teurer als Gold. Hinter dieser Kostbarkeit bleiben alle andern Stoffe weit zurück. Als das wertvollste Element ist demnächst das Vanadium zu nennen, das in seinen Verbindungen zu verschiedenen technischen Zwecken benutzt wird; das reine Vanadium wird auf den Preis von 99000 Mk. für das Kilogramm geschätzt. An dritter Stelle wird das Rubidium mit dem Werte von 90000 Mk. genannt, dann folgen Thorium, dessen Preis aber infolge der Ent- deckiliig größerer Lager in Norwegen zweifellos bald sinken wird, mit 76 500 und Giucinium mit 52800 Mark. Drei weitere Stoffe werden ans den Preis von je 45 000 Mk. geschätzt, diese sind Lithium, Lanthan und Calcium. Mau wird erstaunt fragen, warum denn das Calcium, das den Hauptbestandteil jedes gewöhnlichen Kalkes bildet, so wertvoll und achtzehnmal teurer als Gold sein soll; indessen ist die Herstellung des reinen metallischen Calcium erst in der allerneusten Zeit gelungen und erfordert ganz außerordentliche technische Hilfsmittel; im Handel dürfte man es überhaupt schwerlich schon erhalten, zumal es sich an der Luft sofort verändert. Vier weitere Elemente: Judium, Tantalium, Ittrium und Didymium haben einen Wert von 50650 Mk. Es werden jetzt noch folgende Grundstoffe aufzuzählen sein, die sämtlich erheblich kostbarer als Gold sind, nämlich Strontium (38 500), Erbium (33 700), Ruthenium (24 700), Niobium und Rhodium (je 22 500), Barium (18 000), Titauium (10 000), Zirkon und Osmium (je 9550), Uran (9000), Palladium (5150), Tellur und Chrom (je 4500 Mk.). Nach diesen allen erst folgt das Gold mit einem Preise von 2750 Mk. das Kilogramm.
Mteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Wie „Der Bärenhäuter" entstand, das erzählte Siegfried Wagner einem Interviewer des „Neuen Wiener Journals" tn München: „Als ich zuerst mit einer Komposition herv^rtrat, war es meine Mutter, die diese unterbinden wollte, noch bevor sie sie gehört. Die Freunde unseres Hauses stimmten natürlich meiner Mutter bet, ja man wollte gar nicht höien, was ich komponiert hatte, denn Richard Wagners Sohn darf nur in die Futzstapsen seines Vaters treten, hieß es. Ich war anderer Meinung; denn wenn ich bet der Fortsetzung des „Parsifal" angefangen hätte, wo mein seliger Vater aufgehört, wäre ich natürlich kläglich gescheitert. In mir stand es fest, datz ich weder die Wege meines Vaters noch die anderer großer Meister gehen dürste, sonst hätte man gerufen: Ah, er ahmt seinem Vater nach, dieser Zwerg! und ich wäre ein Zwerg geblieben, was Ich auch geleistet Hütte. Die groß-n Meister der Tonkunst waren und sind stets mein Ideal; aber ich habe mir memen eigenen Stil, mein eigenes Genre zurechtgelegt: Die Volksoper." — „Ich denke, wir haben eine Volksoper: Webers „Freischütz", die Werke Lortzings und anderer. Dieser Stil wäre nicht neu." — „Gewiß nicht, aber ich will mit der Volksoper neue Wege gehen, und zwar die Wege, die immer meinem Vater oorgelchweot. Ost und ost sprach er davon. Hätte mein Vater länger gelebt, er würde vielleicht noch etne Volks- oper in einem anderen Stile als in dem bekannten Wagnerstil komponiert haben, es wäre möglicherweise eine Märchenoper wie — „Dec Bärenhäuter" geworden." — „Warum gerade wie „Der Bärenhäuter"?" — „Weil mein Vater ein großer Freund des deutschen Märchens war, namentlich der Gebrüder Grimm, denen ich meinen Sttff zum „Bärenhäuter" entlehnt habe. — Den „Bärenhäuter" speziell bezeichnete mein Vater als emen offenen Stoff für eine komische i per." — „So ist Ihr Vater derjenige, dem Sie den Hinweis auf dm „Bärenhäuter" als Opernstoff verdanken?" — „Indirekt ja; da ich seit jener Zeit datz Mäichen im Gedächtnis behielt. Ich war damals noch so jung, alS ich aus meines Vaters Munde das Lob auf den deutschen Mä chenschatz hörte. Mein Vater selbst hatte eine Vorliebe für das Märchen „Dornröschen". Nachdem ich es endlich durch List soweit gebracht, daß meine Mutter, sowie die Freunde unseres HauseS meine kleine Komposition angehört, bestärkten sie mich selbst, in meinen Kompositionen for'zusahren. Ich laS nun eine Anzahl Texte durch, fand aber keinen passenden. „Der Text", pflegte mein Vater zu sagen, „ist der Granit im Fundament der Opernkomposttton. Ins Feuer mit jeder Oper, deren Text schlecht
Feuilleton.
Ker Harten im Aebruar.
(Nachdruck verboten.)
„Es muß doch Frühling werden", das Wort unseres Dichters kann bei den eigentümlichen Launen des diesjährigen Winters variiert werden in: „Es muß doch Winter werden!"
Der Wunsch ist nicht unberechtigt, obgleich der Frühling den meisten Menschen sympathischer ist, als der Winter. Der Gartenfreund und der Landmann aber wissen wohl, wie günstig ein Frost auf das geschollerte Erdreich einwirkt und wieviel Arbeit ihm ein richtiges Durchfrieren des Bodens abnimmt. Erst Ende Januar ließ der Winter sich herbei, einige Boten abzusenden, aber wer weiß, wie lange der Frost anhält, und ob nicht der April und Mai das nach- hvlt, was der Winter bis dahin fast versagte: Kälte und Schnee. Wir wollen das Beste hoffen und vorläufig die Feste feiern wie sie fallen. Bei gelindem Wetter haben wir Gelegenheit und Zeit genug, die Bäume und Sträucher zu beschneiden. Die Grundregel sei dabei: Von innen heraus schneiden! Zuerst nehmen wir das ältere dunkelere Holz heraus, dann alles, was sich drückt, reibt und schiebt, bis der Busch, in seiner alten Form, aber kleiner geworden, vor uns steht, bereit zum neuen, frischen und fröhlichen Austreiben.
Für die Frühjahrspflanzung von Obstbäumen und Sträuchern können bei solchem Wetter auch die Löcher vorgegraben werden. Man geize nicht mit der Arbeit. Je breiter und tiefer das Loch wird, je mehr kann man es mit guter, neuer Erde ausfüllen und alle die nährkräftigen Stoffe, die man der Erde zusetzt, kommen dem Baume zu gute. In einem Gartenbuch fand ich bei Gelegenheit einer Betrachtung über das Pflanzen von Obstbäumen den merkwürdigen Rat, die Erde mit Viehsalz zu vermischen, das einen hohen Dungwert habe. Der Mann, der das geschrieben hat, müßte bestraft werden; denn mit der Verbreitung einer solchen Idee kann der größte Unfug angerichtet werden. Viehsalz ist den Bäumen sehr schädlich.
Obstliebhabern möchte ich schon jetzt zur Frühjahrs
ist. Deshalb soll jeder Kompontsi auch Dichter fein. Er muß die Gestatten, die tbm musikalisch vorfchwcben, selbst poetisch schaff-n od^r doch mindestens nachdtchten, damit die Einveit überall heigestcllt ist." — Nach dem großen Erfolge der Oper „Hänsel und Gretel" lechzte Engelbert Humperdinck nach einem neu n guten Text für eine niue Oper, und ba er einen solchen nicht erhalten konnte, so faßte ^r — aus Verzweiflung den Entschluß, sich selbst einen Text zu einer Oper zu schreiben. „Dieser Entschluß", sagte mir Humpeidti ck, „kostete mich schlaflose Nächte und unruhige Tage; ich habe mir das Dichten viel leichter vorgestellt, daS Resul'at war: ein Dutzend vergeudeter Nächte — und die beseligende Erkenntnis, daß ich absolut zum Dichten kein Talent habe, und ein eingeheuerer Respekt vor den Schriflstellern. Sehen Sie" — fuhr Humperdinck fort - „hier habe ich in Dem Grimmschen Märchen „Der Bärenhäuter" einen famosen Stoff für eine Oper zu finden geglaubt, aber bis über den Titel, den schon vor mir (Stimm erfunden, und über das Perfonalverzeich nis bin ich nicht hinausgekommen; ich weiß mit bem Märchen nichts anzufangen." — Ich stutzte bei Nennung bes „Bärenhäuter", benn mir fiel sofort bte Vorliebe meines Vaters für bieses Märchen ein. Ich las nun das Mäichen durch, unb von diesem Augenblicke verließ mich der Gedanke nich>: Du mußt den „Bärenhäuter" vertonen, ba bas Märchen beinern Vater immer so sehr gefiel. Ich hielt bieses Gespräch mit Humperbmck für einen Fingerzeig. Je mehr ich bas Buch las, besto einfacher fanb ich e«. Da fiel mir ein Buch von Wilhelm Hertz, betitelt: „Spielmam s Weisen" in bie Hänbe; barin fanb ich ein Märchen, betitelt: „Der heilige Petrus unb ber Spielmann". In diesem fand ich bte Figur bes Teufels als Fremben eingeführt. Die Figur, bie Art und Weise gefiel mir, unb ich Der wertete beide Mäichen, schuf dazu den mit drei Töchtern gesegneten bankerotten Bürgermeister, und so entstand nach unb nach ber T xt zu meiner beutschen Oper „Der Bärrnhäuter" — unb eine Volks oper im echt deutschen Sinne soll auch mein zweites größeres Werk werben."
— lieber den heutigen Stand des Darwinismus veröffentlicht der berühmte Zoologe Professor Dr. Goette einen interessanten Aufsatz in ber Wochenschrift „Die Umschau" (Frankfurt a. M.) Danach hat bte Abstammungslehre ober Deszendenz toeorte, bie von Lamarck herrührt, aber erst burch Darwin tn ben wei esten Kreisen bekannt wurde, seitdem eine immer breitere und sichere Grundlage gewonnen. Darwins eigene Lehre von ben Ursachen unb bem Verlauf bes Deszenbenz, was man allein im Darwinismus nennen bart, hat dagegen an Ueberzeugungskraft unb Ansehen zweifellos verloren. Von allgemeinem Interesse ist auch ber Aufsatz über Die fremden Besitzungen in China unb bereu künstige Eisenbahnen (mit Karte), ein Beitrag über die neuerdings entdeckten Gase, eine Betrachtung über bie deutsche T'chadsee Expedition (mit Karte). Daran schließen sich Berichte über bie jüngsten Fortschritte tn der Medizin, Geographie unb Zoologie, sowie eine Reihe Betrachtungen unb kleine Mitteilungen aus allen Wissensgebieten.
— Bau und Leden des Tieres von Dr. W. Haacke, geh. 90 Pfg., geschmackvoll geb. Mk. 1,15. („Aus Natur unb Geisteswelt." Sammlung w sfenschastlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen © bieten des W ssens. 12 monatliche Bändchen zu je 90 Pfg., geschmackvoll gebunden zu je Mk. 1,15, ober 54 jährliche Lieferung n zu je 20 Pfg.) Verlag von B. G. Teubner in Leipz g. Die unseren Leiern nun schon bekannte Sammlung wiffenschastlich- gemeinverstänblicher Darstellungen aus allen Gebieten des Westens „Aus Natur unb Geisteswelt" will vor allem an alltägliche unb praktische Interessen anfnupfenb zu einer sorgsameren Beobachtung unb zu einem lieferen Verständnis unserer Umgebung anleiten unb führen. Diese Absicht erreicht auch im vollen Maß: bas soeben erschienene 3. Bänbchen, das aus ber Feber bes durcy die Herausgabe mehrerer größerer Werke rühmlichst bekannten Zoo ogm W. Haacke stammend, eine Darstellung vom „Bau vnd ßeben des Tieres" giebt. Diese erscheint in der That außeroibentlich geeignet, ein besseres Ver- vänbniS unserer Haus- ober Arbeitsgenoffen, unserer Freunbe in Felb und Wald zu vermitteln. Indem sie aber auch die Tiere als Glieder der Gesamtnatur uns zeigk, lehrt sie uns zugleich Verständnis unb Bewunderung für deren wunderbare Harmonie, bte, wie im großen, in bem Zusammenwirken ber vielen Tausenbe von Lebewesen, so auch im Kleinsten, in ber Zweckmäßigkeit auch der unscheinbarsten Organe, sich erkennen läßt. In anziehender Schilderung zeigt uns der Verfasser zunächst die Zierformen verschiedener Gebiete, das Tier im Rahmen seines Wohnortes unb gewinnt von ba auS ben lieber? gang zu ber nun folgenden ausführlichen Behandlung des Tierkörpcr«, dessen „Zweckmäßigkeit" nicht nur in seiner allgemeinen Anlage und seinen Funktionen, sondern auch in seiner Gliederung, im Zusammen
wirken der Organe und im Bau eines jeden einzelnen de. selben zum A sbruck kommt. Jntereffanie Fragen werden in den Kapitel« „Organismen ohne Organe", „Zier unb Pflanze", „Die Arbeitsteilung in ber Zierwett" u. f. w. bebanbdt. D.n letzten Zeil bilde» Ausführungen über ben mikroskopischen Bau bes Zieikörpers, über Gewebe und Z ll n, daran anschließend solche über die ,E> twick.lung", über dm „ijormenmett" und den „Bauplan des T erköip rtz", um mdlich mit einem „Bild des Zierre>ches a zu'chließen, tas zu dem Anfang zurückführt, indem es uns zeigt: „U d rall datz rechte Zier am rechten Olt." So glauben wir auch dies Bändchen, sowie di« ganze Sammlung unseren Lesern aufs beste empfehlen zu können, zumal der Pieis bet dem Umfange und der vorzüglichen Ausstatlung ein sehr niedriger zu nennen ist.
— Ein Rundgang durch das neueste dentsche Linienschiff ^Kaiser Friedrich 111«* Ernaunltch unb doch begi eifttch zugleich Ist es, daß bte modernen schwimmenben Seefestungen auf ben bes Seewesens unkunbigen Binneniänber fast ebenso große Anziehungskraft ausüben, wie auf ben Fachmann, ber die einfachen, noch unentwickelten Formen ber ältesten gepanzerten Kliegsdampser mit angesehen hat Nicht gebankenlose Neugierde »st die Z.tedfeder dieses Interesses, sondern aufrichtige Bewunderung der menschliche» Schaffenskraft, der vielseitigen Arbeit des Geistes und der Hände; benn ein heutiges Panzersch'ff mit seinen hunberten von Maschine», Apparaten, Instrumenten unb Kanonen, mit fernen mannigfaltigen Einrichtungen für die verschiedensten Zwecke ist o ne Zweifel ein# ber großartigsten Erzeugnisse ber Zechnik unb ber Wissenschaften. Einen Runbgang nun burch bas neueste unb größte d.utsche Latten- sch ff „Kaiser Friebrich III." schildert in fesselnder, durch genaue Illustrationen wirksam unterstützter Darlegung bis in die kleinsten Einzelheiten hinein der bekannte Marine Fachmann Kapitänleutnant a. D. Georg W slicenes im neuesten Hefte der allbekannten illustriert« Familienztttfchrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches VerlagihauS Bong & Co., Berttn W. Preis des Vierzehntagtzh-stes 40 Pfg ). DaS Hett eröffnet zugleich den 8. Jahrgang der SalonauSgabe dieser Zeitschrift unb zeigt wieder einmal, auf welche Höhe unser deutsches Zeitschriftenwesen gelangt ist.
— Deutsche Rundschau für Geographie und Statistil. Unter Mttwttkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von P of. Dr. Fr. Umlauft. 21. Jahrgang 1898/99. (AHartlebenS Verlag tn W'en. jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg., Pränumeration incl Franko-Zusendung 10 Mk.) Jedem, welcher sich für Geographie i« weitesten Sinne interefftert, ist die „Deutsche Rundschau für Ge» graphie unb Statistik", bie bereits im 21. Jahrgänge erscheint, auf datz Wä ernste zu empfehlen, ba man burch diese Zeitschrift stets aus dem neuesten Stande erdkundlichen W'sfens erhalten wivb._ Jebrß Heft bringt in seinem allgemeinen Zeile gebtegene Aufsätze zm Länber- unb Völkerkunde, über geographische Reisen unb Entdeckungen. Daran schließen sich kleinere Beiträge astronomischen, physt- kallsch-geographifchen und statistischen Inhaltes, Biographien hervorragender Geographen und Reisenden, stowte Mitteilungen aus allen Erdteilen. Ein frischer, lebendiger Zon geht durch bte ganze Zeitschrift, welche über zahlreiche treffliche Mitarbeiter verfügt. Dieselbe ist auch vorzüglich illustriert unb jebem Hefte eine wertvolle Karte beigegeben.
— „Der Stein der Weisen". Da« uns vorliegenbe 11. Hest dieser angesehenen Zeitschrift bringt an ber Spitze eine hübsche Plauberei über Wohlgerüche, die auch in sachlicher Beziehung manches Interessante enthält. Hieran schließt sich ein illustrierter militärischer Aufsatz über Lagerbebürfnisse, weiterhin Beiträge über Damenfpott, viele technische und naturwiffenfchattliche Mitteilungen mit in- lerrssanten Abbildungen, eine sehr reich unb instruktiv illustrierte Darlegung über Die Prüfung des Eisens, geologische Profile befl Wiener BeckenS, schließlich ein umfangreicher Essay über Die Anziehungskraft ber Erde unb ihre Folgewirkungen, ber gani neue Gesichtspunkte aufstellt. Das Hcft enthält ferner oleierM Wollen für Haus unb Hof unb Besprechungen bemerkenswerter Bucher, die in ber letzten Zett erschienen finb. „Der Stein ber Weisen" (A. Hartlebens Verlag, Wien) hat sich so allgemein eingebürgert, daß eine besondere Empfehlung überflüssig erscheint. Probehefte giebt jede Buchhandlung ab.
Seidenstoffe^«
verlange Muster mit «ngnbe d. Gewünschten.
von Elten & Keussen, Crefeld.
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Pflanzung den neuen Apfel „Großherzog von Baden" empfehlen. Er ist noch früher und reichtragender als der Bismarck-Apfel und vor allen Dingen wohlschmeckender. Als die beste Beerenfrucht hat sich in den letzten Jahren die aus Amerika stammende „Logan-Beere" erwiesen, sowohl was Güte der Früchte und Tragfähigkeit anbelangt. Sie ist ein Mittelding zwischen Himbeere und Brombeere.
Wo auf frühe Gemüsekultur Wert gelegt wird und Warmbeete zur Verfügung stehen, da macht man nun die ersten Aussaaten; diese Saaten können selbst im Zimmer geschehen. In flache, große Töpfe giebt man eine gute Scherbenunterlage und füllt dann leichte, sandige Erde zur Aufnahme der Samen ein. Fertig besät, sollen diese Töpfe nicht ganz gefüllt sein, sondern soviel Raum oben haben, daß man eine Glasscheibe auflegen kann. In solche Töpfe sät man nun Treib-Gurken und Melonen, die besser in Torfmüll als in Erde keimen und immer mit warmem Wasser begossen werden müssen. Die rasch aufgehenden Pflänzchen werden einzeln in kleine Töpfe gepflanzt und vorläufig an das Zimmerfenster gebracht, bis ein zu ihrer Aufnahme notwendiger Mistbeetkasten vorbereitet ist. Auch Treibsalat kann jetzt im Winter gesät werden. Man pikiert die aufgehenden Sämlinge in flache Holzkistchen und pflanzt sie gleichfalls später in Warmbeete. Vorgekeimt wird im Zimmer gegen Ende des Monats Sellerie und Porree; man vermischt den Samen mit Erde, füllt das Ganze in einen Topf, hält es warm und mäßig feucht und lockert es ab und zu auf. Sobald nun die Samen in der Erde zu keimen beginnen, werden sie auf ein bereitgehaltenes Saat- beet an einer warmen Stelle im Garten ausgesät. Man nennt dieses Verfahren „Vorkeimen" und wendet es mit Vorteil bei Gemüsearten an.
Luft, Luft und immer wieder Luft heißt die Mahnung bei allen Pflanzenkulturen in geschlossenen Räumen. Es ist nicht nur Atmungsstoff, den sie den Pflanzen zuführt, ein Bestandteil der Luft ist direkte Nahrung, dient direkt zum Aufbau neuer Zweige, Blätter und Blüten. Steht die Außenwärme über dem Gefrierpunkt, so dürfen wir schon die Zimmer lüften, in denen Kalthausgewächse stehen, bei 6 bis 8 Grad Außenwärme ist eine Lüftung keiner noch so zarten Pflanze schädlich, vorausgesetzt daß kein
scharfer Luftzug entsteht. Die Lüftung der mit Warmhauspflanzen besetzten Zimmer bewerkstelligen wir in den Mittagsstunden. Sind wir hierzu früh morgens beim Reinigen gezwungen, wo oft draußen noch Frost herrscht, so ist Vorsicht betreffs kalter Zugluft angezetgt. Im Sommer ist die Mahnung zum Lüften wohl weniger nötig, doch wer eben auf das Zimmer allein angewiesen ist, sollte immerhin bedenken, daß die Luft der Pflanze die halbe Nahrung geben muß.
Wegen des milden Winters müssen wir auch größere Aufmerksamkeit auf die Feinde des Gartens, auf die Jnfckten- welt, richten.
In dürren Aesten der Obstbäume überwintert manches Ungeziefer, unter anderem die Larven der TriebrWr (Magdalis). Zu ihnen gehören auch die Apfel-, Kirsche»' und Pflaumentriebabstecher, die im Mai und Juni ihr verderbliches Handwerk beginnen. Deshalb schneide man jetzt alle dürren Zweige heraus und verbrenne sie.
Oben in den Aesten bemerken wir hier und da an de» Aesten eine kleine Unebenheit, die aussieht wie ein zierlicher Serviettenring, aus Perlen gestickt. Der Ringelspinner mit seinen Eiern hat dies Filigrankunststück fertig gebracht. Ma» nehme die Eier ab und vernichte sie im Feuer.
Auch das Laub, das noch unter den Obstbäumen liegt, überantworten wir dem Feuer. Es bildet reine Schlupfwinkel für mancherlei gefräßiges Getter und die Frühlingssonne, die ihre warmen Strahlen über Gerechte und Ungerechte herabsendet, läßt auch diese bösen Gesellen heraus, wen» man nicht zur rechten Zeit vorsorgt.
Auch dem Schorfpilz (Tusiclodium dendriticum), der im Herbst unsere Aepfel und die Blätter mit den schwarz' braunen, sammetigen Flecken belegt, kann man jetzt vorbeugen. Man löse l/3 Kilo Eisenvitriol in 5 Liter Waffir und bepinsele damit die Bäume, welche letztes Jahr diese fleckigen Früchte brachten. •
Wachholder und Sadebäume soll man nie im Obst' garten dulden. Sie vermitteln die Bildung von sehr gefahr- lichen Pilzen.
Wieder zum Schluß der Ruf: Schützt die Vögel!
Meisen macht man mit Aushängen von Nierenfett, das beim Metzger billig zu haben ist, eine große Freude. J- 0-


