Ausgabe 
5.11.1899 Erstes Blatt
 
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nach den deutschen Nordseehäfen abgegangenen Werber auf 150 angegeben.

Eine Petersburger Meldung derPol. Korresp." bestätigt, daß bei der in der nächsten Woche stattsinden- den Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem ZareneinGedanken-Austauschüberdieschweben- den Fragen der internationalen Politik statt­finden wird.

In einem Artikel zur Flottenfrage schreibt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" heute u. a.: Die Besitzergreifung von Kiautschou und der spanisch-ameri­kanische Krieg war die Losung in nationalen Kreisen, eine lebhafte Agitation zu gunsten einer weiteren Verstärkung der Marine zu entfesseln. Wir glauben zu wissen, daß nach Genehmigung des Flottengesetzes an maßgebender Stelle eine Entscheidung dahin getroffen wurde, daß man sich zwar mit dem Gedanken einer weiteren Verstärkung der Marine vertraut machen müffe, daß aber vor allem das Sextennat innezuhalten sei. Wir glauben ferner, daß diese Entscheidung die Unterlage für die erwähnte Erklärung des Staats­sekretärs des Reichsmarineamts im Anfang dieses Jahres in der Budget-Kommission abgab. Inzwischen rollten die politischen Ereignisse weiter, ja man kann sagen, über­stürzten sich förmlich. Immer zwingender drängt sich die Notwendigkeit auf, einer erheblichen Verstärkung der deutschen Flotte baldmöglichst näherzutreten. Es stellte sich heraus und der dem Reichstag demnächst zugehende Etat für 1900 wird darüber ausreichenden Ausschluß geben daß das für die nächste Hälfte des Flottcngesetzes noch ausstehehende Limit für Schiffsbauten durch eine Reihe anderer Ausgaben derart in Anspruch genommen wird, daß man in den letzten drei Jahren, statt wie in den ersten Jahren 9 große Schiffe nur 2 große Schiffe auf Stapel legen könne. Diese beiden Umstände: Einerseits das sich unabweisbar aufdrängende Bedürfnis nach einer starken Vermehrung der deutschen Flotte und andererseits die Limit-Fessel, infolge deren wir mit unseren Schiffsbauten gegen den Abschnitt der ersten drei Jahre erheblich zurückgehen müssen, zwang die Regierung zu der ernsten Erwägung, ob es nicht notwendig werden würde, im Jahre 1901 mit neuen Forderungen an den Reichstag heranzutreten.

Ausland.

Wien, 3. November. .Wie dasNeue Wiener Tgbl." von unterrichteter Seite erfährt, ist die Vermählung der Kronprinzessin-Witwe Stefanie nur ver­schoben worden und zwar auf den Monat Januar oder Mai nächsten Jahres.

Prag, 3. November. In den letzten Tagen des Oktober und in den ersten Tagen des November fanden in Pardubitz, Neustadt a. Meltau, Wotwowitz, Senftenberg und Reichenau a. Kniezna Kundgebungen teilweise juden feindlichen Charakters statt. Es wurden zahlreiche Fensterscheiben bei jüdischen Einwohnern eingeschlagen; einige Personen wurden verhaftet.

Paris, 2. November. Die erste Sitzung des Staatsgerichtshofes findet am 9. November statt. Die Einladungen an die Senatoren sind ergangen. Alle Senatoren werden darin ersucht, sich pünktlich um 1 Uhr einzustellen, da nur diejenigen Mitglieder, die beim Namens­aufruf anwesend sind, an den folgenden Verhandlungen teilnehmen können. Die Rechtsanwälte der sieben royalisti­schen Angeklagten haben ihren Kollegen Jacquier von Lyon beauftragt, nach ihren Einzelreden ein zusammenfassendes Plaiooyer zu halten. Im Sitzungssaale sind 85 Sessel der linken Seite entfernt worden, um Raum für die Bank der Angeklagten und für ihre Verteidiger zu gewinnen. Die Einrede der Nationalisten, daß der Senat nicht zuständig sei, über ein Komplott zu urteilen, weil ihm die Verfassung nur die Beurteilung der Attentate zuweise, wurde schon im Jahre 1889 bei dem Prozeß gegen Boulanger, Rochefort und Dillon geltend gemacht.

Paris, 3. November. Der russische Botschafter am Wiener Hose, Graf Kapnist, trifft morgen hier ein, an­geblich in politischer Mission.

Paris, 3. November. In der heutigen Gemeinderats- fitzung wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Buren-Republik für ihren bewiesenen Mut be­glückwünscht wird. Ferner wird darin gegen die Haltung der europäischen Mächte protestiert, welche zuließen, daß ein Starker (?) einen Schwachen unterdrücke.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, den 4. November 1899.

* P. Stadttheater. ShakespearesSommernachtstraum", der gestern zur Aufführung gelangte, erscheint als eine seltsame Zusammensetzung verschieden gearteter Bestandteile. Personen der alten griechischen Sage sind in eine Handlung verflochten, die durch feenhafte Wesen mittelalterlicher Färbung geleitet wird, und müssen die Zuschauer für ein Theaterspiel abgeben, das ganz den Anstrich der neuzeitlichen Posse hat. Um die Mannigfaltigkeit noch zu erhöhen, werden uns diese drei ineinander verwobenen Stücke seit den Tagen von Felix MendelssohnBartholdy in dem Rahmen der melodienreichen Tonschöpfung dieses Meisters geboten. Kein Wunder, wenn deshalb bei jeder Darstellung die Gefahr nahe liegt, daß durch Hervorhebung einer Seite die andern zu leiden haben. An dieser Klippe nun ist man gestern nicht gescheitert; allen Teilen war gleichmäßige Sorgfalt zugewendet worden, und dadurch blieb die Einheitlichkeit des Schauspiels, soweit es möglich ist, gewahrt. Die beiden Herren Direktoren Helm und Kruse machten sich in gleicher Weise um das Gelingen verdient: ersterer durch seine tüchtige und sinngemäße Regieführung, letzterer durch die treffliche Leitung des für den Abend verstärkten Orchesters. Die Darsteller waren fast ohne Ausnahme für

ihre Rollen geeignet und hatten fleißig gelernt. Wohl im Vertrauen darauf ließen sich manche verleiten, zu rasch zu sprechen. Ein gut Stück Poesie der schönen, zum Teil ge­reimten Verse ging dadurch verloren, und das Verständnis mag bei vielen Hörern erschwert worden sein. Bei einer Wiederholung könnte es nichts schaden, wenn der Schluß durch langsameres Tempo um mindestens eine Viertelstunde hinausgerückt würde. In der Gruppe der Elfen um mit den höheren Wesen zu beginnen sind namentlich Frl. Haussig als Oberon und Frl. Knöfel als Droll zu loben. Die Herren Henry und Kirchhoff bildeten mit den Damen Kugler und Hardegg zwei recht annehm­bare Liebhaberpaare. AlsTheseus befriedigte Herr Par en. Die biederen Handwerker aus Athen hielten sich alle sechs recht wacker und verhalfen der Komik der Rüpelszenen gut zum Durchbruch. Dem Umfang ihrer Rollen entsprechend, erregten die Herren Helm, Wilhelms und Steinert als Squcnz, Zettel und Flaut die größte Heiterkeit, die in der ungeschlachten Vorführung derspaßhaften Tragödie" Pyramus und Thisbe" ihren Höhepunkt erreichte. Daß das Haus nahezu ausverkauft war, darf schließlich noch mit Vergnügen festgestellt werden.

** Schreckliche Hilf- und Feuerrufe weckten in vergangener Nacht die Bewohner des Selterswegs. Die herbei­geeilten Nachbarn fanden indes weiter nichts, als ein kräftiges Kesselfeuer, das die an einem Neubau in der Plockstraße beschäftigten Arbeiter in dem Kessel entfacht hatten, in dem das Material zu Asphaltböden gekocht werden sollte.

Q Rödgen, 3. November. Heute wurde der seitherige Bürger m ei st erJnderthal unter zahlreicher Beteiligung aus nah und fern zu Grabe gebracht, auch Herr Provinzial Direktor von Bechtold gab dem Verstorbenen das letzte Geleit. Herr Pfarrer Schwabe wies in der Grabrede, die sich an Luk. 11,28 anlehnte, auf die hervorragende Begabung, die herzliche, aufrichtige Liebe, die Treue und Gerechtigkeit, die Stärke und Standhaftigkeit des Ver­blichenen hin und that des näheren dar, wie sein ganzer Charakter, seine einzelnen Tugenden in dem auf Gottes Wort gegründeten Glauben begründet gewesen; ein eifriger Hörer des Wortes bewahrte er seinen Glauben allen Ver­suchungen trotzend zur eigenen Seligkeit, zum Heil seiner Familie und der ganzen Gemeinde. Gemeinderat und Kirchenvorstand ließen einen prachtvollen Kranz an dem Grabe ihres treuen Leiters und Mitgliedes niederlegen. Von 1866 bis kurz vor seinen Tod bekleidete der Verstorbene das schwierige, mühevolle, kämpfereiche Amt eines Bürger­meisters in hiesiger Gemeinde, die ihm zu dauerndem Dank verpflichtet bleibt.

Heer und Marine.

Das neue Mitttärgewehr Modell 98 ist bereits zur Probe an die Gardeschützen und Gardejäger abgegeben worden. Die Verbesserungen an der neuen Waffe sind augenscheinlich nach dem Muster des österreichischen Mannlichergewehrs angeordnet worden. Statt des Laufmantels ist ein Handschützer angebracht und das Bajonett ist nicht mehr am Lauf, sondern am Schaft befestigt. Sechs Rundzüge gestatten bei ebenso sicherer Führung wie früher, eine leichte Reinigung. Am Schloß befinden sich Vorkehrungen, um ein Doppelladen zu vermeiden, und um nach hinten ausströmenden Gasen ungefährlichen Abzug zu ge­währen. An Stelle der Packetladung tritt die Ladung von einem Lade­streifen in ein Kastenmagazin mit zickzackartiger Anordnung. Zum Schluß gestattet noch eine neue Visiereinrichtung auch auf kurze Distanzen bequemes Zielen, da kein hoher Aufsatz den Ausblick beeinträchtigt. Trotz dieser zahlreichen Verbesserungen ist, wieDie Technik" meint, dieses Modell noch nicht das Gewehr der Zukunft, sondern nur eine Weiterbildung der Waffe von gestern zur Waffe von heute.

Washington, 3 November. Neben dem hiesigen Kriegsamt wird demnächst ein Kolonialamt errichtet werden.

Auszug aus dell StandesamlsregiAern der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Oktober 20. Konrad Emil Marx, Hülfsheizer dahier mit Elisa­beth Fink zu Staufenberg. 29. Friedrich Peppler, Eisenbahnarbeiter zu Frankfurt mit Minna Elisabeth Schwarz zu Allendorf. 31. Heinrich Häuser, Taglöhner dahier mit Elise Schmidt zu Romrod. Denselben. Heinrich Georg Kaus, Spengler dahier mit Eleonore Maria Schneider zu Steinbach bei Gießen. November 1. Johannes Weiß II, Gärtner zu Schwalheim mit Elisabeths Dietz Hierselbst.

Eheschlietzirrrgen.

Oktober 28. Ludwig Theodor Martin Georg Geismar, Hallen­meister dahier mit Elise Georgine Dorothea Luise Möser Hierselbst. Den­selben. Karl Koob, Taglöhner dahier mit Anna Bäcker Hierselbst. 31. Heinrich Seibel, Kutscher dahier mit Charlotte Wilhelmine Maxeiner Hierselbst.

Geboren«.

Oktober 23. Dem Kultur-Aufseher Bruno Arnim Wolf eine Tochter, Hedwig Margarethe. 25. Dem Wagenwärter August Ulrich eine Tochter, Emmy. 27. Dem Schlosser Heinrich Müller II ein Sohn. 29. Dem Fabrikarbeiter Georg Cappeller ein Sohn. Den­selben. Dem Taglöhner Peter Schneider ein Sohn, Richard.

Gestorbene.

Oktober 27. Emilie Wahl, geb. Groos, 28 Jahre alt, Ehefrau des Hausierers Johannes Wahl zu Niederdresselndorf. 30. Heinrich Johannes Schneider, 3 Monate alt, Sohn vonr Taglöhner Heinrich Schneider XIII. dahier. 31. Anna Wahl, 3 Jahre alt, Tochter vom Hausierer Johannes Wahl zu Niederdresselndorf. November 1. Martin Anton Heimes, 9 Monate alt, Sohn vom Schuhmacher Jakob Heimes dahier. 3. Katharina Gerhard, geb. Keßler, 78 Jahre alt, Witwe von Schreinermeister Peter Gerhard dahier.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Geweiude.

Getraute.

Matthäusgemeinde.

Den 29. Oktober. Dem Schuhmacher Johannes Jakob ein Sohn, Heinrich, geb. den 1. Okober.

Denselben. Dem Eisenbahn-Stationsassistent Johann Georg Giegling ein Sohn, Hans, geb. den 31. Mai.

Markusgem einde.

Den 29. Oktober. Dem Fuhrmann Johann Rausch eine Tochter, Elise Regina Katharina Karola, geb. den 13. August.

Lukasgemeinde.

Den 29. Oktober. Dem Eisenbahnschaffner Johannes Dechert eine Tochter, Maria Emilie, geb. 28. September.

Denselben. Dem Jnstitutsdiener Johann Niepoth ein Sohn, Johann, geb. 22. Oktober.

Den 3. November. Dem Restaurateur Albert Kuhnd ein Sohn, Hellmut August Conrad, geb. 9. September.

Johannesgemeinde.

Den 29. Oktober. Dem Schlosser Georg Schmidt ein Sohn, Georg Hans Friedrich Franz, geb. 23. September.

Trauungen.

Markusgemeinde.

Den 28. Oktober. Karl Kob, Taglöhner zu Gießen und Anna Becker, Tochter von dem verstorbenen Bahnarbeiter Peter Becker.

Johannesgemeinde.

Den 31. Oktober. Heinrich Seibel, Kutscher zu Gießen und Charlotte Wilhelmine Maxeiner, Tochter des Taglöhners Philipp Wilhelm Maxeiner zu Freiendiez.

Handel und Uerltchr. Volkswirtschaft.

Gieste», 4. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.801.00, Hühnereier per St. 79 4, 2 St. 0000 Enteneier 1 St. 00 H, Gänse­eier per St. 000 H, Käse 2 St. 58 H, Käsematte 2 St. 56 Erbsen per Liter 18 Linsen per Liter 29 H, Tauben per Paar X 0.700.80, Hühner per St. X 1.001.10, Hahnen per Stück X 0 60 i.oo, Enten per St. x 1.802.00, Gänse per Pfund X 0.460.55, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 6264 Schweinefleisch per Pfd. 6674 H, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 6466 H, Hammelfleisch per Pfd. 5060 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 biS 0.00 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. X 5.006.00, Milch per Liter 16 4, Zwetschen per Ctr. 10,0011,00, Aepfel per Ctr. 7,0010,00 Mk.

Frankfurter Börse vem 3. November.

"Wechsel auf New-York zu 4.19l/»-20>/r.

Prämien auf Kredit per ult. November 1.70/, do. per ult. Dez. 3.200/,;, Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.40/ , do. per ult. Dez. 2.55"/g, Lombarden per ult. Nov. O.7OO/o, do. per ult. Dez, 1.10%, Staatsbahn per ult. Dez.%.

Notierungen: Kreditaktien 231-231.20, Diskonto-Kom­mandit 192.40-30-50, Staatsbahn 142.50-70, Gotthard 143.90, Lom­barden 32.50, Ungar. Goldrente 97.85, Italiener 92.80, 6prozentige Mexikaner., 3proz. Mexikaner 25.70, Gestern Coupons 84,/sJ Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5% /o G.

1% bis 2% Uhr: Kredit 231, Diskonto Kommandit 192.50-69, Staatsbahn 142.50, Lombarden 32.60

Ärmste Krüiungeru

Depesch.n des BureauHerold*.

Wien, 4. November. Der englische Botschafter hatte gestern nachmittag mit dem Grafen GoluchowSky eine längere Unterredung in der afrikanischen Frage.

Belgrad, 4. November. In hiesigen Regierungskreisen ist man sehr erstaunt darüber, daß König Alexander während seines Wiener Aufenthaltes nicht ein einziges Mal vom Kaiser empfangen wurde, und auch den Besuch des Kaisers nicht erhalten hat.

Paris, 4. November. Hier geht daS Gerücht, die Re­gierung werde am ersten Tage des Hochverrats-Pro­zesses erklären, daß sie die Anklage vor dem Staats* gerichtShofe zurückziehe und der Verweisung der Ange­klagten an die Geschworenen zustimme.

London, 4. November. Seit gestern herrscht hier ei» furchtbarer Sturm. In der Stadt sind zahlreiche Schornsteine eingestürzt und Bäume entwurzelt. Auf der Themse treiben große Mengen Baumstämme, Baumaterial u. s. w. Ein starker Platzregen ist gestern abend und letzte nacht niedergegangen. Man befürchtet, daß die Ueberschwemmungen in der Umgegend großen Schaden an- gerichtet haben.

Vom Kriegsschauplatz.

Paris, 4. November. Der General-Konsul des Oranje- Freistaates erklärte, daß die Buren trotz ihrer Er­folge und der ausgezeichneten Situation auf allen wich­tigen Punkten noch heute die Einsetzung eines Schieds­gerichts mit Freuden begrüßen würden.

London, 4. November.Daily Mail" erklärt, daß General Cron je den Obersten Baden-Powell um Ent­schuldigung gebeten habe, weil er die Stadt Mafeking ohne vorherige Ankündigung bom­bardiert habe. Baden-Powell soll in freundschaftlichem Sinne geantwortet haben, und seitdem bestehen zwischen beiden Kommandanten die besten Beziehungen.

London, 4. November. Die liberalen Blätter besprechen die Unterredung zwischen Millner und einem Mitgliede des Parlaments der Kap-Kolonie, Moltens. Aus dieser Unterredung geht hervor, daß Millner auf den Vorschlag Moltens und auf dessen Antrag eine Petition an die Königin zu richten, eine Antwort gab, aus welcher zu schließen ist, daß England unbedingt den Krieg wolle. Die Morgenblätter kommentieren diese Unterredung.Morning Leader" undDaily Mail" sagen, die Rechnung der jetzigen Regierung werde nach Beendigung des Krieges schon beglichen werden.

London, 4. November. Die Kriegsbehörde von Durban hat mehrere Dampfer, darunter den DampferSu­matra", für Kriegszwecke beschlagnahmt.

London, 4. November.Daily Telegraph" versichert, daß die englische Regierung eine ununterbrochene Kette von Kriegsschiffen zwischen Suez und Kapstadt aufstellen werde, welche im Notfälle Geschütze landen könne, um der Armee zur Verfügung gestellt zu werden.

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