London, S.W., 27. 10. 1889.
11 BENTINCK STREET, VAUXHALL BRIDGE ROAD,
mitzutheilen, dass ich Wichtige habe und dass ich im Stande bin
GEEHRTER HERR!
Ich habe die Ehre Ihnen
+ Laubach, 2. November. Die Religionslehrerkonferenz, eine freie Vereinigung von Geistlichen und Lehrern der Umgegend, fand gestern im benachbarten Wetterfeld statt. In Gegenwart von 26 Herren hielt Herr Lehrer Albach von Queckborn mit der ersten Abteilung der dortigen Schule eine Probelektion über die Geschichte der Mission von Paulus bis Bonifacius. Nachher tagte die Konferenz in einem Wirtssaale, dieselbe wurde eröffnet durch Herrn Pfarrer Fritsch von Ruppertsburg, über die gehörte Probelektion entstand eine lebhafte Diskussion, in welcher anerkannt wurde, daß Herr Lehrer Albach seine Aufgabe nach Form und Inhalt vortrefflich gelöst habe. Im nächsten Jahre sollen noch weitere Lehrproben gehalten werden über die Missionsgeschichte bis zur Gegenwart. Diese praktischen Hebungen sind ein Ergebnis der vorletzten Konferenz, auf welcher Herr Pfarrer Volp von Laubach das Referat und Herr Lehrer Repp von Villingen das Korreferat über „die Mission in der Schule" geliefert hatten. Diese zwanglosen Konferenzen, die, wenn keine praktischen Hebungen vorgenommen werden, stets auf dem Hessenbrücker Hammer stattfinden, zeigen stets ein herzliches Verhältnis zwischen Geistlichen und Lehrern, mit sehr anregenden Debatten zum Zwecke der gegenseitigen Förderung auf dem Gebiete des so hochwichtigen Religionsunterrichtes. Schön wäre es, wenn auch anderwärts solche Konferenzen ins Leben treten würden, vielleicht auch in Gießen.
Für viele Personen ist ein Darlehen von der grösste Wichtigkeit, weil es erlaubt die Augenblickliche Schwierigkeiten zu übersteigen.
Alle Tage erhalte ich Anfragen von allen Klassen der Gesellschaft, besonders von Geschäfte lenten, und Jede Ehrenhafte Person die sich an mich wendet, ist im Voraus versichert dass das Darlehen welche er anfragt, Ihn niemals verweigert wird.
Wie viele Personen welche mit einem Kapital-Vorschuss angefangen, und grosse Geschäft gemacht haben, und wie viele andere, welche in einem kritischem moment etwas Hilfe erhalten habe, und so eine unglücklicher Ausgang erspart haben.
Darum ist meine jetzige Offerte von der Grösste Wichtigkeit für Personen welche augenblicklich geld nöthig haben.
Die Hauptsache ist ein ehrliches Haus zu finden, welche keine grosse zinsen oder ungerechte Auslagen verlangt, und sie können bei folgende sehen, dass meine Bedingungen sehr annehmbar sind: 1. Die Zinsen werden Jährlich mit 5% gerechnet.
2. Zur Rückzahlung wird fünf Jahren bewilligt, bi'e Rückzahlung kann Jährlich, oder im Ganzen am Ende des fünften Jahres gemacht werden.
Wenn sie wünschen dass ich mich mit Ihre Anfrage beschäftige, brauchen Sie nur die Einliegende Formular auszufüllen, und mir diese eingefüllte Formular sowie die Summe von 3 m, in Briefmarken oder Postanweisung einzusenden. Diese kleine Summe vorstellt die Spesen welche Ihre Anfrage benöthigt.
Sobald ich die eingefüllte Formular, sowie die 3 m. erhalten habe, werde ich mich mit Ihre Anfrage beschäftigen und Ihnen innerhalb zwei Tagen, eine Genugthuende Auflösung geben.
Sie können auch versichert sein dass alle die geschälte welche mir anvertraut sind werden immer mit der grösste Verschwiegenheit ausgeführt, und die zahlreichen Dankes Schreiben welche ich erhalten habe, beweisen genügend, welche grosse Dienste ich alle Tage leiste.
In erwartung Ihrer Antwort, zeichnet,
Hochachtungsvoll,
WILLIAM MORGAN.
Mairs Md Rrsrckyirürs.
Gießen, den 4. November 1899.
** Englischer Gauner-Trik. Ein hiesiger angesehener Geschäftsmann erhielt nachstehenden „Brief" eines englischen Gauners, den wir zur Warnung unserer Leser wörtlich wiedergeben:
WILLIAM MORGAN.
zichten werde, und ein veränderter Aufenthalt — natürlich infolge der Erkrankung — notwendig geworden sei!
Einem Wunsche des Kaisers, welcher von einer längeren räumlichen Trennung des Erzherzogs und der stillen Gräfin vielleicht eine Lösung des Liebesbundes erwartete, folgte der Thronfolger, indem er zur — Stärkung seiner Gesundheit und zum Teil auch um, Länder und Sitten anderer Völker kennen zu lernen, eine Reise um die Welt antrat.
An dem Tage als der Erzherzog auf der Hofburg gewesen war, um sich vom Kaiser zu verabschieden, erschien in mehreren Blättern zu gleicher Zeit an hervorragender Stelle die anscheinend offiziöse Mitteilung von der Verlobung des Prinzen, quasi als eine Folge einer Unter« redung mit dem Kaiser, und zwar mit einer Prinzessin — den Namen zu nennen war, bevor die offizielle Verlobung erfolge, verboten; hinzugefügt war jedoch, daß durch diese Verbindung des Kaisers Herzenswunsch in Erfüllung gehen werde. Erschreckt eilte die „stille Gräfin" zur Erzherzogin Stefanie, welche jener ihr Wohlwollen bewahrte und, soweit es ihre Stellung und Anwesenheit in Wien erlaubte, stets eine Schützerin beider Liebenden war — um vielleicht dort näheres über die diesmal so bestimmt auftretenden Verlobungsgerüchte zu erfahren.
„Ja, heute, liebe Gräfin, sind Sie an die richtige Adresse gelangt; denn ich kenne diesmal die Verlobte, von welcher die Blätter sprechen."
„Es ist kein Name genannt."
„Doch, liebe Gräfin, in einem Blatte, das man mir, bevor Sie eintraten, brachte, steht er groß und fett gedruckt. Die brave Redaktion hat bereits ihren Segen zu der Verbindung mit dem Erzherzog gegeben."
„Darf ich Kaiserliche Hoheit fragen —" begann, vor Aufregung zitternd, die Gräfin.
„Wer die Braut des Erzherzogs ist? Gewiß, warum soll ich Ihnen diese nicht nennen, da sie bereits öffentlich genannt ist. Ich bin es selbst."
„Kaiserliche Hoheit, — ich bitte zu gestatten, daß ich--"
„Um Gottes willen, Gräfin, erholen Sie sich. Sehen Sie denn nicht, an meinen Mienen, daß an der Nachricht kein wahres Wort, und daß ich diese auch eben erst aus dem Blatte, das Sie da auf dem Tische sehen, erfahren habe?" —
Seit dieser Zeit machen die Nachrichten von einer Ver- I lobung in den Blättern keinerlei Eindruck auf die Gräfin I Chotek; denn die stille Gräfin weiß genau, daß der Erz- I Herzog sein ihr vor der Reise um die Welt gegebenes feier- I liches Versprechen hält.
Als der Erzherzog Franz Ferdinand nach seiner Rückkehr sich beim Kaiser meldete, fand abermals eine lange I Aussprache statt. Der Thronfolger soll tief erschüttert des I Kaisers Gemach verlassen haben. Der Kaiser, so erzählte I man, habe abermals Gelegenheit genommen, seinen Neffen | zu bestimmen, von der unseligen Liebe zur Gräfin Chotek I abzulassen und die künftige Kaiserin aus jenen Kreisen zu I wählen, welche dem Prinzen ebenbürtig sind, und abermals I hat der Thronfolger bestimmt erklärt, daß er nur gewillt I sei, dem Zuge seines Herzens zu folgen, und die Gräfin I Chotek zum Altar zu führen, und auch nicht auf die Rechte I der Thronerbschaft zu verzichten. „Kein Oesterreicher wird I aber einen unglücklichen Monarchen auf dem Throne wissen I wollen."
Zum erstenmal nach langer Zeit erschien dann der Erz- I Herzog Franz Ferdinand wieder an der Seite des Monarchen I bei einer Parade, und man war überrascht und erstaunt I über das vorzügliche Aussehen des Thronfolgers. Keine I Spur einer Krankheit war in den von der Sonne ge- I bräunten Zügen des stets ernst aussehenden Prinzen zu I lesen; das Bild eines Mannes, dem man es wohl zutrauen darf, daß er dem Zuge seines Herzens folgt und die stille Gräfin einst zur Kaiserin von Oesterreich erhebt. B. L. A. I
Capitalien, zu meiner Verfügung _____ _____ ____________________
jeden Ehrenhaften Person, ein Darlehen zu bewilligen ohne andere
Garantien zu verlangen, als die Unterschrift des Borgers.
Der Gebrauch eines Darlehen, liegt in einer Menge Ursachen, welche ich nicht aufzählen brauche.
Gegründet im Jahre 1888.
Geld Vorschüsse auf einfache Unterschrift.
2 Ile Bank und börse
Geschäft Ausegefuhrt
Kapitalien für Bildung von
Action Gesellschaft.
P.S. — Alle Briefe müssen direct an meine Adresse in London I Adressirt werden.
für Rückantwort bitte eine 0.20pf. marke beizufügen.
•• Neuerungen im Postwesen. Eine Reihe von I Neuerungen im Po st wesen ist als Ergebnis I der diesjährigen Postkonferenzen zu erwarten, von I denen die wichtigsten die folgenden sind: Briefabholungs- I fächer oder letter-boxes sollen überall da eingerichtet I werden, wo ein Bedürfnis vorliegt, nicht nur in den I Städten, sondern auch auf dem flachen Lande. Nicht blos I frankierte Sendungen gewöhnlicher Art sollen in die Fächer I gelegt werden, sondern auch unfrankierte Sendungen, Packet- I adressen, Ablieferungsscheine zu Einschreib- und Wertsend- I ungen, sowie Postanweisungen. Eilbriefe an Empfänger im Orts- und Landbestellbezirk des Aufgabeortes sollen allgemein zugelassen werden. Die Hälfte der in Deutschland bestehenden Privatposten befaßt sich schon jetzt damit. An Gebühren sollen im Ort 25 Pfg., nach dem Lande die wirklichen Auslagen erhoben werden. Bahnpostbriefe sollen unmittelbar nach Ankunft der Züge auf dem Bahnsteig durch durch das bei Hebergabe thätige Personal ausgegeben werden können. Die Zeitungsbezugsgelder sollen von den Beziehern am Ort vor Beginn der Bezugsfristen durch die Briefträger eingezogen werden. Die Zeitungen sollen so lange geliefert werden, bis eine Abbestellung vorliegt. Der Aufgabeort der Telegramme soll auf dem gefalteten Telegramm von außen zu erkennen sein. Der Nachtdienst im Fernsprechwesen soll nach und nach auf andere große Städte außer Berlin ausgedehnt werden. In Erfurt besteht übrigens der Nachtdienst bereits seit fünf Jahren, ohne großen Zuspruch zu finden. Wenn der Nachtdienst in mehreren Städten eingesührt ist, soll er auch auf die Fernleitungen ausgedehnt werden. Die Bestimmungen der Postordnung über Postkarten sollen eine freiere Fassung erhalten, sodaß auch Ansichtskarten mit Prägung, mit aufgeklebten Medaillons usw. zur Beförderung zugelassen werden können. Mehr den inneren Dienst betreffen folgend-e Neuerungen: Die Beklebung der Packete mit Bezirksleitzetteln, das heißt dem Namen der Oberpostdirektion, in deren Bezirk der Bestimmungsort liegt, soll beschränkt werden. Die Packete sollen bei der Hebergabe auf der Bahn nicht mehr gezählt werden.
** Buchdruckertarif. Die tariflichen Abmachungen im Buchdruckergewerbe finden nach und nach die verdiente Würdigung auch bei den höchsten Behörden. Erst kürzlich konnten wir die Thatsache registrieren, daß u. a. auch die badische Kammer und das kgl. sächsische Ministerium Anordnungen getroffen, daß die von diesen gebrauchten Drucksachen nur in Tarifdruckereien hergestellt werden dürfen. Jetzt hat auch der Preußische Minister für Handel und Gewerbe an das Tarifamt folgende Zuschrift gelangen lassen: „Auf die Eingabe vom 11. ds. Mts. erwidere ich dem Tarifamt ergebenst, daß Druckarbeiten für das Ministerium für Handel und Gewerbe, soweit sie an Privatfirmen vergeben werden, schon gegenwärtig nur von tariftreuen Firmen hergestellt werden und daß ich die Anordnung getroffen habe, daß solche Druckaufträge auch fernerhin nur Firmen übertragen werden, die den deutschen Buchdruckertarif schriftlich anerkannt haben. Für die gefällige Hebersendung eines Abdruckes des zu dem letzteren ausgearbeiteten Kommentars spreche ich dem Tarifamte meinen Dank aus.
Brefeld."
Landwirtschaft.
△ AttS Oberheffen, Anfang November. Die wahrhaft abscheuliche Witterung des Monats September hat uns Landwirte bedeutend im Ausstellen der Herbstsaaten gehindert. Die Kleinbauern konnten während des Monats Oktober vieles nachholen; schaut man aber näher zu, so sind auch bei den kleinen Landwirten noch so viele Arbeitsrückstände und die Aufarbeitung dieser ist so wichtig, daß darauf etwas hingewiesen werden soll. -In erster Linie handelt es sich um das Stürzen der Getreidestoppelfelder. In diesem Punkte geschieht noch viel zu wenig Man soll die Stoppeln umpflügen, sobald die Aecker von den Halmfrüchten geräumt sind. Bleiben die Aecker lange ungepflügt liegen, so kann sich das Ungeziefer sehr bequem in den zurückgebliebenen Halmen und Stoppeln einnisten; solches Ungeziefer ist z. B. der Weizenhalmtoter, die Getreidehalmwespe, die Getreideblattlaus, die Fritfliege und noch manche andere. Dieses Geschmeiß kannte man srüher nicht, weil die Wissenschaft sich noch nicht mit diesen Schädlingen beschäftigt hatte. Mehltau, Beschiß und ähnliche Bezeichnungen hatte man für derartige Erscheinungen Weiter glaubte man noch bis vor kurzem, man brauche die Stoppeln nur ganz flach umzupflügen, oder, wie es vielfach heißt, nur zu schälen. Sorgfältige praktische Versuche haben dargethan, daß diese Art zu pflügen ein großer Fehler ist und zwar aus folgenden Gründen: Tieferes Umackern ist dem Grundstück ganz allgemein viel zuträglicher als flaches, weil der Boden in ersterem Falle besser gelockert wird und die Atmosphärilien bester eindringen können, wodurch die physikalischen Eigenschaften des Ackers gehoben werden. In zweiter Linie ist zu beachten, daß das Geschmeiß durch tieferes Pflügen weit kräftiger vernichtet wird, als wenn der Pflug nur oberflächlich über den Acker streift, wodurch manche Stellen nur eine ganz notdürftige Auflockerung erfahren. Endlich muh hervorgehoben werden, daß durch eine tiefere Furche der Unkrautsamen und die ausgefallenen Getreidekorner viel besser zum Keimen kommen und darum im Frühjahre viel sicherer vertilgt werden können, als wenn sie nicht keimen. Auch das ist nicht ganz wertlos, daß das flache Pflügen gerade soviel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt, als das tiefe, woraus sich ergibt, daß die bessere Leistung bei gleichem Aufwande der schlechteren stets vorzuziehen ist. Wir haben bei unseren Kollegen mit.Kleinbetrieb noch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und sind in dieser Zeitung schon seit zehn Jahren gegen manche Vorurteile zu Felde gezogen. Dieses Jahr haben wir uns die Herbstsaatbestellung und das Stoppelstürzen herausgegriffen. Der Gegenstand, der außerordentlich wichtig ist, soll demnächst noch einmal von einer anderen Seite betrachtet werden. Für heute nehmen wir Abschied mit den Worten: Bauer setze alles daran und ackere Deine Stoppelfelder noch vor dem Einwintern tüchtig um, Du wirst Deine Freude daran haben.
Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.
Heu und Stroh.
Berlin. Richtstroh, höchster Preis 4.50 W., niedrigster Preis 4.00 Mk., Heu höchster Preis 7.00 Mk., niedrigster Preis 4.00 für 100 Kilo. — Köln. Heu 6.00 bis 6.80 Mk, Krummstroh 2.00 Mk., 3Jla schinenstroh 2.50 Mk., Richtstroh 3 50 Mk. für 100 Kilo. — Magdeburg. Richtstroh 3.50 bis 4.00 Mk., Krummstroh 2.50 bis 3 00 Mk., Heu 6.00 brs 7.00 Mk, alles pro 100 Kilo. — Nordhausen. Heu 5.00 bis 5.50 Mk., Richtstroh 2.50 bis 3.00 Mk. für 100 Kilo. — Halle. Sämtliche Preise gelten für 100 Kilo, und zwar bei Partien frei Bahn hier. Roggenlangstloh (Handdrusch) 2.50 bis 3.20 Mk., Maschinenstroh (Roggenstroh) 2.00 bis 2.50 Mk., Weizenstroh 1.70 bis 2.00 Mk., Wiesenheu, hiesiges oder Thüringer, beste Sorten 6.50 bis 7.50 Mk. — Nürnberg. Heu 6.00 bis 8.00 Mk., Stroh 3.40 bis 4.00 Mk. für 100 Kilo — Breslau. Heu 0.00 bis 0.00 Mk p. 100 K, Stroh 0.00 Mk. das Schock. Würzburg. Heu 5.20 bis 5.60, Stroh 3.40 bis 3.60M. für 100 Kilo. — Karlsruhe. HeuO.OOMk., Stroh 0.00 Mk. für 100 Kilo. — Offenburg. Heu 0.00 Mk., Stroh 0.00 Mk. für 100 Kilo. — Freiburg. Heu 0.00 M-, Stroh 0 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Heu 0.00 Mk., Stroh 0,00 Mk. für 100 Kilo. — Mannheim. Stroh pro Ctr. 1.75 bis 2.30 Mk., Heu pro Ctr. 2.75 bis 3.25 Mk.
Bom Eisenmarkt. Mannheim, 28. Oktober. Seit letzter Woche hat sich die Situation auf dem Effenmarkte weiter verschärft. Die Lieserungsverhältnifse der Werke haben die erhoffte Besserung, nachdem die Bausaison vorüber ist, nicht erfahren, und die Preise befinden sich dauernd in steigendem Wachstum. Deckungskäufe zu erhöhten Preisen bis weit in das Jahr 1900 hinein sind an der Tagesordnung. — Wenn auch kaum anzunehmen ist, daß die Eisen- prerse in der seitherigen fieberhaften Weise weiter rn die Höhe getrieben werden, so ist andererseits auch an eine fallende Konjunktur in absehbarer Zeit nicht zu denken. Es herrscht in Konsumenten- kreisen gewiffermaßen ein Gefühl der Sicherheit, bestärkt durch daS einmütige Vorgehen der Großhändler, welche wie die Werkssyndikate regelnd auf die Preisfixierungen einwirken, um damit PreiSschleude- reien zu unterdrücken. — Recht flott wie in der Vorwoche ist auch beuer der Geschäftsgang. Träger insbesondere werden von den Lagerplätzen in verhältnismäßig großen Mengen für die vorgeschrittene Jahreszeit bezogen, auch Konstruklwnseisen werden Tag für Tag m bedeutenden Posten aus Vorratsbeständen entnommen- Für Meder« Verkäufer sind beute folgende Grundpreise per 100 Kilo ab Mannheim in Kraft: Gewalztes Stab- und Faconeisen, Flußeisen Mk. 19.50, Schweißeisen Mk. 21.50, ^Träger Mk. 15.—, Grobbleche Mk- 21 50. Feinbleche Mk. 22.50, Riffelbleche Mk. 23.50. Diese Preise sind also gegenüber den Notierungen am Ende des vergangenen MonatS ca Mk. 1 per 100 Kilo höher, während sonstige Artikel der Eilenbranche von der Hausse weniger beeinflußt wurden.
Zahlungseinstellungen.
Konkurseröffnungen: Fahrradhändler Gust. Walter, Langendreer- Bahnhof (Bochum); Kleiderhändlerin Anna Ther. Beyer, Brand; Gutspächter Karl Rich Clauss, Chemnitz; Töpfer August Berndt, Dirschau; Schlosser Emil Stammler, Durlach; Sattler Franz Jürgen Mahrt, Osterby (Eokenförde); Gastwirt Hinr. Wichm. Reil, Abbehausen (Eilwürden); C. Gehn & Co., Erfurt; Kaufmann Georg Konr. Schmidt (Heinr. Schmidt), Erfurt; Uhrmacher Rob. Hamel, Halle a. d. S.; Mechaniker Job. Friedr. Wilh. Katofius, Hamburg; Christ Herrn. K. Claussen, Hamburg: Kaufmann Adolf Richter, Hannover; Nachlass der Kantinenverwalterin Anna Zahn, Grafenstaden, (lllkirch); Kaufmann Franz Albat, Insterburg; Handelsmann Herrn. Zirker, Wyschanow (Kempen, Prov. Posen); Wirt Herrn. Mor. Karl Diedrich, Kiel; Schuhmacher Jak. Korres, Köln; Restaurateur Wilh. Wahnig, Kottbus; Manufakturwarenhändler Wilh. Meis, Krefeld; Domänenpächter Friedr. Wallbrecht, Domäne Brake (Lemgo); Handelsfraa Klara Arlt, Löwenberg i. Schl.; Senfhändler Adolf Etzel, Esperg (Ludwigsburg); Gastwirt Karl Kopf, Masmünster; Spezereihändler Arthur Schmitt, Burzweiler (Mülhausen); Nachlass des Baumeisters Konr. Hainthaler, München; Schneider Badura & Wczasek, Rosdzin (Myslowitz); Kaufmann August Engelke, Lippspringc (Paderborn); Cigarrenhändler Gust. Fuhrmann, Potsdam: Handelsfrau Bertha Günther, Langenbielau (Reichenbach u. E.); Gerber Jos. Deutscher, St. Wendel; Metzger Georg Müller, Straisburg i. E.; Lohnmetzger Jos. Rüss, St. Georgen (Tettnang); Schuhmacher Eskild Andresen» Aventoft (Tondern).
Sohutemarke.
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übertrifft trotz billigeren Preises an Nähr kraft und Wohlgeschmack die Liebig’schen Extracte und ist in allen besseren Drogen-, Delicatessen- und Colonialwaaren-Handhineen zu haben.
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