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ii 1899.
flt. 104 Zweites Blatt Donnerslaa den 4 Mai
1899
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Hessischer Landtag.
Zweite Kammer der Stände.
nn. Darmstadt, 2. Mai 1899.
Der Vorsitzende HaaS eröffnete die Sitzung um -ij'fll Uhr. — Am Regierungstisch Herr Geh. Staatsrat Stig v. Nidda, sowie die Räte des Finanzministeriums.
Die Generaldebatte über die Steuerdebatte wird fortgesetzt. — Abg. Jöckel weift darauf hin, daß sich der Kmarzminister bezüglich der Steuerreform genau an Preußen zcholteu habe. Die Vermögenssteuer habe man dort durch Schätzung eingeführt. In Hessen würde hierdurch nicht Htl herausspringen. Die Vermögenssteuer an sich gebe itbcr auch noch keinen Grund ab, auf die Steuerreform ein» t|iwirlen, wenn man auch in Preußeu hohe Einnahmen er« .|idt habe. Bezüglich der Weinsteuer sei es seiner Ansicht i-üch «icht nötig, daß man eine so oppositionelle Stellung »innchme. Der Ausschuß selbst habe bis jetzt noch keine 'Zisatznorschläge gemacht, weil es ihm nicht möglich gewesen ffei. Warum wolle man sich in Heffen mit der Höhe der LSlruern gegenüber anderen Staaten exponieren. Auch die Michl este aller Steuern sei seiner Ansicht nach die Wein- Ntcr. Den Wein, dieses Getränk des vornehmen Mannes, LÄrfe man nicht mit Glacehandschuhen augreifen, wenn -•mr heu Branntwein des armen Mannes mit hohen Steuern btelrge. Die Ansicht, daß der Wein ein Naturprodukt sei, i :i nur künstlich vorhanden. Der Abg. Schmilt habe sich vorgestern als ein großer Fürsprecher von Rheinhessen auf* zMrsen und dabei auch der Fürsorge Preußens gedacht. Mabei hat er auch Frankreichs gedacht, das ehemals die Meinprovinz zur Zufriedenheit verwaltet habe. Hierüber millc er nicht urteilen, aber er erinnert sich noch der Zeit, bec Abg. Schmitt gegen Preußen aufgetreten sei. Heute hinbr er sich aber als ein Wurm des großen Adlers Preußen wlLsgeworfen. Das sei Geschäftspatriotismus, von dem er n«ch viel halte, da er gegen seine Anschauungen gehe. Der Mbg. Schmilt sei gegen den Finanzminister ungehalten, weil em auf die Ersatzvorschläge der Zentrumspartei nicht ein» gWiigen sei; das zeuge von keiner Gerechtigkeit. Wenn FMnz Minister Weber seiner Zeit nicht so nachgiebig ge- w-chii sei, wäre im Jahre 1894 die Weinsteuer durchgegangen. Ge steue sich, daß Finanzminister Küchler fest an der Wein« stsriier halte. Redner kommt noch auf die Agitation gegen
die Weinsteuer in der Preffe, besonders im Bingener Anzeiger und den Oppenheimer Kreisblatt und Landskrone. Diese Art der Agitation sei einer Radaupreffe würdig. Es fehle da nur noch der Revolver. Sein Standpunkt sei, die Steuerreform mit der Weinsteuer durchzuführen. — Abg. David ist der Ansicht, daß die Steuerreform auch ohne Weinsteuer durchgeführt werden könne, wenn nur die Regierung wolle. Die Arbeiter und der kleine Handwerker müßten entlastet werden, und deshalb sei auch das Zitat der Regierung auf Minister Schäffler betr. Einführung von indirekten Steuern nicht angebracht und sehr gefährlich. Die Stellung des Abg. Weidner und Genoffen in der Weinsteuerfrage sei bedauerlich, da sie Böses mit Bösem vergelten wollen. Die Einführung des Notariats dürfe man nicht mit der Weinsteuer vergelten. Das nenne er Rachepolitik. Die Ausführungen des Obersteuerrats Bitte! über die Steuerhinterziehungen ließen tief blicken. Wenn dies von dem Regierungstisch gesagt werde, so sei den Worten zu glauben. Seine Partei beantrage bei der Einkommensteuer eine Pro« gression bis zu 6 °/0, und das sei den Einkommen der Reichen entsprechend. Damit werde eine Einnahme von 150000 Mk. geschaffen. Den Einspruch der Ersten Kammer fürchte er bei dieser Progression nicht, denn er habe die feste lieber« zeugung, daß diese Herren sich ihrer Pflicht voll bewußt wären. Sei dieses aber nicht der Fall, dann werde das Volk reden. Die Einführung einer Steuer auf Pretiosen, Oelgemälde und andere Luxusgegenstände sei zu empfehlen und die Durchführung nicht schwierig. Die Luxussteuer sei ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit und komme der Regierung auf halbem Wege entgegen. Hoffen wäre dann der erste Staat, der in der neuen Art der Besteuerung vorgehe. Gegen die Weinsteuer werde seine Partei geschlossen stimmen, aber er hoffe, daß die Regierung noch ein Einsehen haben werde, und er schließe mit den Worten: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. — Geh. Staatsrat Krug von Nidda erklärt nochmals, daß es nach wie vor der ehrliche Wille der Negierung sei, eine Verständigung mit dem Hause herbeizuführen, aber nur auf der Grundlage, daß die der Regierung angebotenen Ersatzmittel in jeder Weise als acceptabel erscheinen. Er könne noch weiter versichern, daß die Regierung den ganzen Verhandlungen mit Aufmerksamkeit folgen und sich ihr Urteil bilden werde, welche Ersatzmittel von der Volksvertretung in Vorschlag gebracht würden. Er müffe aber sagen: Wenn es mit dem Patriotismus der
Rheinhessen nicht besser bestellt sei, als wie von dem Abg. Schmitt gesagt wurde, so sei dies ein schlechter Patriotismus. — Abg. Pitthan tritt in scharfer Weise gegen die Weinsteuer auf, welche die Existenz der Winzer bedrohe. — Abg. Joutz wünscht die Beseitigung aller indirekten Steuern, darunter auch die Weinsteuer. Die größeren Einkommen müßten durch die Progression schärfer getroffen werden. — Abg. Erk ist für die Einführung der Wcinsteuer. Heffen habe den meisten Grund zur Steuer-Reform gegenüber den anderen Staaten. Dem Standpunkt der Sozialdemokraten, „Einnahmen verweigern und Ausgaben bewilligen", könne er nicht beipflichten. Die vorgeschlagenen Ersatzmittel seien unzureichend, und er bittet die Großh. Regierung, auf der Weinsteuer zu beharren, die Mehrheit des hessischen Volkes habe sie hinter sich. — Abg. Ulrich: „Na, na, ihr irrt Euch" — Abg. Christ begreift nicht, wie noch ein Landwirt im Hause fein könne, der nicht gegen die Weinsteuer stimme. Sicher sei, daß mit der Weinsteuer der Produzent am härtesten getroffen werde. Er bedauert, daß man den Gründen der Rheinhessen kein Gehör geschenkt habe und in geradezu frivoler Weise diesen Wünschen entgegengetreten fei. Den Standpunkt des Herrn Möllinger könne er nicht begreifen, da derselbe 1894 für den Fortfall der Weinsteuer eingetreten sei. — Berichterstatter der Minorität Möllinger bedauert die Art und Weise, wie die Agitation ftattgefunbex habe. Er schäme sich, ein Rheinhesse zu sein. Er kommt dabei auf die maßlose Agitation der Weinwirte zurück. Ohne Weinsteuer sei aber die Reform nicht durchführbar. Dieses« mal möge sich die Kammer die Gelegenheit nicht vorüber gehen lassen und für die Weinsteuer eintreter.. Scheitere die Steuer-Reform, so werde es lange dauern, bis dieselbe wiederkehren werde. — Berichterstatter der Majorität Köhler-Darmstadt empfiehlt nochmals die Annahme der Steuer-Reform ohne die Weinsteuer-Vorlage. Die Debatten hätten dem Hause klar gemacht, daß die Weinsteuer nicht durchführbar sei, daß aber die Steuer-Reform auch ohne dieselbe durchgeführt werden müsse. — Damit ist die General- Debatte geschlossen. Da die Zeit weit vorgeschritten, wird die Frage des Präsidenten, ob die Kammer weiter tagen will, mit 28 gegen 15 Stimmen bejaht. — Abg. Köhler, Langsdorf nennt dieses eine Überrumpelung. Ein
Antrag des Abg. Ulrich, zuerst die Weinsteuer zur Beratung zu stellen, wird mit 28 gegen 15 Stimmen angenommen. Bei Eintritt in die Spezialdebatte wird
Feuilleton.
pie pariser Weltausstellung 1900.
Von H. de Rose.
(Nachdruck verboten.)
Der Feftsaal.
Vie gewaltige Maschinenhalle der Pariser Welt- auÄifillung 1889, deren weitgespannte Eisenkonstruktionen xm im Jahre 1900 nicht zu überbieten strebt, oder viel- leiH auch nicht zu überbieten wagt, wird in ihrer Gesamt- glihtaung nicht wesentlich verändert werden; doch sollen chixL nicht gerade anmutig gestalteten Fronten den Blicken Se i öesucher durch den Bau 'des Elektrizitätspalastes und öeftn Nachbargebäude entzogen werden. Aber der im- posmle Raum der langgestreckten Halle wird nunmehr ne-ona Aufgaben dienstbar gemacht und dementsprechend um« ge’uMefl. Er wird derart geteilt, daß ein großer quadratischer MMIraum entsteht, der zum Festsaal bestimmt ist, während oieii |u beiden Seiten dieses Festraumes verbleibenden langen GM zur Aufnahme der Garten- und Ackerbauausstellungen beschirmt find. Die eisernen Dachbinder zeigen nach wie ud:i ihr« weitgespannte Wölbung, nnd die großen Fenster z« ifciben Seiten dienen dem majestätischen Schiff zum an« geraumen Rahmen.
Der große Festsaal wird derart gegliedert, daß in der Müllte ein weiter runder Oberlichtraum von 90 Meter Durchirre rsa und 6400 Quadratmeter Fläche entsteht, an welche ficht ringsum die tiefen Zuschauerräume anschließen. In RiWcht: auf die ungeheuren Dimensionen der Halle wurde aieije ttiluug erforderlich, sofern man überhaupt einen wirikrrgÄ- und stimmungsvollen Festsaal erzielen wollte. De^Än.satz des reichgeschmückten Kugelgewölbes und des auMietzenden Oberlichtes wird von acht kräfttgen eisernen PWm, (mit einem Gesamtgewicht von 10 000 Kilogramm) getanen, von denen je zwei durch eine Stichkappe derart mitMmder verkuppelt find, daß zwischen ihnen je ein
breites Portal gebildet, und über diesen breite und tiefe Balkone angeordnet werden können. Zwischen diesen vier Portalen liegen Tribünen für je 1500 Personen, und zwar steigen diese Tribünen nach hinten derart amphitheatralisch empor, daß die letzte Sitzreihe bereits mit dem Obergeschoß der Maschinenhalle in einer Hohe liegt.
Die acht großen Eisenpfeiler tragen einen riesigen Kranz aus Metall, der dem weiten Oberlicht zu 40 Meter Durchmesser als Rahmen dient. Dasselbe wird vorzüglich auf prächtige Farbenwirkung berechnet, da das Auge des Beschauers von der Lichtfläche zu weit entfernt ist, um auf feinere Details Wert legen zu müssen. Denn obwohl diese ganze Anlage in das Innere der Maschinenhalle hineingebaut wird, liegt doch der höchste Punkt der gläsernen Kugelkalotte noch 42 Meter über dem Fußboden, d. h. etwa doppelt so hoch, als die First eines vierstöckigen Gebäudes.
Von den vier großen Tribünen, welche von den Hauptachsen durchschnitten werden, ist die eine für den Präsidenten der Republik bestimmt, zwei bienen als Orchester, währenb bie vierte, deren Zweck noch nicht bekannt ober noch nicht bestimmt ist, eine monumentale Treppe überbrückt, bie nach dem Obergeschoß emporführt.
Der plastische unb malerische Schmuck des Saales wird hell abgetönt. Cremefarbene unb blaue Töne werben durch Golb gehoben, während die tiefer liegenden Zuschauerräume in dem konventionellen Rot der Festtribünen gehalten werden.
Das Gewölbe über den vier Baikonen wird mit allegorische» Medaillons geschmückt, welche Wissenschaft, Kunst, Industrie und Technik versinnbildlichen. Die vierzehn Gruppen der Ausstellung veranschaulichen Deckengemälde, welche zwischen den Medaillons liegen. Ferner sollen auf dem weiten Giebelkranz unter dem Oberlichtausatz alle Völker, die zu dem Erfolge der Ausstellung beitrage», durch Allegorien dargestellt werde».
Im Hintergründe der Tribünen schließen Vorhänge die
zur Acker- und Gartenbau-Ausstellung führenden Portale ab; die vier Rückwände der Tribünen sollen nach einer Idee des Architekten Ranlin, den vier Himmelsrichtunge» entsprechend, mit Gemälden geschmückt werden, welche die Völkerraffen, die Fauna unb bie Flora bes Norbens, Sübens, Ostens unb Westens barstellen.
Dieser Festsaal wird ben großen Feierlichkeiten der Ausstellung bienen; man wird ihn besuchen zur Feier der Eröffnung, zu den Festlichkeiten bei Verteilung der Preise, zum Schluß der Ausstellung u. s. w. Künstlerkonzerte wird man vermutlich nicht darin veranstalten, da die Akustik schwerlich befriedigend ausfallen dürfte. Aber man wird den Saal auch für bie großen Gastmähler ber Behörbe» unb inbuftrieHen Gesellschaften reservieren, sowie gewiffen Ausstellungen, welche ihrer ganzen Natur nach nur von kurzer Zeitdauer sein können, dienstbar machen, so z. B. für die Ausstellung von Schnittblumen. In ber Haupt« fache aber soll biefer weite Festsaal Repräsentationszwecken dienen, unb beshalb in allen Teilen eine möglichst prächtige, pomphafte Wirkung angestrebt werben.
Die Garteuaulage«.
Die prächtigsten reichgegliederten Paläste der Weltausstellung würden den Besuchern schwerfällig erscheine», wenn sie sich einzeln oder in längeren Reihen aus den freien Plätzen erheben würden und nicht mit schönen gärtnerischen Schmuckanlagen, die das Menschenauge erquicke», abwechselten.
Aber die Kunst, einen Park, einen Garten anzulegen, wird meist unterschätzt. Man muß den Gesamtplan nach der Eigenart des Terrains aufstellen, die Fahrbahnen und Zugänge zu den benachbarten Bauwerken berücksichtige», die gärtnerischen Anlagen harmonisch mit der Architektur i» Verbindung bringen und den Zweck der ganzen Anlage i»S Auge faffe». So muß man auf dem Marsfelde hauptsächlich mit zwei Dingen rechnen: es gilt, große Allee» zu schaffen, die einem sehr starken Menschenstrom Platz bieten,


