j>er im vorigen Jahre schon eine große Menge von römischen Beneficarier-Votivsteinen ergab, ist unter Leitung des Herrn Kreisrichters Conrady von Miltenberg abermals ein mächtiges Denkmal dieser Art von rotem Sandstein tief im Boden gefunden worden. Das im ganzen wohlerhaltene Monument ist 1,40 Mtr. hoch, im Mittel 59 Centim. breit, 35 Centim. dick und in außergewöhnlicher Art reich profiliert. Zwischen den Rosetten der beiderseitigen Rollen (Convoluten) zeigt sich am Gesims, von einem kranzartig gewundenen Halbmond umrahmt, ein menschlicher Kopf, der wahrscheinlich den Gott Mercur, dem das Denkmal gewidmet ist, vorstellen soll. Die fünfzeilige Inschrift ist in sehr korrekten Formen, die auf gute Zeiten hinzuweisen scheinen, sauber aber wenig tief ausgehauen. Sie hat in den zwei ersten Zeilen die ungewöhnliche Höhe von 8 Centim. und besagt, daß ein T. II. VITVS, Beneficiar des Statthalters, dem Mercur, zufolge eines Gelübdes, dieses Denkmal gewidmet hat. Leider ist durch eine Abwetzung des Steins von der linken Seite aus der zweite Buchstabe im Namen des Stifters, wahrscheinlich ein A, bis zur Unkenntlichkeit verschlissen. Nach vorliegenden Anzeichen sind an dieser Stelle noch weitere Funde zu erwarten.
* Ein Nat für Sommerfrischler. „Guter Rat ist teuer!" so lautet ein alter Spruch. Ich aber — so schreibt ein Leser des Wiener Vaterland — gebe ganz umsonst, hoffentlich jedoch nicht vergeblich, einen nach eigner Erfahrung guten Rat allen, welche ihre Wohnung den Sommer über leerstehen lassen, also insbesondere denen, welche eine Sommerfrische aufsuchen. Mein Rat hat auch das für sich, ..daß dessen Befolgung gar nichts kostet. Seit zehn Jahren -halte ich daran fest, wenn ich meine Wohnung für den Sommer verlasse, in allen Bestandteilen derselben recht viele Waschschüsseln und sonstige Toilette- und andere Gefäße mit Wasser gefüllt herumzustellen. Kehre ich im Herbst heim, so finde ich sehr wohlthätige Folgen vor: das Wasser ist zum größten Teil verdunstet, dafür hat die Wohnung, der Fußboden, die Thüren und die Möbel, sowie Kleider den unentbehrlichen Grad von Feuchtigkeit und gute Luft behal- len; auf der Oberfläche des zurückgebliebenen Wassers aber schwimmen zahlreiche Motten und anderes Ungeziefer.
* Vom Jourualistentag in Zürich wird gemeldet: Der Begrüßungsabend in der Tonhalle ist glänzend verlaufen, die Beteiligung war sehr groß, namentlich aus Süddeutschland, Berlin und Wien. Auf die Begrüßungsansprache des Obersten Wille-Zürich folgte der Dank der Gäste durch Petzel-Berlin. Mainz entbot drathlich seinen Gruß und bat, den nächsten Kongreß anläßlich der Gutenberg-Feier 1900 dort abzuhalten. Die Stimmung dafür ist günstig. Heber 400 Teilnehmer sind erschienen. Die Eröffnung fand Sonnabend vormittag in dem großen Festsaal der Tonhalle statt. . Prof. Vogt entbot den Willkommen-Gruß der Journalisten Zürichs. Regierungspräsident Stoessel uud Stadtpräsident Pestalozzi begrüßten die Anwesenden im Namen der kantonalen und städtischen Behörden. Redakteur Zabel-Berlin dankte und brachte ein Hoch auf die Stadt Zürich aus.
* Ausgrabungen in Korinth. Das amerikanische archäologische Institut grub in Altkorinth an verschiedenen Stellen. Dabei wurden mehrere antike Stellen bloßgelegt. Zunächst die Quelle der Glauke, der korinthischen Königstochter und Braut des Jason, die durch ein ihr von Medea gesandtes vergiftetes Gewand bei dieser Quelle einen qualvollen Tod fand. Der Fels, in dem man die fünf Brunnenkammern auffand, heißt heute Bedrumi (türkisches Wort für unterirdisches Gelaß) und trug unter der Türkenherrschaft einen stattlichen Festungsturm. In der Nähe lag das Schloß und der Garten des Gouverneurs der Festung, an einer Stelle, in deren Nähe im Altertum ein Tempel des Apollo stand. Von den Brunnenkammern sind nur zwei geöffnet, weil der Fels oben gespalten ist, sie zeigen eine Tiefe von 5 Meter und eine Länge von ungefähr 8 Meter. Vor diesen Brunnenkammern, die miteinander in Verbindung stehen, befand sich ein auf sechs Säulen ruhender Vorbau, zu dem zahlreiche Stufen hinanführten. In der vierten Brunnenkammer ist noch die Vorrichtung zum Wasserablaß erhalten. Nicht weit von der Quelle fand man ein Stück eines Frauenarmes mit vergoldetem Armband, unter dem der Marmor lebhaft gelb gefärbt war. In der Nähe der Peirene, des andern Brunnenhauses, wurden zwei weibliche Statuen gefunden; sie sind aus pentelischem Marmor mit großer Kunst hergestellt, leider fehlen Kopf und Hände. Man rechnet sie in das zweite Jahrhundert nach Christus, denn zu jener Zeit wurde, wie aus einer dort aufgefundenen Inschrift hervorgeht, die Neuausschmückung des Brunnenhauses auf Kosten des Herodes Atticus unternommen. Das größere Bildwerk, ohne Kopf 2,15 Mtr. hoch, stellt eine vornehme Frau oder Göttin in reichem Kleiderschmuck dar. Sie steht aufrecht wie eine Karyatide und trägt ein gegürtetes Gewand, das in doppelten Falten von der rechten Schulter zu den Knieen herabwallt. Dazu fand man noch den unteren Teil einer dritten Bildsäule und zu ihren Füßen einen kleinen Löwen; es könnte also Cybele, die von Löwen begleitet wurde, sein. Nicht weit davon entdeckte man aber auch den Kopf eines Leoparden; von diesem wurde Dionysos begleitet. So konnte man auch auf die Bildsäule dieses Gottes schließen, der mit dem lang herabwallenden Chiton bekleidet war. Nimmt man aber die Tiere nicht als Löwen oder Leoparden an, so würde man den dritten Fund für eine Bildsäule des Apollo halten können und die beiden Frauengestalten für Musen. Nach Pausanias gab es wirklich in der Nähe der Peirene einen dem Apollo geweihten Platz, und die Peirene wurde in späterer Zeit Quelle der Musen genannt. So ist es also nicht unwahrscheinlich, daß der Apollo musagetes dort auch ein Heiligtum besaß. Zu diesen größeren Funden kommen noch eine große Anzahl kleinerer, von denen nur die wichtigeren mit den größeren Funden ins Centralmuseum nach Athen übergeführt werden; der Rest wird in einem in Altkorinth zu erbauenden kleinen Museum aufbewahrt werden. K. Z.
Meratur, Wissenschaft und Kunst.
— Das selbständige Erlernen fremder Sprachen wird wesentlich gefördert durch drei bet Rosenbaum & Hart tn Berlin erscheinende Zeitschriften „Le Röpetiteur“, „The Repeater* und ,JI ripetitore“. Die Methode derselben ist insbesondere geeignet, dm Lesern in leichter Weise die Kenntnis der französischen, englischen resp. italienischen Sprache zu erschließen. Jedes fremde Wort hat unter sich das entsprechende deutsche, sodaß daS Unbekannte sofort auffällt und bei Wiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch der Wortschatz sich vermehrt. Dieses ebenso einfache wie praktische System wird glücklich gestützt durch den fesselnden Inhalt dieser Blätter, der stets unterhaltend, anregend und belehrend ist. Die 14tägig erscheinenden Unterrtchtsblätter sorgen außerdem für die schon fortgeschrittenen Leser dadurch, daß sie allmonatlich eine Beilage mit nur fremdsprachlichem Text bringen, der behufs besseren Verständnisses Fußnoten erhält. Da bei diesen Vorzügen der AbonnementSprets ein überaus billiger ist, indem er pro Quartal für jede der drei Zeitschriften nur 1 Mark beträgt, so seien diese allen Freundm fremder Sprachen aufs beste empfohlen. Abonnements werden zu jeder Zeit bet allen Postanstalten und Buchhandlungen entgegm- genommen.
— »Junge Welt". Ein illustriertes Unterhaltungsbuch für junge Mädchen. Preis elegant gebunden 5 Mk. Verlag H. L. Thilo, Berlin W.
Ein gutes Buch ist wie ein Wunderland, Darin sich Schönstes zu dem Schönen fand. Wir müssen nur mit offnem Äug' verstehen Durch dieses bunte Wunderland zu gehen.
Mit diesen Worten klingt der Prolog dieses guten BucheS „Junge Welt" aus. Bunt an Bildern — trefflichen Bildern, voller Geschichten — herzerfreuender, fröhlicher, aber auch ernster, voller Anregung zum Denken und Thun. ES ist ein rechtes, echtes Buch, das Herz eines Backfischchens zu erfreuen, dabei veredelnd und bildend wirkend. Hermine Dillinger, A. v. Kltnckowström, Paul OSkar Höcker, Nataly v. Eichstruth, Hanna Clemens, Adele Hindermann, Fanny Irving, Fritz Skowronnek u. a. wohlbekannte Autorm haben sich hier zum Nutzen und Frommen unserer jungen Mädchm vereinigt. In zahlreichen Aufsätzen und Reisebildern wird eine Fülle des Belehrenden in unterhaltender Form geboten. Anleitung zu Handarbeiten und allerlei Kunstfertigkeiten und hunderte von Notizen, Winken, Rezepten, Rätseln, Schnurrpfeifereien und Spielen bieten fröhlichen Zeitvertreib in Stunden der Erholung. Ein prächtiges Gefchenkbuch ist die „Junge Well" und sei schon jetzt für Weihnachten vorgemerkt.
— Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegebm von Prof. vr. Fr. Um lauft. 21. Jahrgang. 1898/99. (A HartlebenS Perlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg., Pränumeration tnd. Franko-Zusendung 10 Mk.) Die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik", ist die vielseitigste unter allen geographischen Zeitschriften, woraus sich ihre wette Verbreitung erklärt. Indem sie alle Zweige der Erdkunde in gleichem Maße pflegt, bietet sie jedem Leser etwas Jnlereffantes. Gediegene Aufsätze von hervorragenden Fachmännern und Reisenden über Länder- und Pölker« künde, Beiträge aus den Gebieten der Astronomie und Statistik, Biographien zeitgenössischer Geographen und Forschungsreisender, zahlreiche Mitteilungen über geographische Vorgänge auf dem ganzen Erdenrund bilden ihren Inhalt. So gestaltet sie sich zu einem internationalen Organ der Geographie, welches dm Leser in allm geographischen Dingen stets auf dem Lausenden hält. Nicht zu unterschätzen ist die Beigabe vorzüglicher Illustrationen und sorgfältig ausgeführter Karten. Wir können die „Deutsche Rundschau für Geogravhie und Statistik" jedermann aufs beste zur Pränumeration empfehlen.
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Oefferrtliche Aufforderung.
Philipp Riuk zu Groheu- Buseck und Ehesrau Katharina, geb. Schäfer, haben laut Obligation vom 25. September 1880 gegen Verpfändung von Flur I Nr. 522, 524, 1010, III/623, XI/7, XIII 732, XX/455, XXVIII/218, 219 der Gemarkung Großen-Buseck von der dortigen Spar- und Leihkaffe ein Darlehen von 700 Mk. erhalten. Nach vorgelegter beglaubigter Quittung vom 5. Juni 1899 ist das Darlehen wieder zurückbezahlt worden; , itye Hypothek Urkunde kann jedoch nicht vorgelegt werden. Demzufolge werden hiermit Alle, welche Ansprüche aus der fraglichen Obligation erheben zu können glauben, aufgefordert, solche binnen vier Wochen dahier geltend zu machen, als sonst der betr. Eintrag im Hypothekenbuch gelöscht und die Hypothek - Urkunde für ungiftig erklärt werden wird.
Gießen, 80. Juni 1899.
Großherzogliches Amtsgericht.
Gebhardt. 5108
Kekanntmachung.
In das Firmenregister des unterfertigten Gerichts wurde heute eingetragen, daß der Teilhaber der Firma M. Hornberger & Sohn zu Gießen, Meyer Homberger, am 4. Juli 1898 verstorben ist, und daß vom 1. Juli 1899 ab das Geschäft auf Gustav Homberger zu Gießen als alleinigen Eigentümer unter Beibehaltung der Firma übergeht.
Gießen, am 26. Juni 1899.
Großherzogliches Amtsgericht.
Neuenhagen. 5109
Dekanntmachung.
Die Firma Goldenberg & Markus zu Gießen hat in dem Konkurse über den Nachlaß des Friedrich Frey von Lollar nachträglich noch eine Forderung von 318 Mk. 75 Pfg. angemeldet. Prüfungstermin steht Mittwoch den 2. August 1899, vorm. 9 Uhr, Zimmer Nr. 13.
Gießen, den 1. Juli 1899.
Großherzogliches Amtsgericht, gez. Langermann.
Bekannt gemacht: 5107
Neid hart, Gerichtsschreiber.
Grassauien-VerKauf
in der
ftchml. Vberförstttei Rabenau.
Die diesjährige Grassamenernte soll auf dem Wege der Submission vergeben werden.
Angebote stnd verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag den 15. Juli l. I., vormittags 10 Uhr, bei unter- zeichneter Stelle einzureichen.
Papiermühle, den 2. Juli 1899. Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. ________Schwörer._____5113
Dillenburg, g
Montag den 10. Juli:
Vieh- and Krammarkt.
WrdkverstkMruug.
Donnerstag, den 6. d. Mts., vormittags 10 Uhr, sollen im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier 2 ausrangierte Land- gestütsbeschäler — der eine davon nur unter der Bedingung des sofortigen Abschlachten» — versteigert werden.
Darmstadt, den 1. Juli 1899.
Großherzogl. Landgestüts-Direktion.
von Millich. 5083
Mittwoch dku 5. Juli I.
nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Bieker'schen Saale:
Möbel aller Arten, 1 Nähmaschine, 1 Linoleumbelag, ^Bücherregal, 1 Schreibtisch, 5 Damenuhren, mehrere Fahrräder, 1 Partie Sckuhwaaren u. a. m.
5095 Geißler, Gerichtsvollzieher.
MlpfMulyen
Neue holl. Vollheringe
soeben eingetroffen. 5092
Fr. Leo Nachf., C. Herber, _____________Seltersweg 71.__________
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