1899
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keinerlei Schutz für derartige Unternehmungen zu erwarten fei. Beresford hat auf seiner Inspektionsreise m China nur
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rum erstenmale ein Mann den Wanderstab in ferne Gegenden setzte, welcher „wissenschaftlich" zu reisen verstand. ..Mit ihnen," ruft Bölsche ebenso enthusiastisch als treffend aus, „wanderte der ganze enorme Wissensfortschritt der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, neue Ideen und neue Jnsttu- mente, die jetzt die große Feuerprobe bestehen sollten, aus einer Musterexpedition, wie sie nie vorher den Ozean überschritten hatte trotz zahlloser Entdeckungsfahrten der verschiedensten Nationen." Denn Alexander von Humboldt war Naturforscher, Philosoph, Geschichts- und Sprachforscher, alles in einer Person; das Studium der Geologie, Botanik, Chemie, Elektrizität usw. hatte er gleichzeitig betrieben und sich auf den erwähnten Reisen durch Europa (nach England, Holland, Italien, Belgien und der Schweiz) in allen diesen Fächern noch weiter vervollkommnet. Es ist schier unmöglich, den Verlauf einer an Ergebnissen so reichen Fahrt im Rahmen einiger Zeilen zu schildern, nur die Hauptpunkte mögen hier wiedergegeben sein, aus deren Darstellung der Leser immerhin ersehen kann, welche Strapazen der Forscher während seiner fünfjährigen Abwesenheit zu überstehen hatte, was er alles geleistet hat und tote unendlich vielseitig er war.
Zuerst erreichten die Freunde die Kanarischen Inseln; in Teneriffa bestiegen sie den berühmten Pik, und Humboldt untersuchte sorgfältig die Erdschichten, aus denen er besteht. Bei vollem Mondschein schliefen die Bergsteiger in einer Höhe von 1200 Toisen (französisches Längenmaß von 6 Fuß, also 7200 Fuß), nachts 2 Uhr brachen sie nach dem Gipfel auf, wo sie gegen 8 Uhr ankamen. Die Luft war schneidend kalt, während der heiße vulkanische Boden ihre Schuhsohlen verbrannte. Beide drangen auch in den nicht allzu tiefen Krater ein. Im Juli langten sie in Cumana in Südamerika an, wo Humboldt mehrere Wochen lang die Verheerungen des großen Erdbebens von 1797 studierte, dabei die Lage von Cumana bestimmte und in der Nacht zum 12. November den berühmten Sternschnuppenregen beobachtete, der sich alle 33 Jahre wiederholt. Dann unternahmen die Freunde eine Reise in das Innere von Paria, von welcher Humboldt reiche Ausbeute an Pflanzen zurückbrachte. „Wir gelangten bis zu den Missionen der
rii Ausnahme des Montags.
Dir Gießener
»eben dem Anzeiger «Amtlich viermal beigetogt.
Aus dem Jahresbericht des Grotzh. Hessischen Gewerbe-JnspektorS der Gewerbe-Inspektion Giesieu
sür 1898
(die Provinz Oberheffen umfaffend) (Fortsetzung).
Feldziegeleien.
Die Hauptbetriebszeit dieser Anlagen drängt sich auf die fünf Monate April bis Ende August zusammen. Trotz aller Verordnungen werden die Tagesstunden so wett tote möglich zum Arbeiten ausgenützt. In den Ferienzeiten und an freien Nachmittagen sind zuweilen schulpflichtige Kinder beim Abtragen geformter Steine angetroffen worden. Auf Vorstellung wird dem Aufsichtsbeamten erzählt, daß die Kinder nur, um in der Nähe ihrer Eltern zu fem, auf der
Abhärtung derart zu stählen, daß er den großen Aufgaben, . welche ein befähigter Geist sich zu stellen vermag, sich gewachsen zeigte. So bereitete die sonnige Jugend dieses auserwählten Sterblichen das große, glückliche, erfolg, und thatenreiche Leben vor, womit das Schicksal einen Alexander von Humboldt bis zum 90. Jahre begnadete; schon m ungen Jahren unternahm er weite Reisen durch Europa, und bereits als junger Mann von kaum 25 Jahren stand er in verantwortlicher Staatsstellung. .
Doch in alledem fand der strebende Geist seine Be- sriediaung nicht. Er wußte, woran es der damaligen Forschung noch gebrach: an greifbaren Resultaten, auf denen man fußen konnte. Wissenschaftliches Material mußte geschafft werden, und dieses zu besorgen, drängte es Humboldt, eine große Forschungsreise anzutreten. Nur der Wunsch seiner Mutter hielt ihn bis zu deren Ableben zurück, sobald aber die besorgte liebende Frau die Augen geschlossen und der junge Forscher das Erbteil seines ansehnlichen Vermögens angetreten hatte, litt es ihn nicht mehr im Vaterlande; wie hätte er auch sein Geld und Gut besser anwenden können als im Dienste der Wissenschaft? .
Glühend vor Eifer eilte er nach Paris, der Orient war das Ziel seines Strebens. Die ungünstigen politischen Verhältnisse zwangen ihn jedoch zum Verzicht, eme andere Expedition, die er begleiten sollte, betrieb ihm die Abfahrt zu langsam, so begab er sich mit seinem Freunde Aims Bonpland, einem jungen Botaniker, den er tn Paris kennen gelernt, nach Spanien, wo es ihm auf Grund seiner Empfehlungen in der That gelang, trotz lebhaften Widerspruchs der Regierungskreise die Genehmigung zur (£rforfd)ung spanischen Kolonien in Südamerika und zur Anstellung aller ihm gutdünkenden astronomischen und geodätischen Beobachtungen und Messungen zu erhaltem
Damü hatte Humboldt em schier überreiches Feld für seine Thätiqkeit, und er verlor auch keinen Augenblick, sondern schiffte sich in Gesellschaft seines Freundes Bonpland, der alle Gefahren der Reise mit ihm teilte, am b. Ium 1799 in Coruna ein. Nun waren zwar schon vor ihm die betreffenden Gebiete bereist worden, aber dann lag gerade | das Bedeutungsvolle der Humboldt'schen Reise, daß jetzt
Feuilleton.
Gin Ehrentag der Wissenschaft.
Zur Erinnerung am Alexander vou Humboldts Abreise ins Ausland am 5. Juni 1799.
Bon Alexander Bauer.
(Nachdruck verboten.)
Der 5 Juni 1799 ist ein bedeutsamerer Tag in der N-schicht- der menschliche» Kultur und Entwicklung als di- mcift-n Tage, welche ihr Datum durch eine blutige Schlacht ^Gedächtnis der Nachwelt erhalten haben. Er war-mer b,c Ehrentage der Wissenschaft, hervorragend für bu Forschung des nächsten Jahrhunderts, welche^unzertrennlich virkettet ist mit dem Namen des Mannes, an den der 5. Juni uns gemahnt: Alexander von Humboldt!
Der damals 30 Jahre alte Forscher Mte sich an diesem Tage zu seiner großen südamenkamschen Re. e em — eine der großartigsten und erfolgreichsten wissenschaftlichen Reisen, die jemals unternommen worden sind, und die erste überhaupt, welche von einem Reisenden ms Werk gesetzt wurde, der mit allem Rüstzeug der Wissenschaft ausgerüstet war. Trafen doch bei dem am 14. September ”769, im gleichen Jahre wie Napoleon, zu Berlin geborenen Gelehrten die sich so selten vereinigenden Momente zusammen, daß ein genialer Mensch in Verhältniffen emporwachsen k'mnte, welche ihm die reichste Pflege und Entfaltung seiner «nußerordentlichen Begabung gestatteten.
Einer alten Aristokratenfamilie entsproßen, mit großem materiellen Vermögen ausgestattet, genoß er mit feinem Bruder Wilhelm den Vorteil einer Erziehung, wie sie sorg- iMiaer selten einem Sterblichen zu teil wird. Der berühmte Wädaaoa Campe, der Bearbeiter des „Robinson" und spatere Weltbekannte Erzieher nach Rousseau'schen Prinzipien, war Hauslehrer d-r Familie Humboldt, und er verstand es w,e fl=in anderer, nicht nur den Geist zu bilden und nach allen Michtunqen zu entwickeln, sowie die höchsten Ideale, den °.d-lst-n Ehrgeiz in seinen Schülern zu entflammen, sondern «uch den Körper durch geregelte Lebensweise und Vorsicht,g-
Ausland. t „
M.P.C. Auf die an Lord Charles Beresford vv-m Präsidenten der vereinigten Handelskammern gerichtete Fllaae, ob die Einrichtungen der chinesischen Zivil- und Militärbehörden derartige seien, daß sie etwaigen kaus- Mnnischen Unternehmungen schützend zur-Sette stehenl können, gflJb dieser zur Antwort, daß außerhalb der Vertragshäsen
erhält eben auch seinen Teil für die Mewung day er oe» i a ^sglich wirtschaftliche Interessen, und bei
der Besichtigung alles vollzählig und tn $ f I 1 Auswahl des zur Gewinnung eines diesbezüglichen Stütz-
habe. - Nach Beresfords Ansicht kann man aus dem etzt n ist die Erwägung leitend ge-
Kriege keine Schlüsse auf den Wert der chinesischen Truppen pun 1 wie in die englische
im allgemeinen ziehen, denn entweder waren: die«Truppen Wir glauben, daß hieran
bewaffnet und hatten keine Munition. Die Soldaten an ———————
sich sind garnicht so Übel, es fehlt nur an ehrlicher Verwaltung und an Führern. Die Manne befand sich m einem ganz hoffnungslosen Zustand, und Beresford riet den ihn um Rat fragenden Behörden, nur nicht noch mehr Geld für die Marine wegzuwerfen! Sondern dieses für Verbesserung der Armee zu verwenden. Seine Besuche in den verschiedenen Arsenalen bewiesen ihm, daß ganz enorme Summen für völlig unbrauchbares Material ausgegeben seien.
M.P.C. Unter den von Aegypten und Kreta soeben heimgekehrten Northumberland - Füsilieren und anderen Truppen herrscht noch immer große Erbitterung über das ihnen für den Feldzug gelieferte Schuhzeug. Das Kriegsministerium sucht nun den Truppen selbst die Schuld zuzu- schieben und hat Vorschristen herausgegeben, daß der Be- I Handlung des Schuhzeuges ganz besondere Aufmerksamkeit | zu widmen sei, da ein Mangel hieran der Grund für die
■ , I vorgekommenen Mängel zu sein scheine. Daß dieses sidoch ord hat auf seiner Inspektionsreise m «»> 1 »«* ‘Xt?“l'e^itbega^I’,neuen'©tiefeln bewiesen, tre« Entgegenkommen der verschiedenen Vicekomg I J i durchaus ungenügende war und deren steifes, .s^.9 nPhnht. ück mit den verschiedensten | große Unbequemlichkeiten verursachte.
M.P.C. Einen eisfreien Hafen in China zu erlangen, ist das Ziel Rußlands. Es hat dabei nicht allem wM- schaftliche, sondern auch strategische Zwecke im Auge Bn Beendigung des chinesisch-japanischen Krieges bemühte sich England, diesem russischen Streben em Paroli zu bieten, indem es sich Wei Hai-Wei usw. von China abtreten ließ. Nachdem es jetzt eingesehen hat, daß die Ruffen die Erreichung ihres Zieles unentwegt verfolgen, und zwar mindestens ebenso beharrlich auf dem Land- wie auf dem Wasserwege,
P-dbielski, zeigt, I- länger er ,m Amte ist, um Jo metg, bat. er gewillt unb der Mann dazu sei, Reformen durchs -»sichrem — Eine der Maßregeln, durch die der verstorbene Ec -eralpostmeistcr Stephan tausend und abertausend Staatsbk: g-r mit Ingrimm gegen die bestehende Staats- und G-kellscha tsordnung ersüllt hat, bestand darin, daß er Wachse!, di- durch di- Post präsentiert wurden, -m Fall d-r nicht sofortigen Einlösung unverzüglich zum Protest gehen ließ Diese Härte wurde von vielen Halsabschneidern be- | „axt, um ihre Schuldner zu sangen. Der I°tz.g° Staa s- sikeetär hat angeordnet, daß die übliche zweitägige Ein- lisungssrist auch von d-r Reichspost zug-stand-n werden soll.
M P.C. In der Presse ist vielfach die Rede davon ge- mtijtn, die deutsche Regierung verhandle in Washington neym des Abschlusses eines neuen Handelsvertrags. Wr sind in der Lage, diese Meinung als eine durchaus »iiige zu bezeichnen. In Washington wird lediglich über iü Auslegung der Meistbegünstigungsklausel verhandelt.
M P.C. Die Königl. sächsische Regierung hat Grund- iüqe einer Allgemeinen Bauordnung für das Königlich Sachsen veröffentlicht, die zunächst dem Wunsche des Lomdtaqs entsprechend, einer Kommission von Derwaltun^s- benmten, Bautechnikern, Aerzten, städtischen und ländlichen Grundbesitzern und sonstigen Beteiligten zur Begutachttmg vmgelegt werden sollen. Das Gesetz soll für ganz Sachsen -illten, will aber mit Rücksicht aus die Verschiedenheit der M rhältnisse auf dem platten Lande und in den Städten ifttht gleichmäßige, schematische Bestimmungen treffen; es kliinn deshalb durch lokale Bauordnungen, die den individuellen vr rhältnissen jedes Ortes Rechnung tragen, ergänzt werden.
M.P.C. Der Staatssekretär d-s^°ichsp°stam.s,^°°n durch^das^j-^ r^ieb,nftcn
Staatseinrichtungen bekannt zu mache«. WaS die Armee anbetrifft, so sagt der Lord: „Da die Generale wie alle hohen Beamten in China, nur ein Nominal-Gehalt beziehen, so sorgen dieselben während der Dauer ihres Kommandos, nur für sich. Beispielsweise erzählte nur der eine ber Generäle in Peking, daß er 10000 Mann komnmndie^. Wie ich mich überzeugte, bestand seine Truppe tn Wirklichkeit nur aus ca. 800 Mann. Diese Methode ist tn China ganz allgemein. Der General bezieht aber Löhnung, Be- kl-idung, Unterhalt für 10000 Mann Soll -m- Se> I ^^.7/^^7inemHänb-lIst°ndPunk.-durchaus k°ns-qu-nt, sichtigung stattsiuben bann werden^ einfach Ark«tt für -s s-i nicht abgeneigt, W°i-H°,-
einige Pfennige Entschabigung in bi Parabe e,ngefl-llj D-utfchlanb abzulreten, falls dieses ihm Konzessionen
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Viertes BlM« Sonntag den 4. Juni-----------------—
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