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allein die gebührende Würdigung, sondern auch vielseitige Nachahmung ftndet.
-|- Nidda, 3. Januar. Gestern und heute wurde durch den für unseren Bezirk neu ernannten Kontrollbeamten der Jnvaliditäts- und Altersversicherung, Herrn K. F. Meiski zu Schotten, in mehreren Nachbarorten und an hiesigem Platze eine unvermutete Revision der Versicherungs- karten unständiger Arbeiter vorgenommen, die jedoch keine wesentlichen Beanstandungen ergeben haben sollen. — In dem nahen Dorfe Wallernhausen ist in zwei Fällen Diphtherie-Erkrankung bei Kindern festgestellt worden.
Lauterbach, 2. Januar. Die 18 Jahre alte Marie Ehret wurde, als sie am Sylvesterabend zum Fenster hinausschaute, von einem Schuß getroffen und sank ohnmächtig zu Boden. Der Schuß hatte das linke Auge gestreift und den Vorderschädel zertrümmert, so daß das Mädchen hoffnungslos darniederliegt. Der Schuß war von dem 18Jahre alten Adam Leib aus einem alten Militär- gewehr abgefeuert, der das neue Jahr anschießen wollte. Er wurde sofort verhaftet.
Darmstadt, 3. Januar. Professor Dr. Harnack, der, wie aus Berlin berichtet wurde, dorten so plötzlich verschwunden ist, war ausersehen, für den Bismarck-Gedächtnisakt, den die Technische Hochschule für den 18. Januar vorbereitet, die Gedenkrede zu halten. Der Gelehrte scheint verunglückt zu sein; da er jetzt schon vier Tage fehlt, kann man an eine günstige Lösung der dunklen Sache leider kaum noch glauben. Professor Harnacks Verlust wäre ein großer Schlag für unsere emporblühende Hochschule, an der er zahlreiche Zuhörer in seinen Literatur- und Geschichtskollegien vereinigte. Im vorigen Jahre hatte H. ein großes Werk über Schiller vollendet.
Mainz, 2 Januar. Am 30. Dezember starb nach längerem Leiden Herr Großhändler Joh. Koch auf seinem Gut in Laubenheim im Alter von 56 Jahren. Mit seltenem Fleiß und weitem Blick ausgerüstet, hat sich der Verblichene geschäftlich emporgeschwungen und nahm in der Handelswelt, was den deutschen Viehhandel betrifft, einen hervorragenden Platz ein. — Ein hiesiger Kaufmann hat auf seiner Hochzeitsreise nach Monaco die ganze Mitgift seiner Frau im Betrag von 30000 Mk. verspielt und seine Frau dort sitzen lassen. — Beim Ausbaggern im Rhein fand ein Kastel er Sandfärcher am Samstag 44 Goldstücke aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Der Mann lieferte seinen Fuld auf dem hiesigen Museum ab und erhielt dort vorläufig den Goldwerth mit 12 Mk. für das Stück ausbezahlt. Die Münzen sind die gleichen, wie sie vor einigen Jahren in der Bretzenheimer Gemarkung gefunden wurden.
Aus der Zeit für die Zeit.
Vor 350 Jahren, am 5. Januar 1549, starb zu Blois die Königin von Frankreich, Katharina von Medici, auf deren schuldvolles Haupt alles Elend jener Verhängnis« vollen Zeit zurückfällt. Katharina besaß einen fast unumschränkten, aber durch Falschheit, Grausamkeit und Verschwendungssucht höchst nachteiligen Einfluß auf die Regierung. Die Angst über die Folgen der Ermordung des Herzogs von Gutse und seines Bruders, des Cardinals Ludwig, beschleunigte ihren Tod.____________________________________________________
Vermischtes.
G. Fronhausen, 2. Januar. Gelegentlich der bei uns herrschenden Unsitte, daß am dritten Weihnachtstage beim Ausgehen der Mägde aus ihrem Dienste diesen von den jungen Burschen des Ortes Ovationen dargebracht werden, die im Peitschenknall bestehen, hat sich ein Unfall ereignet. Das siebenjährige Söhnchen eines hiesigen Einwohners wurde von einem hiesigen Knechte mit der Peitsche derart ins Gesicht geschlagen, daß der Arzt die Ueberführung in die Marburger Klinik anordnete. Herr Prof. Hesse operierte das schwerverletzte Auge; die rohe That dürfte ein Einbüßen des Augenlichtes zur Folge haben.
* lieber das Verschwinden des Profestors Harnack hat die Berliner Polizei noch keine weitere Mitteilung versendet. Die Zeitungsnachrichten widersprechen sich. Der „Lokal- Anzeiger" schreibt: „Professor Otto Harnack ist wieder zu den Seinen zurückgekehrt; die an die Entfernung des Gelehrten geknüpften Besorgnisse haben sich also als gegenstandslos erwiesen. Der Herr Professor, der sehr nervös ist, hat sich bereits nach dem Süden begeben." Leider steht diese erfreuliche Meldung im Gegensatz zu anderen. So heißt es in der „Voss. Zig.": „Der seit dem 30. Dezember vermißte Prof. Otto Harnack war, wie. jetzt bekannt wird, durch vieles Arbeiten etwas nervös geworden. Er hat sich Abends 11 Uhr von seinen Begleitern am Potsdamer Platz getrennt, um auf dem Wege durch den Tiergarten seine Wohnung in Charlottenburg aufzusuchen. Aus bestimmten Aeußerungen des Professors nehmen jetzt seine Angehörigen und Freunde an, daß er, einer plötzlichen Eingebung folgend, nach dem Süden, nach München oder Rom, wo er sich früher schon längere Zeit aufgehalten hat, abgereist sein. kann. Die örtlichen Nachforschungen nach rhm sind hier ohne Erfolg geblieben. Der Tiergarten ist mehrere Male genau durchsucht, alle Gräben und Seen sowie der Kanal sind von Schiffern genau abgefischt worden. Auch die Nachforschungen in Krankenhäusern und Heilstätten haben kein Ergebnis gehabt. In Darmstadt, seinem ständigen Wohnsitz, ist Prof. Harnack nicht eingetroffen." — Im M©erl. Tagebl." heißt es: „Das Verschwinden des Prof. Otto Harnack ist noch nicht aufgeklärt. Die Familie des Vermißten macht fortgesetzt die größten Anstrengungen. So ließ sie mit Schleppankern und Netzen die in der Nähe des Tiergartens und im Tiergarten selbst belegenen Strecken des Kanals abfischen und den Tiergarten Quadratmeter für Quadratmeter von zehn Detektives genau untersuchen. Der neue See wurde im Auftrage des Polizeireviers in der
Kuxhavenerstraße abgesucht — alles blieb ohne Erfolg. — Wenn die Familie nun auch hofft, daß der Vermißte uoch am Leben ist, so besteht doch die Befürchtung, daß Prof. Harnack einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Er trug über 1000 Mark bei sich, die er aus Darmstadt mitgebracht hatte, um hier ein Klavier zu kaufen. Bei seiner kräftigen Statur und seinem energischen Charakter würde er bei einem etwaigen Ueberfall sich keineswegs haben widerstandslos berauben lassen, sondern dürfte sich sehr kräftig zur Wehr gesetzt haben. Die geradezu unerträglichen Zustände im Tiergarten werden durch diese mysteriöse Angelegenheit wieder so recht vor Augen geführt. Namentlich um den Bahnhof „Zoologischer Garten" und auch in der Nähe der Station „Tiergarten" lungert lichtscheues Gesindel in ganzen Schaaren herum, und beim Zusammenstoß mit einer solchen Rotte würde Prof. Harnack trotz seiner Körperstärke und seines persönlichen Mutes doch den Kürzeren gezogen haben."
„Tägl. Rundsch."
* Unter Leitung des Museumsassistenten Ebertz hat die Museumsverwaltung zu Trier zehn keltische Gräber bei Hüttigweiler öffnen lassen. Die Ausbeute war nach der „Saar- und Blies-Zeitung" eine sehr reiche. Die Innenwände der Gräber waren kreisförmig mit Steinen eingefaßt. In den Gräbern fand man neben Knochenresten zahlreiche Gefäße, Urnen, Krüge, Schüsseln, Schalen, Vasen u. s. w. Alle Gegenstände sind aus Thon auf der Drehscheibe hergestellt und meistens gut erhalten. In einem Grabe fand man auch zwei bronzene Kleiderspangen von schöner Arbeit, eine metallene Lanzenspitze und ein ebensolches Schwert. Das letztere war in drei Stücke zerbrochen. Die Funde wurden in das Provinzialmuseum zu Trier gebracht.
* Von deutschen Kreisen in Havana wird die Bitte ausgesprochen, unbemittelte Leute dringend davor zu warnen, sich nach Kuba zu begeben. Der dortige deutsche Konsul und der deutsche Hilfsverein werden bereits von Leuten überlaufen, die mit geringen oder gar keinen Mitteln nach Havana gereist sind, weil sie hofften, dort lohnende Beschäftigung zu finden, jetzt aber bittere Not leiden. Für Leute ohne große Kapitalien ist vorderhand auf Kuba nicht die geringste Aussicht, ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Jeder, der jetzt nach Kuba reist, rennt mutwillig ins Verderben.
* Deutsche Ausgrabungen in Aegypten. Im dieswöchent- lichen Aegyptischen Kurier, der in Kairo erscheint, lesen wir: Bei der nördlichen Pyramide von Abusir (Totenfeld von Sakkara) finden unter Leitung des Dr. Schäfer vom Berliner Museum für egyptische Alterthümer Ausgrabungen statt, welche, trotzdem sie erst seit anderthalb Monaten im Gange sind, doch bereits bemerkenswerte Resultate ergeben haben. So ist ein in den alten Inschriften häufig erwähntes Sonnenheiligtum der N. Dynastie, bestehend aus einer kleinen Pyramide, die von einer großen Tempelanlage umgeben ist, aufgefunden worden. Der Erbauer ist der König Ra-n-woser, der sein Grab in der sogenannten mittleren Pyramide von Abusir hat. Im Innern des Sonnenheiligtums befindet sich ein zu Opferzwecken aufgestellter Altar, der aus Alabasterbrocken von 6 Meter Länge besteht. Das Heiligtum wird eine Sehenswürdigkeit werden, während in Abusir bisher uichts Sehenswertes vorhanden war; Herr Loret, der französische Generaldirektor der egyptischen Ausgrabungen, Pflegt diese Ausgrabungen in Abusir stets als mustergiltig und vorbildlich darzustellen und bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam zu machen, indem er hervorhebt, daß die Uneigennützigkeit, die deutscherseits hier an den Tag gelegt wird — die Ausgrabungen geschehen lediglich im Dienste der Wissenschaft, ohne daß Deutschland irgend einen Vorteil davon hat — auch von den anderen Nationen befolgt werden sollte.
Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen.
53. Woche. Vom 25. Dezember ms 31. Dezember 1898. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSztffer: 10,79, nach Abzug der Ortsfremden 8.53"/«».
Kinder
ES ftatbtn an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr i
Altersschwäche 11 — —
KrebS 1 (1) 1 (1) - -
Herzleiden 11 _ _
Knochentuberkulose 1 — — 1
LebenSschwäche_______1__________—__________1___________—
L»umma: 5 (1) 3 (1) 1 1
Anm. Die in Klammern gesetzten Z ffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Meratur, Wissenschaft und Kunst.
— Die alte Wochenschrift »Der Sät* erscheint zum beginnenden Jahrgang in neuem Gewände. Neben der traditionellen Pflege der Geschichte der Mark Brandenburg wirb sich der „Bär", der nunmehr im Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin 8W., Neuen burgerstrahe 14a erscheint, auch mit den modernen Erscheinungen auf den Gebieten des gesellschaftlichen LebenS, der Kunst, deS Kunstgewerbes, der Industrie rc. beschäftigen. Der „93äi* soll, wie sein neuer Titel besagt, in Wahrheit eine Illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Lehen werden. In Nr. 1, die am 6. Januar 1899 ausgegeben wird und den 25. (Jubiläums-) Jahrgang einleitet, beginnt die Veröffentlichung des humoristischen RomanS vockFedor v. Zabeltitz, „Das Heiratsjahr"; ferner wird die reich auSgestattete Jubtläumrnummer Beiträge von Stadtrat Ernst Friedel, von Ludwig Pietsch und anderen bedeutenden Autoren bringen. »Der Bär, Illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Leben," ist zum bisherigen Preise von Mk. 2,50 vierteljährlich durch die Poft und alle Buchhandlungen zu beziehen.
— »Deutscher Soldatenhort*, Jllustrirte Zeitschrift für daS deutsche Heer und Volk. H-rauSgeber: General-Lieutenant z. D. H. o. Below. Preis pro Quartal Mk. 1.80. Verlag von Karl Siegtsmund, Berlin SW., Dessauerstraße 13. 10. Jahrgang. Nr. 10, erschien soeben und enthält: Neujahrsgruß. Von Pastor R. Reichhardt. — Haß und Liebe. Novelle von Antonie H:tdfieck. — Tsingtau aus der Bogelpelspckt've. (Btldertext.) — Nach dem Dienst Von General der Inf. z. D. Kretschmann. — Torpedoboote Reinhold Werner, Vize-Admiral a. D. (Mit Abbildung.) — Der
Raubmord. Humoreske von K. Langenbucher. — Alte Freunde. (Btldertext.) — Syloesterbiäuche. Von Pastor R. Reichhardt. — Sylvester Erinnerung. Aus der Mappe eines alten Korporals von K. Schultts. — Prinz Heinrich V'ktor zu Wted. Von Br. Emil König. — Spiüche. — Vaterländische Gedevktage. — Neue Bücher. — Eine Ertnnnernng an die verkrachte Berliner Revolution von 1818. — Splitter und Funken. — Briefkasten. — Inserate.
— Mit Pritfchenschlag und Schellengeläut hält nun Prinz Karneval seinen Einzug ins Land und sammelt seine getreuen Vasallen um sich, um mit ihnen auch einmal des „LebenS Unverstand" bis zur Neige auszukosten. Alle diejenigen, weichen daran gelegen ist, den hoben wast in würdiger Weise btt sich auszunehmen und sich sein Wohlwollen zu erwerben leien auf die bun oristtscken Hefte von »FamoS! Der neue Familien, und VereinShumorist*, herausgegeben von dem könrgl. Hosichaufpteler Paul Rüthling (Verlag von Levy & Müller in Stuttgart) hingewiefrn. Das erste halbe Hundert Hefte des „Famos!" ist das glänzendste Zeugnis seiner wohlverdienten Beliebtheit und Brauchbarkeit. DaS soeben erschienene 51. Heft (Preis 90 Psg., im Abonnement 75 Pfg.) enthält wie die vorhergehenden Lieferungen eine große Anzahl vortrefflicher, zur Aufführung und zum Vortrage in Vereinen und Privatgesellschaften vorzüglich geeigneter Stücke. Wir erwähnen nur: Der Apfel des Paris, oder: Die SchönhettS Konkurrenz (Scherzlptel in 1 Akt für 8 Herren und 4 Damen). — Das Ohr. (Eine Humor, wissenschaftliche Vorlesung.) — Professor Konfustus und seine Examinanden. (Gesellschafttzaufführuvg.) — DaS liederliche Kleeblait. (Posse mit Gesang für 7 Herren.) — Gambrinus-Hymne. (Chorlied) u. s. w. Auch dieles Heft läßt wieder den Wunsch gerechtfertigt erscheinen, daß „FamoS!" in immer weiteren Kreisen Eingang finden möge.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Im Coufirmaudeusaal, Neustadt 61:
DonnerStag den 5. Januar, Abends 8 Uhr: Bibelstunde.
Phil. 3,12 ff. Pfarrer Dr. Grein.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 4. Januar. Die Nachricht, daß Professor Or. Otto Harnack zu den Seinen wieder zurückgekehrt sei, wird von der Familie des Vermißten als völlig nn- begründet bezeichnet. Die Nachforschungen nach dem Verbleib des Professors werden fortgesetzt.
Berlin, 4. Januar. Aus Flensburg wird dem „Berliner Lokal-Anzeiger" telegraphirt: Der dänische Gesellschafts-Verein in Apenrade ist von der Polizeibehörde für politisch erklärt und auf Grund des § 8 des Vereinsgesetzes geschlossen worden. — Aus Hadersleben wird dem „Vorwärts" berichtet, daß wiederum 24 Personen, deren Dienstherren bei einer Versammlung des dänischen Kommunal-Vereins anwesend waren, in welcher Abgeordneter Hansen über die Ausweisungen sprach, ihre Ausweisung angekündigt wurde für den Fall, daß sie nicht in den Dienst Deutscher treten würden.
Berlin, 4. Janpar. Nach einem Pariser Telegramm des „Lokal-Anzeiger" soll der Kassationshof in den Geheimakten eine neue Fälschung entdeckt und zur Aufklärung den früheren Generalstabs-Offizier Laut vorgeladen haben. Der Untersuchungsrichter in Versailles, Großjean, behauptet, schwerwiegendes Material zur Belastung Picquarts zu besitzen, er will es aber nur im Gerichtssaal bekannt geben. Dem „Kleinen Journal" zufolge beabsichtigt der Socialist Breton, eine Interpellation betr. die geheimen Akten in der Kammer anzumelden.
Berlin, 4. Januar. Die sämtlichen als Anarchisten bekannten Personen in Magdeburg wurden, dem „Berl. Tagebl." zufolge dort auf die Polizei beschieden, wo die Aufnahme ihrer Personalien erfolgte. Die beabsichtigte Körpermessung unterblieb infolge energischen Protestes der Betreffenden. Die Sozialdemokraten wollen im Reichstage wegen dieses Vorganges die Regierung interpellieren. Der Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift für Okkultismus, „Der Eigene", Adolf Brand in Neu-Rahnsdorf bei Berlin, teilt dem „Berl. Tagebl." mit, daß er auf die Oberförsterei Köpenik sistirt und dort trotz seines Sträubens einer Körpermessung unterzogen worden sei.
Wien, 4. Januar. Der niederösterreichische Schulrat hat das Gesuch um Errichtung von vier tschechischen Privatschulen in Wien abgelehnt.
Nizza, 4. Januar. Das Unwetter dauert fort. In den Straßen herrscht starker Schneefall. Die Verbindungen sind unterbrochen. Zahlreiche französische und italienische Posten sind eingeschneit. Mehrere Personen werden vermißt.
Rom, 4. Januar. Das Steigen der Adria in Süd- Italien hält an. Es werden viele Schiffsunfälle gemeldet und auch auf dem Lande richtete der Sturm großen Schaden an.
London, 4. Januar. Die französische Regierung hat thatsächlich den Antrag auf Auslieferung Zolas gestellt.
Paris, 4. Januar. Mehrere Provinzblätter versichern, daß bei den kommenden Senatswahlen im Departement Seine die Kandidatur des Obersten Picquart von dessen Freunden aufgestellt werden wird.
Paris, 4. Januar. Heute wird im Auftrage des Kassationshofes der Präsident des Appelhoses in Cayenne Dreyfus vernehmen und darüber befragen, ob er sich seines Gesprächs mit dem Hauptmann Lebrun Renault vor seiner Degradierung erinnere.
New-Nork, 4. Januar. Die Aufregung über die letzten Meldungen von den Philippinen ist eine ganz bedeutende. Die Thatsache, daß in Washington nichts über den Inhalt der letzten Telegramme bekannt geworden ist, läßt auf sehr wichtige Ereignisse schließen. Es scheint sich zu bestätigen, daß Aguinaldo die Offensive gegen die amerikanischen Truppen ergriffen hat. Ein reger Depeschenwechsel findet zwischen dem Marineamt und dem Kommandanten der Armee statt. Man erwartet jeden Augenblick den Befehl zur Einschiffung weiterer Regimenter nach Manila.


