-raschunq es bereitete, als die Kündigung deS deutsch-englischen Handelsvertrags seitens der britischen Regierung ersolgte, obgleich letztere freilich infolge des bekannten Beschlusses des kanadischen Parlaments gewissermaßen zur Aufkündigung der Meistbegünstigungsverträge gezwungen worden war. Wenn man auch voraussetzen durfte, daß die Londoner Regierung jenen Beschluß der Volksvertreter des Vizekomg- reichs provoziert hatte, so waren doch diejenigen un Irrtum, welche glaubten, @nti. -nd wolle überhaupt keinen Handelsvertrag mehr mit dem b utschen Rei c. eingehen. vielmehr war es die englische Reg. xung, velche sofort den Wunsch ausdrückte, wegen eines neu.n ertrages in Unterhandlung einzutreten. .
Einfuhr und Ausfuhr zwischen Großbritannien und Deutschland halten sich ziemlich das Gleichgewicht; es handelt sich in beiden Fällen um etwa 600 Millionen Mark pro Jahr. Deutschland führt außer Zucker vorwiegend Erzeugnisse verschiedener Industrien aus, während England bei uns außer Kohlen hauptsächlich Erzeugnisse der Eisenindustrie einführt. Eine Verständigung zwischen beiden Landern dürfte nicht auf allzugroße Schwierigkeiten stoßen. Anders liegt die Sache betreffs der Kolonien. Diese führen hauptsächlich Erzeugnisse der Landwirtschaft nach Deutschland em, während wir fast nur Jndustrieerzeugniffe nach den Kolonien ausführen. In dieser Hinsicht werden sich die Interessen nur schwer vereinigen lassen, und es ist erklärlich, wenn schon die Verhandlungen geraume Zeit in Anspruch nehmen. Daß diese mit äußerster Sorgfalt seitens unserer Regiernng geführt werden, davon sind wir fest überzeugt. (xx)
Deutsches Keich.
Darmstadt, 2. Januar. Ihre Königlichen Hoheiten der I Großherzog und die Großherzogin empfingen am 1. Januar zur Entgegennahme der Neujahrs-Gratulation: I Seine Großherzogliche Hoheit den Prinzen Wilhelm, Ihre I Großherzogliche Hoheit die Prinzessin und Seine Durch- I laucht den Prinzen Ludwig von Battenberg, Seine Durchlaucht I den Prinzen und Ihre Hoheit die Prinzessin Franz Josef I von Battenberg, den König!. Preuß. außerordentlichen Ge- I sandten und bevollmächtigten Minister Graf von der Goltz, I den Kaiserlich Russischen Minister-Residenten', Wirklichen I Geh. Staatsrat von Ozeroff, den Königlich Großbritanni- I schen Geschäftsträger Mr. Buchanan. Ferner empfingen Seine Königliche Hoheit der Groß her zog den Oberst- I Hofmarschall, den General- und die dienstthuenden und ä la | suite stehenden Flügel-Adjutanten, den zur Dienstleistung | bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog komman- I dierten Offizier, den persönlichen Adjutanten Seiner Groß- I herzoglichen Hoheit des Prinzen Wilhelm, den Ordonnanz- I offizier, die Oberhofchargen, den Hof-Jägermeister, den I Kammerherrn Freiherrn von Bellersheim, den Vorstand I des Kabinetts, den Hofprediger, den Hoftheaterdirektor, | den Divisions-Kommandeur, den Staatsminister und den | Justizminister.
Berlin, 2. Januar. Kinderarbeit in Fabriken und in der Hausindustrie. Wie notwendig die vom Reich veranstaltete Untersuchung über die gewerbliche Kinder- I arbeit ist, erhellt aus den einschlägigen Mitteilungen der I Gewerbeaufsichtsbeamten für das Jahr 1897. Aus ihnen ergiebt sich, daß die Kinderarbeit in den Fabriken gegen das Vorjahr wieder zugenommen hat, nachdem durch das Arbeiterschutzgesetz die Zahl der in Fabriken arbeitenden Kinder sich stark vermindert hatte. Während im Jahre 1886 21053 Knaben und Mädchen in Fabrikbetrieben beschäftigt wurden, im Jahre 1890 sogar 27 485, sank diese Zahl im Jahre 1894 auf 4259, stieg aber 1896 auf 5312 und betrug 1897 6151. Als Grund für die stärkere Heranziehung der Kinder zu der Fabrikarbeit geben mehrere Auf- fichtsbeamte den Aufschwung der Industrie und den Mangel an Arbeitskräften an. Die Beschäftigung der Kinder findet, worauf die „Soziale Praxis" aufmerksam macht, hauptsächlich in kleineren Betrieben statt, die durch die billige Kinderkraft sich der Konkurrenz der größeren Fabriken gegenüber wettbewerbsfähig zu erhalten suchen. Die Heranziehung der Kinder zur Fabrikarbeit ist indessen ohne Belang gegenüber der großen Inanspruchnahme jugendlicher Arbeitskräfte in kleingewerblichen und hausindustriellen Betrieben. Die Gewerbeinspektoren in Mühlhausen in Thüringen, Arnsberg, Neheim, Lüdenscheid, im Kreise Wittgenstein, in Aachen, Döbeln, Lippe, Reuß jüngere Linie beklagen diese Thalsache. Es kommt sogar vor, daß zu der im reußischen Oberlande betriebenen Plattstichnäherei Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren zahlreich mit herangezogen werden. Ob unter dieser Thätigkeit der Kinder der Schulunterricht leidet, ! hat der Gewerbeinspektor nicht in Erfahrung bringen können, es erscheint ihm aber im Interesse der körperlichen Entwickelung der Kinder geboten', eine allgemein zulässige niedrigste Altersgrenze für die hausindustrielle Arbeit fest- zustellen.
— Deutschland und England. Das Londoner Blatt „Critic" erfährt, nach dem englisch-deutsch-portugiesi- schen Abkommen erhalte Deutschland den nördlichen Teil des portugiesischen Ostafrika, das an den südlichen Teil des deutschen Ostafrika grenzt und am Nordufer des Flusses Quilimane aufhört. Großbritannien erhalte jenen Teil des portugiesischen Ostafrika, der sich vom Südufer des genannten Flusses nach den Grenzen von Amatongaland erstreckt und die Delagoabai einschließt. Letzterer Hafen werde einschließlich der Eisenbahn von einem englisch-deutschen Syndikat verwaltet. Portugal verpflichtet sich auch, Großbritannien das Recht zur Einfahrt für die britische Flotte in jeden portugiesischen Hafen z« gewähren. Dagegen empfange Portugal den Schutz der britischen Flotte in Kriegszeiten. — Amtlich werden diese Mitteilungen als auf Kombination beruhend bezeichnet.
Ausland.
Sg Wie», 2. Januar. Heute Vormittag ist Baron B a n f f y hier einaetroffen, um dem Kaiser über die Lage in Ungarn eingehend Bericht zu erstatten und die kaiserliche Zustimmung zu dem von ihm nunmehr zu beobachtenden Verhalten zu erlangen. m . .
Wien, 2. Januar. Der österreichische Reichsrat soll, polnischen Blättern zufolge, bereits am 12. Januar wieder zusammentreteu.
Budapest, 2. Januar. Das Duell zwischen Horanszki und Banffy findet morgen früh statt. Bedingung ist: einmaliger Kugelwechsel und 20 Schritt Distanz.
Paris, 2. Januar. „New-Aork-Herald" erhält von seinem Korrespondenten in Cayenne ein Telegramm, wonach es sich bestätigt, daß der Statthalter von Cayenne erklärt hat, die Vorschriften in der Behandlung Dreyfus als Gefangener hätten keine Aeuderung erfahren. Es sei alles beim Alten geblieben. Die Dokumente des Kassations- Hofes sind am 23. Dezember in Cayenne eingetroffen, die Antwort Dreyfus geht heute von Cayenne ab.
— Der Ausgaben-Etat ber Union. Der vom Schatzamtssekretär aufgestellte Voranschlag des mit dem 30. Juni 1900 endenden Fiskaljahres der Vereinigten Staaten schließt ab mit einer Summe von 593048378 Doll, gegen 802875513 Dollars im laufenden Jahre. Natürlich kann letzterer Betrag nicht als Norm dienen, da in ihm die Kriegskosten mit enthalten sind. Der letzte Voranschlag für Friedenszeiten betrug 462,647,885 Dollars. In runder Summe werden demnach die Kosten der Verwaltung 130 Millionen Dollars mehr betragen als bisher, und diese Erhöhung fällt ausschließlich auf den Militär- und Marine- Etat, denn ersterer ist von 24620042 Doll, auf 145119431 und letzterer von 20929589 auf 39114652 Dollars gestiegen. Der Pensions-Etat ist auch wieder um vier Mill. Dollars angeschwollen, nämlich von 141,259 750 Dollars auf 145238830 Dollars. Da infolge der „Algerei" Tausende von Soldaten im letzten Kriege erwerbsunfähig geworden sind, ist an eine Herabsetzung dieses Etatspostens vorläufig nicht zu denken. Ferner hat das Staatsdepartement eine große Reihe von Gehaltserhöhungen für Personen im diplomatischen Dienst, speziell Konsularbeamte, angeregt; so soll der Konsul in Frankfurt a. M. statt wie bisher 3000 in Zukunft 4000 Dollars erhalten, das Einkommen derjenigen in Kehl, Mannheim und München von 1500 auf 2000, desjenigen in Stettin von 1000 auf 2000 Dollars erhöht werden. Der Voranschlag für Fluß- und Hafenbauten, für die im laufenden Fiskaljahre nicht ganz 16 Millionen ausgeworfen sind, verlangt 28523 778 Doll. Abgesehen von einigen Ansätzen, die durch wirkliches Be- dürfniß geboten sind, erscheinen natürlich wieder eine Anzahl von Forderungen, die nur den Zweck haben, „Lieblingen" der Administration einen „kleinen Nebenverdienst" zu verschaffen. So wollen Mark Hanna, Steve Elkins und die Rockefellers Onkel Sam dazu bewegen, in Cleveland, Ohio, große Hafenanlagen zu konstruieren, für die der Schatzamtssekretär jetzt vier Millionen als erste Baurate verlangt. _________________________________
Lokales und Provinzielles.
W. Aus der Wetterau, 2. Januar. Vor einigen Jahren brachte der „Gießener Anzeiger" die Nachricht, daß sich aus einem Leghuhn ein Hahn entwickelt habe. Die That- sache wurde bezweifelt und sogar lächerlich gemacht. Der Schreiber dieser Zeilen hielt auch nichts von der Sache, ist aber im Laufe des zu Ende gegangenen Jahres 1898 eines anderen belehrt worden. Ein rebhuhnfarbiges Italiener- Huhn, das seit zwei Jahren ganz fleißig Eier legte, erhielt nach der diesjährigen Mauserung nach und nach ein glänzendes, fast ziegelrotes Gefieder. Gleichzeitig wurde der Kamm des Huhns größer, es zeigten sich Sporen an den Füßen und zuletzt wuchsen zwei metallisch glänzende sichelförmige Schwanzfedern. Das Huhu versucht manchmal zu krähen, die Stimme klingt jedoch, als hätte das Thier einen Korkstöpsel im Halse. Mit dem Haushahn verträgt sich das umgewandelte Huhn ganz gut, ebenso mit den übrigen Hühnern, mit denen es groß gezogen wurde. Wir sind alle darauf gespannt, ob es wieder Eier legen, oder die Rolle eines Hahnes spielen wird. Für Vogelfreunde und Hühnerzüchter ist der Fall gewiß interessant, deshalb haben wir ihn mitgeteilt. Von der Expedition dieses Blattes ist zu erfahren, wo und bei wem das zu einem Hahne gewordene Huhn zu sehen ist und daß es sich nicht um einen unzeitgemäßen Scherz handelt.
n. Staden, 2. Januar. Gestern wurde der älteste hiesige Einwohner, der frühere Bürgermeister, Standesbeamte i und Ortsgerichtsvorsteher Grießmer, beerdigt. Er hat ein Alter von nahezu 84 Jahren erreicht. Sein ältester Enkel, der im 20. Lebensjahre steht, verließ am 2. Weihnachtsfeiertage sein elterliches Haus, ohne bis jetzt zurück- gekehrt zu sein, noch ein Lebenszeichen von sich gegeben zu haben. — Einen gewiß selten schönen Anblick boten dieses Jahr bei uns blühende Rosen unter dem Weihnachtsbaum. Bei dem gelinden Winterwetter brauchte mau ja mit dem Einwintern der Rosen nicht eilig zu fein. Sie I standen bei uns bis zum Frost in der Weihnachtswoche und I trugen da schön blühende Rosen und Blütenknospen, die I abgeschnitten und für Weihnachten in Wasser zurückgestellt I wurden.
Bingen, 30. Dezember. In ganz besonderer Weise I wußte die Stadt Bingen die Verdienste des Herrn I Dr. Ebertsheim hier zu würdigen, der eine lange Reihe I von Jahren segensreich als Hospital- und Armen-Ärzt im I Interesse der öffentlichen Armenpflege gewirkt hat. Dem I 81jährigen Greise, der vor einiger Zeit diese Stelle nieder- | legte, aber noch seine Praxis ausübt, wurde heute durch I eine Deputation des Stadtverordneten-Eollegixms, bestehend
aus den Herren Bürgermeister Neff, Beigeordnete« Gero- mont, Stadtverordneten George und Hassemer, feine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Bingen übermittelt. Herr Dr Ebertsheim ist der einzige jetzt lebende Ehrenbürger unserer Stadt.
Vermischtes.
* Koblenz, 29. Dezember. Hat die Polizei über die Orthographie auf den Geschäftsschilbern zu wachen? Mit )ieser Frage beschäftigte sich zum erstenmale der Straf- enat des Kammergerichts am 22. Dezember 1898. Eine Handelsfrau in Trier hatte sich geweigert, dem Der- angen der Polizeibehörde nachzukommen und die auf ihrem Geschäftsschild vorhandenen Inschriften „Corsets, Cravatten und Galanteriewaaren" in „Korsettes, Kravatten und Galanteriewaren" umzuäudern. Deshalb wurde gegen Frau H. Anklage erhoben. Das Landgericht verurteilte in der Berufungsinstanz die Angeklagte. Auf deren Revision hob ber Strafsenat des Kammergerichts das Dorderurteil auf unerkannte auf Freisprechung. Er sprach aus, daß die Recht- chreibung auf den Geschäftsschildern nicht ein Gegenstand >er Fürsorge der Polizei sei, da hierbei ein sicherheitspolizeiliches Interesse nicht erkennbar werde.
* Leipzig, 31. Dezember. Die während der bevorstehenden Neujahrsmesse in den Räumen der Leipziger Börsenhalle abzuhaltende Garnbörse wird am 7. Januar ihren Anfang nehmen.
* Loudon, 29. Dezember. Heftiger Sturm von Süd und Südwest umtobt auch heute wieder die Hauptstadt und die Küsten, nachdem der gestrige Tag hier im ganzen windstill, klar und kühler verlaufen. An der Küste war auch gestern der Seegang noch sehr hoch, und in den Abendstunden stürmte es wild im Kanal von Bristol. Das Leuchtschiff Helwick, das auf der Reede von Gowert ankert, war in Bedrängnis und ließ eine Rakete nach der anderen als Notsignal steigen. Die Nachricht wurde an der Küste entlang nach der Rettungs- bootstation in Fort Eynon telegraphirt und das Rettungsboot machte sich trotz Sturm und hohen Seegangs auf den Weg. Man befürchtet, daß die Helwick sich von ihren Ankern los- geriffen hat. Bestimmte Nachrichten über ihr und des Rettungsbootes Schicksal sind erst im Laufe de» heutigen Tages zu erwarten. Das Wetter im Kanal ist derart, daß der Dienst von Ostende nach Dover heute wieder eingestellt wurde. — Die Beulenpeft, die ängstlichen Seelen bei Ankunft de» Dampfers Golconda in Plymouth vorige Woche schon einen gelinden Schrecken ringejagt hatte, ist uns am letzten Montag durch Ankunft des Schiffes hier in dm Albert Docks und- durch einen weiteren angeblichm Krankheitsfall erheblich nähergerückt. Was diesen neuen Fall anbelangt, so ist er nicht ganz leicht genauer zu ermitteln, da man einerseits mit der Beschwichtigungssucht zu kämpfen hat, die grundsätzlich alle» Beunruhigende in Abrede stellt, und andererseits auch auf die Angsthasen und sensationslüstern! n Reporter gefaßt sein muß. Was diesen angeblichen neuen Fall anbetrifft, so handelt es sich um einen Matrosen der Mannschaft, der am Montag beim Eintreffen des Schiffes in der Themse sich krank meldete und alsbald zur Beobachtung in Gravesend ins Krankenhaus gebracht wurde. Es muß fich erst Herausstellen, ob die Angabe, daß die Unpäßlichkeit des Manne» gar nichts mit der Pest zu thun habe, thatsächlich begründet ist. Der erste Fall war wohl unzweifelhaft ein Pestfall. Ein Herr William Wilcox aus dem benachbarten Ilford in Effi x begann fich unwohl zu fühlen, kurz nachdem die „Golconda", die der British Jndia Steam Navigation Kompany gehört, Kolomba verlaffen hatte. Die Krankheit wurde jedoch erst als Fall von Beulenpest festgestellt, als das Schiff in Marseile eintraf. Seit gestern haben sich die Sanitätsbehörden der „Golconda" bemächtigt, um fie einer gründlichen Desinfektion zu unterziehen. Das Kielwasser ist ferner vollständig ausgepumpt worden und die zahlreichen Ratten an Bord werden systematisch mit Dampf und Rauch ausgerottet. Der leitende Sanitätsbeamte ist der bestimmten Ansicht, daß e8 sich bei beiden Erkrankungen ent» weder gar nicht um wirkliche Beulenpest oder doch nur um ganz leichte Fälle handle. Hier vernimmt man die neueste Nachricht mit ziemlicher Gemütsruhe. Lebhafte Beftiedigung erregt die Kunde, daß unter den einsichtigeren eingeborenen Kreisen, namentlich bei den Parsen, neuerdings die Neigung kundgiebt, sich der Schutzimpfung gegen die Pest bereitwillig zu unterziehen.
* Eine Riesenkarte. Ein kartographisches Institut in Petersburg ist gegenwärtig mit dem Druck einer Riesenkarte des europäischen Rußlands beschäftigt. Die Karte wird 150 Quadratarschin messen (ein Arschin — 0,71 Meter) und nicht allein alle Dörfer, sondern auch Meiereien un- einzelnen Gebäude verzeichnen. Nach ihrer Fertigstellung wird die Karte zur Weltausstellung nach Paris geschieh werden.
* Die Kunst gegen de» Alkohol. Ein Preisausschreiben für ein Gemälde zur Bekämpfung des Alkoholismus W vom belgischen Minister des Inner« erlassen worden. Als Preis für die beste Arbeit sind 1000 Francs bestimmt. Bon dem preisgekrönten Gemälde sollen Farbendrucke zur Verbreitung in den öffentlichen Gebäuden und Schulen verteilt werden. Das Beispiel des deutsche« Vereins, die bildende Kunst in den Dienst der Trunksuchtsbekämpfung zu stellen durch Schaffung von Brunnenmodellen, hat somit rasche Nachahmung gefunden.
* Welche Entwickelung der öffentliche Straßenverkehr in der Reichshauptstabt Berlin genommen hat, davon gtebt ein Übersichtliches Bild die nachfolgende Zusammenstellung, die wir dem soeben erschienenen Statistischen Jahrbuch der Stadt Berlin entnehmen. Die Zahlen reichen allerdings nur, wie die Angaben diese» Jahrbuches überhaupt, bis zum Schluffe de» Jahres 1896 und sind seitdem noch beträchtlich gewachsen. Sie zeigen aber doch, wie schnell der Verkehr der Riesenstadt zunimmt. Danach besaß Berlin Ende 1896 an Pferdebahnlinien insgesamt 63 mit einer Bahnlänge von 227 Kilometer,


