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Einrichtung eines Seemannshauses in Kiel ganz vortrefflich bewährt hat, den Bau zweier weiterer Erholungsstätten, und
Seenot ist ein neues leuchtendes Ruhmeszeichen des Heldenmutes und der treuen Pflichterfüllung der deutschen Seeleute. Mit berechtigtem Stolze muß es jeden vaterlandsliebenden Deutschen erfüllen, daß auch das Ausland neidlos den Kundgebungen der Bewunderung der heroischen Leistungen des Kapitäns Schmidt von der „Bulgarin" und seiner Mannschaft sich anschließt und über den Kanal herüber sind aus englischem Munde die Worte zu uns gedrungen: „Auf solche Seeleute darf Deutschland stolz sein!" — Diesen Stolz praktisch zu bethätigen, eine Dankesschuld an unsere wackeren deutschen Seeleute abzutragen — gleichviel, ob sie der Kriegs- oder der Handelsmarine angehören — bietet sich gerade jetzt eine sehr geeignete Gelegenheit. Die Gesellschaft „Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" plant, nachdem sich die
Postamts, welchen Herr Bauunternehmer Winn aus Gießen übernommen hat, wird nunmehr auch begonnen.
G. Bad Nauheim, 3. März. Hier erschoß sich die Frau eines hiesigen Bürgers an dem Tage, an welchem vor Jahresfrist ihr geliebtes Söhnchen gestorben war. Sie besuchte erst das Grab ihres Kindes und legte einen großen Kranz darauf nieder. Dann ging sie nach Hause und feuerte vier Revolverschüffe auf sich ab, worauf der Tod eintrat.
Darmstadt, 4. März. Gegenüber wiederholten unrichtigen Behauptungen in der Presse wird der „Darmst. Zeitung" im Anschluß an ihre gestrige Notiz amtlich mitgeteilt, daß das Vorgehen des Kreisamts Worms gegen Einsammeln von Beiträgen für die Weinsteuerbewegung ohne jede Kenntnis des Großh. Ministeriums erfolgt war, und daß von letzterem nach erhaltener Kenntnis sofort die getroffene Maßnahme mißbilligt und die Aufhebung der- selben angeordnet wurde.__
Vermischtes.
* Kaufmännische Schiedsgerichte. Für die Errichtung I i von Schiedsgerichten zur Schlichtung von Streitigkeiten aus I dem kaufmännischen Anstellungsverhältnisse, über die kürzlich I : im Reichstage wieder verhandelt wurde, ist der jetzt fast I ! 60000 Mitglieder zählende „Verein für Handlungs- Kommis von 1858 (Kaufmännischer Verein) in Hamburg" bereits seit Anfang 1893 in Wort und Schrift fortgesetzt eingetreten. Als bfe Frage auf dem im Juni 1893 in Görlitz abgehaltenen Verbandstage des „Deutschen Ver- I bandes Kaufmännischer Vereine" zum erstenmal öffentlich zur Sprache gebracht wurde, hat sich der Verein auch dort für kaufmännische Schiedsgerichte erklärt. Anläßlich der Beratung des Handelsgesetzbuches hat der Hamburger 1858er Verein ebenfalls die „Kaufmännischen Schiedsgerichte" gefordert. Vom Reichstage wurde bei den Verhandlungen ein Antrag angenommen, wonach die Reichsregierung alsbald einen Gesetzentwurf über kaufmännische Schiedsgerichte vorlegen solle. Die jetzt vom Reichstage ' eingesetzte Kommission wird sich mit der Angelegenheit nunmehr befassen. Die Wünsche des 1858 er Vereins gehen dahin: Angliederung an die Amtsgerichte, weil diese überall I im Deutschen Reiche bestehen; kostenfreies oder doch verbilligtes und beschleunigtes Verfahren; ein Prinzipal und ein Gehilfe als Beisitzer unter dem Amtsrichter als Ob- manu. Den kaufmännischen Schiedsgerichten sollen alle | Streitigkeiten zwischen Prinzipal und Handlungsgehilfen oder Lehrling vorgelegt werden, soweit sie aus dem An- I stellungsverhältnisse hervorgehen. Auch die letzte Jahresversammlung des jetzt 95 Vereine mit über 125000 Mit- I gliedern umfassenden „Deutschen Verbandes Kaufmännischer Vereine", die im Juni v. I. in Hamburg stattfand, hat die Frage wiederum erörtert. Es wurde dort beschlossen: I 1. daß die Schiedsgerichte nicht in Verbindung mit den I Gewerbegerichten, sondern im Anschluß an die ordentlichen I Gerichte ins Leben zu rufen sind; 2. daß bei ihrer Recht- | sprechung mindestens ein Beisitzer aus der Prinzipalschaft und ein Beisitzer aus dem Gehilfenstande mitwirken müssen, die aus freien getrennten Wahlen hervorgegangen sind; I 3. daß durch entsprechende Prozeßvorschrifteu ein thunlichst beschleunigtes und kostenfreies oder doch möglichst billiges Verfahren gewährleistet werden muß. Es dürfte angebracht sein, hier auf diese, nach wiederholten, eingehenden Be- I ratungen von den beiden größten deutschen kaufmännischen I Vereinigungen, dem „Verein für Handlungs-Kommis von 1858 (Kaufmännischer Verein) in Hamburg" und dem „Deutschen Verbände Kaufmännischer Vereine" ausgesprochenen Wünsche hinzuweisen. Ausdrücklich wollen wir aber I hierbei betonen, daß die Wünsche nicht dahin gehen, die I Streitigkeiten zwischen Prinzipal und Angestellten durch die Amtsgerichte als solche erledigen zu lassen, — wie irriger I Weise behauptet wird — sondern, daß selbständige kauf- I männische Schiedsgerichte in Angliederung an die Amts- I gerichte derart geschaffen werden, daß der Amtsrichter zwar der erforderliche juristisch gebildete Vorsitzende ist; die Erledigung der Geschäfte jedoch in beschleunigter und ver- I billigter Weise geschieht, und nicht in der bisher gewohnten I Art der ordentlichen Gerichte.
’ Billige Osterfahrteu nach Italien, Riviera und Afrika. I Das Reisebureau Otto Erb in Zürich (Schweiz) ver- I anstaltet am 30. März eine 6tägige Fahrt nach Mailand I und den oberitalienischen Seen, eine 12tägige Fahrt nach I Mailand, den oberitalienischen Seen, Genua, Monte-Carlo, I und Nizza, eine 24tägige Fahrt nach Mailand, den ober- I italienischen Seen, Genua, Monte-Carlo, Nizza, Cannes, I Toulon, Marseille und im Anschluß daran am 20. April I eine 20tägige Afrikafahrt nach Algier, Setif, Constantine, I Biskra (Sahara), Bone, Souk Ahras, Ghrardimaou und I Tunis. Alle diese Reisen sinden mit vollständiger Ver- I pflegung statt. Die Teilnehmer erhalten die Billete gültig von ihrer nächsten Eisenbahnstation an und wieder zu derselben zurück. Wer an einer der Fahrten teilzunehmen gedenkt, lasse sich mit Bezug auf diese Zeitung und unter Benutzung einer 10 Pfg.-Postkarte vom Reisebureau Otto Erb 1 in Zürich (Schweiz) gratis und franko den illustrierten Prospekt zusenden.
* Ein Denkmal für Gabelsberger, den Erfinder der deutschen Stenographie, soll auch in Landau in der bayerischen Nheinpfalz errichtet werden. Vor dem dortigen Schwurgerichte hatte bekanntlich im Jahre 1833 der große historische Prozeß gegen die Redner vom „Hambacher Fest" (1832), Dr. Wirth und Siebcnpfeiffer stattgefunden und bei dieser Gelegenheit Franz Xaver Gabelsberger zum ersten Male seine Schnellschrift im Dienste der Oeffent- lichkeit praktisch angewendet, indem er den gesamten Inhalt der Verhandlung aufzeichnete. Dieser Thätigkeit des Stenographen hat man hauptsächlich die genaue Kenntnis aller Einzelheiten jenes Prozesses zu danken. Für den Gedenkstein
sein.
* Untergang der „Moravia". Den neuesten Nachrichten zufolge scheint auch die Mannschaft der „Moravia" verloren zu sein. Sie bestand aus dem Kapitän Jürgensen, 3 Offizieren und 35 Mann. Reisende hatte der Fracht- Dampfer nicht an Bord. Das Schiff ist 16 Jahre alt, in England gebaut und 3700 R.-To. groß. Es gehörte noch bis Januar der Hamburg-Amerika-Linie. Die Ladung bestand aus Stückgütern und Zucker. — Aus Gloucester (Mass.) wird noch berichtet: Am 14. v. Mts. fischte der „Mondego" Schiffstrümmer und einen Rettungsgürtel auf. Der letztere trug den Vermerk „Dampfer Moravia". Vier Tage später sprach der „Mondego" den Fischerschuner „Arbitrator", welcher meldete, daß die „Moravia" geborsten sei und bei der Sable-Jnsel liege. Als der „Arbitrator" Nach dem furchtbaren Sturm des 12. und 13. v. M. das Wrack sah, blieb er zwei Tage in der Nähe liegen, um die etwa noch lebenden Schiffbrüchigen zu retten. Dann setzte er seine Fahrt nach den Fischgründen fort. Später begegnete der „Mondego" dem Schuner „Hattie Heckman". Der hatte auch das Wrack gesehen und war in der Gegend herumgesegelt. Aber es zeigte sich keine Spur von Men-
sind bereits vier Entwürfe vorgelegt, von denen derjenige i des Erzgießers Miller in München deu meisten Anklang gefunden hat. Die Kosten stellen sich auf etwa 2000 Mk. Alle Freunde der Stenographie Gabelsbergers werden nun gebeten, die erforderlichen Mittel mit aufbringen zu helfen. Beiträge nimmt der vereidete Sachverständige für Stenographie, Herr Carl Hempel in Charlottenburg, Berltner- straße 75 entgegen.
* Den Bismarckfchen Sarkophagen widmet die „M. Allg. Qtg." folgende Schilderung: Das Marmorwerk Kiefers in Kiefersfelden bei Kufstein, dem der ehrende Auftrag geworden war, die Sarkophage für den Fürsten Otto v. Bismarck und seine Gemahlin herzustellen, hat die einzelnen Bestandteile der schirmenden Hülle, die in dem Mausoleum zu Friedrichsruh die Särge des Eisernen Kanzlers und seiner Lebensgefährtin umschließen soll, nunmehr an ihren Bestimmungsort abgesandt. Zuvor aber hatte es — wofür ihm gar viele gerade aus hiesiger Gegend, die kaum Gelegenheit finden dürften, die dereinstige nationale Wallfahrtsstätte im Norden aufzusuchen. Dank wissen werden — während der letzten Woche den Sarkophag des Fürsten in einem würdig ausgestatteten Raum zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Hunderte sind dort alltäglich aus der näheren und ferneren Umgebung zusammengeströmt, weniger wohl, um bloße Schaulust zu befriedigen, als in der pietätvollen Absicht, angesichts der stummen und doch so beredt predigenden Steine dessen, der den Deutschen in Nord und Süd, in Ost und West aufs neue ein großes geeinigtes und von aller Welt geachtetes Vaterland gegeben hat, still und dankbar zu gedenken. Auch der Direktor des Rosenheimer Gymnasiums, der mit Recht sich sagen mochte: Saxa loquuntur, hatte die älteren Schüler seiner Anstalt dieser Tage nach Kiefersfelden geleitet. Der Entwurf der beiden, äußerlich durchaus gleichgestalteten Sarkophage rührt von dem Erbauer des Friedrichsruher Mausoleums her; ebenso wie letzteres sind sie in den ernsten romanischen Formen gehalten, sie werden sich also dem Ganzen harmonisch und wirkungsvoll einfügen. Aber nicht allein dem Stil des Bauwerks, dessen Mittelpunkt sie bilden sollen, sind sie angepaßt, sondern, soweit es bei dem spröden Material in der äußeren Form sich ausdrücken ließ, auch dem Charakter derjenigen, deren irdische Hülle sie umschließen werden: in ihrem Ernst imposant und bei aller Starrheit des Steins, bei aller Strenge der schlichten Formen doch sympathisch und wohlthuend berührend. Figürlicher Schmuck fehlt vollständig; selbst die arabeskenartigen Ornamente haben nur in diskretester Weise Anwendung gefunden, und zwar bei den Umrahmungen der Platten der dachartig geformten Decke, wie bei den Gliederungen der Seitenplatten. Diese letzteren sind an den Längsseiten durch je vier Säulen geschieden und an der Vorder- wie an der Rückseite von je zwei Säulen mit niedrigen Kapitälen flankiert. Der warme, leuchtende Ton des glänzend polierten bräunlichroten Unters- berger Marmors thut dem Auge des Beschauers wohl und wird doch ohne Zweifel dazu beitragen, den stimmungsvollen Charakter des Mausoleums in Friedrichsruh zu erhöhen. Auf der Platte am Fußende des für den Fürsten bestimmten Sarkophags liest man neben dem Namen und den Daten des Geburts- und des Sterbetages des großen Toten in eingemeißelten, vergoldeten Lettern die von ihm selbst gewählte Inschrift: „Ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I.", während in die untere Platte des Sarkophags der Fürstin Johanna neben dem Namen und den beiden Daten das Wort der Schrift eingegraben ist: „Wer in der Liebe bleibet, der bleibt in Gott und Gott in ihm." Die Aufstellung der Sarkophage soll, wie wir hören, bis zum 1. April, dem Geburtstage des ersten Kanzlers, vollendet
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versität) und dem Roaoke-College.
• Internationaler Kongreß gegen Alkoholmißbrauch. Vom 4 bis 9. April findet in Paris ein internationaler Kon areß gegen Alkoholmißbrauch statt. Als Hauptgegenstände der Verhandlung sind bestimmt: „Die Aufgabe der Mittel schulen im Kampf gegen den Alkoholismus, worüber Advokai frhenleBen" I Barbey referieren wird; ferner „Die Aufgaben der aka
* Di« wnnbetbate Errettung der „Bulgari-" aus schwerer demischcn Jugend im Kampf .bC„;n ®n°r,0gfrM0ii - - - " 1 Referent der Rektor der Ecole Medecine Dr. Vrunov
lieber „Die Alkoholfrage vom Standpunkt der Volksschule' werden der Direktor des französischen Primärschul-UnterrichtS, Bayet, und mehrere ausländische Vertreter sprechen. ol dem Gegenstände „Schüler- und Jugend-Abstinenzvereme^ sowie über „Die Ausbildung des Lehrpersonals zur B» kämpfung des Alkoholismus in und außer der Schule" sim mehrere Anträge angemeldet. Einen großen Raum mmim das Thema: „Der Alkoholismus in seinen Beziehungen zur Arbeiterfrage, insbesondere zu den Arbeitsbedingungen" «>■ General Galieni, Gouverneur von Madagaskar, und Senator Lejeune, gewesener Justizminister in Brüssel referieren uva „Eine internationale Vereinbarung zwischen den Staat« zum Schutz der eingeborenen Rassen vor dem Alkoholismus - Auch über die Frage „Bekämpfung des Alkoholismus i® Heer und in der Marine" wird verhandelt werden.
zwar in Wilhelmshaven und Kiautschon; sie wendet sich an das deutsche Volk mit der Bitte, ihre Bestrebungen durch finanzielle Unterstützung fördern zu helfen. Noch ist ein weiter Weg bis zur Beschaffung der zum Bau der beiden Seemannshäuser benötigten, naturgemäß sehr beträchtlichen Mittel. Die Direktion der „Hamburg-Amerika Lmie" hat Veranlassung genommen, zum dauernden Andenken an die glückliche Bergung der „Bulgaria" der Gesellschaft „Seemannshaus" in hochherziger Weise eine abermalige Spende von 10000 Mark zur Verfügung zu stellen. Das hehre Beispiel deutscher seemännischer Tüchtigkeit, welches die brave Besatzung der „Bulgaria" gegeben hat, des Führers schlichte Treue bei heldenhafter Pflichterfüllung, das Tief-Ernste und das Schwere des Berufes, welches in der mit Gottes Hilfe glücklich und ehrenvoll bewirkten Rettung der „Bulgarin" wiederum hervorgetreten ist, alles dies wird dem deutschen Volke ein neuer Anlaß sein, sich dankbar seiner braven Seeleute zu erinnern! Gaben, auch in bescheidener Höhe, nimmt für die Gesellschaft „Seemannshaus" das Hofmarschallamt Sr. König!. Hoheit des Prinzen Heinrich in Kiel entgegen, auch das Bankhaus Ed. Rocksch Nachfolger in Dresden (Schloßstraße) ist gern bereit, Beiträge entgegenzunehmev und nach Kiel weiterzuleiten.
* Das Nassauer Haus in Nürnberg. Wir lesen im Centralblatt der Bauverwaltung: Das Nassauer Haus in Nürnberg, jenes weltberühmte, schönste alte Privathaus mitten im Herzen der Stadt, gegenüber der Lorenzkirche, die Augenweide aller Fremden und der Stolz jedes Nürnbergers, der für die Geschichte und die Schönheit seiner Vaterstadt ein Herz hat, ist, wie dem „Fränkischen Kuriergeschrieben wird, in Gefahr, durch Einbrechen von Ladenschaufenstern geschändet zu werden. Die Nachricht klingt schier unglaublich. Jeder Sachverständige, so heißt es zu- treffend in der Zuschrift, wird der Ansicht beipflichten, daß kein anderes Privathaus die stolze Zeit zwischen 1300 und 1400 so wiederspiegelt, in der Nürnberg in rascher Entwicklung sich die Stelle einer der ersten Städte Deutschlands errang. Seine ganze Erscheinung, vom einfachen wehrhaften Untergeschoß zu den folgenden in zunehmender Ausschmückung, bis empor zum Dachgeschoß, das mit den reizenden Ecktürmen und den plastisch verzierten Zmnen die ganze Pracht eines mittelalterlichen Hauses ersten Ranges entfaltet, ist kaum ähnlich in Deutschland wiederzufinden. Und nun sollen zur Vernichtung dieses Gesamteindruckes in das prachtvolle Haus scheunenthorgroße Spiegelscheibenschaufenster eingebrochen werden! Jedermann, der das Haus Nassau aus eigener Anschauung oder aus Abbildungen oder auch nur vom Hörensagen kennt, wird dies als etwas ganz Ungeheuerliches empfinden. Nach unserer Quelle gibt zum Glück ein Umstand noch Hoffnung, daß der Zerstorungs- plan doch noch reiflich erwogen werden dürfte. Das Haus gehört nämlich einer Stiftung, an welcher alte Nürnberger Adelsfamilien beteiligt sind. Der Einsender glaubt nicht, daß diese „sich anschließen werden an den Tanz um das | goldene Kalb mit denjenigen, die Altnürnberg nur soweit gelten lassen, als sich mit Abbildungen desselben auf unzähligen Jndnstrieartikeln aller Art ein gutes Geschäft mit Fremden machen läßt, im übrigen aber den „Altertumssimpeln", wie sie die Freunde Altnürnbergs zu betiteln belieben, es überlassen, sich für Erhaltung desselben zu ereifern, wenn die nackte Prositmacherei an feiner Zerstörung und modernen Umwandlung arbeitet." Hoffentlich täuscht er sich nicht. Wäre es der Fall, und wären Stadt und Staat machtlos, das drohende Unheil abzuwenden — das Nassauer Haus wäre es wahrlich wert, daß die ganze kunstsinnige und gebildete^Bevölkerung Deutschlands dafür einträte, dieses kostbare, unersetzliche Baudenkmal der Stadt Nürnberg und dem Vaterlande unversehrt zu erhalten.
* Amerikanische Freigebigkeit. Die Schenkungen und Vermächtnisse reicher Amerikaner zur Förderung der menschlichen Kultur häufen sich derart, daß fast fein Monat veracht, ohne daß die Nachricht von einer neuen derartigen Stiftung über den Ozean dringt. Der vor kurzem M I Boston verstorbene Kaufmann Edward Austin hat für wissenschaftliche Zwecke neben zahlreichen kleineren Stiftungen die nachfolgenden Summen letztwillig vermacht: I 500000 Dollars der Harvard-Universität in. Cambridge; aus den Zinsen dieser Summe sollen würdige arme Studenten und Lehrer dieser Hochschule in angemessener Weise unterstützt werden ; ferner 400 000 Dollars zur Erweiterung des technologischen Instituts in Boston und endlich st I 30 000 Dollars dem Radcliffe-College (einer Frauen-Um
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