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Mittwoch den 5. April
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Zweites Blatt
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Meßmer Anzeiger
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'Wo und was am meisten getrunken wird?
Bier, Wein und Branntwein sind drei Elemente, die ixhon von je her im Leben der Menschen eine große Rolle 4ßrspiel.t haben. Sie bringen uns viele frohe (?) Stunden; »MNtlich wohnt dem edlen Rebensaft diese Eigenschaft in 'tzchm. Grade inne. Kein Wunder, wenn jener Trinker, •renn er einmal der Herrgott wär', vor allem ein Faß i ^afftn würde, „so groß als wie die Welt". Nicht minder »lr dem Wein wird auch dem Gerstensaft das Lob gesungen, :eoßtgen die poetische Litteratur merkwürdigerweise wenig — ur b das wenige nur spöttisch — über den Branntwein ■lujQfl.en weiß. Und doch schmeckt der Branntwein, wie eiiift ein deutscher kleinstaatlicher Potentat behauptete, an 11 (fielt Hof die Parole „morgen wieder luschtik" galt, nicht icur „des Morgens gut, er schmeckt auch zu Mittage; wer । ahnte einen nehmen thut, ist frei von aller Plage, auch Holl tei edle Branntewein um Mitternacht nicht schädlich "»«n". Welches Getränk wird nun in den verschiedenen iSinbetm am meisten genossen? Diese interessante Frage 1 b«at erst kürzlich wieder ein Statistiker, und zwar der 'Zchivede Gustav Sundbörg, behandelt, der eine Uebersicht . ihr den Verbrauch von Branntwein, Bier und Wein sowie jihr den Alkoholverbrauch im ganzen giebt, indem er in l'.^terrr Beziehung den Branntwein zu 50, das Bier zu 4 i anb beit Wein zu 10 Prozent Alkoholgehalt ansetzt. Neh- inm hvir zuerst den Branntwein, gegen den der Kampf i Utgtiiwärtig in einzelnen Staaten wieder mit besonderm 1 ^birucf ausgenommen worden ist — wir erinnern nur it a bü Volksabstimmungen in Norwegen und an die Be- i wtgurj] in Frankreich —, und ordnet man die Länder nach litt @-TÖ§e des Verbrauchs auf Kopf und Jahr, so ergiebt such, bas Liter als Einheit genommen, folgendes Bild:
Dänemark.... 14,40 Schweden.... 6,67 Belgien 9,70 Schweiz 6,12 Niederlande. . . 9,40 Verein. Staaten 5,95 Rußland 9,40 England .... 5,20 Oesterr.-Ungarn. 9,— Norwegen. . . . 3,54 Rumänien.... ?9,— Finland..... 2,86 Serbien ?9,— Italien 1/25 Deutschland . . . 8,80 Spanien .... ?1— Frankreich.... 8,54 Portugal .... ?1—
Die Fragezeichen bedeuten, daß die Ziffern unsicher fiinb. Die Dänen sind nach dieser Aufstellung die hervor- r lazkitdsten Verehrer des gebrannten Tropfens. Bemerkens- Nv at i st die hohe Ziffer bei Frankreich, während die andern r Mimischen Nationen in Bezug auf Enthaltsamkeit im LWnntweingenuß den ersten Preis davontragen.
Der Verbrauch in Bier stellt sich (nach Litern) wie w
Belgien 183,6 Frankreich .... 22,5 England 135,0 Norwegen .... 20,1 Deutschland. . . 106,9 Finland 8,8 Dänemark. . . . 87,7 Rußland 4,6 Verein. Staaten. 64,6 Serbien 4,1 Schweiz .... 40,0 Rumänien 2,0 Niederlande. . . 34,6 Spanien 1/3 Oesterr. - Ungarn 32,0 Portugal 1,0 Schweden.... 26,0 Italien 0,6 Den Verbrauch an Wein läßt folgende Aufstellung erkennen:
Spanien 115,0 Belgien 3,9
Frankreich. . . . 107,0 Rußland 3,3 Italien 96,5 Niederlande. . . . 2,2 Portugal . . . 95,6 England..... 1,7
Schweiz 60,7 Dänemark 1,6 Rumänien. . . . 51,6 Verein. Staaten . 1,5 Serbien 38,0 Norwegen 0,9 Oesterr.-Ungarn 22,1 Schweden 0,9 Deutschland. . . 5,7 Finland 0,6
Daß Deutschland beim Bierverbrauch nicht an der
Spitze steht, dürfte manchen verwundern, läßt sich aber aus verschiedenen Gründen erklären. Die Dänen zeichnen sich auch beim Bier durch eine hohe Verbrauchsziffer aus, wo- gegen die Südländer nur schwache Biertrinker sind. Die Durchschnittsziffer des Bierverbrauchs in Europa ist 42 Liter, des Weinverbrauchs 35 Liter.
Betrachtet man nun den Alkoholverbrauch im ganzen, so kommt man zu nachstehenden Ziffern:
Frankreich. . . . 15,87 Serbien ?8,46
Belgien 12,58 England 8,17
Spanien .... 12,05 Oesterr.-Ungarn. 7,99
Dänemark. . . . 10,87 Niederlande . . . 6,30
Schweiz 10,73 Verein. Staaten. 5,71
Italien 10,30 Rußland.....5,21
Portugal .... 10,10 Schweden .... 4,43
Rumänien . . . ?9,74 Norwegen .... 2,66 Deutschland. . . 9,25 Finland 1,84
Bei einem Ueberblick über die letzten Jahrzehnte zeigt
sich, daß in den Vereinigten Staaten, Belgien und besonders in Frankreich der Branntweingenuß eine erhebliche Steigerung erfahren hat. Hier beginnt man denn auch in immer schärferer Weise gegen die Trunksucht zu Felde zu ziehen. Universitätsprofessoren und Aerzte suchen nach Möglichkeit die Gefahren, die starker Alkoholgenuß mit sich bringt, vor Augen zu führen, aber das wirksamste Mittel bleibt doch, daß jeder Trinker, er mag nun dem Bier, Wein oder Branntwein huldigen, den weisen Spruch be- hrrzigt: „Halt Maß und Ziel, trink nicht zu viel."
Köln. Ztg.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. April. Der preußische Kultusminister hat die Direktoren der Gymnasien und Realgymnasien ermächtigt, in Zukunft die Abschlußprüfung persönlich zu leiten, falls nicht eine anderweitige Weisung ergeht.
Berlin, 1. April. Vorige Woche waren Oberpostinspektor Seidlein und Oberpostrat Geith aus Bayern in Berlin wegen des neuen Postgesetzes. Die „Augsburger Abendzeitung" erfährt des Näheren, daß die beiden Herren im Reichspostamt die in Aussicht genommene Einrichtung des wechselseitigen Postcheckverkehrs zu besprechen hatten, insbesondere die Einrichtung des wechselseitigen Check- Verkehrs zwischen Bayern und dem Reichspostgebiet. Der Termin für die Einführung des Postcheckverkehrs steht noch nicht fest.
Berlin, 1. April. Dem Reichskanzler Fürsten Bo h en lohe sind anläßlich seines 80. Geburtstages die lückwünsche des Reichstages und Landtages durch die Präsidenten in Ausführung der erteilten Aufträge übermittelt worden.
Berlin, 1. April. Anläßlich der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 soll in Paris ein internationaler Anarchistenkongreß stattfinden. Der Kongreß soll den Kampf gegen die ökonomische und politische Unterdrückung der heutigen Gesellschaft und die Revolutionierung des kapitalistischen Wirtschaftssystems beraten.
Berlin, 1. April. Die „Post" meldet aus Warschau: Ein furchtbarer Brand hat vorige Nacht in der Stadt Tarczyn (Gouvernement Warschau) 75 Wohnhäuser eingeäschert. Gegen 300 obdachlose Familien lagern auf dem Felde; 7 Personen sind verbrannt. Der materielle Schaden ist bedeutend.
Berlin, 1. April. Heute liegt endlich eine amtliche Meldung vom 18. März aus Apia vor, die die vorgestern gemeldeten Ereignisse folgendermaßen darstcllt: „Am 13. März ist die provisorische Regierung von ihrem Sitz auf der Halbinsel Mulinuu bei Apia vertrieben. Mulinuu und der Strand von Apia wurden durch Engländer, Amerikaner und die Krieger der Tanupartei besetzt. Am 15. eröffneten das amerikanische und die englischen Kriegsschiffe das Bombardement auf die Umgebung von Apia. Zweimalige Beschießung und zahlreiche Gefechte der Landungsabteilung verliefen ohne besonderes Ergebnis und ohne erhebliche Verluste, welche zudem meist durch eigenes Feuer der Landungsabteilungen verursacht wurden. Beim Bombardement schlug ein Kurzschuß in das deutsche Konsulat, ein anderer Schutz in das Wohnhaus des Verwalters der deutschen Pflanzung Vaitele ein. Niemand verletzt." Das ist also in der Hauptsache eine Bestätigung des bereits gemeldeten Sachverhalts, wonach die Amerikaner und Engländer gemeinsame Sache
oder in feucht und warm gehaltene Töpfe und kleine Kisten als auch ins Freie gesäet, der Rasen wird abgeharkt und abgefegt, die Rosen werden beschnitten.
Mit dem Schneiden junger Hochstämme und Topfobstbäume müssen wir uns beeilen, denn durch ein zu spätes Schneiden bei erwachender Vegetation geht zu viel Saft nutzlos verloren, wodurch eine Schwächung ein- tritt. — Alle schlechttragenden und mit geringen Obstsorten veredelten Bäume sollten unnachsichtlich mit reichtragenden und feinen Sorten umveredelt werden. Die Arbeit ist klein und der Nutzen groß.
Im Gemüsegarten können wir die Fenster der Frühbeete bei schönem, windstillen Wetter schon auf einige Stunden ablegen, die Pflänzlinge gedeihen besser, je mehr Luft sie bekommen.
Bei der jetzigen trockenen Witterung ist eine Bewässerung der Erdbeer- und Gemüsebeete sehr angebracht, und sind dem Wasser zweckmäßig Dungstoffe zuzusetzen.
Die Neuanlage der Spargelbeete ist nun auch zu besorgen. Eine gute Anlage trägt 15 Jahre. Wir be- nutzen gut gedüngten, durchlässigen Boden und stellen 30 bis 35 Ctm. tiefe und ebenso breite, 90 Ctm. voneinander entfernte Gräben her, deren herausgenommene Erde auf die zwischenliegende Dämme kommt. In diesen Gräben bereiten wir aus bester Komposterde spitze Wälle von etwa 8 Ctm. Höhe, auf welche wir die einjährigen Pflanzen je 50 Ctm. entfernt so setzen, daß nach beiden Seiten die Wurzeln herabhängen. Nun decken wir derart, daß etwa 15 Ctm.
Feuilleton.
Ilnser Harten im April.
(Nechdruck verboten.)
Die Befürchtung, die wir bei unserer vorigen Monats- bitechtung hegten, ist eiugetroffen. Wir begegneten dem tyltsirtit Jüngling mit Blumen im Haar, dem Frühling, s.ch:6 ju Anfang März, aber plötzlich war er wieder ver- s. Hunden. Der Winter hatte ihn noch einmal mit Eis um! Schnee, rauhem Wind und unsanfter Geberde ver- s Hicht. Es ist dadurch viel Unheil angerichtet worden. --Der Gartenfreund, verlockt durch wärmenden Sonnen- s. Hm und laue Luft, hatte schon gesäet und gepflanzt, die 9 to herausgenommen, und vielfach Arbeiten vorgenommen, bl litt auf eine andauernd günstige Witterung zugeschnitten ttrotttn. Da ist nun manches verdorben, aber der Fehl- sth!ag entmutigt ihn nicht, mit neuen Hoffnungen wird die Alii-il noch einmal begonnen. Es scheint nun auch der eichilttige Umschlag gekommen zu sein — darum frisch tijintin in den April, in den Hauptmonat für Säen und Minnen.
Wo der vorsichtige Gartenfreund noch nichts vor- fl|{!winen hat, da gilt es, durch die Verzögerung, die der Z ms, mit sich brachte, manches nun schnell auszuführen. — ESt wird höchste Zeit, Erbsen, Kohl, Salat, Radieschen, fltihiu, Mairettige, Gewürzkräuter rc. zu säen. Obstbäume totste noch ausgeputzt, die Baumscheiben werden aufgehackt, gM ge°düngt; Sommerblumen werden sowohl ins Mistbeet
Erde über den Herzen der Pflanzen liegt. An die Pflanz- stellen hatten wir vorher einen Stab gesteckt, an welchem wir die Triebe in den ersten Jahren anbinden. Die Dämme werden mit Salat rc. bepflanzt. Jedes Frühjahr bis zum dritten Jahre wird die Erde über den Pflanzen um 15 Ctm. vermehrt. Nach dem dritten Jahre wird die Erde der Dämme während des Sommers über die Pflanzen gedeckt, um lange Pfeifen stechen zu können. Es dürfen nur einjährige Pflanzen zur Verwendung kommen. Es ist falsch, von zwei und dreijährigen Pflanzen einen früheren Ertrag zu erhoffen. Die Störung beim Umpflanzen ist groß, und einjährige Pflanzen überholen schnell die älteren Pflanzen. Die ertragreichste Sorte bleibt immer noch der Erfurter Riesenspargel.
Als Schlingpflanze für Lauben, Balkons und Gartenhäuser ist dies Jahr eine Neuheit erschienen, die berechtiges Aufsehen macht. Es ist Humulus Lupulus aureus, ein Hopfen mit goldgelben Blättern, und zwar ist er ausdauernd. Man kann ihn nicht aus Samen ziehen, sondern verwendet kleine Pflanzen zur Auspflanzung, die sich rasch entwickeln und jedes Jahr aufs neue und kräftiger austreiben. Das gelbe Laub bildet einen anmutigen Gegensatz zu unseren anderen, meist in Grün gekleideten Schlingpflanzen.
Der Rosenfreund versäume nicht, an Geländern, Gartenlauben, einzelnen Pfählen die prachtvolle Schlingrose „Crimson Rambler" (Rother Herum ftreicher) anzupflanzen. Es ist eine ideale Pflanze. Die doldenförmigen, prachtvoll rotleuchtenden Blüten entzücken jedes Auge, bec


