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6.1.1899 Erstes Blatt
 
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seither haben sich alle Verhandlungen zwischen England und Abyssinien glatt abgespielt. , .

Immer weiter schreitet bte Unsicherheit der inneren Verhältnisse Spaniens fort. Jungst erst wurde von einer geheimuißvollen Bereinigung berichtet, an der zehn Generale beteiligt sein sollen und bereit Enbziel noch geheim gehalten wirb. Ob es sich nun um einen kar- listischen ober republikanischen Anschlag handelt, jedenfalls hat die Regierung Grunb, vorsichtig zu sein, ba in Spanten militärische Pronunziamentos keineswegs zu ben Selten­heiten gehören. Nachbem man bisher auf bas hartnäckigste das Vorhandensein der karlistischen Gefahr in Abrede zu stellen versucht hatte, glaubt man jetzt alle Hebel ansetzen zu müssen, um derselben wirksam zu begegnen. Die Ver­schiebungen von Bataillonen nach den bedrohtesten Punkten, d. h. nach den Gegenden, wo die karlistischen Umtriebe am stärksten sind, dauern fort, die Iststärke wird trotz der pre­kären Finanzlage in der Höhe von 140 000 Mann bewe- halten, und das Heer muß unablässig Marsch- und Schieß­übungen vornehmen. Trotzdem vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von der Einkerkerung karlistisch Gesinnter oder von der Entdeckung irgend einer Waffenniederlage verlautete. In den baskischen Provinzen soll die Gährung eine hoch­gradige sein. Verschiedene Notabilitäten der karlistischen Partei befinden sich zur Zeit in Venedig und halten Rat über die mit dernächsten Kampagne" int Zusammenhang stehenden Angelegenheiten. In karlistischen Kreisen behauptet man, daß die Partei nicht im geringsten daran verhindert jein werde, im geeigneten Augenblick loszuschlagen. Was die Regierungskrisis in Madrid betrifft, so wird der Minister­präsident Sagasta, dessen schwere Krankheit überwunden sein dürfte, am nächsten Samstag der Königin-Regentin die Vertrauensfrage unterbreiten, worauf die Krone wahrscheinlich schnell ihre Entscheidung trifft, wem die schwierige Aufgabe übertragen werden soll, die Zügel der Regierung zu über­nehmen. T. R.

Konstantinopel, 4. Januar. Die Pforte verpachtete an ein deutsches Kapitalisten-Konsortium ein großes Terrain in Palästina angeblich zur Gründung einer Ackerbau- Kolonie unter dem Namen Wilhelm II.

Alexandrien, 4. Januar. Infolge des weiteren Vor- Marsches Meneliks wurden mehrere bereits beurlaubte egyp- tische Regimenter wieder einberufen.

Asien. Durch das Vorgehen Rußlands in Nord- China werden die britischen Interessen imReiche der Mitte" offenbar mehr bedroht, als durch die Forderungen Frankreichs. So befindet sich das ursprünglich von deutschen Offizieren ausgebildete Heer des Generals Nieh etwa 15,000 Mann- unter dem Befehl eines russischen Generals in Lutai, an der Eisenbahn Mittelwegs zwischen Tongschan und Tongku. Mit diesen Truppen beherrscht Rußland thatsächlich bereits die großen Kohlengruben von Tongschan sowie die Mündung des Peiho. In sechs Stunden könnten die Vorposten in Tientsin und in weniger als zwölf Stunden in Peking sein. Die Kosakenwache in der chinesischen Haupt­stadt ist so vermehrt worden, daß sie jetzt ebenso stark ist, wie alle Wachmannschaften der anderen Gesandtschaften in Peking zusammen. Erwägt man nun noch, daß ein Teil der starken russischen Garnison in Port Arthur binnen 24 Stunden an die Mündung des Peiho geworfen werden kann, so muß man erkennen, daß die für den englischen Handel so wichtige Provinz Tschili samt der Hauptstadt Peking thatsächlich in den Händen der Russen ist. Ob die Engländer nun wohl ebenso entschieden gegen die Russen Vorgehen werden wie gegen die Franzosen?

Kokales und Provinnelles.

Gießen, den 5. Januar 1899.

** Militärdienstnachricht. H o fm ann, einjährig-frei­williger Arzt vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter gleichzeitiger Versetzung zum 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115, vom 1. Dezember 1898 ab zum aktiven Unterarzt ernannt und mit Wahr­nehmung einer bei seinem Truppenteile offenen Assistenz- arztsteüe beauftragt.

** Stadttheater, dt. In der gestrigen, neunten Volks­vorstellung, gelangte mit einem Erfolg ohnegleichen der vieraktige SchwankDer Raub der Sabinerinnen" von Gebr. Schönthan zur Aufführung. Das Haus war dermaßen besetzt, daß, wie mau zu sagen pflegt, kein Apfel zur Erde fallen konnte. Herr Direktor Helm führte die Regie, indem er wahrhaft hervorragendes leistete und es verstand, alle Mitwirkenden in das richtige Fahrwasser zu lenken. So andauernde Zwerchfellerschütterungen, wie gestern abend, haben die Theaterbesucher dieser Saison noch kaum erfahren; Herr Direktor Helm hatte unbestritten die Lacher auf seiner Seite. Im übrigen hatte man das wohlthuende Gefühl, daß jeder Darsteller von der typischen Köchin Rosa (Fräulein Schuhmann) bis zum nicht minder getreu kopierten Professor Gollwitz (Herr Liebscher) sich in feiner Rolle völlig zu Hause fühlte, sodaß den ungezwungenen Leistungen rückhaltloser Beifall folgen mußte. Wir gönnen der Direktion solchen Erfolg von Herzeu und wünschen in Anbetracht der Mühe, die sich die Darsteller auch bei anderen, schwierigeren Aufführungen geben, diesen einen wenigstens annähernd zahlreichen Besuch.

" Stadttheater. Die morgen (Freitag) ben 6. d. M. im hiesigen Stadttheater stattfindende Erstaufführung von Cagnelti'sA Basso Porto findet im Abonnement bei gewöhnlichen Preisen statt. Es wird hiermit wiederholt darauf hingewiesen, daß nach Schluß der Vorstellungen Omnibusfahrten bestimmt stattfinden, wenn bis 9 Uhr abends Fahrscheine an der Theaterkasse gelöst sind.

Vortragskurs für praktische Landwirte zu Gießen. Die Vorträge nahmen heute, Donnerstag, ihre Fortsetzung zunächst mit einem sehr interessanten Referate von Herrn Geh. Hofrat Proseffor Dr. Thaer - Gießen über die

Grundrente". Als zweiter Redner sprach Herr General­sekretär Dr. Kirstein-Berlin überSchweinezucht". Beide Vorträge wurden sehr beifällig ausgenommen. In der letzten Stunde hielten dieHerren Bürgermeister Leun-Großen-Linden überGemeindebullenställe", Oefonomierat A. Dett- weiler- Laubenheim überErfahrungen aus der eigenen Wirtschaft" kurze Referate, die ebenfalls mit großem Beifall belohnt wurden. Der Besuch der Vorträge ist ein an­dauernd sehr starker. Nachmittags wird Herr Julius Pfreimbtner - Offenbach ein kurzes Referat über Mäusevertilgung" halten, hierauf Diskussion über sämt­liche Vorträge. Die gestrigen Diskussionsstunden ließen auch erfreulicherweise erkennen, wie die Kursteilnehmer mit größtem Interesse den Vorträgen folgen und an der getroffenen Ver­anstaltung teilnehmen. Morgen sprechen die Herren Prof. Winckler-Gießen, Dr. Vogel-München, In­genieur Leonarz-Nürnberg, am Samstag Generalsekretär Dr. Müller-Offenbach, Geh. Hofrat Prof. Dr. Wagner - Darmstadt und Landwirtschaftslehrer Dr. Gräf e-Groß- umstadt.

* * Landwirtschaftlicher Vortrag-Kursus. Omnibus-Ver­bindung. Der Vorstand der Omnibus-Gesellschaft teilt uns mit, daß die Wagen 436, 4" und 522 nachmittags ab Grünbergerstraße am Donnerstag, Freitag und Samstag Nachmittag, um direkte Verbindung zwischen Steins Garten und Bahnhof herzustellen, über den Schiffenbergerweg und Bergstraße verkehren, worauf wir unsere Leser hiermit auf­merksam machen.

* * Naturalverpfiegstation Gießen. Im Jahre 1898 nahmen 3719 Stationsgäste die Naturalverpflegung in An­spruch, die Kosten hierfür beliefen sich auf 2847 Mk. 38 Pf.

* * Der erste Wettstreit deutscher Mannergesangvereine um den von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige ge­stifteten Wanderpreis soll nach Allerhöchster Bestim­mung am 26. und 27. Mai 1890 in Kassel stattfinden. Unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau sind 51 angesehene Beamte und Bürger der Stadt Kassel in die Ortskommission berufen worden, welche mit der lokalen Vorbereitung und Ausführung des Festes be­traut sind.

* * Die Stellenvermittlung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereius ist über ganz Deutschland verzweigt und umfaßt auch England, Frankreich und Italien. In zahlreichen Städten wird sie durch sachverständige Lehrerin­nen, freiwillige Beamte des Vereins, vertreten. Aber auch an Orten, wo sich keine Vereinsagentur befindet, besitzt sie genügende Verbindungen, um Stellen in geeigneter Weise besetzen zu können. So hat sie im Jnlande und im Aus­lande Tausenden von Familien und Schulen, öffentlichen und privaten, geprüfte Lehrerinnen und Erzieherinnen nach­gewiesen. Da der Verein allen tüchtigen Lehrerinnen, wissen­schaftlichen und Fachlehrerinnen, Oberlehrerinnen und Volks­schullehrerinneu, offen steht, so ist es ihm auch möglich gewesen, die verschiedenartigsten Stellen zu besetzen. Auch die Stellenvermittlung seiner Musikseklion hat sich trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens das Vertrauen von Familien und Schulen erworben. Aus der großen Zahl ihrer Mit­glieder kann sie die besten Kräfte auswählen, wenn es gilt, der Schule Gesang- und Klavierlehrerinnen zuzuführen oder geeignete Lehrerinnen zu Privatunterricht zu empfehlen. Daher wende man sich um Musiklehrerinnen vertrauensvoll an Frau Musikdirektor Claus, Leipzig, Grassistraße 33, um andere Lehrerinnen aber an die Centralleitung der Stellen­vermittlung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins, Leipzig, Hohe Straße 35, im Lehrerinnenheim.

e * Die direkten Steuern im Großherzogtum Hessen ergaben im Rechnungsjahr 1897/98 die Summe von 10364370Mk. Davon entfallen auf die Provinz Starkenburg 3980282 Mk., auf die Provinz Oberhessen 2132457 Mark, auf die Provinz Rheinhessen 4151631 Mark. Der angegebene Gesamtbetrag setzt sich zusammen wie folgt: Einkommensteuer 5603 738Mk., Gewerbesteuer 1041007 Mk., Grundsteuer 3163 885 Mk., Kapitalrentensteuer 456 740 Mk.

* * Wetterbericht. Das Barometer ist zwar über Central- Europa ganz erheblich gestiegen, doch ist die Luftdruckvertei­lung noch eine sehr unregelmäßige. Von Norden her erstreckt sich ein barometrisches Maximum über die skandinavische Halbinsel, ein zweites ragt über Frankreich und über die Schweiz nach Süddeutschland herein. Beide Gebiete teilen zwei Minima, von welchen das eine den Nordwesten des Erdteils bedeckt, während das andere den Osten und Süden Europas beherrscht. Auf unserem Gebiete ist die Witterung trüb und fallen stellenweise leichte Schneefälle. Voraus­sichtliche Witterung: Allgemeine Fortdauer des un­beständigen Witterungscharakters.

Gießen, 4. Januar. Wiederholt ist an dieser Stelle auf die Anwesenheit der Mädchen in Oberhessischer- Volkstracht bei der Enthüllung des Denkmals Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. anerkennend hingewiesen worden. Dabei wurde der Wunsch ausgesprochen. Die Bestrebungen zur Erhaltung jener Trachten möchten dadurch eine nachhaltige Förderung erfahren. Den Mittel­punkt dieser Bestrebungen bildet der seit drei Jahren be­stehendeVerein zur Erhaltung oberhessischer weiblicher Volkstrachten", der hier seinen Sitz hat. Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin haben die Anregung zur Gründung des Vereins gegeben und am 15. Januar 1896 geruht, das Protektorat über ihn gnäöigft zu übernehmen. Darum hielten es denn auch die ordentlichen Mitglieder des Vereins schon im vorigen Sommer für eine Ehrensache, dem hohen Herrscherpaare bei feiner Anwesenheit in Gießen ihre Hul­digung darzubringen. Und daß sie bei der Enthüllung des Denkmals unsres unvergeßlichen Landesvaters Ludwig IV. nicht fehlen durften, daß sie mit Freuden ihren Dank und ihre Treue gegen das geliebte Fürstenhaus an den Tag legen mußten, stand bei ihnen fest, sobald der Tag der Feier bekannt war. Etwa 125 Mädchen aus den Gemeinden

des Kreises Gießen: Garbenteich, Großenlinden, Langgöns,. Leihgestern, Londorf, Trais a. d. Lumda und Watzenborn- Steinberg sind am 25. November v. I. in Darmstadt er­schienen. Und wenn sie auch aus verschiedenen hier nicht näher zu erörternden Gründen trotz der Priorität unsres Vereins neben ihren Genossinnen aus dem Kreis Lauterbach stark in den Hintergrund getreten sind, so haben sie doch mit Freuden zur Verherrlichung des Festes das ihrige bet­getragen und gedenken gern des schönen Tages, den sie tu der Hauptstadt verlebt. Wie bisher, so wird der 23mm auch in Zukunft seine Aufgabe im Auge behalten:Erhal­tung und Veredlung der alten Volkstrachten in Oberhessen, sowie züchtigen heimischen Sitten und Gebräuche, uni> damit der Liebe zur Heimat und zum Vaterlande." (§ 1 der Statuten). Und es wäre nur zu wünschen, daß ihm die Erreichung dieses edlen Zwecks erleichtert würde einmal durch den Anschluß recht vieler Ortsvereine aus anderen Kreisen der Provinz, und dann durch den Beitritt zahl­reicher außerordentlicher Mitglieder aus allen Landesteilen. Der Beitrag der letzteren beträgt für das Jahr mindestens 1 Mk., oder ein für allemal nicht unter 10 Mk. An­meldungen, sowie Beitragszahlungen entgegen zu nehmen, sind die derzeitigen Vorstandsmitglieder, die Herren Pro­vinzialdirektor v. Bechtold in Gießen, Pfarrer Strack in Leihgestern und Bürgermeister Leun in Großenlinden jederzeit gern bereit. Die Teilnahme weiterer Kreise ist um so wünschenswerter, als die Mittel des Vereins durch die Beteiligung an der Enthüllungsfeier nahezu erschöpft sind. Möchten darum alle, die bei jener Feier an den alten, schönen Volkstrachten ihre Freude gehabt haben, nun auch durch die That beweisen, daß sie, nach dem Vorgänge der Allerhöchsten Protektorin, nach Kräften mithelfen wollen, dieselben zu erhalten.Darmst. Ztg."

Grimberg, 3. Januar. Der heftige Sturm, der gestern nachmittag und abend wütete, hat vielfach nicht un­erheblichen Schaden angerichtet. In verschiedenen Ge­markungen der Gegend wurden Bäume umgerissen und selbst starke Aeste abgebrochen. In Lardenbach wurde das Dach einer Scheune buchstäblich abgedeckt. Wie in der Neujahrs­nacht, so hatten wir auch in vergangener Nacht leichten Schneefall, die Schneedecke verschwand jedoch im Laufe des Tages wieder.

Bad-Nauheim, 4. Januar. Herr Geh. Rat Bauer f Der langjährige Oberamtsrichter dahier. Herr Geh. Rat Bauer, wurde am Samstag abend bei einem gemachten Besuche in einer befreundeten Familie von einem Schlag­anfalle betroffen, von dem sich der Greis auch nicht mehr erholte. Gestern Mittag verschied derselbe. Herr Geh. Rat Bauer war 14 Jahre mit rastlosem Eifer an hiesigem Amtsgericht thätig und hatte sich während dieser langen Zeit die Liebe und Achtung der mit ihm Verkehrenden im amtlichen und außeramtlichen Verkehr in hohem Grade er­worben. Der Verewigte, schon seit längerer Zeit kränkelnd, wäre am 1. Januar in den wohlverdienten Ruhestand ge­treten und sollte ihm, wie wir hören, anfangs dieser Woche ans Anlaß seines Scheidens der Dank der zum Amtsgerichts­bezirk Bad-Nauheim gehörenden Herren Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher für das freundliche Einvernehmen mit demselben ausgesprochen werden. Der unerbittliche Tod hat dieser beabsichtigten Ehrung aber ein jähes Ende be­reitet. Herrn Geh. Rat Bauer aber wird bei allen, die ihn kannten, ein ehrendes Andenken bewahrt werden.

* Friedberg, 4. Januar. Zum Bahn bau Homburg- Friedberg wird demHomburger Kreisblatt" von zuver­lässiger Seite mitgetheilt, daß für die Erdarbeiten bereit- die Lose ausgeschrieben seien. Die Arbeiten begännen im März-April, die Eröffnung des Betriebes fände spätestens am 1. April 1900 statt.

n. Ober-Mockstadt, 3. Januar. Infolge der auch bei uns auf dem Lande sich bemerkbar machenden Geld Ver­teuerung macht der Vorstand und Aufsichtsrat unseres Vorschuß-und Kreditvereins bekannt, daß er vom 1. Januar 1899 an die Spareinlagen mit 4 Proz. verzinst.

n. Vilbel, 3. Januar. Ein bedeutendes Terrain­geschäft, wie es nicht oft vorkommt, wurde dieser Tage hier abgeschlossen. Die Stadt Vilbel verkaufte nämlich das an der Straße FrankfurtVilbel gelegene sogenannte Ruß­land, ein Gelände von ca. 1,400,000 Quadratmetern, an ein Frankfurter Bankhaus zum Preise von 1 Mk. für den Quadratmeter. Dem Vernehmen nach beabsichtigen die Käufer hier Fabriken und Arbeiterwohnungen zu errichten. Die Anlage der neuen Straßen besorgen die Käufer, während- die Verkäuferin die Unterhaltung derselben übernimmt. Die Anzahlung beträgt 400,000 Mk.

Darmstadt, 4. Januar. Mit Bezug auf die Aller­höchste Kaiserliche Kabinetsordre, durch welche einige Fremdausdrücke in dem Heere höchst erfreu­licherweise durch deutsche Bezeichnungen ersetzt werden, dürfte es für die Angehörigen unseres Großherzogtums von Interesse sein, daran zu erinnern, daß im Großherzoglich Hessischen Dienste bereits unterm 4. Mai 1841 folgende veränderte Benennungen der Dienstgrade der Offiziere ein- gesührt wurden: für Obrist und Obristlieutenant = Oberst und Oberstlieutenant, für Capitain = Hauptmann, für Premier- und Seconde-Lieutenant = Oberlieutenant und Lieutenant. Am 25. Oktober 1871 wurden infolge der (2.) Militär-Konvention vom 13. Juni 1871 mit bem Königreich Preußen die früheren Bezeichnungen Premier- und Seconde-Lieutenant wieder eingekührt. Das Rektorat der Teschnischen Hochschule hier teilt mittels Anschlags am schwarzen Brett der Studentenschaft mit, daß am Mittwoch, 18. Januar d. Js., vormittags 11 Uhr, in der Aula der Hochschule eine akademische Gedenkfeier für den verstorbene« Reichskanzler Fürsten Bismarck stattfinden wird. Die Vorlesungen und Uebungen fallen an diesem Tage aus.

Darmst. Ztg."