Spitze ber Bewegung stellen werbe. Die Gerüchte be­züglich Zwistigkeiten zwischen bem Prinzen Viktor und dem Prinzen Louis seien unbegründet. Prinz Louis, welcher demnächst General Bonaparte heißen werde, werde sich am Tage des Vorgehens an ber Seite bes Prinzen Viktor be­finden. Damit würde sich also vollziehen, was schon seit einiger Zeit zu erwarten stand. Im Herbst schien es so, als ob sich das Heer, seine Offiziere unb Generale an ber Spitze, bes Laubes inseiner Art" erbarmen wollte. Was eigentlich bie Billot, Zurlinben, Chanoine, be Boisbeffre verhinbert hat, mit bem Degenknauf ber Schärfe des Schwertes hätte es gar nicht beburft dazwischen zu fahren, wirb schwerlich jemals aufgeklärt werben; bie Führer der Armee ber Republik und ber herrschenben Repu­blikaner erbitterte Gegner hätten zu gewissen Zeiten mit ber Reitpeitsche vors Elysee reiten unb Herrn Faure mit samt seinen Ministern znm Tempel hinaustreiben können. Es wäre kein Schuß gefallen, kein Hcihu hätte gekräht, höchstens bercoq gaulois, und ber hätte einen Triumph­gesang angestimmt. Die Generale haben es nicht gewollt. Es ist vielleicht noch nicht zu spät, aber sie scheinen auch jetzt noch nicht zu wollen, ihre Gegner sagenaus Pa­triotismus!", ihre Anhänger, namentlich bie jüngeren Offiziere behaupten, weil sie zu alt unb zu verschlissen seien, unb unparteiische Beobachter wollen wissen, bie Herren mit Tressen unb Federhut hätten sich untereinander wegen der Beute nicht zu einigen vermocht. Doch sei dem wie ihm wolle, die Thatsache bleibt vorläufig bestehen, daß ein rein militärischer Staatsstreich in Paris zur Stunde, trotz­dem alles für ihn zu sprechen scheint, nicht zu den wahr­scheinlichen Dingen gehört. Dagegen trat schon seit einigen Tagen die Wahrscheinlichkeit ober bie Möglichkeit einer politischen" Reaktion wieder mehr hervor. Die Orleanisten mit ihnen haben ursprünglich bie unzufriebenen Generale, bie aber, wie wir gesehen haben, zu keinem Entschluß kommen konnten, sympathisiert verloren an Boben; die Bonapartisten schoben sich vor. Prinz Viktor, wenig volks­tümlich, aber als Haupt bes Gesamthauses Bonaparte als Thronforberer geltenb, warb in Brüssel lebhaft von alten unb neuen Parteigängern umworben, und von Paris aus ward er von den Häuptern des Bonapartismus geradezu mit Peitschenhieben in das Vorgehen hineingctrieben. Von dem Prinzen Louis ferner hieß es schon, er sei berKanbidat bes Czaren", für ben namentlich der Großfürst Wladimir eine ungemein rege, rührige Thätigkeit entwickele, unb in Frankreich sucht man bie feinem Bruber fehlenbe Volks­tümlichkeit für ihn zu erwecken, was nicht zuletzt baburch geschieht, baß man ihm mit Vorliebe ben Familiennamen Bonaparte" giebt unb mit biefem feinen russischen mili­tärischen Grad zusammennennt. Er war bisher fast immer und überall derOberst Bonaparte", und die Bonapartisten freuen sich darauf, daß ihr Oberst demnächst General werden soll, und daß sie dann endlich wieder einenGeneral Bonaparte" haben werden. Es mag dies manchem kleinlich, ja kindlich erscheinen, wer aber bie Pariser Verhältnisse kennt, wirb solchen Aeußerlichkeiten ihre Bebeutung nicht absprechen. Ungemein wichtig für bie Bonapartisten würbe auch sein, wenn sich die jüngsten Gerüchte bewahrheiten sollten, die Dvroulödianer d. h. die Liga der Patrioten mit allem, was darum und daran hängt, feien mit Sack unb Pack in das Lager der beiden Brüder Bonaparte über­gegangen, und unter den Anhängern DLroulödes befinbe sich, von zahllosen anberen Offizieren ber Armee unb ber Marine abgesehen, ber Militärgouverneur von Paris, ber längst als Haupt bes militärischen Vorgehens be­kannte General Zurlinben. Daß General Zurlinben der gegenwärtigen Regierung sehr unbequem ist, baß er bei den herrschenben Republikanern alles Andere eher als Ver­trauen besitzt, daß neben unb hinter ihm eine große Zahl ber höchstgestellten Offiziere unb ber Generale in ben höchsten Kommanbostellen stehen, baß Freycinet ihn längst gern ab­gesetzt hätte ober noch gern absetzen möchte, wenn er es nur könnte ober gekonnt hätte, das Alles steht unzweifel­haft fest. Ist General Zurlinben jetzt wirklich zu ben Dsroulöbianern und mit ben Deroutebianern zu ben Brübern Bonaparte übergegangen, so könnte bas leicht znm Aus­gangspunkt eines möglichen letzten Kampfes gegen bie Re­publik fein.

Lokales und Provinzielles.

(§) Vom Lande, 4. Januar. Wie infonberheit auf bie hinter uns liegenben Festtage, fo sinb auch gegenwärtig bie frisch gelegten Hühnereier ein sehr gesuchter Artikel. Bekanntlich übertreffen sie bie sogen. Kasteneier nicht nur an Geschmack unb wohl auch an Gehalt, sonbern stehen biesen ob ihrer Siebefähigkeit auch weit über. Auf bie Festtage zahlte man für ein frisches Ei 8 Pfg., dennoch waren frische Eier eine Seltenheit; jetzt aber fangen infolge des gelinbcn Wetters bie Hühner allmählich wieber zu legen an. Der Preis steht beshalb für ein Ei um 1 Pfg. nichtiger. Hält das gelinbe Wetter an, so bürften bald bie frischen Eier wieber häufiger unb billiger werben.

Vom Lande, 4. Januar. Zur Kürzung ber langen Winterabenbe bienen in vielen Orten Konzerte, Theater, Abenbunterhaltungen, Wohlthätigkeitsveranstaltungen unb sonstige gesellige Vereinigungen. Bei biesen Vergnügungen,

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"rklichen Mmühien und Waben *

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